Coronavirus in NRW: Gebauer plant weitere Schulöffnung noch im März

Köln – Die NRW-Politik hat auf die steigenden Corona-Zahlen mit neuen Maßnahmen reagiert. Wir geben einen Überblick auf auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Die Corona-Zahlen bleiben in NRW auf hohem Niveau.
Die Corona-Zahlen bleiben in NRW auf hohem Niveau.  © Friso Gentsch/dpa

In der Corona-Pandemie stagnieren die Infektionszahlen in Nordrhein-Westfalen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 64,3 (Vortag 64,4). Das geht aus Daten auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) am Dienstagmorgen hervor.

Hierbei geht es um die Zahl der gemeldeten neuen Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 61,7.

Der Märkische Kreis hat in NRW mit 124,6 den höchsten Inzidenzwert, etwas höher als Solingen (124,3).

Für die größte NRW-Stadt Köln wurde ein Wert von 76,3 gemeldet, für die Landeshauptstadt Düsseldorf 48,7 und für Dortmund 62,9.

In Münster (32,7), Coesfeld (30,4) und Bielefeld (31,4) sind die Werte hingegen unter dem Zielwert 35.

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Update, 2. März, 11.51 Uhr: Gebauer plant weitere Schulöffnung noch im März

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verfolgt den Plan, weitere Schüler in NRW noch im März zurück in die Schulen holen.
Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verfolgt den Plan, weitere Schüler in NRW noch im März zurück in die Schulen holen.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will einem Bericht zufolge weitere Schüler in NRW noch im März zurück in die Schulen holen - unabhängig von der Wocheninzidenz.

Auch für die Schüler der weiterführenden Schulen gelte, dass man sie "so schnell wie möglich zumindest anteilig wieder in den Präsenzunterricht zurückholen" müsse, sagte Gebauer dem Kölner Stadt-Anzeiger. Das werde derzeit wohl nur im Wechselmodell möglich sein.

Auf die Frage, ob sie dazu schon von Mitte März an ein Wechselmodell in Kraft setzen wolle, auch wenn die Inzidenz - Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - auf über 50 bleibe, antwortete die FDP-Politikerin: "Das ist in meinen Augen der sinnvollste Weg – sonst verlieren wir die Kinder."

Bisher hatte Gebauer gesagt, erst bei einer Inzidenz von unter 50 könne es weitere Öffnungen des Schulbetriebs geben. Erst wenn diese Zielmarke stabil erreicht sei, werde die Landesregierung über eine Erweiterung des Präsenzunterrichts entscheiden.

Am 22. Februar hatte für Grund- und Förderschüler der Primarstufe ein Wechselmodell aus Distanz- und Präsenzunterricht begonnen. Die Abschlussjahrgänge, die seitdem ebenfalls zu den ersten Schulrückkehrern gehören, dürfen sogar in voller Klassen- oder Kursstärke unterrichtet werden.

Der Zeitung sagte Gebauer: "Bei höherer Inzidenz brauchen wir mehr Anteile von Wechselunterricht, bei niedrigeren mehr Präsenzanteile." Mittlerweile bekomme sie Hilferufe von Eltern, die Situation verschärfe sich in allen Familien.

"Wenn wir es nun durch regelmäßige Testungen zulassen, dass wieder mehr Kinder mit mehr Präsenzunterricht in die Schulen können, kehrt ein wenig Normalität in die Gesellschaft insgesamt zurück."

Die Lehrergewerkschaft VBE sprach von einem "Kurswechsel". Die Abkehr vom Wert 50 als dem "Maß aller Dinge" zeige erneut, dass auf politische Aussagen "wenig Verlass" sei. Wenn es nun zu weiteren Öffnungen an den weiterführenden Schulen komme, dürfe das nur mit Wechselmodellen und festen Lerngruppen erfolgen.

Update, 2. März, 8.46 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in NRW stagniert

In der Corona-Pandemie stagniert die Sieben-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen bei 64,3 (Vortag 64,4). Das geht aus Daten auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) am Dienstagmorgen hervor. Hierbei geht es um die Zahl der gemeldeten neuen Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 61,7.

Der Märkische Kreis hat in NRW mit 124,6 den höchsten Inzidenzwert, etwas höher als Solingen (124,3). Für die größte NRW-Stadt Köln wurde ein Wert von 76,3 gemeldet, für die Landeshauptstadt Düsseldorf 48,7 und für Dortmund 62,9. In Münster (32,7), Coesfeld (30,4) und Bielefeld (31,4) sind die Werte hingegen unter dem Zielwert 35.

Update, 1. März, 22.10 Uhr: "Expertenrat Corona" empfiehlt Kombi-Pack für Öffnungsschritte

Der "Expertenrat Corona" empfiehlt, Schnell- und Selbsttests in NRW zügig und massiv auszuweiten.
Der "Expertenrat Corona" empfiehlt, Schnell- und Selbsttests in NRW zügig und massiv auszuweiten.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Zeitliche oder branchenspezifische Vorgaben zum Ausstieg aus dem coronabedingten Lockdown sind aus Sicht des nordrhein-westfälischen "Expertenrats Corona" nicht zielführend. Öffnungsschritte sollten stattdessen an eine neue, umfassende Kombination aus Schutzmaßnahmen vor Ort gekoppelt werden.

Kurz vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise legte der vor einem Jahr einberufene Expertenrat am Montag in Düsseldorf zum fünften Mal Empfehlungen vor. "Zur Einordnung der epidemischen Lage auf lokaler Ebene sollte eine Kombination an Indikatoren eingeführt werden", heißt es in der Stellungnahme.

Dazu zählten: die Neuinfektionsrate, die Covid-19-Fallzahlen in der Intensivmedizin, die Zahl der freien Betten, die wöchentlichen Einlieferungen über 60-Jähriger, Möglichkeiten der Kontakt-Nachverfolgung, Ansteckungs- und Sterblichkeitsraten sowie Ausbrüche an "Hotspots".

Das aus Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen zusammengesetzte Gremien empfiehlt, Schnell- und Selbsttests zügig und massiv auszuweiten ebenso wie das Impfangebot über die bisherigen Vorrang-Gruppen hinaus. Zur Nachverfolgung der Infektionsketten seien zudem digitale Technologien zu nutzen.

Zu der von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Anfang April 2020 einberufenen Expertengruppe gehören unter anderem der Bonner Virologe Hendrik Streeck, der frühere Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio und der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Michael Hüther.

Update, 1. März, 21.26 Uhr: Neue Software hilft bei Vermittlung von Rest-Impfstoff

Um übrig gebliebenen, bereits aufgetauten Biontech-Impfstoff noch an die Leute bringen zu können, nutzt das Impfzentrum der Stadt Duisburg eine neu entwickelte Software namens "Impfbrücke". Aus einer Liste von Impfwilligen aus der jeweils priorisierten Gruppe werden dabei per Zufallsgenerator Personen ausgewählt und per SMS angeschrieben, wie Stadtsprecherin Anja Kopka am Montag berichtete.

Wer das Angebot annehme, könne sich noch am selben Tag impfen lassen. "Es geht um etwa 15 Dosen am Tag." Primär werde medizinisches Personal damit geimpft. "Die Daten werden uns von der Kassenärztlichen Vereinigung zur Verfügung gestellt", so Kopka weiter. Die Erfahrungen seien gut. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger über die in Köln entwickelte Software berichtet.

"Für jede Impfdosis verschickt das Programm derzeit SMS an drei Personen gleichzeitig", sagte Manuel Hüttel von dem Software-Start-up "Lit labs" der Zeitung. "Wer zuerst zusagt, bekommt den Termin. Hat nach 30 Minuten keiner reagiert, werden drei neue Personen kontaktiert." In Duisburg sei ein Prototyp des Systems im Einsatz.

Update, 1. März, 18.12 Uhr: Landeshauptstadt verteidigt "Verweilverbot" am Rheinufer

Verantwortliche der Landeshauptstadt haben das für die Düsseldorfer Rheinpromenade wegen der Corona-Pandemie ausgesprochene "Verweilverbot" verteidigt. Es habe sich als sehr erfolgreiches und angemessenes Mittel erwiesen, man sei sehr zufrieden, sagten Ordnungsdezernent Christian Zaum und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche am Montag.

Am vorvergangenen Wochenende seien bis zu 700.000 Menschen in Düsseldorf am Rhein gewesen. Danach war Kritik an den Behörden laut geworden, sie hätten das dichte Gedränge hingenommen. Zwei Drittel der Besucher der Rheinpromenade seien Auswärtige gewesen.

Mit dem "Verweilverbot" hatte die Stadt am vergangenen Wochenende das Herumstehen und -sitzen am Rhein untersagt. Spazieren gehen und Radfahren blieb dagegen erlaubt. Dies sei eine angemessene Maßnahme im Vergleich zur Alternative, dass Rheinufer abzusperren und das Betreten zu verbieten.

Einen Eilantrag gegen das "Verweilverbot" hatte das Verwaltungsgericht am Freitag abgelehnt. Am Montag hatte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) gesagt, er sehe das Verbot "extrem kritisch".

Update, 1. März, 18.08 Uhr: Impfstart für schwer Pflegebedürftige in Modellprojekt

Die Impfungen von schwer pflegebedürftigen Menschen, die im eigenen Haushalt leben, sollen in den nächsten Wochen mit einem Modellprojekt beginnen, wie Gesundheitsminister Laumann (CDU) am Montag ankündigte.
Die Impfungen von schwer pflegebedürftigen Menschen, die im eigenen Haushalt leben, sollen in den nächsten Wochen mit einem Modellprojekt beginnen, wie Gesundheitsminister Laumann (CDU) am Montag ankündigte.  © Federico Gambarini/dpa

Die Impfungen von schwer pflegebedürftigen Menschen, die im eigenen Haushalt leben, sollen in den nächsten Wochen mit einem Modellprojekt beginnen. Das kündigte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag an.

Dabei sollen entweder Ärzte des Impfzentrums zu schwer Pflegebdürftigen fahren oder die Kassenärztlichen Vereinigungen organisierten eine Impfung dieser Personen über das System der Hausärzte. In einem Modellprojekt würden 18.000 Menschen im Pflegegrad 5 geimpft.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz berichtete unterdessen am Montag, dass sich bei den 1,6 Millionen pflegenden Angehörigen in NRW "Verzweiflung" breit mache. Obwohl sie von Anfang in der zweiten Prioritätsgruppe stünden, "werden für diese Menschen weiterhin keine Impftermine angeboten", erklärte Vorstand Eugen Brysch.

Die Landesregierung habe offenkundig vergessen, dass die häusliche Versorgung der 800.000 Pflegebedürftigen ohne die Familien zusammenbreche. "Gesundheitsminister Laumann muss unverzüglich erklären, ab wann die Pflegepersonen geimpft werden können."

Update, 1. März, 17.41 Uhr: Impf-Debatte um AfD-Fraktionschef, Bezirksregierung prüft Fall

In die Impf-Vordrängler-Debatte um den nordrhein-westfälischen AfD-Fraktionschef Markus Wagner hat sich nun die Bezirksregierung Detmold eingeschaltet. "Die Bezirksregierung geht dem Fall nach. Hierzu hat sie den Kreis Minden-Lübbecke um Bericht gebeten. Sobald der Bericht vorliegt, wird die Bezirksregierung den Sachverhalt eingehend prüfen", sagte ein Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Wagner hatte zunächst dem WDR bestätigt, dass er als Betreiber einer Einrichtung der Eingliederungshilfe für psychisch Erkrankte selbst bereits geimpft wurde. Am Wochenende wurde dann bekannt, dass auch sein Sohn (16) und seine Schwiegermutter (81) in der Einrichtung geimpft worden waren.

Update, 1. März, 15.36 Uhr: Inzidenz in Köln liegt bei 72

Die Inzidenzzahl liegt in Köln aktuell bei 72 und die Reproduktionszahl bei 0,94. 169 Personen befinden sich derzeit im Krankenhaus in stationärer Quarantäne, davon 52 auf Intensivstationen. Dem Gesundheitsamt wurden keine weiteren Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet.

Bislang sind 530 Kölner verstorben, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Aktuell sind 1212 Kölner mit dem Corona-Virus infiziert.

Update, 1. März, 14.44 Uhr: Laumann verurteilt Impf-Vordrängler

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sogenannte Impf-Vordrängler scharf kritisiert. Er habe volles Verständnis, dass bekannt gewordene Fälle den Menschen "zurecht richtig - wie man in Westfalen sagt - sauer aufstoßen", sagte Laumann am Montag in Düsseldorf. "Die gesellschaftliche Ächtung darüber steht außer Frage", sagte der Minister weiter.

Der CDU-Politiker sieht nach eigenen Worten kein "Massenproblem", aber ein "Gerechtigkeitsproblem". Laumann betonte - ohne Namen zu nennen - die Einzelfälle hätten negative Auswirkungen auf das Vertrauen in das Impfsystem.

Zuletzt war unter anderem bekannt geworden, dass zwei Landtagsabgeordnete und Personen aus ihrem persönlichen Umfeld bereits geimpft worden sind. Sowohl der FDP-Politiker Ralph Bombis als auch AfD-Fraktionschef Markus Wagner betreiben Heime, wodurch sie an die Impfungen kamen.

Beide hatten ihre eigene Impfung verteidigt. Wagner hatte die Impfung seines Sohnes (16) damit begründet, dass der auch immer wieder mal in der Einrichtung arbeite.

Update, 1. März, 14.42 Uhr: Impfstart für Über-70-Jährigen Ende April/Anfang Mai

Der Impfstart für die nächstfolgende Altersgruppe der Über-70-Jährigen wird nach Einschätzung von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Ende April/Anfang Mai in Nordrhein-Westfalen erfolgen. Diesen Zeitpunkt nannte er am Montag in Düsseldorf auf der Basis der erwarteten Impfstoffmengen.

Die Altersgruppe der Über-70- bis Unter-80-Jährigen umfasse in NRW insgesamt etwa 1,6 Millionen Menschen. Die ältesten Jahrgänge sollen zuerst ein Impfangebot bekommen. Offen sei noch, ob ein Jahrgang nacheinander oder gleich zwei Jahrgänge zusammengenommen eingeladen werden. Die Impfungen hatten bei den Über-80-Jährigen begonnen.