Coronavirus: RKI registriert 17.015 Neuinfektionen, Inzidenz steigt wieder über 80

Deutschland/Welt - In Deutschland gibt es immer mehr Lockerungen, dennoch ist das Coronavirus immer noch allgegenwärtig und nicht zu unterschätzen.

In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 80,4 (Vortag: 75,1).

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 4,41 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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Insgesamt 94.812 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 4,17 Millionen an.

Weltweit gibt es mehr als 241,5 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 4,9 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 20. Oktober, 6.30 Uhr).

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Update, 20. Oktober, 7.54 Uhr: Infektiologe mahnt zur Vorsicht - Noch Millionen Ungeimpfte

Der Düsseldorfer Infektiologe Tom Lüdde hat in der Debatte um eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland zur Vorsicht gemahnt.

Es gebe noch Millionen von Ungeimpften, darunter drei bis vier Millionen Menschen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf, sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie an der Uniklinik Düsseldorf der "Kölnischen Rundschau". Durch saisonale Effekte in Herbst und Winter begünstigt, könne eine rasch ablaufende Covid-19-Welle zu zahlreichen Toten führen und die Krankenhäuser erneut an ihre Grenzen bringen. Für einen "Freedom Day" wäre es jedenfalls zu früh, betonte der Mediziner.

Update, 20. Oktober, 6.35 Uhr: RKI registriert 17.015 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 80,4

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am siebten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 80,4 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 75,1 gelegen, vor einer Woche bei 65,4 (Vormonat: 71,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 17.015 Corona-Neuinfektionen und 92 neue Todesfälle in Folge einer Covid-Erkrankung. (Stand des RKI-Dashboards von 04.52 Uhr). Vor einer Woche hatten die Werte bei 11.903 Ansteckungen und ebenfalls 92 Toten gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.401.631 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.174.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.808. Laut den Statistiken der Johns-Hopkins-Universität fallen die Zahlen sogar noch höher aus, demnach gab es hierzulande bereits 4.410.921 Infizierte und 94.812 Todesfälle.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Dienstag mit 2,13 (Montag 1,92) an.

Die Inzidenz in Deutschland steigt weiter an und liegt inzwischen wieder über 80. (Symbolbild)
Die Inzidenz in Deutschland steigt weiter an und liegt inzwischen wieder über 80. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 20. Oktober, 5.58 Uhr: Australien erreicht Impfquote von 70 Prozent

Australien hat einen Impf-Meilenstein erreicht: Seit Mittwoch sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahre vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

"Um genau zu sein, sind es 70,007 Prozent der Australier. Das ist eine beachtliche Zahl", sagte Gesundheitsminister Greg Hunt. "Das ermöglicht es uns zu überlegen, was wir sonst noch tun können, um hier in Australien zu einer Art von Covid-Normalität zurückzukehren", erklärte der Gesundheitsberater der Regierung, Paul Kelly.

Update, 20. Oktober, 5.22 Uhr: Untersuchungsausschuss soll Corona-Politik von Brasiliens Präsident Bolsonaro beurteilen

In Brasilien soll ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro (66) nach fast sechs Monaten Arbeit seine Ergebnisse vorstellen.

Es sei nun an Senator Renan Calheiros, am Mittwoch den Abschlussbericht zu präsentieren, hieß es in einer Mitteilung des Senats in Brasília am Dienstag (Ortszeit). Der bereits vorab zirkulierende Entwurf sieht vor, rund 70 Personen und zwei Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen - und Präsident Bolsonaro wegen des mutmaßlichen Begehens von elf - teils schwerwiegenden - Verbrechen anzuklagen. Die Senatoren diskutierten Medienberichten zufolge bis spät in die Nacht über den endgültigen Inhalt und beschlossen, zwei Verbrechen aus der Liste der Vorwürfe zu entfernen.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das größte Land in Lateinamerika die Marke von 600.000 Corona-Toten. Das Gesundheitssystem war im März und April vielerorts zusammengebrochen. Bolsonaro verharmlost das Coronavirus trotzdem seit Beginn der Pandemie und lehnt Schutzmaßnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel.

Update, 20. Oktober, 4.38 Uhr: Ministerpräsident Weil ist gegen ersatzloses Streichen von Corona-Regeln

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) warnt vor einem vorschnellen Aus aller Corona-Maßnahmen.

"Was keinesfalls passieren darf mit Blick auf den Herbst und Winter, ist ein ersatzloses Streichen der Schutzregeln", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Wir haben immer noch schwierige Monate vor uns." Vor den Gesprächen zur Bildung einer möglichen Ampelkoalition im Bund machte Weil außerdem deutlich, dass die noch offene Finanzierung der umfassenden Klimaschutz- und Digitalisierungspläne einer der entscheidenden Punkte werde.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) weist ausdrücklich darauf hin, dass die Corona-Zeit noch nicht vorüber ist.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) weist ausdrücklich darauf hin, dass die Corona-Zeit noch nicht vorüber ist.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 20. Oktober, 3.42 Uhr: US-Immunologe Fauci hätte "nicht gedacht, dass Pandemie so schlimm wird"

Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci (80) ist eigenen Worten zufolge vom Ausmaß der Pandemie überrascht worden.

Zwar habe er schon im Februar 2020 gewusst, dass da "viel Ärger" bevorstehe, "aber es wurde noch schlimmer, als ich es je vorhergesagt hätte", sagte Fauci am Dienstagabend bei einer Gala der New Yorker Historical Society. Dass in den USA mehr als 700.000 Menschen und weltweit mehrere Millionen nach einer Infektion mit dem Virus sterben würden, hätte er zu Beginn der Pandemie nicht gedacht. "In meinen verrücktesten und pessimistischsten Träumen hätte ich das niemals so vorhergesagt."

Update, 20. Oktober, 2.54 Uhr: Kommunalverband: Corona-Ausnahmezustand beenden

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützt den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) für eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland.

"Den Ausnahmezustand nach bald zwei Jahren Pandemie weiter fortzuschreiben, halte ich für falsch", sagte Verbandshauptgeschäftsführer Gerd Landsberg (68) der "Rheinischen Post". "Wie lange wollen wir das noch fortsetzen bei einer Impfquote von rund 80 Prozent?", fragte Landsberg. Das bedeute ja nicht, dass Corona komplett vorbei sei. Aber es wäre "ein wichtiges Signal an die Menschen, die Gesellschaft und die Wirtschaft". Sollte sich die Lage über den Winter wieder verschlimmern, könne der Bundestag sich erneut Gedanken machen.

Gerd Landsberg (68) ist der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB).
Gerd Landsberg (68) ist der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB).  © Britta Pedersen/dpa

Update, 20. Oktober, 2.11 Uhr: US-Heimatschutzminister trotz Impfung positiv auf Corona getestet

US-Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas (61) ist nach Angaben seines Ministeriums trotz vollständiger Impfung positiv auf eine Coronavirus-Infektion getestet worden.

Mayorkas habe sich am Dienstag routinemäßig vor einer Reise einem Test unterzogen, teilte seine Sprecherin auf Twitter mit. Der Minister leide nur unter milden Symptomen. Er werde sich auf Basis der Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC isolieren und von zu Hause arbeiten. Aus der US-Regierung hieß es, führende Mitarbeiter des Weißen Hauses seien in den 48 Stunden vor dem Test nicht in engem Kontakt mit Mayorkas gewesen.

Update, 20. Oktober, 1 Uhr: EU-Gesundheitsbehörde: Ohne höhere Impfzahlen wird es nicht gehen

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hält eine hohe Impfquote weiter für besonders wichtig vor der Lockerung von Corona-Maßnahmen.

"Solange nicht über 80 Prozent der Menschen voll geimpft sind, besteht einfach die Möglichkeit, dass der Rest der Bevölkerung von dem Virus noch befallen wird", sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon in einem Interview des vom AOK-Bundesverband herausgegebenen Magazins "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G).

Eine Impfpflicht betrachtet die deutsche Medizinerin dennoch mit Skepsis. Viele Länder hätten auch ohne eine solche Pflicht hohe Impfquoten erreicht. "Eine Impfpflicht, etwa für bestimmte Berufe, ist eine Möglichkeit. Aber sie ist kein Zauberstab."

Update, 19. Oktober, 18.19 Uhr: Großbritannien verzeichnet höchste Anzahl Corona-Toter seit März

Die Zahl der Corona-Todesfälle in Großbritannien ist auf den höchsten Stand seit März gestiegen.

Die britische Statistikbehörde meldete am Dienstag 223 Todesfälle, die in den vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf Covid-19 getestet wurden. Noch höher lag die Zahl zuletzt am 9. März, als 231 Menschen in Großbritannien an oder mit dem Virus starben.

Am Montag wurden knapp 50.000 neue Corona-Fälle im Land gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 435! Von einer erneuten Einführung von Corona-Beschränkungen ist in der britischen Regierung bislang kaum die Rede.

Menschen stehen Schlange vor einem Impfzentrum des National Health Service im Tottenham Hotspur Stadium.
Menschen stehen Schlange vor einem Impfzentrum des National Health Service im Tottenham Hotspur Stadium.  © dpa/Yui Mok

Update, 19. Oktober, 16.32 Uhr: Debatte über mögliches Ende der Corona-Notlage in Deutschland

Der Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn für eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland ist auf Zustimmung und Kritik gestoßen.

Begrüßt wurde er von Ärzte- und Klinikvertretern. Auch die FDP bekräftigte noch einmal ihre schon lange vertretene Position, die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite nicht mehr zu verlängern.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnten dagegen mit Blick auf den Winter vor einem solchen Schritt.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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