Coronavirus: Doch keine Schulschließungen mehr? Brinkhaus macht Hoffnung!

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.523 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 7,2 (Vortag: 8).

Coronavirus in Frankfurt und ganz Hessen: Inzidenzwert sinkt auf unter 9
Coronavirus Coronavirus in Frankfurt und ganz Hessen: Inzidenzwert sinkt auf unter 9

Weltweit gibt es rund 178,8 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,87 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 22. Juni, 14 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 23. Juni, 9.10 Uhr: Brinkhaus: Sieht gut aus, dass Schulen nicht wieder schließen müssen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (53) ist optimistisch, dass Schulen in Deutschland nicht erneut wegen der Corona-Pandemie schließen müssen - will sich aber nicht definitiv festlegen.

"Wir arbeiten da dran, dass das nicht passiert, und es ist so, dass es auch sehr, sehr gut aussieht", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im RTL/ntv-"Frühstart". Jedoch sagte er auch: "Ganz ehrlich: Jemand, der jetzt definitive Versprechen abgibt, der wagt sich da weit aus dem Fenster raus, weil das Geschehen natürlich noch weiter dynamisch ist."

Brinkhaus betonte, man wisse nicht, welche Virusvarianten im Verlauf der Pandemie noch auftauchten. Derzeit bereitet vor allem die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante Sorgen, weil sie als ansteckender als bisherige Virus-Mutanten gilt. Brinkhaus zufolge wurde in einigen Bundesländern jedoch "wunderbar" an Lüftungs- und Testkonzepten gearbeitet, andere Länder müssten nachziehen. "Da muss über die Sommerferien entsprechend gearbeitet werden."

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (53).
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (53).  © Michael Kappeler/dpa

Update, 23. Juni, 8.30 Uhr: Absicherung für Olympia-Starter bei Corona-Infektion wäre laut Thomas Röhler gut

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler hat den vom Internationalen Olympischen Komitee festgelegten Haftungsausschluss für Sportler im Falle einer Corona-Infektion kritisiert.

"Das IOC hätte in diesem Fall mit einem Versicherungspartner einen Vertrag schließen können, um den Fall einer Covid-Infektion abzudecken. Das wäre ein kleines Entgegenkommen gegenüber den Athleten", sagt Röhler, der in der Athleten-Kommission des Leichtathletik-Weltverbandes sitzt, der Sport Bild (Mittwoch). "Aus Athletensicht ist es nicht optimal, dass die Haftung im Falle einer Corona-Infektion vom IOC ausgeschlossen wird."

"Eine gewisse Absicherung wäre gut. Als Sportler sind wir so eine Konstellation leider gewohnt: Wenn wir Wettkämpfe bestreiten, ist alles auf eigenes Risiko. Du bist da wie ein Einzelunternehmer."

Update, 23. Juni, 6.30 Uhr: Delta-Variante auf dem Vormarsch - Drosten: Schnell impfen

Trotz insgesamt sinkender Corona-Zahlen ist die als ansteckender geltende Delta-Variante des Virus auch in Deutschland auf dem Vormarsch.

Der Virologe Christian Drosten (49) plädiert angesichts der Entwicklung dafür, das Bewusstsein für die Bedeutung der Impfung zu stärken. "Das ist wirklich das, was wir jetzt machen müssen", sagte der Experte der Berliner Charité im Podcast "Coronavirus-Update" (NDR-Info).

Er legte sich nicht fest, ob es wegen der Ausbreitung der Delta-Variante bereits im Sommer oder erst im Herbst zu einer Trendumkehr kommen könnte. Im Herbst werde die Inzidenz auf jeden Fall wieder steigen, sagte Drosten und betonte die Wichtigkeit der Impfung bei Eltern von Schulkindern.

"Wir müssen einfach schnell impfen", lautet der Appell des Virologen. Reiche dies nicht, müsse man erneut mit Kontaktbeschränkungen gegensteuern. "Aber es gibt auch gute Gründe zu denken, dass das in Deutschland nicht notwendig wird." Die Situation hierzulande sei nicht mit England zu vergIeichen. "Man hatte nicht so weit runtergebremst, wie wir das jetzt in Deutschland schon gemacht haben."

Der Virologe Christian Drosten (49).
Der Virologe Christian Drosten (49).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 23. Juni, 5.20 Uhr: Freibäder setzen bei Corona-Zoff auf Sicherheitsdienste

Da Plätze in den Freibädern pandemiebedingt begrenzt und mit Online-Tickets geregelt werden, kommt es vermehrt zu Reibereien an Schwimmbädern in Deutschland.

Viele Kommunen setzen deshalb auf mehr Sicherheitsleute. Die Berliner Bäderbetriebe haben etwa an den heißen Tagen laut einer Sprecherin teilweise das Sicherheitspersonal aufgestockt. Auch die Stadt Bayreuth erwägt nun, einen Sicherheitsdienst vor dem Freibad einzusetzen, weil es zu Auseinandersetzungen zwischen wartenden Badegästen kam.

Update, 23. Juni, 4.50 Uhr: SPD-Gesundheitsexpertin ruft Urlauber zu Corona-Vorsicht auf

Die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar (56) hat Urlauber zu besonderer Corona-Wachsamkeit in den Sommerferien aufgerufen. Es müsse unbedingt verhindert werden, "dass das Infektionsgeschehen auch bei uns erneut aufflammt", sagte die gesundheitspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Dittmar bezog sich auf den Wiederanstieg der Corona-Inzidenz in Großbritannien durch die Delta-Variante. Dieser zeige, wie fragil die Lage sei.

"Gerade mit Blick auf die Sommerferien ist es extrem wichtig, darauf zu achten, dass durch Reiserückkehrende keine Infektionen eingetragen werden", sagte Dittmar. "Wir alle haben uns einen Urlaub verdient, allerdings rate ich davon ab, in Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete zu reisen."

"Allein mit Blick auf die Anzahl der infizierten Menschen könnte man meinen, wir hätten die epidemische Lage in Deutschland überwunden", so die Politikerin. "Dies ist aber mitnichten der Fall, denn die Zahl der Infektionen mit der Delta-Variante wächst kontinuierlich."

Update, 23. Juni, 4.20 Uhr: RKI registriert 1016 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 7,2

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1016 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1455 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 7,2 an (Vortag: 8,0; Vorwoche: 13,2).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 51 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 137 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.723.798 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.611.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.523 angegeben.

Den 7-Tage-R-Wert gab das RKI am Dienstagabend mit 0,68 (Vortag: 0,68) an.

Update, 23. Juni, 3 Uhr: Ungarn hebt Corona-Grenzsperre weitgehend auf

Ungarn hat die im September des Vorjahres wegen der Corona-Pandemie verhängte Grenzsperre weitgehend aufgehoben.

Menschen können aus jedem Nachbarland außer der Ukraine ohne Auflagen und Einschränkungen auf dem Landweg nach Ungarn einreisen, heißt es in einer Verordnung von Ministerpräsident Viktor Orbán, die am späten Dienstagabend im Ungarischen Amtsblatt erschien. Sie trat unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.

Die Grenzsperre galt vor allem für Touristen, da es zahlreiche Ausnahmen für Geschäftsreisende, Pendler, Diplomaten und Sportler gab. Weiterhin gilt, dass touristische Einreisen mit dem Flugzeug nicht möglich sind.

Unabhängig von der nun gewährten freien Einreise gilt weiter, dass gewerbliche Übernachtungen für Touristen nicht möglich sind. Davon ausgenommen sind Menschen, die in einem der 17 Länder gegen Covid-19 geimpft wurden, mit denen Ungarn Abkommen über die wechselseitige Anerkennung der jeweiligen Impfzertifikate abgeschlossen hat. Darunter ist jedoch kein westliches Land, auch Deutschland nicht.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán  © John Thys/AFP Pool/AP/dpa

Update, 23. Juni, 2.15 Uhr: Laut Studie findet fast jeder zweite Internetnutzer Falschinfos zu Corona

Viele erwachsene Internetnutzer in Deutschland sind einer Studie zufolge schon auf falsche oder irreführende Informationen zum Coronavirus im Netz gestoßen.

Das geht aus dem "Reuters Institute Digital News Report" hervor, der am Mittwoch erscheint. Mit 46 Prozent habe fast die Hälfte der Befragten innerhalb einer Woche falsche oder irreführende Informationen zu Covid-19 gesehen.

Seit 2012 untersucht die Studie in mittlerweile 46 Ländern Trends und Besonderheiten in der Nachrichtennutzung. Pro Land wurden den Angaben zufolge 2021 rund 2000 Personen befragt.

Update, 23. Juni, 1 Uhr: Montgomery: "Wer sich nicht impfen lässt, wird sich infizieren"

Im Kampf gegen das Coronavirus hat der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery (69), gefordert, stärker auf "Impfskeptiker und Impfleugner" zuzugehen.

"Wenn wir nicht auch einen Teil dieser Gruppe vom Sinn der Impfung überzeugen, werden wir die Herdenimmunität nicht erreichen", sagte Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). Mit Blick auf die deutlich ansteckendere Delta-Variante erklärte er: "Wer sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später mit dem Coronavirus infizieren."

"Anhand der bisherigen, noch unsicheren Daten bräuchte man wohl rund 85 Prozent immune Menschen in der Bevölkerung, um die Ungeimpften indirekt mit zu schützen", sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Kassenärzte fordern mehr Tempo beim Impfen. "Wir stehen in einem Wettlauf mit der Zeit. Je mehr Menschen in den nächsten Tagen und Wochen beide Impfungen erhalten werden, umso geringer wird der Einfluss der Delta-Variante sein", sagte Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Update, 22. Juni, 21.08 Uhr: Delta-Variante in Hessen bei mehr als 20 Prozent

Trotz der derzeit entspannten Corona-Lage in Deutschland ist die als ansteckender geltende Delta-Variante des Virus auf dem Vormarsch.

"Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert", sagte Landesgesundheitsminister Kai Klose (47, Grüne) am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Daran sehe man, "dass das sehr schnell geht".

Die Variante sei noch infektiöser als die Alpha-Variante, sagte Klose. "Aber wir haben keine Hinweise darauf, bisher jedenfalls, dass diese Variante noch mehr schwere Erkrankungen auslöst." Er gehe davon aus, "dass Delta sich relativ schnell durchsetzen wird und die vorherrschende Variante sein wird".

Hessens Landesgesundheitsminister Kai Klose (47, Grüne).
Hessens Landesgesundheitsminister Kai Klose (47, Grüne).  © Frank Rumpenhorst/dpa-Pool/dpa

Update, 22. Juni, 20.39 Uhr: Alle Auflagen gestrichen: Deutsche können wie früher nach Tschechien reisen

Tschechien hat Deutschland von seiner Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen. Damit ist die Einreise aus der Bundesrepublik ins Nachbarland wieder ohne Auflagen möglich, wie das Außenministerium in Prag am Dienstag mitteilte.

Alle Infos unter: "Alle Auflagen gestrichen: Deutsche können wie früher nach Tschechien reisen".

Jakub Kulhanek, der Außenminister von Tschechien.
Jakub Kulhanek, der Außenminister von Tschechien.  © Kamaryt Michal/CTK/dpa

Update, 22. Juni, 20.26 Uhr: USA verfehlen offenbar Impfziel zum 4. Juli

Die USA werden das von Präsident Joe Biden (78) gesetzte Impfziel zum 4. Juli nach Einschätzung seiner Corona-Experten trotz zahlreicher Anreize verfehlen.

Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, sagte am Dienstag, nach dem Unabhängigkeitstag werde es "noch ein paar Wochen" dauern, bis 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten hätten.

In der Altersgruppe ab 30 Jahren sei dieses Ziel bereits erreicht. Am 4. Juli werde das für die Gruppe im Alter ab 27 Jahren gelten. Niedriger sei die Impfbereitschaft bei Menschen zwischen 18 und 26 Jahren.

Biden selbst betonte auf Twitter dennoch: "Unser Impfprogramm ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte." Er rief besonders junge Amerikaner dazu auf, sich schnell impfen zu lassen. Die Zahl der Impfungen pro Tag ist seit dem Höhepunkt im April deutlich gesunken.

Bidens Corona-Berater Anthony Fauci sagte, 16 der 50 Bundesstaaten und der Hauptstadtbezirk Washington hätten das 70-Prozent-Ziel überschritten. In vier Bundesstaaten jedoch habe weniger als die Hälfte der Erwachsenen bislang mindestens eine Spritze bekommen.

Fauci warnte, auch in den USA verbreite sich die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus. Diese Mutante mache inzwischen mehr als 20 Prozent der Fälle aus, mehr als doppelt so viel wie noch vor zwei Wochen. "Die Delta-Variante ist in den USA derzeit die größte Bedrohung für unseren Versuch, Covid-19 zu eliminieren."

Update, 22. Juni, 19.53 Uhr: Trifft die Delta-Mutante Deutschland bald hart? Drosten mit überraschender Einschätzung!

Nach dem Wiederanstieg der Corona-Inzidenz in Großbritannien durch die Delta-Variante sieht der Virologe Christian Drosten (49) für Deutschland überraschenderweise auch die Möglichkeit eines anderen Verlaufs.

Mehr Infos unter: "Trifft die Delta-Mutante Deutschland bald hart? Drosten mit überraschender Einschätzung!"

Der Virologe Christian Drosten (49).
Der Virologe Christian Drosten (49).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 22. Juni, 19.48 Uhr: Auch Schottland verschiebt jetzt Corona-Lockerungen

Schottland hat den nächsten Lockerungsschritt bei der geplanten Aufhebung der Corona-Maßnahmen verschoben. Das teilte die Chefin der Regionalregierung, Nicola Sturgeon (50), am Dienstag im Parlament in Edinburgh mit.

Demnach soll die niedrigste Stufe nicht bereits am kommenden Montag erreicht werden, sondern erst am 19. Juli. Das vollständige Ende aller Corona-Beschränkungen peilt Schottland für den 9. August an.

In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen wieder, auch in anderen Landesteilen. Grund dafür ist die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante, die auf der Insel inzwischen dominant ist.

Die Chefin der schottischen Regionalregierung: Nicola Sturgeon (50).
Die Chefin der schottischen Regionalregierung: Nicola Sturgeon (50).  © Jane Barlow/PA Wire/Dpa

Update, 22. Juni, 19.03 Uhr: Merkel mahnt erneut

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat die niedrigen Corona-Infektionszahlen in Deutschland als sehr erfreulich bezeichnet, angesichts der weltweiten Entwicklung zugleich aber zur Vorsicht gemahnt.

"Manche Mühe hat sich gut ausgezahlt", sagte Merkel am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in der letzten Sitzung der Unionsfraktion vor der parlamentarischen Sommerpause in Berlin. Zugleich warnte sie: Die "Pandemie ist noch nicht vorbei".

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Michael Sohn/POOL AP/dpa

Update, 22. Juni, 18.12 Uhr: EU-Kommission gibt grünes Licht für Italiens Corona-Wiederaufbauplan

Die EU-Kommission hat grünes Licht für den italienischen Wiederaufbauplan nach der Corona-Krise gegeben. Der Plan bedeute, in die Zukunft und die kommenden Generationen zu investieren, sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen (62) am Dienstag in Rom.

Man habe einen Plan aus ehrgeizigen Reformen zusammengesetzt, erklärte Ministerpräsident Mario Draghi (73). Der Rat der EU-Staaten hat nun vier Wochen Zeit, um den Vorschlag der EU-Kommission anzunehmen.

Italien gehört zu den Ländern, die größere Anteile des Milliardenprogramms bekommen. Von den EU-Mitteln soll das Mittelmeerland rund 191,5 Milliarden Euro erhalten. Das Land wurde mit am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen und geriet in eine Wirtschaftskrise.

Die EU-Kommission hatte nach eigenen Angaben untersucht, ob der italienische Investitionsplan den Anforderungen grüner und digitaler Umgestaltung entspricht und Wirtschaft und Gesellschaft des Landes widerstandsfähiger macht.

Italien will mit den EU-Hilfsmitteln und nationalen Fonds rund 222,1 Milliarden Euro in Projekte bis 2026 investieren. Mit dem Geld sollen große Infrastrukturprojekte finanziert werden wie zum Beispiel Schnellzugverbindungen.

Die Regierung aus Experten und Politikern unter Mario Draghi will außerdem die öffentliche Verwaltung und die Justiz modernisieren. Für Frauen und junge Menschen sollen bessere Jobmöglichkeiten geschaffen werden.

Der Hauptteil ist für grüne und digitale Projekte bestimmt. Der EU-Kommission zufolge fließen 37 Prozent der knapp 191,5 Milliarden in Projekte zur Erfüllung der Klimaziele. Ein Viertel des Geldes ist für die Digitalisierung bestimmt. Dazu zählt der Ausbau des schnellen Mobilfunkstandards 5G.

Rom: Mario Draghi (73), Ministerpräsident von Italien, und Ursula von der Leyen (62), Präsidentin der Europäischen Kommission, posieren für Fotografen in den Cinecitta' Studios.
Rom: Mario Draghi (73), Ministerpräsident von Italien, und Ursula von der Leyen (62), Präsidentin der Europäischen Kommission, posieren für Fotografen in den Cinecitta' Studios.  © Andrew Medichini/AP/dpa

Update, 22. Juni, 17.58 Uhr: Österreichs Kanzler trifft sich mit Drosten wegen Delta-Mutante: Das hat ihm der Virologe zu sagen

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (34) hat sich nach einem Treffen mit dem Virologen Christian Drosten (49) optimistisch zur aktuellen Corona-Situation geäußert.

"Ich bin eigentlich fast ein bisschen erleichtert, weil ich habe das Gefühl, ich habe sehr viele positive Nachrichten mitnehmen dürfen", sagte Kurz am Dienstag im Anschluss an das Gespräch in der Berliner Charité.

Insbesondere über die Delta-Variante werde laut Kurz in Deutschland und Österreich viel diskutiert. "Ich glaube nicht, so ist mein Eindruck nach dem Gespräch, dass die Delta-Variante verschwinden wird. Sie wird bleiben", sagte Kurz. "Wir können heilfroh sein, dass die Impfung gegen alle Varianten schützt, die es gerade gibt."

Um die Situation in Deutschland besser einschätzen zu können, lohne sich laut Drosten vor allem ein Blick nach England. Zwar wolle er einen erneuten Anstieg der Fallzahlen in Deutschland weder voraussagen noch ausschließen, sagte Drosten.

Aber: "Wenn es so sein sollte, dass im Juli die Fallzahlen wieder steigen, werden wahrscheinlich die Schulferien dann wieder eine Entspannung bringen". Im Gegensatz zu Österreich und Deutschland hätten die Menschen in England von diesem Effekt nicht profitieren können.

Sebastian Kurz (links), Bundeskanzler von Österreich und Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité, geben nach einem Treffen auf dem Gelände der Charité ein Pressestatement.
Sebastian Kurz (links), Bundeskanzler von Österreich und Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité, geben nach einem Treffen auf dem Gelände der Charité ein Pressestatement.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 22. Juni, 17.50 Uhr: Hessen hebt Corona-Kontaktregeln für Privattreffen weitgehend auf

Die Corona-Kontaktregeln für private Treffen in Hessen werden weitgehend aufgehoben. Das kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (69, CDU) am Dienstag in Wiesbaden an.

Die Menschen dürfen draußen unbeschränkt zusammenkommen - bis zu einer Gruppengröße von 25 würden lediglich das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln und gegebenenfalls auch Tests empfohlen.

Ab einer Gruppengröße von 25 gelte das Treffen als eine Veranstaltung mit Corona-Regeln. Dies sind nach Angaben der Staatskanzlei ein Abstands- und Hygienekonzept, Testpflicht in Innenräumen sowie Kontaktdatenerfassung. Ausnahmen gibt es weiterhin für berufliche Treffen.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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