Coronavirus: RKI meldet Rekord: Fast 15.000 Neuinfektionen

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.
Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.  © Arne Dedert/dpa

In Deutschland wurden mittlerweile 463.419 Infektionen bestätigt. 10.121 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion oder den Folgen, während knapp 327.697 als genesen gelten (Stand 28. Oktober, 6 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 8,77 Millionen Infizierte und 226.691 Tote wurden bereits erfasst (Stand 28. Oktober, 6 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 43,9 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1,16 Millionen Todesfälle (Stand 28. Oktober, 6 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr >> hier +++

Update, Oktober, 9.03 Uhr: Prozess gegen Clanchef wegen Bushidos Corona-Infektion unterbrochen

Der Prozess gegen einen Berliner Clanchef ist wegen der Corona-Infektion von Bushido kurzfristig unterbrochen worden. Der Rapper ist in dem Verfahren mutmaßliches Opfer und Nebenkläger. 

"Der heutige Termin am Landgericht ist aufgehoben", sagte eine Sprecherin des Landgerichts der Hauptstadt. Jetzt wolle man mit Gesundheitsamt und Arbeitsmedizinischem Zentrum das weitere Vorgehen besprechen. Offiziell sei die zuständige Strafkammer des Landgerichts am Morgen darüber unterrichtet worden, dass ein Verfahrensbeteiligter positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert.  © Sebastian Willnow/ZB/dpa

Update, 28. Oktober, 8.52 Uhr: Altmaier will Soloselbstständigen in der Kultur helfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat weitere Finanzhilfen für Soloselbstständige im Kulturbereich in Aussicht gestellt. 

"Wir werden in den nächsten Wochen ganz intensiv auch über dieses Thema reden", sagte er am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Eine Pleitewelle und eine tiefgreifende Veränderung der Kulturlandschaft infolge der Corona-Pandemie solle verhindert werden. "Die Kultur gehört zur Identität unseres Landes", so Altmaier.

Soloselbstständige hätten zudem die Möglichkeit, Grundsicherung zu beantragen. "Das schreckt aber viele ab, weil sie glauben, dass das ein Schritt ist, den man ihnen nicht zumuten kann", sagte Altmaier. "Deshalb reden wir über zumutbare Alternativen."

Update, 28. Oktober, 8.35 Uhr: Rekord bei Corona-Neuinfektionen: RKI meldet 14.964 Fälle

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen 14.964 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet - das ist ein Rekord seit Beginn der Pandemie.

Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl bei 7595 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland verzeichnet worden.

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland wurde auf der Homepage des Robert Koch-Instituts zunächst nicht aktualisiert. Am Dienstag lag sie bei 449.275. Die Zahl der Todesfälle wurde ebenfalls nicht aktualisiert, sie lag mit Stand Dienstag bei 10.098.

Die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag bundesweit am Dienstag bei 87. In der Woche zuvor (20.10.) hatte das RKI eine Inzidenz von 48,6 Fällen gemeldet. Nach RKI-Angaben haben rund 70 Prozent der Kreise eine Inzidenz von über 50, acht Kreise liegen nach diesen Angaben sogar bei über 200.

Eine Einkaufsmeile in Frankfurt. Das RKI vermeldete am Mittwoch einen Rekord der Corna-Neuinfektionen.
Eine Einkaufsmeile in Frankfurt. Das RKI vermeldete am Mittwoch einen Rekord der Corna-Neuinfektionen.  © Arne Dedert/dpa

Update, 28. Oktober, 8.23 Uhr: Vertrauter Orbans: Intendant Vidnyanszky mit Corona infiziert

Der Leiter des ungarischen Nationaltheaters, Attila Vidnyanszky, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Der Zustand des Herrn Intendanten ist zufriedenstellend, er ruht sich zu Hause aus", teilte das Nationaltheater am Dienstagabend mit.

Der 56-jährige Regisseur gilt als Vertrauter des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban, der dessen Vorstellungen zur Schaffung einer "christlichen und nationalen" Theaterkunst unterstützt und ihn häufig persönlich trifft.

Orbans Sprecher, Bertalan Havasi, ließ die Frage des Online-Portals "hvg.hu" im Wesentlichen unbeantwortet, ob Orban selbst nach Bekanntwerden des positiven Tests von Vidnyanszky auch getestet wurde. Zuvor hatte das Portal - ohne Bestätigung vonseiten der Regierung - von einem Treffen der beiden nach Vidnyanszkys Test berichtet. "Die Programme des Ministerpräsidenten werden in jedem Fall unter striktester Einhaltung der aktuell geltenden Pandemie-Vorschriften organisiert und abgewickelt", sagte der Sprecher.

Update, 28. Oktober, 8.13 Uhr: Vor Corona-Beratungen: Kubicki warnt vor "Alarmismus"

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat die von der Bundesregierung angestrebten Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie kritisiert. 

"Konzentrieren wir uns auf die Gruppen, die wirklich geschützt werden müssen", sagte der FDP-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. Man solle so viel "normales Leben" unter Beachtung von Hygiene-Schutzmaßnahmen zulassen wie möglich. "Ich warne dringend vor Alarmismus, der auch zu falschen Entscheidungen führen kann", sagte er.

Kubicki verwies auf Gerichtsentscheide, die Beherbergungsverbote in den Bundesländern gekippt hatten. Man könne Beherbergungsbetriebe nicht schließen, wenn es keine Evidenz gebe, dass dort das Infektionsgeschehen intensiviert werde. "Das Grundgesetz gilt auch während der Pandemie", sagte er. Er plädierte auf unterschiedliches Vorgehen je nach Bundesland.

Statt des vom Bund angestrebten "nahezu kompletten Lockdowns" solle bei Infektionsherden angesetzt werden: Kubicki fragte, warum Mitarbeiter weiter ungetestet in Alten- und Pflegeheime dürften und dort keine FFP2-Masken verteilt würden. 

Außerdem sollten mehr Schulbusse sowie Busse und Bahnen im ÖPNV eingesetzt werden. Menschen in Restaurants und Hotels, die jetzt mit Hygienekonzepten ihre Existenz gesichert hätten, wieder mit einem "Komplett-Lockdown" zu belegen, sei unverhältnismäßig und habe sicher auch vor den Gerichten nicht Bestand.

Update, 28. Oktober, 7.56 Uhr: Südafrikas Präsident begibt sich in Selbstquarantäne

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat sich nach Angaben seines Büro in Selbstquarantäne begeben. Anlass dafür war eine positive Covid-19-Diagnose bei einem der Gäste eines Empfangs, an dem Ramaphoas am Wochenende teilgenommen hatte. 

Das teilte das Präsidialamt am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. In Südafrika wurden bisher rund 716.750 Corona-Fälle bestätigt, mehr als 19.000 Menschen starben. Die Regierung hatte Ende März eine landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die mittlerweile gelockerten Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft.

Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika, hat sich nach Angaben seines Büro in Selbstquarantäne begeben.
Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika, hat sich nach Angaben seines Büro in Selbstquarantäne begeben.  © Jerome Delay/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 6.46 Uhr: Irans Parlamentspräsident nach positivem Corona-Test in Quarantäne

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat sich nach einem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne begeben. Dies gab der 58-Jährige am Mittwoch auf seiner Twitter-Seite bekannt. Er hoffe jedoch, dass er auch in Quarantäne seine Arbeit weiterführen könne.

Ghalibaf ist seit Ende Mai Präsident des von Hardlinern und Erzkonservativen geführten Parlaments. In den letzten Wochen war er trotz Warnungen von Gesundheitsexperten viel auf Reisen. Seine Anhänger lobten seine Courage sowie Volksnähe und kritisierten im Gegenzug Präsident Hassan Ruhani, weil der sich an die Corona-Vorschriften hält und an vielen Terminen nicht persönlich teilnimmt.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat sich nach einem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne begeben.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat sich nach einem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne begeben.  © Vahid Salemi/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 6.44 Uhr: Tennis-Chefin Rittner: Australian Open mit Quarantäne vorher machbar

Die deutsche Damentennis-Chefin Barbara Rittner hält trotz der angespannten Corona-Situation die Austragung der Australian Open Anfang des Jahres 2021 für machbar.

Aktuell drehe sich in den Planungen für die neue Saison "alles" um das erste Grand-Slam-Turnier in Melbourne, sagte Rittner in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Dort solle es "diese Superblase geben: Alle Sportler und ihre Teams müssen zwei Wochen vorher da sein, dann werden sie in drei verschiedene Resorts eingeteilt, machen praktisch Training in Quarantäne, alle werden bei der Ankunft getestet und danach alle drei Tage", erläuterte die Chefin der Damen im Deutschen Tennis Bund und betonte: "Ich kann mir vorstellen, dass das gut funktionieren wird."

Update, 28. Oktober, 6.27 Uhr: Bund möchte Risikogruppen bestmöglich vor Corona schützen

Der Bund will Kranke, Pflegebedürftige, Senioren und Behinderte besonders gegen die sich verschärfende Corona-Krise schützen.

Die verfügbaren Corona-Schnelltests "sollen jetzt zügig und prioritär in diesem Bereich eingesetzt werden", damit sichere Kontakte ermöglicht werden könnten, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch.

Der besondere Schutz von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen. Steigende Infektionszahlen führten leider auch zu einem Anstieg an Infektionen in medizinischen Einrichtungen und bei solchen Risikogruppen.

Update, 28. Oktober, 6 Uhr: Bund will im November massive Beschränkungen für Freizeit und Reisen - Gastro schließt, Inlandsübernachtung nur mit Notwendigkeit

Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen.

Nach einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch sollen diese Maßnahmen ab dem 4. November deutschlandweit in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten.

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen.
Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen.  © Armin Weigel/dpa

Update, 28. Oktober, 5 Uhr: Habeck fordert 1200 Euro Unternehmerlohn für Veranstaltungsbranche

Um die Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise zu unterstützen, fordert Grünen-Chef Robert Habeck einen sogenannten Unternehmerlohn in Höhe von 1200 Euro für die Solo-Selbstständigen in der Branche. 

"Es geht um eine Millionen Jobs. Wir müssen jetzt handeln, sonst wird es nach Corona einen großen Teil der Kulturschaffenden nicht mehr geben", sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur vor einer für Mittwoch in Berlin geplanten Demo der Branche. Diese Gruppe falle bei den Hilfen bisher durchs Raster. "Dieser Unternehmerlohn sollte pauschal und rückwirkend gezahlt werden", forderte Habeck. Förderbeträge und der Maximalbetrag für mittlere Unternehmen müssten angehoben werden.

"Die Branche war eine der ersten, die von den Corona-Maßnahmen betroffen war und wird eine der letzten sein, die wieder in ihren Berufsalltag zurückkehren kann", erklärte der Grünen-Vorsitzende. "Ein Teil unserer kulturellen Vielfalt und Infrastruktur ist in akuter Gefahr und droht dauerhaft verloren zu gehen. Das dürfen wir als Gesellschaft nicht zulassen."

Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, fordert 1200 Euro Unternehmerlohn für Veranstaltungsbranche.
Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, fordert 1200 Euro Unternehmerlohn für Veranstaltungsbranche.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 28. Oktober, 4.55 Uhr: Hilfsbereitschaft in Corona-Zeiten: Befragung zeigt positiven Trend

Auch wenn Einzelne im Supermarkt um Toilettenpapier rangeln und auf der Straße über die Sinnhaftigkeit der Maskenpflicht gestritten wird: Insgesamt hat sich das soziale Miteinander in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie eher verbessert. 

Das zeigen die Ergebnisse einer anonymen Online-Befragung des Basel Institut of Commons and Economics. Die Forscher um den Soziologen Alexander Dill hatten die Teilnehmer der Befragung zwischen Mai und September dieses Jahres aufgerufen, auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 10 (sehr hoch) anzukreuzen, wie sie etwa die Hilfsbereitschaft oder die Gastfreundschaft der Menschen in ihrer Umgebung beurteilen.

Das soziale Klima wurde demnach mit 7,1 Punkten besser bewertet als im Vorjahr (6,7). Auch die von den Befragten im Alltag erlebte Hilfsbereitschaft nahm zu: von 7 in 2019 auf diesmal 7,3 Punkte. Und obwohl Kontakte und Einreisen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Zeitraum der Befragung beschränkt wurden, kletterte der Wert für Gastfreundschaft in diesem Jahr von 6,2 auf 6,7 Punkte.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0