Coronavirus-Lockerungen in Sicht: Die wichtigsten Änderungen

Berlin - Was wird sich ändern? Bundeskanzlerin Merkel (65, CDU) sprach am Mittwoch mit Mitgliedern des Bundeskabinetts und der Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Corona-Lockerungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußert sich auf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußert sich auf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt.  © Bernd von Jutrczenka/dpa-Pool/dpa

Zunächst bedankte sich die Kanzlerin bei den Deutschen für ihre Geduld, machte aber auch klar, dass wir solange mit dem Virus zu kämpfen haben, bis es einen Impfstoff gibt.

Merkel rief die Bürger erneut dazu auf, sich weiterhin an die Beschränkungen zu halten. 

Man habe zwar etwas erreicht, was nicht von vorneherein absehbar gewesen sei, die Krankenhäuser, die Ärzte und die Pflegekräfte seien nicht überlastet worden, sagte Merkel am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz mit den Regierungschefs der Länder.

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Aber das sei nur ein Zwischenerfolg, "ein zerbrechlicher Zwischenerfolg", warnte Merkel. Es gebe noch nicht viel Spielraum für Änderungen oder ein Vorpreschen, auch wenn eine gute Absicht dahinter stecke.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) betonte, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern besser durch die Krise komme, da frühzeitig gehandelt wurde.

"Wir setzen weiter auf Vorsicht", so Söder. Er wolle keine Normalität vortäuschen oder leichtsinnig werden, solange es noch keinen Impfstoff gebe.

Die wichtigsten Punkte:

Markus Söder (l-r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, und Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister.
Markus Söder (l-r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, und Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister.  © Bernd von Jutrczenka/dpa Pool/dpa

Gastronomiebetriebe bleiben weiter geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause. Geschlossen haben weiter auch Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen sowie Theater, Opern und Konzerthäuser. 

Großveranstaltungen sollen bis 31. August verboten bleiben. Das betrifft neben Konzerten auch Fußballspielen.

Bund und Länder wollen das Tragen von Alltagsmasken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel "dringend" empfehlen. Eine generelle bundesweite Maskenpflicht soll es demnach aber nicht geben.

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Der Schulbetrieb in Deutschland soll am 4. Mai beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen wieder aufgenommen werden. Besonders vom Coronavirus betroffene Länder können nach Worten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder aber von der gemeinsamen Bund-Länder-Linie abweichen. Bayern beispielsweise will mit dem Schulbetrieb erst ab 11. Mai schrittweise wieder beginnen.

Kitas bleiben weiterhin geschlossen.

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern sollen ab Montag (20. April) wieder öffnen dürfen. Dies gilt unabhängig von der Verkaufsfläche auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen.

Friseurbetriebe sollen sich darauf vorbereiten, unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen sowie unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung den Betrieb ab dem 4. Mai wieder aufzunehmen.

Die seit Wochen geltenden Kontaktbeschränkungen werden bis zum 3. Mai verlängert. Verstöße dagegen werden weiterhin geahndet.

In Pflege- und Altenheime soll es individuelle Konzepte geben, damit diese nicht komplett isoliert werden.

Auf Reisen soll weiterhin verzichtet werden, auch auf Tagesausflüge. Übernachtungsangebote im Inland sollten weiterhin nur für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

Das Versammlungsverbot in Gotteshäusern bleibt bestehen. In Kirchen, Moscheen, Synagogen oder Örtlichkeiten anderer Glaubensgemeinschaften sollen damit vorerst keine religiösen Feierlichkeiten und Veranstaltungen stattfinden.

Man wolle sich in 14-Tagesabständen die aktuellen Entwicklungen ansehen. Nächster Termin wäre dann der 30. April, wo weitere Schritte besprochen werden. 

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa-Pool/dpa

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