Coronavirus: Weltweit mehr als 200 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

Deutschland/Welt - In Deutschland steigt die Corona-Inzidenz wieder an. Gleichzeitig ist die Impfwilligkeit der Menschen ins Stocken geraten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In Deutschland hat die Gastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,78 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

91.710 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.659.900 an.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 18,5 (Vortag: 17,9).

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Weltweit gibt es mehr als 200 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 4,25 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 4. August, 22 Uhr).

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Update, 4. August, 22 Uhr: Weltweit mehr als 200 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen auf mehr als 200 Millionen angestiegen.

Das ging am Mittwoch aus Daten der US-Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg damit in einem guten halben Jahr, seit dem 26. Januar, um 100 Millionen an.

Die Zahl der weltweit bestätigten Todesfälle nach einer Corona-Infektion liegt inzwischen bei 4,25 Millionen - doppelt so viele wie noch Ende Januar.

Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von höheren Dunkelziffern aus.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es bislang mit gut 35 Millionen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Auf Platz zwei steht mit rund 32 Millionen Infektionen Indien mit einer Bevölkerung von rund 1,3 Milliarden Menschen. Dahinter folgen Brasilien (20 Millionen) sowie Russland und Frankreich (je etwa 6,25 Millionen).

Eine Frau hält am Flughafen München in einem Covid-19 Testcenter die Probe von einem Rachenabstrich in den Händen.
Eine Frau hält am Flughafen München in einem Covid-19 Testcenter die Probe von einem Rachenabstrich in den Händen.  © Matthias Balk/dpa

Update, 4. August, 17.51 Uhr: Großbritannien will 16- und 17-Jährige gegen Corona impfen

Nach einer neuen Empfehlung der britischen Impfkommission sollen in Großbritannien 16- und 17-jährige Jugendliche gegen Corona geimpft werden.

"Ich habe die Expertenempfehlung angenommen und den Gesundheitsdienst gebeten, sich so schnell wie möglich auf die Impfungen vorzubereiten", sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Mittwoch laut einer Mitteilung. Seine Entscheidung gilt für England.

Schottland, Wales und Nordirland entscheiden selbst über ihre Impfprogramme, richten sich aber auch nach den Empfehlungen der Impfkommission.

Die Kommission sieht zunächst eine Dosis des Biontech-Impfstoffs für die Jugendlichen vor. Eine Empfehlung zur zweiten Dosis soll folgen.

Update, 4. August, 17.44 Uhr: Deutschland gibt erste Impfdosen von Astrazeneca ab

Deutschland gibt erste Corona-Impfdosen für andere Länder mit akutem Bedarf ab.

Ab sofort und bis auf weiteres werden alle Lieferungen des Herstellers Astrazeneca an die internationale Hilfsinitiative Covax gespendet, wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch auf Anfrage in Berlin mitteilte.

In einem ersten Schritt sollen knapp 1,3 Millionen Dosen direkt an Covax gehen, in Deutschland kommen demnach keine Lieferungen mehr an.

Außerdem verzichtet die Bundesregierung zugunsten anderer EU-Staaten, die Bedarf haben, im Monat August auf Dosen von Johnson & Johnson, die Deutschland nach EU-Verträgen zustehen würden.

Je nach Bedarf in Deutschland soll die vertraglich vereinbarte Menge später geliefert oder dann an andere Staaten abgegeben werden können.

Ein Mitarbeiter des Impfzentrums in den Hamburger Messehallen nimmt eine Impfdose vom Impfstoff Astrazeneca vom Tisch. Links im Bild steht eine Impfdose vom Impfstoff Biontech, rechts im Bild steht eine Impfdose vom Impfstoff Moderna.
Ein Mitarbeiter des Impfzentrums in den Hamburger Messehallen nimmt eine Impfdose vom Impfstoff Astrazeneca vom Tisch. Links im Bild steht eine Impfdose vom Impfstoff Biontech, rechts im Bild steht eine Impfdose vom Impfstoff Moderna.  © Marcus Brandt/dpa

Update, 4. August, 17.23 Uhr: Streit um Corona-Regeln - Dutzende Männer teils bewaffnet vor Imbiss

Ein Konflikt über Corona-Hygieneregeln in einem Beeliner Imbiss ist so eskaliert, dass Dutzende teils bewaffnete Männer erschienen.

Sie versammelten sich am Dienstagnachmittag vor dem Laden in der Schönefelder Chaussee, teils mit Messern, Schreckschusswaffen und Pfefferspray bewaffnet, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Ein 19-Jähriger wurde später bewusstlos und mit Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Zunächst habe ein Imbiss-Mitarbeiter den 19-Jährigen und einen 20-Jährigen aufgefordert, Hygieneregeln zu beachten und eine Mund-Nase-Bedeckung aufzusetzen.

Bei dem folgenden Streit sollen sich der 19-Jährige und der Mitarbeiter gegenseitig ins Gesicht geschlagen haben. Bevor die zwei jungen Männer flüchteten, sollen sie eine Rückkehr mit vielen Menschen angekündigt haben.

Rund dreieinhalb Stunden später sei dann eine große Männergruppe aufgetaucht. Mehrere Mitarbeiter hätten den 19-Jährigen, der sich in der Menge befand, ergriffen und geschlagen.

Zeugenaussagen zur Gruppengröße reichten von 20 bis 100 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte. Als Einsatzkräfte anrückten, seien die meisten geflüchtet.

Während des Einsatzes sei ein Auto mit dem 19-Jährigen vorgefahren, der bewusstlos auf der Rückbank lag. Der Fahrer habe um Hilfe gebeten. Im Krankenhaus sei der junge Mann wieder zu Bewusstsein gekommen.

Update, 4. August, 16.30 Uhr: WHO: Lambda-Variante bereitet sich nicht stark aus

Die Lambda-Variante des Coronavirus bereitet sich nach Angaben Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht besonders stark aus.

Die WHO betrachte unter anderem immer, wie stark sich eine Variante nach der Entdeckung verbreite, sagte Covid-Expertin Maria van Kerkhove am Mittwoch auf eine dpa-Frage.

"Es geht nicht wirklich hoch, selbst in Peru nicht, wo die Variante zuerst entdeckt wurde", sagte van Kerkhove. Nach Angaben aus Peru werde die Lambda-Variante derzeit dort von der Gamma-Variante verdrängt.

Van Kerkhove räumte ein, dass Mutationen in einem Spike-Protein der Lambda-Variante besorgniserregend seien. Alle Virusveränderungen könnten die Effektivität von Impfstoffen beeinträchtigen.

Lambda wurde nach Angaben der WHO in 40 Ländern nachgewiesen.
Lambda wurde nach Angaben der WHO in 40 Ländern nachgewiesen.  © Moritz Frankenberg/dpa/dpa-tmn

Update, 4. August, 16.23 Uhr: Chilenische Fischer blockieren Straßen und fordern Corona-Hilfen

Chilenische Fischer haben mehrere Landstraßen blockiert und sich Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

Sie errichteten am Mittwoch Straßensperren und setzten Reifen in Brand, wie der Radiosender Cooperativa berichtete. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Die selbstständigen Fischer forderten staatliche Unterstützung in der Corona-Pandemie, wie sie auch kleine Betriebe erhalten. "Die Straßen bleiben blockiert, bis die Regierung diesen Bonus gewährt, den alle Fischer in Chile fordern", sagte Gewerkschaftsführer Norberto Vega.

Update, 4. August, 16 Uhr: Tübinger Intendant fordert Impfpflicht für Theater

Mit einer Impfpflicht könnten die Theater und Veranstalter nach Ansicht des Tübinger Intendanten Thorsten Weckherlin auf die sinkende Zahl von Impfungen reagieren.

"Eine Impfpflicht für Theaterbesuche ist ein Anreiz, sich impfen zu lassen", sagte der Theaterregisseur und Intendant am Landestheater Tübingen am Mittwoch. "Würden bundesweit alle Bühnen und Veranstalter eine Impfpflicht für Theater und Festival-Besuche einführen, wäre das ein klares Zeichen."

Damit würden sich die Bühnen hinter die Wissenschaft stellen und einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität gehen. "Auf der Bühne, im Probenraum und im Parkett muss es die Impfpflicht geben!", forderte der 58-Jährige.

Update, 4. August, 15.50 Uhr: WHO verlangt Moratorium auf Auffrischimpfungen gegen Corona

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert einen vorübergehenden Stopp von Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus, so lange noch viele ärmere Länder auf Impfdosen warten.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus kritisierte die in mehreren Ländern erörterten Pläne für solche Impfungen am Mittwoch in Genf.

Bereits begonnene Auffrischimpfungen sollten ausgesetzt und Pläne dafür bis mindestens Ende September auf Eis gelegt werden, bis mindestens zehn Prozent der Menschen in allen Ländern der Welt geimpft seien.

"Länder mit hohen Einkommen haben 100 Impfdosen pro 100 Einwohner verabreicht", sagte Tedros. "Gleichzeitig konnten Länder mit niedrigen Einkommen nur 1,5 Dosen pro 100 Menschen verabreichen, weil ihnen Impfstoff fehlt. Wir brauchen dringend eine Kehrtwende, so dass die Mehrheit der Impfstoffe in Länder mit niedrigen statt hohen Einkommen geht."

Update, 4. August, 14.13 Uhr: Bund will Corona-Kurs für Herbst mit den Ländern festlegen

Die Bundesregierung will bei den Beratungen mit den Ländern in der kommenden Woche mögliche Maßnahmen gegen eine neue größere Corona-Welle im Herbst und Winter festlegen.

Die steigenden Infektionszahlen seien "eine Warnung", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch im Berlin. Der Umgang damit solle in der Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Dienstag abschließend behandelt werden.

"Unser aller Ziel muss es ja sein, einen weiteren harten Lockdown zu verhindern", sagte Demmer. Unter anderem mit Basismaßnahmen wie Abstand und Masken hätten es alle in der Hand, den Pandemieverlauf zu beeinflussen. Zu möglichen weiteren Maßnahmen äußerte sie sich nicht. Ein Bericht des Gesundheitsministeriums mit Vorschlägen sei "eine Diskussionsgrundlage" für die Beratungen der Bund-Länder-Runde.

Update, 4. August, 14 Uhr: Studie: Ungeimpfte stecken sich dreimal häufiger an als Geimpfte

Ungeimpfte Menschen haben einer aktuellen britischen Studie zufolge ein dreimal so hohes Risiko sich mit Corona zu infizieren als vollständig Geimpfte.

In der Untersuchung von Forschern des Imperial College London wurden 1,2 Prozent von 100.000 Probanden in England positiv auf das Virus getestet, während es unter den vollständig Geimpften nur 0,4 Prozent waren. Die noch nicht von Fachleuten begutachteten Ergebnisse wurden am Mittwoch in einem Pre-Print-Papier online veröffentlicht.

"Diese Ergebnisse bestätigen unsere vorherigen Daten und zeigen, dass eine vollständige Impfung guten Schutz davor bietet, sich zu infizieren", sagte der Studienleiter Paul Elliot einer Mitteilung zufolge. Da jedoch kein Impfstoff eine hundertprozentige Wirksamkeit habe, gebe es auch für Geimpfte noch ein gewisses Risiko, sich zu infizieren.

Die am Imperial College London geleitete Studie führt regelmäßige Testreihen unter zufällig ausgewählten Stichproben durch und liefert somit regelmäßig ein realistisches Abbild der Epidemie Entwicklung in England.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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