Coronavirus in NRW: Laschet deutet Kurswechsel bei Corona-Bekämpfung an

Köln – Die NRW-Politik hat auf die steigenden Corona-Zahlen mit neuen Maßnahmen reagiert. Wir geben einen Überblick auf auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Die Corona-Zahlen bleiben in NRW auf hohem Niveau.
Die Corona-Zahlen bleiben in NRW auf hohem Niveau.  © Friso Gentsch/dpa

In der Corona-Pandemie ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen auf 63,8 gesunken.

Am Dienstag hatte sie bei 64,3 gelegen, davor bei 64,4. Das geht aus Daten auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) am Mittwochmorgen hervor.

Dabei handelt es sich um die Zahl der gemeldeten neuen Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche.

Der Märkische Kreis hat in NRW mit 124,1 den höchsten Inzidenzwert. In Münster liegt der Wert dagegen mit 31,4 klar unter dem Zielwert 35.

Die größte NRW-Stadt Köln verzeichnet einen Wert von 77,6, die Landeshauptstadt Düsseldorf von 51,9.

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Update, 3. März, 18.05 Uhr: Britische Virus-Variante in Düsseldorf erstmals rückläufig

Der Anteil der ansteckenderen britischen Variante des Coronavirus ist in Düsseldorf erstmals seit ihrer Erfassung rückläufig. Nach zuletzt 49 Prozent betrug er am Mittwoch nur noch 40,5 Prozent bei den Neuinfektionen, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilte.

In der Landeshauptstadt hatte eine mit dieser Variante infizierte Arzthelferin für Aufregung gesorgt. Sie hatte trotz Symptomen weiter gearbeitet und war mit bis zu 600 Personen in Kontakt gekommen.

Außerdem soll sie dabei ihre Schutzmaske nicht durchgängig getragen haben. Die Stadt bestätigte, dass von den Kontaktpersonen einige positiv auf das Virus getestet wurden. Es sei aber unklar, ob sie sich tatsächlich bei der Arzthelferin angesteckt haben.

Update, 3. März, 16.56 Uhr: Inzidenz in Köln liegt bei 77,6

Die Inzidenzzahl liegt in Köln aktuell bei 77,6 und die Reproduktionszahl bei 1,04. 179 Personen befinden sich derzeit im Krankenhaus in stationärer Quarantäne, davon 53 auf Intensivstationen.

Dem Gesundheitsamt wurden zwei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Es handelt sich um eine 75-Jährige und eine 85-Jährige, beide mehrfach vorerkrankt. Bislang sind 533 Kölner verstorben, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Aktuell sind 1.249 Kölner mit dem Corona-Virus infiziert.

Update, 3. März, 16.54 Uhr: Gastronomie-Beschäftigte protestieren vor NRW-Landtag

Zahlreiche Gastronomie-Beschäftigte haben topfschlagend vor dem NRW-Landtag in Düsseldorf für eine Öffnungsperspektive und höheres Kurzarbeitergeld demonstriert.
Zahlreiche Gastronomie-Beschäftigte haben topfschlagend vor dem NRW-Landtag in Düsseldorf für eine Öffnungsperspektive und höheres Kurzarbeitergeld demonstriert.  © Federico Gambarini/dpa

Zahlreiche Gastronomie-Beschäftigte haben topfschlagend vor dem nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf für eine Öffnungsperspektive und ein höheres Kurzarbeitergeld demonstriert. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG), Mohamed Boudih, drängte auf der Kundgebung am Mittwoch auf ein rasches Handeln der Politik.

"Die soziale und finanzielle Not der Beschäftigten ist unerträglich geworden", sagte er. Viele Gastronomie-Mitarbeiter seien seit Monaten in Kurzarbeit und müssten massive Einkommenseinbußen hinnehmen. Auf eine Öffnungsperspektive für ihre Branche warteten sie bislang vergeblich.

Ohne eine Perspektive drohten zahlreiche Pleiten und Job-Verluste, sagte Boudih. Eine Verlängerung des Lockdown bis Ostern oder darüber hinaus sei nicht akzeptabel. Es müsse jetzt ein klarer Stufenplan her. Die NGG forderte aber nicht nur eine Öffnungsperspektive, sondern auch ein Mindestkurzarbeitergeld von 1200 Euro für die über 300.000 Kellner, Köche & Co. im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe.

Nach Angaben der NGG nahmen rund 200 Beschäftigte aus der Gastronomie an der Demonstration teil. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Gewerkschaft ein strenges Hygienekonzept mit der Polizei abgestimmt und die Teilnehmerzahl begrenzt.

Update, 3. März, 15.10 Uhr: Kölns älteste Bürgerin mit Impf-Appell

Die älteste Kölnerin Elisabeth Steubesand (105) hat kein Verständnis für Menschen, die ihre Impftermine absagen, weil ihnen der Corona-Impfstoff nicht passt.

"Dieses Verhalten ist sehr undankbar", sagte sie der Bild-Zeitung. "Das Impfen ist doch so wichtig für die Allgemeinheit. Ich hoffe, dass jetzt viele Menschen so schnell wie möglich ihre Impfungen bekommen können." Den ausführlichen Text mit Kölns ältester Bürgerin findest Du hier.

Update, 3. März, 11.20 Uhr: Zwei Grundschüler aus Düsseldorf klagen gegen Präsenzunterricht

Nach Klagen auf Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Schulen muss das nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht (OVG) jetzt auch über den umgekehrten Fall entscheiden.

Nach Angaben einer Gerichtssprecherin von Mittwoch ist eine Beschwerde von zwei Grundschülern aus Düsseldorf gegen die NRW-Coronabetreuungsverordnung in Münster eingegangen. Die Schüler der 1. und 3. Klasse einer Grundschule haben Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und wehren sich gegen den Präsenzunterricht.

Noch anhängig am OVG ist die Klage von zwei Schülern aus Lüdinghausen im Münsterland. Sie fordern die Rückkehr zum Präsenzunterricht auch für ihre Jahrgangsstufen an einem Gymnasium. Außerdem muss das OVG über mehrere Klagen entscheiden, die sich gegen die Pflicht zum Tragen einer medizinische Maske an Grundschulen richtet.

Nach sechs Wochen Distanzunterricht waren am 22. Februar mehr als 800.000 Schüler in NRW unter verschärften Schutzvorkehrungen in die Klassen zurückgekehrt. Allerdings galt das nur für Grund- und Förderschüler sowie Schüler aus Abschlussklassen und Berufskollegs. Wann das OVG über die Anträge entscheidet, ist derzeit offen.

Update, 3. März, 10.30 Uhr: Laschet deutet Kurswechsel bei Corona-Bekämpfung an

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Andeutung zu einem Kurswechsel bei der Corona-Bekämpfung gemacht.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Andeutung zu einem Kurswechsel bei der Corona-Bekämpfung gemacht.  © Federico Gambarini/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat vor der Bund-Länder-Konferenz an diesem Mittwoch einen Kurswechsel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie angedeutet.

"Nicht leichtfertig werden, weiter die Regeln einhalten, aber nicht alles pauschal schließen. Das ist der Wechsel, den wir heute machen", sagte der CDU-Vorsitzende am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin.

"Das wird heute ein bedeutender Schritt sein, weil wir nicht nur auf den totalen Lockdown setzen, sondern weil wir neue Mittel hinzunehmen." Dazu gehörten Tests, Impfungen und digitale Lösungen, um «in bestimmten Bereichen auch wieder Grundrechte in Kraft zu setzen».

Laschet kündigte an, dass Tests in Schulen, Kitas und Unternehmen ausgeweitet werden. "Jeder einzelne Test ist eine Information mehr, um das Dunkelfeld aufzuhellen." Noch wichtiger seien Impfungen. "Hier brauchen wir viel mehr Tempo, sowohl mit Biontech als auch mit Astrazeneca."

Zudem sei bislang zu wenig über digitale Lösungen gesprochen worden - beispielsweise über Apps, mit denen in Restaurants eingecheckt werden kann und im Falle einer Ansteckung Infektionsketten nachverfolgt werden könnten.

Mit mehr Personal und besseren digitalen Möglichkeiten könnten zudem die Gesundheitsämter Infektionsketten auch bei höheren Sieben-Tage-Inzidenzwerten als 50 nachvollziehen, sagte der nordrhein-westfälische Regierungschef. "Dann ist auch die Botschaft: Wir sind vorsichtig. Aber wir können öffnen und zurückkehren zum verantworteten Leben."

Update, 3. März, 7.55 Uhr: Intensivmediziner hält "extreme Disziplin" bei Öffnungen für notwendig

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis hat zur Vorsicht bei der Lockerung der Corona-Bestimmungen gewarnt. Die Intensivmediziner treibe die große Sorge um, "dass uns diese britische Mutante um die Ohren fliegt", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) am Mittwoch im WDR.

"Wir können sicherlich zu einem gewissen Grad selbst sowas wie Läden eröffnen, aber was wir brauchen, ist eine extreme Disziplin."

Wichtig sei, dass Masken getragen würden, am besten medizinische Masken, und dies müsse von den Geschäften auch richtig kontrolliert werden. "Was man merkt, ist, dass wir eine Lockdown-Effektivität hatten jetzt nach Weihnachten, die ungefähr nur halb so gut war wie die im Frühjahr", sagte Karagiannidis.

Durch die britische Mutante drohe man derzeit wieder in ein exponentielles Wachstum hineinzukommen, und das müsse unbedingt verhindert werden, um eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden.

Update, 3. März, 6.50 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in NRW leicht gesunken

In der Corona-Pandemie ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen auf 63,8 gesunken. Am Dienstag hatte sie bei 64,3 gelegen, davor bei 64,4. Das geht aus Daten auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) am Mittwochmorgen hervor. Dabei handelt es sich um die Zahl der gemeldeten neuen Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche.

Der Märkische Kreis hat in NRW mit 124,1 den höchsten Inzidenzwert. In Münster liegt der Wert dagegen mit 31,4 klar unter dem Zielwert 35. Die größte NRW-Stadt Köln verzeichnet einen Wert von 77,6, die Landeshauptstadt Düsseldorf von 51,9.

Update, 2. März, 18.05 Uhr: Gaststättenverband erwägt Klage bei Lockdown-Verlängerung

Der nordrheinische Hotel- und Gaststättenverband droht vor den Corona-Beratungen von Bund und Ländern mit einer Klage gegen fortdauernde Schließungen von Hotels und Gaststätten vorzugehen. Der bekanntgewordene Beschlussvorschlag aus dem Kanzleramt zum Gastgewerbe sei inakzeptabel, teilte der Dehoga Nordrhein am Dienstag mit. Zahlreiche Mitgliedsunternehmen hätten den Verband aufgefordert, rechtlich gegen Verordnungen auf dieser Basis vorzugehen. Man wolle eine Kanzlei mit einer entsprechenden Klage beauftragen.

Es brauche konkrete Strategien, die eine dauerhafte Öffnung aller gastgewerblichen Betriebe ermöglichen, teilte der Verband in seiner Kritik an dem Entwurf mit. 45.000 Unternehmen allein in NRW würden weiter vertröstet. Die Politik unternehme "offensichtlich nichts, was Hotellerie und Gastronomie irgendeine Form von Hoffnung und Perspektiven gibt."

Ein vorläufiges Beschlusspapier für die Bund-Länder-Runde am Mittwoch sieht unter anderem vor, dass Außenbereiche von Restaurants erst öffnen sollen, wenn die Inzidenz 14 Tage stabil bei unter 35 bleibt. Ab einem Wert, der noch festgelegt werden muss, könnte man aber zumindest mit Terminbuchung Essen gehen.

Tests wären vorgeschrieben, wenn an einem Tisch Personen aus mehrere Hausständen sitzen. Über weitere Lockerungen etwa für Innenbereiche von Restaurants und die Hotellerie soll dem Beschlussentwurf zufolge erst bei der nächsten Bund-Länder-Runde beraten werden.

Update, 2. März, 15.41 Uhr: Gerwerkschaft rechnet mit Impfung der Polizisten binnen vier Wochen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) geht davon aus, dass in den kommenden vier Wochen der Großteil der knapp 30.000 NRW-Polizisten im Außeneinsatz geimpft sein wird. Dies gehe aus dem von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bekannt gegebenen neuen Impfplan hervor, teilte die GdP am Dienstag in Düsseldorf mit.

Die GdP hatte gegen die Bevorzugung der Lehrer und die damit verbundene Zurückstellung der Polizisten öffentlich protestiert. Der GdP-Landesvorsitzende Michael Mertens begrüßte die Korrektur der Landesregierung, die nun erfolgt sei.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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