Coronavirus in NRW: Bis Juli sollen 60 Prozent der Menschen in NRW geimpft sein

Köln – Nach monatelangem Corona-Lockdown gibt es Pläne zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. Wir geben einen Überblick auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Die Zahl der in sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen. (Symbolbild)
Die Zahl der in sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Der Corona-Wochenwert ist in Nordrhein-Westfalen am Dienstag leicht auf 168,5 gesunken.

Am Vortag hatte er laut Robert Koch-Institut noch bei 171,1 gelegen. Die wichtige Kennziffer gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner den Behörden in den vergangenen sieben Tagen bekannt geworden sind.

Die sogenannte Wocheninzidenz lag bundesweit am Dienstag bei 162,4. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen erhöhte sich in NRW um 62 auf 14.974.

Die verhältnismäßig meisten Neuinfektionen in NRW gab es weiterhin in Remscheid, wo der Wochenwert bei 313,5 lag.

13 weitere Kreise und kreisfreie Städte wiesen Werte zwischen 200 und 300 auf. Unter 100 blieben nur fünf der 53 Kommunen: Münster, Rhein-Kreis Neuss, Bottrop, Höxter und der Kreis Coesfeld, in dem mit 83,0 die landesweit niedrigste Inzidenz verzeichnet wurde.

Die Zahl der in NRW-Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten stieg um 288 auf 3875. Davon wurden 770 auf Intensivstationen beatmet, 19 mehr als am Vortag. Die Zahl der verfügbaren Intensivbetten mit Beatmung stieg um 15 auf 525, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

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Update, 21. April, 20.15 Uhr: Gericht sieht kein Anrecht auf freie Wahl beim Impfstoff

Einem aktuellen Gerichtsentscheid zufolge gibt es für über 60-Jährige kein Anrecht darauf, nur mit dem Impfstoff von Biontech geimpft zu werden. Das hatte ein 61-Jähriger in einem Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Aachen beantragt.

Aus Sicht der Richter ergibt sich weder aus den Grundrechten noch aus der Corona-Impfverordnung ein Wahlrecht auf einen bestimmten Impfstoff. Ausgehend von der Impfstoffknappheit sei es nicht zu beanstanden, dass das Ministerium bestimmten Altersgruppen konkrete zugelassene Impfstoffe zuteile.

Update, 21. April, 18 Uhr: Bis Juli sollen 60 Prozent der Menschen in NRW geimpft sein

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigt an, dass bis Juli 60 Prozent der Menschen in NRW geimpft sein können.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigt an, dass bis Juli 60 Prozent der Menschen in NRW geimpft sein können.  © Marcel Kusch/dpa/POOL/dpa

Bis Juli können nach Einschätzung von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) rund 60 Prozent der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen gegen Corona geimpft werden.

Im Mai sei die Menge an Impfstoffen zwar noch begrenzt, aber im Juni werde man aber über "erhebliche Impfstoffmengen verfügen", sagte Laumann (CDU) am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags.

Dann müsse das Impfsystem auch für Betriebsärzte geöffnet werden. Das bedeute, dass spätestens dann die Priorisierung in der Impfreihenfolge "faktisch nicht mehr greift", so Laumann. "Wir können es schon schaffen, dass wir bis Juli 60 Prozent der nordrhein-westfälischen Bevölkerung impfen können."

Update, 21. April, 17.50 Uhr: Mindestens zwei Corona-Tests für Pendler aus Hochinzidenz-Gebieten

Arbeitgeber müssen Beschäftigten, die in einem Hochinzidenzgebiet leben, aber in Deutschland arbeiten, ab sofort mindestens zwei Corona-Schnell- oder Selbsttests pro Woche anbieten.

Das geht aus der seit Mittwoch geltenden neuen Corona-Test- und Quarantäneverordnung für Nordrhein-Westfalen hervor.

Konkret geht es dabei in NRW etwa um Pendler aus den Niederlanden, die täglich oder mehrfach wöchentlich von ihrem Wohnort zur Arbeit über die Grenze kommen.

Update, 21. April, 17.39 Uhr: Kliniken: Kein Patient muss Angst haben, nicht beatmet werden zu können

Die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums trotz der steigenden Zahl von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen weit von einer Triage-Situation entfernt. Staatssekretär Edmund Heller warnte am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags davor, Ängste bei Corona-Infizierten zu schüren, nicht ausreichend behandelt werden zu können.

"Triage" bedeutet in der Katastrophenmedizin, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. Die medizinischen Fachgesellschaften seien sich einig, dass diese Situation in NRW nicht vorliege, sagte Heller. Kein Patient müsse Angst haben, dass er nicht beatmet werden könnte.

Insgesamt liegen laut Ministerium derzeit gut 3840 Covid-19- Patienten in NRW-Krankenhäusern. Von ihnen würden rund 760 beatmet. Derzeit treffe dies verstärkt jüngere Patienten, sagte Heller. Diese hätten zwar eine bessere Prognose, müssten aber im Schnitt eineinhalb Mal so lange beatmet werden wie Patienten über 80 Jahre.

Update, 21. April, 16.12 Uhr: Gericht beanstandet auch neue Ausgangssperre im Märkischen Kreis

Wie in Köln gilt derzeit auch im Märkischen Kreis eine Ausgangssperre.
Wie in Köln gilt derzeit auch im Märkischen Kreis eine Ausgangssperre.  © Federico Gambarini/dpa

Das Verwaltungsgericht Arnsberg hält die vom Märkischen Kreis nachgebesserte Begründung der dortigen nächtlichen Ausgangsbeschränkungen weiterhin für unzureichend. Am Mittwoch gaben die Richter laut Mitteilung einem ersten Eilantrag gegen die Neufassung der Regelung statt. Weitere Verfahren sollten noch entschieden werden.

Wie in elf weiteren Kreisen und kreisfreien Städten in NRW dürfen die Menschen im Märkischen Kreis laut einer Allgemeinverfügung wegen anhaltend hoher Neuinfektionszahlen mit dem Coronavirus zwischen 21 Uhr und 5 Uhr nicht mehr ohne triftigen Grund vor die Tür.

Die Richter am Verwaltungsgericht Arnsberg bemängelten in einer Reihe von Eilverfahren dazu, dass die nächtliche Ausgangsbeschränkung in den entsprechenden Allgemeinverfügungen der Kreise und Städte nicht gut genug als letztes Mittel der Pandemieeindämmung begründet seien.

Obwohl der Kreis inzwischen eine deutlich umfangreichere Begründung vorgenommen habe, genüge sie nach wie vor nicht den strengen Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes, teilte das Gericht am Mittwoch mit.

So fehlten konkrete Befunde für die aktuelle Pandemiesituation im Kreisgebiet. Zum anderen habe der Kreis nicht plausibel gemacht, dass ihm andere Schutzmaßnahmen nicht mehr zur Verfügung standen. So fänden auch zahlreiche Ausbrüche in Privathaushalten, Kitas und Schulen sowie im beruflichen Umfeld statt. Der Kreis habe nicht ausgeführt, warum nicht vorrangig weitere Maßnahmen ergriffen würden, die dort Ansteckungen verhindern könnten.

Schon in einer Vielzahl von Eilanträgen hatten die Richter ähnlich lautend entschieden. Auch beim Oberverwaltungsgericht Münster ist die Streitfrage bereits anhängig.

Update, 21. April, 14.34 Uhr: Schwere Störung im IT-Netz der Landesverwaltung behoben

Die schwere Störung im IT-Netz der Landesverwaltung von Nordrhein-Westfalen mit Auswirkungen unter anderem auf die Übermittlung von Corona-Zahlen an das Robert Koch-Institut (RKI) ist behoben.

Das sei durch gemeinsame Maßnahmen des Landesbetriebs IT.NRW und des Unternehmens T-Systems/Telekom am Mittwochmorgen gelungen, teilte ein Sprecher des Landesbetriebes mit. Alle Nutzer des Landesverwaltungsnetzes könnten seitdem wieder störungsfrei arbeiten.

Seit Montagabend war es demnach zu Störungen gekommen. Ursächlich dafür sei eine Störung einer wichtigen Telekommunikationsverbindung gewesen.

Update, 21. April, 14.32 Uhr: Mehr als fünf Millionen Impfdosen in NRW gespritzt

Mehr als fünf Millionen Impfdosen gegen Corona haben die Ärzte in Nordrhein-Westfalen seit dem Aktionsstart Ende Dezember in die Arme der Impfwilligen gespritzt. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Impfstatistik des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Demnach haben bis einschließlich Dienstag 3.871.093 Menschen eine Erstimpfung erhalten. Das entspricht einer Impfquote von 21,6 Prozent. Die Schwelle von 20 Prozent war am Sonntag in NRW überschritten worden.

Die zweite Spritze für den vollen Impfschutz haben laut RKI 1.192.234 bis einschließlich Dienstag bekommen. Das entspricht 6,6 Prozent aller Einwohner des Bundeslandes. Erst- und Zweitimpfungen in NRW zusammengenommen ergibt die Zahl 5.063.327.

Update, 21. April, 14.30 Uhr: Fast so viele Intensivpatienten wie Ende Dezember

Derzeit liegen in NRW 1043 mit Corona infizierte Patienten auf Intensivstationen. (Symbolbild)
Derzeit liegen in NRW 1043 mit Corona infizierte Patienten auf Intensivstationen. (Symbolbild)  © Ole Spata/dpa

Die Auslastung der Intensivstationen in Nordrhein-Westfalen mit Corona-Patienten nähert sich weiter dem bisherigen Höchststand in der Pandemie an. Nach dem Überblick der Landesregierung zur Corona-Lage werden mit Stand Mittwoch landesweit aktuell 1043 Covid-19-Erkrankte auf den Intensivstationen behandelt.

Das sind zehn mehr als am Dienstag und 42 mehr als am Montag. Der bisherige Höchststand in der Pandemie lag landesweit bei 1165 Intensivpatienten Ende Dezember. In Köln war der bisherige Höchststand schon vor gut einer Woche überschritten worden.

Die Zahl der freien Intensivbetten mit Beatmungstechnik sank zugleich deutlich in Nordrhein-Westfalen gegenüber Dienstag um 59 auf 466. Schon in der vergangenen Woche hatte diese Zahl zeitweise unter der Marke von 500 gelegen.

Krankenhäuser verweisen immer wieder darauf, dass sie auch ausreichend Personal zur Verfügung haben müssen für die Behandlung der schwer erkrankten Corona-Patienten. Deshalb nutzt zum Beispiel das Uniklinikum Düsseldorf fünf seiner 28 OP-Säle bis auf Weiteres nicht mehr.

Die Gesamtzahl aller Corona-Patienten in den Krankenhäusern von NRW ging in Tagesfrist um 33 auf 3842 zurück. Der bisherige Höchststand in der Pandemie war Ende Dezember mit gut 6000.

Update, 21. April, 14.26 Uhr: Abiprüfungen unter erschwerten Corona-Bedingungen starten

An diesem Freitag beginnen in Nordrhein-Westfalen für rund 90.000 Schüler unter erschwerten Pandemie-Bedingungen die Abitur-Prüfungen. Vor dem Abi 2021 stehen 79.000 Schüler von Gymnasien, Gesamtschulen, Weiterbildungskollegs und Waldorf-Schulen sowie 11.000 Prüflinge an den Berufskollegs, wie das Schulministerium am Mittwoch mitteilte.

Es sei sichergestellt, dass sie faire Prüfungen ablegen könnten, die zu einem vollwertigen und bundesweit vergleichbaren Abitur führten, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Die Landesschülervertretung widersprach.

Update, 21. April, 11.04 Uhr: Nach Störung: System-Neustart im Landesverwaltungsnetz

Nach einer massiven Störung im IT-Netz der Landesverwaltung von Nordrhein-Westfalen mit Auswirkungen unter anderem auf die Übermittlung von Corona-Zahlen an das Robert Koch-Institut (RKI) ist das System am Mittwochmorgen neu gestartet worden.

Ein Sprecher des Landesbetriebs IT.NRW sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Neustart um 6 Uhr erfolgt sei, da am Landesverwaltungsnetz mehr als 26.000 Telearbeitsplätze angeschlossen seien. Derzeit werde geprüft, ob alles wieder störungsfrei funktioniere. Nach ersten Erkenntnissen sei das der Fall.

Die Ursache der massiven Störung sei noch nicht klar. Es liefen dazu Gespräche mit einem Telekommunikationsanbieter. Seit Montagabend gab es den Angaben zufolge massive Störungen beim Internet und bei der Telefonie, die über das Internet läuft.