Coronavirus: 100.000 Coronavirus-Tote in den USA befürchtet

Deutschland/Welt - Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Die derzeitige Lage hat drastische Auswirkungen auf das Leben.

In ganz Deutschland sind die Spielplätze gesperrt. 
In ganz Deutschland sind die Spielplätze gesperrt.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Nahezu alle öffentlichen Veranstaltungen und Sportevents sind abgesagt, Schulen und Kitas wurden nach und nach geschlossen.

Mittlerweile gibt es 62.435 bestätigte Infektionen in Deutschland und 490 Todesfälle (Stand 30. März).

Besonders betroffen sind noch immer die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Europaweit ist Italien tragischer Spitzenreiter 97.689 Nachweisen, gefolgt von Spanien mit 82.152 Fällen. Doch auch in Frankreich ist die Zahl mit 40.174 sehr hoch (Stand 30. März).

Weltweit gibt es 723.279 bestätigte Fälle, aber auch mehr als 150.889 Heilungen (Stand 30- März).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.                                                                              

Update, 30. März, 9.52 Uhr: Viele Anzeigen wegen Verstößen gegen Corona-Verordnung in BW am Wochenende

Wegen Verstößen gegen die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie sind mehr als hundert Menschen im Stadt- und Landkreis Heilbronn angezeigt worden.

Nach Angaben der Polizei vom Montag wurden am Wochenende zahlreiche Ordnungswidrigkeiten gezählt. Besonders am Samstag hätten sich Menschen auf der Liegewiese an einem Badesee in Gruppen getroffen und dabei auch nicht genug Abstand zueinander gehalten, hieß es.

Unter anderem per Lautsprecher verwies die Polizei auf die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus. Die meisten seien den Aufforderungen nachgekommen und damit einer Strafe entgangen, erklärte ein Sprecher der Polizei. In einigen Fällen hätten die Beamten dieselben Gruppen jedoch später erneut erwischt.

In Baden-Württemberg sind Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen mit mehr als zwei Personen, die nicht zur Familie gehören, verboten. Am Sonntag hatte das Land dazu einen Bußgeldkatalog veröffentlicht.

Update, 30. März, 9.42 Uhr: Zeitung: Champions League 2020/21 könnte verkürzt werden

Die Europapokal-Wettbewerbe der kommenden Saison könnten zugunsten der aktuellen Spielzeit verkürzt werden. Über entsprechende Planspiele der Europäischen Fußball-Union (UEFA) berichtete am Montag die britische Tageszeitung The Times.

Um die "verheerenden Auswirkungen" der Coronavirus-Krise zu minimieren, könnten die Champions League und die Europa League in diesem Jahr demnach erst im August enden.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin (52) hatte unlängst angekündigt, dass in den nationalen Ligen "Mitte Mai, Anfang Juni oder Ende Juni" wieder gespielt werden müsse, sonst "bringen wir die Saison wahrscheinlich nicht zu Ende."

Hinter den Kulissen verhandelt die UEFA seit Tagen mit den nationalen Ligen über eine Anpassung des Spielkalenders. Bei einer Einigung könnte die aktuelle Saison auch erst "zu Beginn der kommenden" Spielzeit beendet werden, sagte Ceferin der italienischen Zeitung La Repubblica.

Die Serie 2020/21 müsste dann unweigerlich "ein bisschen später" beginnen.

Hintergrund der Planspiele sind vor allem die massiven finanziellen Sorgen der Ligen. Wird die aktuelle, mit Ausnahme von Weißrussland überall im UEFA-Gebiet unterbrochene Spielzeit, nicht zu Ende gespielt, drohen den Clubs enorme Verluste.

In der Bundesliga ist von einem Fehlbetrag von bis zu 750 Millionen Euro die Rede.

 
© Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa (Archivbild)

Update, 30. März, 9.32 Uhr: Vietnam: Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt droht Lockdown

Wegen der Coronavirus-Pandemie müssen sich die Einwohner der beiden größten Städte in Vietnam laut Ministerpräsident Nguyen Xuan Phuc auf Ausgangssperren vorbereiten.

Demnach sollen die Behörden in der Hauptstadt Hanoi sowie in Ho-Chi-Minh-Stadt angesichts steigender Infizierten-Zahlen ihre Pläne zur Bekämpfung des Virus überarbeiten und sich "auf Lockdown-Szenarien einstellen", sagte er am Montag.

Am Samstag hatten die Behörden in Hanoi eines der größten Krankenhäuser des Landes isoliert, weil es dort mehrere Infektionsfälle mit dem Virus gegeben hatte.

Bislang haben die Gesundheitsbehörden des südostasiatischen Landes 194 Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet, Tote gab es dadurch demnach bisher aber noch nicht.

Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals: Saigon) ist mit rund neun Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Vietnams, gefolgt von Hanoi mit etwa acht Millionen.

Es sei nicht absehbar, in welchem Umfang und wie lange die Fluggesellschaften die Flugverbindungen zwischen Vietnam und Europa aufrechterhalten werden, schrieb das Auswärtige Amt in Berlin in seinen Reisehinweisen.

Es empfahl allen Deutschen, die sich nur vorübergehend dort aufhalten, sich um eine schnellstmögliche Ausreise zu bemühen.

Update, 30. März, 9.30 Uhr: easyJet lässt komplette Flotte wegen Pandemie am Boden

Die britische Fluggesellschaft easyJet lässt wegen der Corona-Pandemie seit Montag ihre gesamte Flotte am Boden. Bereits zuvor hatte die Airline ihren Flugverkehr infolge der Grenzschließungen und Reisebeschränkungen stark eingeschränkt.

easyJet führte nach eigenen Angaben bis Sonntag noch über 650 Rückführungsflüge durch und brachte mehr als 45.000 Kunden nach Hause.

"Wir werden weiterhin mit Regierungsbehörden zusammenarbeiten, um zusätzliche Rückführungsflüge nach Bedarf durchzuführen", teilte das Unternehmen mit.

Wann die kommerziellen Flüge wieder aufgenommen werden können, sei noch nicht absehbar.

 
© Paul Zinken/dpa (Archivbild)

Update, 30. März, 9.12 Uhr: Autoindustrie macht sich wegen Corona Sorgen um Arbeitsplätze

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht angesichts der Coronavirus-Krise Jobs in der Branche bedroht. "Wir machen uns Sorgen um die Arbeitsplätze und die Zukunft", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller am Montag im ARD-Morgenmagazin.

Momentan sehe sie allerdings Unternehmen, die sehr verantwortungsvoll mit ihren Mitarbeitern umgingen. Firmen schöpften die Instrumente voll aus, um die Menschen auch an Bord zu halten.

Einen Ausblick auf die Zukunft der Branche wollte Müller nicht geben: "Wir möchten uns im Moment noch nicht beteiligen an Spekulationen, wie hoch eine Rezession ausfallen wird."

Zwar sei es richtig, im Hintergrund verschiedene Szenarien zu entwickeln. Es helfe aber nicht, wirre Spekulationen zu verbreiten.

Update, 30. März, 8.57 Uhr: 40 Menschen in Altenheim mit Coronavirus infiziert

Nach dem Tod von 15 Menschen mit Coronavirus-Infektion in einem Alten- und Pflegeheim in Wolfsburg kämpft ein weiteres niedersächsisches Pflegeheim mit Infektionen.

Tests hätten bestätigt, dass 23 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 17 Mitarbeiter eines Altenheims in Wildeshausen im Landkreis Oldenburg mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert seien, teilte der Landkreis mit.

Das Gesundheitsamt habe alle 51 Bewohner und 44 Mitarbeiter getestet, nachdem ein 89-Jähriger mit schweren Vorerkrankungen und Coronavirus-Infektion gestorben sei. Bei allen Erkrankten in der Seniorenresidenz seien bislang milde Verläufe festgestellt worden.

Das Ausmaß der Erkrankungen deute darauf hin, dass das Virus nicht erst vor kurzem in das Heim eingeschleppt worden sei, teilte der Landkreis mit.

Die infizierten Bewohner bleiben den Angaben zufolge für zwei Wochen in ihren Zimmern und werden von ebenfalls positiv getesteten Mitarbeitern versorgt - strikt getrennt von negativ getesteten Bewohnern, die in Einzelzimmern untergebracht seien und von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt würden. Das Gesundheitsamt ermittele die Kontaktpersonen der Infizierten.

In einem Altenheim in Wolfsburg waren 15 Menschen mit Coronavirus-Infektion gestorben. Auch in dem Haus, in dem überwiegend Demenzkranke leben, sollten Infizierte strikt von negativ getesteten Bewohnern getrennt werden. Im Hanns-Lilje-Heim leben 165 Menschen.

"Es ist eine fürchterliche Entwicklung", betonte Carsten Harings, Landrat des Landkreises Oldenburg. Dies zeige, "auf brutale Weise", wie wichtig die Beschränkungen wie Betretungsverbot oder auch Kontaktverbote seien.

Update, 30. März, 8.45 Uhr: Stand der Dinge

 
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Update, 30. März, 8.39 Uhr: FDP-Chef Lindner hält Fördergrenze von Soforthilfen für zu niedrig

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat die Fördergrenze für kleine Unternehmen in der Coronavirus-Krise als zu niedrig kritisiert.

"Ich halte die Grenze von zehn Beschäftigten, wo jetzt eine Bar-Soforthilfe ausgezahlt wird, für zu niedrig", sagte er am Montag im ARD-Morgenmagazin. Der Bund solle sich stattdessen ein Beispiel an Nordrhein-Westfalen nehmen.

Dort liege die Grenze bei den Corona-Soforthilfen bei 50 Mitarbeitern. "Ich glaube, dass wir jetzt in der Fläche Arbeitsplätze und wirtschaftliche Aktivität erhalten müssen."

Lindner appellierte zudem an große Unternehmen, die angesichts der Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 angekündigt hatten, ihre Mietzahlungen einzustellen, dies im Einzelfall gut zu bedenken.

"Wer Hilfe nicht braucht, soll sie auch nicht in Anspruch nehmen", sagte Lindner. Alles andere werde zu Kettenreaktionen führen.

Update, 30. März, 8.16 Uhr: Theaterregisseur Ostermeier fürchtet um städtisches Leben

Theaterregisseur Thomas Ostermeier (51) hofft, dass die Stilllegung des öffentlichen Lebens am Ende nicht zu viele kleine Betriebe ihre Existenz kostet.

"Mein Bruder ist Arzt, meine Schwägerin ist Ärztin. Beide arbeiten auf der Intensivstation und sprechen von einem Tsunami, der auf sie zurollt. Deswegen bin ich natürlich für die aktuell umgesetzten Maßnahmen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Wenn man sich aber in seinem Kiez umschaue, dann sehe man die kleine Buchhandlung, die kleine Bar, das kleine Café, die Orte und Initiativen für Obdachlose oder kommunale Kultur, die keinerlei Rücklagen hätten.

"Wenn diese Krise bedeutet, dass die Kleinstbetriebe zuerst dran glauben müssen, dann ist es schlimm um das städtische Leben bestellt", sagte Ostermeier.

"H&M, Zara und McDonald's gibt es in jeder Metropole dieser Welt, aber das ureigene Berliner Kiez-Klima?! Davor habe ich am meisten Angst, dass dann alles, was das Leben wertvoll macht, auf der Strecke bleibt", sagte der künstlerische Leiter der Berliner Schaubühne, die derzeit ebenfalls wegen der Ausbreitung des Coronavirus stillsteht.

"Und für unser Theater sieht es natürlich auch ganz furchtbar aus, wenn wir so lange nicht spielen können."

 
© Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 30. März, 7.56 Uhr: Ärzte verpflichten, Geräte sicherstellen - NRW plant Epidemie-Gesetz

Als Reaktion auf die aktuelle Corona-Pandemie und als Vorbereitung für weitere Krankheitswellen plant die Landesregierung Nordrhein-Westfalens ein außergewöhnliches Gesetz.

In dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wird unter anderem das Verpflichten von Ärzten thematisiert. Außerdem sollen die Behörden berechtigt werden, medizinisches Material sicherzustellen. An Haupt- und Realschulen könnten die Abschlussprüfungen dieses Jahr laut dem Gesetzentwurf ausfallen.

Das geplante Gesetz bezieht sich auf die aktuelle Corona-Krise, aber auch eventuell folgende Epidemien. In einem solchen Fall soll es den Behörden unter anderem erlaubt sein, Krankenhäuser zur Schaffung von Behandlungskapazitäten zu zwingen.

Das Gesetz würde die Behörden zudem berechtigen, medizinisches Material und Geräte bei Firmen sicherzustellen - und zu einem normalen Preis abzukaufen. Ärzte, Pfleger und Rettungskräfte könnte man verpflichten, mit gegen die Epidemie zu kämpfen - sollte es einen erheblichen Mangel an Personal geben.

Das Kabinett hat den Entwurf des Gesetzes am Samstag beschlossen, ein 47-seitiges Schreiben samt Begründung ging sofort an die Fraktionen. Nach dpa-Informationen will Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch den Landtag über die geplanten Maßnahmen unterrichten.

Das Gesetz könnte im beschleunigten Verfahren verabschiedet werden. Mehrere Medien hatten über den Gesetzentwurf berichtet.

Ministerpräsident Armin Laschet (59).
Ministerpräsident Armin Laschet (59).  © Federico Gambarini/dpa

Update, 30. März, 7.35 Uhr: Musikstars rufen mit Wohnzimmer-Konzert zum Durchhalten auf

Die großen Stars der Musikszene haben die Amerikaner in der Corona-Krise mit einem emotionalen Wohnzimmer-Konzert zum Durchhalten aufgerufen. Der TV-Sender Fox strahlte am Sonntagabend (Ortszeit) das von Elton John ("I'm Still Standing") moderierte "iHeartRadio Living Room Concert for America" aus.

Bei dem einstündigen Zusammenschnitt traten Shootingstar Billie Eilish, die Boyband Backstreet Boys oder Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl in ihrem Zuhause auf und spielten ihre Hits spielten.

Mit dabei waren auch die Sängerinnen Mariah Carey, Alicia Keys oder der britische Popstar Sam Smith, die in persönlichen Botschaften den Einsatzkräften und Arbeitskräften in der Pandemie dankten und die Zuschauer zu Spenden aufriefen.

Zwischendurch wurden Bilder unter anderem von den leeren Straßen New Yorks eingeblendet - Green-Day-Sänger Billie Joe Armstrong sang dazu passend seinen Hit "Boulevard of Broken Dreams":

"Ich gehe diese leere Straße, auf dem Boulevard der zerbrochenen Träume. Während die Stadt schläft und ich der Einzige bin. Ich gehe alleine."

Hinter der Aktion stehen die Verleiher der seit 2014 jährlich vergebenen "iHeartRadio Music Awards". Die ursprünglich für Sonntag geplante Preisverleihung in Los Angeles ist wegen der Pandemie abgesagt worden und soll später nachgeholt werden.

Titelfoto: Mary Altaffer/AP/dpa

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