Coronavirus: Manuela Schwesig kritisiert Bund für fehlende Selbsttests scharf

Deutschland/Welt - Der Lockdown in Deutschland wird bis zum 28. März verlängert. Doch es gibt zahlreiche Lockerungen sowie neue Impf- und Teststrategien. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie 2.494.358 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,3 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein.

Insgesamt 71.852 Menschen sind hierzulande außerdem mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 6. März, 10.41 Uhr)

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 65,6 (Stand 6. März, 0 Uhr).

Weltweit gibt es mehr als 116 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 2,5 Millionen Todesfälle (Stand 6. März, 10.41 Uhr).

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Update, 6. März, 21.38 Uhr: Dalai Lama erhält Coronavirus-Impfung

Der Dalai Lama ist gegen das Coronavirus geimpft worden und hat mehr Menschen dazu aufgerufen, es ihm gleichzutun.

Das geistige Oberhaupt der Tibeter erhielt am Samstag in einem Krankenhaus der nordindischen Stadt Dharamsala die erste Dosis einer Covid-19-Impfung, wie sein Büro auf seinem offiziellen Twitterkonto mitteilte.

Ein Video zeigte, wie der 85-Jährigen eine Spritze in den rechten Oberarm bekam. "Mehr Menschen sollten den Mut haben, sich für die Injektion zu entscheiden", sagte der Dalai Lama. Das sei sehr wichtig, deshalb teile er das.

"Um ernsthafte Probleme zu verhindern ist diese Injektion sehr, sehr hilfreich und sehr gut."

Update, 6. März, 21.20 Uhr: Schwesig kritisiert Bund wegen fehlender Selbsttests

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46, SPD) hat den Bund für fehlende Corona-Selbsttests verantwortlich gemacht und scharf kritisiert.

"Ich will an dieser Stelle nicht verhehlen, dass ich sehr verärgert bin darüber, dass der Bund es zulässt, dass zunächst Aldi und Co. Selbsttests verramschen können und wir die Selbsttests erst Mitte März geliefert bekommen", sagte Schwesig am Samstag in Schwerin.

Mecklenburg-Vorpommern habe bereits vor der Ministerpräsidentenkonferenz zwei Millionen dieser Selbsttests geordert, "weil wir geahnt haben, dass wir uns nicht auf den Bund verlassen können", sagte sie.

Manuela Schwesig (46, SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern.
Manuela Schwesig (46, SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 6. März, 19.38 Uhr: Hunderte demonstrieren in Stockholm gegen Corona-Maßnahmen

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm haben Hunderte Menschen am Samstag gegen Corona-Maßnahmen demonstriert.

Nach Angaben der Polizei wurde ein Demonstrant festgenommen und ein Polizist leicht verletzt. Die Polizei forderte die Menschen mehrmals zum Auflösen der Demonstration auf, da Zusammenkünfte von mehr als acht Menschen nicht erlaubt seien. Organisiert hatte den Protest eine Gruppe, die die Beschränkungen als unbegründet bezeichnete.

Menschen demonstrieren in Schweden ohne Mund-Nasen-Schutz gegen die Corona-Beschränkungen des Landes und treffen auf Polizisten.
Menschen demonstrieren in Schweden ohne Mund-Nasen-Schutz gegen die Corona-Beschränkungen des Landes und treffen auf Polizisten.  © Henrik Montgomery/TT NEWS AGENCY/dpa

Update, 6. März, 18.46 Uhr: Tausende Menschen demonstrieren in Wien gegen Corona-Einschränkungen

In Wien haben am Samstag Tausende Menschen gegen Corona-Einschränkungen protestiert.

Darunter waren nach einem Bericht des Senders ORF Leute, die mit Reisebussen aus der österreichischen Provinz gekommen waren sowie Rechtsextreme und Gruppen aus Deutschland.

Ein Transparent richtete sich gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz. "Kurz muss weg", stand darauf. Rund 200 Gegendemonstranten kamen zu einer Fahrradrallye zusammen und fuhren mit lautem Geklingel durch die Straßen.

Weil sich viele Teilnehmer der Demonstration nicht an das Abstandhalten und Masketragen hielten, wurden nach Polizeiangaben zahlreiche Anzeigen erstattet und einige Menschen festgenommen.

Demonstranten halten bei einer Kundgebung gegen die Coronamaßnahmen-Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung Schilder in die Höhe.
Demonstranten halten bei einer Kundgebung gegen die Coronamaßnahmen-Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung Schilder in die Höhe.  © Herbert Pfarrhofer/APA/dpa

Update, 6. März, 18.10 Uhr: bundesweiter Sieben-Tage-Wert laut RKI bei knapp über 1

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,06 (Vortag 1,04).

Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab.

Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Update, 6. März, 17.11 Uhr: Corona-Ausbruch in Kita: Etwa 200 Personen in Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Kindergarten in Geislingen an der Steige in Baden-Württemberg müssen etwa 200 Menschen in Quarantäne.

Bei insgesamt neun Kindern und Erziehern aus mehreren Gruppen des Kindergartens sei das Coronavirus nachgewiesen worden, wobei es sich in mindestens zwei Fällen um die zunächst in Großbritannien entdeckte ansteckendere Corona-Variante handle, teilte das Landratsamt Göppingen am Samstag mit.

Zudem sei das Virus bereits in mindestens fünf Fällen im familiären Umfeld einzelner Kindergartenkinder oder -mitarbeiter entdeckt worden, auch hier teils in mutierter Form.

Update, 6. März, 14.57 Uhr: Corona-Fälle auf Meyer-Kreuzfahrtschiff - Arbeiter sitzen fest

Wegen zwei Coronavirus-Fällen auf dem neugebauten Kreuzfahrtschiff "Odyssey of the Seas" sitzen Hunderte Arbeiter auf diesem fest.

Sie dürfen das Schiff nach Anordnung des Hafenärztlichen Dienstes vorerst nicht verlassen, wie die Meyer-Werft am Samstag mitteilte. Bei zwei Arbeitern war demnach das Virus festgestellt worden, der Luxusliner liege daher vorerst in Bremerhaven fest, wie ein Werftsprecher sagte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Laut der Meyer-Werft waren die Fälle am Mittwoch bekannt und am Donnerstag mit PCR-Tests bestätigt worden. Die Infizierten seien separiert worden. Ob sie zwischenzeitlich von Bord gebracht wurden, war laut Sprecher nicht bekannt. Weitere Fälle gebe es bislang nicht. Die Mannschaft werde täglich getestet, über das weitere Vorgehen werde noch mit den Behörden beraten, hieß es.

Mehr Infos im Artikel: "Corona-Alarm auf Ozeanriese".

Update, 6. März, 14.36 Uhr: SPD-Chef Walter-Borjans wirft Union Unzuverlässigkeit vor

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat der Union mit Blick auf Ungereimtheiten bei der Maskenbeschaffung Unzuverlässigkeit vorgeworfen. Man müsse annehmen, "dass Vetternwirtschaft und Raffgier sich genau da breit machten, wo es um die Lösung der wichtigsten Themen in dieser Corona-Krise geht", sagte Walter-Borjans am Samstag beim digitalen Parteitag der NRW-SPD.

Hintergrund sind Ermittlungen gegen den CSU-Abgeordneten Georg Nüßlein und Berichte über weitere Unions-Abgeordnete, die an der Maskenbeschaffung mitverdient haben sollen. Es müsse eine Alternative zu den Konservativen geben, auf die die Menschen im Land sich verlassen können, sagte Walter-Borjans. "Konservative Politik ist die grundfalsche Richtung, diesen Umbruch für alle nutzbar zu machen."

Norbert Walter-Borjans (68, SPD), Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten spricht auf dem nordrhein-westfälischen Landesparteitag.
Norbert Walter-Borjans (68, SPD), Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten spricht auf dem nordrhein-westfälischen Landesparteitag.  © Julia Meya/NRWSPD/dpa

Update, 6. März, 13.22 Uhr: Aldi überrascht von riesiger Nachfrage nach Corona-Selbsttests

Der Discounter Aldi ist vom Ansturm auf die ersten Corona-Selbsttests im Einzelhandel am Samstag selbst überrascht gewesen. "Die Artikel, die wir stationär in den Filialen vorrätig hatten, waren am Vormittag in den meisten unserer Filialen erwartungsgemäß ausverkauft", teilten Aldi Süd und Aldi Nord mit. Das Interesse an den Tests habe den Discounter "in dieser Intensität doch überrascht".

Aldi bat Kunden, die leer ausgingen, um Verständnis. In der neuen Woche werde bereits mit den nächsten Lieferungen gerechnet. Schon vorab hatte der Discounter darauf hingewiesen, dass die Aktionsware bereits am ersten Aktionstag vergriffen sein könnte.

Auch der Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka wollen bald mit dem Verkauf beginnen. Die Drogeriemarkt-Ketten Rossmann und dm planen den Start für Dienstag. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten.

Hamburg: Zahlreiche Kunden warten auf die Öffnung einer Filiale von Aldi im Stadtteil Eimsbüttel.
Hamburg: Zahlreiche Kunden warten auf die Öffnung einer Filiale von Aldi im Stadtteil Eimsbüttel.  © Haller/dpa

Update, 6. März, 12.58 Uhr: Demo gegen Corona-Maßnahmen - mehrere Autokorsos gen Leipzig

Seit den Mittagsstunden sind Kritiker der Corona-Maßnahmen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt in Autokorsos auf dem Weg nach Leipzig. Allerdings zeichnete sich nach Polizeiangaben eine deutlich geringere Teilnehmerzahl ab als erwartet.

In Leipzig sind mehrere Gegendemonstrationen angekündigt - die Polizei hat sich auf einen Großeinsatz vorbereitet. So war sie etwa mit einem gepanzerten Fahrzeug an der Messe, wo sich ein Impfzentrum befindet.

Nach Angaben der Polizei in Leipzig ist im Tagesverlauf mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. In der Innenstadt formierte sich auch Gegenprotest unter dem Motto "Querdenken ausbremsen".

Ein Bündnis aus Vereinen, Initiativen, Parteien und Gewerkschaften wollte sich den Gegnern der Corona-Regeln entgegenstellen. Dazu starteten Kundgebungen von Fahrrad- und Motorradfahrern, zudem ist eine Veranstaltung mit 1000 Teilnehmern auf dem Augustusplatz geplant.

Auch aus Dresden machten sich einige Fahrzeuge auf den Weg nach Leipzig.
Auch aus Dresden machten sich einige Fahrzeuge auf den Weg nach Leipzig.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 6. März, 11.33 Uhr: Ciao Gleichstellung: Italiens Frauen verlieren ihre Jobs durch Corona

Während der zweiten Corona-Welle sind im Dezember 2020 in dem Mittelmeerland gut 100.000 Jobs im Vergleich zum Vormonat verloren gegangen - und mehr als 90 Prozent davon gehörten den Angaben zufolge Frauen.

Experten halten den Dezember-Wert für einen Ausreißer. Der Jahresvergleich sah etwas besser aus, sorgte aber gleichfalls für Alarm: Im Vergleich zum Dezember 2019 sank die Beschäftigung in Italien Ende 2020 um rund 444.000 Stellen - und rund 70 Prozent davon waren Arbeitsplätze von Frauen.

Das passierte, obwohl die Regierung in Rom wegen der Pandemie einen Entlassungsstopp verhängt hatte, der bis Ende März läuft.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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