Coronavirus: Pflegeverbände warnen vor Zusammenbruch - wegen der Impfpflicht

Deutschland/Welt - In Deutschland verschärft sich die Corona-Lage, die Fallzahlen steigen. Strengere Auflagen treffen jetzt sogar Menschen, die noch nicht gegen das Covid-19-Virus geboostert sind.

Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.
Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bundesweit laut Robert-Koch-Institut bei 840,3 (Vortag: 806,8).

Laut RKI sind seit Beginn der Pandemie rund 8,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Insgesamt 116.746 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 7,3 Millionen an (alle Daten Stand 24. Januar, 5 Uhr).

Corona in Bayern: Lockerungen bei Kultur, Events und Profisport
Coronavirus Corona in Bayern: Lockerungen bei Kultur, Events und Profisport

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Update, 25. Januar, 20.23 Uhr: Bald ungültig? Wichtige Änderung ab 1. Februar beim digitalen Corona-Impfpass!

Als der digitale Corona-Impfpass im Juni vergangenen Jahres an den Start ging, hieß es von der Europäischen Union, dass für digitale Impfzertifikate "keine Geltungsdauer vorgesehen" ist. Doch das Virus veränderte sich und damit auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse - und somit wurden auch die dafür nötigen Regelungen angepasst.

Alle Infos unter: "Bald ungültig? Wichtige Änderung ab 1. Februar beim digitalen Corona-Impfpass!"

Bislang war das digitale Corona-Impfzertifikat der EU zwölf Monate gültig. Ab 1. Februar verkürzt sich die Dauer auf neun Monate.
Bislang war das digitale Corona-Impfzertifikat der EU zwölf Monate gültig. Ab 1. Februar verkürzt sich die Dauer auf neun Monate.  © Oliver Berg/dpa

Update, 25. Januar, 20.03 Uhr: Rekordwert von mehr als 500.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat mit mehr als einer halben Million registrierter Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen Höchstwert seit Pandemiebeginn verzeichnet.

Wie die französische Gesundheitsbehörde am Dienstagabend angab, wurden binnen 24 Stunden 501.635 neue Ansteckungen registriert. Allerdings liegen die Werte montags oft deutlich niedriger als an anderen Wochentagen.

Update, 25. Januar, 19.15 Uhr: Vorpommern-Greifswald: Berufsbezogene Impfpflicht nicht durchsetzen

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald wird nach eigenen Angaben die für Mitte März geplante Impfpflicht für Mitarbeiter von Pflegeheimen und Krankenhäusern nicht durchsetzen.

Man stelle fest, "dass mit den ganzen anderen coronabedingten Maßnahmen, die wir schon seit zwei Jahren tragen, das Gesundheitsamt und auch große Teile der Verwaltung völlig ausgelastet sind", sagte Landkreissprecher Achim Froitzheim am Dienstagagabend der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Kontrolle und Durchsetzung dieser einrichtungsbezogenen Impfpflicht können wir deshalb nicht erfüllen." Zuvor hatte der Nordkurier berichtet.

Update, 25. Januar, 17.06 Uhr: Gericht kippt 2G-Regel für Geschäfte in Baden-Württemberg

Ungeimpfte dürfen in Baden-Württemberg vorerst wieder mit einem aktuellen Test shoppen gehen. Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim kippte die 2G-Regel für den Einzelhandel am Dienstag.

Das Einfrieren der Alarmstufe II durch die Corona-Verordnung der Landesregierung sei voraussichtlich rechtswidrig, teilte der VGH mit. Die darin vorgesehene 2G-Regel werde mit sofortiger Wirkung außer Vollzug gesetzt. Damit gilt für den Einzelhandel vorläufig, dass neben Geimpften und Genesenen auch wieder Menschen mit aktuellem Test (3G) in Läden einkaufen dürfen.

Update, 25. Januar, 16.50 Uhr: Pflegeverbände warnen vor Zusammenbruch - wegen der Impfpflicht

Pflegeverbände haben im Hinblick auf die geplante Einführung der Impfpflicht für Mitarbeiter von Kliniken, Altenheimen oder Arztpraxen Mitte März vor einem Zusammenbruch der pflegerischen Versorgung gewarnt.

"Wenn nach dem Einsetzen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht Pflegekräfte mit Betretungsverboten belegt werden, droht die pflegerische Versorgung in besonders stark von der Pandemie betroffenen Bundesländern zusammenzubrechen", teilten der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) und der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) am Dienstag in Berlin mit.

Die Bundesländer müssten "nun schnell konkrete Maßnahmen ergreifen, um die pflegerische Versorgung über den 15. März 2022 hinaus zu sichern". Mit den Einrichtungsträgern müssten Notfallpläne entwickelt, Unterstützung - zum Beispiel durch die Bundeswehr - organisiert und Möglichkeiten geschaffen werden, um den Personaleinsatz auf die Ausnahmesituation abzustimmen.

Dazu sei es notwendig, kurzfristig besondere Krisenstäbe unter Einbeziehung der Einrichtungen, Heimaufsichten, Gesundheitsämter sowie Pflegekassen einzurichten.

Pflegerinnen und Pfleger müssten ihre Patienten doch eigentlich schützen wollen. Impfen passt vielen wohl trotzdem nicht ins Konzept.
Pflegerinnen und Pfleger müssten ihre Patienten doch eigentlich schützen wollen. Impfen passt vielen wohl trotzdem nicht ins Konzept.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. Januar, 16.25 Uhr: Mützenich rechnet mit drei Anträgen zur Impfpflicht im Bundestag

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (62) rechnet damit, dass es nach der ersten Bundestagsdebatte zur Impfpflicht am Mittwoch drei unterschiedliche Anträge geben wird.

Dazu gehöre neben der bereits vorliegenden generellen Ablehnung einer Impfpflicht ein Antrag von Abgeordneten, die eine Impflicht ab 18 Jahren wollten und wahrscheinlich auch einer für eine Impfpflicht von Über-50-Jährigen. Die sogenannte Orientierungsdebatte im Bundestag sei der SPD wichtig, betonte Mützenich am Dienstag vor einer Fraktionssitzung.

Die SPD stehe bereit, mit jedem offen über seine Vorbehalte zum Impfen und einer Impfpflicht zu sprechen, sagte der Fraktionschef. Umso wichtiger sei die Orientierungsdebatte im Bundestag, "dass sie eben auch sehen, dass die parlamentarische Demokratie darum ringt". Die SPD wolle zwölf Rednerinnen und Redner auch mit unterschiedlichen Meinungen benennen.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (62).
SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (62).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 25. Januar, 14.58 Uhr: Patientenschützer zu PCR-Tests: Überblick geht jetzt schon verloren

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz sieht bereits jetzt Auswirkungen der geplanten Einschränkungen beim Einsatz von PCR-Tests.

Vielfach gingen Bürger und auch Ärzte davon aus, dass die Regelungen bereits gälten - was wiederum die offiziell erfassten Fallzahlen vermindere, für die nur PCR-Tests berücksichtigt werden, sagte Geschäftsführer Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "Einen Überblick zu haben, schalten wir ab - jetzt schon."

Update, 25. Januar, 14.53 Uhr: FFP2-Maskenpflicht für Einzelhandel im Saarland ab Mittwoch

Im Saarland gilt ab Mittwoch im Einzelhandel eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken. Das kündigte Regierungssprecher Alexander Zeyer (CDU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Saarbrücken an.

Der Ministerrat habe sich auf eine neue Corona-Verordnung geeinigt, die am Mittwoch in Kraft trete. Im Laufe des Tages werde noch ausführlich über die neuen Regelungen informiert.

Die FFP2-Maske wird vielerorts zur Maske der Wahl.
Die FFP2-Maske wird vielerorts zur Maske der Wahl.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 25. Januar, 14.49 Uhr: Oberverwaltungsgericht kippt 2G-Regelung für Outdoor-Sportler

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat die 2G-Regelung für die Nutzung von Sportanlagen unter freiem Himmel in Niedersachsen außer Vollzug gesetzt.

Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, gab der 14. Senat einem Eilantrag einer Golfspielerin statt, die nicht geimpft oder genesen ist. Die Regelung in der Corona-Verordnung sei mit dem allgemeinen Gleichheitssatz nicht vereinbar. Der Beschluss ist unanfechtbar. Zwar ist damit die Regelung für Mannschaftssportarten auch aufgehoben, sie könne aber verordnet werden, entschieden die Richter.

Die umfassende Untersagung der Nutzung von Sportanlagen unter freiem Himmel durch Menschen, die nicht über einen Impf- oder einen Genesenennachweis verfügen, erweise sich als unangemessen und verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigter Eingriff in die allgemeine Handlungsfreiheit.

Bei der Sportausübung mit einer Vielzahl sich körperlich anstrengender Personen in geschlossenen Räumen besteht laut Gericht ein signifikant erhöhtes Infektionsrisiko, das eine Zutrittsbeschränkung auf geimpfte und genesene Personen rechtfertige.

Update, 25. Januar, 14.47 Uhr: Nichterfassung durch PCR-Priorisierung laut Experte nicht abschätzbar

Dem Kölner Gesundheitsdezernenten Harald Rau zufolge ist kaum absehbar, wie viele Corona-Fälle künftig unerkannt bleiben dürften, wenn der Einsatz von PCR-Tests auf Menschen aus bestimmten Gruppen konzentriert wird.

Die Gesundheitsämter könnten nicht seriös beziffern, wie viele PCR-Tests bislang auf positive Schnelltests zurückgingen, denn eine entsprechende Erfassung gebe es nicht, sagte Harald Rau auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Im Umkehrschluss sei auch nicht abschätzbar, wie hoch eine künftige Nichterfassung via PCR-Tests durch die neuen Pläne der Bundesregierung sein dürfte.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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