Coronavirus: Merkel warnt vor erneuten Grenzschließungen in Europa

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch die geringere Hürde bleiben. Denn schließlich steht am Montag, den 2. November, der nächste Lockdown an. 

Update, 29. Oktober, 23 Uhr: EU-Ratschef zu Corona: Wir sitzen alle in einem Boot

EU-Ratschef Charles Michel hat die Europäer auf einen gemeinsamen Kampf gegen die Corona-Pandemie eingeschworen

"Wir sitzen alle im selben Boot", sagte Michel nach Abschluss des Videogipfels zur Corona-Pandemie am Donnerstagabend. "Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und an einem Strang ziehen", fügte er hinzu.

Im Kampf gegen die Pandemie brauche es einen gemeinsamen Ansatz bei der Verbreitung und Nutzung von Schnelltests, sagte Michel weiter. Man habe außerdem darüber gesprochen, die Quarantänedauer in Europa zu harmonisieren.

Man wolle ferner eine Impfstrategie vorbereiten, so dass ein Impfstoff effizient genutzt werden könne, wenn er dann zur Verfügung stehe. Man müsse außerdem einen logistischen Ansatz für effiziente Impfkampagnen finden sowie kommunikativ gegen "Fake News" zu Impfungen vorgehen.

Update, 29. Oktober, 22.37 Uhr: Amazon verdreifacht Gewinn - Online-Shopping-Boom in Corona-Krise

Der Trend zum Einkauf im Internet verhilft dem weltgrößten Online-Händler Amazon in der Corona-Krise weiter zu glänzenden Geschäften. Im dritten Quartal wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 96,1 Milliarden Dollar (82,3 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Gewinn verdreifachte sich auf 6,3 Milliarden Dollar.

Auch das lukrative Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Internet florierte weiter, Amazons Flaggschiff AWS erhöhte die Erlöse hier um 29 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Insgesamt übertrafen die Quartalszahlen die Prognosen klar, dennoch reagierte die Aktie nachbörslich zunächst verhalten. Der Kurs ist seit Jahresbeginn allerdings auch schon um mehr als 70 Prozent gestiegen.

Update, 29. Oktober, 22.27 Uhr: Merkel warnt vor erneuten Grenzschließungen in Europa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei einem EU-Videogipfel klar gegen die erneute Schließung von Grenzen innerhalb der Europäischen Union ausgesprochen. 

Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Donnerstagabend nach dreistündigen Beratungen der Staats- und Regierungschefs, dass sich Merkel für eine koordinierte Bekämpfung der Corona-Pandemie in Europa eingesetzt habe: "Gerade für Deutschland als Land in der Mitte Europas ist es wichtig, dass die Grenzen offen bleiben, dass es einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf gibt und dass wir gemeinsam die Pandemie bekämpfen."

Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatten zahlreiche EU-Länder ihre Grenzen ohne Absprachen geschlossen. Auch jetzt gibt es bereits wieder einseitige Einreisebeschränkungen. So hat die dänische Regierung vor einer Woche verfügt, dass Menschen aus Deutschland nicht mehr ohne triftigen Grund einreisen dürfen. Für den Großteil der weiteren Staaten in Europa gilt das schon länger. Ungarn hat seine Grenzen schon wieder fast ganz für Ausländer dicht gemacht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) erläuterte bei dem Treffen auch die drastischen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung, die in Deutschland im November gelten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) erläuterte bei dem Treffen auch die drastischen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung, die in Deutschland im November gelten.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Oktober, 21.59 Uhr: Fußballverband Mittelrhein setzt Spielbetrieb aus

Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) setzt nach der Verkündung eines Teil-Lockdowns ab kommendem Montag seinen Spielbetrieb aus. 

Wie der Verband am Donnerstag mitteilte, werden die geplanten Spiele der Herren, Frauen und Jugend sowie im Futsal schon ab Freitag ausfallen. Ab dem 2. November ist er aufgrund der behördlichen Verfügungslage untersagt. Dem Fußball-Verband Mittelrhein gehören über 1100 Vereine aus neun Kreisen an, darunter Köln, Aachen und Bonn.

Update, 29. Oktober, 21.56 Uhr: Neue Ausgangsbeschränkungen in Frankreich kosten Milliarden

Die neuen coronabedingten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich sorgen für milliardenschwere Extrakosten. Wie Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Donnerstagabend in Paris sagte, müssen 200.000 Geschäfte in den kommenden Wochen geschlossen bleiben. 

"Dieser Lockdown ist ein harter Schlag für alle Unternehmen, die geschlossen bleiben werden", sagte der Ressortchef. Er bezifferte die nun fälligen Unterstützungsleistungen pro Monat auf rund 15 Milliarden Euro. Die neuen Maßnahmen gelten ab Freitag und bis zum 1. Dezember. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. 

Update, 29. Oktober, 21.44 Uhr: Trump: "Wir machen nie wieder einen Lockdown"

US-Präsident Donald Trump hat ungeachtet weiter steigender Coronavirus-Infektionen neue weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA ausgeschlossen. "Wir werden nie wieder einen Lockdown machen", verkündete Trump am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt in Tampa im Bundesstaat Florida. Er nahm dabei auch ausdrücklich Bezug auf die in Deutschland und Frankreich angekündigten Einschränkungen.

Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA zuletzt wieder auf rund 79.000 an einem Tag angestiegen war, beharrt Trump weiterhin darauf, dass man bald über den Berg sein werde. Er verweist darauf, dass bald wirksame Arzneimittel wie Antikörper-Medikamente sowie Impfstoffe verfügbar sein würden. Experten auch aus Trumps Regierung warnen allerdings, dass bis dahin noch Monate vergehen dürften. Deshalb setzten sie sich unter anderem für das Tragen von Masken ein.

Donald Trump (77), Präsident der USA, während einer Wahlkampfkundgebung am Donnerstag vor dem Raymond James Stadium in Tampa.
Donald Trump (77), Präsident der USA, während einer Wahlkampfkundgebung am Donnerstag vor dem Raymond James Stadium in Tampa.  © Chris O'meara/AP/dpa

Update, 29. Oktober, 21.12 Uhr: Biden: Trump veranstaltet "Superspreader-Events" im Wahlkampf

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump vorgeworfen, mit Großveranstaltungen in der Corona-Pandemie Menschenleben zu gefährden. Der Präsident verteile bei seinen "Superspreader-Events" im Wahlkampf Viren im ganzen Land.

"Er sagt, es geht dem Ende entgegen, dass (das Virus) weggeht. Dass wir damit leben lernen. Nein, er erwartet, dass wir lernen, damit zu sterben", rief Biden seinen Anhängern am Donnerstag im Ort Coconut Creek (Florida) nahe Miami zu. Zusätzlich zu Keimen verbreite Trump auch Spaltung und Zwietracht.

Trump hielt zur gleichen Zeit ebenfalls im umkämpften Florida eine Wahlkampfrede. Bei der Veranstaltung in Tampa standen wie in den vergangenen Tagen Tausende Menschen teils ohne Masken und dicht zusammengedrängt vor der Bühne. Biden dagegen trat am Donnerstag wie schon in der Vergangenheit vor einer deutlich kleineren Menge auf. Vor seiner Bühne standen etwa 200 Autos - die Veranstalter forderten die Insassen auf, sich stets in der Nähe ihres Wagens aufzuhalten, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Joe Biden (77), demokratischer Präsidentschaftskandidat und ehemaliger US-Vizepräsident, hält seine Rede am Donnerstag bei der Wahlkampfkundgebung am Broward College in Coconut Creek.
Joe Biden (77), demokratischer Präsidentschaftskandidat und ehemaliger US-Vizepräsident, hält seine Rede am Donnerstag bei der Wahlkampfkundgebung am Broward College in Coconut Creek.  © Andrew Harnik/AP/dpa

Update, 29. Oktober, 21.10 Uhr: Wegen Corona-Pandemie: Rio sagt seinen Straßenkarneval ab

Nach der Verschiebung des weltberühmten Karnevals im Sambodrom hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wegen der Corona-Pandemie den Straßenkarneval abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal "G1" am Donnerstag. 

Demnach hätten Vertreter von Karnevalsgruppen, die städtische Tourismusagentur Riotur und Spezialisten für Gesundheit und öffentliche Sicherheit die Absage nach einer Online-Besprechung festgelegt. Dem Bericht zufolge waren sich alle Teilnehmer einig, dass eine Veranstaltung von der Größe des Straßenkarnevals von Rio in der Corona-Pandemie weder sinnvoll noch sicher ist. 

Update, 29. Oktober, 20.57 Uhr: Die aktuelle Corona-Lage in Deutschland

Die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland.
Die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland.  © Montage: Grafik TAG24, 123rf.com/olegdudko

Update, 29. Oktober, 20.04 Uhr: Berliner Senat beschließt Teil-Lockdown

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben in Berlin ab 2. November für vier Wochen teilweise heruntergefahren. Der Senat beschloss am Donnerstag weitreichende Beschränkungen für die Bürger, für Gastronomie, Kultur und Sport. Er setzt damit einen von Bund und Ländern vereinbarten Teil-Lockdown um.

Die Ministerpräsidenten hatten sich bei einer Video-Schaltkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch auf eine Schließung von Gastronomiebetrieben, Theatern, Opern, Konzerthäusern, Fitnessstudios, Kosmetiksalons, Freizeit- und Sportstätten verständigt. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Für Kinder bis 12 Jahren gilt das in Berlin allerdings nicht - für sie ist weiter Training an der frischen Luft möglich.

Der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch Angehörigen zweier Haushalte mit maximal zehn Personen gestattet. Kinder bis 12 Jahren sind von dieser Regel ausgenommen. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen. Schulen und Kitas sollen ebenso offen bleiben wie Geschäfte.

Update, 29. Oktober, 19.35 Uhr: Italiens Schwimmstar freut sich über Negativ-Test

Federica Pellegrini hat ihre Coronavirus-Infektion überstanden. Die 32 Jahre alte Schwimm-Olympiasiegerin und sechsmalige Weltmeisterin aus Italien schrieb am Donnerstag bei Instagram neben einem Foto von sich auf italienisch unter anderem "NEGATIVAAAAA". 

Vor zwei Wochen hatte Pellegrini einen Positiv-Befund nach einem Test auf das Coronavirus bekanntgegeben und sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben.

Update, 29. Oktober, 19.28 Uhr: Österreich mit Corona-Rekordwert binnen Tagesfrist

In Österreich hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen eines Tages wurden laut Innenministerium 4453 neue Fälle verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland. Auch die Auslastung der Klinikbetten stieg markant an. 

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nannte am Donnerstag erneut eine Zahl von 6000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass ein solcher Wert in wenigen Tagen erreicht wird.

Der österreichische Bundeskanzler, Sebastian Kurz (34, ÖVP), kündigte für Samstag ein Treffen mit den anderen Parteien und den Ministerpräsidenten an. Danach werde die Öffentlichkeit über etwaige Schritte informiert.
Der österreichische Bundeskanzler, Sebastian Kurz (34, ÖVP), kündigte für Samstag ein Treffen mit den anderen Parteien und den Ministerpräsidenten an. Danach werde die Öffentlichkeit über etwaige Schritte informiert.  © Roland Schlager/APA/dpa

Update, 29. Oktober, 19.24 Uhr: Verbraucherschützer fordern: Keine neue Gutschein-Regel bei Absagen

Der Verbraucherzentrale-Bundesverband (VZBV) fordert, dass Veranstalter bei Absagen auf Grund der verschärften Corona-Beschränkungen nicht wieder Gutscheine ausstellen dürfen, anstatt die Ticketkosten zu erstatten. 

"Die Politik darf keinesfalls erneut auf die Idee kommen, Zwangsgutscheine für ausgefallene Veranstaltungen einzuführen", sagte VZBV-Vorstand Klaus Müller am Donnerstag. In der "Rheinischen Post" erklärte er, wenn Unternehmen bis zu 75 Prozent ihres Umsatzverlustes ersetzt bekommen sollten, müsse das auch bedeuten, dass es bei Veranstaltungsausfällen Erstattungen geben müsse.

Müller verlangte außerdem eine Lösung für alle Gutscheine von Veranstaltern, die insolvent sind oder werden. "Die davon betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen nicht leer ausgehen."

Update, 29. Oktober, 19.20 Uhr: Tunesien verschärft Coronaregeln

Wegen kontinuierlich steigender Infektionszahlen verschärft die tunesische Regierung die Corona-Beschränkungen. Unter anderem beginnt von Montag an wieder eine nächtliche Ausgangssperre im gesamten Land, wie die tunesische Nachrichtenagentur TAP am Donnerstag berichtete. 

Die Ausgangssperre soll demnach unter der Woche zwischen 20.00 Uhr und 5.00 Uhr sowie am Wochenende zwischen 19 Uhr und 5 Uhr (MEZ) gelten. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums hatte die Situation im Land zuvor als "sehr gefährlich" bezeichnet.

Zusätzlich zu der nächtlichen Ausgangssperre sollen auch Schulen und Moscheen zeitweise geschlossen werden. Künftig sind zudem Zusammenkünfte mit mehr als vier Personen im öffentlichen Raum nicht mehr erlaubt. Cafés und Restaurants müssen um 16 Uhr schließen, und Reisen zwischen Regionen sind bis auf Ausnahmen untersagt.

Update, 29. Oktober, 19.15 Uhr: Belarus schließt Grenze zu Litauen, Lettland, Polen und zur Ukraine

Ohne Vorwarnung hat Belarus am Donnerstag seine Grenzen zu den EU-Staaten Polen, Litauen und Lettland sowie zur Ukraine geschlossen. Wegen der "epidemiologischen Lage" in einigen Nachbarländern von Belarus werde für eine Zeit die Einreise beschränkt, teilte der Grenzschutz des Landes mit. "Wir müssen die Grenze schließen", hatte zuvor Machthaber Alexander Lukaschenko ohne Angabe von Gründen gesagt.

Durchgelassen würden Diplomaten und Lastverkehr, teilte der Grenzschutz mit. Zuvor hatten Bürger aus Belarus an den Grenzübergangsstellen darüber geklagt, dass sie nicht in ihre Heimat zurückkehren könnten. Die Entscheidung des Grenzschutzes war auch insofern überraschend, als die Behörden die Gefahr durch die Atemwegserkrankung Covid-19 seit Monaten kleinreden.

Lukaschenko hatte die Coronavirus-Pandemie als eine "Psychose" bezeichnet. Offiziell hatte Belarus bis Donnerstag 96.529 Corona-Infizierte, 85.332 galten als genesen. Die Zahl der Coronavirus-Toten lag nach offizieller Darstellung bei 973. Ärzte in Belarus halten diese Zahlen für geschönt.

Es galt als wahrscheinlich, dass es eher politische Gründe für die Grenzschließung gab. Die Beziehungen von Belarus zu allen vier Nachbarn sind gespannt, seit sie Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten anerkennen. Mit Russland, das extrem hohe Infektionszahlen hat und Lukaschenko unterstützt, funktioniert der Grenzverkehr.

Alexander Lukaschenko (66), Präsident von Belarus.
Alexander Lukaschenko (66), Präsident von Belarus.  © Nikolai Petrov/POOL BelTa/AP/dpa

Update, 29. Oktober, 19.12 Uhr: Neue Ausgangsbeschränkungen in Frankreich

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen in Frankreich am Freitag weitreichende Ausgangsbeschränkungen in Kraft treten. Staatschef Emmanuel Macron hatte die Maßnahmen am Mittwoch angekündigt. 

Bürger dürfen sich demnach nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können auf die Straße gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen - müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen.

Macron will das Land aber nicht so weit lahmlegen wie noch während des Lockdowns im Frühjahr. Die Wirtschaft soll so weit wie möglich weiterlaufen; die Menschen sollen arbeiten, aber möglichst von zu Hause aus. Anders als im Frühjahr sollen die Schulen geöffnet bleiben. Bars, Restaurants und "nicht unentbehrliche Geschäfte" müssen jedoch schließen.

Auch Reisen in andere Regionen des Landes sind nicht ohne Weiteres möglich - für die Rückkehr aus den Herbstferien soll es am Wochenende aber Ausnahmen geben. Die Maßnahmen sind zunächst bis zum 1. Dezember befristet.

Update, 29. Oktober, 19.07 Uhr: Gespräche mit Eltern und Lehrern angekündigt

Nach dem Bund-Länder-Beschluss für einen Teil-Lockdown bei Offenhaltung von Schulen und Kitas sind nach Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK) Gespräche mit Eltern und Lehrern geplant. 

"Das Präsidium der Kultusministerkonferenz wird zeitnah mit den Lehrer- und Elternverbänden über die Situation in der Corona-Pandemie diskutieren", hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung nach erneuten Beratungen der Kultusminister der Länder.

Update, 29. Oktober, 18.58 Uhr: Neuer Höchstwert: 16.774 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen hervor. 

Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 14.964 Fällen. Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11.287 Neuinfektionen gemeldet. Damit hatte der Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Eine Mitarbeiterin eines Labors in Geesthacht überführt einen trockenen Abstrich eines molekularbiologischen Tests auf das SARS-CoV-2-Virus in eine Flüssigkeit.
Eine Mitarbeiterin eines Labors in Geesthacht überführt einen trockenen Abstrich eines molekularbiologischen Tests auf das SARS-CoV-2-Virus in eine Flüssigkeit.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Update, 29. Oktober, 18.49 Uhr: Corona-Schutz: Papst Franziskus hält Generalaudienz ohne Pilger

Papst Franziskus schränkt angesichts der steigenden Corona-Zahlen seine Auftritte vor Gläubigen wieder stärker ein und überträgt seine Generalaudienz mittwochs nur noch per Livestream. Das teilte der Vatikan am Donnerstag mit. 

Grund für die Einschränkung sei der Fall eines positiv auf Corona getesteten Teilnehmers an der Generalaudienz mit Gläubigen vom 21. Oktober. Ab dem 4. November werde Franziskus (83) seine wöchentliche Audienz aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes übertragen. Die Umstellung auf die Form via Internet geschehe, "um jegliche zukünftige Gefährdung der Gesundheit der Teilnehmer auszuschließen", hieß es.

Papst Franziskus (83) wendet sich ab sofort per Livestream an die Gläubigen.
Papst Franziskus (83) wendet sich ab sofort per Livestream an die Gläubigen.  © Gregorio Borgia/AP/dpa

Update, 29. Oktober, 18.43 Uhr: Luxemburg beschließt nächtliche Ausgangssperre

Wegen Corona gilt ab Freitag eine nächtliche Ausgangssperre in Luxemburg. Das Luxemburger Parlament beschloss am Donnerstag einen Gesetzestext, wonach die Bürger zwischen 23 und 6 Uhr grundsätzlich zu Hause bleiben müssen. Ausnahmen sind beispielsweise Arztbesuche oder der Weg zur Arbeit. Auch das Gassigehen mit einem Hund ist im Umkreis von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt.

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen hat das Parlament weitere Einschränkungen auf den Weg gebracht: Im Restaurant oder zu Hause dürfen nur noch maximal vier Personen ohne Mund-Nasen-Bedeckung zusammenkommen. Wenn es mehr Menschen sind, ist das Tragen einer Maske Pflicht. Diese Einschränkungen gelten bis Jahresende, die Ausgangssperre ist bis Ende November befristet.

Update, 29. Oktober, 18.28 Uhr: Kulturminister einigen sich auf Schließung auch der Museen

Mit den neuen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie müssen auch die Museen in Deutschland schließen. Darauf verständigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Kulturminister der Länder am Donnerstag in einer Konferenzschaltung.

Zunächst war die Situation für Museen unklar, weil sie in der Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten nicht ausdrücklich erwähnt sind. Danach müssen Kultureinrichtungen wie Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos im November für einen Monat zubleiben.

Der Probebetrieb darf weitergehen, legten die Kulturminister nun fest. Damit soll ermöglicht werden, dass der Spielbetrieb im Dezember auch wieder aufgenommen werden kann.

Offen bleiben dürfen nach den Informationen Bibliotheken, Archive und Musikschulen.

Update, 29. Oktober, 18.15 Uhr: Nicht mal mit Maske: Kein Studiopublikum mehr bei "The Masked Singer" und "Luke!"

Bei den TV-Shows "The Masked Singer" von ProSieben und "Luke! Die Greatnightshow" auf Sat.1 muss das Studiopublikum wegen Corona künftig draußen bleiben. Zum Schutz von Zuschauern, Protagonisten und Mitarbeitern werde bis auf Weiteres bei allen Produktionen auf Publikum im Studio verzichtet, teilte die Seven.One Entertainment Group am Donnerstag in Unterföhring bei München mit.

Die Entscheidung betreffe insbesondere Shows der Sender ProSieben und Sat.1. Für alle Produktionen gelten den Angaben nach schon seit dem Frühjahr strenge Hygienekonzepte entsprechend den gesetzlichen Vorgaben.

ProSieben-Chef Daniel Rosemann sagte: "Im Frühjahr habe ich von einer Herbst-Staffel "The Masked Singer" mit Publikum geträumt. Aber das lässt sich leider nicht mehr realisieren." Sat.1-Chef Kaspar Pflüger sagte: "Mit diesem Schritt möchten wir zudem sicherstellen, dass wir unseren Zuschauern weiter gute Unterhaltung bieten können, um für ein wenig Ablenkung in dieser, für viele sehr belastenden, Zeit zu sorgen."

Comedian Luke Mockridge (31) muss vorerst auf Studiopublikum verzichten.
Comedian Luke Mockridge (31) muss vorerst auf Studiopublikum verzichten.  © Henning Kaiser/dpa

Update, 29. Oktober, 18.10 Uhr: Proteste gegen Rom: Premier Conte fordert Zusammenhalt

Angesichts gewalttätiger Proteste gegen verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen hat Italiens Regierungschef Giuseppe Conte die Bürger zum Zusammenhalt aufgerufen. "Dies ist wirklich die Zeit, um vereint zu bleiben, insbesondere angesichts des wirtschaftlichen Leids, der seelischen Belastungen, des Ärgers, der Angst und der Sorgen vieler Mitbürger", sagte er am Donnerstag vor dem Parlament in Rom. 

Rom wisse, dass die Einschränkungen für Bars und Lokale sowie die Schließung von Theatern und Kinos harte Einschnitte seien, versicherte der parteilose Jurist. Doch andere Länder Europas seien wegen der rasant steigenden Zahlen von Virus-Neuinfektionen in einer ähnlich schwierigen Lage. Conte nannte Deutschland und Frankreich als Beispiele. Einige Staaten hätten noch schärfere Einschränkungen erlassen als Italien, sagte er.

Rom will einen zweiten vollen Lockdown wie im Frühjahr bei der ersten Corona-Welle vermeiden. Der Premier forderte die Italiener erneut zur Änderung von Verhaltensweisen und zum Einhalten der Schutzregeln auf.

Giuseppe Conte (66), Premierminister von Italien.
Giuseppe Conte (66), Premierminister von Italien.  © Fabio Frustaci/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 29. Oktober, 18.07 Uhr: Keine Maske im Bundestag - Ordnungsruf für CDU-Abgeordneten

Wegen Missachtung der Maskenpflicht im Bundestag hat sich der niedersächsische CDU-Abgeordnete Roy Kühne am Donnerstag einen Ordnungsruf eingehandelt. 

"Er hat den Plenarsaal ohne Maske verlassen, den Plenarsaal ohne Maske wieder betreten", erklärte Parlamentsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP), der die Sitzung zu diesem Zeitpunkt leitete. Wegen der Corona-Pandemie muss seit Anfang Oktober in allen Gebäuden des Bundestags ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden - auch im Plenarsaal. Er darf nur am jeweiligen Sitzplatz oder am Rednerpult abgelegt werden.

Kubicki sagte, da Mahnungen nicht ausreichten, seien offensichtlich "härtere Maßnahmen" notwendig. "Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass im Wiederholungsfall weitere Ordnungsmaßnahmen folgen können". Laut Geschäftsordnung kann das Bundestagspräsidium einzelne Abgeordnete zur Ordnung rufen, "wenn sie die Ordnung oder die Würde des Bundestages verletzen". Weitergehende Maßnahmen wären ein Ordnungsgeld in Höhe von 1000 Euro sowie ein Sitzungsausschluss.

Update, 29. Oktober, 17.57 Uhr: Angela Merkel ruft vor neuen Beschränkungen zur Solidarität auf

Kanzlerin Angela Merkel hat alle Bürger vor den erneuten massiven Corona-Beschränkungen im November zur Solidarität aufgerufen und vor einer Verharmlosung der Lage gewarnt. "Miteinander und füreinander, nur so kommen wir durch diese historische Krise", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag im Bundestag. "Der Winter wird schwer. Vier lange schwere Monate. Aber er wird enden." 

Die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur deutlichen Reduzierung von Kontakten seien "geeignet, erforderlich und verhältnismäßig". Von der Opposition und aus der Wirtschaft kam teils scharfe Kritik. Dagegen hoffen Mediziner, Klinik-Überlastungen nunmehr besser abzuwenden.

Merkel sagte: "Wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Sie betrifft uns alle." In den vergangenen Wochen seien die Infektionszahlen "deutlich in die Höhe geschnellt", viele Gesundheitsämter seien an der Belastungsgrenze. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Michael Kappeler/dpa

Update, 29. Oktober, 17.53 Uhr: Erneut Corona-Alarm bei Erzgebirge Aue

Corona-Alarm beim FC Erzgebirge Aue! Wie TAG24 erfuhr, wurden bei einem Spieler auffällige Werte auf SARS-CoV-2 festgestellt. 

Die erste Mannschaft hat sich daraufhin sofort in Quarantäne begeben. Das Heimspiel gegen Holstein Kiel an diesem Sonnabend steht damit auf der Kippe. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Das Aue-Logo an der Fassade des Stadions. Wieder einmal müssen die Auer Spieler in Quarantäne.
Das Aue-Logo an der Fassade des Stadions. Wieder einmal müssen die Auer Spieler in Quarantäne.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Oktober, 17.44 Uhr: Katalonien, Madrid und Kantabrien abgeriegelt

Im Rahmen des von Spanien ausgerufenen Notstandes kündigen immer mehr Regionen eine Abriegelung ihres Territoriums an. Am Donnerstag taten das auch Katalonien mit der Metropole Barcelona, Madrid sowie Kantabrien. 

Damit haben bereits zwölf der 17 "Comunidades Autónomas" (Autonomen Gemeinschaften) eine Absperrung für bis zu zwei Wochen beschlossen. Die betroffenen Menschen dürfen ihre Region nur mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren.

Die Calle Mayor in Palencia ist menschenleer. Wegen stark steigender Corona-Zahlen werden nach Madrid und neun Kommunen im Umland weitere spanische Städte weitgehend abgeriegelt.
Die Calle Mayor in Palencia ist menschenleer. Wegen stark steigender Corona-Zahlen werden nach Madrid und neun Kommunen im Umland weitere spanische Städte weitgehend abgeriegelt.  © Carlos Mateo/EUROPA PRESS/dpa

Update, 29. Oktober, 17.42 Uhr: Litauen mit neuem Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Litauen hat einen neuen Höchstwert erreicht. Die Gesundheitsbehörde in Vilnius vermeldete am Donnerstag 950 positive Tests innerhalb von 24 Stunden in dem baltischen EU-Land - nach einem bisherigen Rekordwert von 776 neuen Fällen am Vortag. Die meisten Neuinfektionen wurden in drei größten Städten Vilnius, Kaunas und Klaipeda registriert.

Litauen mit knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 13.088 bestätigte Infektionen und 150 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Baltenstaat aktuell schlechter als in Deutschland.

Angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen stellte die Regierung in Vilnius zuletzt 21 der 60 Kommunen des Landes unter lokale Quarantäne. Weiter sind von Freitag an Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten bis zum 13. November untersagt. Ausgenommen sind Sport- und Kulturveranstaltungen, für die Teilnahmebeschränkungen gelten.

Update, 29. Oktober, 17.38 Uhr: Ex-Bachelor-Babe Jessi hat Corona

Schon einige Tage schlug sich Jessica Schröder (26) mit Erkältungssymptomen herum, nun hat sie Gewissheit: Die ehemalige Bachelor-Kandidatin hat Corona! Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Jessica Schröder (26) hat das Coronavirus.
Jessica Schröder (26) hat das Coronavirus.  © Screenshot/Instagram, jessicooper

Update, 29. Oktober, 17.35 Uhr: Altmaier stellt Wirtschaftsprognose vor

Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft bisher stark in Mitleidenschaft gezogen. Am Freitag stellt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die aktuelle Konjunkturprognose der Bundesregierung vor. Mit Spannung erwartet wird, ob Altmaier die Schätzung anpasst, nachdem Bund und Länder massive Beschränkungen wie die Schließung von Restaurants und Kneipen sowie von Kultureinrichtungen für den November beschlossen hatten.

Im dritten Quartal ist die deutsche Wirtschaft Ökonomen zufolge wieder gewachsen, nachdem die Konjunktur im Frühjahr infolge der Corona-Krise noch eingebrochen war. Wie stark das Bruttoinlandsprodukt (BIP) tatsächlich zugelegt hat, gibt das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung bekannt.

Update, 29. Oktober, 17.26 Uhr: Polens Regierungschef: Protest gegen Abtreibungsverbot absagen

Angesichts der Corona-Pandemie hat Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki die Frauenbewegung dazu aufgerufen, den für Freitag geplanten Protest gegen ein verschärftes Abtreibungsrecht abzusagen. "Ich bitte ganz inständig darum, mit Blick auf die Epidemie und Covid-19, da es eine Bedrohung für das Leben unserer Senioren ist, aber auch Jüngere können daran sterben", sagte Morawiecki am Donnerstag. 

Er appellierte an die Demonstranten, ihre Wut lieber auf ihn zu konzentrieren, aber jene Mitbürger zu verschonen, die als Folge der Proteste möglicherweise in zwei Wochen von dem Virus betroffen wären. "Als Demonstranten seid ihr im Kontakt mit älteren Menschen, und das könnte dramatische Folgen haben."

Seit Tagen protestieren in ganz Polen Menschen gegen eine Entscheidung des Verfassungsgerichts. Die Richter hatten befunden, dass Frauen auch dann nicht abtreiben dürfen, wenn ihr Kind schwere Fehlbildungen hat. Dies kommt de facto einem Abtreibungsverbot gleich. Erst am Mittwoch hat sich laut Polizei landesweit mehr als 430.000 Menschen an insgesamt 410 Protestaktionen beteiligt. Für Freitag hat die Organisation Allpolnischer Frauenstreik zu einem zentralen Protestmarsch in Warschau aufgerufen.

Demonstranten stehen während eines Protestes gegen eine deutliche Verschärfung des Abtreibungsverbots in Warschau Polizisten gegenüber.
Demonstranten stehen während eines Protestes gegen eine deutliche Verschärfung des Abtreibungsverbots in Warschau Polizisten gegenüber.  © Pawel Supernak/PAP/dpa

Update, 29. Oktober, 17.24 Uhr: Airbus-Finanzchef: Weniger Stellenabbau dank längerer Kurzarbeit

Beim Flugzeugbauer Airbus sollen auch dank der verlängerten Kurzarbeitsregeln deutlich weniger als die zunächst geplanten 15.000 Jobs wegfallen. "Wir sprechen schon von ein paar Tausend Stellen", sagte Airbus-Finanzchef Dominik Asam am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Außerdem werde der Konzern Mitarbeiter bei der Forschung an Wasserstoffantrieben und anderen Technologien einsetzen, die von den Regierungen gefördert werden.

Von den weltweit 15.000 Stellen auf der ursprünglichen Streichliste sollten rund 6000 in der Verkehrsflugzeugsparte in Deutschland wegfallen, davon 900 bei der Konzerntochter Premium Aerotec.

Mithilfe der Kurzarbeit will Asam vor allem Mitarbeiter für die Fertigung der Mittelstreckenjets der A320-Familie an Bord halten, um die Produktion möglicherweise im nächsten Jahr wieder hochzufahren. Bei den Langstreckenjets wie der A350 und der A330neo werde dieses Instrument aber nicht reichen. Denn wie auch Asam erwartet, dass sich die Nachfrage nach Langstreckenflügen und damit auch der Bedarf an Großraumjets erst in einigen Jahren wieder erholt.

Update, 29. Oktober, 17.15 Uhr: Augsburg schon ab Freitag im Teil-Lockdown

Augsburg wird den für kommende Woche in Deutschland geplanten Teil-Lockdown vorzeitig umsetzen. In Bayerns drittgrößter Stadt werden die in dem Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch festgelegten Schutzmaßnahmen bereits ab diesem Freitagabend gelten. 

Der 2. November sei für Augsburg zu spät, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) am Donnerstagnachmittag. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Der Teil-Lockdown beginnt in Augsburg bereits am 30. November.
Der Teil-Lockdown beginnt in Augsburg bereits am 30. November.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 29. Oktober, 17.12 Uhr: Helge Schneider bittet Scholz um Korrektur der Corona-Novemberhilfe

Der Musiker Helge Schneider (65) hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, bei der Berechnung der Corona-Finanzhilfe nicht den Monat November des Vorjahres, sondern einen Durchschnittswert heranzuziehen. 

Schneider veröffentlichte am Donnerstag auf Facebook ein Foto eines mit Schreibmaschine geschriebenen Briefes an Scholz: "Bei der Untertützung für Künstler ist Dir ein Fehler unterlaufen: Ich habe im November 2019 gar kein Geld verdient, also kann man dafür ja auch keine 75 % ausrechnen. Bitte mache das anders. Zum Beispiel nehme den JAHRES-MONATSDURCHSCHNITT. Danke!" Über den Post von Schneider hatte zuvor der "Berliner Kurier" berichtet.

Scholz hatte am Mittwoch angekündigt, dass für die Zeit des Teil-Lockdowns im November unter anderem Solo-Selbstständige ihre Umsatzausfälle im Umfang von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 ersetzt bekommen sollen. Auf der Homepage von Helge Schneider waren am Donnerstag drei ausverkaufte Konzerte für November angekündigt: In Leverkusen, Viersen und Köln. Laut einer Liste plant Schneider im Dezember 14 Konzerte.

Update, 29. Oktober, 17.11 Uhr: FDP will trotz Corona-Pandemie noch am Dreikönigstreffen festhalten

Trotz der steigenden Infektionszahlen und drastischen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens hält die FDP an ihren Plänen für ihr traditionelles Dreikönigstreffen am 6. Januar in Stuttgart fest. "Wir sind da unbeirrt", sagte der baden-württembergische FDP-Vorsitzende Michael Theurer am Donnerstag. "Wir wollen, dass das Treffen stattfindet." Zuvor hatte bereits das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet.

Natürlich gehe die Partei davon aus, mit deutlich weniger Teilnehmern im Stuttgarter Staatstheater zu planen als bislang. "Im Notfall müssen wir die Veranstaltung als Stream nach draußen übertragen", sagte Theurer. Doch das Treffen finde seit 1866 in jedem Jahr statt und sei nur durch die Weltkriege und die Nazizeit unterbrochen worden. "Eine so wichtige Institution der deutschen Demokratiegeschichte darf nicht der Pandemie zum Opfer fallen", sagte Theurer dem "Spiegel".

Update, 29. Oktober, 17.06 Uhr: Mousse T.: Teil-Lockdown ist verständlich - aber schade

Der DJ und Produzent Mousse T. (54, "Sex Bomb") findet es schade, dass es in der Corona-Pandemie bis zum Teil-Lockdown gekommen ist. "Aber vollkommen verständlich, dass man jetzt Maßnahmen ergreifen muss, die ein bisschen rigoroser sind, um des Ganzen Herr zu werden", sagte er am Donnerstag in Hannover. 

"Was ich begrüßen würde, ist, dass man hier und jetzt auch die Kulturschaffenden unterstützt. Wir können nicht arbeiten in dieser Zeit - genauso wenig wie zum Beispiel die Gastro-Betriebe." Angebracht wäre aus seiner Sicht eine Unterstützung seitens der Allgemeinheit und des Staates. "Ansonsten trage ich alle Maßnahmen selbstverständlich mit und erachte diese auch als notwendig."

Der Musikproduzent Mousse T. (54) in seinem Tonstudio in den Peppermint Park Records Music Studios in Hannover.
Der Musikproduzent Mousse T. (54) in seinem Tonstudio in den Peppermint Park Records Music Studios in Hannover.  © Peter Steffen/dpa

Update, 29. Oktober, 16.59 Uhr: Dänemark beschränkt auch die Einreise aus Schleswig-Holstein

Dänemark weitet seine Reisebeschränkungen nun auch auf Schleswig-Holstein aus. Das ging am Donnerstagnachmittag aus dem wöchentlich aktualisierten Reisemaßgaben des dänischen Außenministeriums hervor. 

Die Maßnahme bedeutet, dass den Dänen ab Samstag auch von nicht notwendigen Reisen nach Schleswig-Holstein abgeraten wird. Einwohner Schleswig-Holsteins können weiter nach Dänemark einreisen, müssen dafür aber einen triftigen Einreisegrund oder einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Da die Arbeit als Einreisegrund gilt, werden Grenzpendler weiter ins Land gelassen.

Aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen hat das Nachbarland im Norden Deutschland zum Risikoland erklärt.
Aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen hat das Nachbarland im Norden Deutschland zum Risikoland erklärt.  © Gregor Fischer/dpa

Update, 29. Oktober, 16.48 Uhr: Polizei empfiehlt Verzicht auf "Süßigkeitenjagd" zu Halloween

Die Drohung "Süßes, sonst gibt’s Saures" sollte man besser bleiben lassen: Die Polizei empfiehlt Kindern und Halloween-Fans, die diesjährige "Süßigkeitenjagd" ausfallen zu lassen. Wer dennoch um die Häuser ziehe, um Schokolade zu ergattern, solle sich dabei an einige Regeln halten, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern am Donnerstag mit.

"Wenn am Samstag gruselige Gestalten an der Haustüre klingeln, könnten pandemiebedingt viele Türen geschlossen bleiben", teilte die Polizei weiter mit. Zwar seien Streiche üblich, wenn Kinder keine Süßigkeiten erhalten, vor allem aber in diesem Jahr solle man Verständnis für geschlossene Türen haben, hieß es weiter in der Mitteilung. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Polizei und Gesundheitsämter warnen davor, in diesem Jahr an Halloween von Tür zu Tür zu gehen und nach Süßigkeiten zu fragen.
Polizei und Gesundheitsämter warnen davor, in diesem Jahr an Halloween von Tür zu Tür zu gehen und nach Süßigkeiten zu fragen.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 29. Oktober, 16.41 Uhr: TV-Koch Tim Mälzer sieht Hilfspaket als positives Signal

TV-Koch Tim Mälzer (49) hat das angekündigte Hilfspaket im Zuge der Corona-Maßnahmen begrüßt. "Es wurden uns finanzielle Kompensationen in Aussicht gestellt, die uns zumindest die nächsten vier Wochen überleben lassen", sagte Mälzer am Donnerstag.

Das Signal halte er für relativ intelligent, um weiter die Unterstützung aus der Bürgerschaft zu erhalten. Sein Eindruck sei, dass dieses Mal die Last auf mehrere Schultern verteilt werde und nicht ausschließlich auf den Schultern von Unternehmern, denen wieder "ein künstliches Berufsverbot" auferlegt werde. "Deshalb werte ich das Ganze derzeit trotz des negativen Signals eines Lockdowns als positiv." Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Update, 29. Oktober, 16.25 Uhr: Gericht kippt Sperrstunde in Niedersachsen

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat die coronabedingte Sperrstunde sowie das Außer-Haus-Verkaufsverbot für Alkohol in Niedersachsen gekippt. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, wurde damit die entsprechende Bestimmung in der Verordnung außer Vollzug gesetzt. Das OVG gab damit einer Antragstellerin aus Delmenhorst in einem Eilverfahren Recht.

Der 13. Senat des OVG betonte, angesichts der stark steigenden Infiziertenzahlen in weiten Teilen des Bundesgebiets und Niedersachsens seien die gesetzlichen Voraussetzungen für ein staatliches Handeln durch infektionsschützende Maßnahmen zwar erfüllt. Er fand die Verknüpfung der Verbote allein an den Inzidenzwert aber nicht ausreichend. Es sei nicht sichergestellt, dass das Infektionsgeschehen damit vollständig widergespiegelt sei.

Stühle und Tische, die zum Teil mit Flatterband abgesperrt sind, stehen vor einer Bar in der Altstadt von Hannover.
Stühle und Tische, die zum Teil mit Flatterband abgesperrt sind, stehen vor einer Bar in der Altstadt von Hannover.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 29. Oktober, 16.22 Uhr: Zoo-Verband: Pauschale Schließungen sind nicht notwendig

Der Verband der Zoologischen Gärten fordert angesichts des bevorstehenden Teil-Lockdowns von den Regierungschefs der Bundesländer mehr Augenmaß. "Eine pauschale Schließung aller Zoos und Tierparks ist aus unserer Sicht nicht notwendig", sagte der Präsident des Verbandes, Jörg Junhold, am Donnerstag. 

Die Verbandsmitglieder hätten nach dem Lockdown im Frühjahr Hygiene-Konzepte umgesetzt, die sich in der Praxis bewährt hätten und von den Behörden abgenommen worden seien. So seien unter anderem Obergrenzen für Besucher und eingeschränkte Zeitslots für den Besuch eingeführt worden.

Die Besuche in zoologischen Gärten seien im Kern eine Aktivität im Freien, argumentierte Junhold. Der geforderte Abstand ließe sich organisieren. Zoos könnten in dieser angespannten gesellschaftlichen Situation "einen sicheren Erholungsort im urbanen Raum bieten".

Update, 29. Oktober, 16.17 Uhr: Corona-Notstand in Spanien bis Mai 2021 verlängert

In Spanien ist der Corona-Notstand bis zum 9. Mai 2021 verlängert worden. Das Parlament in Madrid nahm am Donnerstag den Antrag der linken Regierung mit deutlicher Mehrheit an. 194 von insgesamt 350 Abgeordneten stimmten mit Ja. 53 stimmten dagegen, 99 enthielten sich der Stimme. Vier Abgeordnete waren nicht anwesend.

Wegen der rapide steigenden Infektionszahlen hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez erst am Sonntag den sogenannten Alarmzustand - die dritthöchste Notstandsstufe - ausgerufen und fast im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Nur die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanaren sind davon ausgenommen. Dieses Notstands-Dekret galt nur für zwei Wochen. Die von der Regierung angestrebte lange Verlängerung musste deshalb gemäß Verfassung vom Parlament gebilligt werden.

Beschäftigte verschiedener Sektoren, darunter Restaurants, Bars, Hotels, Taxis und Nachtclubs, protestieren gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen in Barcelona. Bars und Restaurants wurden geschlossen und dürfen Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen und Liefern ausgeben.
Beschäftigte verschiedener Sektoren, darunter Restaurants, Bars, Hotels, Taxis und Nachtclubs, protestieren gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen in Barcelona. Bars und Restaurants wurden geschlossen und dürfen Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen und Liefern ausgeben.  © Emilio Morenatti/AP/dpa

Update, 29. Oktober, 16.14 Uhr: Aida Cruises legt Kreuzfahrt-Saison erneut auf Eis

Nach den Beschlüssen der Bundesregierung zur Eingrenzung der Corona-Pandemie hat die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises ihre Saison für diesen November unterbrochen. 

Wie eine Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte, sind davon Fahrten der "Aidablu" in Italien sowie der "Aidamar" und "Aidaperla" rund um die Kanarischen Inseln betroffen. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Die AIDAblu der Reederei Aida Cruises kommt ohne Passagiere im Ostseebad Warnemünde an. (Archivbild)
Die AIDAblu der Reederei Aida Cruises kommt ohne Passagiere im Ostseebad Warnemünde an. (Archivbild)  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Oktober, 15.59 Uhr: Auch Schwedens Corona-Zahlen steigen

Auch in Schweden, dem skandinavischen EU-Land mit der ausgiebig diskutierten Corona-Strategie, gehen wieder steigende Infektionszahlen ebenso nicht vorbei wie an Deutschland und dem Rest Europas. 

Am Donnerstag kamen in der Datenbank der Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten 3254 neue Infektionen und damit so viele wie noch nie seit Pandemiebeginn innerhalb von 24 Stunden hinzu. Erst am Mittwoch war der Tageswert erstmals über 2000 gestiegen, und schon in der vergangenen Woche war die Zahl der registrierten neuen Corona-Fälle um 70 Prozent im Vergleich zur Vorwoche in die Höhe geschossen.

Update, 29. Oktober, 15.54 Uhr: EZB legt im Dezember gegen Corona-Krise nach

Europas Währungshüter bereiten angesichts der Verschärfung der Corona-Krise weitere Notfallmaßnahmen vor. Die Europäische Zentralbank (EZB) sei dabei, alle ihre Instrumente und deren Wirkung unter die Lupe zu nehmen, sagte Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde, nach Beratungen des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt. Es gehe darum, den "bestmöglichen Mix" zu finden, um der Lage gerecht werde.

Der EZB-Rat sei sich einig, dass weitere Maßnahmen notwendig seien, sagte Lagarde. "Die EZB wird auch in der zweiten Welle da sein." Die Risiken für die Konjunktur nähmen eindeutig zu. Lagarde betonte: "Wir werden alle Flexibilität nutzen, die wir haben."

Volkswirte gehen davon aus, dass der EZB-Rat eine Ausweitung des Notkaufprogramms für Staats- und Unternehmensanleihen beschließen dürfte. Bislang sind für das in diesem März aufgelegte, besonders flexible Kaufprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) 1,35 Billionen Euro bis mindestens Ende Juni 2021 veranschlagt. Die Wertpapierkäufe helfen Staaten wie Unternehmen: Sie müssen nicht so hohe Zinsen bieten, wenn eine Zentralbank als großer Käufer der Papiere am Markt auftritt.

Christine Lagarde (64), Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB).
Christine Lagarde (64), Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB).  © Boris Roessler/dpa

Update, 29. Oktober, 15.51 Uhr: Miniatur-Wunderland-Chef nennt Corona-Hilfen großartige Unterstützung

Der Geschäftsführer der Hamburger Publikumsattraktion Miniatur Wunderland, Frederik Braun, hat die neuen Corona-Maßnahmen verteidigt und Beschwerden der Verbände darüber als Unsinn bezeichnet. Er ärgere sich über Aussagen von Wirtschaftsverbänden, dass aufgrund dieses Lockdowns ein Drittel der Unternehmen sterben werden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. 

"Aus meiner Sicht haben wir gestern großartige Unterstützungszusagen bekommen", erklärte er in Bezug auf die am Vortag angekündigten Hilfen in Höhe von 75 Prozent des Umsatzausfalls. "Welcher Gastronom hätte das denn bitte in diesem November unter aktuellen Bedingungen erwirtschaftet? Und das mit niedrigeren Kosten als 2019. Das ist für viele deutlich mehr, als wenn es keinen Lockdown geben würde."

Braun sagte der dpa, er unterstütze die neuen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu 100 Prozent. Das Miniatur Wunderland habe in seinen Kalkulationen ohnehin immer damit gerechnet, dass es weitere Maßnahmen oder einen Lockdown gebe. Das Miniatur Wunderland beträfen die Maßnahmen massiv, da es am Montag für vier Wochen schließen müsse.

Update, 29. Oktober, 15.38 Uhr: Neue Corona-Einschränkungen "harter Schlag" für Tanzschulen

Die neuen Corona-Auflagen sind für die Tanzschulen nach Verbandsangaben ein harter Schlag. "Man könnte auch von einem Schock sprechen", sagte Heidi Schumacher vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer-Verband (ADTV) am Donnerstag in Berlin.

Schon die vergangenen Wochen und Monate hätten in den Tanzschulen zu erheblichen Umsatzeinbußen geführt. "Viele sind in ihrer Existenz bedroht." Die Tanzlehrer seien enttäuscht, dass man auch mit Hygienekonzepten und Abstand die erneuten Schließungen von nächster Woche an nicht verhindern konnte.

Die ADTV-Tanzschulen hätten in den vergangenen Monaten alles getan, um den Kunden größtmögliche Sicherheit zu bieten, sagte Schumacher. "Es wurde investiert in Trennwände, Desinfektion, neue Unterrichtskonzepte usw. Fast 3000 Tanzschulinhaber und -mitarbeitende haben an Hygieneschulungen teilgenommen." In Tanzschulen könnten Teilnehmer von Kursen genau nachverfolgt werden.

Update, 29. Oktober, 15.35 Uhr: Hat auch das Wetter Schuld an höheren Corona-Zahlen?

Private Feiern und niedrige Temperaturen sind nach Einschätzung des Mainzer Virologen Bodo Plachter bei der starken Ausbreitung des Coronavirus derzeit entscheidend.

"Es sind zwei Fronten, an denen man kämpfen muss: Unkontrollierte Partys und das Wetter", sagte der stellvertretende Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Mainz der Deutschen Presse-Agentur. Auch andere Infektionen gebe es in der kühleren Jahreszeit häufiger. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Das kalte Wetter soll ebenfalls für die Ausbreitung des Virus sorgen (Symbolfoto).
Das kalte Wetter soll ebenfalls für die Ausbreitung des Virus sorgen (Symbolfoto).  © Andreas Arnold/dpa

Update, 29. Oktober, 15.25 Uhr: Forscher: Naturschutz kann Pandemien vorbeugen

In Zukunft drohen nach Überzeugung von Forschern noch viel verheerendere Pandemien als Corona - es sei denn, die Menschheit stellt sich fundamental um. 

Wie alle Pandemien werde auch die derzeitige angetrieben durch menschliche Aktivität, betonen 22 Experten in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht für den in Bonn ansässigen Weltbiodiversitätsrat IPBES. Geschätzt werde, dass derzeit noch 1,7 Millionen unentdeckte Viren in Säugetieren und Vögeln existierten - von denen bis zu 850.000 die Fähigkeit haben könnten, Menschen zu infizieren. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Ein Sumatra-Orang-Utan ruht auf einem Baum in der Jantho Reintroduction and Quarantine Station aus. Doch auch seine Art ist vom Aussterben bedroht.
Ein Sumatra-Orang-Utan ruht auf einem Baum in der Jantho Reintroduction and Quarantine Station aus. Doch auch seine Art ist vom Aussterben bedroht.  © Hotli Simanjuntak/EPA/dpa

Update, 29. Oktober, 15.20 Uhr: Weil: Gäste müssen Aufenthalt nicht abbrechen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat angekündigt, dass Hotelgäste ihren Urlaub trotz der ab Montag geltenden Corona-Regeln nicht abbrechen müssen. "Die Gäste, die da sind, die können ihren Aufenthalt auch zu Ende haben", antwortete Weil am Donnerstag beim Radiosender ffn auf die Frage einer Hotelbetreiberin auf der Insel Norderney.

Dem Beschluss aus der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder zufolge sollen ab Montag Übernachtungsangebote nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Das hatte für Unsicherheiten gesorgt, ob Urlauber die Ostfriesischen Inseln vorzeitig verlassen müssen, wie das beim Lockdown im März der Fall gewesen war.

Stephan Weil (61, SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen.
Stephan Weil (61, SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen.  © Moritz Frankenberg/dpa

Update, 29. Oktober, 15.11 Uhr: Iris Berben sorgt sich um Kultur unter Corona

Schauspielerin Iris Berben (70) sorgt sich um das Schicksal der Kultur in Corona-Zeiten. "Die Pandemie wird nicht mit Jahresende verschwunden sein, deswegen müssen wir Wege finden, um die Kultur am Leben zu erhalten", sagte Berben der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir wissen doch, wie schnell Kultur weggespart wird und für viele politische Entscheider ins Luxussegment fällt. Dabei ist Kultur so wichtig wie die Luft zum Atmen", sagte Berben.

Vor allem die Kinolandschaft sieht sie in Gefahr: "Das Kino war ja schon vor der Krise etwas, um und für das man immer wieder kämpfen musste." Nun komme Corona dabei in die Quere, "und es sieht so furchtbar traurig aus. Es kommt mir vor wie ein Dolchstoß."

Sie leide unter dem, was das Virus "mit unsere Gesellschaft und unserem Zusammenleben macht". Sie habe aber wenig Verständnis für Menschen, die die Schutzmaßnahmen für überzogen halten, sagte Berben. "Wir sind ja da, wo wir im Moment sind, weil wir uns so diszipliniert verhalten haben." Sie vertraue der Politik, den Virologen und Ärzten.

Für Schauspielerin Iris Berben (70) ist "Kultur so wichtig wie die Luft zum Atmen".
Für Schauspielerin Iris Berben (70) ist "Kultur so wichtig wie die Luft zum Atmen".  © Britta Pedersen/dpa

Update, 29. Oktober, 15.06 Uhr: Firma verlost Alltagsmaske mit Bacon-Geruch

Schutzmasken sind durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht zu mehr wegzudenken! Es gibt sie in unterschiedlichen Farben und manche taugen sogar als modisches Accessoire. Ein US-amerikanischer Lebensmittelhersteller hat jetzt eine sehr ausgefallene Mund-Nasen-Bedeckung kreiert: Eine Maske mit Bacon-Geruch!

Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Die Maske ist mit Bacon-Streifen verziert.
Die Maske ist mit Bacon-Streifen verziert.  © Screenshot/https://www.breathablebacon.com

Update, 29. Oktober, 15.02 Uhr: Kulturschaffende in Italien protestieren gegen Theater-Schließungen

In Italien sind Theaterleute, Tänzer und Tänzerinnen auf die Straße gegangen, um gegen die Schließung ihrer Häuser im Zuge von verschärften Anti-Corona-Maßnahmen zu protestieren. 

In Rom hielten am Donnerstag schwarz angezogene Kulturschaffende Plakate hoch mit der Aufschrift: "Tötet nicht die Kultur". Frauen mit Ballettröcken trugen Tanzschuhe in den Händen, Gruppen tanzten kleine Passagen. Die Regierung hatte angesichts stark steigender Infektionszahlen angeordnet, dass Kinos, Theater, Spielhallen, Sportstudios und Schwimmbäder schließen müssen. Bars und Restaurants dürfen nur noch bis 18 Uhr Gäste bedienen.

Gegen die Maßnahmen laufen viele Verbände in dem Mittelmeerland Sturm. Am Mittwoch hatten Köche, Restaurantbesitzer und ihre Mitarbeiter auf Plätzen in zahlreichen Städten aus Protest gedeckte Tische aufgebaut. Auch Taxifahrer gingen schon auf die Straßen. Zum Teil gab es gewaltsame Ausschreitungen bei Demonstrationen. Die Regierung machte dafür unter anderem Extremisten von rechts und links verantwortlich.

Update, 29. Oktober, 15 Uhr: Lufthansa-Jumbos dürfen niederländischen Klein-Flughafen verlassen

Bei der Reduzierung ihrer Flotte hat die coronageplagte Lufthansa ein Problem weniger. Sechs ihrer ausgemusterten Boeing-Jumbos vom Typ 747-400 dürfen für ihren Flug zum Schrottplatz den niederländischen Kleinflughafen Twente verlassen. 

Zunächst hatte sich die dortige Luftverkehrs- und Umweltaufsicht gegen die Starts von dem Zwischenparkplatz gesperrt.

Update, 29. Oktober, 14.55 Uhr: Arbeitergeberchef Kramer: "Zu wenig Augenmaß" bei Einschränkungen

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat Bund und Ländern "zu wenig Augenmaß" bei den neuerlichen Einschränkungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorgeworfen. Zu begrüßen sei die Offenhaltung von Schulen, Kindertagesstätten und Handel. Bei der Schließung von Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben sei jedoch "Aktionismus vor sachlicher Begründung gestellt worden", kritisierte er in einer Mitteilung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

"Die Einschränkungen von grundgesetzlich garantierten Freiheitsrechten erschrecken mich darüber hinaus als Arbeitgeberpräsidenten, Unternehmer und Bürger gleichwohl", betonte Kramer weiter. "Meines Erachtens sind die Einschränkung von sozialen Kontakten im privaten Wohnbereich, wie im wirtschaftlichen Bereich mit zu wenig Augenmaß geregelt worden und zu weitgehend getroffen."

Kramer warnte davor, dass die Akzeptanz für die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus in der Bevölkerung verlorengehen könne. "Nicht soziale Kontakte an sich sind das Problem, sondern soziale Kontakte ohne Abstandswahrung. Wer von den Bürgern Verantwortungsbewusstsein verlangt, muss sich aus dem Privatbereich heraushalten, soweit nicht der Einzelfall Anlass dazu gibt."

Update, 29. Oktober, 14.51 Uhr: NRW-Familienminister gibt Betreuungsgarantie trotz Corona-Krise

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen gibt der stellvertretende nordrhein-westfälische Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) den Familien eine Bildungs- und Betreuungsgarantie. "Schulen und Kindertagesbetreuung werden in Nordrhein-Westfalen nicht noch einmal flächendeckend schließen", sagte der Familienminister am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Dies gelte trotz der ernsten Lage unverändert.

Stamp forderte aber eine grundsätzliche Kehrtwende im Corona-Krisenmanagement von Bund und Ländern. "Ein laufender Wechsel von Lockdown und Lockerungen - Hammer and Dance (zu Deutsch: Hammer und Tanz) - zerstört unsere gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen", warnte er.

Update, 29. Oktober, 14.46 Uhr: Söder: Bayern steht erneut vor Ausrufung des Corona-Katastrophenfalls

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen erwägt Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Wenn sich die Zahlen weiter wie bisher entwickelten, sei die Ausrufung in der kommenden Woche absehbar.

In Bayern habe sich in den vergangenen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).  © Peter Kneffel/dpa

Update, 29. Oktober, 14.42 Uhr: Scholz verspricht "massive Unterstützungsleistungen" für Firmen

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat Firmen wegen der neuen Corona-Einschränkungen 2massive, in dieser Größenordnung bisher unbekannte Unterstützungsleistungen" versprochen. Die Tatsache, dass die teilweise Schließung von Gastronomie, Hotels und vielen anderen Wirtschaftsbereichen auf wenige Wochen begrenzt sei, ermögliche es dem Bund, diese Hilfen zu stemmen. In einem Monat sollten zehn Milliarden Euro investiert werden.

Es sei klar, dass viele Betriebe im November auf gute Geschäfte gehofft hätten - wenn auch nicht so gute wie zu Vor-Corona-Zeiten, sagte Scholz. Die neuen Maßnahmen träfen sie hart. "Wir helfen Ihnen, dass sie das auch durchstehen können", betonte Scholz.

Olaf Scholz (62, SPD), Bundesminister der Finanzen.
Olaf Scholz (62, SPD), Bundesminister der Finanzen.  © Moritz Frankenberg/dpa

Update, 29. Oktober, 14.40 Uhr: Verdi-Chef pocht auf unbürokratische Hilfe für Kulturbranche

Verdi-Chef Frank Werneke hat eine unbürokratische Auszahlung der versprochenen Hilfen für Soloselbstständige gefordert. Die Betroffenen in der Kultur- Veranstaltungsbranche dürften nicht mit einem komplizierten Antragsverfahren überfordert werden, sagte Werneke der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. 

Der bürokratische Aufwand für bisherige Darlehensprogramme sei sehr groß. Für Soloselbstständige müssten die angekündigten Hilfen als Zuschuss und unbürokratisch erfolgen. Verdi vertritt selbst rund 30.000 Soloselbstständige. Werneke begrüßte, dass Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern und Solo-Selbstständige 75 Prozent des Umsatzes vom Vergleichsmonat November 2019 ersetzt bekommen sollen. In weiten Teilen der Kulturbranche besteht große Zukunftsangst.

Update, 29. Oktober, 14.38 Uhr: Teil-Lockdown: Auch Einzelhandel will Ausgleichszahlungen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die Bundesregierung aufgefordert, neben Gastronomen auch stark durch den Teil-Lockdown geschädigte Innenstadthändler in das geplante, neue Nothilfeprogramm aufzunehmen. 

HDE-Präsident Josef Sanktjohanser warnte in Briefen an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), andernfalls würden viele Innenstadthändler nicht überleben und "in der Folge auch ganze Stadtzentren mit in den Abgrund reißen".

Sanktjohanser betonte, der Einzelhandel dürfe seine Geschäfte zwar grundsätzlich weiter öffnen. Das zur Eindämmung der Pandemie notwendige, weitgehende Herunterfahren des öffentlichen Lebens mit Schließungen in der Gastronomie und im Freizeitbereich komme für viele Innenstadthändler aber dennoch "einem faktischen Lockdown" gleich. Denn unter diesen Umständen würden voraussichtlich nur noch wenige Kunden den Weg in die Stadtzentren finden.

Update, 29. Oktober, 14.33 Uhr: Altmaier: Bei Nothilfen nicht kleckern, sondern klotzen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat Nothilfen für die von den harten Beschränkungen im November betroffenen Firmen als "Gebot der gesamtstaatlichen Solidarität" bezeichnet. Der CDU-Politiker sagte am Donnerstag, bei den Hilfen werde nicht gekleckert, sondern geklotzt, damit Firmen mit der Situation fertig werden. Deutschland stehe vor einer großen nationalen Kraftanstrengung, sagte er mit Blick auf hohe Infektionszahlen.

Anders als im Frühjahr seien diesmal Industrie und Einzelhandel nicht betroffen - im Frühjahr mussten etwa Autofabriken ihre Produktion stoppen, weil internationale Lieferketten unterbrochen waren. Für den Einzelhandel aber gelten im November Auflagen. Branchen wie die Gastronomie aber, in denen viele Kontakte stattfinden, habe die Politik Beschränkungen nicht ersparen können, so Altmaier.

Peter Altmaier (62, CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie.
Peter Altmaier (62, CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 29. Oktober, 14.28 Uhr: Tim-Bendzko-Experiment zeigt: Konzerte in Hallen sind möglich

Veranstaltungen wie in der Kultur und im Sport können unter bestimmten Voraussetzungen auch in einer Pandemie in großen Hallen mit Publikum stattfinden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer Studie unter dem Motto "Restart 19", deren Ergebnisse am Donnerstag in Halle vorgestellt wurden. 

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 29. Oktober, 14.26 Uhr: Arbeitsminister Heil stimmt Arbeitnehmer auf harten Winter ein

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat die Menschen in Deutschland auf einen recht harten Winter auch am Arbeitsmarkt eingestimmt. 

"Ich rechne durchaus damit, dass wir nicht allein aufgrund der beschränkenden Maßnahmen, sondern wegen des Coronavirus' und der Pandemie insgesamt vor einem ziemlich harten Winter stehen", sagte Heil am Donnerstag in Berlin.

Heil machte darauf aufmerksam, dass die Minijobber nicht über Kurzarbeit abgesichert seien, weil in dem Bereich nicht eingezahlt werde. "Ich hoffe, dass auch da viele durch die Wirtschaftshilfen etwa in der Gastronomie an Bord bleiben, weil es ein begrenzter Zeitraum ist. Aber es wird auch welche geben, die aufgrund dieser Situation tatsächlich ihre Arbeit verlieren." Heil: "Mein Ziel ist klar: So viele Arbeitsplätze erhalten wie irgend möglich."

Auch sämtliche Wirtschaftsinstitute sagten, es gebe die Chance einer Frühjahrsbelebung, sagte Heil. Das hänge aber davon ab, ob es gelinge, die Corona-Infektionskurven zumindest zu stabilisieren sowie im nächsten Jahr zu einem Impfstoff zu kommen. 

Update, 29. Oktober, 14.11 Uhr: Putin will keinen landesweiten Corona-Lockdown

Trotz massiv steigender Corona-Zahlen in Russland sieht Kremlchef Wladimir Putin keinen Grund für einen landesweiten Lockdown. 

"Wir planen keine totalen Einschränkungen, da die Wirtschaft und die Geschäfte dabei im Grunde genommen komplett lahmgelegt würden", sagte der Präsident am Donnerstag bei einem im Staatsfernsehen übertragenen Wirtschaftsforum. "Trotz der schwierigen epidemiologischen Situation sind wir jetzt viel besser (...) gewappnet." Er verwies dabei auf die Erfahrungen des Gesundheitswesens seit Beginn der Pandemie im Frühjahr.

Wladimir Putin, Präsident von Russland, spricht sich gegen einen landesweiten Lockdown aus.
Wladimir Putin, Präsident von Russland, spricht sich gegen einen landesweiten Lockdown aus.  © Alexei Nikolsky/POOL SPUTNIK KREMLIN/dpa

Update, 29. Oktober, 14.07 Uhr: Scheuer sagt Verkehrsunternehmen weitere Unterstützung zu

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat auch angesichts der neuen Corona-Beschränkungen im November weitere Unterstützung für Verkehrsunternehmen zugesagt.

Diese müssten geschützt und gestützt werden, sagte Scheuer am Donnerstag in Berlin anlässlich von Beratungen der EU-Verkehrsminister. Er forderte die EU-Kommission auf, Milliardenhilfen für die Deutsche Bahn schnell zu genehmigen. Daneben solle es neben Airlines auch für Flughäfen ein Rettungspaket geben. Ende der kommenden Woche findet ein "Luftverkehrsgipfel" mit Scheuer statt.

Scheuer sagte, was in den nächsten vier bis sechs Wochen passiere, sei noch nicht absehbar. Es werde aber in der EU alles dafür getan, die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs sicherzustellen. Lieferketten dürften nicht unterbrochen werden.

Update, 29. Oktober, 14.02 Uhr: Bayerns Kabinett beschließt Kontaktbeschränkungen auch für Privaträume

m Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart - nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen.

Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen - Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen, hat das bayerischen Kabinett am Donnerstag in München beschlossen.

Update, 29. Oktober, 13.58 Uhr: Landshuts Oberbürgermeister wegen Corona-Linie aus FDP ausgetreten

Der Landshuter Oberbürgermeister Alexander Putz ist aus der FDP ausgetreten. Diesen Schritt begründete er laut Mitteilung mit Unverständnis für die politische Linie der FDP bei den Corona-Schutzbestimmungen. 

"Diese widerspricht völlig konträr meiner persönlichen Meinung, steht auch diametral entgegen meinem notwendigen Handeln als Oberbürgermeister vor Ort und verstärkt meines Erachtens die derzeit immer stärker werdende Spaltung der Bevölkerung", schrieb er.

Es sei der Eindruck entstanden, als wolle die Partei "politisches Kapital aus der in Teilen der Bevölkerung vorhandenen 'Anti-Corona-Maßnahmen-Stimmung' schlagen. Das missfällt mir zutiefst". Künftig will Putz als parteiloser Oberbürgermeister seine Geschäfte führen.

Alexander Putz ist aus seiner Partei, der FDP, ausgetreten. Diesen Schritt begründete er laut Mitteilung mit Unverständnis für die politische Linie der FDP bei den Corona-Schutzbestimmungen.
Alexander Putz ist aus seiner Partei, der FDP, ausgetreten. Diesen Schritt begründete er laut Mitteilung mit Unverständnis für die politische Linie der FDP bei den Corona-Schutzbestimmungen.  © Armin Weigel/dpa

Update, 29. Oktober, 13.48 Uhr: Tunesien verschärft Coronaregeln - landesweite Ausgangssperre

Wegen kontinuierlich steigender Infektionszahlen verschärft die tunesische Regierung die Corona-Beschränkungen. Unter anderem beginnt von Montag an wieder eine nächtliche Ausgangssperre im gesamten Land, wie die tunesische Nachrichtenagentur TAP am Donnerstag berichtete.

Die Ausgangssperre soll demnach unter der Woche zwischen 20.00 Uhr und 5.00 Uhr sowie am Wochenende zwischen 19.00 Uhr und 5.00 Uhr (MEZ) gelten. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums hatte die Situation im Land zuvor als "sehr gefährlich" bezeichnet.

Zusätzlich zu der nächtlichen Ausgangssperre sollen auch Schulen und Moscheen zeitweise geschlossen werden. Künftig sind zudem Zusammenkünfte mit mehr als vier Personen im öffentlichen Raum nicht mehr erlaubt. Cafés und Restaurants müssen um 16.00 Uhr schließen und Reisen zwischen Regionen sind, bis auf Ausnahmen, untersagt.

Update, 29. Oktober, 13.40 Uhr: US-Wirtschaft ist im dritten Quartal stark gewachsen

Nach dem Konjunktureinbruch wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal ist die US-Wirtschaft im dritten Vierteljahr stark gewachsen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs von Juli bis September aufs Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent, wie die US-Regierung am Donnerstag in ihrer ersten Schätzung mitteilte. Umgerechnet in die in Europa übliche Betrachtungsweise entspräche das einem Plus von etwa 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal stark gewachsen.
Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal stark gewachsen.  © Carlos Osorio/AP/dpa

Update, 29. Oktober, 13.35 Uhr: Stuttgart sagt Weihnachtsmarkt ab

Nun herrscht Gewissheit: Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr nicht statt. Das teilte das Rathaus am Donnerstagmittag schriftlich mit. Grund ist die Coronavirus-Pandemie.

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Überall Buden und volle Straßen in der Stuttgarter Innenstadt? Nicht dieses Jahr.
Überall Buden und volle Straßen in der Stuttgarter Innenstadt? Nicht dieses Jahr.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 29. Oktober, 13.33 Uhr: Intensivmediziner beurteilt Lage der Krankenhäuser

Die starke Zunahme der Corona-Infektionen ist nach Ansicht des Leiters der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, "absolut besorgniserregend". 

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Update, 29. Oktober, 13.14 Uhr: Europa-Park Gründer spricht über den Lockdown

Der Europa-Park in Rust (Ortenaukreis) wird nach Einschätzung der Unternehmensleitung von den neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sehr hart getroffen.

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Update, 29. Oktober, 13.12 Uhr: Trotz Krise: Porsche mit zweistelliger Rendite

Porsche macht in der Corona-Krise etwas Boden gut und liegt mit seiner Rendite nach drei Quartalen knapp im angepeilten zweistelligen Bereich. 

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 29. Oktober, 13.08 Uhr: "Hotspot" Schweiz zählt nur noch 4 statt 60 Staaten als Risikogebiete

Die Schweiz hat einen Großteil ihrer bisherigen coronabedingten Einreisebeschränkungen aufgehoben.

Statt 60 Staaten und vielen Regionen stehen nur noch vier Staaten - Belgien, Tschechien, Andorra und Armenien - und drei französische Gebiete seit Donnerstag auf einer Liste. Einreisende aus diesen Ländern und Gebieten müssen zunächst zehn Tage in Quarantäne.

Grund dafür ist die am Mittwoch angepasste Corona-Verordnung, in der die Einstufung als Risikogebiet nicht mehr an einen festen Grenzwert gebunden ist, sondern nun im Verhältnis zu den Fallzahlen der Schweiz steht.

Galten bisher Regionen mit mehr 60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen als Risikogebiete, trifft es jetzt nur noch die Orte, wo der Wert um 60 Fälle über dem der Schweiz - zuletzt 763 Fällen - liegt.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte erklärt, es mache keinen Sinn, Regionen auf der Risikoliste zu führen, wenn die Schweiz im Vergleich erheblich mehr Ansteckungsfälle aufweise. "Die Schweiz ist jetzt ein Hotspot auf europäischem Gebiet", sagte Berset am Mittwoch. Die reduzierte Risikoländer-Liste sei aber keine Einladung zum Reisen.

Gesundheitsminister Alain Berset bezeichnet die Schweiz nach wie vor als "Hotspot".
Gesundheitsminister Alain Berset bezeichnet die Schweiz nach wie vor als "Hotspot".  © Peter Schneider/KEYSTONE/dpa

Update, 29. Oktober, 13.06 Uhr: Tschechien ernennt neuen Gesundheitsminister - mitten in der Krise

Das stark von der Corona-Pandemie betroffene Tschechien hat mitten in der Krise den Gesundheitsminister ausgewechselt. Präsident Milos Zeman überreichte dem Mediziner Jan Blatny am Donnerstag die Ernennungsurkunde.

Der 50-Jährige folgt auf Roman Prymula, der sich nur einen Monat im Amt halten konnte. Der Epidemiologe war von einem Boulevardblatt abgelichtet worden, wie er nachts ohne Maske ein Restaurant verließ. Das sorgte in der Öffentlichkeit für großen Unmut, hatte Prymula doch selbst die Schließung aller Gaststätten angeordnet.

Zeman warnte den Politik-Neuling Blatny, dass er als Minister Angriffen ausgesetzt sein werde. Die Politik sei eine "ungeheuer grausame Angelegenheit".

Blatny gilt in der Hauptstadt als unbeschriebenes Blatt. Der Spezialist für Blutkrankheiten bei Kindern war bisher an der Uniklinik in der zweitgrößten Stadt Brünn (Brno) tätig. Im Frühjahr soll er das Coronavirus nach Medienberichten einmal eine "etwas schlimmere Grippe" genannt haben.

Update, 29. Oktober, 13.05 Uhr: Bischof Voderholzer erleichtert über Gottesdienst-Regelungen

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer ist froh, dass trotz rasant steigender Corona-Zahlen weiterhin Gottesdienste stattfinden dürfen.

In einer am Donnerstag veröffentlichen Mitteilung dankte Voderholzer dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der bei den Verhandlungen zu den neuesten Corona-Maßnahmen am Mittwoch in Berlin ausdrücklich auf das Grundrecht der Religionsfreiheit verwiesen habe. Es sei wichtig, dass Besuche und Seelsorge in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen möglich blieben, so Voderholzer.

Update, 29. Oktober, 13.03 Uhr: DFB-Nationalteam-Leiter Chatzialexiou bezeichnet Trainingsverbot als "schmerzhaft"

Joti Chatzialexiou hat als Sportlicher Leiter Nationalmannschaften beim DFB das wohl anstehende vierwöchige Trainingsverbot wegen der Coronavirus-Pandemie als "echt schmerzhaft" vor allem für den Kinder- und Jugendfußball bezeichnet. 

"Das tut uns im Herzen weh", sagte Chatzialexiou am Donnerstag bei einer digitalen Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes zum Thema "Veränderungen im Kinderfußball". Für die Gesellschaft sei dies eine "sehr schwere Situation" und für den Fußball und den Sport im Allgemeinen ein "enormer Ausfall, unter dem wir alle leiden", sagte der 44-Jährige.

Update, 29. Oktober, 13 Uhr: Schweineställe zu voll: Agrarministerin Klöckner fordert Ausweitung der Arbeitszeiten

In der Corona-Pandemie sind die Kapazitäten in Schlachthöfen teils eingeschränkt - und die Schweineställe deswegen zu voll. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) fordert daher, die Arbeitszeiten in Schlacht- und Zerlegebetrieben vorübergehend auszuweiten.

Am Donnerstag veröffentlichte ihr Ministerium einen Brief der Ministerin an Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) mit der Bitte, sich "für flexible Lösungen zur Öffnung der Schlachtbetriebe an Sonn- und Feiertagen einzusetzen" - auch am Reformationstag, dem 31. Oktober, der in Niedersachsen Feiertag ist. In Niedersachsen werden besonders viele Schweine gehalten.

Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, spricht sich für flexiblere Arbeitszeiten in Schlachthöfen aus.
Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, spricht sich für flexiblere Arbeitszeiten in Schlachthöfen aus.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 29. Oktober, 12.58 Uhr: Volleyball setzt Spielbetrieb in Dritten Ligen und Regionalligen aus

Nach den geplanten Verschärfungen der Corona-Maßnahmen wird im Volleyball der Spielbetrieb in allen Dritten Ligen und Regionalligen ab sofort ausgesetzt. Diese Entscheidung teilte der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) am Donnerstag mit. Damit entfallen bereits an diesem Wochenende alle angesetzten Spieltage in diesen unteren Klassen.

"Wir nehmen die Corona-Situation, die Ängste und Bedenken der Volleyball-Teams in den Vereinen sehr ernst und sind uns unserer Fürsorgepflicht bewusst", erklärte DVV-Generalsekretärin Nicole Fetting.

Update, 29. Oktober, 12.06 Uhr: Alle Basketball-Spiele unterhalb der Zweiten Ligen abgesetzt

Nach den Corona-Beschlüssen der Politik finden von diesem Montag an bis auf weiteres keine Basketball-Spiele unterhalb der Zweiten Ligen mehr statt. Der Deutsche Basketball Bund machte am Donnerstag in einer Mitteilung deutlich, dass unter den Bereich Profisport nur die Bundesliga, die Pro A und Pro B bei den Herren sowie die Erste und Zweite Liga bei den Damen fallen.

In allen anderen Ligen darf ab Montag nicht mehr gespielt werden, weil die Politik zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie am Mittwoch beschlossen hatte, den Amateursport bis Ende November zu verbieten. Die Partien in den Profiligen finden ohne Zuschauer statt.

Update, 29. Oktober, 12.05 Uhr: Dobrindt fordert FDP zu Korrektur ihres Corona-Kurses auf

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat die FDP aufgefordert, ihren Corona-Kurs nach dem Austritt eines FDP-Oberbürgermeister aus seiner Partei zu korrigieren.

Wenn die Partei wie ihr Mitglied Wolfgang Kubicki nun dazu aufrufe, gegen die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern zu klagen, müsse sie in den Ländern mit FDP-Regierungsbeteiligung gegen sich selbst klagen, sagte Dobrindt am Donnerstag im Bundestag. 

"Jedenfalls hat einer aus Ihrer eigenen Reihe die Klage gegen Ihre Politik aus meiner Sicht auch nachvollziehbar erhoben." Dobrindt wies damit auf den überraschenden Austritt von Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz aus der FDP vom Mittwoch hin.

Update, 29. Oktober, 11.42 Uhr: Frauke Petry trägt keinen Mund-Nasenschutz und kassiert Ordnungsruf

Die frühere AfD-Politikerin Frauke Petry hat im Bundestag einen Ordnungsruf kassiert, weil sie ohne Mund-Nasenschutz durch den Plenarsaal gegangen ist. 

Bereits nach Petrys Weg zum Rednerpult hatte Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau (Linke), die die Sitzung leitete, die fraktionslose Petry ans vorgeschriebene Tragen einer Maske erinnert. Petry ließ aber auch auf dem Rückweg das Gesicht unbedeckt. 

"Setzen Sie bitte die Maske auf", sagte Pau - und kurz darauf: "Da Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, rufe ich Sie zur Ordnung. Setzen Sie bitte die Maske auf, ansonsten zieht das weitere Ordnungsmaßnahmen nach sich."

Frauke Petry, parteilos, schaut ihre Mund-Nasenbedeckung während der Sitzung des Bundestags an.
Frauke Petry, parteilos, schaut ihre Mund-Nasenbedeckung während der Sitzung des Bundestags an.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Oktober, 11.25 Uhr: Corona-Justizfall Ischgl: Staat bestreitet Schuld der Behörden

Im Justizstreit um das Corona-Krisenmanagement im österreichischen Ischgl hat der Staat jegliches schuldhaftes Handeln der Behörden bestritten.

Die Gesundheitsbehörden hätten "zu jedem Zeitpunkt sämtliche dem Ermittlungsstand entsprechenden, erforderlichen und durch die bestehende Rechtslage zur Verfügung stehenden Maßnahmen unverzüglich gesetzt", heißt es in einer Klagebeantwortung der Finanzprokuratur als Vertreterin des Staates.

In ihrer Stellungnahme zu einer Amtshaftungsklage stellt die Finanzprokuratur außerdem infrage, dass sich der Betroffene in Ischgl mit dem Coronavirus angesteckt habe. Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen sei es durchaus möglich, dass der Kläger bereits infiziert nach Ischgl gereist sei.

Update, 29. Oktober, 11.15 Uhr: Abstimmung in Spaniens Parlament über sechsmonatigen Corona-Notstand

Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa hat vor "sehr schweren Monaten" gewarnt. Man müsse "zum Wohle aller vereint handeln", sagte Illa am Donnerstag in Madrid zum Auftakt einer Parlamentsdebatte über eine umstrittene Verlängerung des Corona-Notstands um sechs Monate.

Nach Medienberichten wird der Antrag der linken Minderheitsregierung trotz aller Kritik aus verschiedenen Sektoren mit rund 190 der insgesamt 350 Stimmen angenommen werden. Die Abstimmung wird nicht vor 19 Uhr erwartet.

Salvador Illa, Gesundheitsminister von Spanien, spricht im Parlament.
Salvador Illa, Gesundheitsminister von Spanien, spricht im Parlament.  © Europa Press/R.Rubio.Pool/EUROPA PRESS/dpa

Update, 29. Oktober, 11.13 Uhr: Teil-Lockdown: Linke warnt vor sozialen Folgen

Die Linke im Bundestag hat mit Blick auf den geplanten Teil-Lockdown ab Montag vor den sozialen Folgen gewarnt.

"Wichtig für die Akzeptanz der Maßnahmen ist eben auch, dass sie sozial abgefedert sind, dass dadurch niemand in eine Notlage gerät", sagte Fraktionschefin Amira Mohamed Ali am Donnerstag in der Debatte nach einer Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur geplanten Verschärfung der Corona-Maßnahmen.

Das habe die Politik der Regierung im ersten Lockdown im Frühjahr nicht sichergestellt. "Stattdessen ist die Schere zwischen Arm und Reich noch einmal kräftig auseinandergegangen und genau das droht sich jetzt zu verschärfen." Die Einkommenseinbußen für die Menschen mit Kurzarbeit seien existenzbedrohend. Insgesamt hätten viele Menschen in Deutschland Sorge um den Arbeitsplatz und die Zukunft.

Amira Mohamed Ali, Fraktionsvorsitzende Die Linke, spricht im Bundestag.
Amira Mohamed Ali, Fraktionsvorsitzende Die Linke, spricht im Bundestag.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Oktober, 11.10 Uhr: Göring-Eckardt: Eingriffe auf solide gesetzgeberische Füße stellen

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat kritisiert, dass die erneuten Einschränkungen in der Corona-Krise ohne Mitwirkung des Bundestags beschlossen wurden. 

"Es macht keinen Sinn, dass dieses Parlament nach den Entscheidungen gestern hier debattiert", sagte Göring-Eckardt am Donnerstag im Bundestag. "Es ist gut, dass wir Argumente austauschen, aber die Beschlüsse gehören hier her." Bundestag und Bundesrat müssten gemeinsam entscheiden. Die tief in unseren Alltag eingreifenden Beschränkungen gehörten "endlich auf solide gesetzgeberische Füße gestellt".

Göring-Eckardt kritisierte, die Bundesregierung habe im Sommer scheinbar "irgendwie vergessen", dass es das Coronavirus gebe. Das habe Vertrauen gekostet und zu Verunsicherung und Existenzängsten geführt. "Es kostet Begegnungen", sagte sie. "So ist aus der Infektionskrise eben auch eine Vertrauenskrise geworden, und die gilt es jetzt zu beheben."

Update, 29. Oktober, 11.04 Uhr: Slowakische Bischöfe fordern Ende des Gottesdienst-Verbots

Die katholische Bischofskonferenz der Slowakei hat ein baldiges Ende des Verbots öffentlicher Gottesdienste gefordert. Die Kirche habe die Maßnahmen der Regierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus stets mitgetragen, teilte ein Sprecher am Donnerstag in Bratislava mit.

Die geistlichen Bedürfnisse der Menschen dürften aber nicht in Vergessenheit geraten. Das religiöse Leben könne langfristig nicht allein über Bildschirme ablaufen - einzelne Pfarreien übertragen ihre Predigten im Internet.

Update, 29. Oktober, 11.01 Uhr: Millionen sehen Corona-Sondersendungen

TV-Sender haben zu den neuen Corona-Einschränkungen in Deutschland am Mittwochabend Sondersendungen gezeigt und damit ein großes Publikum erreicht.

Das Erste zog um 20.15 Uhr 6,45 Millionen Zuschauer (19,8 Prozent) an. Zeitgleich schauten 2,87 Millionen (8,8 Prozent) auf dem Privatsender RTL eine Sondersendung. Das ZDF legte um 19.30 Uhr vor mit 4,12 Millionen (13,6 Prozent).

Update, 29. Oktober, 10.58 Uhr: Lindner fordert Entscheidungen zu Corona-Maßnahmen im Parlament

FDP-Chef Christian Linder hat die neuen bundesweiten Corona-Beschränkungen kritisiert und verlangt eine grundsätzliche Mitsprache der Parlamente.

Die Einschränkungen von Freiheitsrechten seien ohne Öffentlichkeit nur von den Regierungsspitzen von Bund und Ländern ergriffen worden, kritisierte er am Donnerstag im Bundestag.

Solche Entscheidungsprozesse gefährdeten die Akzeptanz und drohten die parlamentarische Demokratie zu deformieren. "Der Ort der Entscheidung muss das Parlament sein." Dazu sollte schnell eine interfraktionelle Initiative aus der Mitte des Bundestages kommen.

Lindner unterstützte es, Ansteckungsgelegenheiten zu verringern. Es würden nun aber auch Bereiche geschlossen, die eben nicht als Infektionstreiber aufgefallen seien, sondern sogar Kontaktverfolgung sicherstellen könnten. 

Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender der FDP, kritisiert die beschlossenen Maßnahmen.
Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender der FDP, kritisiert die beschlossenen Maßnahmen.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 29. Oktober, 10.56 Uhr: Wende in Chinas Wirtschaftspolitik: neuer Fünf-Jahres-Plan beschlossen

Nach viertägigen Beratungen hinter verschlossenen Türen hat die Führungselite der Kommunistischen Partei Chinas den neuen Fünf-Jahres-Plan auf den Weg gebracht.

Zum Abschluss ihres Plenums am Donnerstag in Peking billigte das Zentralkomitee den vorgeschlagenen Wirtschaftskurs, der China angesichts der Spannungen mit den USA und des globalen Konjunkturabschwungs durch die Corona-Pandemie weniger abhängig vom Rest der Welt machen soll.

Im Mittelpunkt steht die neue Strategie der "dualen Kreisläufe", die zwar weiter die Öffnung der zweitgrößten Volkswirtschaft betont, aber stärker die Förderung des heimischen Marktes als Hauptmotor und der eigenen Innovation für mehr Selbstständigkeit hervorhebt. Experten sprachen in chinesischen Staatsmedien von einer"wesentlichen Wende in Chinas Wirtschaftspolitik", die auch als Antwort auf den Druck der USA und auf Anti-Globalisierungs-Tendenzen erklärt wurde.

Update, 29. Oktober, 10.46 Uhr: Brinkhaus: Wirtschaftsfehler kann man korrigieren, Tod eines Angehörigen nicht

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat die Bundesregierung gegen den Vorwurf verteidigt, sie übergehe das Parlament in der Corona-Krise. 

"Ja, wir haben Gewaltenteilung", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundestag. Parlamentarismus und Demokratie funktionierten. In vielen Debatten, Gesetzesinitiativen und Haushaltsbeschlüssen habe der Bundestag den Rahmen dafür gesetzt, was die Regierung tun könne.

"Es ist nicht die Aufgabe des Deutschen Bundestages, darüber zu entscheiden, ob sich 10 oder 15 Menschen treffen", sagte Brinkhaus. "Das ist die Aufgabe der Exekutive." Die Rechtsdurchsetzung obliege zudem den Ländern, nicht dem Bund.

"Natürlich ist es so, dass Grundrechte und Freiheit eingeschränkt werden", "agte Brinkhaus. Es sei auch wichtig, das immer wieder zu hinterfragen. "Freiheit ist nicht nur die Freiheit der Starken und der Jungen", mahnte er. "Freiheit ist auch immer die Freiheit der Schwachen und der anderen."

Fehler etwa beim Umgang mit der Wirtschaft könnte man korrigieren. "Der Tod eines Menschen, der Tod eines nahen Angehörigen ist irreversibel."

Brinkhaus warf FDP-Fraktionschef Christian Linder vor, dass er der Regierung wegen des Versuchs, Land und Gesundheit vor einer unkontrollierten Ausbreitung von Corona zu bewahren, Aktionismus vorwerfe. "Ihre Vorgänger hätten sich dafür geschämt", sagte er.

Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Oktober, 10.37 Uhr: US-Immunologe Fauci befürwortet landesweite Maskenpflicht

Angesichts von Corona-Infektionszahlen auf Rekordniveau in den USA hat der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci sich für eine nationale Maskenpflicht ausgesprochen. 

"Wenn es funktioniert, sollten wir es tun, ja", sagte Fauci am Mittwoch (Ortszeit) in einem Interview mit dem Sender CNBC. Er glaube aber nicht, dass es auf Bundesebene geschehen werde, denn "es werde möglicherweise nicht vom Weißen Haus kommen". Präsident Donald Trump, der sich am Dienstag um seine Wiederwahl bewirbt, hatte den Sinn von Masken im Kampf gegen das Virus wiederholt angezweifelt.

Gebe es keine Maskenpflicht auf nationaler Ebene, dann sollten die Bürgermeister und Gouverneure der Bundesstaaten eine solche auf lokaler Ebene anordnen, sagte Fauci weiter. Er leitet das Nationale Institut für Infektionskrankheiten (NIAID) und ist Mitglied der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Fauci gilt als integrer Experte, der sich auch nicht scheut, Trump in wissenschaftlichen Belangen zu widersprechen.

Anthony Fauci, Direktor des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), befürwortet eine landesweite Maskenpflicht.
Anthony Fauci, Direktor des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), befürwortet eine landesweite Maskenpflicht.  © Erin Scott/Pool Bloomberg/ AP/dpa

Update, 29. Oktober, 10.03 Uhr: Arbeitslosigkeit im Oktober gesunken

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist ungeachtet steigender Corona-Infektionszahlen im Oktober vor allem saisonbedingt noch einmal zurückgegangen.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Donnerstag waren im Oktober 2,760 Millionen Menschen arbeitslos, 87.000 weniger als noch im September, aber 556.000 mehr als im Oktober 2019. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum September um 0,2 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent.

Update, 29. Oktober, 10.02 Uhr: Experte erwartet erneut mehr psychische Krisen wegen Corona

Die erneuten massiven Beschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Krise sind auch für den Kopf belastend.

"Die zweite Welle der Corona-Pandemie führt für alle Menschen zu einer langen und schwierigen Zeit der Anpassung", erwartet der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, Dietrich Munz. "Sie wird erneut zu mehr psychischen Krisen und depressiven Erkrankungen und Angststörungen führen."

Nach seiner Ansicht könnten die Menschen anders als im Frühjahr nicht einen schnellen Rückgang der zweiten Ansteckungswelle erwarten. Das mache es schwieriger, psychisch gesund durch die Wintermonate zu kommen.

Die Bedrohung durch Corona führe dazu, dass sich viele Menschen zurückziehen und irgendwie durchzuhalten versuchen, führt Munz aus. Das sei bei psychischen Beschwerden jedoch nicht ratsam. Er rät: Jeder der sich psychisch mehr als zwei Wochen lang anders als normal fühlt, sollte nicht zögern, sich in der Sprechstunde einer psychotherapeutischen Praxis beraten zu lassen.

Update, 29. Oktober, 10 Uhr: Zahl der Kurzarbeiter geht weiter zurück

Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist im Sommer weiter zurückgegangen. Nach Angaben der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit vom Donnerstag hatten Betriebe im August für 2,58 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet.

Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im April hatte die Zahl noch bei knapp sechs Millionen Menschen gelegen. Die Inanspruchnahme habe seitdem sukzessive abgenommen, teilte die Bundesagentur weiter mit. Von 1. bis 25. Oktober sei noch einmal für 96.000 Personen Kurzarbeit angezeigt worden. Erfahrungsgemäß erweist sich die tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter aber meist als kleiner als die Zahl der Anzeigen.

Update, 29. Oktober, 9.55 Uhr: Gauland fordert Parlamentsentscheidung über Corona-Maßnahmen

AFD-Fraktionschef Alexander Gauland hat gefordert, dass der Bundestag über alle Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie entscheidet.

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Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD, kritisiert die beschlossenen Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie.
Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD, kritisiert die beschlossenen Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 29. Oktober, 9.44 Uhr: Merkel: Auf jeden nicht zwingend erforderlichen Kontakt verzichten

Kanzlerin Angela Merkel hat im Bundestag erneut zum Verzicht auf nicht notwendige persönliche Begegnungen aufgerufen.

"So, wie wir Menschen schon so viele große Probleme in unserer Geschichte bewältigt haben, so kann auch in der Pandemie jeder und jede von uns aktiv dazu beitragen, dass wir diese Pandemie mit vereinten Kräften bewältigen", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. "Und aktiv dazu beitragen, das heißt in diesem Fall: Verzichten, auf jeden nicht zwingend erforderlichen Kontakt. Das genau ist der Kern der Pandemiebekämpfung, an dem unsere Maßnahmen alle ansetzen."

Merkel stimmte die Bürgerinnen und Bürger auf schwierige Monate ein, zeigte sich aber auch zuversichtlich. "Der Winter wird schwer. Vier lange, schwere Monate. Aber er wird enden", sagte sie. In den vergangenen acht Monaten habe man bereits gemeinsam gelernt und sich beigestanden. "Das zeichnet diese Gesellschaft aus. Diese Hilfsbereitschaft, dieser Gemeinsinn sind es, die mich zuversichtlich sein lassen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ruft Deutschlands Bürger zur weiteren Vorsicht auf.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ruft Deutschlands Bürger zur weiteren Vorsicht auf.  © Michael Kappeler/dp

Update, 29. Oktober, 9.38 Uhr: Merkel verteidigt harte Einschnitte gegen Corona

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die drastischen Einschnitte gegen eine unkontrollierte Ausbreitung des Corona-Erregers in Deutschland als nötig verteidigt.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht zu Beginn der Sitzung des Bundestags im Plenum mit einer Mund-Nasenbedeckung vor Abgeordneten der Fraktionen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht zu Beginn der Sitzung des Bundestags im Plenum mit einer Mund-Nasenbedeckung vor Abgeordneten der Fraktionen.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Oktober, 9.33 Uhr: Turbulenzen bei Regierungserklärung: Schäuble muss unterbrechen

Bei der Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den neuen Corona-Beschränkungen hat es ungewöhnlich viele Zwischenrufe von der AfD gegeben.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt im Bundestag eine Regierungserklärung zur Bewältigung der Corona-Pandemie ab.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt im Bundestag eine Regierungserklärung zur Bewältigung der Corona-Pandemie ab.  © DPA, Michael Kappler

Update, 29. Oktober, 9.32 Uhr: Städtetag findet Corona-Maßnahmen "hart, aber richtig"

Der Deutsche Städtetag hat die einschneidenden Corona-Maßnahmen im November begrüßt. "Es ist besser, jetzt entschlossen zu handeln, als später mit Versäumnissen zu hadern", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung der "Rheinischen Post" (Donnerstag).

Die Städte hielten die verschärften Maßnahmen für "hart, aber richtig", um den rasanten Anstieg der Corona-Infektionen abzubremsen.

Das vorübergehende Runterfahren der Kontakte auf das Nötigste sei schmerzhaft. Es verändere das Miteinander in den Städten spürbar. "Aber wir müssen jetzt so klar vorgehen, um die Gesundheit von Vielen zu schützen und einen vollständigen Lockdown zu vermeiden", sagte Jung.

"In der Kultur, im Sport, in der Gastronomie sind mit viel Energie und Kreativität gute Hygienekonzepte entwickelt worden", erklärte Jung weiter. "Deshalb halten wir es für sehr wichtig, dass die wirtschaftlichen Folgen für die betroffenen Einrichtungen, Unternehmen und Solo-Selbstständigen abgefedert werden - so, wie Bund und Länder das zugesagt haben."

Update, 29. Oktober, 9.28 Uhr: Wissenschaftler: Schließzeit für neue Corona-Konzepte nutzen

Die Zeit der Corona-Einschränkungen im November sollte nach Ansicht des Bremer Epidemiologen Hajo Zeeb genutzt werden, um neue Konzepte zum Umgang mit der Pandemie zu erarbeiten.

"Wir sind noch früh im Herbst", sagte der Professor am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) in Bremen.

Es sei gut, dass die neuen Maßnahmen auf einen Monat begrenzt seien. Aber selbst wenn es gelinge, den Anstieg der Infektionen zu bremsen, sei die Pandemie nicht vorbei. Sie laufe auf niedrigerem Niveau weiter mit dem Risiko, dass die Zahlen erneut steigen. 

"Wir sollten nicht in eine Situation kommen, dass wir alle vier Wochen entscheiden müssen, ob wir wieder einen Lockdown brauchen", sagte Zeeb am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das tags zuvor von Bund und Ländern vereinbarte Maßnahmenbündel sei insgesamt ausgewogen. "Wir werden wahrscheinlich sehen, dass die Wirksamkeit im Paket liegt", sagte Zeeb. "Das Leben soll nicht völlig zum Erliegen gebracht werden." 

Update, 29. Oktober, 9.18 Uhr: Merkel: Befinden uns "in dramatischer Lage"

Kanzlerin Angela Merkel hat in einer Regierungserklärung im Bundestag die Corona-Lage in Deutschland als dramatisch bezeichnet.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Abgeodnete Karl Lauterbach (SPD) unterhalten sich mit Mund-Nasenbedeckung vor der Sitzung des Bundestages am Donnerstag.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Abgeodnete Karl Lauterbach (SPD) unterhalten sich mit Mund-Nasenbedeckung vor der Sitzung des Bundestages am Donnerstag.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Oktober, 9.14 Uhr: Union verteidigt Verfahren der Beschlüsse gegen Corona

Die Union im Bundestag hat Kritik der Opposition am Zustandekommen der jüngsten Corona-Maßnahmen zurückgewiesen. Hinterher könne immer gut gesagt werden, was anders hätte beschlossen werden müssen, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), am Donnerstag im Sender Phoenix.

Aber die Ministerpräsidenten hätten die Aufgabe, ihre jeweilige Bevölkerung zu schützen. In so einer Lage müsse entschieden werden. Der Bundestag sei am Anti-Corona-Kurs in Deutschland intensiv beteiligt gewesen. 70 Mal habe das Parlament bislang über Corona gesprochen. Das Parlament setze das Recht.

"In Frankreich sterben 500 Menschen am Tag", sagte Grosse-Brömer. Es seien nötige Wellenbrecher, die im Kanzleramt beschlossen worden seien. Der Opposition warf Grosse-Brömer vor: "Inhaltlich haben Sie keine Alternativen, also wird am Verfahren kritisiert."

Der CDU-Politiker verteidigte, dass der Amateursport aussetzen muss, der Profisport aber nicht. So habe de Deutsche Fußball Liga ganz andere Hygienekonzepte, als es der Amateursport liefern könne.

Update, 29. Oktober, 9.13 Uhr: Linke kritisiert Verfahren der Beschlüsse gegen Corona

Die Linke im Bundestag hat das Zustandekommen der jüngsten Beschlüsse gegen die Corona-Pandemie in Deutschland kritisiert. 

"Das was gemacht werden muss, ist doch unbestritten", sagte ihr Parlamentarischer Geschäftsführer Jan Korte, am Donnerstag dem Sender Phoenix. "Das leugnen ein paar Nazis und sogenannte Corona-Leugner." Aber es untergrabe die Akzeptanz in der Bevölkerung, erst die Beschlüsse zu fassen und danach im Parlament zu beraten.

Update, 29. Oktober, 8.55 Uhr: Schlager-Star Roland Kaiser findet deutliche Worte für Corona-Maßnahmen

Zahlreiche freischaffende Künstler sind von dem am Mittwochnachmittag von der Bundesregierung angekündigten erneuten Corona-Lockdown einmal mehr schwer ge- und betroffen. Künstler wie Schlager-Legende Roland Kaiser (68) versuchen nun mit deutlichen Worten, den vielen, vielen Menschen im Hintergrund, deren Existenzen von der Krise in Deutschland arg bedroht sind, eine wichtige Stimme zu verleihen.

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Schlager-Legende Roland Kaiser (68) am Rande der #AlarmstufeRot-Pressekonferenz am 28. Oktober.
Schlager-Legende Roland Kaiser (68) am Rande der #AlarmstufeRot-Pressekonferenz am 28. Oktober.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 29. Oktober, 8.53 Uhr: Gastrobranche fordert schnelle Entschädigung

Entschädigung muss schnell erfolgen! Der Hotel- und Gastroverband Dehoga hat angesichts der erneuten Schließungen von Bars, Kneipen und Restaurants, aufgrund der sich weiter ausbreitenden Corona-Pandemie, schnelle und unbürokratische Hilfen gefordert.

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Update, 29. Oktober, 8.50 Uhr: Corona-Maßnahmen: Deutscher Golf Verband geht von Ausnahme aus

Der Deutsche Golf Verband (DGV) geht bei den bevorstehenden Corona-Maßnahmen von einer Ausnahme für den Golfsport aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten bei einer Videokonferenz am Mittwoch unter anderem vereinbart, dass wegen der Coronavirus-Pandemie im November der Freizeit- und Amateursportbetrieb eingestellt werden soll - jedoch mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand.

"Aktuell gehen wir davon aus, dass diese Ausnahme auch für den Freizeit- und Amateursportbetrieb auf Golfanlagen gilt. Wird unsere Auffassung in den kommenden Stunden und Tagen bestätigt, wäre das Golf spielen allein oder in Zweiergruppen, beziehungsweise bei Personen aus einem Hausstand auch bis zu den üblichen Vierergruppen möglich", hieß es in einem Bulletin des DGV vom Mittwoch. Der Verband verwies darauf, "dass Infektionsrisiken bei der Ausübung des Golfspiels auf dem Golfplatz nicht über die eines gemeinsamen Spaziergangs hinausgehen."

Update, 29. Oktober, 8.45 Uhr: Werteunion gegen Bund-Länder-Beschlüsse

Die konservative Werteunion innerhalb von CDU und CSU hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern gegen die Corona-Pandemie scharf attackiert. 

"Angela Merkel setzt mit ihrer unverantwortlichen Alarmstimmung auf plumpe Rundumschläge, die vor allem den Mittelstand weiter schädigen, anstatt die Corona-Krise als Chance für Reformen zu begreifen, um Bürokratie nachhaltig abzubauen und Steuern zu senken", sagte der stellvertretende Vorsitzender Thomas Jahn einer Mitteilung vom Donnerstag zufolge. "Angela Merkel irrt, wenn sie meint, dass sich die Produktivität einer Volkswirtschaft allein mit frisch gedrucktem Geld aufrechterhalten ließe."

Update, 29. Oktober, 8.30 Uhr: Wirtschaftsminister Altmaier will erneute Grenzschließungen vermeiden

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat angesichts neuer Corona-Maßnahmen davor gewarnt, wie im Frühjahr Grenzen zu schließen. 

"Wir müssen alles tun, um Grenzschließungen auch weiterhin zu vermeiden", sagte er der "Wirtschaftswoche" (Donnerstag). Der Europäische Binnenmarkt setze voraus, dass Lieferketten auch in Pandemiezeiten funktionierten. "Diesbezüglich haben wir aus dem ersten Shutdown gelernt."

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, möchte die Grenzen weiterhin offen halten.
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, möchte die Grenzen weiterhin offen halten.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 29. Oktober, 8.09 Uhr: Virologe zu zweitem Lockdown: "Die Menschen sind zu leichtsinnig geworden"

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer hält die geplanten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für sinnvoll, um die zweite Welle zu brechen – aber nur dann, wenn sich nach dem "Lockdown Light" das Verhalten der Menschen ändert.

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 29. Oktober, 8.07 Uhr: Kanzleramtschef Braun verteidigt Corona-Maßnahmen

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat die einschneidenden Corona-Maßnahmen im November verteidigt. "Wir müssen jetzt als Politik mit einem klaren Signal vorangehen, weil das frühe Handeln im Endeffekt uns das mildere Handeln ermöglicht", sagte Braun am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Die Maßnahmen seien notwendig und verhältnismäßig, um vor Krankheit zu schützen, aber auch - wenn eine Situation der völligen Überforderung eintrete - massive Wirtschaftseinbrüche zu verhindern.

Braun stellte sich hinter die umstrittene Schließung von Gastronomiebetrieben. "Wir müssen natürlich priorisieren", sagte er. Schulen, Bildung und den Großteil von Handwerk, Mittelstand und Wirtschaft wolle man voll aufrechterhalten. "Aber irgendwo müssen wir die Kontakte reduzieren."

Er gehe davon aus, dass die große Mehrheit die Maßnahmen einhalten werde. "Ein kleiner Teil tut's nicht" - da müsse es strengere und regelmäßigere Kontrollen geben. Im privaten Bereich werde sich aber nichts ändern: "Wir werden natürlich keine Kontrollen im privaten Raum standardmäßig durchführen."

Update, 29. Oktober, 8.05 Uhr: Gastrobranche fordert schnelle und unbürokratische Entschädigung

Der Hotel- und Gastroverband Dehoga hat angesichts der erneuten Schließungen von Bars, Kneipen und Restaurants schnelle und unbürokratische Hilfen gefordert. 

"Es ist mehr als konsequent, dass hier eine Entschädigung erfolgt, wenn unsere Branche geschlossen wird, damit die allgemeine Wirtschaft keinen Lockdown erfährt und Schulen geöffnet bleiben", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges am Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist nun wichtig, dass diese Hilfen für alle Unternehmen in Gastronomie, Hotellerie und Cateringwirtschaft schnell und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden."

Zudem komme es darauf an, wie sorgfältig die Landesregierungen die am Vortag gefassten Beschlüsse der Bundesregierung und der Länderchefs umsetzten. "Das muss besser gemacht werden als die Beherbergungsverbote und Sperrstundenregelungen, die vielfach von Gerichten kassiert wurden", sagte Hartges.

"Ich wünsche mir einheitliche und klare Regeln." Auch Klagen gegen die Verordnungen schloss sie nicht aus. Doch bevor darüber entschieden werde, sei es ratsam, "die Verordnungen der Länder abzuwarten und noch wichtiger: die Details der finanziellen Entschädigungsregelungen des Bundes zu kennen."

Viele gastronomische Einrichtungen in Deutschland fürchten den nahenden Lockdown im November.
Viele gastronomische Einrichtungen in Deutschland fürchten den nahenden Lockdown im November.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Oktober, 7.55 Uhr: FDP will Anti-Corona-Maßnahmen nicht ohne weiter Debatte mittragen

Die FDP will die neuen Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland nicht ohne weitere Diskussion mittragen. Die Ministerpräsidenten hätten zum Teil unabgestimmt gehandelt, sagte ihr Parlamentarischer Geschäftsführer im Bundestag, Marco Buschmann, am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin".

"Wir werden das jetzt nacharbeiten müssen." Buschmann wandte sich dagegen, "das ganze Land über einen Kamm zu scheren". Bereits am Abend nach den Beschlüssen von Bund und Ländern sowie in der Nacht hätten "sehr harte Gespräche" stattgefunden. Nun sei die Frage, "wie diese Dinge im Landesrecht umgesetzt werden". Buschmann kündigte an, die FDP sei bemüht, "dort, wo wir mitregieren, die Parlamente stärker einzubeziehen". Dabei handelt es sich um Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz.

Update, 29. Oktober, 7.50 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Indien steigt auf mehr als 8 Millionen

In Indien - dem Land mit den absolut gesehen meisten Corona-Fällen nach den USA - ist die Zahl der bekannten Infektionen auf mehr als acht Millionen gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden kamen knapp 50.000 erfasste Neuinfektionen dazu, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums vom Donnerstag zeigen.

Gleichzeitig nehmen die täglich erfassten Corona-Fälle in der größten Demokratie der Welt seit Wochen tendenziell ab, während sie Europa zunehmen. Auch die Todesrate in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land ist auf die Bevölkerung gerechnet niedriger als in vielen anderen Ländern. Das könnte mit der relativ jungen Bevölkerung Indiens zusammenhängen. Allerdings ist hierbei auch zu beachten, dass in Indien viele Tote nie erfasst werden und die Testrate relativ gering ist.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten in Indien lag am Donnerstag bei über 8 Millionen, wobei die täglichen Neuinfektionen in dieser Woche gesunken sind.
Die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten in Indien lag am Donnerstag bei über 8 Millionen, wobei die täglichen Neuinfektionen in dieser Woche gesunken sind.  © R S Iyer/AP/dp

Update, 29. Oktober, 7.36 Uhr: Spahn verteidigt Corona-Maßnahmen - Erkrankung mache "demütig"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat durch seine eigene Corona-Erkrankung einen anderen Blick auf die Pandemie gewonnen. Die Erfahrung habe ihn "demütig" gemacht, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagmorgen in einem Telefon-Interview im WDR.

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Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und arbeitet daher derzeit zu Hause.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und arbeitet daher derzeit zu Hause.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Update, 29. Oktober, 7.17 Uhr: Pandemie und Stellenabbau reißen Airbus in die roten Zahlen

Die Corona-Krise und der geplante Abbau von rund 15.000 Jobs haben den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen.

Unter dem Strich stand ein Verlust von 767 Millionen Euro nach einem Gewinn von 989 Millionen ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Besonders teuer schlug der Stellenabbau zu Buche. Airbus legte für den geplanten Umbau 1,2 Milliarden Euro zur Seite.

Im laufenden Geschäft brach der Umsatz wegen der gebremsten Auslieferung von Passagierjets im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro ein. Der um Sonderkosten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) sackte um 49 Prozent auf 820 Millionen Euro ab, fiel aber höher aus als von Analysten erwartet.

Zudem verbuchte das Unternehmen vor Übernahmen und Kundenfinanzierungen einen positiven Mittelzufluss. Das Management peilt hier auch für das vierte Quartal mindestens eine ausgeglichene Entwicklung an. Wegen der Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie wagt Airbus-Chef Guillaume Faury aber keine weitere Prognose für das laufende Jahr.

Airbus-Beschäftigte arbeiten im Werk in Finkenwerder in der Endmontage für die Airbus A320-Familie. Die Corona-Krise und der geplante Abbau von rund 15.000 Jobs haben den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen.
Airbus-Beschäftigte arbeiten im Werk in Finkenwerder in der Endmontage für die Airbus A320-Familie. Die Corona-Krise und der geplante Abbau von rund 15.000 Jobs haben den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen.  © Christian Charisius/dpa

Update, 29. Oktober, 7.12 Uhr: Wieder gewaltsame Proteste in Italien

In Italien ist es am Mittwochabend in mehreren Städten zu neuen Protesten gegen die verschärften Corona-Bestimmungen der gekommen. In der norditalienischen Stadt Verona gingen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa rund 500 Menschen vornehmlich aus dem rechtsradikalen Spektrum auf die Straße.

Sie warfen mit Glas und kippten vor Lokalen Tische und Stühle um. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Ebenfalls am Mittwochabend wurde ein Mitarbeiter eines italienischen TV-Senders bei gewalttätigen Protesten in Palermo auf Sizilien verletzt, wie Ansa berichtete. Dort sei es nach einer Demonstration von Lokalbesitzern gegen die Beschränkung ihrer Öffnungszeiten zu Flaschenwürfen und dem Abschießen von Feuerwerkskörpern gekommen. Auch andernorts gab es vereinzelt Kundgebungen. Die Polizei habe von einigen Beteiligten die Personalien aufgenommen.

Bereits Mitte der Woche kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen bei Protesten gegen Ausgangssperren und andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Italien.
Bereits Mitte der Woche kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen bei Protesten gegen Ausgangssperren und andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Italien.  © Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa

Update, 29. 7.07 Uhr: Virologe sicher: Umfassende Corona-Impfung wird bis 2022 dauern

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut geht davon aus, dass eine Impfung der gesamten Bevölkerung gegen das Coronavirus auch bei schneller Entwicklung eines Impfstoffs Ende 2021 noch nicht abgeschlossen sein wird. 

"Es wird längere Zeit dauern, bis wir durch die Impfung eine spürbare Veränderung des Infektionsgeschehens sehen werden, dass wir sagen können, jetzt kann wieder Ruhe einkehre", sagte der Virologe Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Wenn man etwa pro Tag 100.000 Menschen impfen würde, brauche man 150 Tage, um 15 Millionen Menschen zu impfen. Dieses Tempo wäre nach Mertens Ansicht bereits eine Herausforderung.

"Der Start der Impfungen darf nicht übereilt passieren: Es kommt nicht darauf an, vier Wochen früher oder später mit dem Impfen anzufangen", sagte der Virologe. Vor allem Transport und Lagerung, die Einrichtung der regionalen Impfzentren und die bundesweit zeitgleiche Dokumentation der Impfungen müssten gut vorbereitet werden, ebenso die Auswertung der Sicherheitsaspekte und des medizinischen Impferfolgs.

Update, 29. Oktober, 6.44 Uhr: Schauspielverband bezeichnet geplante Schließungen als unsinnig

Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) hat die geplante Schließung von Theatern als unsinnig kritisiert.

"Gerade kleinere und nicht öffentlich geförderte Häuser werden diesen erneuten und vollkommen unnötigen Schlag vor den Bug nicht überleben", heißt es in einem offenen Brief, den der Schauspielverband online veröffentlichte.

Alle bisherigen Schutzmaßnahmen hätten sie mitgetragen. "Sie waren schmerzhaft und haben viele von uns in existenzielle Krisen gestürzt", schreibt der Verband. Aber sie hätten sie als notwendig erkannt, um die exponentielle Ausbreitung des Virus zu stoppen.

In Theatern würden heute deutlich weniger Plätze besetzt als früher. Es gebe nur wenige öffentliche Orte, die so sicher seien, schrieb der Verband. Theater nun zu schließen, obwohl sie "kein Risiko darstellen", sei weder sinn- noch maßvoll. "Ein kultureller Kahlschlag ohne Beispiel wird die Folge sein."

Update, 29. Oktober, 6.37 Uhr: RKI meldet Höchstwert - 16.774 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen hervor.

Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 14.964 Fällen. Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11.287 Neuinfektionen gemeldet. Damit hatte der Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 481.013 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 29.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 89 auf insgesamt 10.272. Das RKI schätzt, dass rund 339.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,17). 

In Deutschland steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus stark an.
In Deutschland steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus stark an.  © Marius Becker/dpa

Update, 29. Oktober, 6.35 Uhr: SPD fordert Beteiligung der Parlamente bei Corona-Beschlüssen

Bei der SPD werden Forderungen nach einer stärkeren Beteiligung der Parlamente bei Beschlüssen von Corona-Maßnahmen lauter.

Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, sagte dem "Spiegel" mit Blick auf die Entscheidungen von Bund und Ländern vom Mittwoch: "Das sind erhebliche und genau zu prüfende Grundrechtseingriffe." Er könne nur dringend dazu raten, "für solche Maßnahmen entsprechende Gesetze auf Bundes- und auf Länderebene einzuführen, andernfalls könnten die neu beschlossenen Maßnahmen von Gerichten gekippt werden".

Fechner hat laut "Spiegel" ein mit der Fraktionsspitze abgestimmtes Positionspapier mit dem Titel "Rechtssicher durch die Corona-Krise" ausgearbeitet. "Der Ruf nach klareren und einheitlicheren Regelungen sowie einer stärkeren Beteiligung des Deutschen Bundestags wurde zurecht lauter", zitiert das Magazin aus dem Dokument.

Damit in den kommenden Monaten die Bereitschaft für weitere Einschränkungen bestehen bleibe, brauche es Schutzmaßnahmen, die "nachvollziehbar, schlüssig und verhältnismäßig" seien. Zuletzt hatten immer mehr Verwaltungsgerichte einzelne Corona-Maßnahmen gekippt, weil diese "nicht nachvollziehbar begründet, zu unbestimmt oder unverhältnismäßig" gewesen seien.

Update, 29. Oktober, 6.32 Uhr: Verband sieht geringes Ansteckungsrisiko für ÖPNV-Beschäftigte

Die Infektionsgefahr für Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr ist aus Sicht des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gering.

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Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn. Jeden Tag haben sie Kontakt zu Hunderten Fahrgästen - doch das Infektionsrisiko für Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr erscheint gering, hat der Branchenverband VDV in einer Umfrage ermittelt.
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn. Jeden Tag haben sie Kontakt zu Hunderten Fahrgästen - doch das Infektionsrisiko für Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr erscheint gering, hat der Branchenverband VDV in einer Umfrage ermittelt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Oktober, 6.30 Uhr: Karliczek: "Schulen dürfen nicht zu Corona-Hotspots werden"

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat eine Ausweitung der Maskenpflicht an Deutschlands Schulen im Kampf gegen das Coronavirus angeregt. 

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Update, 29. Oktober, 5.52 Uhr: Kubicki ruft auf, rechtliche Mittel gegen Corona-Maßnahmen einzulegen

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hat Betroffene aufgerufen, rechtliche Mittel gegen stark einschneidende Corona-Maßnahmen einzulegen. 

"Ich halte die aktuellen Beschlüsse in Teilen für rechtswidrig. Wenn die Runde der Regierungschefs Maßnahmen verabredet, die bereits mehrfach von Gerichten aufgehoben wurden, wie das Beherbergungsverbot, dann ignorieren die Beteiligten bewusst die Gewaltenteilung. Ich rufe alle Betroffenen auf, rechtliche Mittel gegen diese Maßnahmen einzulegen", sagte Kubicki der "Rheinischen Post" (Donnerstag).

Update, 29. Oktober, 5.12 Uhr: Wissenschaftler: Angst vor Corona raubt Menschen den Schlaf

Die Angst vor einer Corona-Ansteckung raubt vor allem Menschen mit gesundheitlichen Risiko-Faktoren vielfach den Schlaf. 

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Die Angst vor einer Corona-Ansteckung raubt vor allem Menschen mit gesundheitlichen Risiko-Faktoren vielfach den Schlaf.
Die Angst vor einer Corona-Ansteckung raubt vor allem Menschen mit gesundheitlichen Risiko-Faktoren vielfach den Schlaf.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 29. Oktober, 5.07 Uhr: Patientenschützer begrüßen erneute Corona-Beschränkungen

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat die erneuten schärferen Corona-Beschränkungen begrüßt und pocht auf mehr Schutz für Risikogruppen. "Bund und Länder mussten konsequent handeln", sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. 

"Die größte Gefahr geht von privaten Kontakten, Festen und Zusammenkünften aus." Es gelte, private Treffen herunterzufahren und den Einsatz von Schnelltests in Altenpflege und Kliniken massiv auszubauen. Sonst drohe das Virus auch immer mehr Löcher in knappe Personaldecken zu reißen, obwohl gerade dort arbeitende Menschen in der Pandemie dringend gebraucht würden. "Pflegebedürftige, Schwerstkranke und die Menschen der Hochrisikogruppe brauchen jetzt Schutz und Solidarität."

Update, 29. Oktober, 4.42 Uhr: Wirtschaftsauskunftei warnt vor Pleitewelle in Gastronomie

Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel warnt angesichts der Corona-Krise vor einer Pleitewelle in der Gastronomie. Stand Ende Oktober seien mehr als 8300 Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés in Deutschland insolvenzgefährdet, heißt es in einer Analyse von Donnerstag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Das seien 14,5 Prozent der untersuchten Betriebe. Im Februar - bevor Gastronomen in der ersten Corona-Welle schließen musste - hatte Crif Bürgel die Zahl der insolvenzgefährdeten Gastronomiefirmen auf 6201 taxiert (10,2 Prozent).

Die Wirtschaftsauskunftei, die die finanzielle Lage von 57.300 Gastronomiebetrieben analysiert hat, errechnet damit von Februar bis Oktober einen prozentualen Anstieg um gut ein Drittel (33,9 Prozent).

Die Situation vieler Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés dürfte sich noch deutlich verschlimmern, schätzt Crif Bürgel. "Im 1. Quartal 2021 könnte jedes fünfte Unternehmen aus der Gastronomie insolvenzgefährdet sein", sagte Geschäftsführer Frank Schlein.

Unter den Bundesländern stehen Gastronomen in Bayern laut der Analyse noch am besten da. Dort waren 11,0 Prozent der untersuchten Betriebe per Ende Oktober insolvenzgefährdet, ähnlich wie in Baden-Württemberg (11,9 Prozent). Am höchsten war der Anteil insolvenzgefährdeter Gastronomiebetriebe demnach in Sachsen-Anhalt (20,1 Prozent), Sachsen (19,1 Prozent) und Berlin (17,2 Prozent).

Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel warnt vor einer Pleitewelle in der Gastronomie.
Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel warnt vor einer Pleitewelle in der Gastronomie.  © Boris Roessler/dpa

Update, 29. Oktober, 4.12 Uhr: Neue Corona-Maßnahmen: Familienunternehmer sehen Jobs gefährdet

Die neuen massiven Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus gefährden aus Sicht von Familienunternehmern Jobs in der Wirtschaft. Der Shutdown dürfe nicht zum Knockdown werden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes "Die Familienunternehmer", Albrecht von der Hagen, der Deutschen Presse-Agentur.

"Viele Unternehmer der Hotellerie und Gastronomie schwanken zwischen Wut und Verzweiflung. Wenn der Staat beschließt, dass diese Betriebe geschlossen werden, muss er auch für die wirtschaftlichen Folgen Verantwortung tragen und Entschädigungen zahlen." Ansonsten beginnt der Kahlschlag ganzer Branchen." Der Entschädigungspassus im Beschluss sei viel zu unpräzise.

Von der Hagen sagte, es bestehe ein erhebliches Kontrolldefizit bei den Corona-Schutzmaßnahmen. "Hier muss der Staat nachsteuern und beispielsweise Personalressourcen in den Ministerien und Ämtern umschichten." Es geht um die "schwarzen Schafe" wie etwa Maskenverweigerer, die bis jetzt noch nicht begriffen hätten, was auf dem Spiel stehe - für die Gesundheit der Menschen, aber auch für die Wirtschaft insgesamt und die Jobs, die daran hängen.

Update, 29. Oktober, 3.44 Uhr: FBI warnt vor Cyberattacken auf Krankenhäuser

Die Zahl der Corona-Infizierten in den USA steigt erneut an - nun sind amerikanische Krankenhäuser auch noch einer Welle von Cyberangriffen ausgesetzt.

Die Bundespolizei FBI warnte in der Nacht zum Donnerstag vor fortlaufenden Attacken mit dem Erpressungstrojaner Ryuk. Solche Software verschlüsselt typischerweise den Inhalt von Computern und verlangt Lösegeld mit Versprechen, die Daten wieder freizugeben. Bei einer weltweiten Attacke dieser Art mit dem Trojaner WannaCry war im Mai 2017 auch die Arbeit britischer Krankenhäuser beeinträchtigt.

IT-Sicherheitsexperten vermuten eine russische Gruppe Cyberkrimineller hinter Ryuk. Das genaue Ausmaß der aktuellen Attacken auf amerikanische Krankenhäuser blieb unklar.

Laut Medienberichten waren Krankenhäuser in den Bundesstaaten New York, Oregon und Minnesota betroffen. Der Gründer der IT-Sicherheitsfirma Hold Security, Alex Holden, sagte dem Fachblog "Krebs On Security", laut Online-Chats wollten die Angreifer Ryuk in 400 medizinischen Einrichtungen platzieren.

Update, 29. Oktober, 2.27 Uhr: Khloé Kardashian spricht über frühere Covid-19-Erkrankung

Reality-TV-Star Khloé Kardashian (36) hat jetzt in einem Video über eine frühere Covid-19-Erkrankung gesprochen. 

"Einige Tage lang war es wirklich schlimm", erzählt Kardashian mit rauer Stimme in dem am Mittwoch veröffentlichten Teaser für die neue Folge der Sendung "Keeping Up With The Kardashians". Sie habe starke Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Husten gehabt und sich übergeben müssen. Die Aufnahmen zeigen die jüngere Schwester von Kim Kardashian im Bett nach Erhalt eines positiven Corona-Tests.

Auch Kim (40) meldet sich zu Wort. Sie habe sich große Sorgen um ihre Schwester gemacht, denn Khloé habe wirklich Angst bekommen. Die Schwestern machten keine Angaben zu dem Zeitpunkt der Infektion.

Der Reality-Star Khloé Kardashian (36) war am Coronavirus erkrankt.
Der Reality-Star Khloé Kardashian (36) war am Coronavirus erkrankt.  © Evan Agostini/Invision/dp

Update, 29. Oktober, 1.16 Uhr: US-Experte Fauci: Vor Januar wird es keinen Corona-Impfstoff geben

In den USA wird es nach Ansicht des renommierten Immunologen Anthony Fauci vor Januar keinen Corona-Impfstoff geben. 

Klinische Studien für zwei experimentelle Impfstoffe seien weit fortgeschritten, die Erteilung einer Notfallzulassung durch die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) sei jedoch nicht vor Januar zu erwarten, sagte Fauci am Mittwoch in einer Videoschalte mit dem Fachmagazin "Jama Network". Fauci sagte, "es könnte Januar sein, es könnte später sein, das wissen wir nicht".

Die am weitesten fortgeschrittenen klinischen Studien sind Fauci zufolge jene für die Impfstoffe des Biotech-Unternehmens Moderna und die Studie von Pfizer. Der Pharmariese arbeitet mit dem Mainzer Unternehmen Biontech zusammen. Für eine Notfallzulassung der FDA müssten die Daten der Hersteller die Verträglichkeit und die "anhaltende Wirksamkeit" ihres Impfstoffs belegen, sagte Fauci.

Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, glaubt, dass es keinen Corona-Impfstoff vor dem Jahr 2021 geben wird.
Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, glaubt, dass es keinen Corona-Impfstoff vor dem Jahr 2021 geben wird.  © Kevin Dietsch/Pool UPI/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 23.40 Uhr: Ebay steigert Gewinn und Erlöse deutlich

Bei der Online-Handelsplattform Ebay laufen die Geschäfte in der Corona-Pandemie weiter rund.

Im dritten Quartal wuchs der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um ein Viertel auf 2,6 Milliarden Dollar (2,2 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen nahm um 22 Prozent auf 25 Milliarden Dollar zu.

Unterm Strich verdiente Ebay 621 Millionen Dollar und damit 411 Millionen mehr als im Vorjahr. "Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen", sagte Vorstandschef Jamie Iannone. Die Aktie legte nachbörslich zunächst zu, drehte dann jedoch ins Minus. Dabei lagen die Zahlen deutlich über den Prognosen der Finanzanalysten, zudem wurde die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben.

Update, 28. Oktober, 22.27 Uhr: Visa erleidet Gewinneinbruch - Corona-Krise belastet weiter

Die Corona-Krise hat beim Kreditkarten-Riesen Visa zu einem weiteren Gewinneinbruch geführt. 

Im jüngsten Geschäftsquartal (bis Ende September) verdiente Visa 2,1 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro) und damit 29 Prozent weniger als im Vorjahr. Das teilte der Finanzkonzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Die Erlöse sanken um 17 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar.

Visa litt besonders unter einem Einbruch von Auslandszahlungen. Da die Pandemie den Reiseverkehr lahmlegt, fallen etwa lukrative Hotel- und Flugbuchungen weg, die häufig mit der Kreditkarte bezahlt werden. 

Trotz der starken Geschäftseinbußen schlug sich Visa jedoch noch deutlich besser als an der Wall Street erwartet. Die Aktie reagierte nachbörslich mit leichten Kursgewinnen auf den Quartalsbericht.

Neben Visa meldete auch Mastercard kürzlich herbe Verluste.
Neben Visa meldete auch Mastercard kürzlich herbe Verluste.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 28. Oktober, 21.54 Uhr: Fast 4000 Neuinfektionen in Portugal - Krisensitzung der Regierung

Portugal hat einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Binnen 24 Stunden seien in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 3960 Ansteckungen erfasst worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch in Lissabon mit. 

Wegen der rapide steigenden Zahlen berief Ministerpräsident António Costa für Samstag eine Sondersitzung seines Kabinetts ein. Dabei werde man über neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten, teilte die sozialistische Regierung mit. Die Lage sei "kritisch", sagte der für Gesundheit zuständige Staatssekretär António Lacerda Sales.

In dem lange Zeit vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommenen Land wurden bereits insgesamt fast 130.000 Infektionen verzeichnet. 

Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 starben, kletterte am Mittwoch um 24 auf 2395. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich in Portugal binnen 14 Tagen 343,6 je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. 

In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 156,2.

Portugals Ministerpräsident António Costa hat jetzt auch ein großes Corona-Problem im eigenen Land.
Portugals Ministerpräsident António Costa hat jetzt auch ein großes Corona-Problem im eigenen Land.  © Olivier Matthys/AP Pool/dpa

Update, 28. Oktober, 21.41 Uhr: Bislang mehr als 5000 Corona-Fälle bei Vereinten Nationen

Bei den Vereinten Nationen hat es seit Beginn der Pandemie weltweit bislang mehr als 5000 Corona-Fälle gegeben. Mindestens 5325 Infektionen mit dem Virus seien bislang verzeichnet worden, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch in New York. 

64 Menschen im Dienst der UN seien bislang nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. In der Hauptverwaltung der UN in New York habe es bislang mindestens 130 Fälle gegeben. Die Vereinten Nationen haben weltweit mehrere Zehntausend Mitarbeiter, dazu kommen die Mitarbeiter und Beteiligten der Unterorganisationen.

Das UN-Hauptquartier in New York ist derzeit wegen einiger Corona-Infektionen lahmgelegt. Nachdem mindestens fünf Mitarbeiter eines Mitgliedsstaates positiv getestet wurden, wurden alle persönlichen Treffen diverser Gremien auf dem Gelände am East River zunächst bis zum Ende der Woche abgesagt. 

Das Mitgliedsland arbeite derzeit eng mit dem medizinischen Personal der UN zusammen, unter anderem um die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten, sagte der UN-Sprecher.

Diplomatenkreisen zufolge handelt es sich um einen Ausbruch in der UN-Vertretung Nigers. Das afrikanische Land ist Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, in dem auch Deutschland sitzt.

Update, 28. Oktober, 21.38 Uhr: Aktuelle Lage in Deutschland

Ein Land sieht rot: Deutschland bewegt sich in Richtung Komplett-Krisengebiet.
Ein Land sieht rot: Deutschland bewegt sich in Richtung Komplett-Krisengebiet.  © TAG24

Update, 28. Oktober, 21.24 Uhr: New Yorks Geschäfte dürfen auf Bürgersteige ausweichen

In der Coronavirus-Pandemie dürfen sich die Geschäfte in New York demnächst auch auf die Bürgersteige ausbreiten. 

Ab Freitag und zunächst bis zum Ende des Jahres dürften die Läden einen Teil der Bürgersteige davor für die Ausstellung und den Verkauf von Waren, für Warteschlangen oder zur Abwicklung der Bezahlung nutzen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch mit. Das solle sie in der Krise unterstützten.

Im Sommer hatte die Stadt bereits den Restaurants, Cafés und Bars erlaubt, Essen und Getränke vor der Tür zu servieren. Das Programm gilt als großer Erfolg und soll bleiben. 

Die Millionenmetropole New York war im Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA geworden. Inzwischen hat sich das Neuinfektionsgeschehen dort stabilisiert, war zuletzt aber wieder leicht angestiegen.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio.
New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio.  © John Minchillo/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 20.54 Uhr: Scholz: Bund-Länder-Beschluss ist "stabile Einigkeit"

Die Geschlossenheit zwischen Bund und Ländern bei den massiven Corona-Einschränkungen ist aus Sicht von Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD) solide. 

"Das ist eine stabile Einigkeit, sie ist sorgfältig diskutiert worden, schon in den letzten Tagen", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in einem ZDF-spezial.

Auf die Frage, ob die Politik den Menschen da nicht sehr viel zumute, sagte Scholz: "Das, was wir uns immer miteinander zumuten müssen, ist die Wahrheit." 

Wenn die Infektionszahlen stark steigen, müsse man dafür sorgen, dass das nicht immer so weitergehe. "Bevor ein unkontrollierbarer Zustand erreicht wird, müssen wir die Kontrolle zurückgewinnen", so Scholz. "Das versuchen wir in diesem November, damit die nächsten Monate dann für uns alle etwas einfacher werden."

Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD) zeigt sich mit den Entscheidungen der Kanzlerin und der Länder zufrieden.
Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD) zeigt sich mit den Entscheidungen der Kanzlerin und der Länder zufrieden.  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Update, 28. Oktober, 20.50 Uhr: MAN mit neuer Prognose: Herber Umsatz- und Gewinnrückgang erwartet

Der Lastwagenbauer MAN rechnet wegen der Covid-19-Pandemie mit schweren Belastungen für Umsatz und Gewinn. 

2020 dürften die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr "erheblich" zurückgehen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend nach der Erstellung einer neuen Prognose in München mit. Die alte Vorhersage hatte der Vorstand der VW-Tochter Ende März zurückgenommen.

Das operative Ergebnis der MAN Gruppe werde sich im Bereich zwischen minus 500 und minus 750 Millionen Euro bewegen, hieß es weiter. In der Prognose seien keine Aufwendungen für die am 11. September kommunizierte Neuausrichtung von MAN Truck & Bus enthalten. 

Aufgrund der laufenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht vorhergesagt werden, wann und in welcher Höhe diese Aufwendungen anfallen würden.

Update, 28. Oktober, 20.48 Uhr: Dehoga prüft rechtliche Schritte gegen Lockdown!

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) prüft rechtliche Schritte gegen den Beschluss von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Mehr Infos >> HIER.

Leere Tische in der Gastronomie für die Dehoga ein Albtraum (Symbolbild).
Leere Tische in der Gastronomie für die Dehoga ein Albtraum (Symbolbild).  © Henning Kaiser/dpa

Die Regelungen sollen am Montag in Kraft treten und zunächst bis Ende November gelten. Die betroffenen Betriebe sollen vom Bund entschädigt werden und bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes aus dem November 2019 erstattet bekommen.

Auch das stimmt Dehoga-Landeschef Schmidt nur mäßig optimistisch. "Die Soforthilfen im Frühling kamen am Ende auch deutlich später an, als ursprünglich gedacht."

Bei den neuen Hilfen komme es auf jeden Tag an. Bei den Mitgliedern seines Verbandes würden nun die Existenzängste aus dem Frühling wiederkommen.

Update, 28. Oktober, 20.29 Uhr: Vor Stuttgart-Spiel: DHfK-Trainer Haber positiv auf Corona getestet

Trainer André Haber vom Handball-Bundesligisten SC DHfK Leipzig ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Verein am Mittwochabend mit. 

Der 34-Jährige hat sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben. "André geht es soweit gut und er zeigt nur geringe Symptome", sagte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther in einer Vereinsmitteilung.

Die Testergebnisse aller weiteren Spieler, Trainer und Betreuer waren negativ. Das für Donnerstag (19.00 Uhr/Sky) angesetzte Auswärtsspiel des SC DHfK beim TVB Stuttgart kann nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Leipzig wie geplant stattfinden. 

"Das liegt vor allem an der großen Disziplin im gesamten Team, wo sich alle in und außerhalb der Halle an ein sehr strenges Hygienekonzept halten, weshalb keiner aus der Mannschaft oder dem Betreuerteam als Kontaktperson ersten Grades gilt", erklärte Günther.

Leipzigs Trainer André Haber ist jetzt in Quarantäne.
Leipzigs Trainer André Haber ist jetzt in Quarantäne.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Oktober, 20.25 Uhr: Auch in Frankreich wieder Lockdown

Mit Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land verschärft Frankreich seinen Kampf gegen die zweite Welle der Corona-Pandemie. Die Beschränkungen sollen von Freitag an gelten, kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (42) kann keinen zweiten Lockdown mehr abwenden!
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (42) kann keinen zweiten Lockdown mehr abwenden!  © Thibault Camus/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 20.11 Uhr: Oppositions-Kritik an Plänen beim Kurzarbeitergeld

Die geplante Verlängerung der coronabedingten Sonderregelungen zur Kurzarbeit stößt im Bundestag zwar auf breite Unterstützung - doch die Opposition hält die angepeilten Maßnahmen für nicht ausreichend. 

Linke und Grüne forderten am Mittwochabend bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs unter anderem, auch die Sonderregelungen beim Arbeitslosengeld auszuweiten. Die FDP vermisste Anreize zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Unternehmen wegen der anhaltenden Corona-Krise auch im kommenden Jahr ihre Beschäftigten leichter in Kurzarbeit schicken können. Die Bezugszeit für das Kurzarbeitergeld soll auf bis zu 24 Monate verlängert werden, maximal bis Ende 2021. 

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Wolfgang Strengmann-Kuhn.
Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Wolfgang Strengmann-Kuhn.  © Fabian Sommer/dpa

Darüber hinaus wird das Kurzarbeitergeld den Koalitionsplänen zufolge weiterhin von sonst 67 Prozent des Lohns auf 70 bis 87 Prozent erhöht - je nach Bezugsdauer und familiären Verhältnissen. Allerdings muss der Bundestag noch zustimmen.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Wolfgang Strengmann-Kuhn, warb dafür, die Höhe des Kurzarbeitergeldes nicht zeitlich zu staffeln, sondern nach dem jeweiligen Einkommen.

Carlo Cronenberg von der FDP kritisierte, eine einfache Verlängerung der bisherigen Maßnahmen sichere zwar bestehende Arbeitsplätze, aber auch eventuell überholte Geschäftsmodelle.

Update, 28. Oktober, 19.53 Uhr: Landkreistag kritisiert Beschränkungen für Hotels und Restaurants

Die Landkreise haben die neuen massiven Einschränkungen für Hotels und Restaurants wegen der Corona-Krise scharf kritisiert. 

Es gehe darum, das richtige Maß der Regeln gegen die Pandemie zu finden, erklärte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, am Mittwoch. Die weitgehende Schließung von Gastronomie und Hotelbetrieb schieße über das Ziel hinaus. 

"Denn das hauptsächliche Infektionsgeschehen spielt sich derzeit vor allem im privaten Bereich ab und in der Regel nicht in Restaurants, Cafés und Hotels", sagte Sager. Gerade in Anbetracht von Sperrstunden und Alkoholverbot sei eine Schließung "weder geeignet noch erforderlich".

Die anderen Beschlüsse etwa zu Kontaktbegrenzungen unterstütze Sager ausdrücklich. Zwar werde den Menschen damit viel zugemutet. Doch die Schritte seien nötig, damit die Pandemie nicht entgleise. Für die Gesundheitsämter werde es immer schwieriger, zu ermitteln, wo sich jemand infiziert habe und wen er angesteckt haben könnte.

"Je konsequenter wir gemeinsam versuchen, persönliche Kontakte auf das notwendige Maß zu reduzieren und die gesellschaftliche Interaktion auf ein Minimum zurückzuführen, desto eher können diese drastischen Maßnahmen wieder beendet werden", warb Sager.

Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistages.
Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistages.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Oktober, 19.46 Uhr: Boston-Marathon 2021 von April in den Herbst verschoben

Nachdem der diesjährige Boston-Marathon wegen der Corona-Pandemie erstmals in seiner Geschichte abgesagt werden musste, wird auch die für den 19. April 2021 geplante 125. Auflage des Traditionsrennens nach hinten verschoben. 

Wie die Veranstalter am Mittwoch mitteilten, soll der Boston-Marathon wegen der aktuellen Corona-Krise frühestens im kommenden Herbst stattfinden.

In diesem Jahr war der Marathon, der 1897 erstmals stattfand, vom 20. April auf 14. September verlegt worden, ehe er endgültig abgesagt wurde.

Update, 28. Oktober, 19.45 Uhr: Schröder: Wirtschaftsverbände kritisieren Corona-Beschlüsse

Wirtschaftsverbände haben die von Bund und Ländern beschlossenen massiven Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise kritisiert. 

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer erklärte am Mittwoch: "Es ist gut, dass Bund und Länder einen pauschalen Wirtschafts-Lockdown erkennbar vermeiden wollten, gleichwohl ist das nicht durchgängig gelungen und ein harter und bitterer Tag für viele Handwerksbetriebe."

Die großen Anstrengungen und Investitionen vieler Betriebe in den vergangenen Monaten, mit ausgeklügelten Hygienekonzepten Kunden und Mitarbeiter zu schützen, hätten mehr Anerkennung verdient. "Manche Handwerksbereiche sind teils unmittelbar, teils mittelbar von den nun anstehenden Schließungen substanziell betroffen."

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer.
Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer.  © Christoph Soeder/dpa

Der nun vereinbarte Teil-Lockdown treffe die Betriebe besonders,die durch den ersten Lockdown bereits massiv angeschlagen seien. Es sei daher entscheidend, dass das angekündigte zusätzliche Unterstützungspaket zeitnah festgelegt werde - der Bund plant Finanzhilfen von bis zu 10 Milliarden Euro.

Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland werden viele Handelsunternehmen auf die zugesagte staatliche Hilfe angewiesen sein. Positiv sei, dass in den Geschäften nun statt ursprünglich vom Bund geplant einem Kunden pro 25 Quadratmeter, zumindest ein Kunde pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche zugelassen sein solle.

"Der faktische Lockdown gefährdet jedoch viele Einzelhändler in der Innenstadt."

Update, 28. Oktober, 19.42 Uhr: Schröder: Corona-Einschränkungen haben nicht nur Nachteile

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (76, SPD) kann den Einschränkungen des Lebens wegen Corona auch etwas Positives abgewinnen. 

"Wir versuchen uns in der Familie zu schützen. Wir reisen nicht mehr. Wir haben auch jeden Weihnachtsurlaub abgesagt", sagte Schröder in der neuen, noch vor den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen aufgenommenen Ausgabe seines regelmäßigen Podcast. 

"Ich habe genug zu lesen, was ich aufschieben musste aus Zeitgründen. Ich mache Sport, mehr je als mehr zuvor - all diese Dinge, die man als Entschleunigung bezeichnen würde im privaten Leben, sind ja nicht nur belastend." Es gebe nicht nur Nachteile derzeit. Der Podcast lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor und sollte am Donnerstag veröffentlicht werden.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (76, SPD).
Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (76, SPD).  © Kay Nietfeld/dpa

Den Deutschen riet der ehemalige Kanzler, die Dinge nicht zu negativ zu sehen: "Dass man in Deutschland lebt in dieser Zeit, ist unzweifelhaft ein Vorteil, auch verglichen mit anderen zivilisierten Gesellschaften in der Europäischen Union, von Amerika will ich gar nicht reden."

Den Jüngeren riet er: "Schaut Euch Eure Eltern, schaut Euch Eure Großeltern an, fragt mal nach den Erfahrungen in der Nachkriegszeit, was sie erlebt haben."

Eigentlich könne man von den jüngeren Menschen erwarten, "dass Ihr Euch nicht kaputt machen lasst von der Gefahr, die ohne Zweifel in dieser Epidemie ist - aber es gibt auch ein Leben danach".

Update, 28. Oktober, 19.38 Uhr: Habeck: Gewonnene Zeit jetzt auch wirklich nutzen

Grünen-Chef Robert Habeck (51) hat die Bundesregierung aufgefordert, den Teil-Lockdown im November zur Vorbereitung auf die kommenden Monate mit der Corona-Pandemie zu nutzen. 

"Es rächt sich jetzt bitter, dass die letzten acht Monate nicht besser genutzt wurden, dass wir nicht besser vorbereitet sind für die dunkle, kalte Jahreszeit", sagte Habeck am Mittwoch in Berlin, nachdem Bund und Länder befristete, aber deutliche Einschränkungen beschlossen hatten.

"Wir müssen wissen, wie wir über den Winter, über den Herbst kommen", sagte Habeck, die Politik auf Zuruf müsse enden. "Die Gereiztheit in der Gesellschaft wird immer größer, es droht eine gesellschaftliche Zerreißprobe, in Teilen haben wir die schon."

Grünen-Chef Robert Habeck (51).
Grünen-Chef Robert Habeck (51).  © Annette Riedl/dpa

Die Grünen trügen die "absolut bittere Maßnahmen" im Kern "notgedrungen" mit, sagte Habeck. Für Menschen, die für Betriebe und Veranstaltungen Hygienekonzepte entwickelt und deren Güte bestätigt bekommen hätten, müssten die Entscheidungen aber "wie Hohn klingen".

Den Plan von Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU), die Schleierfahndung zu intensivieren (siehe unten), um Verstöße von Reisenden gegen Corona-Bestimmungen festzustellen, lehnen die Grünen ab.

"Die Bundesregierung wäre gut beraten, die Bevölkerung nicht unter Generalverdacht zu stellen", sagte Habeck, man solle nicht Mittel aus der Terrorbekämpfung einsetzen, um die Bevölkerung zu kontrollieren.

Update, 28. Oktober, 19.35 Uhr: Gewerkschaft fordert Schutz für Lehrer

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Offenhaltung von Schulen und Kitas einen besseren Schutz der Beschäftigten. 

Ein "Weiter so" dürfe es nicht geben, hieß es am Mittwochabend in einer Mitteilung der Gewerkschaft. "Wenn offene Schulen und Kitas höchste Priorität aus sozialen Gründen haben sollen, müssen Lehrkräfte und Erzieherinnen besonders geschützt werden."

"Die GEW schlägt vor, dem Rat des Robert Koch-Instituts zu folgen und in der Schule in kleineren Gruppen zu unterrichten", sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe. Sie forderte einen Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht ab der fünften Klasse, wenn der sogenannte Inzidenzwert die Marke von 50 erreicht. 

"So können die Gruppen verkleinert und Abstände eingehalten werden", sagte Tepe. Zusätzlich müsse gesichert sein, dass in den Klassenzimmern regelmäßig und konsequent gelüftet werde. 

"Räume, in denen Lüften nur eingeschränkt möglich ist, müssen umgehend mit wirksamen Luftfiltern ausgestattet werden." Tepe sprach sich dafür aus, die Grundschulen so lange wie möglich geöffnet zu lassen.

Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe.
Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe.  © Britta Pedersen/dpa

Für die Kitas verlangte die GEW-Vorsitzende "passgenaue und wirksame Hygienepläne" und Betriebsärzte zur Beratung und gegebenenfalls Freistellung von Beschäftigten aus Risikogruppen.

Zudem sprach sie sich für freiwillige, kostenfreie Coronatests und eine Grippeschutzimpfung für die Beschäftigten aus. "In Einrichtungen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, ist ein Betrieb der Kita nicht zu verantworten."

Kitaschließungen dürften nicht ausgeschlossen werden, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse nahelegten, dass Kitas eine Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielen oder es ein erheblich erhöhtes Risiko für die Beschäftigten gebe.

Update, 28. Oktober, 19.31 Uhr: Grütters will Hilfen auch für die Kulturszene

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will mit Blick auf die bevorstehenden Schließungen massive Hilfen auch für die Kulturszene. 

"Es geht für die Branche um Leben und Tod", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch der Bild-Zeitung. "Die Künstler und Kreativen haben sich in der ganzen Krise ungeheuer fair verhalten, obwohl es an ihren Lebensnerv geht."

Grütters sprach sich für Hilfen wie in anderen Branchen aus. "Es geht um Tausende Kinos, Privattheater, das gesamte Bühnengeschehen, Klubs, Tänzer, Filmschaffende, Bühnenbauer, Gesangstrainer und Maskenbildner." 

Grütters sprach von "mehr als 1,5 Millionen Menschen, die mehr als 100 Milliarden zum Bruttoinlandsprodukt an Wertschöpfung beitragen". 

Kulturstaatsministerin Monika Grütters.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters.  © Christoph Soeder/dpa

Es müsse über ganz andere Hilfsstrukturen geredet werden. Einnahme- und Verdienstausfälle müssten kompensiert werden. "Vor allem aber muss der Lebensentwurf der Soloselbstständigen endlich ernst genommen werden - in der Krise müssen wir gerade auf deren Probleme ganz anders reagieren als bisher."

Der Bund plant noch einmal milliardenschwere Nothilfen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Schalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder erfuhr.

Die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Update, 28. Oktober, 19.28 Uhr: DOSB bedauert temporären Lockdown und fordert Finanzhilfen für Sport

Der Deutsche Olympische Sportbund hat mit Sorge auf die bevorstehenden Corona-Beschränkungen und das temporäre Verbot im Freizeit- und Amateurbereich reagiert. 

"Der DOSB bedauert sehr, dass dieser temporäre Lockdown inklusive eines Verbots des Amateursports offenbar nötig geworden ist. Wir tragen diese Maßnahme jedoch verantwortungsbewusst trotz der negativen Effekte für den Sport grundsätzlich solidarisch mit", wurde DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Mittwoch in einer Mitteilung des Dachverbandes zitiert.

Dies falle nicht leicht, weil sich bereits sichtbare und für viele noch unsichtbare Corona-Schäden "durch diese pauschale Maßnahme der Politik nochmals deutlich verstärken". 

DOSB-Präsident Alfons Hörmann.
DOSB-Präsident Alfons Hörmann.  © Christoph Soeder/dpa

Hörmann kritisierte, dass der "generelle Lockdown nicht die vielfältigen und erfolgreichen Aktivitäten des Sports" berücksichtige, "der durch ein hohes Maß an Disziplin und mit der konsequenten Umsetzung von Hygiene-Konzepten erreicht hat, dass der Sport nachweislich kein Infektionstreiber ist."

Zugleich begrüße der DOSB, dass "der Profi- und Spitzensport nicht ausgesetzt wird, auch wenn er ohne Zuschauer stattfinden muss".

Um finanzielle Folgen für Vereine und Verbände abzumildern, forderte Hörmann "im Bereich der angekündigten Nothilfen, dass der Sport in seiner ganzen Vielfalt unproblematisch daran teilhaben kann".

Update, 28. Oktober, 19.24 Uhr: Altmaier: Maßnahmen notwendig - Dauerhaften Schaden verhindern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU) hat die von Bund und Ländern beschlossenen harten Beschränkungen für Betriebe als notwendig bezeichnet, um die rasante Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. 

"Nur wenn dies gelingt, kann sich der Erholungsprozess unserer Wirtschaft dauerhaft fortsetzen und schwerer Schaden für Unternehmen und Beschäftigte verhindert werden", erklärte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. 

"Wir muten den Bürgerinnen und Bürgern weitreichende Einschränkungen ihres Privatlebens zu, weil wir nur so die Infektionsketten unterbrechen und die Kontrolle über die Ausbreitung des Virus wiedererlangen können."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU).
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU).  © Michael Kappeler/dpa

Es habe sich als unvermeidlich erwiesen, für die Dauer der nächsten vier Wochen auch viele Unternehmen zu schließen. Auf diese Weise sollten Kontakte im erforderlichen Umfang verringert werden. Die Bundesregierung werde diese Betriebe umfassend unterstützen, um ihnen den Fortbestand in dieser schweren Zeit zu erleichtern.

Altmaier verwies auf Finanzhilfen von bis zu 10 Milliarden Euro, mit denen Umsatzausfälle erstattet werden sollen. Außerdem solle der Schnellkredit der Staatsbank KfW für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten - dies hatten Wirtschaftsverbände seit langem gefordert.

"Die beschlossenen Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Unternehmen nicht allein lassen, sondern zielgerichtet unterstützen."

Update, 28. Oktober, 19.21 Uhr: SPD-Chef sieht in Anti-Corona-Beschlüssen "ermutigendes Signal"

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans (68) sieht in den Anti-Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern ein "ermutigendes Signal". 

Bei früheren Beschlüssen habe es nervende Profilierungswettläufe und schwer verständliche Flickenteppich-Lösungen gegeben, sagte Walter-Borjans am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. 

Diesmal hätten die Verantwortlichen das Zeichen gesetzt: "Gemeinsam können wir Corona besiegen." Jetzt komme es auf die Bürgerinnen und Bürger an. 

"Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, dass das Corona-Virus zurückgedrängt und ein dramatischer Gesundheitsnotstand abgewendet wird", sagte der SPD-Chef. 

Es lohne sich, zu Hause zu bleiben. Der Freizeit-Lockdown habe ein absehbares Ende.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans (68).
SPD-Chef Norbert Walter-Borjans (68).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 28. Oktober, 19.18 Uhr: Ramelow: Thüringen geht bei Corona-Eindämmung keinen Sonderweg

Thüringen wird nach den Worten von Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) bei der Eindämmung der Corona-Pandemie im November keinen Sonderweg einschlagen. 

"Es gibt keine Verweigerung Thüringens", sagte Ramelow am Mittwochabend in Erfurt nach der Video-Konferenz von Bund und Ländern. Er trage trotz einer Thüringer Protokollnotiz die Beschlüsse der Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel mit. Er werde sie aber dem Thüringer Landtag und seinem rot-rot-grünen Kabinett zur Bestätigung vorlegen, kündigte er an.

Thüringens Regierungschef schlug vor, eine ohnehin auf CDU-Antrag für den 3. November geplante Sondersitzung des Parlaments auf diesen Freitag vorzuziehen. Ob das gelinge, sei noch offen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke).
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke).  © Jens-Ulrich Koch/dpa-Zentralbild/dpa

Ramelow hatte noch am Dienstag erklärt, er werde einem erneuten Herunterfahren des öffentlichen Lebens per Verordnung nicht zustimmen. Diese Erklärung habe er unter dem Eindruck fehlender Unterlagen aus dem Kanzleramt bis kurz vor der Konferenz abgegeben, sagte Ramelow am Mittwochabend.

Angesichts der Dynamik der Corona-Neuinfektionen, die es inzwischen auch in Thüringen gebe, empfehle er dem Landtag, die drastischen Einschnitte mitzutragen.

Er erwarte jedoch, dass der Bund Gewerbetreibenden und Unternehmen, die dadurch einen wirtschaftlichen Nachteil habe, einen Ausgleich zahle.

Update, 28. Oktober, 19.13 Uhr: Immobilienwirtschaft: Hotels sind keine "Infektionstreiber"

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) sieht bei den Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern ein Kontrollproblem. 

Die Maßnahmen dürften nicht diejenigen treffen, die sich vorbildlich in Sachen Hygiene und Vermeidung von Infektionen verhielten, sondern diejenigen, die durch unverantwortliches Verhalten zu den drastischen Infektionszahlen beitrügen, erklärte der Präsident des Spitzenverbandes der Immobilienwirtschaft, Andreas Mattner, am Mittwoch nach der Schalt-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten.

Mattner argumentierte, weder Geschäfte noch Hotels seien Infektionstreiber gewesen. Die neuen Maßnahmen in dem Bereich wie touristische Übernachtungsverbote "lassen viele weitere Unternehmen gegen die Wand fahren. Sie sind darüber hinaus juristisch fragwürdig und führen mit zu erwartenden Klagen zu weiterer Unsicherheit bei der Bevölkerung und den Betreibern".

Der Präsident des Spitzenverbandes der Immobilienwirtschaft, Andreas Mattner (Archivbild).
Der Präsident des Spitzenverbandes der Immobilienwirtschaft, Andreas Mattner (Archivbild).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 28. Oktober, 19.10 Uhr: Trotz Zuschauer-Verbot: DEL2 will am 6. November starten

Die zweithöchste deutsche Eishockey Liga hält trotz des Zuschauerverbots für den Profisport im November am geplanten Saisonstart fest. Am 6. November will die DEL2 den Spielbetrieb aufnehmen. 

"Wir sind in erster Linie froh, dass der Spielbetrieb im Profisport erhalten werden kann", sagte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch in einer Mitteilung der Liga vom Mittwoch.

Update, 28. Oktober, 18.40 Uhr: Lauterbach zum Bund-Länder-Beschluss: "Die Vernunft hat gesiegt"

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnet die massiven Corona-Beschränkungen des öffentlichen Lebens als einen Sieg der Vernunft. 

"Die Beschlüsse von heute sind ein grosser Erfolg und ein Meilenstein gegen das Coronavirus in Deutschland", schrieb Lauterbach auf Twitter. 

Mit dem "Wellenbrecher Shutdown" werde man die zweite Welle der Pandemie brechen und aus dem exponentiellen Wachstum heraus kommen. Bund und Länder hätten gezeigt, "wie geschlossen in einer Notlage reagiert werden kann", schrieb der Mediziner. "Die Vernunft hat gesiegt."

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Mittwoch darauf, die zweite Corona-Infektionswelle mit strengen Kontaktbeschränkungen für die Bürger und einem weitgehenden Herunterfahren aller Freizeitaktivitäten zu brechen. 

Auf diese Weise soll eine unkontrollierbare Ausbreitung der Pandemie verhindert werden. Die Maßnahmen sollen bereits ab dem kommenden Montag (2. November) gelten und bis Ende November dauern.

Update, 28. Oktober, 18.38 Uhr: Merkel: Neue Corona-Maßnahmen gelten bundesweit

Die harten Corona-Maßnahmen, die Bund und Länder am Mittwoch vereinbart haben, gelten nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) in ganz Deutschland. 

"Die Beschlüsse gelten bundesweit", sagte Merkel nach den Beratungen in Berlin. Alle müssten sie durch Allgemeinverordnungen umsetzen. 

Thüringen werde noch das Parlament befassen. "Aber so, wie es hier steht, gilt es bundesweit." In den vergangenen Monaten waren die Bundesländer bei ihren Corona-Schutzmaßnahmen unterschiedlich vorgegangen. Immer wieder waren bundesweit einheitlichere Regeln gefordert worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) will keine Sonderwege von einzelnen Bundesländern.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) will keine Sonderwege von einzelnen Bundesländern.  © Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

Update, 28. Oktober, 18.36 Uhr: Branche: Schließung von Spielhallen schwerer Schlag

Die Schließung von Spielhallen im November zur Eindämmung des Coronavirus ist aus Sicht der Branche ein schwerer Schlag. Georg Stecker, Vorstandssprecher des Dachverbands Deutsche Automatenwirtschaft, kritisierte am Mittwoch nach den Beratungen von Bund und Ländern, dies treffe auch den Jugend- und Spielerschutz.

"Ohne das legale Angebot in staatlich konzessionierten Spielhallen und in der Gastronomie ist der Kanalisierungsauftrag aus dem Glücksspielstaatsvertrag massiv gefährdet. Es droht eine höchst problematische Abwanderung der Gäste in illegale Angebote ohne Jugend- und Spielerschutz", sagte Stecker.

Dies habe die Schließung der Spielhallen und der gastronomischen Betriebe im Frühjahr deutlich gezeigt und drohe sich nun zu wiederholen. Stecker verwies auch auf geltende Abstandsregelungen in Spielhallen.

Update, 28. Oktober, 18.35 Uhr: Thüringen stimmt Corona-Beschluss nur bedingt zu

Thüringen hat den von Bund und Ländern vereinbarten massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens nur bedingt zugestimmt. 

Das Land trage nur "diejenigen Maßnahmen mit, die für eine wirksame Eindämmung des Infektionsgeschehens durch wissenschaftliche Erkenntnisse geeignet und verhältnismäßig" seien, heißt es in einer Protokollerklärung der Staatskanzlei, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

Thüringen erwarte, dass der Bundestag eine akute nationale Gesundheitsnotlage feststelle, die die von der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) beschlossenen Beschlüsse rechtfertigten. Zuvor hatte auch die Thüringer Allgemeine (Online-Ausgabe) berichtet.

Mit der Verabschiedung des Beschlusses der MPK sei darüber hinaus "kein Präjudiz für das parlamentarische Verfahren im Freistaat Thüringen verbunden". 

Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (64, Linke).
Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (64, Linke).  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Zugleich forderte Regierungschef Bodo Ramelow (64, Linke) vom Bund, "dass er mittels seiner Finanzkraft und der ihm gegenüber den Ländern allein obliegenden Gestaltungsmöglichkeiten der steuerlichen Einnahmeseite" dafür Sorge trage, dass alle von den getroffenen Maßnahmen unmittelbar und mittelbar betroffenen Akteure wirksam unterstützt würden.

Am Mittwochnachmittag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in einer Videokonferenz weitere massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen.

Bund und Länder wollen so die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen.

Update, 28. Oktober, 18.30 Uhr: Söder: "Wir verordnen eine Vier-Wochen-Therapie"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hat die Bürger zu Solidarität während der Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. 

Es gehe nicht nur um die Freiheit, die der Einzelne habe, sondern auch darum, wie viel Schutz die Gemeinschaft den besonders Betroffenen biete, sagte der CSU-Chef am Mittwoch nach Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Regierungschefs der Bundesländer. 

"Wir sind eine Solidaritätsgesellschaft und kein Ego-Land." Es gehe nicht um Loyalität zum Staat und Obrigkeitshörigkeit, sondern um ein Gemeinschaftsgefühl.

Söder betonte, es sei wichtig, jetzt durchzugreifen und nicht länger abzuwarten. "Je länger wir warten, desto schwieriger wird es", sagte er. 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).  © Peter Kneffel/dpa Pool/dpa

"Die Alternative nichts zu tun oder weniger zu tun, bedeutet am Ende vielleicht in die Situation zu kommen, dass wir die Entscheidung in den Krankenhäusern zu treffen haben über Leben und Tod." Die Einschätzungen der Wissenschaftler hätten sich "mit erschreckender Präzision" bestätigt.

Nun sollten drei Viertel der Kontakte reduziert werden. "Es scheint kurzfristig hart, ist aber langfristig milder, als die Alternativen, nichts zu tun", sagte er, dann lande man in einer "Endlosschleife" und das ganze Land leide.

"Wir verordnen eine Vier-Wochen-Therapie, wenn man das sagen kann. Wir hoffen, dass die Dosis richtig ist, dass es erfolgreich ist." Wie bei jeder Therapie gelte, dass sie wirken müsse und nicht zu früh abgebrochen werden dürfe.

Bund und Länder hatten sich zuvor bei ihrem Corona-Krisengespräch auf befristete, aber massive Beschränkungen des öffentlichen Lebens verständigt.

Söder lobte die Einigkeit der Länderchefs. Es sei ein "ermunterndes Signal" gewesen, die Entschlossenheit bei allen zu spüren.

Update, 28. Oktober, 18.26 Uhr: Merkel geht von weniger Fahrgästen in Bussen und Bahnen aus

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht davon aus, dass infolge der massiven Beschränkungen im November weniger Menschen mit Bussen und Bahnen fahren. 

Das machte sie am Mittwoch in Berlin nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder deutlich. Sie nannte auch den Fernverkehr. Merkel verwies darauf, dass Unternehmen mehr Heimarbeit ermöglichen sollen und Bürger auf nicht notwendige private Reisen verzichten sollen. 

Bereits im Frühjahr hatten Corona-Einschränkungen die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen drastisch einbrechen lassen. Bund und Länder hatten Milliardenhilfen für Verkehrsunternehmen beschlossen, um Umsatzausfälle abzufedern.

Update, 28. Oktober, 18.14 Uhr: Gottesdienste bleiben erlaubt

Trotz rasant steigender Corona-Infektionszahlen sollen Gottesdienste nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) weiterhin erlaubt sein. 

Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden. Merkel verwies darauf, dass auch Schulen und Kitas offen seien sowie Geschäfte. Nach den Worten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) sind Eingriffe in die Religions- und Versammlungsfreiheit besonders sensibel.

Magdeburg: Gläubige und Gäste sitzen im September mit Abstand im Festgottesdienst anlässlich von 500 Jahren Dombauvollendung im Dom St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg.
Magdeburg: Gläubige und Gäste sitzen im September mit Abstand im Festgottesdienst anlässlich von 500 Jahren Dombauvollendung im Dom St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg.  © Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Oktober, 18.12 Uhr: AfD lehnt Corona-Regeln ab - Gauland spricht von "Kriegskabinett"

Mit Ablehnung und Empörung hat die AfD auf die von Bund und Ländern beschlossenen neuen Corona-Einschränkungen reagiert. 

"Es ist alles völlig überzogen", sagte die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Alice Weidel, am Mittwoch in Berlin. "Wir müssen lernen mit Corona zu leben", fügte sie hinzu.

Der Co-Vorsitzende Alexander Gauland (79) kritisierte, dass erneut weitreichende Kontaktbeschränkungen und die Schließung von Gastronomiebetrieben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) gemeinsam mit den Ministerpräsidenten vereinbart wurden. 

"Wir haben inzwischen eine Art Kriegskabinett", sagte Gauland. Er habe das Gefühl, der Bundestag sei nur noch dazu da, um "das gefälligst abzunicken".

Der AfD-Co-Vorsitzende Alexander Gauland (79).
Der AfD-Co-Vorsitzende Alexander Gauland (79).  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Oktober, 18.09 Uhr: Müller: Können nicht länger zugucken

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD) hält den für November geplanten bundesweiten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie für richtig und sachgerecht. 

"Das wird ein schwerer Weg, jetzt diese Beschlüsse umzusetzen", sagte er am Mittwoch nach Video-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. 

"Wir wissen alle, was das bedeutet, was das für Zumutungen und Einschränkungen für die Menschen sind."

Aber: "Wenn wir jetzt zugucken, werden wir vielen Menschen nicht helfen können", unterstrich Müller. In Berlin würden die Intensivbetten jetzt schon wieder mindestens genauso stark genutzt wie zu Beginn der Pandemie - mit stark steigender Tendenz. 

"Das ist nichts Abstraktes mehr." Es gehe um die Gesundheit und um Menschenleben. Deshalb sei es angemessen, in dieser Situation noch einmal diesen harten Weg zu gehen und solidarisch zu sein.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD).
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD).  © Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa

Update, 28. Oktober, 18.06 Uhr: Merkel gibt PK

Deutschland muss wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) eine "akute nationale Gesundheitsnotlage" vermeiden. 

"Wir müssen handeln, und zwar jetzt", sagte die Kanzlerin am Mittwoch nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder.

"Die Kurve muss wieder abflachen." Man brauche jetzt im November eine befristete "nationale Kraftanstrengung", sagte Merkel und sprach von harten und belastenden Maßnahmen.

75 Prozent des Infektionsgeschehens in Deutschland lasse sich nicht mehr nachverfolgen. Das Gesundheitssystem werde damit noch fertig. Aber wenn es bei dem Tempo des Infektionsgeschehens bleibe, komme man binnen Wochen an die Grenzen, sagte die Kanzlerin. 

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa

Die Zahl der Menschen, die wegen Corona auf Intensivstationen behandelt würden, nehme erheblich zu. Heute sei ein schwerer Tag auch für politische Entscheider.

Bund und Länder hatten sich bei dem Corona-Krisengespräch zuvor auf vorübergehende massive Beschränkungen des öffentlichen Lebens ähnlich wie im Frühjahr verständigt. 

Die Maßnahmen sollen ab kommenden Montag bis Ende November gelten. Restaurants und Kneipen sollen wieder schließen, genauso wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios oder Kinos.

In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und einem zweiten Hausstand gemeinsam aufhalten dürfen. Veranstaltungen werden gestrichen und Zuschauer in der Bundesliga wieder verboten. 

Offen bleiben sollen Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden.

Update, 28. Oktober, 17.54 Uhr: 24.991 Corona-Neuinfektionen in Italien

In Italien hat die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen fast die Marke von 25.000 erreicht. Wie die Behörden in Rom am Mittwoch mitteilten, wurden 24.991 neue Corona-Fälle registriert.

Update, 28. Oktober, 17.42 Uhr: Profisport nur ohne Zuschauer, kein Amateur- und Freizeitbetrieb

Der deutsche Profisport darf wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen im November nur ohne Zuschauer ausgetragen werden, das gilt auch für die Fußball-Bundesliga. 

Der Amateur- und Freizeitsportbetrieb wird zudem weitestgehend untersagt, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch beschlossen.

Update, 28. Oktober, 17.31 Uhr: Merkel gibt Regierungserklärung zur Corona-Krise ab

Nach den Bund-Länder-Beratungen vom Mittwoch will Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) dem Bundestag am Donnerstag die Corona-Politik der Bundesregierung erläutern. 

Die Regierungserklärung ist die dritte seit Beginn der Pandemie. Im Anschluss an die etwa 20-minütige Rede (9.00 Uhr) ist eine anderthalbstündige Debatte geplant.

In ihrer ersten Erklärung Ende April hatte die CDU-Politikerin das Vorgehen einzelner Bundesländer bei der Öffnung der damaligen Corona-Beschränkungen scharf kritisiert. Die zweite Regierungserklärung Mitte Juni stand im Lichte der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft - hatte aber auch Corona zum Thema.

Bund und Länder einigten sich am Mittwoch darauf, die zweite Corona-Infektionswelle mit strengen Kontaktbeschränkungen für die Bürger und einem weitgehenden Herunterfahren aller Freizeitaktivitäten zu brechen. Auf diese Weise soll eine unkontrollierbare Ausbreitung der Epidemie verhindert werden. 

Die Maßnahmen sollen bereits ab dem kommenden Montag (2. November) gelten und bis Ende November dauern.

Update, 28. Oktober, 17.31 Uhr: Firmen bekommen Teil der Umsatzausfälle ersetzt

Firmen, die besonders von den neuen Corona-Regeln betroffen sind, bekommen große Teile ihres Umsatzausfalls vom Bund ersetzt. 

Der Bund plant noch einmal milliardenschwere Nothilfen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Schalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder erfuhr. Die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro haben.

Konkret sollen Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern und Solo-Selbstständige 75 Prozent des Umsatzausfalls ersetzt bekommen. Für größere Unternehmen werden die Prozentsätze nach europäischen Vorgaben zum Beihilferecht bestimmt. Sie können daher von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Vergleichsmaßstab sind die Umsätze des Vorjahresmonats, also von November 2019.

Das Geld könnte nach Informationen des Handelsblatts aus dem bereits existierenden Topf für Überbrückungshilfen stammen. Von den dafür vorgesehenen 25 Milliarden Euro wurden bislang erst rund zwei Milliarden Euro abgerufen. 

Der Bund plant, die Überbrückungshilfen, Zuschüsse für kleine und mittlere Firmen, bis Mitte 2021 zu verlängern. Ursprünglich sollten sie zum Jahresende auslaufen. Außerdem soll bei den Bedingungen für Hilfen etwa für die schwer belastete Kultur- und Veranstaltungswirtschaft nachgebessert werden.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (62) wird weitere milliardenschwere Nothilfen planen müssen.
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (62) wird weitere milliardenschwere Nothilfen planen müssen.  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Altmaier sagte am Mittwoch im Bundestag, im Falle neuer und massiver Beschränkungen wären zusätzliche Hilfen nötig, die schnell und unbürokratisch fließen sollten. Die Politik hatte bereits milliardenschwere Hilfsprogramme beschlossen, um Firmen und Jobs zu schützen.

Dafür hat der Bund immense neue Schulden aufgenommen. Der Shutdown im Frühjahr, also das Herunterfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens, hatte im zweiten Quartal zu einem Einbruch der Wirtschaftsleistung geführt.

Wirtschaftsverbände hatten eindringlich vor einem erneuten Shutdown gewarnt. Befürchtet wird eine Insolvenzwelle etwa in der Gastronomie.

Viele Firmen hätten coronabedingt inzwischen nur noch wenig Geld auf der hohen Kante. Vor allem das Gastgewerbe warnte vor einer Insolvenzwelle, falls Gastronomiebetriebe vorübergehend schließen müssen.

Update, 28. Oktober, 17.28 Uhr: IG Metall und Kieler Landtag fordern von Berlin Rettung der Werften

Zur Rettung der existenzgefährdeten Werften in Norddeutschland haben die IG Metall und der Landtag von Schleswig-Holstein bessere Rahmenbedingungen des Bundes und mehr öffentliche Aufträge gefordert. 

In Kiel demonstrierten am Mittwoch zunächst Beschäftigte aus Werften und Zulieferbetrieben für den Erhalt ihrer gefährdeten Arbeitsplätze - unterstützt von Politikern. 

Die IG Metall befürchtet den Verlust eines Drittels der rund 18.000 Arbeitsplätze der Werften. Die Substanz der maritimen Wirtschaft sei im ganzen Norden, aber auch gerade in Schleswig-Holstein gefährdet, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

Am Nachmittag appellierte der Landtag an den Bund. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte: "Die Lage im Schiffbau in Deutschland ist dramatisch." Die Regierungsfraktionen von CDU, Grünen und FDP und die SPD-Opposition stimmten wechselseitig ihren Anträgen zu.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP)
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP)  © Frank Molter/dpa

Darin wird die herausragende Bedeutung der maritimen Wirtschaft für die Küstenländer unterstrichen und die Landesregierung gebeten, sich in Berlin für konkrete Verbesserungen für den Schiffbau einzusetzen. So solle die uneingeschränkte Anwendung des Großbürgschaftsprogrammes auf den Schiffbau erreicht werden.

Weitere Forderung ist der Einsatz des Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung, um die Werften als zentralen Impulsgeber für zehntausende Arbeitsplätze in Kernbranchen und bei Zulieferern zu erhalten.

Zudem werden Bundesmittel zur Erneuerung und Instandsetzung der Behördenflotte durch innovative und klimafreundliche Schiffe gefordert.

Update, 28. Oktober, 17.25 Uhr: Tourismusmesse ITB im kommenden Jahr nur digital

Die Reisemesse ITB soll im kommenden Jahr aufgrund der Corona-Krise nur online durchgeführt werden. 

"Die ITB Berlin 2021 findet von Dienstag bis Freitag, 9. bis 12. März, ausschließlich für Fachbesucher und rein digital statt", teilten die Organisatoren am Mittwoch mit. 

"Wir haben ein Alternativkonzept entwickelt, mit dem wir als weltweit führende Reisemesse unseren Partnern und Kunden wieder eine verlässliche Plattform für globales Netzwerken, Business und Content bieten", hieß es.

Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) wird oft das "größte Reisebüro der Welt" genannt. An den fünf Messetagen mit rund 10.000 Ausstellern kamen im vergangenen Jahr bis zu 160 000 Besucher. Die diesjährige ITB wurde im Frühjahr fünf Tage vor dem geplanten Beginn abgesagt.

"Die Pandemielage bleibt weiterhin schwierig, insbesondere für die Reisebranche. Mit der Entscheidung zu einer rein digitalen ITB Berlin 2021 geben wir Ausstellern und Fachbesuchern nun die größtmögliche Planungssicherheit", teilte ITB-Chef David Ruetz mit.

Wer nächstes Jahr zur ITB will muss nicht nach Berlin, sondern ins Internet.
Wer nächstes Jahr zur ITB will muss nicht nach Berlin, sondern ins Internet.  © Paul Zinken/dpa

Update, 28. Oktober, 17.22 Uhr: Privater Rundfunk will erweiterte Corona-Hilfen

Private Rundfunkunternehmen in Deutschland wollen erweiterte Corona-Hilfen vom Staat. "Wir müssen auch mit der Politik darüber sprechen, bestehende Fördermaßnahmen auf die betroffenen TV-Sender zu erweitern". 

Das sagte die Vorstandsvorsitzende des Verbands Privater Medien (Vaunet), Annette Kümmel, am Mittwoch in einer Gesprächsrunde auf den 34. Münchner Medientagen. Am selben Tag hatten sich Bund und Länder auf erneute vielfältige Einschränkungen wegen steigender Corona-Zahlen geeinigt.

Kümmel sagte auch, nun sollten Gesetzgebungsvorhaben und Regulierungen daraufhin überprüft werden, ob sie einen negativen Effekt auf die privaten Medien haben. Als Beispiele nannte sie: "Keine zusätzlichen Werberestriktionen, Urheberrechtsgesetz auf den Prüfstand stellen."

Die privaten Rundfunkunternehmen in Deutschland haben seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor allem mit weggebrochenen Werbeerlösen zu kämpfen, die ein essenzielles Standbein sind.

Am Montag hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) auf den Medientagen zu Corona-Einschränkungen betont: "Wenn wir wieder die Situation haben, dass wir erhebliche Werbeausfälle hätten, dann müssen wir natürlich im Zweifelsfall auch den Medien wieder Unterstützung geben. Denn die Medien haben sich tatsächlich als sehr, sehr systemrelevant für unser Land erwiesen."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).  © Peter Kneffel/dpa Pool/dpa

Update, 28. Oktober, 17.19 Uhr: DIHK sieht beschwerlichen Rückweg aus der Corona-Krise

Die deutschen Unternehmen rechnen in der Corona-Pandemie mit einem zunehmend beschwerlichen Rückweg in die wirtschaftliche Normalität. 

Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter rund 30.000 Unternehmen zeigt zwar, dass sich die Lage für viele inzwischen wieder aufgehellt habe. 

"Vom Vorkrisenniveau zu Jahresbeginn sind die Einschätzungen jedoch weit entfernt", heißt es in der Auswertung der Umfrage vom Mittwoch in Berlin. Zudem sind darin noch nicht die drastischen Beschränkungen berücksichtigt, die Bund um Länder am Mittwoch im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen haben.

Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen haben sich laut DIHK nach dem Einbruch im Frühsommer erholt, liegen aber immer noch unter dem Wert zu Jahresbeginn. "Jedes vierte Unternehmen rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einem Beschäftigungsrückgang, elf Prozent planen mit einem Aufbau", heißt es.

Wie lange die Rückkehr zum Vor-Corona-Niveau dauern wird, beurteilen die Unternehmen ebenfalls sehr unterschiedlich: Immerhin 21 Prozent der Unternehmen gaben an, das Geschäft sei zumindest schon wieder auf dem Vorkrisenniveau angekommen. 

Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU).
Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Am anderen Ende gaben aber 18 Prozent der Unternehmen an, dies werde erst nach 2021 der Fall sein. Und bei 7 Prozent der Unternehmen hieß es: "Wir rechnen nicht mit einer Rückkehr zur Normalität."

Unter dem Strich erwartet der DIHK für das laufende Jahr einen Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Leistung von 6,0 Prozent; 2021 wird der deutschen Wirtschaft dann wieder ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 4,0 Prozent zugetraut.

Diese Prognosen sind etwas pessimistischer als die vor zwei Wochen veröffentlichten Einschätzungen führender Wirtschaftsforschungsinstitute, die 2021 ein Plus von 4,7 Prozent sehen, nach einem Minus von 5,4 Prozent. Der Einbruch in diesem Jahr ist in jedem Fall mit der historischen Rezession 2009 infolge der globalen Finanzkrise vergleichbar.

Am Freitag will Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU) seine Herbstprognose vorlegen. Bisher heißt es, die Wachstumsprognose für das laufende Jahr solle leicht angehoben werden.

Das Statistische Bundesamt gibt am selben Tag erste Daten zur Wirtschaftsleistung im 3. Quartal bekannt.

Update, 28. Oktober, 17.16 Uhr: Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Estland

In Estland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Mittwoch mit 125 Fällen binnen 24 Stunden einen Rekordwert erreicht. Dies teilte die Gesundheitsbehörde in Tallinn mit. Der bisherige Höchstwert war mit 93 Neuinfektionen am 2. April erfasst worden.

Update, 28. Oktober, 17.15 Uhr: Bund plant neue Corona-Nothilfen für Unternehmen

Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. 

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Update, 28. Oktober, 17.14 Uhr: Slowakei verlängert Ausgangsbeschränkungen

Die Regierung in der Slowakei hat die landesweiten Ausgangsbeschränkungen bis zum 8. November verlängert. 

Die Menschen dürfen ihre Häuser und Wohnungen unter anderen nur verlassen, um notwendige Besorgungen zu erledigen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch eine entscheidende Änderung: Wer einen negativen Corona-Test vorweisen kann, darf sich vom 2. November an wieder frei im ganzen Land bewegen.

Hintergrund ist, dass an diesem Wochenende die erste Runde landesweiter Massentests beginnt. Getestet werden sollen alle Personen im Alter zwischen zehn und 65 Jahren. 

Die Teilnahme ist an sich freiwillig, doch Kritiker bemängeln, dass man kaum eine andere Wahl habe. Die Ärztekammer sprach gar von "Erpressung". Verwendet werden sollen Antigentests, die zwar schnell Ergebnisse liefern, aber als weniger empfindlich als PCR-Tests gelten.

Die slowakischen Gesundheitsbehörden meldeten am Mittwoch 2887 neue Coronavirus-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der coronabedingten Toten seit Beginn der Pandemie stieg auf 184. 

Allerdings zählt die Slowakei nur Verstorbene, bei denen eine andere Todesursache ausgeschlossen wurde. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 5,5 Millionen Einwohner.

An den beiden kommenden Wochenenden will die slowakische Regierung fast die gesamte Bevölkerung des Landes auf das Coronavirus testen, wegen der steigenden Infektionszahlen.
An den beiden kommenden Wochenenden will die slowakische Regierung fast die gesamte Bevölkerung des Landes auf das Coronavirus testen, wegen der steigenden Infektionszahlen.  © Radovan Stoklasa/TASR/dpa

Update, 28. Oktober, 17.11 Uhr: Schweiz beschränkt Gastronomie und Freizeit - "Schweiz ist Hotspot"

Die Schweiz hat nach stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen neue Beschränkungen für das öffentliche und soziale Leben verhängt. 

Bars und Restaurants müssen abends um 23 Uhr schließen, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind untersagt, wie der Bundesrat in Bern am Mittwoch erklärte. Tanzlokale werden völlig geschlossen, die Maskenpflicht wird ausgedehnt. Die Maßnahmen gelten ab Donnerstag und sind zeitlich unbefristet.

Am Mittwoch hatten die Schweiz und Liechtenstein 8616 Neuinfektionen in 24 Stunden verzeichnet, erneut ein deutlicher Anstieg in den zwei Ländern mit zusammen rund 8,6 Millionen Einwohnern. 

28 Prozent aller Corona-Tests waren positiv. Zur Ergänzung der bereits jetzt voll ausgelasteten Laborkapazitäten von rund 30.000 PCR-Tests am Tag sollen ab kommender Woche auch 50.000 Antigen-Schnelltests pro Tag bereitstehen.

Einreisende müssen nur noch in Quarantäne, wenn sie aus einem Gebiet kommen, dessen sogenannte 14-Tages-Inzidenz - die Zahl der neu gemeldeten Coronavirus-Fälle pro 100.000 Einwohner in dem Zeitraum - mehr als 60 Fälle über dem der Schweiz liegt. 

Am Mittwoch lag der Wert in der Schweiz und Liechtenstein bei 762,5, in Deutschland im Vergleich dazu laut EU-Gesundheitsagentur ECDC bei 156,2. "Die Schweiz ist jetzt ein Hotspot auf europäischem Gebiet", sagte Bundesrat Alain Berset.

Bundesrat Alain Berset.
Bundesrat Alain Berset.  © Peter Schneider/KEYSTONE/dpa

Update, 28. Oktober, 17.09 Uhr: Bund und Länder: Vorerst keine touristischen Übernachtungsangebote

Bund und Länder wollen wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen touristische Übernachtungsangebote im Inland im November verbieten. 

Diese dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden, beschlossen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und die Ministerpräsidenten bei einer Videokonferenz am Mittwoch.

Update, 28. Oktober, 17.05 Uhr: Kritik von Sportveranstaltern

Die Handball-Bundesliga (HBL) hat kein Verständnis für die Entscheidung der Politik, den ganzen November über im Profisport keine Zuschauer mehr zulassen zu wollen. "Das widerspricht eigentlich dem, was wir letzte Woche mit den Chefs der Staatskanzleien besprochen haben", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. 

BBL-Chef Stefan Holz hat die Entscheidung der Politik, den ganzen November über im Profisport keine Zuschauer zuzulassen, kritisiert. "Aus unserer Sicht gibt es fachlich-hygienisch keine Gründe dafür", sagte der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. 

Update, 28. Oktober, 17.03 Uhr: Bund und Länder: Risikogruppen bestmöglich vor Corona schützen

Bund und Länder wollen Kranke, Pflegebedürftige, Senioren und Behinderte besonders gegen die sich verschärfende Corona-Krise schützen. 

Die verfügbaren Corona-Schnelltests "sollen jetzt zügig und prioritär in diesem Bereich eingesetzt werden", damit sichere Kontakte ermöglicht werden könnten. 

Darauf verständigten sich Bund und Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei einer Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten.

Der besondere Schutz von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen.

Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie vergleichbare Beratungseinrichtungen sollen geöffnet bleiben, ergänzten Bund und Länder am Mittwoch.

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 28. Oktober, 17.01 Uhr: CDU Sachsen-Anhalt fordert Briefwahl für neuen Bundesvorsitzenden

Nach der Verschiebung des CDU-Bundesparteitages mit Vorstandswahlen fordert der Landesverband Sachsen-Anhalt, den neuen Parteichef zeitnah von der Parteibasis und ohne Präsenzveranstaltung zu wählen. 

Der Landesvorstand habe am Mittwoch bei der Bundespartei beantragt, die Möglichkeit einer Urwahl im schriftlichen Umlaufverfahren (Briefwahl) zu prüfen, teilte die Partei in Magdeburg mit.

"Wir wollen wählen können, auch wenn gerade Corona ist", sagte eine Parteisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. "Eine noch längere Hängepartie" sei für den Landesvorstand und die Kreisvorsitzenden nicht akzeptabel, hieß es in der Mitteilung.

Will endlich Parteivorsitzender der CDU werden: Friedrich Merz (64).
Will endlich Parteivorsitzender der CDU werden: Friedrich Merz (64).  © Rolf Vennenbernd/dpa

Der Bundesvorstand hatte wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus eine Verschiebung des Parteitags beschlossen. Wenn auch Anfang des neuen Jahres kein Präsenzparteitag möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden.

Fehle dafür noch eine gesetzliche Grundlage, solle es einen digitalen Parteitag mit Vorstellungsrunde und eine anschließende Briefwahl geben.

Der CDU-Politiker Friedrich Merz (64), der sich um die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer an der Parteispitze bewirbt, hat den Beschluss scharf kritisiert und sieht sich dadurch benachteiligt. Merz hat in Sachsen-Anhalts CDU viele Anhänger.

Update, 28. Oktober, 16.58 Uhr: Bund und Länder: Firmen sollen Heimarbeit ermöglichen

Bund und Länder fordern die Unternehmen angesichts hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder.

Update, 28. Oktober, 16.36 Uhr: Neuer Lockdown in Deutschland: Der Überblick

Das Ziel ist klar: Familien und Freunde sollen sich zu Weihnachten wieder ohne zu große Angst treffen können. Doch dafür müssten sich alle jetzt erstmal deutlich einschränken, meinen Bund und Länder. 

Die neuen Regeln kommen dem Shutdown vom Frühling schon recht nah. Sie sollen am 2. November in Kraft treten - und vorerst bis Monatsende gelten. Die komplette Zusammenfassung aller neuen Beschlüsse >> HIER

Zusammengeklappte Stühle stehen vor einem Restaurant am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Lieferservice ist ab Montag noch erlaubt, Speisen im Restaurant erst einmal untersagt.
Zusammengeklappte Stühle stehen vor einem Restaurant am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Lieferservice ist ab Montag noch erlaubt, Speisen im Restaurant erst einmal untersagt.  © Paul Zinken/dpa

Update, 28. Oktober, 16.32 Uhr: Vorerst nur Geisterspiele

Diese Entwicklung hatte sich angedeutet! Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den Profisport im November nur noch ohne Zuschauer zulassen. Mehr Infos >> HIER. 

Ein Foto mit Symbolcharakter: Fans wird man in den kommenden Wochen vergebens in den Stadien suchen.
Ein Foto mit Symbolcharakter: Fans wird man in den kommenden Wochen vergebens in den Stadien suchen.  © Bernd Thissen/dpa

Update, 28. Oktober, 16.30 Uhr: Corona: Seehofer will Schleierfahndung verstärken

Um Einreisende aus ausländischen Corona-Risikogebieten ausfindig zu machen, will Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU) die Schleierfahndung verstärken. 

"Auch die Einreise nach Deutschland aus Risikogebieten werden wir an Flughäfen, Bahnhöfen und auch auf den Straßen im Grenzraum verstärkt kontrollieren", sagte der CSU-Politiker der Bild-Zeitung (Online, Mittwoch). 

"Dazu wird die Schleierfahndung an allen deutschen Grenzen in einem Radius von 30 Kilometern intensiviert, um auch bei denjenigen, die per Auto aus Risikogebieten einreisen, die Einhaltung der Corona-Bestimmungen kontrollieren zu können."

Zudem werde die Bundespolizei in Absprache mit den Ländern Tausende Beamte zur Kontrolle der Anti-Corona-Maßnahmen einsetzen, sagte Seehofer. 

"Zunächst gilt das für die Großstädte und die Hotspots." Am vergangenen Wochenende hatte die Bundespolizei bereits die Berliner Polizei bei der Durchsetzung von Maskenpflicht und Sperrstunde mit 500 Einsatzkräften unterstützt.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU).
Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU).  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Update, 28. Oktober, 16.21 Uhr: Bund und Länder wollen Kosmetikstudios und Massagepraxen schließen

Bund und Länder wollen wegen der sich verschärfenden Corona-Krise Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios im November schließen. 

Friseursalons bleiben aber unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet. Auch medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien sollen weiter möglich sein. 

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch.

Massagen fallen erstmal aus (Symbolbild).
Massagen fallen erstmal aus (Symbolbild).  © 123RF/Petar Dojkic

Update, 28. Oktober, 16.17 Uhr: Bund und Länder: Groß- und Einzelhandel bleiben offen

Trotz drastisch steigender Corona-Infektionszahlen sollen Groß- und Einzelhandel im November offen bleiben. 

In einer Videokonferenz einigten sich die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber darauf, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten darf. 

In der Beschlussvorlage des Bundes war ursprünglich von 25 Quadratmetern die Rede gewesen.

Update, 28. Oktober, 16.14 Uhr: Schweden verzeichnet Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

Schweden hat innerhalb von 24 Stunden mehr als 2000 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert. 

Am Mittwochnachmittag kamen in der Datenbank der Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten insgesamt 2128 bestätigte Corona-Fälle hinzu - nach Angaben des Fernsehsenders SVT ist das der höchste Tageswertseit Beginn der Pandemie. 

Allerdings wird mittlerweile auch deutlich mehr auf Corona getestet, weshalb sich die Zahlen nur bedingt mit denjenigen aus der ersten Jahreshälfte vergleichen lassen.

Damit sind mittlerweile knapp 118.000 Infektionen in Schweden nachgewiesen worden. Die Anzahl der mit Covid-19-Erkrankungen in Verbindung stehenden Todesfälle stieg um neun auf 5927.

Der Staatsepidemiologe Anders Tegnell von der schwedischen Gesundheitsbehörde. Was erwartet Schweden jetzt?
Der Staatsepidemiologe Anders Tegnell von der schwedischen Gesundheitsbehörde. Was erwartet Schweden jetzt?  © Pontus Lundahl/TT NEWS AGENCY/AP/dpa

Schweden ist in der Corona-Krise einen viel beachteten Sonderweg gegangen. Die erlassenen Maßnahmen waren weniger strikt als etwa in Deutschland oder den meisten anderen Ländern Europas, dafür setzten Regierung und Behörden in dem skandinavischen EU-Land vor allem auf eindringliche Empfehlungen und die Vernunft der Bürger.

Im Frühjahr hatten die Schweden deutlich höhere Infektions- und Todeszahlen verzeichnet als der Rest Skandinaviens. Auf 100.000 Einwohner heruntergerechnet ist die Zahl der Gesamtinfektionen bis heute etwa doppelt und die Gesamttodesfallzahl fast fünfmal so hoch wie in Deutschland.

Der derzeitige Wert der Neuinfektionen in Schweden liegt im europäischen Vergleich jedoch bevölkerungsbereinigt relativ niedrig und auch unter den Werten Deutschlands.

Update, 28. Oktober, 16.10 Uhr: Bund und Länder: Schulen und Kindergärten sollen weiter offen bleiben

Schulen und Kindergärten sollen trotz der stark steigenden Corona-Zahlen auch im November verlässlich geöffnet bleiben. Darauf einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Bund und Länder bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch.

Update, 28. Oktober, 16.07 Uhr: Bund und Länder wollen Gastronomiebetriebe vorübergehend schließen

Bund und Länder wollen zur Eindämmung der Corona-Pandemie Gastronomiebetriebe vom 2. November für den restlichen Monat schließen. 

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Zuerst hatte die Funke Mediengruppe darüber berichtet. 

Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.

Gähnende Leere wird bald in Restaurants herrschen.
Gähnende Leere wird bald in Restaurants herrschen.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 28. Oktober, 15.56 Uhr: Bund und Länder wollen "Gesundheitsnotlage" ausrufen

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, zur Eindämmung der Corona-Krise eine "Gesundheitsnotlage" für Deutschland auszurufen. 

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus der Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten. 

Offen blieb zunächst, was das genau bedeutet. Zudem hieß es, die Gesundheitsnotlage sei erst dann beschlossen, wenn am Ende alle Einzelpunkte des geplanten Maßnahmenpakets beschlossen seien.

Update, 28. Oktober, 15.55 Uhr: Macron will "neue Etappe" im Kampf gegen Corona einläuten

Die Franzosen müssen sich wegen der raschen Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie auf neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens einstellen. 

Staatschef Emmanuel Macron (42) werde am Mittwochabend (20 Uhr) eine "neue Etappe" gegen Corona einläuten, kündigte Regierungssprecher Gabriel Attal in Paris an. 

"Die zweite Welle ist da." Der Staatschef habe in der Kabinettssitzung von einer massiven, allgemeinen und weitgehend unerwarteten Verschlechterung in Europa gesprochen.

Attal äußerte sich nicht im Detail zu den geplanten Schritten - das werde Macron tun. Spekuliert wurde vor allem über Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land mit einer Dauer von vier Wochen. 

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (42).
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (42).  © Thibault Camus/AP/dpa

Die Bestimmungen sollen laut Medien aber weniger streng als im Frühjahr ausfallen - demnach könnten zahlreiche Schulen und Geschäfte weiter offen bleiben.

Bisher gilt eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner, also rund 46 Millionen Menschen. Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch.

Zuletzt wurden innerhalb von 24 Stunden über 33.400 Neuinfektionen gezählt. Die Anzahl der mit dem Coronavirus in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg deutlich - am Dienstagabend meldeten die Behörden 523.

Damit wurde wieder das hohe Niveau vom April erreicht. Die Gesamtzahl der Toten liegt nun bei über 35.500.

Update, 28. Oktober, 15.51 Uhr: Bund und Länder: Profisport nur noch ohne Zuschauer

Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den Profisport im November nur noch ohne Zuschauer zulassen. 

Das gilt auch für die Fußballbundesliga. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den virtuellen Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Update, 28. Oktober, 15.50 Uhr: Bund und Länder: Kontakte in Öffentlichkeit drastisch beschränken

Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. 

Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Zuerst hatte die Bild-Zeitung über diese Einigung berichtet.

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Update, 28. Oktober, 15.49 Uhr: Erste Krebs-Operationen wegen Corona in Nottingham abgesagt

In der besonders stark von der Corona-Krise betroffenen britischen Stadt Nottingham werden erste Krebsoperationen in Krankenhäuser abgesagt. 

Der Druck auf die Intensivstationen durch die Pandemie sei zu hoch, teilten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit. Zugleich berichteten sie von einem Anstieg der Corona-Infektionen bei Klinik-Mitarbeitern und Patienten.

Die Kontaktbeschränkungen in Nottingham und Umgebung werden am Freitag britischen Medien zufolge deutlich verschärft. Die ganze Grafschaft Nottinghamshire soll dann in die höchste des dreistufigen Warnsystems in England eingeordnet werden. 

Verschiedene Haushalte dürfen sich dann zum Beispiel nicht mehr zu Hause treffen. Zuletzt wurden 347 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Nottingham innerhalb von sieben Tagen gezählt.

Wissenschaftler befürchten, dass bei der zweiten Ausbruchswelle in Großbritannien noch mehr Menschen im Land sterben könnten als bei der ersten. 

Bereits jetzt sind schon weit über 61.000 Menschen gestorben, auf deren Totenschein eine Corona-Infektion vermerkt war.

Update, 28. Oktober, 15.48 Uhr: Corona-Infektion: Belgische Außenministerin verlässt Intensivstation

Die belgische Außenministerin Sophie Wilmès kann die Intensivstation nach ihrer Corona-Infektion wieder verlassen. 

Sie werde allerdings noch weiter im Krankenhaus behandelt, schrieb Wilmès am Mittwoch auf Twitter. Sie bedankte sich bei den Pflegekräften für deren Engagement und Professionalität und forderte die Bürger auf, weiter Zuhause zu bleiben.

Wilmes, die auch stellvertretende Ministerpräsidentin ist, wurde vor einer Woche ins Krankenhaus gebracht und auf der Intensivstation behandelt. Die 45-Jährige war bis vor kurzem Ministerpräsidentin Belgiens. 

Das Elf-Millionen-Einwohner-Land ist besonders hart von der Corona-Pandemie getroffen. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen zählten die Behörden 1423 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner.

Update, 28. Oktober, 15.46 Uhr: Bund und Länder wollen Freizeiteinrichtungen weitgehend schließen

Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. 

So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. 

Die Regelung betreffe auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden.

Update, 28. Oktober, 15.44 Uhr: Bund will Veranstaltungsbranche und Messebau im November helfen

Die Bundesregierung plant angesichts der verschärften Corona-Beschränkungen auch weitere Hilfen etwa für die Veranstaltungsbranche und den Messebau. Das sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (47, SPD) am Mittwoch in Berlin. 

Bei den Überbrückungs- und Nothilfen für Unternehmen würden weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht, "um vor allem denjenigen, die im November von einschränkenden Maßnahmen betroffen sind, unmittelbar zu helfen", sagte Heil. Bund und Länder wollten am Mittwoch drastische Beschränkungen bei Treffen, Veranstaltungen und Gastronomie beschließen.

"Darüber hinaus werden wir uns auch den Hilfen für Branchen nochmals zuwenden, die besonders betroffen sind. Ich nenne - nicht nur weil die hier in Berlin auf der Straße sind - die Veranstaltungsbranche und den Messebau", so Heil. 

In Berlin demonstrierten erneut Tausende Menschen aus der Veranstaltungsbranche für umfassendere staatliche Hilfen in der Corona-Krise.

Heil betonte aber, dass die Beschränkungen, die die Politik auf den Weg bringen wollte, nötig seien. "Corona ist die größte Herausforderung unserer Generation", sagte er.

Hubertus Heil (47, SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales.
Hubertus Heil (47, SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Heil: "Wir kämpfen mit den Mitteln der Kurzarbeit und Überbrückungshilfen um jeden Arbeitsplätzen in Deutschland. Mit funktionierenden Arbeitsschutzkonzepten sorgen wir dafür, dass in den Betrieben und Verwaltungen auch in Coronazeiten gearbeitet und produziert wird." Er sagte: "Wir müssen unsere Volkswirtschaft klug durch diese Pandemie bringen."

Die im Grundsatz bereits beschlossene verlängerte Kurzarbeit sollte am Mittwochnachmittag ín erster Lesung im Bundestag beraten werden. Es geht um Anschlussregelungen für das - wegen weggebrochener Arbeit - in vielen Betrieben massiv genutzte Kurzarbeitergeld ab Januar 2021.

Die Bezugsdauer sowie die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge und die Erleichterungen für den Bezug des Kurzarbeitergeldes sollen im Wesentlichen bis Ende des Jahres 2021 verlängert werden.

Update, 28. Oktober, 15.40 Uhr: Weitere Details zum nächsten Lockdown

Ab Montag sollen sich im Freien nur noch maximal zehn Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen, berichtet Bild.

Die Bevölkerung wird außerdem aufgefordert, auf "unnötige" private Reisen zu verzichten. Auch für Besuche von Verwandten gilt dies.

Update, 28. Oktober, 15.35 Uhr: Corona-Reisewarnung für die ganze Türkei ab 9. November

Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. 

Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Muğla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.

Update, 28. Oktober, 15.29 Uhr: Eintracht Braunschweig plant gegen Nürnberg mit 2900 Zuschauern

Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig plant für das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg mit Zuschauern. 

In enger Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsbehörden sei entschieden worden, dass am Samstag (13.00 Uhr/Sky) "circa 2900 Eintracht-Fans im Stadion dabei sein" dürfen, teilte der Club am Mittwoch mit. Die Entscheidung könne bei "dynamischen Entwicklungen des Infektionsgeschehens" aber noch widerrufen werden.

Die Eintracht hat das Hygienekonzept aufgrund der ansteigenden Infektionszahlen bereits angepasst. 

Ab sofort werden im gesamten Stadion grundsätzlich nur noch zwei Personen nebeneinander platziert, die aber aus zwei verschiedenen Haushalten stammen dürfen.

Trainer Daniel Meyer von Braunschweig kann eventuell mit Fans beim Heimspiel rechnen.
Trainer Daniel Meyer von Braunschweig kann eventuell mit Fans beim Heimspiel rechnen.  © Armin Weigel/dpa

Update, 28. Oktober, 15.16 Uhr: Corona-Krise brockt Mastercard starken Gewinnrückgang ein

Ein deutlicher Rückgang der Ausgaben von Kreditkartenkunden hat dem US-Finanzkonzern Mastercard in der Corona-Krise die Bilanz vermasselt. 

Im dritten Quartal fiel der Gewinn gegenüber dem Vorjahreswert um 28 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro), wie der Visa-Rivale am Mittwoch mitteilte. Die Erlöse gingen um 14 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar zurück.

Mastercard leidet stark darunter, dass die Pandemie den Reiseverkehr lahmgelegt hat, weshalb etwa lukrative Hotel- oder Flugbuchungen wegfallen, die häufig mit Kreditkarten bezahlt werden. So gingen vor allem die Auslandszahlungen erheblich zurück. 

An der Wall Street waren deutlich bessere Quartalszahlen erwartet worden. Die Aktie büßte im frühen US-Börsenhandel mehr als sechs Prozent ein.

Das Logo von Mastercard ist auf dem Börsenparkett der New York Stock Exchange auf einem Bildschirm zu sehen.
Das Logo von Mastercard ist auf dem Börsenparkett der New York Stock Exchange auf einem Bildschirm zu sehen.  © Richard Drew/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 15.08 Uhr: Comedy- und Musikstars mit Hilferuf an die Politik

Carolin Kebekus (40), Luke Mockridge, die Band Die Ärzte, Peter Maffay und andere Comedy- und Musikstars fordern ein Hilfsprogramm für die Veranstaltungsbranche. 

"Diese Forderung bezieht sich dabei ganz explizit nicht auf uns wenige Topverdiener der Branche, sondern auf die vielen finanziell angeschlagenen privatwirtschaftlichen Kulturstätten, denen die Schließung droht oder die bereits schließen mussten", schreiben "die freischaffenden Humorist*innen und Musiker*innen".

Ihr am Mittwoch veröffentlichter Offener Brief richtet sich unter anderem an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (62, SPD).

Kaum eine Branche habe seit Beginn der Pandemie härter an Hygienekonzepten gearbeitet als der Kultursektor, schreiben die Künstler. 

Zu ihnen gehören unter anderem Michael Mittermeier, Bülent Ceylan, Paul Panzer, Eckart von Hirschhausen, Dieter Nuhr, Niedeckens BAP, Atze Schröder, Bastian Pastewka, Gaby Köster, Gerburg Jahnke, Max Giermann und Micky Beisenherz. Der politische Dank für diese konstruktive Haltung sei jedoch ausgeblieben.

Mittlerweile sei die Situation so ernst, dass sich manche Selbstständige aus purer Verzweiflung das Leben genommen hätten. Kulturveranstaltungen seien mit so weitgehenden Verboten belegt worden, dass dies "faktisch einem Berufsverbot" gleichkomme. 

"In den letzten Monaten gaben Sie uns das Gefühl, weniger wert zu sein als Autos, Flugzeuge und Fußballspieler", halten die Unterzeichner den Politikern vor.

Die Komikerin Carolin Kebekus bei der Verleihung schlägt Alarm.
Die Komikerin Carolin Kebekus bei der Verleihung schlägt Alarm.  © Henning Kaiser/dpa

Kulturschaffende fielen in den meisten Fällen durch das Raster der Hilfsmaßnahmen, argumentieren sie. Es nütze Künstlern zum Beispiel nichts, wenn der Staat Büromiete erstatte - denn diese falle bei ihnen meist gar nicht an. Was ihre Existenz bedrohe, seien private Ausgaben wie Wohnungsmieten und Krankenversicherungsbeiträge.

"Die gesamte Veranstaltungsbranche ist in Deutschland der sechstgrößte Wirtschaftszweig", heißt es weiter. "Hier sind etwa 1,7 Millionen Menschen beschäftigt, und es werden knapp 130 Milliarden Euro direkt umgesetzt. Unsere Spezialisten haben Corona-Konzepte erarbeitet, die auch bei den wenigen Veranstaltungen, die es seit Pandemiebeginn gab, erwiesenermaßen einwandfrei funktioniert haben." Dennoch seien Kulturveranstaltungen ein ums andere Mal verboten worden.

Die Comedians, Kabarettisten und Musiker fordern stattdessen Szenarien, um den Kulturbetrieb wieder in Gang zu setzen. Die Politik müsse verstehen, dass auch größere Veranstaltungen sicher aufgezogen werden könnten. "Helfen Sie jetzt!", so der Appell.

"Sonst werden wir in ein paar Monaten kulturell ein ärmeres Land sein. Vieles von dem, was dann verschwindet, wird nicht wiederkommen."

Update, 28. Oktober, 15.03 Uhr: Dax tief im Minus - Ausverkaufswelle rollt

Am deutschen Aktienmarkt rollt am Mittwoch die Ausverkaufswelle mit hohem Tempo weiter. 

Die stark sinkenden Kurse spiegeln die Furcht der Anleger vor einem neuen Lockdown wider. Der Dax fiel mit 11.555 Punkten auf den tiefsten Stand seit Ende Mai. Zuletzt verbuchte er ein Minus von 4,05 Prozent auf 11.575,48 Punkten. 

Vom Zwischenhoch von Anfang September bei 13.460 Punkten ist der Leitindex nun 14 Prozent entfernt.

Update, 28. Oktober, 15.01 Uhr: Corona-Krise trifft Anne Frank Haus: Entlassungen

Wegen der Corona-Maßnahmen ist das Anne Frank Haus in Amsterdam in finanzielle Schwierigkeiten geraten. 

15 Stellen - etwa ein Fünftel - müssten gestrichen werden, teilte das Museum am Mittwoch mit. Das Anne Frank Haus werde nicht staatlich subventioniert und sei auf Einnahmen der Besucher angewiesen. Wegen der Corona-Maßnahmen kann das Haus nach eigenen Angaben im Vergleich zu früheren Jahren nur noch ein Viertel der Besucher empfangen.

Das Museum rechnet in den kommenden zwei Jahren ebenfalls mit deutlich weniger Besuchern und geringeren Einnahmen. Es müssten andere Quellen der Finanzierung für das Museum und seine Bildungsprogramme gefunden werden.

In dem Hinterhaus an der Prinsengracht hatte das jüdische Mächen Anne von 1942 bis 1944 mit ihrer Familie im Versteck vor den deutschen Nationalsozialisten gelebt. 

Anne hatte dort ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben. Sie starb im Frühjahr 1945 im Konzentrationslager Bergen Belsen im Alter von 15 Jahren. Das Versteck der Familie ist seit 1957 ein Museum. Es ist seither von mehr als 36 Millionen Menschen aus aller Welt besucht worden.

Amsterdam: Der geheime Anbau mit seinen abgedunkelten Fenstern ist im neu renovierten Anne-Frank-Haus zu sehen. Im Hinterhaus hatte das jüdische Mädchen Anne im Versteck vor den Nazis ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben.
Amsterdam: Der geheime Anbau mit seinen abgedunkelten Fenstern ist im neu renovierten Anne-Frank-Haus zu sehen. Im Hinterhaus hatte das jüdische Mädchen Anne im Versteck vor den Nazis ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben.  © Peter Dejong/ap/dpa

Update, 28. Oktober, 14.59 Uhr: Amateurfußball fährt Betrieb herunter: Stopp in sechs Landesverbänden

In mittlerweile sechs von 21 Landesverbänden des Deutschen Fußball-Bundes ist der Spielbetrieb bei den Amateuren unterbrochen. Dies zeigt eine Übersicht des DFB vom Mittwoch. 

Nicht mehr gespielt wird bei den Frauen, Männern und im Nachwuchs in Bremen, Hamburg, Rheinland, Saarland, Schleswig-Holstein und Südwest.

Der DFB verwies erneut auf Aussagen von Tim Meyer, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des DFB und der UEFA, wonach es sehr unwahrscheinlich sei, dass sich Spieler auf dem Fußballplatz mit dem Coronavirus anstecken.

Der Nationalmannschaftsarzt appellierte jedoch an die Amateurvereine, die Hygieneregeln in der Kabine und dem Vereinsheim strikt einzuhalten: "Die Beobachtung, dass man sich auf dem Spielfeld sehr wahrscheinlich nicht anstecken kann, bedeutet ausdrücklich nicht, dass dies auch außerhalb des Spielfelds gilt. Es sind Fälle von Ansteckungen bei Mannschaftssitzungen und anderen Besprechungen in geschlossenen Räumen bekannt."

Teilweise unterbrochen ist der Spielbetrieb in Niederrhein, Niedersachsen und Westfalen. Der Hessische Fußball-Verband entscheidet am Donnerstag über sein weiteres Vorgehen. 

In einigen Landesverbänden wie Bayern, Sachsen, Thüringen und Mittelrhein wird unter strengen Hygieneregeln noch gespielt. In Einzelfällen kommt es dennoch zu Spielabsagen.

Update, 28. Oktober, 14.57 Uhr: Neue Demos gegen Corona-Sperren in Italien

In Italien setzt sich die Welle der Demonstrationen gegen die seit Anfang der Woche verschärften Corona-Schutzmaßnahmen fort. 

Am Mittwoch demonstrierten Unternehmer und Beschäftigte aus Restaurants, Bars und anderen Lokalen in vielen Städten, darunter in Mailand, Triest, Florenz und Neapel, gegen die Beschränkungen. Aufgerufen zu Protesten "auf 24 Plätzen im ganzen Land" hatten Verbandsvertreter aus dem Bereich Dienstleistung und Gastronomie.

Nach Angaben des Verbands Fipe-Confcommercio drohen durch die Corona-Krise und die Einschränkungen der Geschäftszeiten, die die Regierung erlassen hat, viele Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste. 

Die Lokale hätten massiv in den Corona-Schutz für Gäste investiert, argumentieren Kritiker der Mitte-Links-Regierung. Sie seien nicht Schuld am Anstieg der Neuinfektionen mit dem Virus.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Dienstag fast 22.000 bestätigte Neuinfektionen mit Corona innerhalb eines Tages gezählt. 

Seit Montag müssen alle Lokale um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen.

Köche und Restaurantbesitzer protestieren gegen die von der Regierung erlassene Corona-Maßnahme zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus, die Restaurants nachts auf dem Pantheon-Platz in Rom zu schließen.
Köche und Restaurantbesitzer protestieren gegen die von der Regierung erlassene Corona-Maßnahme zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus, die Restaurants nachts auf dem Pantheon-Platz in Rom zu schließen.  © Alessandra Tarantino/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 14.53 Uhr: Deutschland Cup erstmals seit 1987 mit nur drei Teams

Erstmals seit 33 Jahren wird der Eishockey-Deutschland-Cup in der kommenden Woche nur mit drei Teams ausgetragen. 

Aufgrund einiger Absagen wegen der Coronavirus-Pandemie lässt der Deutsche Eishockey-Bund neben dem Nationalteam auch das Olympia-Perspektivteam mit jungen Talenten beim Traditions-Turnier vom 5. bis 8. November in Krefeld spielen. Dritter Teilnehmer ist Lettland. 

Zuvor hatten unter anderem Russland, die Slowakei, die Schweiz und Norwegen abgesagt.

Update, 28. Oktober, 14.52 Uhr: Weitere Details zum Lockdown-Plan für Deutschland

Bund und Länder wollen die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg in den Griff bekommen. 

Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Video-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Nach zwei Wochen - also etwa um den 11. November - wollen die Kanzlerin und die Regierungschef erneut beraten, die durch die Maßnahmen erreichten Ziele bewerten und notwendige Anpassungen vornehmen.

Finanzminister Olaf Scholz (62, SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU) wollen demnach Firmen, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind, 75 Prozent der November-Umsätze 2019 als aktuelle Kostenbeihilfe erstatten. Die Bild-Zeitung hatte zuvor berichtet, bei kleinen Betrieben könnten bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (55, SPD).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (55, SPD).  © Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa

Im Anschluss sollte in der Bund-Länder-Schalte über die konkreten Kontaktbeschränkungen diskutiert und entschieden werden. Bis Weihnachten will man damit die massiv steigenden Infektionszahlen eindämmen.

Laut einer Beschlussvorlage des Bundes sollen deutschlandweit Freizeiteinrichtungen und Gastronomie geschlossen, Unterhaltungsveranstaltungen verboten und Kontakte in der Öffentlichkeit sowie Feiern auf Plätzen und in Wohnungen eingeschränkt werden.

Aus Länderkreisen hieß es, in der länderinternen Vorbesprechung sei bereits bei vielen Punkte ein Konsens gefunden worden. Unklar war zunächst, um welche Punkte es sich handelte.

Update, 28. Oktober, 14.36 Uhr: Lockdown soll nächsten Montag starten!

Bund und Länder wollen die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg in den Griff bekommen. 

Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. November an und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten. 

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (55), zu Beginn der Ministerpräsidentenkonferenz im Kanzleramt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (55), zu Beginn der Ministerpräsidentenkonferenz im Kanzleramt.  © Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa

Update, 28. Oktober, 14.30 Uhr: Scholz will Firmen bis zu 75 Prozent der Umsatzausfälle ersetzen

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will Firmen, die besonders von der Corona-Krise getroffen sind, große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzen.

Wie die "Bild"-Zeitung am Mittwoch berichtete, könnte bei kleinen Betrieben bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden. Vergleichsmaßstab sind die Umsätze des Vorjahresmonats. Der Deutschen Presse-Agentur wurden die Pläne aus Regierungskreisen bestätigt.

Scholz schlug die Maßnahme demnach bei einer Sitzung im Kanzleramt vor - es werde aber noch darüber beraten. Die Kosten bezifferte er auf sieben bis zehn Milliarden Euro für vier Wochen.

Update, 28. Oktober, 14.22 Uhr: Litauen verzeichnet erneut Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Mittwoch mit 776 positive Tests binnen 24 Stunden erneut einen Höchststand erreicht. Dies teilte die Gesundheitsbehörde in Vilnius mit. Das Land mit knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 12.138 bestätigte Infektionen und 144 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

Nach der Niederlage des Regierungsbündnisses unter Ministerpräsident Saulius Skvernelis bei der Parlamentswahl will nun die konservative Vaterlandsunion eine Mitte-Rechts-Koalition mit zwei liberalen Kräften unter Führung der früheren Finanzministerin Ingrid Simonyte bilden.

"Die neue Regierung muss sofort einen sehr klaren Plan für das Management der Pandemie haben und ein Team, das bereit ist, ihn umzusetzen", betonte Staatspräsident Gitanas Nauseda der Agentur BNS zufolge am Mittwoch. "Es gibt einfach keine Zeit für Euphorie nach den Wahlen."

Gäste sitzen mit Nase-Mund-Bedeckung in einem Restaurant in Litauen. Angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen stellt das Land die drei größten Städte sowie fünf weiteren Selbstverwaltungen unter Quarantäne.
Gäste sitzen mit Nase-Mund-Bedeckung in einem Restaurant in Litauen. Angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen stellt das Land die drei größten Städte sowie fünf weiteren Selbstverwaltungen unter Quarantäne.  © Mindaugas Kulbis/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 14.14 Uhr: Kabinett beschließt neue Regeln zu Corona-Verdienstausfällen

Für Verdienstausfälle in der Corona-Krise sollen teils neue Regeln kommen. So sollen Entschädigungsansprüche für Eltern bis März 2021 verlängert werden, wie das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss.

Diese sollen außerdem auch dann bestehen, wenn einzelne Kinder zu Hause betreut werden müssen, weil sie vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt sind. Bisher sind Entschädigungen möglich, wenn Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden und keine andere Betreuung möglich ist. Eltern, die nicht zur Arbeit gehen, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten. Inzwischen werden aber auch einzelne Klassen nach Hause geschickt.

Wer eine "vermeidbare Reise" in ausländische Risikogebiete macht, soll dagegen nach der Rückkehr für die Zeit der vorgeschriebenen Quarantäne keine Verdienstausfallentschädigung mehr bekommen. Ausgenommen sein sollen "außergewöhnliche Umstände", etwa die Geburt eigener Kinder oder der Tod naher Angehöriger.

Nicht dazu zählen andere private Feiern, Urlaubsreisen und verschiebbare Dienstreisen. Welche Länder die Bundesregierung als Risikogebiet einstuft, ist auf einer Online-Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) angegeben.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Wir erleben derzeit eine kritische Phase der Pandemie. Die Lage ist ernst." Das dynamische Ausbruchsgeschehen zeige, dass man schnell reagieren können müsse. Dem Gesetz muss der Bundesrat zustimmen, es soll voraussichtlich im Dezember in Kraft treten.

Update, 28. Oktober, 14.02 Uhr: Hamburgs Bürgermeister schwört Bürger auf weitere Einschränkungen ein

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat die Bevölkerung wegen der massiv steigenden Corona-Zahlen auf weitere harte Einschränkungen eingeschworen. 

"Es wird darum gehen, die aktuell viel zu hohe Infektionsdynamik durch einen zeitlich begrenzten, aber harten Einschnitt abzubremsen", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in einer Regierungserklärung mit Blick auf die parallel laufende Videoschalte der Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Update, 28. Oktober, 13.59 Uhr: Ramelow dringt auf Nothilfen im Fall neuer Corona-Einschränkungen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) verlangt bei einem erneuten, befristeten Herunterfahren vieler öffentlicher Bereiche neue Finanz-, Überbrückungs- und Nothilfen.

Zusammenhalt und Solidarität auf der einen Seite, aber auch Augenmaß, Transparenz und parlamentarische Legitimation durch Bundestag und Bundesrat andererseits seien dabei unverzichtbar, schrieb Ramelow am Mittwoch mit Blick auf die Bund-Länder-Videokonferenz auf Twitter.

Der einzige Ministerpräsident der Linken hatte am Dienstag angekündigt, dass er einem Lockdown per Verordnung ohne Beteiligung der Parlamente nicht zustimmen wolle.

Ob er daran angesichts erneut stark gestiegener Infektionszahlen in Deutschland und Thüringen festhält, ließ Ramelow am Mittwoch auf Anfrage offen. "Ich sage in der laufenden Abstimmung nichts."

Auf Twitter erklärte der Regierungschef: "Die Länder und der Bund sowie Landesregierung, Landtag, Kommunen und alle gesellschaftlichen Kräfte müssen gemeinsam zusammenarbeiten." Auf die steigenden Corona-Infektionszahlen entschlossen zu reagieren, um Schlimmeres zu verhindern, ohne das Augenmaß zu verlieren, bleibe sein Ziel als Ministerpräsident.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lehnt ein erneutes, pauschales Herunterfahren des öffentlichen Lebens per Verordnung ab.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lehnt ein erneutes, pauschales Herunterfahren des öffentlichen Lebens per Verordnung ab.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Oktober, 13.50 Uhr: Lauterbach: "Große Gruppen im privaten Raum sind ein No-Go"

Die Menschen in Deutschland sollen sich wegen der starken Corona-Ausbreitung nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach derzeit auch nicht mehr in großen Gruppen in Wohnungen treffen. 

"Große Gruppen im privaten Raum sind ein No-Go", sagte Lauterbach am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Natürlich gelte die "Unverletzlichkeit der Wohnung" nach Artikel 13 Grundgesetz. "Diese stellt niemand infrage – auch ich nicht", sagte Lauterbach. "Es muss aber auch klar sein: Jetzt ist nicht die Zeit, in größeren Gruppen zu feiern – nicht im Restaurant, nicht im Club und auch nicht in den Wohnungen."

Er sagte: "Die Rückverfolgungen werden dadurch unmöglich gemacht, und die Unterbrechung der zweiten Welle wird verhindert." Das Ziel sei klar: "Den exponentiellen Anstieg von Infizierten, Erkrankten und Toten bremsen."

Der Weg dazu sei auch klar: "Wir alle müssen unsere Kontakte massiv reduzieren." Im Frühling habe das geklappt. "Alle haben mitgemacht. Das müssen wir wiederholen."

Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitsexperte der SPD, bezeichnet Große Gruppen im privaten Raum als No-Go.
Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitsexperte der SPD, bezeichnet Große Gruppen im privaten Raum als No-Go.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 28. Oktober, 13.48 Uhr: Kriselnder US-Flugzeugbauer Boeing streicht Tausende weitere Stellen

Der US-Luftfahrtriese Boeing plant nach einem erneuten Quartal mit roten Zahlen und starken Geschäftseinbußen den Abbau zahlreicher weiterer Jobs.

Vorstandschef Dave Calhoun teilte am Mittwoch in einem Memo an die Belegschaft mit, dass die Mitarbeiterzahl bis Ende 2021 auf rund 130.000 reduziert werden dürfte. Anfang 2020 hatte Boeing noch ungefähr 160.000 Beschäftigte.

Update, 28. Oktober, 13.45 Uhr: Gastronom in Bayern scheitert mit Klage gegen Lockdown

Ein Gastronom ist mit seiner Klage gegen den Lockdown im Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern gescheitert. Wie das Verwaltungsgericht in München am Mittwoch berichtete, wurde der Eilantrag des Restaurantbesitzers abgelehnt (Az. M 26b SE 20.5311).

Der Unternehmer wollte erreichen, dass er auch während des vom Landratsamt angeordneten regionalen Lockdowns Gäste bewirten darf.

Das Verwaltungsgericht war in dem nun entschiedenen Fall der Ansicht, dass die Untersagung des Gastronomiebetriebs notwendig sei. Angesichts des extremen Anstiegs des Werts der Neuinfektionen auf weit mehr als 250 innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner habe die Kreisbehörde "zu Recht ein Maßnahmenpaket inklusive der Schließung der Gastronomiebetriebe geschnürt, welches erkennbar darauf gerichtet ist, Kontakte auf das notwendigste Maß zu beschränken", betonte ein Gerichtssprecher.

Update, 28. Oktober, 13.36 Uhr: Schon tausend Corona-Tote pro Tag in Europa

Die Anzahl der Coronatoten hat in Europa nach Aussage eines Experten drastisch zugenommen. "Letzte Woche lag die Zahl um ein Drittel höher als in der Vorwoche, das bedeutet, dass rund 1000 Menschen jeden Tag an Covid sterben", sagte Peter Piot, Sonderberater der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Bekämpfung des Coronavirus, am Mittwoch in Brüssel.

"Die Lage ist sehr ernst und sie droht, noch schlimmer zu werden, wenn wir nicht dringende und drastische Maßnahmen ergreifen", fügte er hinzu.

Piot forderte, dass noch viel mehr Menschen in Europa einen Mund-Nasen-Schutz tragen. "Wir müssen bei rund 95 Prozent statt jetzt 60 Prozent ankommen, das kann Hunderttausende Leben retten, wenn wir das tun", sagte er.

Update, 28. Oktober, 13.31 Uhr: Bundeskabinett befürwortet drastische Kontaktbeschränkungen

Das Bundeskabinett unterstützt geschlossen drastische Kontaktbeschränkungen gegen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen. Das teilte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Mittwoch in Berlin mit. 

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Bundesministerin der Verteidigung und CDU-Bundesvorsitzende, Heiko Maas (M), Außenminister, und Hubertus Heil (beide SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, nehmen mit Mund-Nasenbedeckung an der Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt teil.
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Bundesministerin der Verteidigung und CDU-Bundesvorsitzende, Heiko Maas (M), Außenminister, und Hubertus Heil (beide SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, nehmen mit Mund-Nasenbedeckung an der Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt teil.  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Update, 28. Oktober, 13.26 Uhr: Spanien fordert Umbau der Wirtschaft

Angesichts der coronabedingten Wirtschaftskrise macht sich Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez bei der Industriestaatenorganisation OECD für ein widerstandsfähigeres Wachstumsmodell stark.

"Wir können nicht zu der Wirtschaft zurückkehren, wie es sie vor Covid-19 gab", sagte er am Mittwoch mit Blick auf die Pandemie.

Anlass war ein zweitägiges Ministertreffen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Videokonferenz wurde von Spanien geleitet. Sanchez nannte als Prioritäten unter anderem den Kampf gegen den Klimawandel oder die Armut.

"OECD-Staaten sollten die wirtschaftliche Wiederbelebung als eine große Chance sehen, sich in Richtung eines Wachstumsmodells zu bewegen, das widerstandsfähiger, grüner, digitaler (...) ist", sagte Sánchez. Länder könnten so gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Update, 28. Oktober, 13.22 Uhr: Altmaier: Corona-Maßnahmen haben Einfluss auf Wirtschaftsentwicklung

Mögliche verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie könnten das Wirtschaftswachstum in Deutschland erneut bremsen. Das hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch bei einer Regierungsbefragung im Bundestag deutlich gemacht.

Die enorme Zunahme der Neuinfektionen sowie Maßnahmen, die Bund und Länder beschließen, hätten einen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, sagte Altmaier vor Beratungen von Bund und Ländern. Er sprach von einer ernsten Lage. Das Virus werde aber beherrschbarer, umso besser und effektiver mit der Herausforderung umgegangen werde.

Altmaier bekräftigte, die Bundesregierung wolle Hilfsprogramme für Unternehmen nachbessern. Viele Firmen hätten seit Beginn der Pandemie praktisch keine Umsätze mehr und stünden oft am Rande der Existenz.

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, bekräftigt, dass die Bundesregierung Hilfsprogramme für Unternehmen nachbessern wird.
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, bekräftigt, dass die Bundesregierung Hilfsprogramme für Unternehmen nachbessern wird.  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Update, 28. Oktober, 13.18 Uhr: Bund und Länder beginnen mit Beratung über schärfere Corona-Maßnahmen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Mittwoch in einer Video-Konferenz mit ihren Beratungen über schärfere Corona-Maßnahmen begonnen.

Schon vor der Konferenz ist bekannt geworden, dass nach den Vorstellungen des Bundes auf Bürgerinnen und Bürger im November massive Einschränkungen im Alltag zukommen. Danach sollen sich unter anderem nur noch Angehörige des eigenen und eines weiteren Hausstandes gemeinsam in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen.

Update, 28. Oktober, 13.15 Uhr: Erstmals mehr als 400 Corona-Tote an einem Tag im Iran

Erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar wurden im Iran offiziell mehr als 400 Corona-Tote registriert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch starben binnen 24 Stunden 415 Covid-19-Patienten im Land.

Im gleichen Zeitraum gab es über 6800 Neuinfektionen. Damit liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten aktuell bei 33.714, die der Infizierten bei 588 648, wie die Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen erklärte.

Update, 28. Oktober, 13.03 Uhr: Ärzte und Wissenschaftler gegen pauschalen Lockdown

Ärzte und Wissenschaftler haben sich gegen ein breites Herunterfahren des Alltagslebens zur Corona-Eindämmung ausgesprochen und werben für größere Bemühungen um Akzeptanz. 

"Eine pauschale Lockdown-Regelung ist weder zielführend noch umsetzbar", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Mittwoch. Man könne nicht das ganze Land "Wochen und Monate in eine Art künstliches Koma" versetzen, auch angesichts bleibender Schäden für Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Nötig seien zielgerichtete Maßnahmen zur Eindämmung. Essentiell für ein Gelingen sei die Kooperation der Bevölkerung etwa bei Regeln zu Abstand und Masken.

Gefordert wird zudem eine Abkehr von der umfassenden individuellen Nachverfolgung persönlicher Kontakte von Infizierten, die in vielen Gesundheitsämtern ohnehin nicht mehr gelinge. Vielmehr solle eine Priorität auf Fälle mit Bezug zu medizinischen und pflegerischen Einrichtungen oder Veranstaltungen mit vielen Infizierten liegen.

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck kritisierte zudem, "dass der Schutz der Risikogruppe zu kurz kommt". Vorkehrungen und Tests in Pflegeheimen und Kliniken seien nicht systematisch genug. Zudem müsse auch für Menschen der Risikogruppen, die zu Hause leben, Schutz etabliert werden - etwa Masken und Tests, um Besuch bekommen zu können.

Der Bonner Virologe Hendrick Streeck kritisiert, dass der Schutz der Risikogruppe zu kurz kommt.
Der Bonner Virologe Hendrick Streeck kritisiert, dass der Schutz der Risikogruppe zu kurz kommt.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 28. Oktober, 12.57 Uhr: Von der Leyen ruft Europäer zum Durchhalten in Corona-Krise auf

Angesichts der zweiten Corona-Welle hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Europäer zum Durchhalten aufgerufen. "Die Corona-Lage ist sehr ernst", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Brüssel. "Wir sind tief in der zweiten Welle."

Diesmal habe man es mit zwei Feinden zu tun: Dem Virus selbst - und einer zunehmenden Müdigkeit bei allen Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

"Wir bringen alle seit Monaten Opfer", sagte von der Leyen. Viele Menschen zahlten wirtschaftlich und sozial einen hohen Preis. "Aber jetzt ist nicht die Zeit, locker zu lassen." Die Lage sei ernst; noch habe man es aber in der Hand, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu müssten alle ihren Teil der Verantwortung übernehmen - auf regionaler und lokaler Ebene, auf nationaler sowie auf EU-Ebene.

Update, 28. Oktober, 12.54 Uhr: Tests und Tracing-Apps: Kommission drängt EU-Staaten zum Handeln

Viel mehr Schnelltests und in ganz Europa nutzbare Tracing Apps sollen aus Sicht der EU-Kommission helfen, der zweiten Corona-Welle Herr zu werden.

Zusätzliche Maßnahmen auf nationaler und EU-Ebene seien dringend nötig, erklärte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch bei der Vorstellung der Vorschläge, über die ein EU-Videogipfel am Donnerstag beraten soll.

"Die Covid-19-Situation ist sehr ernst", sagte die CDU-Politikerin. "Wir müssen das Virus eindämmen, bis wir einen Impfstoff und bessere Mittel in der Hand haben, um die Gesundheit aller zu schützen."

Die Kommission ruft die 27 EU-Staaten auf, ihre Strategien zur Entdeckung und Rückverfolgung von Corona-Infektionen zu verbessern. Bis Mitte November sollen die Regierungen ihre Teststrategien nach Brüssel melden. 

Dabei setzt die Kommission vor allem auf neue Antigen-Schnelltests, die binnen 15 Minuten ein Ergebnis zeigen. Diese könnten gemeinsam für die EU-Staaten beschafft werden, schlägt die Behörde vor.

Zweiter Baustein sind Handy-Warn-Apps: Bisher gibt es nach Angaben der Kommission 19 verschiedene in den EU-Staaten. Die Apps für Deutschland, Irland und Italien sind immerhin inzwischen verknüpft. Die Kommission fordert alle EU-Staaten auf, kompatible Apps einzuführen und für die Nutzung zu werben. Darüber hinaus drängt die Behörde die EU-Staaten zu Impfstrategien für die Zeit, wenn ein Impfstoff verfügbar ist, sowie zu Informationskampagnen gegen Falschinformationen.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, bezeichnet die Covid-19-Situation als "sehr ernst".
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, bezeichnet die Covid-19-Situation als "sehr ernst".  © Etienne Ansotte/European Commission/dpa

Update, 28. Oktober, 12.46 Uhr: Nachfrage nach Arbeitskräften wieder leicht gestiegen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Oktober leicht gestiegen. Das geht aus dem am Mittwoch von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg veröffentlichten Stellenindex BA-X hervor. Der Index sei im Oktober im Vergleich zum September um vier auf 98 Punkte gestiegen. Der Referenzwert 100 bildet den Jahresdurchschnitt 2015 ab.

Die gemeldete Arbeitskräftenachfrage hat sich damit nach dem pandemiebedingten Einbruch weiter erholt. Den Vorjahreswert
unterschreitet der BA-X jedoch immer noch deutlich - um 23 Punkte.

Auch das Münchner ifo-Institut meldete am Mittwoch eine leichte Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt. Das Beschäftigungsbarometer der Münchner Wirtschaftsexperten kletterte für den Oktober leicht nach oben. Zuvor hatte schon das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nach oben gezeigt - allerdings ist dabei die jüngste Entwicklung der Corona-Infektionszahlen noch nicht berücksichtigt.

Update, 28. Oktober, 12.44 Uhr: Rom will mit Milliarden und Appellen Corona-Lage entschärfen

Italiens Regierung will mit einem schnellen Nothilfe-Paket von über fünf Milliarden Euro die Folgen der jüngsten Corona-Beschränkungen abfedern. Viele Gelder würden schon ab November ausgezahlt, versicherte Finanzminister Roberto Gualtieri am Mittwoch.

Die Mitte-Links-Regierung in Rom hatte am Vorabend beschlossen, die von den neuen Schutzmaßnahmen stark betroffenen Unternehmen und Beschäftigen etwa im Tourismus und in der Kultur mit Geldspritzen und Steuerstundungen zu unterstützen. Dabei soll auch Bars und Restaurants geholfen werden, die früher schließen müssen, hieß es.

Die Regierung appellierte an die Bürger, sich von den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten gegen die verschärften Corona-Regeln zu distanzieren. "Der Staat duldet kein gewalttätiges Verhalten", sagte Minister Gualtieri nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa dem Sender Rai 1. Angesichts der Proteste der vergangenen Tage in Rom und anderen Städten sprach er von "Gruppen gewalttätiger Neo-Faschisten", die die Not der Menschen für ihre Zwecke ausnutzten.

Update, 28. Oktober, 12.41 Uhr: Prags Oberbürgermeister hilft als Freiwilliger im Krankenhaus

Der Prager Oberbürgermeister Zdenek Hrib hilft als Freiwilliger im Krankenhaus gegen die Lungenkrankheit Covid-19. "Ich hoffe, dass ich damit andere motivieren kann, auch zu helfen", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK.

Der Politiker der Piratenpartei werde für zwei Wochen in seiner Freizeit am Patientenempfang im Universitätsklinikum im Stadtteil Vinohrady arbeiten. In diesem Bereich ist das Tragen einer vollständigen Schutzausrüstung Pflicht. Hrib hat Medizin studiert und promoviert, aber nie als Arzt gearbeitet.

Die Führung der Stadtgeschäfte sei sichergestellt, betonte der 39-Jährige. Andere Parteien kritisierten, Hrib solle sich lieber ganz auf seine Aufgaben als Oberbürgermeister der tschechischen Hauptstadt konzentrieren. "Populismus und schöne Bilder fürs Fotoalbum sind das letzte, was Prag braucht", schrieb ein konservativer Kommunalpolitiker bei Twitter.

Zdenek Hrib, Oberbürgermeister von Prag, steht in Schutzkleidung im Fakultätskrankenhaus im Stadtteil Vinohrady. Hrib ist am 27. Oktober 2020 als freiwilliger Helfer im Krankenhaus angetreten.
Zdenek Hrib, Oberbürgermeister von Prag, steht in Schutzkleidung im Fakultätskrankenhaus im Stadtteil Vinohrady. Hrib ist am 27. Oktober 2020 als freiwilliger Helfer im Krankenhaus angetreten.  © Vít Šimánek/CTK/dpa

Update, 28. Oktober, 12.09 Uhr: Handelsverband warnt vor neuerlichen Einschränkungen für Geschäfte

Vor der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs hat der Handelsverband Deutschland (HDE) vor erneuten Einschränkungen gewarnt, die auch Geschäfte treffen könnten. 

"Wir alle müssen Corona gemeinsam und entschlossen bekämpfen. Aber die Politik sollte bei ihren heutigen Beschlüssen Maß und Mitte wahren. Überreaktionen würden die gesellschaftliche Akzeptanz für die Regeln gefährden", teilte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Mittwoch mit. Die derzeit vorgeschlagenen Maßnahmen würden auch den Einzelhandel treffen. "Die Geschäfte dürfen zwar geöffnet bleiben, die Kunden werden jedoch aufgefordert, nicht mehr in die Innenstädte zu kommen", teilte Genth weiter mit.

"Wenn die Geschäfte als einzige geöffnet sind, alle anderen Branchen rundherum schließen müssen und die Menschen in einer faktischen Ausgangssperre zuhause bleiben, dann sind die Händler in einer sehr schwierigen Lage." Die Politik müsse "intelligente und wohldosierte Instrumente finden, um die Pandemie wirkungsvoll zu bekämpfen".

Vor der Konferenz von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) mit den Länderchefs hat der Handelsverband Deutschland (HDE) vor erneuten Einschränkungen gewarnt, die auch Geschäfte treffen könnten.
Vor der Konferenz von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) mit den Länderchefs hat der Handelsverband Deutschland (HDE) vor erneuten Einschränkungen gewarnt, die auch Geschäfte treffen könnten.  © Caroline Seidel/dpa

Update, 28. Oktober, 12.04 Uhr: Tourismusverband fordert rasche und verbesserte staatliche Hilfe

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) hat angesichts eines drohenden zweiten Corona-Lockdowns verbesserte staatliche Unterstützung ab November gefordert. 

"Wenn sich die Situation jetzt weiter in dem Maße verschärft wie bisher und die Branche quasi wieder in den Lockdown geschickt wird, müssen die verbesserten Überbrückungshilfen unverzüglich noch ab November wirksam werden", sagte Verbandsgeschäftsführer Norbert Kunz am Mittwoch. 

Drohende Restaurantschließungen seien ein herber und Existenzen gefährdender Rückschlag auch für die Beherbergungsbetriebe und alle Bereiche des Deutschlandtourismus. "Selbst Betriebe, die mit höheren Rücklagen gehofft hatten, gut durch die Krise zu kommen, stoßen jetzt an Grenzen."

Update, 28. Oktober, 12 Uhr: Cyberkriminelle greifen Webseite des RKI an

Cyberkriminelle haben am vergangenen Donnerstag die Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zeitweise lahmgelegt. 

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 28. Oktober, 11.55 Uhr: Verband warnt vor Schließungen der Gastronomie

Der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) hat die angedachten Schließungen der Gastronomie wegen steigender Corona-Infektionszahlen als "völlig unangemessen" kritisiert.

Für viele mittelständischen Betriebe könne das in der jetzigen Lage den Todesstoß bedeuten, sagte BGA-Präsident Anton Börner am Mittwoch. Es habe sich gezeigt, dass die Hygienekonzepte in der Gastronomie erfolgreich seien. "Brennpunkte sind ganz klar die privaten Bereiche und auch wenn es unpopulär ist, müssen wir uns hierauf konzentrieren."

Börner hält es angesichts steigender Infektionszahlen für notwendig, die bisherigen Maßnahmen zu überprüfen und nachzuschärfen. Notwendig sei aber "eine gut abgestimmte und koordinierte Zusammenarbeit von Bund und Ländern mit effizienten, handhabbaren und verständlichen Regelungen, die die Unternehmen auch umsetzen können und ihnen Planbarkeit garantieren".

BGA-Präsident Anton Börner warnt vor Schließungen in der Gastronomie.
BGA-Präsident Anton Börner warnt vor Schließungen in der Gastronomie.  © picture alliance / dpa

Update, 28. Oktober, 11.53 Uhr: Laut Umfrage ist die Stimmung beim Thema Gastronomie-Schließungen gemischt

Ein Drittel dafür, ein Drittel dagegen: Bei der Frage, ob zur Bekämpfung der Corona-Seuche Bars und Restaurants wieder geschlossen werden sollen, gehen die Meinungen in Deutschland einer Umfrage zufolge auseinander.

33 Prozent der Befragten sprachen sich in einer am Mittwoch veröffentlichten yougov-Umfrage dafür aus. 34 Prozent waren der Meinung, Bars und Restaurants sollten nirgendwo in Deutschland wieder geschlossen werden. Ungefähr jeder Fünfte sprach sich dafür aus, dass jedes Bundesland für sich selbst entscheiden sollte.

Wegen der steigenden Infektionszahlen bei Covid-19 befürchtet die Gastronomie eine neuerliche Schließungswelle.
Wegen der steigenden Infektionszahlen bei Covid-19 befürchtet die Gastronomie eine neuerliche Schließungswelle.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 28. Oktober, 11.51 Uhr: FDP verlangt verhältnismäßige Corona-Maßnahmen

Die FDP hat Bund und Länder davor gewarnt, angesichts der besorgniserregenden Entwicklung der Corona-Pandemie zu unverhältnismäßigen Maßnahmen zu greifen.

So sei fragwürdig, die Gastronomie schließen zu wollen, wenn hier tatsächlich nur ein geringes Infektionsgeschehen feststellbar sei, sagte FDP-Partei und -Fraktionschef Christian Lindner am Mittwoch mit Blick auf die Überlegungen des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Nachmittag.

Der Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann unterstrich, dass dadurch die Gefahr bestehe, dass einzelne Maßnahmen wieder an den Gerichten scheiterten. Es sei auch wichtig, dass die Maßnahmen von den Bürgerinnen und Bürger akzeptiert würden, unterstrichen die beiden FDP-Politiker.

Offensichtlich mit Blick auf die Gastronomie argumentierte Buschmann, zum Teil würden mit den Maßnahmen, die sich der Bund vorstelle, Existenzen gefährdet, obwohl nicht nachgewiesen sei, dass es in diesem Bereich ein besonderes Infektionsgeschehen gebe.

Update, 28. Oktober, 11.48 Uhr: Frankfurter Flughafen mit mehr Passagieren als London-Heathrow

In der Corona-Krise hat der Frankfurter Flughafen kurzfristig mehr Passagiere abgefertigt als Europas ewiger Branchen-Primus London-Heathrow. Im dritten Quartal dieses Jahres nutzten noch knapp 4 Millionen Passagiere den Rhein-Main-Flughafen, während in Heathrow nur gut 3,5 Millionen Gäste gezählt wurden.

Die Briten verloren wegen der besonders starken Rückgänge um 84,1 Prozent zum Vorjahresquartal ihren ersten Platz an Paris Charles-de-Gaulle mit 5,2 Millionen Passagieren. Dann folgt Amsterdam-Schipol mit 4,5 Millionen Fluggästen. Auch für die ersten neun Monate dieses Jahres liegt Paris in Europa vorn.

In ihrem Quartalsbericht vom Mittwoch nannte die Londoner Betreibergesellschaft die auf dem Kontinent bereits installierten Corona-Testmöglichkeiten als Grund für den Rückstand. In London sollen erst zum 1. Dezember Tests für Passagiere aus Hochrisiko-Gebieten angeboten werden.

Drei Polizisten gehen durch das Terminal 1 am Flughafen in Frankfurt/Main.
Drei Polizisten gehen durch das Terminal 1 am Flughafen in Frankfurt/Main.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 28. Oktober, 11.47 Uhr: Mehrere ÖBB-Nachtzüge nach Deutschland vorübergehend eingestellt

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) stellen coronabedingt vorübergehend den Großteil ihrer Nachtzüge nach Deutschland ein.

Vom 8. November bis zum 2. Dezember entfallen alle Nightjet-Verbindungen aus Österreich und der Schweiz nach Deutschland mit Ausnahme der Strecke Wien-Berlin, wie ein ÖBB-Sprecher am Mittwoch sagte. Wegen steigender Infektionszahlen und Reisebeschränkungen sei die Auslastung stark gesunken. Im Dezember sei aber die Wiederaufnahme rechtzeitig zu den Winterferien geplant.

Betroffen sind die Strecken Wien-Hamburg, Wien-Düsseldorf, Innsbruck-Düsseldorf, Innsbruck-Hamburg, Zürich-Berlin und Zürich-Hamburg, außerdem noch Wien-Brüssel und Innsbruck-Brüssel. Betroffene Fahrgäste seien informiert worden und könnten auf Tageszüge umbuchen oder sich den Fahrkartenpreis erstatten lassen.

Update, 28. Oktober, 11.11 Uhr: Vorberatungen der Ministerpräsidenten zur Corona-Runde mit Merkel

Die Ministerpräsidenten der Länder sind am Mittwoch vor dem für 13.00 Uhr geplanten Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel per Videokonferenz zu Vorberatungen zusammengekommen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aus der Runde habe sich ein breiter Wille abgezeichnet, nötige Entscheidungen zu treffen. Einige wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der derzeit den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz führt, hätten betont, sie wünschten sich auch eine Bestätigung eines Beschlusses durch die Bundesregierung.

Müller sprach nach diesen Informationen von einem "Backing" durch die Bundesregierung, also einer Unterstützung oder Rückendeckung.

Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen vor Weihnachten die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen. Bundesweit sollen Freizeiteinrichtungen und Gastronomie geschlossen, Unterhaltungsveranstaltungen verboten und Kontakte in der Öffentlichkeit sowie Feiern auf Plätzen und in Wohnungen eingeschränkt werden.

Die Maßnahmen sollen ab dem 4. November deutschlandweit in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten. Nach Ablauf von zwei Wochen sollen Kanzlerin und Länderchefs die erreichten Ziele beurteilen und notwendige Anpassungen vornehmen.

Update, 28. Oktober, 11.09 Uhr: Europas Handballverband sagt Junioren-Europameisterschaften ab

Die Europäische Handballföderation (EHF) hat die für den Januar geplanten männlichen Junioren-Europameisterschaften der Altersklassen U18 und U20 abgesagt.

Dazu habe sich die EHF aufgrund der fortschreitenden Corona-Pandemie nach Rücksprache mit allen Beteiligten entschlossen, teilte der Deutsche Handballbund (DHB) am Mittwoch mit. Die Turniere hätten in Slowenien (U18) und Kroatien stattfinden sollen.

"Für den Sport und alle Teams, die sich mit großer Energie auf diese Turniere vorbereitet haben, ist das eine traurige Nachricht, aber wir alle haben Verständnis für diese Entscheidung", sagte DHB-Vorstandschef Mark Schober. "Wir müssen in dieser Krise unsere Kräfte konzentrieren und uns auf die A-Nationalmannschaften fokussieren. Hier sind Lösungen für Reisen und Testungen gefragt."

Update, 28. Oktober, 11.07 Uhr: Polen verzeichnet mehr als 18.000 Neuinfektionen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 18.000 überschritten.

Innerhalb von 24 Stunden kamen 18.820 neue Fälle hinzu, die meisten davon (rund 2800) in der Region Großpolen im Westen das Landes. Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Im gleichen Zeitraum starben 236 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 16.300 Fällen erst am Dienstag erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 4851 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen wird von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft.

Die Bundesregierung hatte Polen ab dem 24.10.2020 als Corona-Risikogebiet eingestuft.
Die Bundesregierung hatte Polen ab dem 24.10.2020 als Corona-Risikogebiet eingestuft.  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Oktober, 11.02 Uhr: Künstlern brechen in Krise auch die Tantiemen weg

Weltweit brechen Künstlern in der Corona-Krise nicht nur die Einnahmen aus Auftritten, sondern auch aus Tantiemen weg.

Für das laufende Jahr sei von einem Einbruch um 20 bis 35 Prozent auszugehen, erklärte der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften CISAC am Mittwoch. Das entspricht dem Wegfall von 2 bis 3,5 Milliarden Euro.

"Millionen von Urhebern verlieren gerade ihre Lebensgrundlage", beklagt Ex-Abba-Star und CISAC-Präsident Björn Ulvaeus. Die Unsicherheit sei heute noch größer als vor der Krise. Der Chef der deutschen Verwertungsgesellschaft Gema, Harald Heker, sprach von "dramatischen" Zahlen. Am stärksten betroffen sei dabei der Live-Bereich mit Einbußen von bis zu 80 Prozent in manchen Ländern.

Allerdings haben die Urheber noch einen Aufschub: Die gesunkenen Einnahmen werden sich laut Heker erst im kommenden Jahr voll bemerkbar machen, wenn die Ausschüttungen für 2020 erfolgen. Dann werde sich die prekäre Situation für sie aber weiter zuspitzen. Sowohl Heker als auch Ulvaeus fordern daher Hilfen der Politik.

Update, 28. Oktober, 10.49 Uhr: FDP: Neuer Lockdown wird vielen Firmen Boden unter Füßen wegziehen

FDP-Fraktionsvize Christian Dürr hat bei erneuten Schließungen von Betrieben in der Corona-Krise vor massiven Folgen für die Wirtschaft gewarnt. 

"Ein neuer Lockdown wird vielen Betrieben den Boden unter den Füßen wegziehen", sagte Dürr am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Bund und Länder hatten monatelang Zeit, sich auf die zweite Welle vorzubereiten. Statt die Gastronomie und andere Branchen stillzulegen, hätte ich erwartet, dass die Kanzlerin einen Akut-Plan für mehr Personal in den Gesundheitsämtern und Konzepte für eine digitale Kontaktnachverfolgung vorlegt."

Es sei ein "Trauerspiel", dass die Bundesregierung sich selbst nicht in die Pflicht nehme, etwas zu tun, aber den Bürgern und Unternehmen immer wieder neue Einschränkungen zumute, so Dürr.

FDP-Fraktionsvize Christian Dürr warnt vor den Folgen eines zweiten Lockdown in Deutschland.
FDP-Fraktionsvize Christian Dürr warnt vor den Folgen eines zweiten Lockdown in Deutschland.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 28. Oktober, 10.46 Uhr: Brinkhaus fordert für Corona-Maßnahmen: kein "Flickenteppich"

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat vor dem Gespräch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten bundesweit einheitliche Corona-Regeln gefordert. 

"Es ist jetzt nicht die Zeit für einen Flickenteppich in Deutschland", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch RTL/ntv n-tv. "Es ist jetzt nicht die Zeit dafür, dass jeder Ministerpräsident sein eigenes Ding durchzieht."

Es müsse ein klares Signal an die Menschen in Deutschland gesendet werden. "Kleinstaaterei" sei in der Vergangenheit ein Fehler bei der Corona-Bekämpfung gewesen.

Notwendige Bereiche wie Gesundheit, Wirtschaft, Kitas und Schulen sollten soweit wie möglich aufrechterhalten bleiben. Alles das, was nicht notwendig sei, werde stark eingeschränkt, so Brinkhaus - vor allem in der Freizeit und bei den persönlichen Kontakten. "Da müssen wir jetzt leider, leider sehr konsequent sein."

Update, 28. Oktober, 10.43 Uhr: Linksfraktionschef kritisiert Merkels Corona-Pläne

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat die vorab bekanntgewordenen Pläne des Bundes für die Corona-Schalte mit den Ministerpräsidenten als "vielfach unverhältnismäßig und ineffektiv" kritisiert.

Das sei ein Plan, wie man die Bürger verliere, schrieb Bartsch am Mittwoch bei Twitter. "Man treibt die Menschen geradezu in den privaten Raum, wo die meisten Infektionen stattfinden. Das kann niemals bundeseinheitlich über das ganze Land verhängt werden." Bartschs Parteikollege, der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow, hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass er einem möglichen Lockdown-Beschluss nicht zustimmen werde.

Bartsch forderte weiter, wer schließe, müsse helfen. "Wo ist der Hilfs- und Sozialplan der Regierung? Wo sind die Millionen Schnelltests für Heime und Krankenhäuser? Wo ist das Personal? Es wurde zu wenig vorsorglich getan!"

Update, 28. Oktober, 10.39 Uhr: Dehoga: Verhältnismäßigkeit von Corona-Beschlussvorlage fragwürdig

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Baden-Württemberg setzt sich gegen die vom Bund vorgeschlagenen drastischen Corona-Maßnahmen zur Wehr.

Man betrachte die Vorschläge - die unter anderem eine befristete weitgehende Schließung der Gastronomie beinhalten - "sehr kritisch" und von der Verhältnismäßigkeit her äußerst fragwürdig, sagte ein Dehoga-Sprecher am Mittwoch in Stuttgart auf Anfrage. Er betonte, das Gastgewerbe sei nachweislich kein Pandemietreiber. Man behalte sich vor, sich gegen Beschlüsse dieser Tragweite juristisch zu wehren.

Dehoga-Landeschef Fritz Engelhardt hatte bereits in einem am Dienstag veröffentlichten Video betont, man befürchte mit Blick auf das Gipfeltreffen "das Schlimmste".
Dehoga-Landeschef Fritz Engelhardt hatte bereits in einem am Dienstag veröffentlichten Video betont, man befürchte mit Blick auf das Gipfeltreffen "das Schlimmste".  © Lino Mirgeler/dpa

Update, 28. Oktober, 10.37 Uhr: Zweite Corona-Infektionswelle droht Aufschwung abzuwürgen

Die sich abzeichnenden erneuten Einschränkungen wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen drohen nach Einschätzung eines Konjunkturexperten den wirtschaftlichen Aufschwung abzuwürgen. 

"Der Aufschwung wird sehr wahrscheinlich deutlich ausgebremst werden", sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claus Michelsen, am Mittwoch in Berlin. "Es drohen wieder schärfere Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens – das Pandemiegeschehen nimmt Verbraucherinnen, Verbrauchern und Unternehmen die Zuversicht." Viele Unternehmen hätten noch mit den Folgen des Lockdowns vom Frühjahr kämpfen und kaum noch finanzielle Reserven.

Nach Einschätzung des DIW ist die deutsche Wirtschaft im abgelaufenen dritten Quartal noch kräftig um etwa sechs Prozent gewachsen. Das Statistische Bundesamt gibt erste Daten dazu am Freitag bekannt. Die weiteren Aussichten verdüstern sich dem DIW zufolge aber erheblich. Nach aktuellen Stand werde die Wirtschaftsleistung in Europas größter Volkswirtschaft zum Jahresende noch leicht steigen, der kräftige Aufholprozess aus dem Sommer dürfte sich aber nicht fortsetzen. Das Risiko, dass die Produktion – abhängig vom konkreten Infektionsverlauf – wieder deutlich zurückgefahren werde, sei in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Update, 28. Oktober, 10.10 Uhr: Grüne: Parlament an Corona-Entscheidungen jetzt beteiligen

Die Grünen im Bundestag fordern, das Parlament in die bevorstehenden neuen Einschränkungen in der Corona-Krise einzubeziehen.

Das Abwägen von drastischen Maßnahmen sowie zwischen Sicherheit und Einschränkungen der Freiheit "brauchen den öffentlichen Diskurs und brauchen auch die parlamentarische Verankerung", sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Britta Haßelmann am Mittwoch.

Der Bundestag tage in dieser und der kommenden Woche. "Deshalb glaube ich ist die Regierung und die sie tragende Koalition gut beraten, sich des Rückhalts des Parlamentes zu versichern." Gelegenheiten gebe es genug dazu.

Update, 28. Oktober, 10.01 Uhr: Erneut mehr als 15.000 Corona-Neuinfektionen in Tschechien

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat in Tschechien nach vier Tagen wieder einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 15.663 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekanntgab.

Seit Beginn der Pandemie wurden damit insgesamt 284.033 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 und 2547 Todesfälle registriert. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Tschechien neben Belgien zu den von der Pandemie am schwersten betroffenen Ländern.

Update, 28. Oktober, 9.50 Uhr: Spahn warnt vor Auslastung der Intensivstationen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einer Überforderung des deutschen Gesundheitssystems durch schwere Krankheitsverläufe in der Corona-Pandemie gewarnt. 

"Wenn die Intensivstationen voll sind, dann ist es zu spät", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch dem Südwestrundfunk (SWR). Zuletzt stiegen dort die Zahlen der mit dem Coronavirus infizierten Patienten deutlich. "Noch auf einem verkraftbaren Niveau, Stand heute", sagte Spahn. Es sei besser, jetzt die Welle zu brechen.

"Es liegt jetzt tatsächlich an uns, an uns allen", sagte Spahn. Es gehe im um eine gemeinsame Kraftanstrengung im November, um die eigenen Kontakte zu reduzieren. Priorität hätte, dass Kitas und Schulen offen blieben, und dass die Wirtschaft weiterlaufen könne. Kontakte sollten vor allem im Freizeitbereich und im Privaten reduziert werden - etwa, um an Weihnachten die Situation wieder unter Kontrolle zu haben, sagte der Minister.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor einer Auslastung der Intensivstationen in Deutschland.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor einer Auslastung der Intensivstationen in Deutschland.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Oktober, 9.44 Uhr: Kulturrat fordert wegen drohenden Lockdown Kultur nicht im Regen stehen zu lassen

Der Deutsche Kulturrat fordert im Fall weiterer Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus finanzielle Kompensationen für Künstler.

"Wir erwarten, dass die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder den Kulturbereich nicht im Regen stehen lassen", sagte der Geschäftsführer Olaf Zimmermann laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

Zimmermann sagte: "Die Corona-Pandemie bedroht uns alle und natürlich ist auch der Kulturbereich bereit, Einschränkungen hinzunehmen, wenn sie notwendig und verhältnismäßig sind. Sollte es wirklich unumgänglich sein, dem Kulturbereich einen nochmaligen Lockdown zu verordnen, kann das nur funktionieren, wenn die dadurch entstehenden Einnahmeausfälle kompensiert werden. Das gilt für die öffentlichen und privaten Kultureinrichtungen genauso wie für die vom Lockdown betroffenen Künstlerinnen und Künstler." Der Kulturrat ist der Spitzenverband der Bundeskulturverbände.

Update, 28. Oktober, 9.41 Uhr: Drastischer Einbruch: Fahrgäste meiden Busse und Bahnen wegen Corona-Virus

Die Corona-Pandemie hat die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen in Deutschland drastisch einbrechen lassen. Von April bis Juni waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch drei Viertel weniger Personen im Fernverkehr unterwegs als im Vorjahreszeitraum.

Der Bahn-Fernverkehr brach um 71 Prozent ein, der Linienverkehr mit Fernbussen kam mit einem Minus von 96 Prozent fast zum Erliegen.

Den Eisenbahn-Nahverkehr nutzten nach vorläufigen Ergebnissen 59 Prozent weniger Menschen. Vorläufige Zahlen zeigen für den Liniennahverkehr mit Bussen mindestens ein Minus von 36 Prozent und für Straßenbahnen von mindestens 41 Prozent.

Es sei davon auszugehen, dass die Zahlen die tatsächliche Situation nicht vollständig abbildeten - unter anderem, weil viele Pendler Zeitkarten besitzen, deren tatsächliche Nutzung unklar sei, erklärte das Bundesamt in Wiesbaden.

Im ersten Halbjahr lag das Fahrgastaufkommen im Fernverkehr mit 45 Millionen Personen 46 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders stark ging die Zahl im Linienverkehr mit Fernbussen zurück, hier betragen die Einbußen zwei Drittel. Mit Fernzügen reisten den Angaben zufolge 43 Prozent weniger Menschen. Vorläufige Zahlen zeigen ein Minus von mehr als einem Drittel beim Schienen-Nahverkehr. Busse und Straßenbahnen liegen im ersten Halbjahr 22 Prozent beziehungsweise 24 Prozent im Minus.

Laut Bahn laufen bundesweit regelmäßig Präventions- und Kontrollaktionen in Zügen und Bahnhöfen mit Unterstützung der Bundespolizei.
Laut Bahn laufen bundesweit regelmäßig Präventions- und Kontrollaktionen in Zügen und Bahnhöfen mit Unterstützung der Bundespolizei.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, Oktober, 9.03 Uhr: Prozess gegen Clanchef wegen Bushidos Corona-Infektion unterbrochen

Der Prozess gegen einen Berliner Clanchef ist wegen der Corona-Infektion von Bushido kurzfristig unterbrochen worden. Der Rapper ist in dem Verfahren mutmaßliches Opfer und Nebenkläger. 

"Der heutige Termin am Landgericht ist aufgehoben", sagte eine Sprecherin des Landgerichts der Hauptstadt. Jetzt wolle man mit Gesundheitsamt und Arbeitsmedizinischem Zentrum das weitere Vorgehen besprechen. Offiziell sei die zuständige Strafkammer des Landgerichts am Morgen darüber unterrichtet worden, dass ein Verfahrensbeteiligter positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert.  © Sebastian Willnow/ZB/dpa

Update, 28. Oktober, 8.52 Uhr: Altmaier will Soloselbstständigen in der Kultur helfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat weitere Finanzhilfen für Soloselbstständige im Kulturbereich in Aussicht gestellt. 

"Wir werden in den nächsten Wochen ganz intensiv auch über dieses Thema reden", sagte er am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Eine Pleitewelle und eine tiefgreifende Veränderung der Kulturlandschaft infolge der Corona-Pandemie solle verhindert werden. "Die Kultur gehört zur Identität unseres Landes", so Altmaier.

Soloselbstständige hätten zudem die Möglichkeit, Grundsicherung zu beantragen. "Das schreckt aber viele ab, weil sie glauben, dass das ein Schritt ist, den man ihnen nicht zumuten kann", sagte Altmaier. "Deshalb reden wir über zumutbare Alternativen."

Update, 28. Oktober, 8.35 Uhr: Rekord bei Corona-Neuinfektionen: RKI meldet 14.964 Fälle

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen 14.964 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet - das ist ein Rekord seit Beginn der Pandemie.

Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl bei 7595 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland verzeichnet worden.

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland wurde auf der Homepage des Robert Koch-Instituts zunächst nicht aktualisiert. Am Dienstag lag sie bei 449.275. Die Zahl der Todesfälle wurde ebenfalls nicht aktualisiert, sie lag mit Stand Dienstag bei 10.098.

Die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag bundesweit am Dienstag bei 87. In der Woche zuvor (20.10.) hatte das RKI eine Inzidenz von 48,6 Fällen gemeldet. Nach RKI-Angaben haben rund 70 Prozent der Kreise eine Inzidenz von über 50, acht Kreise liegen nach diesen Angaben sogar bei über 200.

Eine Einkaufsmeile in Frankfurt. Das RKI vermeldete am Mittwoch einen Rekord der Corna-Neuinfektionen.
Eine Einkaufsmeile in Frankfurt. Das RKI vermeldete am Mittwoch einen Rekord der Corna-Neuinfektionen.  © Arne Dedert/dpa

Update, 28. Oktober, 8.23 Uhr: Vertrauter Orbans: Intendant Vidnyanszky mit Corona infiziert

Der Leiter des ungarischen Nationaltheaters, Attila Vidnyanszky, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Der Zustand des Herrn Intendanten ist zufriedenstellend, er ruht sich zu Hause aus", teilte das Nationaltheater am Dienstagabend mit.

Der 56-jährige Regisseur gilt als Vertrauter des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban, der dessen Vorstellungen zur Schaffung einer "christlichen und nationalen" Theaterkunst unterstützt und ihn häufig persönlich trifft.

Orbans Sprecher, Bertalan Havasi, ließ die Frage des Online-Portals "hvg.hu" im Wesentlichen unbeantwortet, ob Orban selbst nach Bekanntwerden des positiven Tests von Vidnyanszky auch getestet wurde. Zuvor hatte das Portal - ohne Bestätigung vonseiten der Regierung - von einem Treffen der beiden nach Vidnyanszkys Test berichtet. "Die Programme des Ministerpräsidenten werden in jedem Fall unter striktester Einhaltung der aktuell geltenden Pandemie-Vorschriften organisiert und abgewickelt", sagte der Sprecher.

Update, 28. Oktober, 8.13 Uhr: Vor Corona-Beratungen: Kubicki warnt vor "Alarmismus"

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat die von der Bundesregierung angestrebten Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie kritisiert. 

"Konzentrieren wir uns auf die Gruppen, die wirklich geschützt werden müssen", sagte der FDP-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. Man solle so viel "normales Leben" unter Beachtung von Hygiene-Schutzmaßnahmen zulassen wie möglich. "Ich warne dringend vor Alarmismus, der auch zu falschen Entscheidungen führen kann", sagte er.

Kubicki verwies auf Gerichtsentscheide, die Beherbergungsverbote in den Bundesländern gekippt hatten. Man könne Beherbergungsbetriebe nicht schließen, wenn es keine Evidenz gebe, dass dort das Infektionsgeschehen intensiviert werde. "Das Grundgesetz gilt auch während der Pandemie", sagte er. Er plädierte auf unterschiedliches Vorgehen je nach Bundesland.

Statt des vom Bund angestrebten "nahezu kompletten Lockdowns" solle bei Infektionsherden angesetzt werden: Kubicki fragte, warum Mitarbeiter weiter ungetestet in Alten- und Pflegeheime dürften und dort keine FFP2-Masken verteilt würden. 

Außerdem sollten mehr Schulbusse sowie Busse und Bahnen im ÖPNV eingesetzt werden. Menschen in Restaurants und Hotels, die jetzt mit Hygienekonzepten ihre Existenz gesichert hätten, wieder mit einem "Komplett-Lockdown" zu belegen, sei unverhältnismäßig und habe sicher auch vor den Gerichten nicht Bestand.

Update, 28. Oktober, 7.56 Uhr: Südafrikas Präsident begibt sich in Selbstquarantäne

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat sich nach Angaben seines Büro in Selbstquarantäne begeben. Anlass dafür war eine positive Covid-19-Diagnose bei einem der Gäste eines Empfangs, an dem Ramaphoas am Wochenende teilgenommen hatte. 

Das teilte das Präsidialamt am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. In Südafrika wurden bisher rund 716.750 Corona-Fälle bestätigt, mehr als 19.000 Menschen starben. Die Regierung hatte Ende März eine landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die mittlerweile gelockerten Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft.

Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika, hat sich nach Angaben seines Büro in Selbstquarantäne begeben.
Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika, hat sich nach Angaben seines Büro in Selbstquarantäne begeben.  © Jerome Delay/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 6.46 Uhr: Irans Parlamentspräsident nach positivem Corona-Test in Quarantäne

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat sich nach einem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne begeben. Dies gab der 58-Jährige am Mittwoch auf seiner Twitter-Seite bekannt. Er hoffe jedoch, dass er auch in Quarantäne seine Arbeit weiterführen könne.

Ghalibaf ist seit Ende Mai Präsident des von Hardlinern und Erzkonservativen geführten Parlaments. In den letzten Wochen war er trotz Warnungen von Gesundheitsexperten viel auf Reisen. Seine Anhänger lobten seine Courage sowie Volksnähe und kritisierten im Gegenzug Präsident Hassan Ruhani, weil der sich an die Corona-Vorschriften hält und an vielen Terminen nicht persönlich teilnimmt.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat sich nach einem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne begeben.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat sich nach einem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne begeben.  © Vahid Salemi/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 6.44 Uhr: Tennis-Chefin Rittner: Australian Open mit Quarantäne vorher machbar

Die deutsche Damentennis-Chefin Barbara Rittner hält trotz der angespannten Corona-Situation die Austragung der Australian Open Anfang des Jahres 2021 für machbar.

Aktuell drehe sich in den Planungen für die neue Saison "alles" um das erste Grand-Slam-Turnier in Melbourne, sagte Rittner in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Dort solle es "diese Superblase geben: Alle Sportler und ihre Teams müssen zwei Wochen vorher da sein, dann werden sie in drei verschiedene Resorts eingeteilt, machen praktisch Training in Quarantäne, alle werden bei der Ankunft getestet und danach alle drei Tage", erläuterte die Chefin der Damen im Deutschen Tennis Bund und betonte: "Ich kann mir vorstellen, dass das gut funktionieren wird."

Update, 28. Oktober, 6.27 Uhr: Bund möchte Risikogruppen bestmöglich vor Corona schützen

Der Bund will Kranke, Pflegebedürftige, Senioren und Behinderte besonders gegen die sich verschärfende Corona-Krise schützen.

Die verfügbaren Corona-Schnelltests "sollen jetzt zügig und prioritär in diesem Bereich eingesetzt werden", damit sichere Kontakte ermöglicht werden könnten, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch.

Der besondere Schutz von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen. Steigende Infektionszahlen führten leider auch zu einem Anstieg an Infektionen in medizinischen Einrichtungen und bei solchen Risikogruppen.

Update, 28. Oktober, 6 Uhr: Bund will im November massive Beschränkungen für Freizeit und Reisen - Gastro schließt, Inlandsübernachtung nur mit Notwendigkeit

Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen.

Nach einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch sollen diese Maßnahmen ab dem 4. November deutschlandweit in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten.

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen.
Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen.  © Armin Weigel/dpa

Update, 28. Oktober, 5 Uhr: Habeck fordert 1200 Euro Unternehmerlohn für Veranstaltungsbranche

Um die Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise zu unterstützen, fordert Grünen-Chef Robert Habeck einen sogenannten Unternehmerlohn in Höhe von 1200 Euro für die Solo-Selbstständigen in der Branche. 

"Es geht um eine Millionen Jobs. Wir müssen jetzt handeln, sonst wird es nach Corona einen großen Teil der Kulturschaffenden nicht mehr geben", sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur vor einer für Mittwoch in Berlin geplanten Demo der Branche. Diese Gruppe falle bei den Hilfen bisher durchs Raster. "Dieser Unternehmerlohn sollte pauschal und rückwirkend gezahlt werden", forderte Habeck. Förderbeträge und der Maximalbetrag für mittlere Unternehmen müssten angehoben werden.

"Die Branche war eine der ersten, die von den Corona-Maßnahmen betroffen war und wird eine der letzten sein, die wieder in ihren Berufsalltag zurückkehren kann", erklärte der Grünen-Vorsitzende. "Ein Teil unserer kulturellen Vielfalt und Infrastruktur ist in akuter Gefahr und droht dauerhaft verloren zu gehen. Das dürfen wir als Gesellschaft nicht zulassen."

Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, fordert 1200 Euro Unternehmerlohn für Veranstaltungsbranche.
Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, fordert 1200 Euro Unternehmerlohn für Veranstaltungsbranche.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 28. Oktober, 4.55 Uhr: Hilfsbereitschaft in Corona-Zeiten: Befragung zeigt positiven Trend

Auch wenn Einzelne im Supermarkt um Toilettenpapier rangeln und auf der Straße über die Sinnhaftigkeit der Maskenpflicht gestritten wird: Insgesamt hat sich das soziale Miteinander in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie eher verbessert. 

Das zeigen die Ergebnisse einer anonymen Online-Befragung des Basel Institut of Commons and Economics. Die Forscher um den Soziologen Alexander Dill hatten die Teilnehmer der Befragung zwischen Mai und September dieses Jahres aufgerufen, auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 10 (sehr hoch) anzukreuzen, wie sie etwa die Hilfsbereitschaft oder die Gastfreundschaft der Menschen in ihrer Umgebung beurteilen.

Das soziale Klima wurde demnach mit 7,1 Punkten besser bewertet als im Vorjahr (6,7). Auch die von den Befragten im Alltag erlebte Hilfsbereitschaft nahm zu: von 7 in 2019 auf diesmal 7,3 Punkte. Und obwohl Kontakte und Einreisen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Zeitraum der Befragung beschränkt wurden, kletterte der Wert für Gastfreundschaft in diesem Jahr von 6,2 auf 6,7 Punkte.

Update, 28. Oktober, 4.35 Uhr: Klare Mehrheit der Deutschen zufrieden mit Corona-Krisenmanagement

Eine klare Mehrheit der Deutschen ist weiterhin zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bewerteten 57 Prozent das Regierungshandeln eher positiv. Nur 36 Prozent sagten dagegen, sie seien eher unzufrieden. Sieben Prozent machten keine Angaben.

Allerdings ist die Unterstützung für das Krisenmanagement inzwischen geringer als noch Anfang April während der ersten Corona-Welle, als drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens verordnet wurden. Damals sagten 67 Prozent, sie seien eher zufrieden, und nur 28 Prozent zeigten sich eher unzufrieden.

Am größten ist die Zufriedenheit bei den Anhängern der Grünen (78 Prozent) noch vor den Wählern der Regierungsparteien CDU/CSU (77 Prozent) und SPD (70 Prozent). Auch bei den FDP- (60 Prozent) und Linke-Anhängern (59 Prozent) überwiegt die Zustimmung. Von den AfD-Wählern bewertet dagegen nur jeder Vierte das Krisenmanagement eher positiv.

Update, 28. Oktober, 4.20 Uhr: SPD-Chef warnt vor Wertlosigkeit von Anti-Corona-Kurs ohne Akzeptanz

Unmittelbar vor den Beratungen neuer Anti-Corona-Maßnahmen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat SPD-Chef Norbert Walter-Borjans davor gewarnt, dass die Schritte nicht greifen könnten. 

"Wir müssen die Dynamik des Virus aufhalten und mit vereinten Kräften alle notwendigen Maßnahmen ergreifen", sagte Walter-Borjans der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Alle Corona-Maßnahmen müssen gut begründet, einheitlich, klar und verständlich sein. Denn ohne Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern sind auch die besten Rezepte gegen das Coronavirus wertlos."

Deutschland befinde sich in einer Entwicklung des exponentiellen Wachstums der Pandemie-Infektionen, die ein "Weiter so" nicht zulasse. Die SPD erwarte von der bevorstehenden Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) klare Maßnahmen, damit möglichst viele Menschen gesund bleiben und das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. "Die MPK darf nicht zur Profilierungsbühne im Kampf um politische Ämter missbraucht werden", sagte der SPD-Chef mit Blick auf den aktuellen Machtkampf in der CDU.

Norbert Walter-Borjans, SPD-Vorsitzender, warnt unmittelbar vor den Beratungen neuer Anti-Corona-Maßnahmen mit Bundeskanzlerin Merkel (CDU), dass die Schritte nicht greifen könnten.
Norbert Walter-Borjans, SPD-Vorsitzender, warnt unmittelbar vor den Beratungen neuer Anti-Corona-Maßnahmen mit Bundeskanzlerin Merkel (CDU), dass die Schritte nicht greifen könnten.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 28. Oktober, 3.30 Uhr: Lockdown im australischen Victoria nach Monaten aufgehoben

Der Bundesstaat Victoria im Südosten Australiens hat nach mehreren Monaten seinen Corona-Lockdown aufgehoben. Seit Mittwoch dürfen Geschäfte, Bars, Cafés und Restaurants wieder öffnen.

Die strengen Auflagen galten seit Anfang August. Auch dürfen die Bürger wieder ohne größere Auflagen ihre Häuser verlassen. Das gilt für die rund 4,9 Millionen Bürger der Hauptstadt Melbourne zunächst jedoch nur eingeschränkt: Sie dürfen sich nun in einem Umkreis von 25 Kilometern um ihr Zuhause bewegen - diese Beschränkung soll erst am 8. November aufgehoben werden. Zuvor waren es nur fünf Kilometer.

Update, 28. Oktober, 2 Uhr: Klinik-Brand in Rio: Covid-19-Patientinnen sterben bei Evakuierung

Mitten in der Corona-Pandemie ist im Norden der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro in einem Krankenhaus ein großes Feuer ausgebrochen.

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Angehörige von Patienten schauen beängstigt zu, wie die Feuerwehr bei einem Brand im Krankenhaus Bonsucesso im Einsatz ist.
Angehörige von Patienten schauen beängstigt zu, wie die Feuerwehr bei einem Brand im Krankenhaus Bonsucesso im Einsatz ist.  © Silvia Izquierdo/AP/dpa

Update, 28. Oktober, 1.30 Uhr: Mehrere CDU-Landesverbände wollen Parteitag im Januar

Mehrere CDU-Landesverbände wollen nach einem Medienbericht die Parteiführung dazu bewegen, den für Anfang Dezember abgesagten Parteitag im Januar abzuhalten.

Wie die "Bild" (Mittwoch) berichtet, wollen die Landesverbände Baden-Württemberg, Hamburg und der als Landesverband geltende Verband Braunschweig sowie mindestens zwei Ost-Landesverbände einen entsprechenden Antrag stellen.

Die CDU hat 17 Landesverbände, davon 14 in den Bundesländern außer Bayern sowie je einer in Braunschweig, Hannover und Oldenburg. Der Außenexperte und CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen sagte der "Bild": "Jetzt ist eine Linie gefunden, dass wir im Januar einen Parteitag machen. Jetzt müssen wir einig sein, einen Plan finden, dass wir ganz zu Beginn des Jahres auch einen Vorsitzenden wählen."

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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