Niedrigere Corona-Fälle im Osten dank DDR-Impfungen?

Berlin/Leipzig - Die Corona-Pandemie hat - zumindest in Deutschland - den Gipfel wohl noch nicht erreicht. Täglich kommen neue Infizierte dazu, auch die Todesfälle häuften sich zuletzt. Doch vielen stellt sich die Frage: Wieso liegen die Zahlen im Westen so viel höher als im Osten? 

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts. 
Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Satte 92 Prozent der Infizierten hierzulande leben in den "Alten Bundesländern". Vor allem das bevölkerungsreichste Land, Nordrhein-Westfalen, weist mit über 8011 Fällen und somit fast einem Drittel der aktuell knapp 26.000 Infizierten den größten Anteil auf. 

Nach den zugleich einwohnerreichsten Bundesländern Bayern (rund 4900) und Baden-Württemberg (4300) klafft dahinter schon eine deutliche Lücke zu Niedersachsen (fast 1600). 

Die "Neuen Bundesländer" landen im deutschlandweiten Ranking auf den Plätzen 9, 11, 12, 14 und 15. Aber woran liegt das? 

Dass es möglicherweise Verbindungen zwischen einer gesetzlichen Tuberkulose-Pflicht für DDR-Bürger bis in die 1970er-Jahre gibt, offenbar nicht. 

"Da kann ich ehrlich gesagt keinen Zusammenhang erkennen", sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Prof. Dr. Lothar Wieler, am Montagvormittag. "Es gibt nach heutigem Wissensstand keinerlei Zusammenhang zwischen einer Impfung gegen Tuberkulose und einem Schutz gegen das Sars-Coronavirus-2. Ich kann keinen Zusammenhang erkennen." 

Die räumliche Nähe zu angrenzenden Staaten trifft zwar auch in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen zu. Doch Polen und Tschechien sind deutlich weniger vom Coronavirus betroffen wie Österreich oder Frankreich, die wiederum Grenzen zu den hierzulande stark betroffenen Bayern und Baden-Württemberg haben.

Die aktuellen Corona-Fälle in Deutschland (Stand: 23. März, 10.30 Uhr).
Die aktuellen Corona-Fälle in Deutschland (Stand: 23. März, 10.30 Uhr).  © TAG24

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Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa, TAG24

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