Coronavirus: Tausende Israelis demonstrieren gegen Corona-Politik der Regierung

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das neuartige Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen weiter entspant. Grund zur Entwarnung gibt es laut Bundesregierung und RKI jedoch nicht.

Ein Mann geht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie an einem Maskenautomaten im Flughafen Stuttgart vorbei.
Ein Mann geht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie an einem Maskenautomaten im Flughafen Stuttgart vorbei.  © dpa/Sebastian Gollnow

Viele Politiker sprechen sich weiterhin für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus. Auch Abstandhalten ist nach wie vor eine wichtige und effektive Maßnahme, um eine Infektion mit dem neuartigen Virus zu vermeiden.

In Deutschland summierte sich die Fallzahl mittlerweile auf 199.709 bestätigte Infektionen. 9070 Corona-Patienten starben an der Infektion, 184.266 gelten mittlerweile als genesen (Stand 11. Juli, 22.30 Uhr).

Weiterhin haben die USA weltweit die meisten Fälle registriert - über 3,22 Millionen Infizierte wurden erfasst. 134.580 Personen sind dort bereits gestorben (Stand 11. Juli, 22.30 Uhr).

Weltweit gibt es nun insgesamt über 12,58 Millionen bestätigte Fälle und 562.137 Todesfälle (Stand 11. Juli, 22.30 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 12. Juli, 14.42 Uhr: Trotz Corona - Hohe Beteiligung bei Präsidenten-Stichwahl in Polen

Bei der Stichwahl um die Präsidentschaft in Polen zeichnet sich trotz der Corona-Epidemie eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis zum Mittag gaben 24,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Wahlkommission am Sonntag in Warschau mitteilte. Das waren gut sieben Prozentpunkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt bei der zweiten Runde der Präsidentenwahl 2015.

Die Abstimmung war ursprünglich für Mai geplant, wurde aber wegen der Corona-Epidemie verschoben. In den Wahllokalen galten am Sonntag besondere Schutzvorschriften. Im Zentrum von Warschau standen die Menschen mit Gesichtsmasken vor den Wahllokalen Schlange, da in den Räumen nur eine begrenzte Personenzahl zugelassen war. Desinfektionsmittel standen am Eingang bereit, die Wahlhelfer trugen Handschuhe und durchsichtige Gesichtsvisiere.

Umfragen deuten auf ein knappes Rennen zwischen dem von der nationalkonservativen Regierungspartei PiS gestellten Amtsinhaber Andrzej Duda und seinem oppositionellen Herausforderer Rafal Trzaskowski hin.

Update, 12. Juli, 14.05 Uhr: Bollywood-Star Bachchan nach Corona-Ansteckung im Krankenhaus

Der indische Schauspieler Amitabh Bachchan (77) hat sich mit dem Coronavirus infiziert und wird in einem Krankenhaus in Mumbai behandelt. Der Zustand des Bollywood-Stars sei stabil, er zeige nur milde Symptome, teilten die Ärzte am Sonntag mit.

Auch Bachchans Sohn, dessen Frau und deren Tochter seien positiv auf das Virus getestet worden. Amitabh Bachchan zählt zu den bekanntesten Schauspielern Indiens und hat in rund 200 Filmen mitgewirkt. Mumbai, wo Indiens Filmindustrie sitzt, ist mit fast 92.000 Infizierten und mehr als 10.000 Toten das Corona-Zentrum des Landes.

Insgesamt wurden in Indien seit Beginn der Pandemie knapp 850.000 Fälle registriert, rund 22.700 Menschen starben mit oder an dem Erreger Sars-CoV-2. Nach Zahlen der US-Universität Johns Hopkins liegt Indien auf Platz drei der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Länder der Welt - nach den USA und Brasilien.

Update, 12. Juli, 13.36 Uhr: Corona-Rekord in Indien - Mehr als 28.000 Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Indien hat einen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden seien 28.637 neue Ansteckungen gezählt worden, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums.

Insgesamt wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie demnach knapp 850.000 Fälle registriert, rund 22.700 Menschen starben mit oder an dem Erreger Sars-CoV-2. Positiv sei, dass inzwischen fast 63 Prozent der Betroffenen die Erkrankung überstanden hätten.

Nach Zahlen der US-Universität Johns Hopkins liegt Indien auf Platz drei der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Länder der Welt - nach den USA und Brasilien. Das südasiatische Land hat rund 1,3 Milliarden Einwohner.

Außenminister Subrahmanyam Jaishankar wehrte sich gegen Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Bereits sehr früh seien ein strenger Lockdown sowie Reisebeschränkungen verfügt worden, sagte er.

Indien, Mumbai: Mitarbeiter des Gesundheitswesens ziehen ihre Schutzbekleidung aus, nachdem sie die Anwohner eines Slums auf Covid-19-Symptome untersucht hatten.
Indien, Mumbai: Mitarbeiter des Gesundheitswesens ziehen ihre Schutzbekleidung aus, nachdem sie die Anwohner eines Slums auf Covid-19-Symptome untersucht hatten.  © Rajanish Kakade/AP/dpa

Update, 12. Juli, 13.21 Uhr: Tausende Israelis demonstrieren gegen Corona-Politik der Regierung

Tausende von Israelis haben am Samstagabend in Tel Aviv gegen die Finanzpolitik der Regierung von Benjamin Netanjahu in der Corona-Krise demonstriert. Nach Medienberichten vom Sonntag nahmen mehr als 10.000 Menschen an einer Großkundgebung auf dem zentralen Rabin-Platz teil. Anschließend marschierten einige der Teilnehmer durch angrenzende Straßen. Es kam zu gewaltsamen Konfrontationen mit der Polizei.

Zwölf Demonstranten seien festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Sie hätten unter anderem zentrale Straßen in Tel Aviv blockiert. Drei Polizisten seien leicht verletzt worden, als Demonstranten sie mit Pfefferspray angegriffen hätten. Die Scheibe einer Bank am Rabin-Platz wurde eingeschlagen. Auf Videos war auch ein gewaltsames Vorgehen von Polizisten gegen Demonstranten zu sehen.

Mit der Kundgebung wollten vor allem selbstständige Israelis auf ihre finanziellen Schwierigkeiten in der Corona-Krise aufmerksam machen. Sie riefen in Sprechchören unter anderem: "Bibi, geh nach Hause!" und "Dies ist ein Krieg". Bibi ist der Spitzname des Ministerpräsidenten. Sie warfen der Regierung vor, sich nicht um die finanziellen Nöte der Bürger zu kümmern.

Netanjahu hatte am Donnerstag ein Hilfspaket zur Linderung des finanziellen Drucks während der Corona-Krise vorgestellt. Das Programm solle Beschäftigten, Selbstständigen und Unternehmen bis Juni kommenden Jahres ein Sicherheitsnetz bieten, sagte er. Nach Angaben des Finanzministers Israel Katz hat es einem Umfang von 80 Milliarden Schekel (20 Milliarden Euro).

Die Folgen der ersten Corona-Einschränkungen vom Frühjahr haben der Wirtschaft des Landes schwer zugesetzt. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei mehr als 20 Prozent. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel stieg zuletzt auf immer neue Rekordwerte, es wurden verschiedene neue Beschränkungen verhängt. Netanjahu steht für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 38.213 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 358 Infizierte sind gestorben.

Israel, Tel Aviv: Teilnehmer einer regierungskritischen Demonstration stehen auf dem Rabin-Platz.
Israel, Tel Aviv: Teilnehmer einer regierungskritischen Demonstration stehen auf dem Rabin-Platz.  © Ariel Schalit/AP/dpa
Tel Aviv: Demonstranten halten Plakate während einer regierungskritischen Demonstration hoch.
Tel Aviv: Demonstranten halten Plakate während einer regierungskritischen Demonstration hoch.  © Ilia Yefimovich/dpa

Update, 12. Juli, 10.17 Uhr: Regionalwahlen in Nordspanien im Schatten von Corona

Im Baskenland und in Galicien in Nordspanien wählen die Menschen am Sonntag unter strengen Corona-Auflagen neue Regionalregierungen. Ausreichender Sicherheitsabstand, Maskenpflicht, Handhygiene am Eingang, Wahlkabinen ohne Vorhänge und eine gute Lüftung der Wahllokale sollten das Risiko einer Corona-Ansteckung verringern.

Dennoch standen die Angst vor neuen Infektionen und Sorgen wegen einer befürchteten niedrigen Wahlbeteiligung im Vordergrund. Rund vier Millionen Menschen waren stimmberechtigt, das entspricht in etwa elf Prozent aller Wahlberechtigten in Spanien.

Beim Ergebnis wurden nach einem Wahlkampf auf Sparflamme kaum Überraschungen erwartet. Umfragen sahen in beiden Regionen die bisher regierenden Parteien vor einem erneuten Sieg. Im Baskenland sind das die beiden separatistischen Koalitionsparteien, die liberale PNV und linke EH Bildu, in Galicien die konservative Partido Popular (PP).

Die sozialdemokratisch geprägte spanische Regierungspartei PSOE von Ministerpräsident Pedro Sánchez spielt in beiden Regionen keine entscheidende Rolle. Den Wahlen wird deshalb auch kein Testcharakter für die umstrittene Corona-Politik der Regierung Sánchez beigemessen.

Für erheblichen Ärger sorgte der Ausschluss von rund 500 Corona-Infizierten von den Wahlen. Der angesehene Professor für Verwaltungsrecht, Andrés Betancor, betonte im Interview mit der Zeitung "El Mundo" (Samstag), Kranke dürften zwar unter Quarantäne gestellt werden, die Ausübung ihres Wahlrechts aber müsse auch dann garantiert sein, wenn diese zuvor nicht von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht hätten.

Die Wahlen sollten ursprünglich am 5. April stattfinden, waren aber wegen der Pandemie verschoben worden. Es sind die ersten Wahlen im einstigen Corona-Hotspot Spanien seit dem Ausbruch der Pandemie. Mit belastbaren Ergebnissen wurde bis spätestens Mitternacht gerechnet.

Spanien: Felipe VI. (l), König von Spanien, und Königin Letizia (M) grüßen die Schaulustigen bei einem Spaziergang durch Santo Domingo de la Calzada, La Rioja.
Spanien: Felipe VI. (l), König von Spanien, und Königin Letizia (M) grüßen die Schaulustigen bei einem Spaziergang durch Santo Domingo de la Calzada, La Rioja.  © Show Fotografía/EUROPA PRESS/dpa

Update, 12. Juli, 8.24 Uhr: Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung.

Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

"Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann", sagte Wendtner. "Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden." Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei.

Dies müsse weiter beobachtet werden, sagte Wendtner. Für die Langzeitimmunität sei neben der sogenannten B-Zell-assoziierten über Antikörper gemessenen Immunität auch die sogenannte T-Zell-Immunität relevant. Wenn Patienten neutralisierende Antikörper verlören, könne diese Immunität eventuell einen Schutz geben. T-Lymphozyten können virusinfizierte Zellen gezielt abtöten, wenn sie zuvor ihren Gegner einmal kennen gelernt haben.

Wendtners Erkenntnisse reihen sich ein in Erfahrungen anderer Wissenschaftler und Studienergebnisse. Chinesische Forscher berichteten im Fachblatt "Nature Medicine", dass die Antikörper nach zwei Monaten vor allem bei Patienten mit symptomfreiem Verlauf stark zurückgingen, aber auch bei tatsächlich erkrankten Patienten fielen die Werte deutlich. Patienten mit wenig Symptomen hatten zudem weniger Antikörper und somit eine schwächere Immunantwort entwickelt.

Neue Untersuchungen dämpfen die Hoffnung auf eine Corona-Impfung mit langer Wirksamkeit.
Neue Untersuchungen dämpfen die Hoffnung auf eine Corona-Impfung mit langer Wirksamkeit.  © Sebastien Decoret, Kateryna Kon/123RF

Update, 12. Juli, 7.30 Uhr: Kurz stellt Bedingungen für EU-Hilfspaket

Im Ringen um eine Einigung über ein EU-Milliardenhilfspaket in der Corona-Krise hat der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz Bedingungen für seine Zustimmung gestellt.

"Wenn wir schon sehr viel staatliches Geld in die Hand nehmen, dann sollte es zumindest in die richtigen Bereiche fließen", sagte Kurz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Allen voran in mehr Forschung und Entwicklung für eine gute digitale Infrastruktur, auch in den technologischen Wandel, der für einen besseren Klimaschutz nötig ist."

Zudem müsse nach seinen Vorstellungen die Vergabe der Hilfsgelder an Reformauflagen wie etwa Bürokratieabbau oder Kampf gegen Steuerhinterziehung gekoppelt werden. "Konditionalität ist nötig, damit das Geld nicht bloß zum Stopfen von Haushaltslöchern dient", sagte er.

Zudem bekräftigte Kurz die Forderung, dass die Empfängerländer zumindest einen Teil der Hilfen später zurückzahlen müssten. "Ich bin dafür, dass es insgesamt eine Balance zwischen Krediten und Zuschüssen gibt und dass die Zuschüsse nicht ins Unermessliche steigen" sagte er.

Österreich gehört mit den Niederlanden, Dänemark und Schweden zu den "Sparsamen Vier", die nicht rückzahlbare Milliardenzuwendungen ablehnen und Finanzhilfen an strikte Reformauflagen knüpfen.

Von den 750 Milliarden Euro des schuldenfinanzierten Wiederaufbauplans sollen nach den Vorstellungen der EU-Kommission 500 Milliarden als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite vergeben werden.

Vor dem EU-Gipfel am Freitag und Samstag warb Kurz zudem dafür, der Europäischen Union eigene Einnahmequellen zu erschließen. "Nicht nur eine Digitalsteuer, auch CO2-Zölle würde ich begrüßen", sagte er der Zeitung. Im Kampf gegen den Klimawandel sei mehr "Kostenwahrheit" nötig. Es gehöre zu einem fairen und gerecht organisierten Freihandel, auch Klimaschäden etwa durch lange Transportwege zu berücksichtigen.

Österreich, Wien: Sebastian Kurz (ÖVP) spricht während einer Pressekonferenz zur Corona-Pandemie.
Österreich, Wien: Sebastian Kurz (ÖVP) spricht während einer Pressekonferenz zur Corona-Pandemie.  © Hans Punz/APA/dpa

Update, 12. Juli, 7.22 Uhr: Mehr Gewalt in der Corona-Zeit? Ein Blick in die Länder

Seit dem Beginn der Corona-Krise sind in einigen Bundesländern mehr Fälle von häuslicher Gewalt registriert worden. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den zuständigen Ministerien und Behörden der Länder ergeben. Die ersten Zahlen zeichnen aber ein uneinheitliches Bild für die Gesamtsituation in Deutschland.

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Update, 12. Juli, 7.00 Uhr: Deutsche Bahn in der Corona-Krise so pünktlich wie lange nicht

Zwar fahren in der Corona-Krise noch immer deutlich weniger Menschen mit der Bahn als gewöhnlich - doch die kommen so pünktlich ans Ziel wie seit Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren im Schnitt 83,5 Prozent der Fernzüge der Deutschen Bahn pünktlich, wie der bundeseigene Konzern am Sonntag mitteilte.

"Zur deutlich gestiegenen Pünktlichkeit hat natürlich auch die geringe Anzahl der Züge während der Corona-Krise beigetragen", hieß es. Demnach erholt sich die Auslastung im Fernverkehr nur langsam und liegt derzeit im Schnitt bei rund 30 Prozent. Zwischenzeitlich waren die Fahrgastzahlen um bis zu 90 Prozent eingebrochen.

Doch auch deutliche Fortschritte beim Baustellenmanagement, eine schnellere Instandsetzung von Zügen sowie generell weniger Störungen an der Infrastruktur hätten zu der Verbesserung beigetragen. "Größere Hallen, erweiterte Werkstätten sowie neue Behandlungs- und Abstellgleise sorgen dafür, dass die Züge schneller und besser instandgehalten und somit rascher zurück in den Betrieb geführt werden können." Inzwischen seien zudem 49 Züge der neuen ICE-4-Reihe im Einsatz.

So pünktlich wie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres war die Bahn eigenen Angaben zufolge zuletzt im Jahr 2008. Noch im vergangenen Jahr lag die Pünktlichkeitsquote im selben Zeitraum bei lediglich 77,2 Prozent. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er nicht mehr als sechs Minuten hinter dem Fahrplan am Ziel ankommt.

Die niedrige Auslastung hilft zwar dabei, den Fernverkehr zuverlässiger fahren zu lassen. Doch weil das Angebot in der Krise nur maximal um ein Viertel reduziert worden war, hat der Konzern hohe Verluste eingefahren. Ein deftiges Sparprogramm und milliardenschwere Staatshilfen sind die Folge.

An den Investitionen in Infrastruktur und den Personalaufbau will der Konzern aber festhalten. "Rund 12,2 Milliarden Euro fließen allein in diesem Jahr in Erhalt und Ausbau von Netz, Bahnhöfen und Energieanlagen", hieß es.

Niedersachsen, Hannover: Mitarbeiter der Deutschen Bahn reinigen in einem Betriebshof einen ICE. Neben der täglichen Reinigung werden die ICE auch regelmäßig einer besonders gründlichen Grundreinigung unterzogen.
Niedersachsen, Hannover: Mitarbeiter der Deutschen Bahn reinigen in einem Betriebshof einen ICE. Neben der täglichen Reinigung werden die ICE auch regelmäßig einer besonders gründlichen Grundreinigung unterzogen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 12. Juli, 3.42 Uhr: Trump trägt Maske bei Besuch von Militärkrankenhaus

US-Präsident Donald Trump lehnt Masken in der Corona-Krise für sich selber eigentlich ab - nun hat er bei einem Besuch in einem Militärkrankenhaus einen Mund-Nasen-Schutz getragen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda bei Washington eine blaue Schutzmaske mit dem Siegel des Präsidenten trug.

Nach Angaben des Weißen Hauses wollte Trump in dem Krankenhaus verwundete Soldaten und deren Angehörige treffen. Er wollte zudem mit medizinischem Personal zusammenkommen, dass sich in der Corona-Krise um Erkrankte kümmert.

Trump sagte vor Journalisten auf dem Rasen des Weißen Hauses vor dem kurzen Hubschrauberflug nach Bethesda auf eine entsprechende Frage: "Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen." Er fügte hinzu: "Ich finde es großartig, eine Maske zu tragen. Ich war nie gegen Masken, aber ich glaube, es gibt eine Zeit und einen Ort dafür." In dem Krankenhaus, in dem manche Verwundete gerade erst operiert worden seien, sei eine Maske angebracht.

Trump hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde. Trump und das Weiße Haus begründen das damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde. Trump wird dennoch vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der anhaltenden Pandemie abzugeben.

Die Bilder aus dem Walter-Reed-Krankenhaus sind nicht die ersten, bei denen Trump eine Maske trägt. Bei einem Fabrik-Besuch im US-Bundesstaat Michigan im Mai hatte Trump bei einem Teil des Rundgangs eine Maske getragen und war dabei fotografiert worden.

Bethesda: Donald Trump trägt während eines Besuches des Walter-Reed-Militärkrankenhauses einen Mund-Nasen-Schutz mit dem Siegel des Präsidenten.
Bethesda: Donald Trump trägt während eines Besuches des Walter-Reed-Militärkrankenhauses einen Mund-Nasen-Schutz mit dem Siegel des Präsidenten.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Update, 12. Juli, 1.10 Uhr: Corona-Quarantäne - Kritik an Tönnies-Antrag auf Lohnkostenerstattung

Die Anträge des Schlachtbetriebs Tönnies auf Erstattung von Lohnkosten für die Zeit der Corona-Quarantäne stoßen weiter auf Kritik. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) kritisierte die Signalwirkung, die eine solche Forderung mit sich bringe.

"Ich habe dafür wenig Verständnis", sagte sie der "Bild am Sonntag". Durch die Vorfälle sei eine ganze Region in Mitleidenschaft gezogen worden. "Der Ärger der Bürger darüber wird durch das jetzige Vorgehen sicherlich nicht kleiner werden."

Der Schlachtbetrieb Tönnies und weitere Subunternehmer haben beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe Anträge auf Erstattung von Lohnkosten durch das Land Nordrhein-Westfalen gestellt. Hintergrund sind die Quarantäne-Maßnahmen, die nach dem massiven Corona-Ausbruch unter Tönnies-Arbeitern am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück verhängt wurden.

Das Infektionsschutzgesetz sieht nach Angaben der Behörden eine Erstattung vor, wenn Gesundheitsämter einen Betrieb schließen und Quarantäne anordnen.

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält einen gesetzlichen Anspruch der Firma Tönnies und ihrer Subunternehmer für möglich, mahnte aber in der "Bild am Sonntag": "Ich würde mir anstelle von Herrn Tönnies und seinen Geschäftspartnern sehr genau überlegen, was man den Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen eigentlich noch alles zumuten will."

Für Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sind die Anträge von Tönnies Beweis dafür, dass die Ankündigungen des Unternehmens "nur leere Worte waren und man kein Vertrauen in die Unternehmensführung haben kann". Es sei dreist, wie Tönnies jetzt abkassieren wolle.

"Wer auf ein System der Ausbeutung setzt, die Gesundheit von Menschen riskiert und selbst in der Mitverantwortung für angeordnete Quarantänemaßnahmen steht, sollte sich mit dem Ausreizen von möglichen Erstattungsansprüchen besser zurückhalten."

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg forderte das Unternehmen auf, jetzt die Verantwortung übernehmen, die es zuvor beim Gesundheitsschutz habe vermissen lassen. "Dafür wurde schon eine ganze Region in Geiselhaft genommen. Ich finde es unanständig, sich auch noch auf Kosten der Steuerzahler schadlos halten zu wollen."

Titelfoto: Ilia Yefimovich/dpa

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