Coronavirus: Regierung streicht 13 afrikanische Länder von Risikoliste

Deutschland/Welt - In Deutschland verschärft sich die Corona-Lage, die Fallzahlen steigen. Strengere Auflagen treffen jetzt sogar Menschen, die noch nicht gegen das Covid-19-Virus geboostert sind.

Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.
Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bundesweit laut Robert-Koch-Institut bei 1073 (Vortag: 1017,4).

Laut RKI sind seit Beginn der Pandemie rund 9 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Insgesamt 117.484 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 7,5 Millionen an (alle Daten Stand 28. Januar, 5 Uhr).

Corona in Bayern: Lockerung bei Abstandsregeln für Groß-Events, Söder-Auszeichnung verschoben
Coronavirus Corona in Bayern: Lockerung bei Abstandsregeln für Groß-Events, Söder-Auszeichnung verschoben

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Update, 28. Januar, 21.56 Uhr: Virologin Brinkmann tritt in Böhmermanns Satiresendung zu Impfen auf

Die Virologin Melanie Brinkmann (48) hat auf ungewöhnliche Weise über das Immunsystem und das Impfen informiert – mit einem Gastauftritt in der Satiresendung von Jan Böhmermann (40).

Sie ist vielen bekannt, weil sie in der Corona-Pandemie immer wieder in Talkrunden als Expertin auftrat. Die Professorin der Technischen Universität Braunschweig sitzt auch im Corona-Expertengremium der Bundesregierung.

In der am Freitag in der ZDF Mediathek veröffentlichten Folge von ZDF Magazin Royale war Brinkmann in einer Büro-Praxis-Szenerie zu sehen.

Das Ganze war so aufgebaut: Die Virologin erläuterte in kurzen Sequenzen Details zu Immunsystem, Viren und der Wirkung einer Impfung. Dabei wurde sie immer wieder von einem Darsteller in den Zuschauerrängen des Studios unterbrochen, der Zweifel an ihren Aussagen hat.

Er spielte laut E-Gitarre, kommentierte spitz oder biss in ein rohes Stück Fleisch. Am Ende brach Böhmermann ab und kommentierte, manche Menschen könne man mit Argumenten einfach nicht mehr erreichen. Der Darsteller wurde aus dem Studio geführt.

Die Virologin Melanie Brinkmann (48).
Die Virologin Melanie Brinkmann (48).  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 28. Januar, 17.37 Uhr: Kretschmann kritisiert Einmischung von Virologen in Corona-Politik

Wissenschaftler wie etwa Virologen sollten sich aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73) aus der Politik heraushalten.

"Max Weber hat darauf verwiesen, dass Wissenschaften die Welt beschreiben, wie sie war, ist und sein wird. Sie können auch beschreiben, wie man die Welt verändern könnte. Aber die Wissenschaft kann nicht sagen, ob man die Welt auch verändern soll", sagte der Grünen-Politiker der Heilbronner Stimme und dem Südkurier (Samstag) mit Blick auf den Soziologen (1864-1920).

Die Deutungshoheit über ihr Fach sollten die Wissenschaftler unbedingt haben, sagte Kretschmann. "Aber sie sollten auch dabei bleiben und es unterlassen, politische Ratschläge zu geben."

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 28. Januar, 17.36 Uhr: Corona-Inzidenz in Italien gesunken

In Italien ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen nach einem wochenlangen Anstieg gesunken.

Stand Donnerstag verzeichneten die Behörden für die zurückliegenden sieben Tage landesweit im Schnitt 1823 Infektionen mit dem Virus je 100.000 Einwohner, wie das Oberste Gesundheitsinstitut (ISS) am Freitag in Rom mitteilte. Eine Woche zuvor gab das ISS den Wert noch mit 2011 an.

In den Krankenhäusern des Landes mit rund 60 Millionen Einwohnern ging auch die Belegungsrate mit Corona-Patienten etwas zurück. Auf den Intensivstationen etwa lag ihr Anteil bei 16,7 Prozent - nach 17,3 Prozent in der Vorwoche.

Update, 28. Januar, 17.35 Uhr: Regierung streicht 13 afrikanische Länder von Corona-Risikoliste

Die Bundesregierung streicht am Sonntag 13 afrikanische Länder von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete.

Darunter sind die Staaten, in denen sich die Omikron-Variante des Virus im November zuerst ausgebreitet hatte, unter anderem Südafrika und Namibia. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit.

Neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden elf Länder, darunter nur eins in Europa: die Ukraine. Außerdem kommen hinzu: Afghanistan, Bangladesch, Guatemala, Irak, Kirgistan, Kuba, Oman, Pakistan, Palau, Singapur. Zudem wird das französische Überseegebiet Neukaledonien zum Hochrisikogebiet.

Von der Risikoliste gestrichen werden neben Namibia und Südafrika Angola, Burundi, Eswatini, Kenia, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Tansania und Uganda.

Von der Risikoliste gestrichen werden neben Namibia und Südafrika Angola, Burundi, Eswatini, Kenia, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Tansania und Uganda.
Von der Risikoliste gestrichen werden neben Namibia und Südafrika Angola, Burundi, Eswatini, Kenia, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Tansania und Uganda.  © Chen Cheng/XinHua/dpa

Update, 28. Januar, 16.30 Uhr: Island lockert Corona-Maßnahmen zwei Wochen nach Verschärfung wieder

Rund zwei Wochen nach einer Verschärfung will Island seine Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung wieder deutlich lockern.

"Heute haben wir gute Nachrichten", sagte die isländische Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir (45) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Reykjavik.

Ab Samstag (29. Januar) dürfen sich wieder 50 Menschen versammeln, zuvor hatte diese Zahl bei 10 gelegen. Clubs und Pubs dürfen wieder öffnen, nachdem sie Mitte Januar schließen mussten.

Update, 28. Januar, 15.42 Uhr: Regierung sieht Spanien bei der aktuellen Corona-Welle über den Berg

Spanien hat den Höhepunkt der derzeitigen vor allem von der Omikron-Variante ausgelösten Corona-Welle nach Einschätzung der Regierung überschritten.

"Alles deutet darauf hin, dass die Kurve der Infektionen sinkt", sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias am Freitag. "Der Rückgang der Zahlen verfestigt sich von Tag zu Tag", fügte die Ministerin hinzu, mahnte aber zugleich zu weiterer Vorsicht.

Update, 28. Januar, 15.41 Uhr: Corona-Impfungen in Apotheken ab 8. Februar

Apotheken können vom 8. Februar an bundesweit Corona-Impfungen anbieten. Damit soll das Impfangebot vereinfacht und verbreitert werden.

Mehr Informationen findet Ihr hier: Corona-Impfungen in Apotheken bald möglich: An diesem Tag geht es los!

Impfen gegen Corona wird bald noch entspannter.
Impfen gegen Corona wird bald noch entspannter.  © Moritz Frankenberg/dpa

Update, 28. Januar, 14.35 Uhr: Frankreich verschiebt Abiturprüfungen wegen Corona-Welle

Frankreich verschiebt die Abiturprüfungen angesichts der massiven Corona-Welle von Mitte März auf Mitte Mai.

Die aktuell hohe Zahl von Corona-Infektionen mache die Organisation der Prüfungen schwierig, außerdem gebe es viele Krankheitsfälle, begründete das Bildungsministerium in Paris die Entscheidung am Freitag.

Alle sollten die gleichen Chancen und genügend Zeit für eine vernünftige Vorbereitung haben, hieß es. Verschoben werden die schriftlichen Prüfungen, Erleichterungen gibt es bei der Auswahl der Fragen und die Überprüfung des Sprachniveaus wird gestrichen.

Update, 28. Januar, 12.44 Uhr: Innenminister warnen vor Teilnahme an nicht-angemeldeten Demos

Mit großer Sorge blicken die Innenminister von Bund und Ländern auf aktuelle Entwicklungen in der Corona-Protest-Szene.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius sieht hier unter anderem die AfD als einen Faktor, der zur Radikalisierung beiträgt. "Sie ist ganz eindeutig eine Gefahr für diese Demokratie", sagte der SPD-Politiker am Freitag bei einem Innenministertreffen in Stuttgart.

Die Partei versuche, Kapital aus der Corona-Krise zu schlagen, "indem ihre Ortsverbände diese organisierten nicht-angemeldeten Versammlungen auf den Weg bringen, teilweise sind es örtliche Abgeordnete, die das tun", kritisierte Pistorius.

In Niedersachsen seien die Teilnehmerzahlen bei Corona-Protesten zwar geringer als in manchen anderen Bundesländern, allerdings sei eine "Zunahme von verbaler Aggression und Übergriffen" festzustellen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte mit Blick auf das Protestgeschehen: "Es ist in der Tat so, dass es zunimmt, und was auch zunimmt, sind die rechtsextremistischen Lagen vor Ort."

Unter den Protestierenden seien Verschwörungstheoretiker, aber auch Menschen, die gegen eine Impfpflicht seien, "und das ist ja auch ihr gutes Recht".

Allerdings sei zu beobachten, dass Rechtsextremisten den Unmut immer stärker für ihre Zwecke missbrauchten.

Strikt verurteilten die Innenminister Kundgebungen vor den Häusern von Ministerinnen oder Kommunalpolitikern.

Auf der Tagesordnung ihres Treffens in Stuttgart stand auch die Frage nach einer Strategie gegen Aufrufe zu Mord und Gewalt, die über Telegram verbreitet werden. Faeser sagte, sie sehe bei Google und Apple Bereitschaft, gegen Gewaltaufrufe in Telegram-Gruppen vorzugehen.

Update, 28. Januar, 12.41 Uhr: Meldestelle: 91 Mal Antisemitismus auf Corona-Demos seit November

Seit Beginn der Debatte über die Corona-Impfpflicht mehren sich nach Erkenntnissen der Meldestelle Rias antisemitische Äußerungen von Gegnern der Pandemiemaßnahmen.

Allein zwischen dem 20. November und dem 8. Januar seien bundesweit 91 Corona-Demonstrationen mit judenfeindlichen Inhalten registriert worden, berichtete der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) am Freitag in Berlin.

Dabei geht es unter anderem um die Verwendung gelber Sterne mit dem Hinweis "ungeimpft".

"Die mit dieser Art von Vergleichen einhergehende Selbstinszenierung als Opfer verharmlost die Schoah und den Nationalsozialismus", schreibt Rias. Sie gehe auch mit Aggressionen gegen Jüdinnen und Juden einher.

Bei den registrierten antijüdischen Äußerungen wurden nach Angaben der Meldestelle in 81 Fällen antisemitische Bezugnahmen auf den Nationalsozialismus gemeldet.

In zehn Fällen ging es um antisemitische Verschwörungsmythen oder ähnliches.

Die Meldungen kamen aus 14 Bundesländern. Es sei zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, hieß es.

Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ziehen durch das Zentrum von Halle/Saale.
Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ziehen durch das Zentrum von Halle/Saale.  © Hendrik Schmidt/dpa

Update, 28. Januar, 12.34 Uhr: Pflegerat warnt wegen Impfpflicht vor Personalengpässen

Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, warnt vor Versorgungsengpässen in der Pflege durch die bevorstehende Impfpflicht für Medizin- und Pflegepersonal.

"Es gibt so wenig Personal, dass wir uns nicht erlauben können, dass auch nur eine Einzige oder ein Einziger kündigt", sagte Vogler dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

"Wenn ungeimpfte Pflegekräfte Tätigkeitsverbote bekommen, wird die Versorgungslage immer prekärer."

Der Umgang mit den Pflegekräften in der Pandemie habe nicht dazu beigetragen, dass man sich wertgeschätzt fühle, stellte Vogler fest.

"Wir haben von Beginn an Menschen mit Corona gepflegt, egal ob Masken fehlten oder Schutzkittel, auch bevor es eine Impfung gab. Nun werden Pflegende in politischen Debatten dafür verantwortlich gemacht, dass sich das Virus verbreitet".

Die neue Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Claudia Moll, warnte ebenfalls, "die Pflegekräfte könnten das Gefühl bekommen, sie seien die Sündenböcke der Nation".

Titelfoto: Chen Cheng/XinHua/dpa

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