Coronavirus in NRW: Inzidenz im Land sinkt weiter, nur noch Hagen und Bonn über 35

Köln – Nach monatelangem Corona-Lockdown gibt es Pläne zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. Wir geben einen Überblick auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag einen Wert von 19,8 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Symbolbild)
Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag einen Wert von 19,8 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Die Corona-Fallzahlen in Nordrhein-Westfalen sind weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 19,8. Am Freitag waren landesweit noch 20,6 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche registriert worden.

Nur noch Hagen (45,0) und Bonn (40,6) lagen über der Schwelle von 35. Die beiden Städte sind seit Samstag die einzigen Kommunen in NRW, für die noch die Regelungen der Inzidenzstufe 3 gelten. So sind dort Treffen im öffentlichen Raum weiterhin nur für Personen aus zwei Haushalten erlaubt.

Für die meisten Städte und Kreise gilt mittlerweile Stufe 1. Am Samstag rutschten etwa Bielefeld, Gelsenkirchen, Krefeld und Remscheid in diese Stufe. Einstellige Werte werden mittlerweile in fünf Kommunen erreicht.

Dem RKI wurden von den NRW-Gesundheitsämtern insgesamt 491 weitere Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl der Todesfälle stieg landesweit um 31.

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Update, 12. Juni, 11.52 Uhr: 1000 Menschen bei Corona-Party am Aachener Weiher in Köln

Eine Open-Air-Party in Köln mit rund 1000 Teilnehmern ist in der Nacht zu Samstag aufgelöst worden.

Dabei sind zwei Polizisten und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes durch Flaschenwürfe leicht verletzt worden, alle drei seien jedoch dienstfähig geblieben, berichtete ein Polizeisprecher.

Nach seinen Angaben hatte die Stadt die Polizei gegen 23 Uhr um Amtshilfe bei der Auflösung der Party am Aachener Weiher gebeten.

Update, 12. Juni, 8.54 Uhr: Nachfrage nach Urlaub in NRW zieht stark an - viele kurzfristige Buchungen

Die Nachfrage nach Sommerurlaub in Nordrhein-Westfalen zieht nach Monaten der Corona-Zurückhaltung wieder deutlich an.
Die Nachfrage nach Sommerurlaub in Nordrhein-Westfalen zieht nach Monaten der Corona-Zurückhaltung wieder deutlich an.  © dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Nachfrage nach Sommerurlaub in Nordrhein-Westfalen zieht nach Monaten der Corona-Zurückhaltung wieder an.

"Die Stimmung bei den Anbietern hat sich deutlich aufgehellt. Angesichts sinkender Inzidenzen haben wir durchaus die Hoffnung, dass der Tourismus in Nordrhein-Westfalen in den Sommermonaten wieder deutlich belebt wird", sagte Tonia Haag, Sprecherin von Tourismus NRW, der Deutschen Presse-Agentur.

Unter anderem aus dem Sauerland, dem Münsterland und der Eifel komme die Rückmeldung, dass Buchungen deutlich zugenommen haben.

Seit der Pandemie habe sich ein Trend zu sehr kurzfristigen Buchungen gezeigt, der sich wohl auch fortsetze: "Die Entwicklung der Inzidenzen ist für viele ein Unsicherheitsfaktor", sagte Haag. Bei allem Optimismus für die Sommermonate: "Es ist eine Illusion, das Vorkrisenniveau erreichen zu können."

Update, 12. Juni, 8.20 Uhr: Verfügungen für Krankheit und Tod liegen im Trend

In der Corona-Pandemie haben Menschen verstärkt mit notariellen Verfügungen und Vollmachten für den Todesfall oder das Auftreten schwerer Erkrankungen vorgesorgt.

"Wir spüren einen erheblichen Anstieg", sagte der Bonner Notar Michael Uerlings, der auch Geschäftsführungsmitglied der Bundesnotarkammer in Köln ist. "Die Menschen haben im Lockdown viel Zeit gehabt nachzudenken, und sie haben gesehen, dass es bei manchen sehr schnell gegangen ist."

Update, 11. Juni, 16.24 Uhr: Land stockt Hilfen für Chöre und Musikvereine um eine Million auf

Das Land NRW stockt seine Corona-Hilfen für Hobby-Chöre und Musikvereine um eine Million Euro auf. Das teilte das NRW-Kulturministerium am Freitag mit.

Das Geld solle Vereinen zu Gute kommen, die durch ausgefallene Auftritte und andere Corona-Einschränkungen in finanzielle Engpässe geraten sind. Pro Verein sind bis zu 2500 Euro möglich. Ein erstes Hilfsprogramm für Laienmusiker mit 500.000 Euro hatte das Land bereits im Sommer 2020 aufgelegt.

"Nordrhein-Westfalen ist Heimat einer Vielzahl an Chören, Orchestern und Musikgruppen. Diese bunte und lebendige Landschaft der Laienmusikvereine wollen wir mit Kräften in der Corona-Krise unterstützen", erklärte Kultur-Staatssekretär Klaus Kaiser.

Update, 11. Juni, 16.22 Uhr: Inzidenz in Köln bei 22,3

Die Inzidenzzahl liegt in Köln aktuell bei 22,3 und die Reproduktionszahl bei 0,70.

97 Personen befinden sich derzeit im Krankenhaus in stationärer Quarantäne, davon 59 Personen auf Intensivstationen. In Kölner Krankenhäusern gibt es aktuell 27 freie Intensivplätze.

Dem Gesundheitsamt wurde ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet: eine vorerkrankte 53-Jährige.

Update, 11. Juni, 13.32 Uhr: Düsseldorf klebt Plakate für freiwilliges Masketragen und Testen

Düsseldorf wirbt mit Plakaten für ein freiwilliges Aufsetzen des Mund- und Nasenschutzes sowie einen Corona-Test vor dem Besuch einer Kneipe an der vermeintlich längsten Theke der Welt. "Maske tragen, wo es besonders eng werden kann, das heißt, wo Abstände nicht eingehalten werden können, ist nach wie vor eine sinnvolle Sache", sagte der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (50, CDU) am Freitag.

Auch im Namen vieler Gastronomen bitte er sehr herzlich, vor dem Besuch in der Altstadt und in der Gastronomie auch ohne Pflicht freiwillig einen Corona-Schnelltest zu machen. Das gebe zusätzliche Sicherheit. Das Coronavirus sei noch nicht besiegt. Ab Freitag werde auf bis zu 50 Litfaßsäulen im Stadtgebiet mit drei Plakatmotiven für das Tragen einer Maske, für Test und Impfung geworben. Der groß herausgestellte Satz wie "Maske tragen" stehe auf dem Plakat in insgesamt sechs Sprachen.

In Düsseldorf kann - wie in vielen anderen Regionen von NRW auch - seit Freitag die Innengastronomie ohne Test- oder Impfnachweis wieder besucht werden. Der Branchenverband Dehoga hatte darauf hingewiesen, dass es bei den Vorgaben zu Abstandsregeln im Innenbereich und der Maskenpflicht außerhalb des zugewiesenen Sitz- oder Stehplätze sowie der Nachverfolgbarkeit durch das Erfassen der Kontaktdaten bleibe.

Update, 11. Juni, 12.22 Uhr: Corona-Bußgelder - Kommunen nehmen rund 18 Millionen Euro ein

Verstöße gegen die Coronaschutz-Verordnung haben den Kommunen in NRW binnen zwölf Monaten rund 18 Millionen Euro an Bußgeldern eingebracht. Das geht aus einer Aufstellung des Gesundheitsministeriums für den Landtag hervor.

Spitzenreiter ist demnach Duisburg, wo zwischen April 2020 und April 2021 Bußgelder von rund 1,1 Millionen Euro verhängt wurden. Vergleichsweise gering die Einnahmen in Mülheim/Ruhr - laut Auflistung nur 7750 Euro.

Die Stadt Münster und der Kreis Soest lieferten als einzige Regionen keine Zahlen. Die Auflistung gehört zur Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD im Landtag. Wie es zu den Diskrepanzen zwischen den Regionen kommt - so weist Köln als größte Stadt des Landes nur 324.149 Euro an Bußgeldern aus -, wird nicht erläutert.

Update, 11. Juni, 12.06 Uhr: NRW-Klassengröße im Pandemiejahr - 23,4 Schüler im Schnitt

Aktuell haben Gesamt- und Realschulen die höchsten Klassenfrequenzen mit rechnerisch 26,9 Schülern pro Klasse.
Aktuell haben Gesamt- und Realschulen die höchsten Klassenfrequenzen mit rechnerisch 26,9 Schülern pro Klasse.  © Christoph Soeder/dpa

Im laufenden Schuljahr haben in Nordrhein-Westfalen im Durchschnitt 23,4 Schüler eine Klasse gebildet. Die Klassengröße im Schuljahr 2019/20 hatte ganz ähnlich bei rechnerisch 23,5 Schülern gelegen, wie das Statistische Landesamt IT.NRW am Freitag berichtete.

Wegen der Corona-Pandemie haben die Schüler in dem noch drei Wochen dauernden Schuljahr 2020/21 allerdings längere Zeit Präsenzunterricht nur in halber Klassenstärke erhalten oder mussten ganz auf Homeschooling umstellen.

Aktuell haben Gesamt- und Realschulen die höchsten Klassenfrequenzen mit rechnerisch 26,9 Schülern. Für die Gymnasien meldete das Landesamt 26,6 Schüler pro Klasse, für die Sekundarschulen eine Klassengröße von 23,9.

In den Grundschulen lernten im Schnitt 23,5 Schüler Jungen und Mädchen in einer Klassen. An Förderschulen mit besonderen Unterstützungsbedarf für viele Kinder und Jugendliche ist die Klassengröße am geringsten.

Regional gesehen waren die Schulkassen in Oberhausen und Herne (24,9) am größten, am landesweit kleinsten in den Kreisen Olpe (21,3) und Soest (22,0). Die Zahlen von IT.NRW gelten für allgemeinbildende Schulen. Nicht berücksichtigt sind Weiterbildungskollegs und die Jahrgänge der Sekundarstufe II mit oft kleineren Kursen.

Update, 11. Juni, 10.46 Uhr: Jeder Zweite in NRW mindestens einmal geimpft

Jeder zweite Einwohner von Nordrhein-Westfalen ist mindestens einmal gegen Corona geimpft. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor.

Demnach liegt NRW bei den mindestens einmal Geimpften im Verhältnis zur Bevölkerung mit einer Quote von 50,0 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 47,5 Prozent. Mehr als jeder vierte Einwohner von NRW ist vollständig geimpft.

Die NRW-Quote von 25,6 Prozent liegt ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 24,8 Prozent.

Update, 11. Juni, 8.06 Uhr: Zum Wochenende - Vielerorts Lockerungen der Corona-Auflagen

Angesichts deutlich gesunkener Corona-Infektionszahlen werden am Freitag in zahlreichen nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden die Corona-Auflagen gelockert.

Vielerorts werde dann ein Besuch der Innengastronomie ohne Test wieder möglich sein, kündigte das NRW-Gesundheitsministerium an. Auch Innensport kann in den betroffen Städten und Kreisen wieder ohne vorheriges negatives Testergebnis ausgeübt werden.

Kulturveranstaltungen mit bis zu 1000 Personen können wahlweise ohne Abstand oder ohne Test durchgeführt werden.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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