Coronavirus: Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Toten seit Monaten

Deutschland - Nach ein paar Lockerungen vor wenigen Monaten, steigen die Corona-Zahlen nun wieder an. An vielen Orten werden nun schärfere Maßnahmen eingeführt. Das Coronavirus ist noch lang nicht vorbei. TAG24 berichtet >> hier im Live-Ticker.

Update, 27. Oktober, 23 Uhr: Unions-EU-Abgeordnete kritisieren Position im Haushaltsstreit

Die CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament kritisiert einem Medienbericht zufolge die Taktik des Parlaments im EU-Haushaltsstreit mit den Regierungen der Mitgliedstaaten.

Die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch) zitiert aus einem Brief führender Unions-Europaabgeordneter an Johan Van Overtveldt, den Vorsitzenden des Haushaltsauschusses des EU-Parlaments. Dieser ist an den Verhandlungen mit dem deutschen EU-Vorsitz über den EU-Haushalt und das Milliardenpaket gegen die Corona-Krise beteiligt.

Dem Bericht zufolge äußern die CDU/CSU-Abgeordneten sich "irritiert" darüber, dass Van Overtveldt vom deutschen EU-Botschafter Michael Clauß verlange, das Gesamtvolumen des EU-Haushalts zu erhöhen. Denn dafür sei ein neuer EU-Gipfel nötig, und dass es dort einen üppigeren Gipfelbeschluss gebe, sei "extrem unwahrscheinlich" und könne zu sehr großen Verzögerungen führen, heiße es in dem Brief.

Die CDU/CSU-Gruppe fordert demnach: Anstatt auf ein Aufstocken des Budgets zu drängen, sollte Van Overtveldt besser anstreben, härtere Regeln für die Verwendung der Milliardenzuschüsse aus dem Corona-Hilfstopf durchzusetzen - "und ein entsprechendes Vetorecht des Parlaments".

Update, 27. Oktober, 22.05 Uhr: Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Toten seit Monaten

In Spanien sind innerhalb eines Tages so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit einem halben Jahr nicht mehr. 

Binnen 24 Stunden seien aus den Regionen insgesamt 267 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit. Die höchste Werte waren in Spanien Ende März und Anfang April mit zum Teil deutlich mehr als 900 Toten innerhalb eines Tages registriert worden.

Die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 belief sich auf 35.298. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte unterdessen um 18.418 auf gut 1,1 Millionen.

Wegen der rapide steigenden Infektionszahlen hatte die Regierung am Sonntag den nationalen Notstand ausgerufen und praktisch im gesamten Land eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Lediglich die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanarischen Inseln sind davon ausgenommen. Der Notstand gilt zunächst für zwei Wochen. 

Die linke Regierung will am Donnerstag im Parlament gleich eine Verlängerung um sechs Monate beantragen. Gegen einen so langen Notstand haben sich unterdessen neben der konservativen Opposition auch Regionalparteien und Unternehmerverbände ausgesprochen.

Spanien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Westeuropas. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Dienstag im 47-Millionen-Einwohner-Land bei 228 mit steigender Tendenz. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts 87.

Zwei Frauen mit Mund-Nasen-Schutz sitzen im Außenbereich einer Bar in Malaga.
Zwei Frauen mit Mund-Nasen-Schutz sitzen im Außenbereich einer Bar in Malaga.  © Álex Zea/Europa Press/dpa

Update, 27. Oktober, 21.10 Uhr: Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt mit Coronavirus infiziert

Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie fühle sich gut und habe keine Symptome, teilte die 58-Jährige am Dienstag bei Twitter mit. Sie werde aus der Distanz weiter arbeiten. Der Großraum der mexikanischen Hauptstadt ist mit 22 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten der Welt.

Das nordamerikanische Land - mit knapp 130 Millionen Einwohnern das zehntbevölkerungsreichste der Welt - hat bisher weltweit die viertmeisten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Mehr als 89.000 Menschen starben nach offiziellen Zahlen. Wegen einer hohen Übersterblichkeit geht die Regierung jedoch davon aus, dass in Wirklichkeit mehr als 139.000 Tote auf die Krankheit zurückzuführen sind, wie sie am Sonntag erklärte.

Offiziell wurden gut 895.000 Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt - die zehntmeisten weltweit. Allerdings dürfte auch hier die wahre Zahl viel höher liegen, da in Mexiko kaum getestet wird.

Update, 27. Oktober, 21 Uhr: Wegen Corona: Fußballverband Rheinland setzt Spielbetrieb aus

Der Fußballverband Rheinland (FVR) wird aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie den Pflichtspielbetrieb ab Donnerstag bis auf Weiteres aussetzen. 

Diese Entscheidung betrifft sämtliche Amateur-Spielklassen im Herren-, Frauen- und Jugend-Bereich, wie der FVR am Dienstagabend mitteilte. Als Grund nannte der Verband "die zunehmenden Verschärfungen der Hygieneauflagen". Insbesondere die "Einschränkungen bei der Nutzung von Duschen und Umkleiden" machten es "zunehmend schwierig, in Anbetracht der anbrechenden Winterzeit eine verantwortungsvolle Durchführung des Spielbetriebs zu gewährleisten".

Die Entscheidung zur Unterbrechung des Spielbetriebs betrifft nicht nur sämtliche Wettbewerbe im Freien, sondern auch in der Halle. Eine eventuelle Fortsetzung der Saison soll den Clubs mit mindestens zwei Wochen Vorlauf angekündigt werden. Dem FVR gehören Vereine im nördlichen Rheinland-Pfalz an.

Update, 27. Oktober, 20.39 Uhr: NFL: Acht Spieler positiv auf Corona getestet

Acht Spieler der National Football League sind in dieser Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die nordamerikanische Profiliga am Dienstag mit. Demnach gab es unter Betreuern und Trainern weitere elf positive Proben.

Bei den von der Liga koordinierten Tests seit dem 1. August gab es bisher 55 mit dem Coronavirus infizierte Spieler und dazu 82 weitere Fälle im Umfeld der Mannschaften. 24 positive Tests entfielen zuletzt allein auf die Tennessee Titans, deren Trainingsgelände deswegen tagelang nicht genutzt werden durfte. Die NFL musste mehrere Spiele neu ansetzen.

Update, 27. Oktober, 20.30 Uhr: Lettland verhängt weitere Corona-Einschränkungen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt Lettland weitere Einschränkungen für die Bevölkerung. Die Regierung in Riga setzte am Dienstag die erlaubte Teilnehmerzahl bei privaten Feiern auf zehn Personen herab. 

Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen sich in dem baltischen EU-Land künftig nicht mehr als 300 Personen zusammenfinden. Beide Regeln gelten vom 30. Oktober an für den Innen- und Außenbereich. Die Regierung beschloss zudem, den Lehrbetrieb für die Klassen 7 bis 12 für zwei weitere Wochen bis zum 15. November auf Fernunterricht umgestellt zu lassen. An Hochschulen gilt dies bis zum Jahresende.

Auch will Lettland die Kapazität für Corona-Tests erhöhen. Bis Ende der Woche soll sie um 60 Prozent auf bis zu rund 8000 Tests pro Tag steigen, wie Ministerpräsident Krisjanis Karins ankündigte. Bislang lag die größte Zahl an täglich durchgeführten Tests bei etwa 5500.

Die neuen Beschränkungen entsprechen einer vom Kabinett am Dienstag gebilligten Corona-Ampel - sie soll die Infektionslage und die dafür geeigneten Schutzmaßnahmen veranschaulichen. Die Farben reichen von Grün (Risiko: niedrig) über Gelb (mittel) und Orange (hoch) bis Rot (sehr hoch). Karins zufolge befinde sich Lettland gegenwärtig in der dritten Kategorie.

Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 4893 bestätigte Corona-Infektionen und 63 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Dabei hatten die täglichen Infektionszahlen zuletzt deutlich zugenommen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung aktuell aber besser als in Deutschland.

Update, 27. Oktober, 20.20 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen in Deutschland

In der Deutschland-Karte sind die aktuellen Corona-Fälle zu sehen.
In der Deutschland-Karte sind die aktuellen Corona-Fälle zu sehen.  © TAG24

Update, 27. Oktober, 19.40 Uhr: Frankreich verschärft Kampf gegen Corona - Ansprache von Macron

Im Kampf gegen die zweite Welle der Coronavirus-Epidemie will die französische Mitte-Regierung die Schraube weiter anziehen. Neue Maßnahmen seien unerlässlich, teilte Regierungschef Jean Castex am Dienstag via Twitter mit. Ins Detail ging er dabei nicht. Staatschef Emmanuel Macron werde sich am Mittwochabend an seine Landsleute wenden, hieß es in Kreisen des Élyséepalastes ohne weitere Einzelheiten.

Castex kündigte an, er wolle am Donnerstag vor Parlamentariern eine Erklärung abgeben. Spekuliert wird über eine mögliche Ausweitung der bereits geltenden nächtlichen Ausgangssperre in 54 Départements oder einen Lockdown, also eine weitere Einschränkung des öffentlichen Lebens - entweder auf nationaler Ebene oder in einzelnen, besonders betroffenen Regionen.

Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte in der vergangenen Woche mehrmals Spitzenwerte. Am Sonntagabend wurden erstmals seit Beginn der großflächigen Testungen mehr als 52.000 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden erfasst. Es gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner, also rund 46 Millionen Menschen.

Der wissenschaftliche Rat, der die Regierung berät, warnte bereits davor, dass die zweite Corona-Welle stärker sein werde als die erste. Macron wird wichtige Regierungsmitglieder am Mittwochvormittag erneut zu einem nationalen Sicherheitsrat versammeln.

Update, 27. Oktober, 19.30 Uhr: Corona: EU-Ratschef fordert einheitliche Linie und warnt vor Tragödie

Im Kampf gegen die Corona-Krise fordert EU-Ratschef Charles Michel dringend eine gemeinsame Linie der 27 EU-Staaten bei Quarantäneregeln, Tests und Tracing-Apps. Bisher habe man noch nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, kritisierte Michel am Dienstag. Jetzt sei entschlossenes Handeln gefordert. "Jeder Tag zählt."

Michel äußerte sich vor dem für Donnerstag geplanten Corona-Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs äußerst besorgt. "Die Situation eskaliert von besorgniserregend zu alarmierend", schrieb der Ratspräsident in einem Newsletter. "Jetzt müssen wir eine Tragödie verhindern."

Konkret mahnte Michel eine koordinierte Zulassung von sogenannten Antigen-Schnelltests an. Ihre Produktion müsse auf europäischer Ebene strategisch gesichert werden. Denn die bisher hauptsächlich genutzten PCR-Tests benötigten zu viel Aufwand und Laborkapazität.

Als zweiten Punkt nannte der Ratspräsident eine wirksame Methode zur Rückverfolgung von Infektionen. Dazu müssten sich die EU-Staaten auf einen gemeinsamen Standard für kompatible, sichere und wirksame Tracing-Apps einigen, die auch die Privatsphäre schützen. Zudem seien gemeinsame Regeln für Selbstisolation und Quarantäne nötig.

Darüber hinaus drang Michel auf einen gemeinsamen Ansatz beim Impfen. Einen Impfstoff erwarte man für Ende 2020 oder Anfang 2021, allerdings zunächst nicht für alle. "Wir müssen Chaos unbedingt vermeiden", schrieb der Ratschef. 

Nötig seien Kriterien für die Verteilung künftiger Impfstoffe in Europa, aber auch in den jeweiligen Ländern an Gruppen, die zuerst drankommen sollen, etwa ältere Menschen oder Gesundheitspersonal. Auch die Logistik für Vergabe und Kühlung der Impfstoffe müsse gelöst werden.

Michel mahnte, Patchwork beim Krisen-Management zu vermeiden. Andernfalls könnten einige EU-Staaten die Pandemie besser überstehen als andere, was die wirtschaftlichen Unterschiede noch verstärken würde, warnte der Ratspräsident. "Der gesunde Menschenverstand gebietet es mehr denn je, dass wir in Europa gemeinsam handeln, durch Einheit und Solidarität."

Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, spricht bei einer Plenarsitzung im Europäischen Parlament.
Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, spricht bei einer Plenarsitzung im Europäischen Parlament.  © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

Update, 27. Oktober, 19 Uhr: Corona-Pandemie: Auch New York Ballettkompanie sagt Saison ab

Nach der Metropolitan Oper und den Philharmonikern hat auch die renommierte New Yorker Ballettkompanie wegen der Coronavirus-Pandemie ihre komplette Saison abgesagt. Frühestens im September 2021 werde die Kompanie wieder reguläre Auftritte geben, teilte das New York City Ballet mit. Bereits seit März waren die Tänzer nicht mehr regulär aufgetreten.

"Wir sind zutiefst traurig und enttäuscht, dass wir der Bühne noch so viel länger fernbleiben müssen", sagte der künstlerische Leiter Jonathan Stafford der "New York Times" in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. Nach Beratungen mit Gesundheitsexperten habe man aber keine andere Möglichkeit gesehen. Schon jetzt habe die Kompanie mehr als 45 Millionen Dollar (etwa 38 Millionen Euro) Verlust wegen nicht verkaufter Tickets verbucht.

Zuvor hatten bereits die Philharmoniker und die Metropolitan Oper angekündigt, erst im Herbst 2021 wieder mit einer neuen Saison beginnen zu wollen. Die Theater des Broadway haben alle Aufführungen bis einschließlich 30. Mai 2021 abgesagt.

Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Millionenmetropole New York, die im Frühjahr eines der weltweiten Epizentren der Pandemie war, seit Monaten hart. Museen dürfen inzwischen allerdings unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Update, 27. Oktober, 18.15 Uhr: Bayern erlaubt kleinen Grenzverkehr ohne Quarantäne-Pflicht

Menschen aus ausländischen Corona-Risikogebieten dürfen ab sofort wieder in Bayern einreisen, ohne umgehend in Quarantäne zu müssen. 

Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und Österreichs Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) verständigten sich bei einem Treffen am Dienstag in München darauf, die Hürden für den sogenannten "kleinen Grenzverkehr" abzubauen, also etwa für Fahrten zum Einkaufen oder für Arztbesuche im Nachbarland.

Bislang mussten Personen, die ohne negativen Corona-Test aus einem ausländischen Risikogebiet - dazu zählen derzeit etwa Tirol und Vorarlberg - einreisen, für 14 Tage in Quarantäne. Die bayerische Einreisequarantäneverordnung wird zum 9. November auch für den kleinen Grenzverkehr angepasst, dabei orientiert sich Bayern an einer Muster-Verordnung des Bundes. 

Und im Vorgriff auf diese Neuregelung werde man diesen Grenzverkehr jetzt schon "pragmatisch ermöglichen", sagte Herrmann. Das entspreche der Lebensrealität und den Bedürfnissen der Menschen in den grenznahen Gebieten, betonte er. In Österreich gibt es für Einreisende aus Deutschland keine Auflagen.

Gleichwohl rief Herrmann dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten und Kontakte wo immer möglich zu beschränken. Die oberste Maxime im Kampf gegen das Coronavirus bleibe Vorsicht und Umsicht, betonte er.

Für Berufspendler, die regelmäßig aus Risikogebieten etwa zum Arbeiten oder zum Studieren nach Bayern einreisen, gilt unabhängig davon die eben erst neu eingeführte wöchentliche Corona-Testpflicht.

Update, 27. Oktober, 18 Uhr: Bund und Länder beraten über schärfere Corona-Maßnahmen

Zwei Wochen nach ihrer letzten Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder erneut über schärfere Maßnahmen. Sie wollen sich am Mittwoch (13 Uhr) in einer Videokonferenz zusammenschalten. 

Die zuvor beschlossenen Maßnahmen wie das Verhängen von Sperrstunden in der Gastronomie oder strengere Kontaktbeschränkungen haben sich bislang als wirkungslos erwiesen. Die Infektionszahlen sind seitdem stark gestiegen. Zuletzt meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages.

Vor den neuen Bund-Länder-Beratungen zeichnet sich eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkungen ab. Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) kündigte für sein Land bereits eine Obergrenze von 10 Teilnehmern für alle Bereiche - auch im Freien - in den nächsten drei Wochen an. Diese Kontaktbeschränkungen würden unabhängig von den Ergebnissen von diesem Mittwoch gelten, betonte er. Auch Berlin prescht voran. 

Dort sollen künftig drinnen nur noch maximal 300 Menschen zu Tagungen, Messen oder Sportveranstaltungen zusammenkommen dürfen statt bisher 1000, draußen nur noch 500 statt bisher 5000 Menschen. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag nach dpa-Informationen.

Immer lauter wird die Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Vorgehen. CSU-Chef Söder sagte am Dienstag, wenn es in ganz Deutschland immer mehr rote und dunkelrote Gebiete gebe, brauche es mehr einheitliche Maßnahmen, nach einheitlichen Standards, und auch unabhängig von regionalen Entwicklungen. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt mit Maske zur Sitzung der Unions-Bundestagsfraktion am Reichstagsgebäude an.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt mit Maske zur Sitzung der Unions-Bundestagsfraktion am Reichstagsgebäude an.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 27. Oktober, 17.50 Uhr: Nächtliche Ausgangssperre in Tschechien tritt in Kraft

Angesichts steigender Corona-Zahlen führt Tschechien erstmals eine nächtliche Ausgangssperre ein. Zum Start gilt sie in der Nacht zum Mittwoch zunächst nur von Mitternacht bis 04.59 Uhr morgens - danach jeweils zwischen 21 Uhr und 4.59 Uhr - in dieser Zeit dürfen die Menschen ihre Häuser nicht verlassen.

Die Regierung begründete den Schritt damit, dass private Feiern und Treffen verhindert werden sollen. Ausnahmen gelten unter anderem für das Gassigehen mit dem Hund in einem Umkreis von 500 Metern um den Wohnort. In Tschechien steckten sich der EU-Gesundheitsagentur ECDC zufolge binnen 14 Tagen 1379,8 Menschen je 100.000 Einwohner an. Das war nach Belgien der zweithöchste Wert in der EU.

Litauen stellt am Mittwoch unter anderem die drei größten Städte - Vilnius, Kaunas und Klaipeda - unter Quarantäne. Hier gelten eine Maskenpflicht in nahezu allen öffentlichen Räumen sowie strengere Einschränkungen für das Kultur-, Freizeit-, und Sportleben. In Norwegen sind die Menschen nun angehalten, nicht mehr als fünf Gäste in den eigenen vier Wänden zu begrüßen. Auch in Frankreich wird über schärfere Maßnahmen nachgedacht. Am Vormittag tagt der Nationale Sicherheitsrat zu Corona.

Menschen drängen sich auf einem Freiluftmarkt.
Menschen drängen sich auf einem Freiluftmarkt.  © Petr David Josek/AP/dpa

Update, 27. Oktober, 17.45 Uhr: Neue Corona-Regeln in Schleswig-Holstein: Amateurfußball eingestellt

Die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden in Schleswig-Holstein auch den Sport betreffen. In einer für Freitag angekündigten Landesverordnung soll festgelegt werden, dass in dem gesamten Bundesland auch beim Amateursport nur noch maximal zehn Personen zusammentreffen dürfen. 

Der komplette Spielbetrieb im Amateurfußball wurde daraufhin noch am Dienstag für vorerst dreieinhalb Wochen eingestellt. Im Profisport, für den diese Zehner-Regel bei den Aktiven nicht gilt, soll die Zuschauerzahl auf maximal 100 begrenzt werden.

Betroffen wären davon unter anderem die Handballer des THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt sowie die Fußballer von Holstein Kiel und des VfB Lübeck. Besonders beim deutschen Meister THW ist man über den Vorstoß der Landesregierung verwundert. 

"Wir haben in den vergangenen Wochen bewiesen, dass unser Konzept mit unterschiedlichen Sektoren, vielen Eingängen, großem Abstand und dem Tragen der FFP2-Masken während der gesamten Veranstaltung hervorragend funktioniert. Die Zuschauer und alle Beteiligten waren sehr diszipliniert", sagte Geschäftsführer Viktor Szilagyi. Das Champions-League-Heimspiel gegen Veszprem soll an diesem Mittwoch noch vor 2000 Fans stattfinden.

Update, 27. Oktober, 17.38 Uhr: Weil will weitere und einheitliche Corona-Beschränkungen

Im Kampf gegen die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen will Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) weitere und bundesweit einheitliche Maßnahmen. 

"Es gibt nichts drum herum zu reden, die Situation ist besorgniserregend", sagte Weil am Dienstag in Hannover der Deutschen Presse-Agentur. "Die zwischenzeitlich ergriffenen Maßnahmen zeigen keinerlei Bremsspuren bei den Infektionen." Deswegen seien weitere Schritte nötig.

"Und es hilft nichts, wir müssen das Ansteckungsrisiko noch weiter absenken und deshalb den Menschen wohl weitere Einschränkungen zumuten", sagte der Ministerpräsident. "Je einheitlicher die Anti-Corona-Maßgaben in Deutschland gehandhabt werden, umso höher ist die Akzeptanz." Am Mittwoch beraten die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Video-Schalte über den weiteren Kurs in der Corona-Krise.

"Meine vordringlichsten Ziele für die nächsten Wochen sind: so lange wie irgend vertretbar Präsenzbetrieb in Krippe, Kita und Schule, Weiterarbeiten in möglichst vielen Wirtschaftsbereichen und das Verhindern von Engpässen in der Krankenhausversorgung", so Weil.

Update, 27. Oktober, 17.30 Uhr: Erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in Berlin

In Berlin hat die Gesundheitsverwaltung erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Im Vergleich zum Vortag infizierten sich demnach 1040 weitere Menschen nachweislich mit dem Virus, wie die Senatsverwaltung am Dienstag mitteilte. Damit lag die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 137,2.

Seit Beginn der Pandemie in Berlin wurden in der Hauptstadt 28 063 Corona-Fälle gemeldet. 19 063 Menschen gelten inzwischen als genesen (365 mehr als am Vortag). 251 Infizierte starben, die Zahl veränderte sich im Vergleich zu Montag nicht. Der Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten wurde mit 9,8 Prozent angegeben. Am Tag zuvor lag er bei 9,2 Prozent.

Unter den Berliner Bezirken hat Neukölln nach wie vor die meisten Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen. Der Wert lag bei 250,7, gefolgt von Mitte mit 215,2, Friedrichshain-Kreuzberg mit 193,5 und Tempelhof-Schöneberg mit 160,1.

Ein Mann sitzt im Außenbereich eines Restaurants in Berlin.
Ein Mann sitzt im Außenbereich eines Restaurants in Berlin.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Oktober, 17 Uhr: Kultusminister plädieren weiter für Offenhaltung der Schulen

Die Kultusminister der Länder bleiben bei ihrer Position, dass die Schulen in der Corona-Pandemie möglichst geöffnet bleiben sollen. Das Recht auf Bildung von Kindern und Jugendlichen werde am besten im Präsenzunterricht in der Schule verwirklicht, heißt in einem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK), der am Dienstag veröffentlicht wurde. 

Schulen seien als Orte auch des sozialen Miteinanders von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. "Dies muss oberste Priorität bei allen Entscheidungen über einschränkende Maßnahmen haben, die aufgrund steigender Infektionszahlen zu ergreifen sind."

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und amtierende KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) sagte: "Jetzt ist die Zeit, Prioritäten zu setzen. Wir alle müssen uns im Privaten einschränken, müssen auf Feiern, Treffen mit Freunden und vielleicht auch Hobbies verzichten, damit unsere Kinder und Jugendlichen die Bildung erhalten können, die ihnen zusteht." 

Laut KMK bewegen sich die bundesweiten Infektionszahlen an Schulen derzeit "im Promillebereich und damit auf einem vergleichsweise geringen Niveau". Die Länder würden ihre Infektionslage sehr genau analysieren und über passgenaue Maßnahmen für ihre Schulen entscheiden.

Kritik kam vom Deutschen Lehrerverband und vom Verband Bildung und Erziehung (VBE). Der VBE sprach in einer Mitteilung von einem "weichgespülten Kompromiss". "Man begnügt sich damit, weiter zu manifestieren, dass überall die eigene Suppe gekocht wird." Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger nannte die KMK-Erklärung "weitgehend Inhalts- und substanzlos". "Sie gibt keinerlei Antworten auf die drängenden Fragen, wie an den Schulen auf das stark anwachsende Infektionsgeschehen in Deutschland zu reagieren ist", teilte er mit.

Vom Deutschen Kinderschutzbund hieß es am Dienstag, die
Schließung von Kitas und Schulen müsse anders als im ersten
Lockdown die ultima ratio sein. Eine erneute Schließung von Kitas und Schulen würde Eltern, insbesondere Mütter, erheblich belasten. 

"Die Rechte der Kinder auf Bildung und Förderung sind dann nicht mehr garantiert", sagte Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers.

Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, gestikuliert auf einer Pressekonferenz.
Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, gestikuliert auf einer Pressekonferenz.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 27. Oktober, 16.45 Uhr: 1000 neue Stellen für Corona-Nachverfolgung in NRW

Bei den Kommunen in Nordrhein-Westfalen sollen mit Hilfe des Landes 1000 zusätzliche Arbeitsstellen entstehen, um die Kontakte von Corona-Patienten nachverfolgen zu können. 

Die Landesregierung habe am Dienstag beschlossen, dafür 25 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld könnten in den Kommunen sechs Monate lang 800 neue Stellen geschaffen werden, teilte die Landesregierung mit. Außerdem sollten mindestens 200 Landesbedienstete für die Nachverfolgung von Kontaktpersonen in den Gesundheitsämtern abgestellt werden.

"Wir müssen gewaltige Anstrengungen unternehmen, um das Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie deutlich zu verlangsamen", sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). "Die Kontaktpersonennachverfolgung ist unentbehrlich, um die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen und Infektionsketten zu unterbrechen." 

Zuletzt hatten die Behörden wegen der stark steigenden Zahl neuer Fälle in immer mehr Städten Probleme, alle Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zu benachrichtigen.

Update, 27. Oktober, 16.20 Uhr: Diplomat: Christmette im Vatikan wegen Corona online

Die Weihnachtsfeierlichkeiten mit dem Papst werden nach Angaben eines Diplomaten wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr in privatem Rahmen stattfinden und online ausgestrahlt. Der Geistliche Botschaftsrat der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl, Monsignore Oliver Lahl, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag, dazu habe es eine entsprechende Verbalnote des Vatikans gegeben.

Demnach waren die Feierlichkeiten mit Papst Franziskus wegen der Pandemie ohne Anwesenheit diplomatischer Vertreter geplant. Eine Bestätigung durch den Vatikan stand dazu zunächst aus. An der traditionell am 24. Dezember abgehaltenen Christmette im Petersdom nehmen normalerweise vom Vatikan akkreditierte Diplomaten und ausgewählte Mitglieder der Öffentlichkeit teil.

Auf der Webseite des Vatikans wurde die Messe auf der Tagesordnung des Papstes für Dezember zunächst nicht aufgeführt. Der päpstliche Segen "Urbi et Orbi" am 25. Dezember stand hingegen zunächst auf dem Plan. Nach der Christmette an Heiligabend gilt dies als Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan zur Geburt des Religionsstifters Jesus von Nazareth.

Wegen der Corona-Krise hatte Papst Franziskus schon die üblicherweise große Ostermesse in diesem Jahr im fast leeren Petersdom feiern müssen. Italien hatte zu Beginn der Pandemie zu den am stärksten getroffenen Ländern in Europa gehört und einen der weltweit längsten Lockdowns verhängt.

Update, 27. Oktober, 16 Uhr: AfD hält neue Corona-Einschränkungen für nutzlos

Die AfD-Bundestagsfraktion will sich mit aller Kraft gegen einen Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus stemmen. 

Das kündigte ihr Vorsitzender Alexander Gauland am Dienstag an - einen Tag vor geplanten Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten. "Der immense Schaden steht in keinem Verhältnis zum nicht nachweisbaren Nutzen", sagte Gauland.

Die Verantwortlichen versuchten ihre Hilflosigkeit angesichts von "saisonbedingt steigenden Fallzahlen" mit "immer drastischeren Forderungen" zu kaschieren, kritisierte der 79-Jährige. Dies sei nichts weiter als ein "gefährlicher Aktionismus", der großen wirtschaftlichen Schaden anrichten würde.

Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD, kommt mit einer Mund- und Nasenbedeckung zur Befragung der Bundesregierung im Plenum im Bundestag.
Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD, kommt mit einer Mund- und Nasenbedeckung zur Befragung der Bundesregierung im Plenum im Bundestag.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 27. Oktober, 15.40 Uhr: Wissenschaftler fordern drastische Reduzierung von sozialen Kontakten

Die Deutsche Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und fünf andere Forschungsgemeinschaften fordern eine drastische Reduzierung von sozialen Kontakten in der Corona-Krise. 

Notwendig sei angesichts steigender Infektionszahlen eine Verringerung der Kontakte ohne Vorsichtsmaßnahmen auf ein Viertel, nach bundesweit einheitlichen Regeln, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Leopoldina, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft. Gemeint sind damit alle Kontakte, die ohne die aktuell geltenden Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen stattfinden.

"Eine Halbierung der Kontakte ohne Vorsichtsmaßnahmen eines jeden Einzelnen reicht laut wissenschaftlichen Simulationen des möglichen Pandemieverlaufs gegenwärtig nicht aus, um die Zahl von Neuinfizierten pro Woche zu senken", erklärten die Experten weiter. 

Der Anstieg der Infektionszahlen sei in vielen Orten Deutschlands nicht mehr kontrollierbar. "Je früher eine konsequente Reduktion von Kontakten ohne Vorsichtsmaßnahmen erfolgt,desto kürzer können diese andauern und desto weniger psychische, soziale und wirtschaftliche Kollateralschäden werden diese verursachen", heißt es.

Jeder Kontakt, der den Gesundheitsämtern entgehe, sei der Keim einer neuen Infektionskette, die sich dann der Kontrolle entziehe. 

"Steigt die Zahl der unerkannten Virusträger weiter signifikant, dann geben
immer mehr Personen das Virus weiter, ohne davon zu wissen, und treiben das exponentielle Wachstum der Infektionszahlen an", heißt es in der Erklärung. Nach drei Wochen einer entsprechenden Senkung der Kontakte sei es entscheidend, die dann erreichte niedrige Fallzahl mit bundeseinheitlichen und konsequent verfolgten Schutzmaßnahmen zu halten. 

Dazu gehören nach Darstellung der Wissenschaftler unter anderem die Einhaltung der sogenannten AHA+L+A-Regeln (Abstands-, Hygiene-und Alltagsmasken, Lüften und Corona-Warn-App).

oziale Kontakte sind wichtig, aber: Wissenschaftler raten in der Corona-Pandemie zur Reduktion von sozialen Kontakten.
oziale Kontakte sind wichtig, aber: Wissenschaftler raten in der Corona-Pandemie zur Reduktion von sozialen Kontakten.  © Christin Klose/dpa-tmn

Update, 27. Oktober, 15.30 Uhr: Neue Obergrenzen für Veranstaltungen - Sperrstunde wird verlängert

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Berlin bald niedrigere Obergrenzen für Veranstaltungen. 

Drinnen dürfen dann nur noch maximal 800 Menschen zu Tagungen, Messen oder Sportveranstaltungen zusammenkommen statt bisher 1000, draußen nur noch 1000 statt bisher 5000 Menschen. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Die Maßnahme ziele nicht zuletzt auf Fußballspiele, hieß es aus Senatskreisen. In Kraft tritt die neue Regelung demnach voraussichtlich am Samstag (31. Oktober).

Die umstrittene Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird um zunächst zwei Wochen bis zum 14. November verlängert. Das kündigte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Rande der Senatssitzung an. Der rot-rot-grüne Senat sei fest davon überzeugt, dass die nächtliche Sperrstunde nebst Alkoholverbot ein richtiges Instrument in der Corona-Krise sei. Es sei so lange notwendig, wie die Infektionszahlen sehr hoch seien. 

Man gehe zudem davon aus, dass sich die Sperrstunde bundesweit durchsetzen werde.

Update, 27. Oktober, 15.22 Uhr: Auch in Sachsen-Anhalt künftig Strafen für Maskenverweigerer

Wer seine Maske nicht wie vorgeschrieben trägt, muss künftig auch in Sachsen-Anhalt zahlen. 

Es könnten Verwarn- und Bußgelder bei Verstößen gegen die Pflicht zum Masketragen verhängt werden, teilte die Staatskanzlei am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Magdeburg mit. 

Fällig werden können 50 bis 75 Euro, je nach Lage vor Ort mit der Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Das Kabinett hatte zuvor Änderungen der aktuellen Eindämmungsverordnung beschlossen. Demnach dürfen Clubs und Diskotheken nicht wie ursprünglich geplant am 1. November öffnen, das wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Auch die Teilnehmer-Obergrenze für Veranstaltungen wird nicht erhöht. Hintergrund sind steigende Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt wie außerhalb.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren in der Innenstadt das Einhalten der Maskenpflicht.
Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren in der Innenstadt das Einhalten der Maskenpflicht.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Oktober, 15.12 Uhr: Holzminden noch fast weißer Fleck in Corona-Pandemie

Während die Corona-Infektionenszahlen bundesweit in den meisten Kommunen explodieren, bleiben sie im südniedersächsischen Landkreis Holzminden verschwindend gering. 

"Hauptsächlich liegt das daran, dass die Disziplin der Bürger groß ist", sagte Landrat Michael Schünemann (parteilos) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist auch überschaubarer."

Mit nur rund 70.000 Einwohnern gehört der Landkreis Holzminden zu den bevölkerungsärmsten bundesweit. Möglicherweise sei die soziale Kontrolle auf dem Land größer - man schaue, was die Nachbarn machen, erklärte Schünemann. Zudem sei das Gesundheitsamt seit dem Frühjahr viel unterwegs und berate. "Wenn, dann hatten wir nur Einzelfälle, die wir gleich isolieren konnten."

Seit Beginn der Pandemie verzeichnete der Landkreis Holzminden nach Daten des Landesgesundheitsamtes insgesamt 147 Corona-Fälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag am Dienstag bei 4,3 - und gehört damit bundesweit zu den niedrigsten Werten.

Michael Schünemann (parteilos), Landrat des Landkreises Holzminden.
Michael Schünemann (parteilos), Landrat des Landkreises Holzminden.  © Landkreis Holzminden/dpa

Update, 27. Oktober, 15 Uhr: Entwicklungsministerium verstärkt Einsatz zur Pandemiebekämpfung

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie will Entwicklungsminister Gerd Müller das Engagement für den weltweiten Gesundheitsschutz und mehr Zusammenarbeit ("One Health") ausbauen. 

"Als ersten Schritt investieren wir aus unserem weltweiten Corona-Sofortprogramm 30 Millionen Euro in den One-Health-Ansatz. Damit gründen wir das erste One-Health-Pandemiezentrum in Kenia zum Austausch von Human- und Tiergesundheit", teilte der CSU-Politiker am Dienstag mit.

Gemeinsam mit der Weltbank werde die Lebensmittelsicherheit gestärkt sowie die Früherkennung von Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können, bei der Nahrungsmittelproduktion. Die Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth werde als Sonderbeauftragte des Ministeriums die internationale Zusammenarbeit koordinieren.

"Virologen haben mindestens 40 weitere Viren mit Pandemie-Potenzial identifiziert. Bereits 2,7 Millionen Menschen sterben jedes Jahr weltweit an Zoonosen. Ebola, Aids, Vogelgrippe, auch Covid-19 gehört dazu", so Müller, der sich zum Abschluss des 12. Weltgesundheitsgipfels äußerte. 

"Klimawandel, steigende Mobilität, das Vordringen des Menschen in bisher unberührte Lebensräume, industrielle Landwirtschaft und intensive Nutztierhaltung führen dazu, dass sich - auch neue - Krankheitserreger schneller ausbreiten können."

Update, 27. Oktober, 14.50 Uhr: Tschechische Regierung will Notstand um einen Monat verlängern

Die tschechische Minderheitsregierung will den seit Anfang Oktober wegen der Corona-Krise geltenden Notstand um einen Monat bis zum 3. Dezember verlängern. 

Ministerpräsident Andrej Babis von der populistischen Partei ANO kündigte am Dienstag an, er werde dies beim Parlament beantragen. Das sei sehr wichtig, um Gesundheit und Leben der Bürger zu schützen. Der Ausnahmezustand ermöglicht es der Regierung, die Bürgerrechte einzuschränken und Krisenmaßnahmen ohne Zustimmung des Parlaments zu treffen. Damit einhergehend sollen die Schulen länger als ursprünglich geplant geschlossen bleiben.

In der Nacht zum Mittwoch sollte in Tschechien um Mitternacht erstmals eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft treten. Danach gilt sie jeweils zwischen 21 Uhr und 4.59 Uhr - in dieser Zeit dürfen die Menschen ihre Häuser nicht verlassen. Damit will die Regierung nach eigenen Angaben private Feiern und Treffen verhindern. Bereits seit Donnerstag sind die Bürger dazu angehalten, möglichst Hause zu bleiben. Das Kabinett will knapp zwei Millionen Euro in eine Informationskampagne investieren, die die Maßnahmen begleitet.

Tschechien ist derzeit besonders stark von Corona-Neuinfektionen betroffen. In dem Land steckten sich nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC binnen 14 Tagen 1379,8 Menschen je 100.000 Einwohner an. Das war nach Belgien der zweithöchste Wert in der EU. Seit Beginn der Pandemie registrierten die Behörden insgesamt 268.370 Corona-Infektionen und 2365 Todesfälle.

Feuerwehrleute gehen in Schutzanzügen und mit Mund-Nase-Bedeckung zum Alzheimer-Haus in Most, um dort Proben für Coronavirus-Tests zu entnehmen.
Feuerwehrleute gehen in Schutzanzügen und mit Mund-Nase-Bedeckung zum Alzheimer-Haus in Most, um dort Proben für Coronavirus-Tests zu entnehmen.  © Ondøej Hájek/CTK/dpa

Update, 27. Oktober, 14.45 Uhr: DEB rechnet mit Deutschland Cup ohne Zuschauer und hohem Verlust

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) plant für den Deutschland Cup mit leeren Rängen und will für die Austragung nach eigenen Angaben einen hohen finanziellen Verlust in Kauf nehmen. 

"Wir rechnen nicht mit der Zulassung von Zuschauern beim Deutschland Cup. Die Genehmigung zur Austragung des Turniers liegt uns aufgrund des Infektionsgeschehens auch nur ohne Publikum vor", sagte DEB-Präsident Franz Reindl am Dienstag mit Blick auf das Turnier vom 5. bis 8. November in Krefeld. 

"Wir sehen übergeordnet ganz klar den sportlichen Wert und nicht die finanzielle Last, obwohl der Verlust ohne Zuschauer für uns im sechsstelligen Bereich liegen wird."

Für die Vereine und Verbände im Eishockey werden die nächsten Monate "so oder so sehr schwierig", sagte der 65-Jährige zudem auf die Frage möglicher weiterer Einschränkungen bei den generell zugelassenen Zuschauerzahlen. Derzeit gilt eine zulässige Zuschauerkapazität von maximal 20 Prozent.

Für den Deutschland Cup muss sich der DEB nach mehreren Absagen mit Alternativplänen befassen. Derzeit steht lediglich Lettland als internationaler Gegner fest. Möglich ist, dass vom traditionellen Viererformat abgewichen werden muss und eine deutsche Perspektivmannschaft für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking teilnimmt.

Update, 27. Oktober, 14.26 Uhr: Am 11.11. Alkoholverbot in Köln

Am 11.11. soll es in Köln ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum geben. Die Corona-Pandemie mache das unumgänglich, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Dienstag.

"Deswegen werden wir neben den bereits bestehenden Kontaktbeschränkungen und Sperrzeiten zusätzlich am 11.11. ganztägig und auf dem gesamten Stadtgebiet ein Alkoholkonsumverbot und ein Alkoholverkaufsverbot außerhalb von Gaststätten erlassen", sagte Reker. Der traditionelle Karnevalsauftakt müsse in diesem Jahr aufgrund der Pandemie leider ausfallen.

Jecken feiern auf dem Heumarkt den Auftakt der Karnevalssession.
Jecken feiern auf dem Heumarkt den Auftakt der Karnevalssession.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 27. Oktober, 14.16 Uhr: Gastgewerbe warnt vor Kollaps, Umsatz der Reisebranche bricht ein

Vor den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie haben Gastgewerbe und Tourismusbranche vor neuen Schließungen gewarnt. 

"Es kann nicht sein, dass wir wieder die Leidtragenden sind", sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Guido Zöllick am Dienstag. "Einem Drittel der 245.000 Betriebe droht bei einer erneuten Schließung das Aus."

Die Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigten, dass Hotellerie und Gastronomie kein relevantes Infektionsgeschehen aufwiesen. Wenn die Branche zeitweise geschlossen werde, müssten die politisch Verantwortlichen "schnell und vollumfänglich für den Schaden aufkommen", forderte Zöllick.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) rechnet für den Zeitraum von März bis zum Jahresende mit einem Umsatzeinbruch von mehr als 28 Milliarden Euro bei Reiseveranstaltern und Reisebüros. Das entspreche einem Rückgang von rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Gastgewerbe leidet unter den Corona-Einschränkungen.
Das Gastgewerbe leidet unter den Corona-Einschränkungen.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 27. Oktober, 14.05 Uhr: Berliner Senat verlängert Sperrstunde

Die umstrittene Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Berlin wird um zunächst zwei Wochen bis zum 14. November verlängert. Das kündige Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag am Rande einer Senatssitzung an.

Der rot-rot-grüne Senat sei fest davon überzeugt, dass die nächtliche Sperrstunde nebst Alkoholverbot ein richtiges Instrument in der Corona-Krise sei. Es sei solange notwendig, solange die Infektionszahlen sehr hoch seien. Man gehe zudem davon aus, dass sich die Sperrstunde bundesweit durchsetzen werde. Sie gilt in Berlin seit gut zwei Wochen in der Zeit von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr.

Update, 27. Oktober, 14 Uhr: Bayern beschließt Impfkonzept und Aufbau von Impfzentren

Die bayerische Staatsregierung hat ein Corona-Impfkonzept sowie den Aufbau entsprechender Impf-Kapazitäten beschlossen. "Es wird eine gewisse Priorisierung geben, zuerst diejenigen zu impfen, die besonders gefährdet sind", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München.

Denn auch wenn die Entwicklung eines Impfstoffes gelingen sollte, stünden nicht gleich die nötigen Mengen für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung.

Deshalb sollten zuerst ältere oder chronisch kranke Menschen sowie Bewohner von Alten-, Pflege- und Behindertenheime an die Reihe kommen. Auch medizinisches und pflegerisches Personal, Berufsgruppen aus der kritischen Infrastruktur wie Polizisten, Feuerwehrleute und Lehrkräfte sowie Menschen mit hohem Infektionsrisiko etwa aufgrund beengter Wohnverhältnisse sollen sich vorrangig impfen lassen können.

"Um das noch einmal ganz deutlich zu sagen: Es geht um eine freiwillige Impfun"», betonte Huml. Um die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen schnell impfen zu können, sollen mobile Teams gebildet werden, die etwa in die Heime gehen.

"Gleichzeitig soll es aber auch lokale Impfzentren geben, ähnlich wie es jetzt die lokalen Testzentren gibt", erläuterte Huml. Auch für Lagerung und Transport des Impfstoffes werde ein Logistikkonzept erarbeitet. Für die Umsetzung des Impfkonzepts stellt die Staatsregierung zunächst rund 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, berichtet über das neu beschlossene Impfkonzept.
Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, berichtet über das neu beschlossene Impfkonzept.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 27. Oktober, 13.42 Uhr: Brinkhaus erwartet von Ländern klare und einheitliche Corona-Regeln

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat die Ministerpräsidenten der Länder eindringlich aufgefordert, bei der Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel klare und einheitliche Regeln gegen die Corona-Pandemie zu verabreden.

Brinkhaus sagte am Dienstag vor der Sitzung seiner Fraktion: "Wir haben da eine klare Erwartungshaltung": Klare und einheitliche Regeln sowie eine Priorisierung. An erster Stelle stehe die Gesundheit und danach kämen gleichwertig, "dass der Wirtschaftskreislauf erhalten bleibt, dass produziert werden kann, dass die Sachen auch verkauft werden können und dass Schulen und Kindergärten offenbleiben können." Und danach komme lange nichts.

Nach den Worten von Brinkhaus sind Kontakt- und Bewegungsbeschränkungen nötig, "damit wir gegen diese Pandemie so erfolgreich vorgehen können, wie das auch im März und April der Fall gewesen ist". Und Kontaktbeschränkungen bedeuteten eine Unterbrechung von Infektionsketten. Das sei eine Zumutung für die Menschen, aber es wäre härter, wenn diese Pandemie noch länger andauerte. Deswegen lieber jetzt konsequent handeln.

Update, 27. Oktober, 13.37 Uhr: Vorstoß aus Union: Mobiles Arbeiten erleichtern - Gegenentwurf zu SPD

Aus der Unions-Bundestagsfraktion gibt es einen Vorstoß, mobiles Arbeiten zu erleichtern und steuerlich zu begünstigen. Ein Eckpunktepapier wird als Gegenentwurf zu Plänen von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verstanden.

In dem am Dienstag vorgelegten Papier des Arbeitskreises Zukunft der Arbeit heißt es: "Obwohl mobile Arbeit bei immer mehr Tätigkeiten möglich ist, verhindern Unsicherheit über rechtliche Fragen und wirtschaftliche Folgen bei Arbeitnehmern wie Arbeitgebern eine noch schnellere Verbreitung."

Konkret werden in dem Papier Änderungen bei Arbeitszeit-Regelungen vorgeschlagen. Mobiles Arbeiten zahle sich für Arbeitnehmer nur dann besonders aus, wenn sie ihre Arbeitszeiten ganz oder teilweise selbst bestimmen und flexibel handhaben könnten, heißt es. "Das ist insbesondere für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine enorme Verbesserung." Die gesetzlichen wöchentlichen Höchstarbeitszeiten sollten aber unverändert bleiben.

Update,27. Oktober, 13.32 Uhr: Jobsicherung in Corona-Krise: Erste 17 Milliarden fließen aus Brüssel

Zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Corona-Krise haben Italien, Spanien und Polen die ersten 17 Milliarden Euro aus dem neuen EU-Programm Sure bekommen. Dies teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Es handelt sich um preiswerte Kredite, mit denen Kurzarbeiterprogramme und Hilfen für Selbstständige finanziert werden können.

Konkret flossen an Italien zunächst 10 Milliarden Euro, die erste Tranche einer zugesagten Summe von 27,4 Milliarden. Spanien erhielt zunächst 6 von 21,3 Milliarden und Polen eine Milliarde von 11,2 Milliarden. Insgesamt ist im Rahmen von Sure bisher die Auszahlung von 87,9 Milliarden Euro an 17 Länder vereinbart. Der Deckel liegt bei 100 Milliarden Euro.

Update, 27. Oktober, 13.28 Uhr: Söder fordert schnelles Handeln von Bund und Ländern

Angesichts drastisch gestiegener Corona-Zahlen fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun ein schnelles und konsequentes Gegensteuern von Bund und Ländern.

Mit Blick auf die neuerlichen Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch sagte Söder am Dienstag in München: "Wir müssen uns morgen bewähren." Dies sei nicht die letzte Chance, aber eine weitere ganz entscheidende Etappe.

Welche konkreten Gegenmaßnahmen er fordert, ließ Söder zunächst offen, er betonte aber: "Lieber gleich und richtig als spät und halbherzig, und lieber mit einer wirksamen Therapie als mit reinen Placebos." Es gebe nicht mehr viele Möglichkeiten, Dinge einheitlich national zu steuern. Und es reiche nicht aus, etwas zu beschließen, was in zwei Wochen schon wieder überholt sei, mahnte Söder.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, verlangt ein schnelles und konsequentes Gegensteuern von Bund und Ländern.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, verlangt ein schnelles und konsequentes Gegensteuern von Bund und Ländern.  © Peter Kneffel/dpa Pool/dpa

Update, 27. Oktober, 13.24 Uhr: Neuer Höchststand bei Corona-Toten im Iran

Der Iran hat am Dienstag so viele Corona-Tote gemeldet wie noch nie zuvor. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen 24 Stunden 346 Covid-19-Patienten. Im gleichen Zeitraum wurden fast 7000 Neuinfektionen registriert, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Damit liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar im Iran bei 33.299, die der Infizierten bei 581.824.

Nach Einschätzung von Gesundheitsexperten dürften die Fallzahlen jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie angegeben, weil es im Iran noch zu wenige Testmöglichkeiten gebe. Hochgerechnet würde dies bedeuten, dass im Durchschnitt alle 2 Minuten ein infizierter Iraner stirbt und sich alle 6 Sekunden einer ansteckt. Der Iran hat etwa so viele Einwohner wie Deutschland.

Update, 27. Oktober, 13.19 Uhr: Günther kündigt harte Kontaktbeschränkungen an - Obergrenze 10

Angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen will Schleswig-Holstein harte Kontaktbeschränkungen ergreifen. 

Die Zahl 10 werde die Obergrenze für alle Bereiche in den nächsten drei Wochen sein, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag in Kiel.

Update, 27. Oktober, 13.16 Uhr: Dobrindt fordert, neben Corona-Impfstoff auch nach Medikamenten forschen

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat den Ausbau der Erforschung von Therapeutika gegen das Coronavirus gefordert. Neben der Prävention und der Forschung nach einem Impfstoff seien entsprechende Medikamente und Heilmittel als dritte Säule maßgeblich, sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin.

Denn diese seien umso wichtiger, als man sich nicht darauf verlassen könne, wann und ob überhaupt die derzeit aussichtsreichen Impfstoffentwicklungen auch tatsächlich anwendbar seien.

Bei der Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch wird es nach den Worten Dobrindts vor allem um die Reduzierung der Kontakte von Bürgerinnen und Bürgern gehen.

Er wolle jedoch nicht darüber spekulieren, um welche Maßnahmen es sich im Einzelnen handle, sagte der CSU-Politiker. Einen einwöchigen Lockdown, wie ihn der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) vorgeschlagen hatte, halte er nicht für angezeigt.

Update, 27. Oktober, 13.14 Uhr: Cannes ist mit Mini-Festival und rotem Teppich zurück

Premieren und ein roter Teppich unter strengen Corona-Auflagen auf der Croisette: Cannes zeigt in einem dreitägigen Mini-Festival einige der Filme, die im Mai um Trophäen konkurriert hätten.

Gezeigt werden im Festival-Palais bis zum Donnerstag Kurz- und Langfilme. Für den Auftakt am Dienstagabend wurde "Un triomphe" von Emmanuel Courcol in Anwesenheit des Filmteams ausgewählt. Die Komödie mit Kad Merad in der Hauptrolle handelt von einem Schauspieler, der in einem Gefängnis einen Theaterworkshop organisiert.

Wegen der nächtlichen Ausgangssperre ab 21.00 Uhr, die in Frankreich wegen der steigenden Corona-Neuinfektionen herrscht, wurden die Filmpremieren auf 18.00 Uhr vorgezogen. In den Sälen und auf dem roten Teppich ist nur eine begrenzte Anzahl von Zuschauern zugelassen, das Tragen von Mund- und Nasenschutz ist zwingend.

Festivalleiter Thierry Frémaux (l) und Festivalpräsident Pierre Lescure stehen vor einem Banner des "Festival de Cannes". Das Filmfest Cannes ist in diesem Mai wegen der Corona-Krise zwar ausgefallen, trotzdem haben die Organisatoren ihre Arbeit fortgesetzt und ein Programm mit 56 Filmen aufgestellt.
Festivalleiter Thierry Frémaux (l) und Festivalpräsident Pierre Lescure stehen vor einem Banner des "Festival de Cannes". Das Filmfest Cannes ist in diesem Mai wegen der Corona-Krise zwar ausgefallen, trotzdem haben die Organisatoren ihre Arbeit fortgesetzt und ein Programm mit 56 Filmen aufgestellt.  © Thibault Camus/AP/dpa

Update, 27. Oktober, 12.23 Uhr: Gewalt und Festnahmen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Italien

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien hat es in der Nacht zum Dienstag gewalttätige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben.

Nach Ausschreitungen in Mailand und Turin wurden mindestens sechs Menschen festgenommen, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Dutzende wurden Polizeiangaben zufolge abgeführt. Bei den Ausschreitungen seien mindestens elf Beamte verletzt worden.

Bei den Protesten Hunderter Menschen gegen die Corona-Beschränkungen in den beiden norditalienischen Städten hätten Demonstrierende unter anderem mit Steinen, Flaschen und Molotow-Cocktails geworfen, meldete Ansa. Auch Schaufenster von Geschäften wurden zerstört. Die Polizei setzte demnach Tränengas ein.

Eine Straße ist in Rauch gehüllt bei Ausschreitungen und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei am Montagabend in der Innenstadt nach Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien.
Eine Straße ist in Rauch gehüllt bei Ausschreitungen und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei am Montagabend in der Innenstadt nach Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien.  © Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 27. Oktober, 12.02 Uhr: Lauterbach für "Wellenbrecher-Shutdown" zur Corona-Eindämmung

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wirbt für eine befristete Schließung zahlreicher Einrichtungen für zwei Wochen, um den starken Anstieg der Corona-Infektionen zu stoppen. "Wenn wir den Sonderweg Deutschlands retten wollen, auch besser durch die zweite Welle zu kommen, dann muss ein Wellenbrecher-Shutdown jetzt kommen", sagte Lauterbach am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Konkret gehe es um ein Konzept, "bei dem man über zwei Wochen hinweg mit Ankündigung - in der Regel mit einer Woche Vorlauf - bundesweit Einrichtungen schließt: Restaurants, Bars, Kneipen, alle Kulturstätten, Fitnessstudios, Vereine. Offen bleiben aber Schulen, Kitas und essenzielle Geschäfte." Private Treffen müssten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Betrieben sollte so viel Homeoffice gemacht werden wie möglich.

"Wenn dieses Konzept sehr früh ergriffen wird, kann es uns für eine längere Zeit aus dem exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen herausbringen, wenn dieses noch nicht zu lange gelaufen ist", sagte Lauterbach. 

"In dieser Situation sind wir jetzt. Wenn wir es jetzt nicht beschließen, ist aus meiner Sicht ein kompletter Lockdown auch mit Schulen, der viel länger dauern könnte, in einigen Wochen unabwendbar." Er hoffe, dass es bei den Beratungen von Bund und Ländern an diesem Mittwoch zu einem entsprechenden Beschluss komme.

"Um aus dem exponentiellen Wachstum herauszukommen, müssen wir die Zahl der Kontakte um mindestens 50 Prozent senken, bevorzugt sogar um 75 Prozent", erläuterte der Gesundheitsexperte. "Wir würden damit wesentliche Zeit gewinnen und kämen - ohne dass wir mit dramatischen Fallzahlen rechnen müssen -, noch bis zu den Weihnachtsferien."

Karl Lauterbach, SPD-Bundestagsabgeordneter, fordert einen schnellen "Wellenbrecher-Shutdown".
Karl Lauterbach, SPD-Bundestagsabgeordneter, fordert einen schnellen "Wellenbrecher-Shutdown".  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 27. Oktober, 11.58 Uhr: Keine belegten Infektionen durch angebliche Superspreaderin

Einer 26 Jahre alten Frau, die im Verdacht stand, in Bayern vielleicht Dutzende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, können keine Infektionen nachgewiesen werden.

Das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen hat nach Angaben eines Sprechers jedenfalls keine Kontaktpersonen ermitteln können, die durch die positiv getestete Frau infiziert worden sind. Zuvor hatten mehrere Medien über das Ergebnis der Untersuchung des Falls durch das Gesundheitsamt berichtet.

Die 26-Jährige hatte eine Kneipentour in der oberbayerischen Stadt unternommen, obwohl sie Krankheitssymptome hatte und unter Quarantäne stand. Später erhielt sie ein positives Testergebnis. Die Frau wurde daraufhin Mitte September überregional als mögliche Superspreaderin (deutsch: Superverbeiterin) bekannt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nannte ihr Verhalten "besonders rücksichtslos", Ministerpräsident Markus Söder (ebenfalls CSU) sprach von einem "Musterfall für Unvernunft".

Der heftige Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen sollte auf eine US-amerikanische Touristin zurückgehen. Jedoch wurden keine Infektionen durch die junge Frau belegt.
Der heftige Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen sollte auf eine US-amerikanische Touristin zurückgehen. Jedoch wurden keine Infektionen durch die junge Frau belegt.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 27. Oktober, 11.51 Uhr: Israel ernennt Ex-Militärarzt Asch zum neuen Corona-Beauftragten

Professor Nachman Asch wird Israels neuer Corona-Beauftragter. Der 59-Jährige soll den bisherigen Beauftragten Professor Ronni Gamzu ablösen, wie Israels Gesundheitsministerium und das Büro des Ministerpräsidenten am Dienstag mitteilten.

Die Übergabe solle bereits am Mittwoch beginnen. Asch war bis zuletzt leitender Mitarbeiter einer Krankenkasse sowie der Universität Ariel im besetzten Westjordanland. Der ausgebildete Internist war außerdem lange als führender Militärarzt im Einsatz.

Der Corona-Beauftragte ist in Israel führend am Entscheidungsprozess im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beteiligt. Ronni Gamzu, der im Juli für einen begrenzten Zeitraum ernannt worden war, übernimmt wie geplant wieder die Leitung des Ichilov-Krankenhauses in Tel Aviv. Gamzu hatte als Corona-Beauftragter hart zu kämpfen. Es war für ihn wegen politischer Streitigkeiten oft schwer, Entscheidungen über Corona-Beschränkungen durchzusetzen. Es kam auch immer wieder zu Verstößen gegen Corona-Regeln, besonders im ultraorthodoxen Sektor.

Update, 27. Oktober, 11.48 Uhr: EU-Kommissionsvize Schinas positiv auf Corona getestet

EU-Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und hat sich in Selbstisolation begeben. Dies teilte der 58-Jährige selbst am Dienstag auf Twitter mit. Es handele sich um das Ergebnis eines Routinetests. Kommissionschefin Ursula von der Leyen wünschte ihm ebenfalls auf Twitter gute Besserung.

Schinas ist nach Angaben eines Kommissionssprechers das zweite Mitglied des Kollegiums mit einem positiven Testergebnis, nach Jugendkommissarin Marija Gabriel. Der positive Test bei Schinas werde aber absehbar keine Auswirkungen auf das übrige Kollegium haben, da bei allen Kontakten und Sitzungen strenge Vorsichtsmaßnahmen gültig seien, sagte der Sprecher auf Anfrage.

Update, 27. Oktober, 11.39 Uhr: Merkel warnt vor ausgesprochen schwieriger Corona-Situation

Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Beachtung des Wissenstands als Maßstab für Einschränkungen gepocht. "Wir wissen heute etwas mehr über das Virus", sagte Merkel am Dienstag in Berlin, einen Tag vor neuen Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Krise.

Merkel sagte: "Wir wissen, wie wir uns schützen können. Wir können zielgerichteter vorgehen. Aber wir sehen auch bei den steigenden Zahlen, dass wenn wir das, was wir wissen über das Virus, nicht einhalten, dass wir dann wieder in Situationen kommen, die ausgesprochen schwierig sind."

"Die Einschränkungen dienten und dienen dem Schutz der Gesellschaft, aber auch dem Schutz besonders gefährdeter Gruppen", sagte Merkel. "Aber es muss ein Schutzkonzept sein, das nicht zu einer Separation von Gesellschaftsteilen führt." 

"Eine der großen Herausforderungen ist natürlich, dass wir das Pflegepersonal vor zu hoher Arbeitsbelastung schützen", sagte Merkel. So weit wie möglich sollten die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Merkel nannte die Verbesserungen durch den jüngsten Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst."Schöne Worte sind das Eine, Taten sind das Andere."

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt vor einer schwierigen Corona-Situation.
Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt vor einer schwierigen Corona-Situation.  © Axel Schmidt/Reuters Pool/dpa

Update, 27. Oktober, 11.23 Uhr: Polen verzeichnet mehr als 16 000 Corona-Neuinfektionen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 16.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 16.300 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (3529). Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Im gleichen Zeitraum starben 132 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 13.632 Fällen am vergangenen Freitag erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 4615 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen wird vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft. Seit Samstag sind in dem Land alle Restaurants und Bars für einen Zeitraum von zwei Wochen geschlossen, Versammlungen mit mehr als fünf Personen sind verboten.

Update, 27. Oktober, 11.18 Uhr: Zahl der Neuinfektionen steigt stark an: Russland verschärft Maskenpflicht

Angesichts von täglich mehr als 16 000 neuen Corona-Fällen verschärft Russland die Sicherheitsvorkehrungen. Die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor ordnete am Dienstag eine Maskenpflicht an allen Orten an, wo sich mehr als 50 Menschen aufhalten können.

Ein Mund-Nasen-Schutz ist demnach etwa in Fahrstühlen, auf Parkplätzen und in Taxis Pflicht. In der Hauptstadt Moskau muss der Mund-Nasen-Schutz bereits in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und in Supermärkten getragen werden.

Zudem empfahl die Behörde den jeweiligen Regionen in Russland eine Sperrstunde für Bars, Restaurants und Diskotheken. Sie sollte zwischen 23.00 und 6.00 Uhr am Morgen gelten. Die Entscheidung darüber solle vor Ort getroffen werden. Die Moskauer müssen bereits einen QR-Code anfordern, wenn sie in den Nachtstunden tanzen gehen oder Bars aufsuchen. Bei einem Corona-Fall erhalten die Besucher eine SMS und werden aufgefordert, sich testen zu lassen.

Mitarbeiter des Moskauer U-Bahn-Depots desinfizieren den Innenraum eines Zugabteils.
Mitarbeiter des Moskauer U-Bahn-Depots desinfizieren den Innenraum eines Zugabteils.  © Pavel Golovkin/AP/dpa

Update, 27. Oktober, 10.47 Uhr: Scholz fordert schnelle, einheitliche Schritte gegen Corona-Welle

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat schnelle zusätzliche Maßnahmen gegen die rapide steigende Zahl der Corona-Infektionen gefordert. Der dramatische Anstieg in den vergangenen Tagen sei "sehr besorgniserregend", sagte Scholz am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Jetzt sind schnelle und entschlossene Schritte nötig, um diese neue Infektionswelle zu brechen."

Die zusätzlichen Maßnahmen sollten zielgerichtet und zeitlich befristet sein. "Und sie sollten deutschlandweit möglichst einheitlich getroffen werden und allgemein verständlich sein", sagte der Finanzminister. In diesen Wochen entscheide sich, ob Deutschland weiter vergleichsweise gut durch die Pandemie komme. "Wir haben es selbst in der Hand", betonte Scholz.

Update, 27. Oktober, 10.46 Uhr: Deutsche Touristen bleiben Österreich recht treu

Die Corona-Krise hat den Tourismus in Österreich im Sommer regional sehr unterschiedlich getroffen. Von Mai bis September lag die Zahl der Übernachtungen in der Hauptstadt Wien um rund 80 Prozent unter den Werten des Vorjahreszeitraums, in Kärnten mit dem auch bei Deutschen beliebten Wörthersee ging sie nur um elf Prozent zurück, wie Statistik Austria am Dienstag berichtete.

In Tirol betrug das Minus etwa 25 Prozent. Österreichweit brachen die Übernachtungen um etwa 30 Prozent auf knapp 50 Millionen ein. Unter den ausländischen Gästen waren die deutschen Urlauber recht treu. Der Rückgang bei den deutschen Touristen war laut Statistik mit 20 Prozent im Vergleich zu anderen Herkunftsländern am geringsten.

Update, 27. Oktober, 10.44 Uhr: Bundeswahlleiter hält Bundestagswahl in Pandemie-Zeiten für möglich

Bundeswahlleiter Georg Thiel hält eine Bundestagswahl im nächsten Jahr auch unter Pandemiebedingungen für durchführbar. Mit einer Verschiebung der Wahl rechnet Thiel nach eigenen Aussagen nicht, wie er am Dienstag in der Sendung "Frühstart" bei RTL/ntv sagte. "Ich glaube, wenn wir die Erfahrungen aus den Kommunalwahlen nehmen, dass wir gut unter Corona-Bedingungen Wahlen in Deutschland durchführen können."

Thiel fügte hinzu, dass für die verschiedenen Phasen der Bundestagswahl die nötige Vorsorge getroffen werden müsse. Schon jetzt würden Teams verdoppelt, um auf Krankheitsausfälle vorbereitet zu sein. Zudem geht Thiel davon aus, dass der Briefwahlanteil steigen wird.

"Da müssen wir Vorsorge treffen, für mehr Leute, die dann die Briefwahlen auszählen und dass die Carrier die Briefwahlunterlagen rechtzeitig den Wählern zur Verfügung stellen", so der Wahlleiter. Zudem müssten Abstände eingehalten, regelmäßig gelüftet und im Wahllokal Masken getragen werden.

Georg Thiel, Bundeswahlleiter, hält eine Bundestagswahl in der Pandemie für möglich.
Georg Thiel, Bundeswahlleiter, hält eine Bundestagswahl in der Pandemie für möglich.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 27. Oktober, 10.16 Uhr: Arbeitsmarkt zeigt sich erst einmal robust

Ungeachtet immer neuer Hiobsbotschaften hinsichtlich des Corona-Infektionsgeschehens zeigt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland weitgehend robust.

Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt für den Oktober sogar noch leicht nach oben, wie das Nürnberger Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Das Barometer stieg im Oktober um 0,1 Punkte auf 100,2 Punkte - der Wert 100 markiert eine neutrale Situation, 110 wäre eine sehr günstige Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Das Arbeitsmarktbarometer basiert auf einer Befragung aller deutschen Arbeitsagenturen hinsichtlich deren Prognosen für die nächsten drei Monate. Die Oktober-Befragung wurde allerdings vor dem starken Anstieg der Corona-Infektionszahlen in den vergangenen beiden Wochen abgeschlossen.

Update, 27. Oktober, 10.01 Uhr: Altmaier rechnet Ende der Woche mit 20.000 Corona-Neuinfektionen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet Ende der Woche mit 20.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Altmaier sagte am Dienstag bei einem Deutsch-Französischen Wirtschaftstag: "Wir haben es zu tun mit einem exponentiellen Wachstum."

In Deutschland steige die Zahl der Neuinfektionen jeden Tag um rund 70, 75 Prozent im Vergleich zur Woche davor. "Und das bedeutet: Wir werden wahrscheinlich schon Ende dieser Woche 20.000 Neuinfektionen am Tag haben", sagte Altmaier.

Dies sei eine Zahl, die man sich vor drei Wochen noch gar nicht habe vorstellen können. Der Wirtschaftsminister verwies auch auf die hohe Zahl von Corona-Neuinfektionen in Frankreich und betonte die enge Zusammenarbeit mit Frankreich.

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, rechnet mit einer starken Steigerung der Corona-Zahlen in Deutschland.
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, rechnet mit einer starken Steigerung der Corona-Zahlen in Deutschland.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 27. Oktober, 9.25 Uhr: Easyjet verkauft weitere Flugzeuge und mietet sie zurück

Der britische Billigflieger Easyjet kämpft in der Corona-Krise weiterhin ums finanzielle Überleben. Zur Stärkung seiner Finanzkraft hat das Unternehmen neun weitere Jets vom Typ Airbus A320 an zwei Leasing-Gesellschaften verkauft, um sie dann über einen Zeitraum von nahezu zehn Jahren wieder zurück zu mieten.

Laut einer Mitteilung vom Dienstag hat Easyjet damit 398,6 Millionen US-Dollar (337 Mio Euro) erlöst. Das Unternehmen besitzt nach Abschluss der beiden jüngsten Leasing-Deals nach eigenen Angaben noch 152 unbelastete Flugzeuge selbst. Das seien 44 Prozent der Flotte. Man werde die Märkte weiterhin beobachten, so das Unternehmen.

Der britische Billigflieger Easyjet kämpft ums Überleben.
Der britische Billigflieger Easyjet kämpft ums Überleben.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dp

Update, 27. Oktober, 9 Uhr: Altmaier verschiebt Vorstellung der Herbstprognose auf Freitag

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die Vorstellung der Herbstprognose zur Konjunkturentwicklung auf Freitag verschoben. Geplant war eigentlich, dass er sie am Mittwochvormittag vorlegt.

Als Grund für die Verschiebung nannte das Wirtschaftsministerium am Dienstag Termingründe - am Mittwochmittag beginnen Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehreren Bundesministern mit den Ministerpräsidenten der Länder zur aktuellen Corona-Lage. Diese werden angesichts der hohen Zahl an Neuinfektionen mit Spannung erwartet.

Altmaier will die Wachstumsprognose der Bundesregierung für das laufende Jahr zufolge trotz der hohen Corona-Neuinfektionszahlen leicht anheben, wie das "Handelsblatt" berichtet hatte.

Update, 27. Oktober, 8.57 Uhr: Brinkhaus will Parlamentsbeteiligung angehen - bei nächster Pandemie

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus will den Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zur stärkeren Beteiligung des Parlaments in der Krise angehen - allerdings erst für die nächste Pandemie.

Schäuble habe zu Recht gemahnt, ob denn ordentlich durch ein Gesetz abgebildet sei, wenn Grundrechte so lange eingeschränkt würden und ob der Bundestag nicht zwischendurch darüber entscheiden müsse, sagte Brinkhaus am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". "Das werden wir auch jetzt in Ruhe angehen und werden uns überlegen, wie wir es bei der nächsten Pandemie dann auch so machen können, dass die Bedenken des Bundestagspräsidenten berücksichtigt werden."

Zu einer stärkeren Beteiligung des Bundestags während der Corona-Pandemie sagte er: "Wo es exekutiv schneller Entscheidungen bedarf, da müssen wir das den Ministerpräsidenten und der Bundesregierung überlassen", sagte er. "Und das ist die Gewaltenteilung." Er räumte aber ein, dass das Infektionsschutzgesetz auf kürzere Infektionen ausgelegt sei, etwa auf eine lokale Maserninfektion.

Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, will eine stärkere Parlamentsbeteiligung bei der nächsten Pandemie angehen.
Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, will eine stärkere Parlamentsbeteiligung bei der nächsten Pandemie angehen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 27. Oktober, 8.44 Uhr: Exporterwartungen verschlechtern sich laut Ifo-Institut spürbar

Die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen haben sich im Oktober verschlechtert. Der Indikator für das verarbeitende Gewerbe lag 3,7 Punkte niedriger als im Vormonat bei 6,6 Punkten, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag in München mitteilte.

Grund für die zunehmenden Sorgen seien die steigenden Corona-Infektionszahlen. Im September war noch ein Höchststand seit 2018 erreicht worden.

Sowohl in der Nahrungs- und Getränkeindustrie als auch in der Bekleidungsbranche wird laut Ifo mit rückläufigen Exporten gerechnet. Hier dürfte vor allem die Sorge vor einer erneuten flächendeckenden Schließung der europäischen Innenstädte zur Eindämmung der Infektionszahlen auf die Stimmung drücken.

Weniger Sorgen machen sich die Hersteller von elektronischen und optischen Geräten. Hier, genauso wie in der chemischen Industrie, werde von steigenden Auslandsumsätzen ausgegangen. Der Indikator für die Chemiebranche habe den höchsten Stand seit Dezember 2018 erreicht.

Trotz der Eintrübung bleiben die Exporterwartungen im verarbeitenden Gewerbe deutlich über dem Tiefstand von April mit minus 49,2 Punkten.

Die Corona-Krise macht Deutschlands Exportunternehmen schwer zu schaffen.
Die Corona-Krise macht Deutschlands Exportunternehmen schwer zu schaffen.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Oktober, 8.37 Uhr: Verschiebung des CDU-Parteitags: Brinkhaus zeigt Verständnis für Merz

Nach der Kritik des CDU-Vorsitzkandidaten Friedrich Merz an der Verschiebung des Parteitages hat Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus Verständnis geäußert. "Ich kann das verstehen. Das ist ja so, wie wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet. Und dann wird der Prüfungstermin verschoben. Dann ist man natürlich sauer", sagte er am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Der CDU-Bundesvorstand hatte am Montag beschlossen, dass der geplante Präsenzparteitag am 4. Dezember in Stuttgart mit 1001 Delegierten angesichts der stark steigenden Infektionszahlen nicht mehr zu halten sei. Wenn auch Anfang des neuen Jahres kein Präsenzparteitag möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden.

Update, 27. Oktober, 6.47 Uhr: RKI meldet über 11.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Dienstagmorgen 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6868 gelegen.

Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle überstieg am Wochenende die Marke von 10.000.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 449.275 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 27.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 42 auf insgesamt 10.098. Das RKI schätzt, dass rund 326.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,37 (Vortag: 1,45). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Ein Holzschild mit der Aufschrift "Bleibt gesund!" hängt an einem Wegweiser, den eine Familie vor ihrem Haus aufgestellt hat.
Ein Holzschild mit der Aufschrift "Bleibt gesund!" hängt an einem Wegweiser, den eine Familie vor ihrem Haus aufgestellt hat.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 27. Oktober, 6.44 Uhr: Strenge Auflagen: Städte bereiten sich auf Weihnachtsmärkte vor

Viele deutsche Städte bereiten sich trotz Corona-Pandemie und steigender Infektionszahlen auf die Weihnachtsmärkte vor. Um Besucher und Besucherinnen bestmöglich zu schützen, sind die Auflagen vielerorts streng.

Während etwa in München oder Dresden der Markt räumlich entzerrt werden soll, planen die Veranstalter am Berliner Breitscheidplatz Zugangskontrollen, um Menschenmassen zu vermeiden. In der Ruhrgebietsstadt Essen müssen Gäste an den Ständen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, in Leipzig sind gastronische Angebote wie Bratwurst- oder Glühweinstände sogar ganz verboten.

In anderen Städten wie Düsseldorf, Köln, Erfurt, Freiburg oder Frankfurt wurden viele Märkte hingegen bereits abgesagt - am Montag kam auch das Aus für den weltberühmten Christkindlesmarkt in Nürnberg. Auch der beliebte Berliner Weihnachtszauber am Gendarmenmarkt fällt der Pandemie zum Opfer. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken seien angesichts steigender Neuinfektionen unkalkulierbar geworden, sagte ein Sprecher.

Update, 27. Oktober, 5.07 Uhr: Corona-Fälle bei den UN: Treffen im New Yorker Hauptquartier abgesagt

Mindestens fünf Corona-Infektionen legen das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York vorläufig lahm. Wegen der positiv auf das Virus getesteten Mitarbeiter eines Mitgliedsstaates seien für Dienstag alle persönlichen Treffen diverser Gremien auf dem Gelände am East River abgesagt worden.

Das geht aus einem internen Brief des Präsidenten der UN-Vollversammlung, Volkan Bozkir, vom Montag hervor. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Sitzungen würden solange ausgesetzt, bis die Kontaktverfolgung abgeschlossen sei.

Diplomatenkreisen zufolge handelt es sich um einen Ausbruch in der UN-Vertretung Nigers. Das afrikanische Land ist Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, in dem auch Deutschland sitzt. Die letzte Sitzung am Montag hatte das mächtigste UN-Gremium allerdings ohnehin planmäßig digital abgehalten. Erst am Dienstag sollte es wieder zu einer Präsenzveranstaltung zusammenkommen.

Update, 27. Oktober, 4.57 Uhr: Ausschreitungen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Italien

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen sowie Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen.

Hunderte Menschen gingen am Montagabend in Turin und Mailand gegen die Beschränkungen auf die Straße, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei habe unter anderem Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die mit Steinen und Flaschen geworfen hätten.

Polizisten setzen während eines Protests gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung Tränengas ein.
Polizisten setzen während eines Protests gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung Tränengas ein.  © Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa

Update, 27. Oktober, 4.42 Uhr: Verpackungsmüll-Menge in Deutschland steigt weiter an

Der Verbrauch von Verpackungen in Deutschland nimmt weiter zu. 2018 stieg die Müll-Menge erneut auf ein Rekordhoch: 18,9 Millionen Tonnen fielen an, wie das Umweltbundesamt am Dienstag mitteilte.

Rechnerisch waren das 227,5 Kilogramm pro Kopf und damit nochmal ein Kilo mehr als im Vorjahr. Private Verbraucher hatten daran erneut einen Anteil von 47 Prozent. Sie produzierten über 8,9 Millionen Tonnen Verpackungsmüll oder 107,7 Kilo pro Kopf - ein Prozent mehr als 2017 und ganze 20,6 Prozent mehr als noch 2010.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat demnach noch keine Erkenntnisse dazu, wie sich die Corona-Krise auf den Verpackungsverbrauch ausgewirkt hat - die Daten für 2018 sind die neuesten offiziellen. "Aufgrund der geschlossenen Geschäfte und Restaurants ist allerdings abzusehen, dass vor allem mehr Serviceverpackungen für Essen und Getränke verbraucht worden sind", teilte die Behörde mit.

Update, 27. Oktober, 4.08 Uhr: Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen mit einem Lockdown

Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

Die Mehrheit der Deutschen rechnet aufgrund der steigenden Zahlen mit einem zweiten Lockdown.
Die Mehrheit der Deutschen rechnet aufgrund der steigenden Zahlen mit einem zweiten Lockdown.  © Tom Weller/dpa

Update, 27. Oktober, 3.55 Uhr: WHO-Chef warnt vor Überlastung von Intensivstationen auch in Europa

Angesichts rapide steigender Zahlen von Infektionen mit dem Coronavirus hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation vor einer Überlastung von Intensivstationen vor allem in Europa und Nordamerika gewarnt. 

"Viele Länder auf der Nordhalbkugel sehen derzeit einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen und Einweisungen ins Krankenhaus", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem Briefing in Genf am Montag. An einigen Orten füllten sich die Intensivstationen schnell.

Tedros äußerte Verständnis dafür, dass viele Menschen eine gewisse "Pandemie-Müdigkeit" fühlten. Die psychische und physische Belastung durch das Arbeiten von zu Hause aus sowie die Distanz zu Freunden und Familie sei hoch. Dennoch dürften die Menschen jetzt nicht aufgeben. Vor allem aber müssten die Gesundheitssysteme geschützt werden und die Menschen, die für sie arbeiteten.

Der WHO-Chef rief die Menschen dazu auf, alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Ansteckungen zu vermeiden. Nur so könnten auch weitere Lockdowns vermieden werden.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), warnt vor Überlastung von Intensivstationen auch in Europa.
Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), warnt vor Überlastung von Intensivstationen auch in Europa.  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Update, 27. Oktober, 3.12 Uhr: DIW-Chef Fratzscher: Mehrwertsteuersenkung nicht verlängern

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, rät davon ab, die befristete Senkung der Mehrwertsteuer über das Jahresende hinaus zu verlängern. 

"Zum einen, weil sie sehr teuer ist, zum anderen, weil die Logik war, durch eine temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer zu einem vorgezogenen Konsum beizutragen. Dies würde bei einer Verstetigung der Mehrwertsteuersenkung nicht mehr funktionieren", sagte der Wirtschaftsforscher der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag).

Fratzscher warnte generell davor, den Staat zu überfordern. "Wir dürfen vom Staat nicht zu viel erwarten. Dieser kann den wirtschaftlichen Schmerz in dieser akuten Phase der Krise lediglich lindern, aber nicht stoppen." Der DIW-Präsident plädierte aber dafür, kleine und mittlere Unternehmen sowie Soloselbstständige gezielter zu unterstützen, "sowohl durch einen stärkeren Verlustrücktrag bei den Steuern als auch bei Überbrückungshilfen".

Marcel Fratzscher warnt davor, den Staat zu überfordern und die Mehrwertsteuersenkung zu verlängern.
Marcel Fratzscher warnt davor, den Staat zu überfordern und die Mehrwertsteuersenkung zu verlängern.  © Daniel Naupold/dpa

Update, 27. Oktober, 2 Uhr: Slowakei will fast das ganze Volk in vier Tagen auf Corona testen

An den beiden kommenden Wochenenden will die slowakische Regierung fast die gesamte Bevölkerung des Landes auf das Coronavirus testen. Der nationale Corona-Krisenstab habe den Plan abgesegnet, nachdem eine Pilotphase am vergangenen Wochenende erfolgreich verlaufen sei, teilte Regierungschef Igor Matovic am Montagabend mit.

Der Gründer der populistisch-konservativen Wahlplattform Gewöhnliche Leute OLaNO hatte das Vorhaben erst vor einer Woche angekündigt. Vom vergangenen Freitag bis Sonntag waren zunächst vier besonders stark von der Pandemie betroffene Bezirken an der polnischen Grenze getestet worden.

In den beiden nächsten Phasen sollen binnen vier Tagen, jeweils samstags und sonntags, alle über zehn Jahre alten Einwohner im Rest des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden.

Dass die zunächst ebenfalls vorgesehenen Freitage gestrichen wurden, hängt offensichtlich mit einer Personalknappheit zusammen, vor der Gesundheitsexperten gewarnt hatten. An den beiden arbeitsfreien Tagen sei es leichter, genügend Helfer zu finden als am Freitag, erklärte Gesundheitsminister Marek Krajci vor Journalisten.

Igor Matovic, Ministerpräsident der Slowakei. Das Land will fast das gesamte Volk innerhalb von vier Tagen auf Corona testen.
Igor Matovic, Ministerpräsident der Slowakei. Das Land will fast das gesamte Volk innerhalb von vier Tagen auf Corona testen.  © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

Update, 27. Oktober, 1.24 Uhr: Umfrage: Jeder zweite Deutsche findet Corona-Auflagen angemessen

Gut jeder zweite Deutsche hält einer Umfrage zufolge die geltenden Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für ausreichend. 51 Prozent der Befragten sind im "Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin" dieser Ansicht.

Das sind acht Prozentpunkte weniger als zu Monatsbeginn. Für 32 Prozent gehen die aktuell geltenden Einschränkungen nicht weit genug, ein Plus von 5 Prozentpunkten. 15 Prozent halten die derzeitigen Auflagen hingegen für zu weitgehend, das sind vier Prozentpunkte mehr als Anfang Oktober.

Die Kontrollen der Auflagen bewerten 50 Prozent als unzureichend. 34 Prozent empfinden sie als ausreichend, 10 Prozent gehen sie zu weit.

Eine deutliche Mehrheit von 74 Prozent der Befragten ist der Ansicht, dass sie selbst einen sehr starken (29 Prozent) oder starken Beitrag (45 Prozent) zur Eindämmung der Pandemie leisten können. 19 Prozent nehmen ihren möglichen Beitrag als weniger stark wahr.

6 Prozent finden dagegen, dass sie durch ihr Alltagsverhalten gar nichts zur Eindämmung der Pandemie beitragen können. Politiker fordern die Bürger immer wieder zur Eigenverantwortung etwa durch das Verringern von Kontakten auf, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

Update, 27. Oktober, 1 Uhr: Intensivmediziner: Genug Intensivbetten, aber zu wenig Pflegepersonal

Intensivmediziner warnen vor Engpässen bei der Versorgung von Covid-19-Patienten wegen des Fehlens von Pflegepersonal. "Wir haben einen dramatischen Mangel an Pflegekräften", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Es gebe inzwischen "ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten". Das allein helfe aber nicht weiter, "wenn wir kein Personal haben, um die Patienten zu versorgen". Hierin liege "das viel größere Problem". Grob geschätzt fehlten bundesweit 3500 bis 4000 Fachkräfte für die Intensivpflege, sagte Janssens.

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, rechnet damit, dass der Personalmangel in den Krankenhäusern bald massiv zutage tritt. "Sechs bis neun Prozent der Infizierten von heute werden in zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden müssen", prognostizierte Johna. "Pro schwer krankem Covid-Patienten auf der Intensivstation wird eigentlich eine Pflegekraft benötigt", sagte sie den Funke-Zeitungen.

Update, 26. Oktober, 23.30 Uhr: Merz fordert weiter CDU-Parteitag im Dezember

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, hat dem Eindruck widersprochen, er sei aus persönlichen Gründen gegen eine Verschiebung des CDU-Parteitages, bei dem ein neuer Vorsitzender gewählt werden soll.

Es gehe nicht um seine Person, er habe seit zwei Jahren gute Umfragewerte, dies bleibe auch weitere Wochen und Monate so, sagte Merz am Montagabend im ZDF-"heute journal" und in den ARD-"Tagesthemen". Es gehe um die Arbeits- und Handlungsfähigkeit der Partei.

Der Bundesvorstand hatte am Montag in Berlin beschlossen, dass der geplante Präsenzparteitag am 4. Dezember in Stuttgart mit 1001 Delegierten angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen nicht mehr zu halten sei. Wenn auch Anfang des neuen Jahres kein Präsenzparteitag möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden. Und fehle dafür noch eine gesetzliche Grundlage, solle es einen digitalen Parteitag mit Vorstellungsrunde und eine anschließende Briefwahl geben.

Merz betonte, man könne die am Montag getroffene Entscheidung noch korrigieren. Er würde dies empfehlen. Bis 4. November sei noch Zeit, den Parteitag einzuberufen.

Die CDU-Spitze verschiebt angesichts der dramatischen Corona-Infektionszahlen den für den 4. Dezember in Stuttgart geplanten Parteitag zur Wahl eines Vorsitzenden ins nächste Jahr.
Die CDU-Spitze verschiebt angesichts der dramatischen Corona-Infektionszahlen den für den 4. Dezember in Stuttgart geplanten Parteitag zur Wahl eines Vorsitzenden ins nächste Jahr.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 26. Oktober, 21.58 Uhr: Tschechien verhängt nächtliche Ausgangssperre

Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen hat die Regierung in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. 

Von Mittwoch an dürfen die Menschen zwischen 21.00 Uhr und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht mehr verlassen, wie der demnächst aus dem Amt scheidende Gesundheitsminister Roman Prymula nach der Kabinettssitzung am Montagabend bekanntgab. 

Die bisherigen Maßnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt, sagte der 56-Jährige. Seit Beginn der Pandemie wurden in Tschechien insgesamt 263.572 Corona-Infektionen und 2337 Todesfälle registriert.

Eine weitere Maßnahme sieht vor, dass die noch geöffneten Geschäfte wie Supermärkte sonntags schließen müssen. Bereits seit anderthalb Wochen sind die Menschen aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. 

In Tschechien werden in Folge hoher Corona-Infektionszahlen strengere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie umgesetzt.
In Tschechien werden in Folge hoher Corona-Infektionszahlen strengere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie umgesetzt.  © Roman Vondrouš/CTK/dpa

Es gibt aber zahlreiche Ausnahmen von den Ausgangsbeschränkungen wie den Weg zur Arbeit, Sport und Einkaufen. In Tschechien gilt seit Anfang Oktober der Notstand. Er ermöglicht es der Regierung, die Bürgerrechte einzuschränken.

Tschechien mit seinen knapp 10,7 Millionen Einwohnern ist aktuell besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Innerhalb von 14 Tagen steckten sich nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC 1284,4 Menschen je 100.000 Einwohner an.

Das war der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. Im gleichen Zeitraum starben 10,2 Menschen je 100.000 Einwohner (Belgien: 4,9; Deutschland: 0,5).

Update, 26. Oktober, 21.21 Uhr: Corona-Sorgen schicken Dow und Nasdaq auf Talfahrt

Sorgen über steigende Neuinfektionen und schwindende Hoffnungen auf weitere Corona-Wirtschaftshilfen vor den US-Präsidentschaftswahlen haben die US-Börsen zum Wochenstart schwer belastet. 

Überraschend schwache Daten vom Häusermarkt trugen ihr Übriges zur angeschlagenen Stimmungslage bei. Der Dow Jones Industrial sackte am Montag direkt zum Handelsstart unter die Marke von 28.000 Punkten und weitete seine Verluste im Verlauf noch weiter aus, bis er den tiefsten Stand seit Ende September erreichte.

Die Nasdaq-Indizes konnten sich dem starken Abwärtstrend zunächst entziehen, doch dann ging es auch an der technologielastigen Börse spürbar nach unten. 

Letztlich verlor der Dow 2,29 Prozent auf 27.685,38 Punkte und erholte sich damit wieder etwas. Der marktbreite S&P 500 gab um 1,86 Prozent auf 3400,97 Punkte nach. Der Nasdaq-Auswahlindex 100 sank um 1,61 Prozent auf 11.504,52 Zähler.

Corona verdirbt Börsianern die Laune (Symbolbild).
Corona verdirbt Börsianern die Laune (Symbolbild).  © Wang Ying/XinHua/dpa

Update, 26. Oktober, 20.05 Uhr: Landes-SPD verschiebt Parteitag wegen Corona auf nächstes Jahr

Die SPD Sachsen-Anhalt hat wegen der immer schneller steigenden Corona-Infektionszahlen im Land ihren für nächste Woche geplanten Parteitag verschoben. 

Das teilte die Partei am Montag nach einer Videoschalte des Landesvorstands mit. Der Parteitag, auf dem die Sozialdemokraten eigentlich ihr Programm für die Landtagswahl im kommenden Jahr beschließen wollten, soll nun Anfang 2021 nachgeholt werden. Dafür werde auch die Möglichkeit eines digitalen Parteitags geprüft, hieß es in einer Mitteilung.

Ursprünglich hatte der Parteitag mit 120 Delegierten am Samstag kommender Woche in Magdeburg stattfinden sollen. Dabei wäre es nur um das Wahlprogramm gegangen, ihre Kandidaten für die Landtagswahl und die Bundestagswahl im kommenden Jahr will die SPD auf einem Parteitag im Februar aufstellen. 

Spitzenkandidatin soll Katja Pähle werden. Die Landtagswahl ist für den 6. Juni 2021 geplant.

Katja Pähle, Fraktionsvorsitzende der SPD in Sachsen-Anhalt.
Katja Pähle, Fraktionsvorsitzende der SPD in Sachsen-Anhalt.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 26. Oktober, 19.45 Uhr: Unterhachings Volleyballer kritisieren Ungleichbehandlung

Verantwortliche des Volleyball-Bundesligisten TSV Unterhaching haben die Ungleichbehandlung von Sportarten beim Umgang mit der Corona-Pandemie kritisiert. 

Dabei geht es um zwei positive Tests von TSV-Betreuern, die zur zweiwöchigen Quarantäne des gesamten Teams geführt haben. "Unser Arzt hat zwei Mal mit dem Gesundheitsamt telefoniert", sagte Geschäftsstellenleiter Mihai Paduretu dem Portal sport1.de. 

"Die Entscheidung, dass die ganze Mannschaft trotz zweier negativer Tests isoliert wurde, konnte nicht geändert werden. Das versteht keiner."

Trainer Patrick Steuerwald sagte dazu: "Da fühlt man sich schon sehr benachteiligt und hat das Gefühl in einer Zweiklassen-Gesellschaft zu sein. Für uns ist es spannend zu sehen, dass es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte, die uns nicht einmal vorgeschlagen wurden. Und das ist ungerecht, denn wir können nicht wie die Bayern täglich Corona-Tests machen. Das macht mich wütend."

Update, 26. Oktober, 19.14 Uhr: Gericht: Osnabrücker Gastronom darf in Sperrstunde öffnen

Das Verwaltungsgericht in Osnabrück hat dem Eilantrag eines Osnabrücker Gaststättenbetreibers gegen die in der niedersächsischen Corona-Verordnung geregelte Sperrstunde stattgegeben. 

Er darf nach der Entscheidung vom Montag seine Gaststätte deshalb vorläufig auch in der Zeit von 23.00 bis 6.00 Uhr öffnen, wie das Gericht mitteilte. 

Für andere Gastwirte gelte dies jedoch nicht, da es sich nicht um eine Entscheidung in einem vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) zu führenden Normenkontrollverfahren handele.

Viele Wirte können bei den aktuellen Sperrstunden gleich ganz dicht machen (Symbolbild).
Viele Wirte können bei den aktuellen Sperrstunden gleich ganz dicht machen (Symbolbild).  © Guido Kirchner/dpa

Update, 26. Oktober, 19.07 Uhr: Lübecker Weihnachtsmarkt abgesagt - Nordische Filmtage nur online

Wegen steigender Coronazahlen hat die Hansestadt Lübeck den kompletten Weihnachtsmarkt abgesagt. Zudem finden die Nordischen Filmtage in diesem Jahr nur digital statt, wie die Stadt am Montag mitteilte. Von Dienstag an gelte zudem in der gesamten Lübecker Altstadt eine Maskenpflicht.

Update, 26. Oktober, 19.03 Uhr: Soziale Frage gewinnt laut Kanzlerin in Corona-Krise an Schärfe

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat die Corona-Krise als Bewährungsprobe für den Zusammenhalt in der Gesellschaft bezeichnet. 

Die CDU-Politikerin sagte am Montagabend: "Die Pandemie mit ihren vielfältigen Folgen trifft uns alle, einige aber besonders hart - vor allem jene, die ohnehin nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen, die im Alltag Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen, die sie nun aber coronabedingt noch schwerer als sonst bekommen können. Und so gewinnt die soziale Frage an Schärfe." 

Merkel äußerte sich in einer Videobotschaft bei der Verleihung des Sozialpreises 2020 der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege.

Die Pandemie erweise sich als Bewährungsprobe für die Gesellschaft und ihren Zusammenhalt, sagte Merkel. Sie würdigte die Arbeit der Wohlfahrtsverbände, die viele Seniorenwohnheime und Krankenhäuser betrieben, aber auch Kindergärten, Pflegedienste sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe. 

Sie alle stünden coronabedingt vor besonderen Herausforderungen. Sie hätten mit einer sich ständig ändernden Lage zu kämpfen, die in der bevorstehenden kalten Jahreszeit tendenziell ernster werde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU.  © Stefanie Loos/AFP Pool /dpa

Für die gemeinnützigen Träger sei es besonders wichtig, dass die Finanzierung gesichert sei, um den Betrieb der Einrichtungen auch unter Pandemie-Bedingungen aufrechterhalten zu können. Die Bundesregierung habe daher wirtschaftliche Folgen abgefedert, so die Kanzlerin. Die sozialen Dienstleister seien gerade in dieser schwierigen Zeit "unentbehrlich".

Die Wohlfahrtsverbände seien eine tragende Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts, sagte Merkel. Sie gäben Menschen Halt und prägten die Identität örtlicher Gemeinschaften. Merkel sprach von starken Gemeinschaften, die Extremismus, Hass und Ausgrenzung die Stirn böten.

"Ich danke allen von Herzen, die sich für andere Menschen engagieren, die Menschlichkeit und Gemeinschaft leben und stärken."

Update, 26. Oktober, 18.29 Uhr: Weitere Details zu Merkels "Lockdown Light"

Das Kanzleramt will nach Bild-Informationen bei der Bund-Länder-Runde am Mittwoch wegen der rasant zunehmenden Corona-Neuinfektionen für mögliche weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens werben. 

Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten Schulen und Kitas dann jedoch weiter geöffnet bleiben, außer in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen, berichtete die Zeitung am Montagabend. 

Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut Bild will das Kanzleramt vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen.

Wegen der angespannten Corona-Lage beraten Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bereits am Mittwoch in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen. 

Es gehe darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Allen sei bewusst, "dass dabei jeder Tag zählt".

Kanzlerin Merkel (66, CDU) mit Maske.
Kanzlerin Merkel (66, CDU) mit Maske.  © Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Update, 26. Oktober, 18.11 Uhr: Münster sagt alle Weihnachtsmärkte ab

Nach monatelangen Debatten um Hygienekonzepte sagt die Stadt Münster nun doch alle Weihnachtsmärkte ab. Das beschloss die Stadtverwaltung am Montag in einer gemeinsamen Sitzung mit den Veranstaltern. 

Update, 26. Oktober, 18.10 Uhr: Erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in Dänemark

Dänemark hat erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 1000 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag verzeichnet. Wie am Montag aus Zahlen des staatlichen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurden seit Sonntag 1056 neue Corona-Fälle registriert. 

SSI-Direktor Kåre Mølbak wies aber darauf hin, dass diese Zahl wegen technischer Probleme diesmal 28 statt 24 Stunden umfasse und das Niveau somit in etwa bei dem vom Sonntag liege.

Am Sonntag hatten die Dänen mit 945 Neuinfektionen einen Höchststand vermeldet. Dänemark testet allerdings viel mehr als im Frühjahr, weshalb sich die Zahlen nur bedingt mit denjenigen aus dem März oder April vergleichen lassen.

Die Entwicklung wird im nördlichen deutschen Nachbarland mit Sorge beobachtet. Mittlerweile liegen 145 Menschen wegen einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus, das ist der höchste Stand seit Mitte Mai. 

Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen (42) hat viel zu tun.
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen (42) hat viel zu tun.  © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Auch sechs Todesfälle kamen am Montag hinzu. Damit sind in Dänemark bislang mehr als 41.400 Fälle bestätigt worden, 708 Menschen mit Corona-Infektion sind bislang gestorben. Auf die Bevölkerung von rund 5,8 Millionen Menschen gerechnet liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus traten am Montag in Dänemark weitere Beschränkungen in Kraft. Von nun an dürfen sich nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln.

Die meisten Menschen aus Deutschland dürfen seit Samstag nur noch mit einem triftigen Grund ins Land einreisen. Ab Donnerstag wird die Maskenpflicht zudem vom öffentlichen Nahverkehr auf alle öffentlichen Räume wie etwa Supermärkte ausgeweitet.

Update, 26. Oktober, 18.05 Uhr: Dreyer: Kontaktbeschränkungen Thema bei Schalte mit Kanzlerin

Bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Länderchefs am Mittwoch soll es nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (59, SPD) auch darum gehen, ob die Kontakte deutschlandweit weiter eingeschränkt werden müssen. 

"Wir sind in einer sehr ernsten Situation", sagte Dreyer am Montag während einer Video-Schalte des Corona-Bündnisses Rheinland-Pfalz mit Blick auf die exponentiell steigenden Corona-Infektionen.

Die Sozialdemokratin sprach von einem "entscheidenden Wendepunkt" im Verlauf der Pandemie. Es müsse jedoch darüber nachgedacht werden, welche Kontakte weiter reduziert werden könnten, "ohne dass Kitas und Schulen schließen müssen und die Wirtschaft zu Boden geht".

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (59, SPD).
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (59, SPD).  © Arne Dedert/dpa

Update, 26. Oktober, 17.31 Uhr: Keine Zuschauer gegen Real Madrid im Borussia-Park erlaubt

Das Champions-League-Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Real Madrid am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) findet ohne Zuschauer statt. Dies teilte der Club am Montag nach einer entsprechenden Anweisung der Bezirksregierung Düsseldorf mit. Ursprünglich waren ohnehin nur 300 der zunächst möglichen 10.804 Fans zugelassen.

Update, 26. Oktober, 17.30 Uhr: "Lockdown Light": Was plant Merkel jetzt?

Angesichts rasant zunehmender Corona-Infektionen will Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ländern dringend über eine stärkere Eindämmung beraten. Laut Bild plant die Kanzlerin einen "Lockdown Light" für Deutschland!

Bereits an diesem Mittwoch soll es eine Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten geben - noch vor deren turnusmäßiger Konferenz am Freitag. 

Es gehe darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. 

Allen sei bewusst, "dass dabei jeder Tag zählt". Auch unter den Ländern rückt ein bundesweit enger abgestimmtes Vorgehen in den Blick. Die CDU verschiebt ihren für Dezember geplanten Parteitag ins neue Jahr.

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Update, 26. Oktober, 17.15 Uhr: Aktuelle Grafik zur Lage in Deutschland

Die aktuellen Corona-Zahlen aus Deutschland in der Übersicht.
Die aktuellen Corona-Zahlen aus Deutschland in der Übersicht.  © TAG24

Update, 26. Oktober, 17.03 Uhr: Quarantäne für Bonner Basketball-Team nach nur zwei Tagen wieder aufgehoben

Die Quarantäne für die gesamte Mannschaft des Basketball-Bundesligisten Telekom Baskets Bonn ist nach zwei Tagen wieder aufgehoben worden. 

Das teilte der Verein am Montag mit. Erst am Samstag hatte das Gesundheitsamt Bonn eine vorläufige Quarantäne für das gesamte Team angeordnet, nachdem ein Spieler schwach-positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Doch zwei weitere Tests fielen negativ aus und das erste Ergebnis wird nach Angaben des Clubs als falsch-positiv gewertet. 

Noch am Montagabend sollte die Mannschaft ins Training zurückkehren.

Update, 26. Oktober, 17 Uhr: Neue Corona-Beschränkungen in Norwegen

Die Norweger sollen wegen der auch bei ihnen steigenden Corona-Zahlen ab Mittwoch nicht mehr als fünf Gäste in ihren eigenen vier Wänden begrüßen. 

Das teilte die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg am Montag auf einer Pressekonferenz in Oslo mit. Private Zusammenkünfte an öffentlichen Orten werden zugleich landesweit auf maximal 50 Teilnehmer begrenzt; bislang lag die Grenze bei 200.

Darüber hinaus werden Arbeitskräfte aus Ländern, die die EU als Risikogebiete bezeichnet, ab Samstag nicht wie bisher von der obligatorischen Zehn-Tages-Quarantäne ausgenommen. Dazu zählen laut Solberg unter anderem Polen, Frankreich und Großbritannien.

Die Infektionszahlen stiegen und stiegen, unter anderem auch unter den Älteren der Gesellschaft, sagte Solberg. Es müsse deshalb mehr getan werden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. 

Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg.
Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg.  © Fredrik Hagen//dpa

Je mehr Einsatz man jetzt zeige, umso größer sei die Chance, normale Weihnachtsfeiertage im größeren Familienkreis verbringen zu können, sagte Solberg. Ziel sei es letztlich, noch strengere Maßnahmen zu vermeiden. Bildungsministerin Guri Melby unterstrich, dass alles dafür getan werden solle, Kindergärten und Schulen offen zu behalten.

Norwegen ist im Europa-Vergleich bislang mit knapp 18.000 gemeldeten Fällen und 279 Toten in Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen relativ gut durch die Pandemie gekommen. In den vergangenen 14 Tagen haben die Norweger auf die Bevölkerung gerechnet nur ein Viertel so viele Neuinfektionen verzeichnet wie Deutschland.

Verglichen mit dem Rest des Europäischen Wirtschaftsraums ist die Infektionszahl in dem Zeitraum in Norwegen so niedrig gewesen wie in keinem anderen Land.

Update, 26. Oktober, 16.51 Uhr: Eintracht plant Heimspiel ohne Zuschauer gegen Werder Bremen

Eintracht Frankfurt wird das Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Werder Bremen aller Voraussicht nach ohne Zuschauer austragen. 

Wie der Fußballclub am Montag mitteilte, liege - bis auf die Ankündigung der Stadtpolitik von Zuschauerausschlüssen im Profisport - keine formale Entscheidung zur Partie vor. 

Da die Allgemeinverfügung der Stadt Frankfurt ausdrücklich Ausnahmen von der Teilnehmerbeschränkung auf 100 Personen vorsehe, habe die Eintracht Frankfurt einen solchen Ausnahmeantrag für bis zu 8000 Zuschauer gestellt.

"Nach allen Signalen, die wir von der Politik empfangen, müssen wir aber damit rechnen, dass das Spiel vor leeren Rängen stattfinden muss", sagte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann. 

Update, 26. Oktober, 16.49 Uhr: Corona-Infektionskennziffer in Baesweiler bei Aachen nun 554

Im Coronavirus-Hotspot Baesweiler bei Aachen in Nordrhein-Westfalen ist die wichtige Kennziffer für Neuinfektionen weiter gestiegen. 

Am Montag meldete die Städteregion Aachen einen Wert von 554 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche für Baesweiler. Am Freitag lag die Kennziffer für Baesweiler noch bei 328. 

In der Stadt mit rund 27.000 Einwohnern gilt ein strenger Maßnahmenkatalog. Die muslimischen Gemeinden dort setzen das Freitagsgebet bis zum 31. Oktober aus. Der freiwillige Verzicht auf die Gebete sei sehr hilfreich, erklärte die Städteregion.

Ein Sprecher der Städteregion wies darauf hin, dass die Infektionskennziffer von 554 in Baesweiler eine rechnerische Größe sei. Derzeit gebe es dort 144 aktive Corona-Infektionen. 

Die gesamte Städteregion, zu der neben Aachen neun weitere Kommunen gehören, hatte am Montag einen Wert von 199 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche angegeben.

Das Ortsschild der nordrhein-westfälischen Stadt Baesweiler steht am Ortseingang. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in diesem Ort zur Zeit bei 554.
Das Ortsschild der nordrhein-westfälischen Stadt Baesweiler steht am Ortseingang. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in diesem Ort zur Zeit bei 554.  © Henning Kaiser/dpa

Update, 26. Oktober, 16.46 Uhr: Familienministerin Giffey rät zu Halloween ohne Klingeltour

Nach dem Verband der Kinder und Jugendärzte empfiehlt auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD) zu Halloween auf die beliebten Klingeltouren zu verzichten. 

"In Gruppen von Tür zu Tür zu laufen und Süßigkeiten zu sammeln – dafür ist aktuell nicht die Zeit", sagte Giffey der Welt. Das Risiko, dabei das Coronavirus zu übertragen sei zu groß. 

Ganz ausfallen müsse das vor allem bei Kindern beliebte Fest am Abend des 31. Oktober ja nicht, sagte Giffey. "Zu Hause, in einem kleinen Kreis, kann das Verkleiden und Naschen auch Spaß machen."

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD).
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD).  © Fabrizio Bensch/Reuters-Pool/dpa

Update, 26. Oktober, 16.44 Uhr: Magdeburg ist Corona-Risikogebiet - viele Infizierte nach Feier

Magdeburg ist jetzt auch Corona-Risikogebiet. Amtsarzt Eike Hennig sagte am Montag, es sei aktuell die Zahl von 79 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche erreicht. 

Er halte eine weiter steigende Tendenz für möglich und wahrscheinlich. Zur deutlich steigenden Zahl der Coronavirus-Infektionen habe eine oktoberfestartige Veranstaltung mit mehr als 120 Teilnehmern beigetragen, bei der sich nach aktuellem Stand 35 Menschen infiziert haben, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). 

Er kündigte eine Verschärfung der Corona-Regeln ab Mittwoch an. Es werde auch mehr kontrolliert.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat keine guten Nachrichten für die Bürger.
Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat keine guten Nachrichten für die Bürger.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 26. Oktober, 16.16 Uhr: Oberverwaltungsgericht bestätigt Sperrstunden für Kneipen in NRW

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat die Sperrstunden für Gaststätten und Bars in Risikogebieten in Nordrhein-Westfalen bestätigt. 

Die Regel der Landesregierung in der seit dem 17. Oktober gültigen Corona-Schutzverordnung sei rechtmäßig, wie das OVG am Montag mitteilte. Das Verbot des Alkoholverkaufs zwischen 23 und 6 Uhr diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. 

Die Sperrstunden leisteten einen Beitrag zur Kontaktreduzierung, heißt es in der Begründung des OVG. Der Beschluss ist nicht anfechtbar (Az.: 13 B 1581/20.NE).

Die Entscheidung fiel in einem sogenannten Normenkontroll-Eilverfahren von 19 Antragstellern, die in Bonn, Köln und im Rhein-Sieg-Kreis Gaststätten betreiben. Weitere Klagen von weiteren Gastronomen sind in Münster anhängig.

Update, 26. Oktober, 15.52 Uhr: Nürnberg sagt weltberühmten Christkindlesmarkt ab

Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte die Stadt Nürnberg am Montag mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen mit.

"Uns fällt diese Entscheidung sehr schwer. Der Christkindlesmarkt mit seiner großen Tradition gehört zu Nürnberg", sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU).

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bewegt sich auch in Nürnberg in Richtung des Schwellenwerts von 100 und mehr Infektionen innerhalb von sieben Tagen. 

Alle Jahre wieder? Dieses Jahr fällt der Christkindlesmarkt aus!
Alle Jahre wieder? Dieses Jahr fällt der Christkindlesmarkt aus!  © Daniel Karmann/dpa

Update, 26. Oktober, 15.36 Uhr: Habeck angesichts der Pandemie besorgt um gesellschaftlichen Konsens

Grünen-Chef Robert Habeck (51) hat sich mit Sorge über den gesellschaftlichen Konsens in der Coronakrise geäußert. 

"Wenn es etwas gibt, was mich besorgt, dann ist es das Sich-Widersprechen, der Ton der Gereiztheit", sagte Habeck am Montag in Berlin. Man müsse größere bundeseinheitliche Verabredungen treffen und diese in den Ländern und Kommunen konkret umsetzen.

Ein ganz besonderes Augenmerk lege er darauf, Schulschließungen zu verhindern, führte Habeck aus. Die Schäden, die bereits durch vorangegangene Schließungen ausgelöst worden seien, zahlten aufs Leben ein. Eine Maßnahme, die dazu beitragen könne das zu verhindern, seien Luftreinigungsanlagen in den Schulen. "Das hätte schon längst passieren müssen", betonte Habeck.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) wird am kommenden Mittwoch erneut mit den Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz über die sich zuspitzende Entwicklung der Corona-Pandemie beraten. 

Vor dem digitalen Treffen wurden die Rufe nach schärferen und vor allem einheitlicheren Corona-Regeln lauter.

Grünen-Chef Robert Habeck (51).
Grünen-Chef Robert Habeck (51).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 26. Oktober, 15.27 Uhr: China meldet weitere 26 Corona-Infizierte in Xinjiang

Nach einem neuen Ausbruch des Coronavirus in der westchinesischen Region Xinjiang haben die Behörden weitere Infektionen gemeldet. 

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag berichtete, wurde das Virus bei 26 weiteren Menschen in der Stadt Kashgar nachgewiesen. Keine der positiv getesteten Personen habe Symptome wie Husten oder Fieber.

Die Behörden in Xinjiang hatten am Sonntag, die höchste Alarmstufe im öffentlichen Gesundheitswesen ausgerufen, nachdem zunächst 137 Menschen ohne Symptome positiv auf Corona getestet worden waren. Sämtliche Bewohner der Millionenstadt Kasghar sollten getestet werden.

Mit strengen Maßnahmen wie der Abriegelung von Millionenstädten, strikter Isolation und Einreisesperren hat China das Virus bereits seit Monaten weitestgehend unter Kontrolle. Es gab lediglich vereinzelt lokal begrenzte Ausbrüche, die schnell wieder eingedämmt wurden. 

So testete vor einigen Wochen auch die Küstenstadt Qingdao im Osten des Landes nach einem Ausbruch die gesamte Bevölkerung von knapp zehn Millionen Einwohnern.

Xi Jinping (67), Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas muss aller Erfolgsmeldungen zum Trotz auch in China weiter mit dem Coronavirus klarkommen.
Xi Jinping (67), Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas muss aller Erfolgsmeldungen zum Trotz auch in China weiter mit dem Coronavirus klarkommen.  © Andy Wong/AP/dpa

Update, 26. Oktober, 15.19 Uhr: Erstmals in der Geschichte: Kölner Dreigestirn bekommt zweite Karnevalssession

Der Kölner Karneval reagiert mit einer historischen Neuerung auf die Corona-Pandemie: Erstmals wird das Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau in der Stadt zwei Amtszeiten regieren. 

Das kündigte Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, am Montag an. Viele Höhepunkte der kommenden Session - etwa der Rosenmontagszug - könnten so nicht stattfinden, erklärte er. 

Daher habe man dem designierten Dreigestirn angeboten, "in die Verlängerung" zu gehen. Nach Angaben des Festkomitees geschieht das zum ersten Mal in der Geschichte des Kölner Karnevals. Mehrere Medien hatten berichtet.

Der designierte Prinz Sven I. - bürgerlich Sven Oleff, aufgewachsen in Köln-Nippes - sagte, für ihn erfülle sich ein Lebenstraum. "Es geht uns nicht um Feiern um jeden Preis. Ganz im Gegenteil. Wir möchten unsere Dreigestirnszeit unter drei Oberbegriffe stellen: Das ist zum einen Lebensmut, Zuversicht und Achtsamkeit." 

Das närrische Dreigestirn Prinz Christian II (Mitte), Jungfrau Griet (links) und Bauer Frank eröffneten den Rosenmontagszug am 24. Februar 2020.
Das närrische Dreigestirn Prinz Christian II (Mitte), Jungfrau Griet (links) und Bauer Frank eröffneten den Rosenmontagszug am 24. Februar 2020.  © Roberto Pfeil/dpa

Wenn die Pandemie eines gelehrt habe, dann, dass es manchmal ganz gut sei, zu entschleunigen. "Wir glauben, dass auch diese Entschleunigung dem Kölner Karneval gut tun wird."

Das Kölner Dreigestirn ist in Köln das, was in anderen Hochburgen zum Beispiel das Prinzenpaar ist. Prinz, Bauer und Jungfrau absolvieren in normalen Zeiten etliche Auftritte in Sälen und auf Bühnen.

Auch in Düsseldorf könnte das Prinzenpaar wegen der Corona-Pandemie ein weiteres Jahr im Amt bleiben.

Update, 26. Oktober, 15.14 Uhr: Erster niederländischer Minister in Quarantäne

Der niederländische Minister für Medien und Bildung, Arie Slob, hat eine Debatte im Parlament abgebrochen und musste sich in Quarantäne begeben. 

Einer seiner Mitarbeiter sei mit dem Coronavirus infiziert worden, teilte das Ministerium am Montag mit. Der Minister selbst habe keine Symptome. Es ist der erste Quarantäne-Fall in der Regierung.

Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Länder in Europa. Am Montag waren 10.353 Neu-Infektionen innerhalb 24 Stunden gemeldet worden.

Update, 26. Oktober, 15.07 Uhr: Trump spielt Corona herunter und macht die Medien verantwortlich

US-Präsident Donald Trump (74)hat die Gefahr des Coronavirus erneut heruntergespielt und den Medien vorgeworfen, die Pandemie aus politischen Gründen aufzubauschen. 

Die Anzahl der Neuinfektionen steige nur, weil in den USA so viel getestet werde, erklärte Trump am Montag in einem Tweet. Er sprach von einer "Verschwörung der Fake News Medien".

Die "korrupten" und falsch informierenden Medien schlachteten die Pandemie gezielt bis zur Wahl am 3. November aus, um ihm zu schaden, schrieb Trump. "Am 4. November wird sich das Thema völlig verändern."

Die Anzahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist in den USA zuletzt auf rund 70.000 gestiegen. Der Anstieg ist damit deutlich schneller als jener der Tests. Experten warnen, dass die USA mit Beginn der kalten Jahreszeit vor einer neuen Corona-Welle stehen. 

US-Präsident Donald Trump (74).
US-Präsident Donald Trump (74).  © Alex Brandon/AP/dpa

Ein plötzliches Verschwinden der Pandemie als Top-Thema in den US-Medien nach der Wahl scheint daher extrem unwahrscheinlich. In den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bislang 8,6 Millionen bestätigte Infektionen und 225.000 Todesfälle - mehr als in jedem anderen Land.

In seinen Tweets erneuerte Trump auch seine Aussage, wonach "junge Menschen" nach einer Covid-19-Erkrankung "sehr schnell wieder gesund werden". Renommierte Gesundheitsexperten haben dieses von Trump wiederholt angeführte Argument als irreführend und gefährlich bezeichnet.

Schwere Krankheitsverläufe bei Jüngeren sind selten, aber nicht unmöglich. Zudem können sie ältere Personen oder Menschen mit Vorerkrankungen anstecken, für die Covid deutlich gefährlicher ist.

Update, 26. Oktober, 15.03 Uhr: Söder: Bei neuen Corona-Einschränkungen schnellere Hilfe für Medien

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hat sich bei weiteren Corona-Einschränkungen für schnellere Hilfen für die Medienbranche ausgesprochen. 

Sollte es weitere Einschränkungen geben, "dann müssen wir gleichzeitig auch noch entsprechende finanzielle Hilfsangebote machen. Und zwar auch mit einem schnelleren Umsetzen", sagte der CSU-Politiker am Montag zum Auftakt des Branchentreffens 34. Münchner Medientage. 

Bei vielen Hilfsprogrammen habe es seit Frühjahr lange gedauert, viele hätten auf Geld gewartet, betonte Söder mit Blick auf die Medien-, Event- und Kulturszene.

Nach Ausbruch der Pandemie hatten in Deutschland viele Medienhäuser wegbrechende Werbeerlöse, die ein wichtiges Standbein für die Unternehmen sind. Anzeigen wurden storniert oder Projekte verschoben.

Söder sagte: "Wenn wir wieder die Situation haben, dass wir erhebliche Werbeausfälle hätten, dann müssen wir natürlich im Zweifelsfall auch den Medien wieder Unterstützung geben. Denn die Medien haben sich tatsächlich als sehr, sehr systemrelevant für unser Land erwiesen."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).  © Peter Kneffel/dpa

Update, 26. Oktober, 15 Uhr: Opposition in Spanien gegen sechsmonatigen Corona-Notstand

Die konservative Opposition hat in Spanien geschlossen das Vorhaben der Regierung abgelehnt, den seit Sonntag geltenden Corona-Notstand nach den ersten zwei Wochen vom Parlament gleich um sechs Monate verlängern zu lassen. 

Oppositionsführer Pablo Casado sprach sich am Montag für einen höchstens achtwöchigen Notstand bis Mitte Dezember aus. So könne man "Weihnachten retten", sagte der Chef der Volkspartei (PP) Journalisten in Madrid.

Die Ausrufung des Notstandes zeuge ohnehin vom "Versagen" der linken Regierung im Kampf gegen die Pandemie, betonte Casado. 

Auch die liberalen Ciudadanos, die Rechtspopulisten von Vox sowie Chefs von Regionalparteien lehnten einen sechsmonatigen Notstand ab. Im Madrider Parlament zeichnen sich erneut hitzige Debatten ab.

Mit der Ausrufung des sogenannten Alarmzustandes, der dritthöchsten Notstandsstufe, verhängte die Regierung fast im ganzen Land auch eine nächtliche Ausgehsperre. 

Lediglich die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanarischen Inseln sind davon ausgenommen. Nur unter dem Notstand darf die Regierung die Bewegungsfreiheit der Bürger in Spanien einschränken. Er gilt zunächst für zwei Wochen.

Pablo Casado (39), Chef der konservativen Volkspartei (PP).
Pablo Casado (39), Chef der konservativen Volkspartei (PP).  © Óscar Cañas/Europa Press/dpa

Eine Verlängerung muss vom Parlament gebilligt werden. Die Minderheitsregierung strebt - anders als im Frühjahr, als ein am Ende gut dreimonatiger Notstand alle zwei Wochen verlängert wurde - eine einmalige Verlängerung bis zum 9. Mai an. Sánchez bat dafür um Unterstützung der Opposition. Die Lage sei "extrem", warnte er.

Die Regionalregierungen dürfen den Beginn des Ausgangsverbots zwischen 22 und 24 Uhr und das Ende zwischen 5 und 7 Uhr ansetzen.

Neben der Ausgehsperre, die in der Nacht zum Montag überall ohne nennenswerte Zwischenfälle oder Proteste begann, wurden am Sonntag im ganzen Land Versammlungen von mehr als sechs Personen, die nicht im selben Haushalt leben, untersagt.

Im Rahmen des Notstands dürfen die Regionen ihr gesamtes Gebiet, einzelnen Gemeinden oder Stadtteile abriegeln und andere Einschränkungen anordnen, ohne befürchten zu müssen, dass die Justiz diesen Maßnahmen kippt.

Spanien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Westeuropas. Bisher wurden mehr als eine Million Infizierte registriert, knapp 35.000 Menschen starben mit Covid-19.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt bei 191,11 mit steigender Tendenz. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts 68,4.

Update, 26. Oktober, 14.56 Uhr: Bulgarien: Coronainfizierter Regierungschef Borissow im guten Zustand

Der Gesundheitszustand des coronainfizierten bulgarischen Regierungschefs Boiko Borissow (61) ist amtlichen Angaben zufolge gut. 

"Borissow führt seine Amtsgeschäfte weiter", sagte Vizeregierungschef und Verteidigungsminister Krassimir Karakatschanow am Montag. Er habe mit Borissow am Sonntagabend SMS ausgetauscht, Borissow gehe es gut, sagte Karakatschanow.

Borissow hatte am Sonntag auf Facebook mitgeteilt, dass er positiv auf das Corornavirus getestet worden sei. Er beklagte ein "allgemeines Unwohlsein".

Der Chef des Notfallkrankenhauses in Sofia, Assen Baltow, bestätigte, Borissow sei "in gutem Allgemeinszustand". Der 61-Jährige werde zuhause behandelt.

Der bulgarische Regierungschefs Boiko Borissow (61).
Der bulgarische Regierungschefs Boiko Borissow (61).  © Olivier Matthys/AP Pool/dpa

Update, 26. Oktober, 14.37 Uhr: Französischer Wissenschaftsrat besorgt über Corona-Lage

Die aktuelle Corona-Welle wird nach Einschätzung des wissenschaftlichen Rates der französischen Regierung "stärker sein als die erste". Er sei von der "Brutalität" der Zunahme der Neuinfektionen in den jüngsten 15 Tagen überrascht, sagte Jean-François Delfraissy, der Leiter des Beratungsgremiums, am Montag dem Radiosender RTL.

Delfraissy sprach von einer kritischen Lage und einer hohen Dunkelziffer bei den Neuinfektionen: "Es gibt wahrscheinlich mehr als 50.000 Fälle pro Tag. Der wissenschaftliche Rat schätzt, dass wir eher rund 100.000 Fälle pro Tag haben."

Davon gehe der Rat angesichts der gemeldeten Neuinfektionen, aber auch der nicht diagnostizierten und asymptomatischen Fälle aus. Delfraissy schloss eine Ausweitung der bereits existierenden Ausgangssperren nicht aus.

Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch. Die jeden Abend bekanntgegebene Anzahl der Neuinfektionen erreichte in der vergangenen Woche mehrmals Spitzenwerte. Am Sonntagabend wurden erstmals seit Beginn der großflächigen Testungen mehr als 52.000 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden erfasst.

Seit Samstag gilt in Frankreich die nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner, also rund 46 Millionen Menschen. Sie gilt in 54 Départements und im Überseegebiet Französisch-Polynesien. In den Nachtstunden dürfen die Menschen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür.

Update, 26. Oktober, 14.31 Uhr: Merkel berät Mittwoch mit Ministerpräsidenten über Corona-Pandemie

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am kommenden Mittwoch erneut mit den Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz über die sich zuspitzende Entwicklung der Corona-Pandemie beraten.

Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit. Seibert unterstrich, dass es eine ernsthafte Entwicklung gebe. Kontaktnachverfolgungen durch die Gesundheitsämter seien kaum mehr möglich. Die Intensivbetreuung von Corona-Patienten nehme wieder zu, die Kapazitäten nähmen entsprechend ab, machte Seibert deutlich.

Vor dem digitalen Treffen der Ministerpräsidenten der Länder Ende dieser Woche wurden die Rufe nach schärferen und vor allem einheitlicheren Corona-Regeln lauter.

Update, 26. Oktober, 14.28 Uhr: Söder: "Entscheidungswoche" im Kampf gegen Corona

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht den Kampf gegen Corona in einer entscheidenden Woche.

"Ich glaube schon, dass es ziemlich ernst jetzt ist, und dass sich alle nochmal klar machen müssen, um was es geht", sagte Söder am Montag auf den Münchner Medientagen mit Blick auf die nächste Ministerpräsidentenkonferenz in wenigen Tagen.

"Das ist die Entscheidungswoche." Söder bekräftigte: "Wir haben klare Ziele: Wir wollen der Wirtschaft keinen Schaden zufügen, wir wollen Schule und Kitas so lange wie möglich offen halten." Er verwies aber auch auf die bayern- und bundesweit immer weiter steigenden Corona-Zahlen.

München: Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, gibt nach einem Rundgang durch das Referat für Gesundheit und Umwelt ein Statement im Innenhof.
München: Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, gibt nach einem Rundgang durch das Referat für Gesundheit und Umwelt ein Statement im Innenhof.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 26. Oktober, 14.26 Uhr: Litauen erneut mit Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut einen Höchststand erreicht. Einen Tag nach der entscheidenden Runde der Parlamentswahl wurden am Montag 766 positive Tests innerhalb von 24 Stunden registriert. Dies teilte die Gesundheitsbehörde in Vilnius mit. Der bisherige Rekordwert vom Sonntag lag bei 603.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 10.949 bestätigte Infektionen und 136 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. "Wir haben die erste Corona-Welle gut gemeistert, aber die zweite Welle erhebt sich immer noch. Wir haben nicht viel Zeit, um wesentliche Entscheidungen zu treffen", schrieb Präsident Gitanas Nauseda nach der Wahl auf Facebook.

Nach Angaben der EU-Behörde ECDC von lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen zuletzt bei 145,4 und damit über dem deutschen Wert von 135,6. Angesichts der Entwicklung hatte die amtierende Regierung in Vilnius zuletzt wieder strengere Schutzmaßnahmen verhängt: Zwölf Kommunen stehen seit Montag unter lokaler Quarantäne.

Neue Einschränkungen gelten auch für Cafés, Bars, Restaurants und Diskotheken, die nur noch bis Mitternacht geöffnet haben dürfen und ihre Gäste registrieren müssen. Gesundheitsminister Aurelijus Veryga sagte am Montag, dass die Regierung weitere Schritte erwäge, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Update, 26. Oktober, 14.24 Uhr: Beliebte Weihnachtsmärkte in Prag fallen wegen Corona-Pandemie aus

Die traditionsreichen Weihnachtsmärkte im Prager Stadtzentrum fallen in diesem Jahr aus. Grund sei die Corona-Pandemie, teilte die Betreibergesellschaft Taiko in Absprache mit der Stadtverwaltung am Montag mit.

Auf dem Altstädter Ring mit dem Rathaus wird demnach nur ein Baum für Weihnachtsatmosphäre sorgen. Es wird sich um eine 19 Meter hohe Fichte handeln, die derzeit noch auf einem Privatgrundstück nahe der tschechischen Hauptstadt steht. Der Baumschmuck soll angesichts der Lage schlicht ausfallen.

Die Entscheidung fiel einen Monat vor dem geplanten Beginn der Adventsmärkte. In früheren Jahren kamen im Dezember rund 700.000 Übernachtungsgäste in die Stadt, um die Winteratmosphäre an der Moldau zu genießen. Doch Tschechien ist aktuell besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Wegen der steigenden Infektionszahlen hat die deutsche Bundesregierung bereits vor Wochen für das ganze Land eine Reisewarnung ausgesprochen.

Innerhalb von 14 Tagen steckten sich nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC in Tschechien 1284,4 Menschen je 100.000 Einwohner an. Das war der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. Im gleichen Zeitraum starben 10,2 Menschen je 100.000 Einwohner (Belgien: 4,9; Deutschland: 0,5).

Update, 26. Oktober, 14.05 Uhr: Schäuble ruft Abgeordnete zum Einhalten der Corona-Regeln auf

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat erneut eindringlich an alle Abgeordneten appelliert, durch ein Einhalten der Corona-Regeln im Parlament ein Ausbreiten der Pandemie zu verhindern. Vor dem Bundestag lägen die letzten sechs Sitzungswochen des Jahres, heißt es in einem Schreiben des CDU-Politikers vom Montag an alle 709 Abgeordneten, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. "Sie fallen in eine Phase, in der die Pandemie auch in Deutschland an Wucht gewinnt."

Schäuble bat die Abgeordneten daher, die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu beachten, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und Räume regelmäßig zu lüften. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten wann immer möglich von zu Hause aus arbeiten. Gespräche sollten möglichst nicht persönlich, sondern per Telefon- oder Videokonferenz geführt werden. Die Abgeordneten sollten zudem von der Möglichkeit von Corona-Schnelltests Gebrauch machen, zum Beispiel, wenn sie zuvor in Corona-Risikogebieten waren.

Von dem Appell können sich insbesondere die AfD-Abgeordneten und ihre Mitarbeiter angesprochen fühlen. Während die Sicherheitsregeln von allen anderen Fraktionen akzeptiert und eingehalten werden, stoßen sie in der AfD auf starken Widerstand. Zuletzt hatten 19 Abgeordnete und 9 Mitarbeiter Schäuble zwingen wollen, eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, in der er zusagt, die Anordnung zur Maskenpflicht in allen Gebäuden des Bundestags zurückzunehmen. Dies hatte Schäuble jedoch strikt zurückgewiesen.

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, nimmt vor der Regierungsbefragung seine Maske ab.
Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, nimmt vor der Regierungsbefragung seine Maske ab.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 26. Oktober, 13.51 Uhr: ECDC - Corona-Impfstoffstrategien müssen laufend angepasst werden

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mahnt Anpassungsfähigkeit auf dem Weg zu möglichen Corona-Impfungen in Europa an. Es fehle derzeit an Gewissheiten und Wissen über die Eigenschaften von Impfstoffen, die im Europäischen Wirtschaftsraum verfügbar werden könnten, teilte die in Stockholm ansässige EU-Agentur am Montag in einem neuen Bericht mit.

Auch bestehende Wissenslücken über das Coronavirus und die Covid-19-Erkrankung müssten noch geschlossen werden. Impfpläne und -strategien müssten deshalb angepasst werden, sobald es weitere Informationen gebe.

Stehe ein Impfstoff zur Verfügung, dürfte das Angebot zumindest anfänglich begrenzt sein, so das ECDC. Die Verteilung müsse deshalb an die jeweiligen Lieferkapazitäten angepasst werden. Dabei müsse sichergestellt werden, dass die Impfung diejenigen erreiche, die sie am dringendsten benötigten.

Aufgrund der erwarteten anfänglichen Engpässe müssten die Länder Prioritätsgruppen für die Impfung identifizieren. Wer in diese Gruppen falle, hänge von verschiedenen Faktoren ab, erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon. Dazu zählen laut ECDC unter anderem die aktuelle epidemiologische Lage zum Zeitpunkt der Impfstoffverteilung, das Risiko schwerer Erkrankungen und das Aufrechterhalten wichtiger gesellschaftlicher Dienste und Grundsätze.

Mathematische Modelle spielten dabei eine wichtige Rolle. Auch aus den Erfahrungen aus der Schweinegrippe-(H1N1)-Pandemie 2009 sollten Schlüsse gezogen werden.

Update, 26. Oktober, 13.46 Uhr: Dänemark bleibt vorerst für Schleswig-Holsteiner offen

Schleswig-Holsteiner dürfen vorerst weiterhin nach Dänemark einreisen, obwohl die Zahl der Neuinfektionen pro
100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in dem Bundesland seit dem Wochenende über 30 liegt. Für Montag - Stand Mitternacht - weist das Robert Koch-Institut zwar einen Inzidenzwert von 36,33 aus.

Dänemark zählt allerdings etwas anders, um ein Land als sogenanntes Quarantäneland mit entsprechenden Einreisebeschränkungen einzustufen. Ein Quarantäneland wird ein Land, wenn dort 14 Tage lang im Schnitt die Zahl der Fälle bei mehr als 30 pro 100.000 Einwohner pro Woche liegt.

Vergangenen Donnerstag hatten die Dänen Deutschland als ein solches Quarantäneland eingestuft - mit der Ausnahme Schleswig-Holsteins. Auf der Webseite des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hieß es am Montag, die wöchentliche Zahl der Corona-Neuinfektionen liege für das Land Schleswig-Holstein bei 16,2 pro 100.000 Einwohner.

Falls die Zahl der Neuinfektionen in Schleswig-Holstein aber nicht drastisch sinken sollte, dürfte die Grenzen demnächst auch für Schleswig-Holsteiner geschlossen werden. Sie bräuchten dann ebenfalls einen triftigen Grund für die Einreise oder müssten einen negativen, maximal 72 Stunden alten Corona-Test vorlegen, um ins Land zu dürfen. Das geht aus den Angaben hervor.

Dänemark entscheidet immer am Donnerstagnachmittag über Änderungen bei den Regelungen zur Einreise. Diese werden dann am jeweils nächsten Samstag ab 0.01 Uhr gültig.

Update, 26. Oktober, 13.43 Uhr: Pharmaziekette bietet Corona-Schnelltests in Großbritannien an

Die Pharmaziekette Boots will in den kommenden Wochen in Großbritannien Corona-Schnelltests anbieten, deren Ergebnisse schon in zwölf Minuten vorliegen.

Das könnte Folgen für die Entscheidungen der Politik im Umgang mit Corona haben. Der Kunde bekommt nach Unternehmensangaben noch am selben Tag das Ergebnis des Abstrich-Tests mitgeteilt. Der Service wird in ausgewählten Geschäften erhältlich sein, wie das Unternehmen in London mitteilte.

Das neue Angebot sei für Menschen ohne Symptome geeignet, die zum Beispiel vor einer Reise zu Verwandten vorsichtshalber testen lassen wollten, ob sie selbst ansteckend sein könnten. Es sei aber derzeit nicht als Nachweis bei Flugreisen ausreichend, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Service kostet 120 Pfund (etwa 133 Euro). "Wir hoffen, dass wir damit auch Druck vom (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS nehmen können", sagte Boots-Geschäftsführer Seb James.

Nach wie vor gibt es in Großbritannien mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern nicht genug Tests. Wissenschaftliche Regierungsberater räumten erst kürzlich wieder ein, das es "noch Raum für Verbesserungen" bei den Tests und der Warn-App gibt.

Besonders stark betroffen von der Pandemie sind derzeit der Norden Englands, Teile von Wales und Schottland sowie Nordirland. Jeder Landesteil entscheidet über seine eigenen Maßnahmen in der Corona-Krise. Das Vereinigte Königreich ist das Land mit den meisten Todesfällen in Europa; bis Sonntag waren knapp 45.000 gemeldet worden. Auch hier wird mit einer hohen Dunkelziffer gerettet.

Update, 26. Oktober, 13.27 Uhr: Mehr als 18.000 Corona-Neuinfektionen in Belgien an einem Tag

Das von der Corona-Pandemie schwer betroffene Belgien meldet einen neuen Höchststand an Neuinfektionen. Für Dienstag voriger Woche (20. Oktober) belaufe sich die Zahl nach neuen Berechnungen auf 18.217, sagte der Sprecher des Krisenzentrums, Yves van Laethem, am Montag vor der Presse in Brüssel. Der Wert für den 20. Oktober war am Wochenende zunächst mit 15.432 angegeben worden.

Zum Vergleich: In Deutschland, das mehr als siebenmal so viele Einwohner wie Belgien hat, hatte das Robert Koch-Institut den bisher höchsten Tageswert am Samstag mit 14.714 gemeldet, worin Nachmeldungen enthalten sein könnten. Für Belgien bezifferte das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano die Zahl der durchschnittlichen Neuinfektionen pro Tag für den Zeitraum vom 16. bis 22. Oktober auf 12.491, ein Anstieg um 44 Prozent zur Vorwoche. Die 14-Tage-Inzidenz erreichte 1288,7 Fälle pro 100.000 Einwohner, das ist eine Zunahme um 220 Prozent im Vergleich zu den beiden Wochen davor.

Bisher sind in dem 11,5 Millionen-Einwohner-Land 10.810 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. In Deutschland waren es bis Montag 10.056. Nach Angaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hat Belgien mit 94 Corona-Toten pro 100.000 Einwohner eine der höchsten Todesraten weltweit. Insgesamt gab es in Belgien seit Beginn der Pandemie 321.031 Infektionen mit dem Coronavirus, die meisten davon in den Provinzen Lüttich (Liège), Brüssel und Hennegau (Hainaut).

Im Kampf gegen die Pandemie traten am Montag in der Region Brüssel abermalige Verschärfungen der Regeln in Kraft. So gilt dort nun überall Maskenpflicht, die nächtliche Ausgangssperre beginnt bereits um 22.00 Uhr statt um Mitternacht. Die flämische Regionalregierung wollte am Dienstagabend über Maßnahmen beraten. Der Ministerpräsident Walloniens, Elio Di Rupo, schloss am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga "zusätzliche Maßnahmen" nicht aus.

Belgien: Menschen stehen Schlange vor einer Covid-19-Teststation am Flughafen Brüssel-Zaventem.
Belgien: Menschen stehen Schlange vor einer Covid-19-Teststation am Flughafen Brüssel-Zaventem.  © Eric Lalmand/belga/dpa

Update, 26. Oktober, 13.12 Uhr: EU fährt wegen Corona-Lage in Brüssel Betrieb herunter

Die Zahl der Treffen zwischen Vertretern der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel wird wegen der hohen Corona-Infektionszahlen auf das unbedingt erforderliche Maß zurückgefahren. Weil die zweite Welle der Pandemie die EU-Hauptstadt derzeit mit voller Härte treffe, müsse bei der Organisation von physischen Treffen noch vorsichtiger und mit noch größerer Umsicht vorgegangen werden, teilte ein Sprecher der derzeitigen deutschen EU-Ratspräsidentschaft am Montag mit.

Auch virtuelle Sitzungen würden mit Rücksicht auf die Ressourcen des Ratssekretariats und der Präsidentschaft auf prioritäre Themen beschränkt.

Persönlich stattfinden werden demnach nur noch Treffen, die für das Funktionieren der EU oder zur Koordinierung der Covid-19-Krisenreaktion notwendig sind. Dazu gehören zum Beispiel auch die laufende Verhandlungen über das EU-Haushalts- und Wiederaufbaupaket.

"Es ist praktisch ausgeschlossen, ohne persönliche Treffen und Kontakte eine Einigung zwischen den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament zu finden", erklärte der Sprecher dazu. Angesichts der schnellen Ausbreitung der Pandemie müsse das gemeinsame Ziel bleiben, die Verhandlungen so schnell wie möglich zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen und europäische Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Allein in der Region Brüssel wurden zuletzt 1770 Infektionen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen gemeldet.

Brüssel: Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, und Jean Castex, Premierminister von Frankreich, kommen zu einem gemeinsamen Treffen im EU-Hauptsitz.
Brüssel: Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, und Jean Castex, Premierminister von Frankreich, kommen zu einem gemeinsamen Treffen im EU-Hauptsitz.  © Kenzo Tribouillard/AFP Pool/AP/dpa

Update, 26. Oktober, 12.30 Uhr: Lockdown im Landkreis Rottal-Inn, folgt bald auch Augsburg?

Der zweite Landkreis in Bayern macht dicht: Wegen rasant steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus geht der Kreis Rottal-Inn in einen Lockdown.

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Update, 26. Oktober, 11.21 Uhr: Deutscher Skiverband stellt Hygiene- und Schutzkonzept vor

Mit einem speziell auf den Skisport ausgerichteten Hygiene- und Schutzkonzept will der Deutsche Skiverband den anstehenden Wettkampf-Winter möglichst risikofrei über die Bühne bringen. Für Biathlon, Ski nordisch (Langlauf und Kombination), Ski alpin und Skispringen entwickelte der Verband sportartspezifische Vorgaben, die auf dem Rahmenkonzept des Deutschen Olympischen Sportbundes basieren.

"Unser gemeinsames Ziel war es, ein Konzept zu erstellen, das für den Skisport in Deutschland einheitliche Standards definiert", sagte DSV-Präsident Franz Steinle am Montag. Dieses soll die Organisatoren bei den notwendigen Planungen entlasten und den Gesundheitsbehörden eine valide Grundlage für Genehmigungen liefern.

Entwickelt wurde dieser so genannte "sportartspezifische" Modulbaustein in Kooperation mit dem Dienstleister APA, der auch für das Hygienekonzept der Fußball-Bundesliga und die DOSB-Standards verantwortlich ist. Je nach Art und Größe der Veranstaltung kann das flexible Konzept an die jeweiligen lokalen Bedingungen und Vorgaben angepasst werden.

Neben den Hygienestandards für alle Veranstaltungs- und Funktionsbereiche werden in dem rund 40-seitigen Leitfaden unter anderem auch die verschiedenen Optionen für eine Beteiligung von Zuschauern, Szenarien zur Testung und zu Meldeketten aufgezeigt.

Update, 26. Oktober, 11 Uhr: Infektionszahlen drücken Stimmung in Unternehmen - Ifo-Index sinkt

Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im Oktober wegen steigender Corona-Infektionszahlen eingetrübt. Das Ifo-Geschäftsklima fiel gegenüber dem Vormonat um 0,5 Punkte auf 92,7 Punkte, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte. Der Rückgang war stärker als erwartet. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 93,0 Punkte gerechnet.

Damit ist die jüngste Erholungsphase des wichtigen Konjunkturindikators zunächst unterbrochen. Zuvor war der Ifo-Index fünf Monate in Folge gestiegen - nach einem drastischen Einbruch im März und April.

"Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten". Die Bewertung der aktuelle Situation hat sich allerdings etwas verbessert.

Update, 26. Oktober, 10.47 Uhr: In Tschechien drohen weitere Corona-Einschränkungen

Trotz Ausgangsbeschränkungen bleiben die Corona-Neuinfektionen in Tschechien auf einem dramatisch hohen Niveau. Am Sonntag kamen 7301 bestätigte Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Montag bekanntgab.

Das war die höchste Zahl an einem Sonntag seit Beginn der Pandemie. An Wochenenden wird grundsätzlich weniger getestet. Die Zahl der seit März registrierten Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf mehr als 2200. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Regierungschef Andrej Babis schwor die Bevölkerung in einem Social-Media-Video auf weitere Einschränkungen und eine Verlängerung des Notstands ein. Diese Woche werde entscheidend sein. "Wenn kein Wunder geschieht, wird uns nichts anderes übrig bleiben, als die Maßnahmen noch zu verschärfen", sagte der Multimilliardär.

Viele hielten sich nicht an die Regeln. Seit Donnerstag ist die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt. Zudem sind die Schulen sowie die meisten Geschäfte geschlossen.

Ein Notkrankenhaus auf dem Prager Messegelände ist inzwischen einsatzbereit, wie die Armee mitteilte. Das Feldlazarett mit 500 Betten und einer kleinen Intensivstation soll als Reserve vorgehalten werden. Ein weiteres Behelfskrankenhaus wird auf dem Messegelände in der zweitgrößten Stadt Brünn (Brno) errichtet.

Prag: Andrej Babis, Ministerpräsident von Tschechien, inspizierte ein fertiggestelltes Feldkrankenhaus in den Hallen des Letòan-Ausstellungszentrums.
Prag: Andrej Babis, Ministerpräsident von Tschechien, inspizierte ein fertiggestelltes Feldkrankenhaus in den Hallen des Letòan-Ausstellungszentrums.  © Michal Krumphanzl/CTK/dpa

Update, 26. Oktober, 10.09 Uhr: Österreichs Kanzler stellt zweiten Lockdown in den Raum

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat einen zweiten Lockdown in den Raum gestellt. Sollte es nicht gelingen, den aktuell starken Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen zu stoppen, dann wäre das die Ultima Ratio, sagte Kurz am Montag in Wien.

Kriterium dafür sei die Lage in den Kliniken. "Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird", so Kurz. In Österreich ist der drohende Zusammenbruch des Gesundheitssystems gesetzliche Voraussetzung für einen Lockdown.

Jüngst hatte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) noch sehr zuversichtlich gezeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen ausreichen würden, die Entwicklung unter Kontrolle zu bringen. Dazu zählt seit Sonntag eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Feiern in Innenräumen und von zwölf Menschen im Freien.

Zuletzt waren in Österreich praktisch täglich Rekordwerte bei den Neuinfektionen verzeichnet worden. Die Entwicklung ist aktuell deutlich schlechter als in Deutschland.

Österreich, Wien: Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Rahmen einer Pressekonferenz nach einer Videokonferenz der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten im Bundeskanzleramt in Wien.
Österreich, Wien: Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Rahmen einer Pressekonferenz nach einer Videokonferenz der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten im Bundeskanzleramt in Wien.  © Roland Schlager/APA/dpa

Update, 26. Oktober, 10 Uhr: Tschentscher zu Corona-Maßnahmen: "Bundesweit auf die Regeln gucken"

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat sich positiv über ein bundesweit einheitliches Vorgehen bei Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie geäußert. Bisher habe man regional die Maßnahmen bestimmt, wie es zum Infektionsgeschehen passt, sagte er am Montag im ARD-Morgenmagazin.

"Aber jetzt sind wir in der Tat in einer Lage, in der in ganz Deutschland die Zahlen steigen und deswegen ist es gut, dass wir auch nochmal bundesweit auf die Regeln gucken und überlegen, ob es noch weitere Maßnahmen geben muss." Am Freitag tagt die Ministerpräsidentenkonferenz der Länder.

Update, 26. Oktober, 9.02 Uhr: Corona-Lockdown trifft Gastronomie - Bars besonders gebeutelt

Die Gastronomie in Deutschland hat seit dem Corona-Lockdown im Frühjahr beträchtlich an Umsatz eingebüßt. Zwischen März und August nahmen Restaurants, Cafés, Caterer und Bars preisbereinigt 40,5 Prozent weniger Geld ein als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Im kompletten Lockdown-Monat April fielen die Umsätze mit einem Minus von gut 68 Prozent demnach am stärksten. Mit der Öffnung im Mai erholten sich die Geschäfte zwar kontinuierlich. Im August lag der Erlösrückgang aber immer noch bei gut 22 Prozent, so die Wiesbadener Statistiker. Angesichts von Sperrstunden und Kontaktbeschränkungen in Corona-Hotspots zur Eindämmung der Pandemie kommen nun wieder neue Herausforderungen auf die Gastronomie zu.

Innerhalb der Branche besonders betroffen waren Lokale, die ihr Geld mit Getränkeausschank verdienen: Dort, etwa bei Kneipen und Bars, fiel der Umsatz von März bis August um mehr als 45 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Restaurants, Gaststätten und Imbisslokale konnten dagegen mit Lieferdiensten und Ab-Haus-Verkäufen etwas Boden gut machen und büßten noch etwa 29 Prozent der Erlöse ein.

Die Umsatzeinbrüche führten in der Gastronomie, die zuletzt rund 1,8 Millionen Menschen beschäftigte, zu einem kräftigen Job-Abbau, wie es weiter hieß. Die Beschäftigung lag von März bis August um etwa ein Sechstel unter dem Vorjahresniveau (-17,6 Prozent). Bei der Zahl der Insolvenzen machten sich die schlechten Geschäfte unterdessen nicht bemerkbar. Die Statistiker führen das aber auf die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht seit März zurück.

Update, 26. Oktober, 8.37 Uhr: Schule startet in mehreren Bundesländern mit neuen Corona-Regeln

Nach zwei Wochen Herbstferien kehren Schüler aus mehreren Bundesländern zurück in den Unterricht - teils mit neuen Corona-Auflagen. Jungen und Mädchen in Nordrhein-Westfalen müssen nun etwa ab der 5. Klasse auch im Unterricht wieder eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht soll zunächst bis zu den Weihnachtsferien am 22. Dezember gelten.

Stoßlüften und bei Corona-Warnstufe Rot Maske tragen, heißt es ab Montag in Rheinland-Pfalz. Warnstufe Rot bedeutet mindestens 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Dann soll die Maskenpflicht auch auf den Unterricht ausgeweitet werden. Im Saarland ist diese bereits für alle Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse für zwei Wochen verpflichtend.

In Niedersachsen und Bremen gibt es dagegen zum Schulstart keine generelle Maskenpflicht im Unterricht. Das Kultusministerium empfiehlt diese allerdings Mädchen und Jungen ab der 5. Klasse, wenn ihre Schule in einem Corona-Hotspot liegt.

Auch in Berlin und Brandenburg sind die Herbstferien vorbei. In der Hauptstadt müssen Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren eine Maske im Unterricht tragen. In Brandenburg gilt die Maskenpflicht in allen Bereichen der Schulen wie Fluren und Essenräumen, aber nicht im Unterricht und auf dem Pausenhof.

Neue Corona-Regeln gelten auch zum Schulstart in Sachsen-Anhalt. So sind unter anderem vorerst Klassenfahrten ins Ausland gestrichen, zudem muss in vielen Bereichen der Schulgebäude eine Maske getragen werden.

Update, 26. Oktober, 8 Uhr: Lockdown im australischen Corona-Hotspot Victoria endet am Mittwoch

Der Bundesstaat Victoria im Südosten Australiens hebt nach Monaten seinen strikten Corona-Lockdown auf. Ab Mittwoch dürften in der Hauptstadt Melbourne und den anderen Teilen der Region Geschäfte, Bars, Cafés und Restaurants wieder öffnen, teilte Regionalregierungschef Daniel Andrews mit. Auch dürfen die Bürger wieder uneingeschränkt ihre Häuser verlassen.

Die strengen Auflagen galten seit Anfang August. Jedoch dürfen sich die 4,9 Millionen Einwohner Victorias weiterhin nur maximal 25 Kilometer von ihren Häusern entfernen - diese Regel wird erst am 8. November aufgehoben. Am Montag hatte der Bundesstaat zum ersten Mal seit dem 9. Juni keine Neuinfektion registriert.

Die Zentralregierung in Canberra hatte die extrem strengen Regeln zuvor scharf kritisiert. So galt zwei Monate lang ein nächtliches Ausgehverbot. Erste Ende vergangener Woche hatten Hunderte Menschen in Melbourne gegen die Einschränkungen protestiert. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Update, 26. Oktober, 7 Uhr: Halloween - Spielwarenindustrie rechnet mit Einbußen wegen Corona

Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie rechnet aufgrund der Corona-Krise mit Einbußen im Halloween-Geschäft. Der Umsatz rund um den 31. Oktober liege normalerweise nach Schätzungen der Fachgruppe Karneval zwischen 50 und 100 Millionen Euro, sagte Verbandsgeschäftsführer Ulrich Brobeil.

"Das Niveau der letzten Jahre wird kaum zu erreichen sein", ergänzte er mit Blick auf den Verkauf von Kostümen in diesem Jahr. Das liege natürlich auch an den Warnungen, die einige Städte bereits ausgesprochen hätten.

Der ursprünglich US-amerikanische Brauch ist inzwischen auch in Deutschland weit verbreitet. Am Abend des 31. Oktober ziehen Kinder in gruseligen Kostümen von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten.

Update, 26. Oktober, 6.49 Uhr: Umfrage - Studenten sehen schlechtere Berufschancen wegen Corona

Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen werfen einer Umfrage zufolge auch die beruflichen Pläne vieler Studenten über den Haufen. So gehen mehr als 40 Prozent davon aus, dass sich ihre Berufsaussichten in den vergangenen Monaten verschlechtert haben, heißt es in der neuen "Studierendenstudie" des Beratungsunternehmens EY.

Ein gutes Viertel hat seine Pläne schon geändert und will nun zum Beispiel länger studieren, die Branche wechseln oder sich doch lieber nicht selbstständig machen.

Zwar seien 79 Prozent der Befragten trotz allem immer noch zufrieden oder gar sehr zufrieden mit ihrer aktuellen persönlichen Situation, heißt es weiter. Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung 2018 sei das aber ein deutlicher Rückgang.

Update, 26. Oktober, 6.30 Uhr: Kleine Roboter helfen in Japan bei Corona-Einsamkeit

Kleine Roboter erfreuen sich in Japan während der Corona-Pandemie wachsender Nachfrage als Ersatz für zwischenmenschlichen Kontakt. So kauften immer mehr Japaner für ihre oft weit entfernt in der Provinz lebenden Eltern, die sie aus Sorge vor einem Ansteckungsrisiko derzeit nicht besuchen könnten, mechanisches Spielzeug wie Sonys Roboterhund Aibo, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag.

Dank der Spielzeuge könnten sie sicherstellen, dass die Eltern wohlauf seien. So hatte Sony die neueste Version von Aibo so konzipiert, dass der Roboterhund im Haushalt auf Patrouille gehen kann. Besitzer können Bereiche im Haus festlegen, auf die Aibo zu bestimmten Zeiten aufpassen soll.

Roboter wie dieser hätten in Corona-Zeiten auch eine gewisse "heilende" Funktion, so Kyodo. So nimmt Aibo ein Lächeln oder lobende Worte und dank Sensoren auch Streicheln an Kopf oder Rücken wahr. Zudem kann der Mini-Roboter dank künstlicher Intelligenz sein Verhalten an die Reaktionen der Menschen anpassen.

Mit Hilfe eingebauter Kameras und Mikrofone kann sich das mechanische Spielzeug zudem bis zu zehn Gesichter merken. Auch andere Roboter wie Qoobo der Firma Yukai Engineering Inc, ein flauschiges Kissen, das dem Benutzer Herzenswärme vermitteln soll und das mit einem Schwanz wedeln kann, erfreuten sich derzeit deutlich steigender Verkaufszahlen, so Kyodo.

Japan, Tokio: Sonys Roboterhund Aibo wird auf einer Veranstaltung vorgestellt. Kleine Roboter erfreuen sich in Japan während der Corona-Pandemie wachsender Nachfrage als Ersatz für zwischenmenschlichen Kontakt.
Japan, Tokio: Sonys Roboterhund Aibo wird auf einer Veranstaltung vorgestellt. Kleine Roboter erfreuen sich in Japan während der Corona-Pandemie wachsender Nachfrage als Ersatz für zwischenmenschlichen Kontakt.  © -/kyodo/dpa

Update, 26. Oktober, 5 Uhr: Vor Bundestagswoche - Kubicki warnt AfD vor Maskenpflicht-Verstoß

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hat die AfD davor gewarnt, gegen die im Bundestag geltende Maskenpflicht zu verstoßen. "Die Abgeordneten der AfD können es gerne darauf ankommen lassen", sagte Kubicki dem "Handelsblatt".

"Im Zweifel drohen ihnen allerdings Ordnungsruf, Ordnungsgeld in Höhe von 1000 Euro oder gar der Sitzungsausschluss bei hartnäckiger Weigerung, eine Maske zu tragen." Bereits am Montag tagen zahlreiche Bundestagsausschüsse in Berlin, von Mittwoch bis Freitag kommt das Plenum zusammen.

Seit dem 6. Oktober gilt eine Allgemeinverfügung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble: In allen Gebäuden des Bundestags, auch im Plenarsaal, muss demnach ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Abgeordnete können diesen aber abnehmen, wenn sie - im Plenarsaal und in Sitzungsräumen - Platz genommen haben oder am Rednerpult stehen. Die Vorschrift betrifft die Mitarbeiter der Bundestagsverwaltung ebenso wie Fraktionsmitarbeiter und Abgeordnete.

Eine Aufforderung von 19 Abgeordneten und neun Mitarbeitern der AfD an Schäuble, eine dahingehende Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, wies das Justiziariat des Bundestags zurück. Schäubles Allgemeinverfügung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei formell und materiell rechtmäßig, teilte die Bundestagsverwaltung am Freitag auf Anfrage mit.

Kubicki sagte, die AfD werde es schwer haben, gegen die Maskenpflicht juristisch vorzugehen. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof habe bereits im September erklärt, dass das Tragen der Maske "kein unzulässiger Eingriff ins freie Mandat" sei, fügte der FDP-Bundesvize hinzu. "Aber es geht der AfD ohnehin nur um politische Provokation."

Wolfgang Kubicki (FDP), stellvertretender Bundestagspräsident, hat deutliche Worte an die AfD-Fraktion gerichtet.
Wolfgang Kubicki (FDP), stellvertretender Bundestagspräsident, hat deutliche Worte an die AfD-Fraktion gerichtet.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 26. Oktober, 3.42 Uhr: Maduro: 100-prozentig wirksames Corona-Mittel in Venezuela entdeckt

In Venezuela ist angeblich ein hochwirksames Mittel gegen das Coronavirus entdeckt worden.

Ein Molekül namens DR-10 vernichte Covid-19 zu hundert Prozent, ohne Nebenwirkungen zu verursachen, verkündete der autoritäre Staatspräsident Nicolás Maduro am Sonntag (Ortszeit) in einer Ansprache. Das habe eine sechsmonatige Studie des staatlichen Forschungsinstituts IVIC ergeben. Sowohl er als auch das IVIC per Twitter bezeichneten Covid-19 fälschlicherweise als Virus - vermutlich meinten sie das Coronavirus, das die Krankheit Covid-19 auslöst.

Das Molekül sei bereits zur Behandlung von Hepatitis C, humanen Papillomviren und Ebola genutzt worden, sagte Maduro weiter. Der Prozess der Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um der Welt diese Behandlung anzubieten, habe schon begonnen.

Die WHO hatte vor Kurzem mitgeteilt, dass mehrere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente wenig oder keinen Nutzen gezeigt hätten. Darunter war auch Remdesivir, das die US-Arzneimittelbehörde FDA vergangene Woche zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen zuließ. Die Daten der von der WHO koordinierten Solidaritätsstudie waren allerdings noch in keinem begutachteten Fachjournal erschienen und von Wissenschaftlern geprüft worden.

Update, 26. Oktober, 2 Uhr: Corona trifft Azubis: 14 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge

Die Corona-Krise trifft auch Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge, die bis Ende September bei den Industrie- und Handelskammern registriert worden sind, fiel um 13,7 Prozent auf 259.837, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) der "Frankfurter Rundschau" mitteilte.

"Wie uns die Industrie- und Handelskammern berichten, waren wegen der Pandemiebeschränkungen Praktika und Bewerbungsgespräche zeitweise kaum möglich", sagte ein DIHK-Sprecher der Zeitung. Somit hätten Betriebe und Schulabgänger in diesem Jahr schwerer zueinander gefunden als in den Vorjahren.

Es bestehe aber die Chance, junge Menschen noch in Ausbildung zu bringen. Die Anbahnung von Ausbildungsverhältnissen habe sich vielfach nur um zwei bis drei Monate nach hinten verschoben. Seit dem Sommer verzeichneten die IHK Nachholeffekte, sagte der Sprecher. Ein Ausbildungsstart in den Betrieben sei ohne Probleme noch bis Jahresende möglich.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hofft auf Nachholeffekte, rechnet aber trotzdem mit einem deutlichen Rückgang. "Unter dem Strich gehe ich in diesem Jahr von einem Minus von bundesweit zehn Prozent aus", sagte Matthias Anbuhl, Abteilungsleiter Bildungspolitik beim DGB, der "Frankfurter Rundschau". "Das ist etwas stärker als es in der Finanzkrise 2008 der Fall war, als die Zahl der Ausbildungsverträge um 8,4 Prozent gesunken ist."

Update, 26. Oktober, 1.30 Uhr: Slowakei beendet erste Phase der Corona-Massentests

In der Slowakei ist am Sonntagabend die erste Phase einer beispiellosen Testung fast der gesamten slowakischen Bevölkerung auf das Coronavirus zu Ende gegangen. Seit Freitag wurden unter der Regie des Verteidigungsministeriums in vier besonders stark betroffenen Bezirken an der Grenze zu Polen alle mehr als zehn Jahre alten Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. An den beiden nächsten Wochenenden soll der Rest des Landes folgen - immerhin rund fünf Millionen Menschen. Die Regierung in Bratislava sieht dieses Projekt als Beispiel, dem auch andere Länder Europas folgen könnten.

Regierungschef Igor Matovic wertete die Pilotphase gegenüber dem TV-Sender TA3 als Erfolg. Es habe zwar anfangs personelle und organisatorische Probleme gegeben, daraus habe man aber wichtige Erkenntnisse für die anspruchsvollere zweite und dritte Phase gewinnen können. Schon in dieser ersten Phase seien "schätzungsweise an die 6000 potenziellen Verbreiter des Virus entdeckt worden, die unter normalen Umständen gar nicht hätten auffallen können", erklärte Matovic. Der Gründer der populistisch-konservativen Bewegung Gewöhnliche Leute OLaNO hatte auch selbst bei den Tests mitgeholfen.

Gesundheitsminister Marek Krajci hatte Medizinstudenten und Gesundheitspersonal aufgerufen, freiwillig mitzuarbeiten. Zwar stellt die Armee für die nächsten Massentests rund 8000 Soldaten, es könnte aber zu wenig medizinisch geschultes Personal geben. Verteidigungsminister Jaroslav Nad schloss nicht aus, dass die flächendeckende Testung des gesamten Landes noch scheitern könnte.

Matovic gab Zweifeln von Experten an der Treffsicherheit der eingesetzten Schnelltests teilweise Recht und warnte vor einem "trügerischen Sicherheitsgefühl". Auch wer ein negatives Testergebnis bekommen habe, solle weiterhin auf Sicherheitsregeln wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes achten.

Update, 26. Oktober, 1.10 Uhr: Israel lockert Corona-Maßnahmen weiter - Mehr Schulen öffnen

Israel wird seine Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus weiter lockern und wieder mehr Kinder zum Präsenzunterricht schicken. Wie die Regierung am Sonntagabend mitteilte, sollen ab 1. November Erst- und Zweitklässler wieder für einige Stunden in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die Klassen werden dabei in zwei Gruppen geteilt.

Die beiden Gruppen wechseln sich dann jeden Tag für einige Stunden im Präsenzunterricht ab, während der jeweils anderen Hälfte des Schultags muss zu Hause weiter gelernt werden. Dritt- und Viertklässler sollen, in Gruppen, wieder vollständig in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die älteren Schüler bleiben im Homeschooling. Kinder unter sechs Jahren dürfen bereits seit vergangenem Sonntag die Kindergärten und Vorschulen wieder besuchen. In Israel beginnt die Schulwoche sonntags.

In Israel, einem Land mit rund neun Millionen Einwohnern, werden die Anti-Corona-Maßnahmen seit einer Woche wieder gelockert. Das israelische Gesundheitsministerium hatte am Samstag 692 Neuinfektionen mit dem Coronavirus für den Vortag registriert.

Ende September hatte die Zahl der Ansteckungen mit mehr als 9000 ihren bisherigen Höchststand erreicht. Seit Beginn der Pandemie sind 2372 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Am Sonntag wurden aufgrund eines technischen Problems keine neuen Infektionszahlen veröffentlicht.

Israel, Aschkelon: Zwei Kinder buddeln am Strand. Der einmonatige landesweite Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde aufgehoben.
Israel, Aschkelon: Zwei Kinder buddeln am Strand. Der einmonatige landesweite Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde aufgehoben.  © Gil Cohen Magen/XinHua/dpa

Update, 25. Oktober, 23.50 Uhr: Biden: Trump hat vor dem Coronavirus kapituliert

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump vorgeworfen, vor dem Coronavirus kapituliert zu haben. Auslöser waren Äußerungen von Trumps Stabschef Mark Meadows, aus denen hervorging, dass das Weiße Haus aktuell eher auf eine Behandlung von Erkrankten als auf Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus vertraut. Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist mit gut 83.700 pro Tag aktuell auf Rekordniveau.

"Wir werden die Pandemie nicht kontrollieren", sagte Meadows am Sonntag in einem Live-Interview des Nachrichtensenders CNN. Das sei so, weil man es mit einem hochansteckenden Virus wie der Grippe zu tun habe, argumentierte Meadows.

Dabei blieb in dem abschnittsweise hitzigen Austausch mit CNN-Moderator Jake Tapper offen, ob Meadows damit sagen wollte, dass die Corona-Ausbreitung schwer unter Kontrolle zu bekommen sei - oder ob das Weiße Haus es gar nicht erst versuchen wolle. "Was wir unter Kontrolle haben werden, ist die Tatsache, dass wir Impfstoffe, Medikamente und andere Maßnahmen zur Linderung bekommen", sagte Trumps Stabschef.

Biden bezeichnete Meadows' Äußerungen als Eingeständnis, dass Trumps Regierung "selbst den Versuch aufgegeben hat, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen". Trump behauptete unterdessen bei einem Wahlkampfauftritt am Sonntag erneut, die USA würden in der Corona-Krise bald über den Berg sein.

"Wir biegen um die Kurve, wir haben die Impfstoffe, wir haben alles. Wir biegen um die Kurve. Selbst ohne die Impfstoffe biegen wir um die Kurve. Es wird vorbeigehen", sagte der Präsident im Bundesstaat New Hampshire. Die Zahl der Corona-Toten überschritt am Sonntag unterdessen die Marke von 225.000.

Die Impfstoffe sind unterdessen noch in der Testphase. Die Experten der US-Regierung gehen davon aus, dass erst im Frühjahr ausreichend Impfdosen für alle Amerikaner zur Verfügung stehen werden.

Update, 25. Oktober, 23 Uhr: Litauens Präsident würdigt Wahlbeteiligung während Corona-Pandemie

Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda hat die Wahlbeteiligung bei der zweiten Runde der Parlamentswahl in dem baltischen EU-Land gewürdigt. Trotz der Corona-Pandemie seien bei der "wahrscheinlich schwierigsten Parlamentswahl in der Geschichte des wieder unabhängigen Litauens" mehr Bürger zur Abstimmung gegangen als noch vor vier Jahren. "Dies zeigt deutlich, dass besondere Umstände uns alle noch mehr vereinen", schrieb Nauseda nach Schließung der Wahllokale auf Facebook.

Litauen hat inmitten stark steigender Corona-Zahlen am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Knapp 2,5 Millionen Wähler waren aufgerufen, über 68 Direktmandate in der 141 Sitze zählenden Volksvertretung Seimas in Vilnius zu entscheiden. Nach Angaben der Wahlkommission in Vilnius gaben 39,7 Prozent davon ihre Stimme ab - rund zwei Prozent mehr als bei der vorherigen Wahl 2016.

Bei der Wahl galten strenge Corona-Schutzmaßnahmen. In den Tagen vor der Abstimmung und am Wahltag erreichte die Zahl der Neuinfektionen in Litauen ein Rekordniveau. Der Umgang mit der Pandemie und ihren Folgen hatte auch den Wahlkampf geprägt, der von wirtschafts- und sozialpolitischen Themen bestimmt war.

Update, 25. Oktober, 21.58 Uhr: CDU-Präsenzparteitag am 4. Dezember vom Tisch

Der für den 4. Dezember geplante Präsenzparteitag der CDU zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden ist vom Tisch. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntagabend nach gut fünfstündigen Beratungen der engsten Parteispitze in Berlin.

Man habe einen Rahmen für das weitere Vorgehen besprochen, den Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer nun an diesem Montag den CDU-Gremien vorstellen werde. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Der für den 4. Dezember 2020 geplante Präsenzparteitag der CDU zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden ist vom Tisch. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntagabend (25.10.2020) nach gut fünfstündigen Beratungen der engsten Parteispitze in Berlin.
Der für den 4. Dezember 2020 geplante Präsenzparteitag der CDU zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden ist vom Tisch. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntagabend (25.10.2020) nach gut fünfstündigen Beratungen der engsten Parteispitze in Berlin.  © picture alliance / dpa

Update, 25. Oktober, 21.38 Uhr: Ronaldinho positiv auf Coronavirus getestet

Der brasilianische Ex-Fußballstar Ronalinho hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Er sei positiv getestet worden, habe aber keine Symptome, erklärte der 40-Jährige in einem Video, das er bei Instagram veröffentlichte.

Der Sender Rádio Itatiaia berichtete, der zweimalige Weltfußballer werde sich in einem Hotel in der südostbrasilianischen Stadt Belo Horizonte isolieren. Er sei dorthin gereist, um an einer Veranstaltung im Stadion Mineirão teilzunehmen.

Der Weltmeister von 2002, der mit vollem Namen Ronaldo de Assis Moreira heißt, war erst Ende August nach fast einem halben Jahr in Haft im Nachbarland Paraguay nach Brasilien zurückgekehrt. 

Update, 25. Oktober, 21.29 Uhr: Bayern warnt Österreicher vor Einkaufsbummel zum Nationalfeiertag

In Bayern gibt es Befürchtungen, dass am Montag trotz der Corona-Krise viele Österreicher ihren Nationalfeiertag zu einem Einkaufsbummel im Freistaat nutzen möchten.

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wies am Sonntag darauf hin, dass es keine Quarantäne-Ausnahmen zum Zweck des Einkaufens gebe. "Auch wenn wir unsere österreichischen Nachbarn unter normalen Umständen gerne bei uns haben - ein grenzüberschreitender Reiseverkehr nur für den Einkaufsbummel ist bei der derzeitigen Corona-Infektionslage keine gute Idee und daneben nicht erlaubt!" Die täglich steigenden Zahlen seien besorgniserregend. Kontakte jeglicher Art sollten so weit wie möglich vermieden werden.

Die Quarantänepflicht gelte für jeden, der aus einem ausländischen Risikogebiet nach Bayern einreise, unterstrich Huml. Ein Einkauf, und sei er noch so kurz, bilde keine Ausnahme. Nach der geltenden Einreise-Quarantäneverordnung sei jeder, der sich länger als 48 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten habe und nach Bayern einreise verpflichtet, in Quarantäne zu gehen. 

Huml appellierte "Ich bitte alle den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Es ist jetzt nicht die Zeit des Reisens und Treffens. Wir wollen eine Ausbreitung des Virus so weit es irgend geht vermeiden."

Update, 25. Oktober, 21.26 Uhr: Aktuelle Corona-Fallzahlen in Deutschland

Die Corona-Infektionszahlen steigen rasant: Am Sonntagmorgen meldete das RKI unter Berufung auf Zahlen der Gesundheitsämter 11.176 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Am Tag zuvor waren es 14.714. Die TAG24-Grafik zeigt die aktuellen Zahlen in der Deutschlandkarte.

Die aktuellen Corona-Zahlen aus Deutschland in der Übersicht.
Die aktuellen Corona-Zahlen aus Deutschland in der Übersicht.  © TAG24

Update, 25. Oktober, 20.33 Uhr: Litauen vermeldet erneut Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen

Neuer Höchststand am Tag der zweiten Runde der Parlamentswahl: In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut einen Rekordwert erreicht.

In dem baltischen EU-Land wurden am Sonntag 603 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die nationale Gesundheitsbehörde in Vilnius mitteilte. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 424 und wurde am Freitag registriert.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 10.184 bestätigte Infektionen und 134 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. 

Litauen wählte am Sonntag ein neues Parlament - dabei galten strenge Corona-Schutzmaßnahmen. So mussten die Wähler Mund und Nase bedecken und sollten ihre eigenen Stifte mitbringen, um die Stimmzettel auszufüllen.
Litauen wählte am Sonntag ein neues Parlament - dabei galten strenge Corona-Schutzmaßnahmen. So mussten die Wähler Mund und Nase bedecken und sollten ihre eigenen Stifte mitbringen, um die Stimmzettel auszufüllen.  © Mindaugas Kulbis/AP/dp

Update, 25. Oktober, 20.14 Uhr: Frankreich: Erstmals mehr als 50.000 Corona-Neuinfektionen

In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 50.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Sonntagabend 52.010 neu erfasste Ansteckungen.

Damit gab es erneut einen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testungen in Frankreich.

Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch. Die Behörden meldeten allein in der vergangenen Woche mehrmals neue Rekorde bei den Neuinfektionen. Am Freitagabend war die Marke von einer Million gemeldeter Fälle seit Beginn der Pandemie überschritten worden.

Mehr als 34.700 Menschen im Land sind bereits im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Rund 17 Prozent der Corona-Tests sind nach Angaben von Sonntag positiv.

Update, 25. Oktober, 19.50 Uhr: Bericht: Merkel warnt intern vor "sehr, sehr schweren Monaten"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einem Medienbericht zufolge erneut vor schwierigen Monaten wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus gewarnt.

"Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor", sagte die CDU-Politikerin laut "Bild"-Zeitung vom Sonntagabend in einer Schaltkonferenz mit den CDU-Fraktionschefs der Bundesländer. An der Runde nahm nach dpa-Informationen auch der Chef der Union-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus (CDU), teil.

Über die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz in der anstehenden Woche zeigte sich Merkel laut "Bild" besorgt. Sie habe "kein so gutes Gefühl", sagte die Kanzlerin demnach. "So kann es nicht weitergehen".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich aufgrund der steigenden Corona-Zahlen besorgt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich aufgrund der steigenden Corona-Zahlen besorgt.  © Stefanie Loos/AFP Pool /dpa

Update, 25. oktober, 18.28 Uhr: Ärzte in Belgien sollen trotz Corona-Infektion arbeiten

Belgien ist vom Coronavirus besonders hart betroffen. Dem Gesundheitssystem soll sogar der Kollaps drohen, warnen Mediziner. Ärzte, die positiv getestet sind, aber keine sichtbaren Symptome zeigen, sollen laut einem Pressebericht trotzdem möglichst arbeiten.

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Update, 25. Oktober, 18.16 Uhr: Berliner Polizei: Demonstration am Großen Stern abgesagt

Nach Angaben einer Polizeisprecherin ist eine weitere Demonstration, mit der in Berlin gegen die Corona-Politik protestiert werden sollte, kurzfristig abgesagt worden. Der Veranstalter habe die Demonstration am Großen Stern gegen 17.00 Uhr telefonisch abgesagt, sagte die Sprecherin am Sonntagabend. 

Ursprünglich waren zu der Kundgebung rund 10.000 Teilnehmer angemeldet worden. Die Veranstalter waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Mittags hatten bereits Demonstranten am Alexanderplatz und auf der Karl-Marx-Allee gegen die politischen Entscheidungen in der Pandemie protestiert.

Update, 25. Oktober, 17.42 Uhr: Erstmals mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen in Italien

In Italien hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages erstmals die Marke von 20.000 überschritten. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, wurden 21.273 neue Corona-Fälle registriert.

Seit Beginn der Pandemie gab es in dem Mittelmeerland damit 525.782 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg am Sonntag um 128 auf 37.338.

Update, 25. Oktober, 17.38 Uhr: Erfurt sagt Weihnachtsmarkt ab und führt Sperrstunde ein

Wegen der kritischen Corona-Situation hat die Stadt Erfurt ihren diesjährigen Weihnachtsmarkt abgesagt. Die Entscheidung fiel am Sonntag nach einer Krisensitzung, wie die Stadt mitteilte. 

"Das Infektionsgeschehen in der Stadt lässt uns keine andere Wahl mehr", begründete Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) die Entscheidung. Die Absage ist Teil einer neuen Allgemeinverfügung, die die Stadt am Montag auf ihrer Internetseite veröffentlichen will und bis zum 30. November gelten soll. Damit wird auch eine Sperrstunde in der Gastronomie zwischen 23.00 Uhr abends und 5.00 Uhr morgens eingeführt.

Tausende Lichter leuchten auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt. Dieses Jahr wird der beliebte Weihnachtsmarkt nicht stattfinden.
Tausende Lichter leuchten auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt. Dieses Jahr wird der beliebte Weihnachtsmarkt nicht stattfinden.  © Martin Schutt/ZB/dpa

Update, 25. Oktober, 16.58 Uhr: Strengere Regeln für Einreise von Touristen nach Helgoland

In der Corona-Krise wird die Einreise für Touristen nach Helgoland erschwert. Ab Montag dürfen nur noch Urlauber kommen, die einen negativen Corona-Test besitzen, der bei Betreten des Schiffes nicht älter als 48 Stunden ist, teilte der Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein, zu dem die Insel gehört, am Sonntag mit.

Besucher aus ausländischen Risikogebieten müssten sich zudem sofort für fünf Tage in Quarantäne begeben und dann noch einmal einen Test machen. Ausgenommen vom Betretungsverbot seien Menschen, die aus beruflichen Gründen oder zu Familienbesuchen einreisen oder über einen Wohnsitz auf Helgoland verfügen.

Die Saison sei im Prinzip beendet, sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer. Ab Montagmorgen werde nur noch die "MS Helgoland" von Cuxhaven (Niedersachsen) aus zu der Hochseeinsel fahren.

Update, 25. Oktober, 16.52 Uhr: Merz: Entscheidung über CDU-Vorsitz verträgt keinen Aufschub

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz Friedrich Merz bleibt bei seiner Auffassung, dass der geplante CDU-Parteitag trotz der aktuellen Corona-Entwicklung möglichst stattfinden sollte.

Er persönlich halte einen solchen Parteitag immer noch für machbar, sagte Merz am Sonntag kurz vor dem Beginn von Beratungen der engsten CDU-Spitze mit den drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz in Berlin. "Aus meiner Sicht ist vor allem wichtig, dass die Entscheidung über den Vorstand, über den Vorsitzenden getroffen wird. Das verträgt keinen Aufschub."

Eine Entscheidung, ob und wie der für den 4. Dezember geplante Parteitag in Stuttgart, bei dem über die Nachfolge für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer entschieden werden soll, stattfinden kann, soll am Montag in den CDU-Gremien fallen.

Update, 25. Oktober, 16.15 Uhr: Polizei: Berliner Veranstaltung gegen Corona-Politik beendet

Eine Versammlung gegen staatliche Corona-Beschränkungen ist am Sonntag in Berlin laut Polizei vom Anmelder beendet worden. Demonstranten hatten sich am Nachmittag vor dem Veranstaltungszentrum Kosmos versammelt - dort sollte ursprünglich die Gesundheitskonferenz "Word Health Summit" stattfinden.

Über Lautsprecher teilte die Polizei mit, der Veranstaltungsleiter habe die Veranstaltung beendet. Die Demonstranten auf dem Platz in Berlin-Friedrichshain reagierten mit Buhrufen und Pfiffen. Polizisten kamen auf die dort aufgebaute Bühne. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, den Ort zu verlassen.

Schon zuvor bei einer Versammlung auf dem Alexanderplatz hatte die Polizei mitgeteilt, dass sich die Teilnehmenden weitgehend nicht an die Auflagen wie Mindestabstand halten und Mund-Nasen-Schutz tragen hielten.

Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Auflagen stehen vor dem Kosmos. Polizisten beobachten das Geschehen.
Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Auflagen stehen vor dem Kosmos. Polizisten beobachten das Geschehen.  © Paul Zinken/dpa

Update, 25. Oktober, 16.14 Uhr: 27 Corona-Fälle beim italienischen Zweitligisten AC Reggiana

Im Team des italienischen Fußball-Zweitligisten AC Reggiana sind mittlerweile insgesamt 27 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen sind 21 Spieler und sechs Mitarbeiter, darunter auch Trainer und Co-Trainer.

Am Samstag kamen elf weitere positive Testergebnisse hinzu, wie der Club am Sonntag auf seiner Homepage mitteilte. Bis Mittwoch soll überprüft werden, unter welchen Bedingungen weiter gespielt werden darf.

Update, 25. Oktober, 16.08 Uhr: Corona-Ausbruch in chinesischer Region Xinjiang - höchste Alarmstufe

Die Behörden in der westchinesischen Region Xinjiang haben nach einem Coronavirus-Ausbruch am Sonntag die höchste Alarmstufe im öffentlichen Gesundheitswesen ausgerufen. Zuvor waren 137 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete.

Alle Infektionsfälle waren demnach in der abgelegenen westlichen Stadt Kashgar festgestellt worden. Keine der positiv getesteten Personen habe Husten oder Fieber, und alle befänden sich unter Quarantäne und medizinischer Überwachung im Krankenhaus, hieß es.

Die 137 Fälle stünden in Verbindung mit der Sancun-Fabrik der Stadt, sagte der stellvertretende Direktor der regionalen Gesundheitskommission. Ein 17-jähriges Mädchen, dessen Eltern in der Fabrik arbeiten, wurde Anfang der Woche ebenfalls positiv getestet.

Die Nationale Gesundheitskommission Chinas habe eine Arbeitsgruppe in die Region entsandt, die die Maßnahmen vor Ort leiten solle, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die meisten Flüge am Flughafen von Kashgar wurden am Wochenende gestrichen, wie das chinesische Nachrichtenportal Headline Daily berichtet.

Seit Wochen waren in China keine lokalen Infektionen mehr berichtet worden - nur noch importierte Fälle.

Menschen mit Mundschutz warten in Peking darauf, eine Straße zu überqueren. Neue Fälle von Coronaviren nehmen in der nordwestlichen Region Xinjiang in China extrem schnell zu.
Menschen mit Mundschutz warten in Peking darauf, eine Straße zu überqueren. Neue Fälle von Coronaviren nehmen in der nordwestlichen Region Xinjiang in China extrem schnell zu.  © Andy Wong/AP/dpa

Update, 25. Oktober, 16.05 Uhr: Bulgariens Regierungschef Borissow positiv auf Coronavirus getestet

Bulgariens Regierungschef Boyko Borissow ist nach zwei negativen Coronavirus-Tests positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Das teilte er am Sonntag auf Facebook mit.

Erst am Samstag war Borissows Quarantäne wegen Kontakten zu einem coronainfizierten Vizeminister aufgehoben worden. Borissow schrieb, er habe bereits am Freitag alle Treffen und öffentliche Auftritte für die kommenden Tage aufgeschoben. Er beklagte ein "allgemeines Unwohlsein", will aber "vorerst in Heimgenesung" bleiben.

Bojko Borissow, Ministerpräsident von Bulgarien, wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Bojko Borissow, Ministerpräsident von Bulgarien, wurde positiv auf das Coronavirus getestet.  © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

Update, 25. Oktober, 15.50 Uhr: Drei Corona-Fälle bei Türkgücü München "falsch positiv"

Türkgücü München hat nach den drei Corona-Fällen vom Freitag die betreffenden Tests als "falsch positiv" vermeldet. Wie der Fußball-Drittligist am Sonntag mitteilte, wurde eine weitere Testreihe der gesamten Mannschaft und des Betreuerstabs vorgenommen.

Das zuständige Corona-Labor habe nun bestätigt, dass die drei positiven Corona-Meldungen vom Freitag "falsch positiv bzw. negativ" seien.

Nach den ursprünglichen Befunden war die für Freitagabend terminierte Partie der Münchner beim FSV Zwickau abgesagt worden. Alle Insassen des Reisebusses, mit dem die Spieler und die Betreuer schon am Donnerstag von München nach Zwickau gefahren waren, dürfen die zunächst angeordnete Quarantäne wieder verlassen. Das Team von Trainer Alexander Schmidt wird am Montag wieder den normalen Trainingsbetrieb aufnehmen.

"Es ist sehr traurig, dass unser Spiel beim FSV Zwickau wegen drei falsch positiven Tests abgesagt werden musste, besonders aus sportlicher Sicht aber auch aufgrund der entstandenen Kosten. Nun gilt es den Fall aufzuarbeiten, um solche Szenarien in Zukunft zu vermeiden", erklärte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny.

Update, 25. Oktober, 15.40 Uhr: Italiens Fußballstadien wieder ohne Fans

Italien schließt angesichts der rapide steigenden Corona-Neuinfektionen seine Stadien wieder für die Fans. Ein neuer Regierungserlass, der am Montag für mindestens einen Monat in Kraft treten wird, hebt die derzeitige Regelung von bis zu 1000 Zuschauern in Stadien bei Fußballspielen und anderen Sportarten auf.

Regierungschef Giuseppe Conte hatte das Dekret, das eine Reihe neuer Einschränkungen auch für die Gastronomie oder die Kultur vorsieht, am Sonntag unterzeichnet. Diese neuen Maßnahmen gelten zunächst bis zum 24. November.

Italiens höchste Fußball-Liga, die Serie A, hatte die letzte Saison nach der Wiederaufnahme der Spiele ohne Fans in den Stadien beendet. Dann beschloss die Regierung im vergangenen Monat, maximal 1000 Zuschauer zuzulassen. Der neue Erlass besagt nun konkret, dass Profispiele in Freiluftarenen "ohne anwesende Fans" erlaubt sind.

Eine Choreographie der Fans von Inter Mailand. So voll werden Italiens Stadien nicht mehr.
Eine Choreographie der Fans von Inter Mailand. So voll werden Italiens Stadien nicht mehr.  © Alberto Lingria/XinHua/dpa

Update, 25. Oktober, 15 Uhr: Corona-Neuinfektionen in den USA bleiben nahe Rekordniveau

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA sind am Wochenende in Nähe des jüngst erreichten Rekordniveaus geblieben. Am Samstag steckten sich erneut rund 83.700 Menschen an, wie aus Zahlen der Universität Johns Hopkins von Sonntag hervorgeht. 

Am Freitag hatten die USA die bisher höchste Zahl mit 83.757 bestätigten Infektionen an einem Tag verzeichnet. Rund 900 Menschen starben. Insgesamt kostete die Pandemie damit rund 225.000 Amerikaner das Leben. Rund 8,6 Millionen infizierten sich bisher.

Update, 25. Oktober, 14.47 Uhr: Spaniens Regierung ruft erneut Notstand gegen Corona aus

Die spanische Regierung hat erneut einen nationalen Notstand beschlossen, um eine nächtliche Ausgangssperre gegen die Corona-Pandemie verhängen zu können. Die Ausrufung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, wurde am Sonntag bei einer außerordentlichen Ministerratssitzung in Madrid vereinbart, wie Ministerpräsident Pedro Sánchez mitteilte. Der Notstand, der noch am Sonntag in Kraft trat, gilt zunächst für zwei Wochen.

Eine Verlängerung müsste gemäß Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden. Er hoffe, den Notstand mit Unterstützung des Parlaments bis zum 9. Mai verlängern zu können, sagte der Chef der linken Minderheitsregierung. Die Ausrufung des Notstands sei von zehn der insgesamt 17 Regionen Spaniens, den sogenannten Autonomen Gemeinschaften, beantragt worden. "Europa und Spanien sind mitten in der zweiten Welle", so Sánchez.

Spanien, Madrid: Berittene Polizisten patroullieren auf dem Plaza Mayor, nach dem Inkrafttreten neuer Beschränkungen.
Spanien, Madrid: Berittene Polizisten patroullieren auf dem Plaza Mayor, nach dem Inkrafttreten neuer Beschränkungen.  © Ricardo Rubio/Europa Press/dpa

Update, 25. Oktober, 13.37 Uhr: Aida zieht positive Bilanz erster Kreuzfahrt nach Corona-Zwangspause

Die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat eine positive Bilanz ihrer ersten Tour nach coronabedingt siebenmonatiger Unterbrechung gezogen und plant weitere Fahrten. Die Kreuzfahrt mit der Aidablu entlang der italienischen Westküste mit rund 1000 Gästen an Bord sei nach sieben Tagen in Civitavecchia, dem Hafen von Rom, zu Ende gegangen, sagte eine Unternehmenssprecherin am Sonntag. Das Schiff war aufgrund der Corona-Schutzvorkehrungen weniger als zur Hälfte belegt. Die Reise stehe bis Mitte Dezember mehrmals auf dem Programm, die Nachfrage sei groß, hatte ein Sprecher zum Start der Tour gesagt.

Weitere Italien-Kreuzfahrten seien geplant und sollen jeweils samstags in Civitavecchia starten, hieß es nun. Voraussetzung für Passagiere sei ein Covid-19-PCR-Test mit negativem Testergebnis, der nicht älter als drei Tage sein dürfe. Vor dem Check-in erfolge mittels Thermoscanner eine kontaktlose Temperaturmessung. Zusätzlich werde bei allen Gästen, die sich vor Reisebeginn in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder ein solches durchreist haben, im Hafenterminal ein weiterer Covid-19-Test durchgeführt. Anfang November solle eine Tour mit der Aidamar rund um die Kanarischen Inseln starten.

Die Aidablu der Reederei Aida Cruises kommt ohne Passagiere im Ostseebad Warnemünde an.
Die Aidablu der Reederei Aida Cruises kommt ohne Passagiere im Ostseebad Warnemünde an.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 25. Oktober, 13.37 Uhr: Corona-Fall: England sagt Frauen-Länderspiel gegen Deutschland ab

England hat das für Dienstag geplante Frauenfußball-Länderspiel gegen Deutschland in Wiesbaden abgesagt. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Sonntag bekannt. Grund für die Absage ist ein positiver Corona-Test eines Mitglieds des Funktionsteams der englischen Mannschaft.

"Wir hätten sehr gerne gegen England gespielt, müssen aber den Entschluss der FA respektieren. Wir sind uns bewusst, dass wir in schwierigen Zeiten leben und angesichts der Dynamik der Pandemie immer wieder unvorhersehbare Dinge geschehen können", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Sie wird am Montag das Trainingslager in Wiesbaden beenden. Die Auswahlkickerinnen kehren damit früher in ihre Heimatvereine zurück.

Update, 25. Oktober, 13.32 Uhr: Kuban: Corona-Pandemie macht neue Formen von Parteitagen nötig

Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, hat seinen Vorschlag bekräftigt, angesichts der Corona-Krise den Parteivorsitzenden notfalls in einer Briefwahl zu wählen. "Einfach den Parteitag immer wieder zu verschieben, ohne sicher zu wissen, wie die Situation in ein paar Monaten ist, bringt uns nicht weiter", sagte Kuban der Deutschen Presse-Agentur. Wenn dies aber so entschieden werde, müsse man "einen Plan vorlegen, wie man sich den Parteitag im Frühjahr vorstellt, sollten die Infektionen weiterhin hoch sein".

An diesem Montag entscheidet der CDU-Vorstand, in welcher Form und wann der Parteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze stattfindet. Bisher ist geplant, dass die rund 1000 Delegierten dazu am 4. Dezember in Stuttgart zusammenkommen. Unter anderem ist eine Verschiebung ebenso im Gespräch wie eine noch weiter abgespeckte Form des Parteitages.

Der JU-Chef argumentierte nun, sein Vorschlag, notfalls eine digitale Vorstellungsrunde abzuhalten und dann in einer Briefwahl nur den Vorsitzenden zu bestimmen, sei rechtssicher umsetzbar. Dazu gebe es mehrere Kommentierungen von Juristen. "Wir müssen lernen mit der Pandemie zu leben, solange es noch keinen Impfstoff gibt. Dazu gehört auch, dass die Demokratie und die CDU handlungsfähig bleiben." Neue Wege seien gefragt, "wie wir Parteitage trotz der Pandemie sicher durchführen können".

Tilman Kuban, Vorsitzender der Jungen Union, nimmt an der Diskussionsrunde "Berliner Salon" teil.
Tilman Kuban, Vorsitzender der Jungen Union, nimmt an der Diskussionsrunde "Berliner Salon" teil.  © Carsten Koall/dpa

Update, 25. Oktober, 13.22 Uhr: Verwirrung um Heidenheimer Corona-Tests: DFL-Task-Force untersucht

Nach der Verwirrung um mehrere Corona-Tests beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim wird sich die Task Force der Deutschen Fußball Liga (DFL) um Aufklärung bemühen. "Wir haben es so vereinbart, auch in Abstimmung mit der DFL, dass die Task Force Sportmedizin, die im Endeffekt das ganze Konzept erarbeitet hat, sich in aller Ruhe in der nächsten Woche darum kümmert, was die Ursachen sind", sagte Heidenheims Vorstandschef Holger Sanwald am Sonntag bei Sky.

Vier Spieler und ein Mitglied des Trainer- und Funktionsteams waren noch am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet worden, anschließend ließ der Club neue Tests durch das Klinikum Heidenheim durchführen - die am Samstag wie schon am Freitag alle negativ waren.

Update, 25. Oktober, 13.14 Uhr: Jens Spahn bittet um Mithilfe

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich erstmals seit seinem positiven Corona-Test per Video zu Wort gemeldet und an die Bevölkerung appelliert, bei der Eindämmung des Virus mitzuhelfen. Der 40-Jährige postete die Aufnahme am Sonntag auf seiner Facebookseite. Vor hellgrauer Wand neben einem Blumenstrauß in weißem Hemd und blauer Strickjacke bedankt sich der Gesundheitsminister nach einem kurzen "Hallo, hier ist Jens Spahn" zunächst für die vielen Genesungswünsche, die ihn erreicht hätten. "Mir geht's soweit den Umständen entsprechend ganz gut. Die Erkältungssymptome sind bisher jedenfalls, toi toi toi, nicht stärker geworden."

In dem knapp 3-minütigen Clip erklärt Spahn, dass seine engeren Mitarbeiter im Ministerium bisher alle negativ getestet worden seien und von zu Hause aus arbeiteten. Er bedankt sich zudem bei den Gesundheitsämtern für ihre Arbeit. Fast 15 000 Neuinfektionen an nur einem Tag, das sei besorgniserregend. Angesichts der steigenden Zahlen "auch auf den Intensivstationen" appelliert Spahn in dem Video an die Bevölkerung, die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten. 

Update, 25. Oktober, 12.40 Uhr: Slowakei: Mehr als 3000 Corona-Neuinfektionen - Massentest läuft

In der Slowakei hat der tägliche Anstieg an Corona-Infektionen erstmals die Schwelle von 3000 Fällen überschritten. Wie der konservative Ministerpräsident Igor Matovic am Sonntag auf Facebook mitteilte, wurde mit 3042 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ein Rekordwert erreicht.

Der rasche Anstieg der Infektionszahlen bestätige, dass es richtig war, Ausgangsbeschränkungen über das ganze Land zu verhängen, schrieb der Gründer der Wahlplattform Gewöhnliche Leute OLANO. "Doch der Lockdown alleine, so wie er in der Slowakei konzipiert ist, dass also Millionen Menschen trotzdem weiter zur Arbeit gehen, kann nicht genügen. Eine Schlüsselrolle bei der Eindämmung spielen daher unsere flächendeckenden Tests."

Am Sonntagabend sollte die erste Phase einer beispiellosen Testung fast der gesamten slowakischen Bevölkerung zu Ende gehen. Seit Freitag wurden unter der Regie des Verteidigungsministeriums in vier besonders stark betroffenen Bezirken an der Grenze zu Polen alle mehr als zehn Jahre alten Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. An den beiden nächsten Wochenenden soll der Rest des Landes folgen - immerhin rund fünf Millionen Menschen.

Update, 25. Oktober, 12.15 Uhr: Demonstration gegen Corona-Politik in Berlin begonnen

Eine Demonstration gegen staatliche Corona-Auflagen hat am Sonntagmittag in Berlin begonnen. Die Polizei sprach zum Auftakt am Alexanderplatz von mehreren hundert Teilnehmenden. Es gab die Pflicht, Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Polizei wies darauf mit Durchsagen hin. Zudem müsse der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden, hieß es auf der Demonstration.

Der Protestzug am Mittag sollte bis zu einem ehemaligen Kino führen, in dem ursprünglich der "World Health Summit" geplant war. Die Veranstaltung findet wegen steigender Infektionszahlen inzwischen aber online statt. Alle Ansprachen und Debatten - unter anderem sollten der Virologe Christian Drosten und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprechen - würden digital gehalten, hatte eine Sprecherin des Gipfels mitgeteilt.

Update, 25. Oktober, 12.07 Uhr: Kritik an Corona-Maßnahmen in Großbritannien - Zahlen steigen weiter

Trotz der weiteren Zuspitzung der Corona-Lage in Großbritannien stoßen die Maßnahmen der Regierung auf viel Kritik und Unverständnis. Am Samstag meldete die Statistikbehörde mehr als 23.000 Neuinfektionen. Pro 100.000 Einwohnern lag die Zahl der Neuinfektionen binnen zwei Wochen nach Angaben der EU-Seuchenbehörde (ECDC) im Vereinigten Königreich bei 383,1. Dennoch demonstrierten in London am Wochenende Tausende für ein Ende der Corona-Beschränkungen.

Die Protestierenden sprachen sich gegen die Maskenpflicht aus und kritisierten die geltenden Maßnahmen als Tyrannei oder Überwachung oder stellten die Pandemie an sich infrage. Die Metropolitan Police nahm 18 Menschen fest.

Andere halten die britische Corona-Politik dagegen für nicht weitgehend genug: Einer aktuellen Umfrage der British Medial Association zufolge glaubt mehr als ein Drittel der Ärzte in England nicht daran, dass das derzeitige Warnstufensystem die Verbreitung des Virus aufhalten kann. Fast 8000 Patienten werden bereits wieder in Krankenhäusern behandelt, insbesondere im Norden des Landes stoßen diese teilweise schon wieder fast an ihre Belastungsgrenzen.

Der Eingang zu einer von fünf Covid-19-Stationen im Whiston Hospital.
Der Eingang zu einer von fünf Covid-19-Stationen im Whiston Hospital.  © Peter Byrne/PA Wire/dpa

Update, 25. Oktober, 11.44 Uhr: Kassenärzte-Chef: Müssen uns an das Virus gewöhnen

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat vor Verschiebungen von Arztterminen oder Operationen wegen der Corona-Krise gewarnt. "Die Ärzte sind für den Winter wesentlich besser gerüstet als zu Beginn der Pandemie. Es gibt für Patienten keinen Grund mehr, wie im März wegen Corona Krebsvorsorge-Termine oder wichtige Operationen zu verschieben", sagte er in einem Gespräch mit der Bild am Sonntag, an dem auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, teilnahmen.

Gassen sagte, es werde nicht ad hoc ein Impfstoff für 83 Millionen in Deutschland oder gar sieben Milliarden Menschen weltweit zur Verfügung stehen. Über die Jahre werde es zu einer zunehmenden Durchseuchung der Weltbevölkerung kommen. "Wir müssen uns an das Virus gewöhnen und dürfen dabei nicht vergessen, dass es neben Covid-19 auch noch andere Krankheiten gibt", so der KBV-Chef.

Update, 25. Oktober, 11.22 Uhr: Festnahmen und Gewalt bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Rom

In Italiens Hauptstadt Rom ist es bei Protesten gegen Ausgangssperren und andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen in der Nacht zum Sonntag im Zentrum Roms unter anderem Feuerwerkskörper auf Polizisten, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos und andere Medien berichteten. Als Bereitschaftspolizisten zur Verstärkung anrückten, wurden demnach Autos beschädigt und Müllcontainer in Brand gesteckt. Zwei Polizisten erlitten den Berichten zufolge Verletzungen, mindestens zehn Demonstranten wurden festgenommen. Die Polizei selbst machte zunächst keine Angaben dazu.

An dem nicht genehmigten und von der neofaschistischen Partei Forza Nuova organisierten Protest hatten sich den Medienberichten zufolge Hunderte Menschen beteiligt. Parteichef Roberto Fiore schrieb am Sonntag auf Twitter, die italienischen Lebensgrundlagen würden "im Namen einer 'Pseudo-Pandemie' geopfert". "Die Italiener zeigen, dass sie Einschränkungen und wirtschaftliche Euthanasie im Namen einer 'Pseudo-Pandemie' nicht länger tolerieren können", so Fiore.

Update, 25. Oktober, 11.11 Uhr: Brandsätze gegen Gebäude des Robert Koch-Instituts geworfen

Unbekannte haben nach Angaben der Polizei ein Gebäude des Robert Koch-Instituts in Berlin attackiert. Gegen die Fassade seien in der Nacht zum Sonntag Brandsätze geworfen worden, teilten die Ermittler am Morgen mit. Es sei niemand verletzt worden.

Gegen 02.40 Uhr hätten Sicherheitsmitarbeiter mehrere Personen entdeckt, die Flaschen geworfen hätten. "Dabei soll auch eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen sein. Die Flammen konnte der Mitarbeiter löschen", heißt es im Polizeibericht.

Die Verdächtigen seien unerkannt entkommen. "Da eine politische Motivation bei der versuchten Brandstiftung geprüft wird, hat der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen übernommen", teilte die Polizei mit.

Ein Schild mit der Aufschrift "Robert Koch-Institut" weist auf den Eingang des Gebäudes hin.
Ein Schild mit der Aufschrift "Robert Koch-Institut" weist auf den Eingang des Gebäudes hin.  © Carsten Koall/dpa

Update, 25. Oktober, 10.13 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte: Zeitgleichen Unterricht für alle beenden

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in Anbetracht der dramatisch steigenden Corona-Infektionen gefordert, in den Schulen den zeitgleichen Unterricht für alle Schüler zu beenden. "Wenn wir nicht wollen, dass die Schulen mit regelmäßigem Schulausfall auch noch zu Hotspots werden, sollten die Schulklassen jetzt aufgeteilt werden in Vormittags- und Nachmittagsunterricht", sagte er der Bild am Sonntag. 

Generell fügte er hinzu, wenn es in den nächsten zwei bis drei Wochen nicht gelinge, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden es in wenigen Wochen harte Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr geben. "Die Einschränkungen, die jetzt beschlossen wurden, reichen leider nicht aus, um überfüllte Intensivstationen und einen deutlichen Anstieg der Todeszahlen im Dezember zu verhindern."

Update, 25. Oktober, 10 Uhr: Corona-Ampel für München springt auf "Dunkelrot"

In der Corona-Pandemie ist in der bayerischen Landeshauptstadt ein weiterer kritischer Wert der Neuinfektionen überschritten worden. Nach Zahlen des Robert Koch-Institutes vom Sonntag (0 Uhr) liegt der Wert bei 100,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. 

Damit hat München nach der bayerischen Corona-Ampel nun den Status "Dunkelrot". Ab einer sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz von 100 müssen die Bewohner der betroffenen Kommune mit verschärften Einschränkungen im Alltag rechnen. So müssen Restaurants um 21 Uhr schließen.

Update, 25. Oktober, 8.08 Uhr: Nach elf Corona-Fällen: Partie von RC Lens in Ligue 1 abgesagt

Nach einem Corona-Ausbruch beim RC Lens ist in der französischen Ligue 1 erneut ein Spiel verlegt worden. Die für Sonntag angesetzte Partie von Lens gegen den FC Nantes könne nicht wie geplant stattfinden, teilte die französische Fußball-Liga mit. 

Elf Profis bei dem Club seien positiv auf das Coronavirus getestet worden und stünden daher nicht zur Verfügung. Wann die Partie des achten Spieltags nachgeholt werden soll, stand zunächst nicht fest.

Update, 25. Oktober, 6 Uhr: Fahrgastzahlen im Fernverkehr gehen wieder zurück

Angesichts rapide steigender Infektionszahlen und neuer politischer Gegenmaßnahmen in der Corona-Krise verzichten wieder mehr Menschen aufs Bahnfahren. "Seit Anfang Oktober registrieren wir eine zunehmende Verunsicherung unserer Kunden im Fernverkehr, während das Verkehrsaufkommen im Regionalverkehr stabil geblieben ist", teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage mit. 

"Besonders betroffen sind im Fernverkehr vor allem Geschäftsreisen sowie längerfristige Buchungen, was angesichts der aktuellen Entwicklungen und Diskussionen nicht verwunderlich ist."

Update, 25. Oktober, 5.56 Uhr: Gesundheitsämter melden 11.176 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 11.176 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird. Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 429.181 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. (Stand: 25.10., 0.00 Uhr) Vor genau einer Woche waren es noch 5587 Neuinfektionen an einem Tag.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 29 auf insgesamt 10.032. Die Marke von 10.000 war am Vortag überschritten worden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,36 (Vortag: 1,23). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Thüringen, Erfurt: "Abstand halten!" in deutscher und englischer Sprache steht auf einem Flatterband am Domplatz inmitten der Altstadt.
Thüringen, Erfurt: "Abstand halten!" in deutscher und englischer Sprache steht auf einem Flatterband am Domplatz inmitten der Altstadt.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. Oktober, 4.25 Uhr: Labor-Chefin: Corona-Tests des Fußballs weiter kein Problem

Trotz einiger Engpässe in den Labors muss sich die Fußball-Bundesliga wohl weiter keine Sorgen um ihre regelmäßigen Corona-Tests machen. Der Anteil der Proben der Bundesliga an der Gesamtzahl aller Corona-Tests in Deutschland liege "weit unter einem Prozent - irgendwo im Promillebereich", sagte Cornelia Wanke als Geschäftsführerin der Fachgemeinschaft Akkreditierte Labore in der Medizin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. 

Die Proben aus dem Profifußball ließen sich demnach "innerhalb der vorhandenen Testkapazität abbilden, ohne dass es andernorts zu Verzögerungen kommt".

Update, 25. Oktober, 4.24 Uhr: Positiver Corona-Test bei Stabschef von US-Vizepräsident Pence

Der Stabschef von US-Vizepräsident Mike Pence ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Test bei Pence selbst sei negativ ausgefallen und er wolle an seinem Programm unter anderem mit Wahlkampfauftritten festhalten, teilte Pence' Sprecher in der Nacht zum Sonntag mit. Sein Stabschef Marc Short sei jetzt in Quarantäne.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die US-Regierungsspitze direkt von der Pandemie getroffen wird. Erst Anfang des Monats waren Präsident Donald Trump und diverse Mitarbeiter des Weißen Hauses positiv getestet worden. Trump erholte sich von seiner Covid-19-Erkrankung, nachdem er unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Mittel behandelt worden war.

Update, 25. Oktober, 2 Uhr: Kolumbien: Zahl der Corona-Fälle überschreitet eine Million

Als achtes Land der Welt hat Kolumbien mehr als eine Million Corona-Fälle registriert. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Samstag (Ortszeit) stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in dem südamerikanischen Land seit Beginn der Pandemie auf 1.007.711. Im Vergleich zum Vortag waren demnach knapp 8800 Neuinfektionen, rund 5700 Genesene und 198 Todesopfer zu der Statistik hinzugekommen. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 bei 30.000 - nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA sind das die elftmeisten weltweit.

Kolumbien hat mit rund 50 Millionen Einwohnern gut 30 Millionen weniger als Deutschland, aber rund dreimal so viele Corona-Todesopfer und mehr als doppelt so viele Infektionen zu beklagen. Zeitweise herrschten dort strenge Ausgangsbeschränkungen, seit September ist das Land jedoch größtenteils wieder geöffnet.

Kolumbien, Bogotá: Ein Mitglied eines indigenen Volkes trägt während einer Demonstration in Bogota eine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus.
Kolumbien, Bogotá: Ein Mitglied eines indigenen Volkes trägt während einer Demonstration in Bogota eine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus.  © Camila Diaz/colprensa/dpa

Update, 25. Oktober, 1.05 Uhr: Altmaier: Keine Gefahr von Versorgungsengpässen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht keinen Anlass für Sorgen vor neuen Versorgungsengpässen in der Corona-Pandemie. Im Frühjahr seien "Lieferschwierigkeiten dadurch entstanden, dass Lastwagen an der Grenze im Stau standen oder Regale im Supermarkt durch Hamsterkäufe leergeräumt wurden", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ich bin davon überzeugt, dass wir auch hier viel aus der ersten Welle der Pandemie gelernt haben und keine Wiederholung erleben werden."

Das gilt nach seinen Worten auch für Mund-Nasen-Bedeckungen. Er gehe davon aus, "dass genügend Masken zu jedem Zeitpunkt vorhanden sein werden", sagte Altmaier. Das Ziel, zehn Milliarden Masken im Jahr herzustellen, "werden wir erreichen". Die Produktion von Filtervlies sei "herausragend gesteigert" worden.

Update, 25. Oktober, 0.30 Uhr: Frankreich erreicht Spitzenwert mit über 45.000 Corona-Neuinfektionen

In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 45.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Samstagabend 45.422 neu erfasste Ansteckungen. Damit gab es erneut einen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testung in Frankreich. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Die Behörden meldeten allein in der vergangenen Woche mehrmals neue Spitzenwerte bei den Neuinfektionen. Demnach war am Freitagabend erstmals die Marke von einer Million gemeldeter Fälle seit Beginn der Pandemie überschritten worden. Mehr als 34.500 Menschen im Land sind bereits im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Frankreich, Marseille: Freunde trinken ein Getränk vor einer Bar vor der Ausgangssperre.
Frankreich, Marseille: Freunde trinken ein Getränk vor einer Bar vor der Ausgangssperre.  © Daniel Cole/AP/dpa

Update, 25. Oktober, 0.14 Uhr: Fetischparty mit 600 Gästen in Berlin aufgelöst

Eine Fetischparty mit etwa 600 Gästen in einer angesagten Location in Berlin-Mitte hat am Samstagabend ein jähes Ende gefunden. Beamte der Berliner Polizei und der Bundespolizei lösten die Veranstaltung in der Alten Münze auf. "Es waren einfach zu viele für zu wenig Platz", hieß es bei der Polizei am späteren Abend. Die Veranstalterin erwartet demnach ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnung. Der Mindestabstand habe wegen der Vielzahl der Personen nicht eingehalten werden können. Die Veranstalterin habe die Party nach Aufforderung durch die Beamten beendet. Die Gäste wurden in die Berliner Nacht entlassen und nach Hause geschickt.

Mit Hunderten Einsatzkräften kontrollierte die Berliner Polizei am Samstag, ob sich die Menschen an die Corona-Regeln halten. Rund 1000 Polizisten sollten im Laufe des Tages im Einsatz sein, die Hälfte von der Bundespolizei. Auch für den Sonntag waren Kontrollen geplant.

Update, 25. Oktober, 0.10 Uhr: Außenhandelspräsident fordert härtere Maßnahmen gegen Corona

Der Präsident des Groß- und Außenhandelsverbands, Anton Börner, hat härtere Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung gefordert. "Wir müssen unter allen Umständen die Pandemie unter Kontrolle halten, um einen erneuten Shutdown vermeiden zu können", sagte der Chef des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) der Bild am Sonntag. 

Dazu sei "ein noch viel stärkeres Herunterfahren des öffentlichen Lebens" nötig. "Je länger wir damit warten, umso größer wird der Schaden für die Gesundheit der Menschen und auch für die Wirtschaft. Lieber jetzt entschlossen handeln, auch wenn es schmerzhaft ist, damit uns nicht die Zeit davonrennt", erklärte er.

Update, 24. Oktober, 21.54 Uhr: 83.000 Neuinfektionen in USA - Trump spielt Corona-Gefahr herunter

US-Präsident Donald Trump hat im Angesicht einer Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen die Gefahren durch das Virus heruntergespielt. "Ich hatte es, hier bin ich", verkündete Trump in Anspielung auf seine Covid-19-Erkrankung bei einem Wahlkampfauftritt am Samstag. "Und jetzt sagen sie, dass ich immun bin." 

Trump war unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Medikament behandelt worden, das er als "Heilmittel" bezeichnete. Bis Samstag starben unterdessen mehr als 224.000 Amerikaner an der Krankheit.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA an einem Tag stieg auf mehr als 83.000 - der bisher höchste Wert. Trump führte die Entwicklung darauf zurück, dass mehr als früher getestet werde. Überhaupt werde in den Medien ständig über das Virus geredet. "Macht man den Fernseher an: 'Covid, Covid, Covid, Covid, Covid'", beschwerte sich der Präsident.

Trotz der Rekordzahl an Neuinfektionen, spielt US-Präsident Donald Trump (74) die Gefahr durch das Coronavirus weiter herunter.
Trotz der Rekordzahl an Neuinfektionen, spielt US-Präsident Donald Trump (74) die Gefahr durch das Coronavirus weiter herunter.  © Evan Vucci/AP/dpa

Update, 24. Oktober, 21.48 Uhr: Frankfurt sagt wegen hoher Corona-Zahlen Weihnachtsmarkt ab

Die Stadt Frankfurt am Main verschärft wegen des sprunghaften Anstiegs der Corona-Infektionen die Schutzmaßnahmen und hat auch den Weihnachtsmarkt abgesagt. Das hat der Verwaltungsstab der Stadt in einer kurzfristig angesetzten Sondersitzung am Samstag beschlossen, wie die Pressestelle am Abend mitteilte. 

Damit reagiert Frankfurt auf den hohen Inzidenzwert von gut 176. Das ist die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Zu den weiteren Maßnahmen gehört eine Ausweitung der Maskenpflicht.

Update, 24. Oktober, 21.40 Uhr: Polnische Polizei nimmt Anti-Corona-Demonstranten fest

Bei unangemeldeten Protesten gegen die geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die Polizei in Warschau nach eigenen Angaben mehr als 100 Demonstranten festgenommen. 

"Die Polizisten gehen entschlossen und effektiv vor. Bisher wurden zur Vorbeugung mehr als 120 Personen festgenommen", teilte die Warschauer Polizei auf Twitter mit. Dem TV-Nachrichtensender TVN24 bestätigte ein Polizeisprecher, die Ordnungshüter hätten auch Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt. Die teils rechtsgerichteten Demonstranten hatten sich offenbar an mehreren Orten der Stadt zugleich versammelt.

Update, 24. Oktober, 21.35 Uhr: Statt Fußball-Fans: 15.000 Teddybären auf der Tribüne

Wo in Nicht-Corona-Zeiten normalerweise die Fans des niederländischen Fußball-Erstligisten SC Heerenveen ihre Plätze haben, saßen diesmal Teddybären. 15.000 Stofftiere in blau-weißen Trikots mit rotem Herz waren am Samstag beim Heimspiel gegen den FC Emmen auf den Tribünen platziert. 

Die "Knuffelberen" in den friesischen Farben sollten an Kinder erinnern, die an Krebs erkrankt sind. Wegen der sich auch in den Niederlanden verschärfenden Corona-Pandemie waren für das Spiel keine Zuschauer mehr im sonst als Eisschnelllauf-Mekka bekannten Heerenveen erlaubt.

Keine Fans wegen der verschärften Coronamaßnahmen, aber auf der Tribüne sitzen 15.000 Teddybären mit einem Fußballtrikot.
Keine Fans wegen der verschärften Coronamaßnahmen, aber auf der Tribüne sitzen 15.000 Teddybären mit einem Fußballtrikot.  © Cor Lasker/ANP/dpa

Update, 24. Oktober, 21.26 Uhr: Spanien in Corona-Krise vor Rückkehr zum Alarmzustand

In Spanien zeichnet sich angesichts rasant steigender Corona-Zahlen eine Rückkehr zum Alarmzustand wie während der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr ab. Damit solle den Regionalregierungen eine gerichtsfeste rechtliche Basis für einschneidende Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gegeben werden, berichteten die Zeitungen "El País" und "La Vanguardia" am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. 

Die Entscheidung solle bereits am Sonntag bei einer Krisensitzung des Kabinetts fallen, schrieben die beiden Blätter weiter. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte seine Landsleute am Vortag auf "sehr harte Monate" eingestimmt und zu mehr Disziplin bei der Eindämmung des Virus aufgerufen. Nur so könne ein drastischer Lockdown wie im Frühjahr noch vermieden werden.

Bereits 9 der 17 autonomen Regionen des Landes, die in etwa deutschen Bundesländern entsprechen, sowie Melilla, eine der beiden nordafrikanischen Exklaven Spaniens, hätten die Zentralregierung um die Ausrufung des Alarmzustands ersucht, berichteten die Zeitungen weiter. Die Regionen wollen vor allem Rechtssicherheit bei der Anordnung nächtlicher Ausgangssperren und anderer Eingriffe in persönliche Freiheitsrechte, um einen Lockdown rund um die Uhr zu vermeiden.

Während der Ehrung der Bevölkerung von Madrid in ihrem Kampf gegen die Corona-Pandemie wird die Nationalflagge gehisst. Im spanischen Corona-Hotspot Madrid gilt ab dem heutigen Samstag nach dem Ende der zweiwöchigen Absperrung der Hauptstadt eine "nächtliche Schließung" zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens.
Während der Ehrung der Bevölkerung von Madrid in ihrem Kampf gegen die Corona-Pandemie wird die Nationalflagge gehisst. Im spanischen Corona-Hotspot Madrid gilt ab dem heutigen Samstag nach dem Ende der zweiwöchigen Absperrung der Hauptstadt eine "nächtliche Schließung" zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens.  © Eduardo Parra/Europa Press/dpa

Update, 24. Oktober, 19.42 Uhr: Belgien und Tschechien besonders betroffen

Auch in Europa gehen die Werte steil nach oben. Belgien, das in Relation zur Einwohnerzahl zu den am stärksten von der Pandemie getroffenen Staaten in Europa zählt, registrierte mit 15.432 Infektionen (20. Oktober) binnen eines Tages einen Höchstwert.

In der EU verzeichnen Frankreich und Spanien mit jeweils mehr als einer Million Infizierten und mehr als 34.000 Toten Negativrekorde. Noch mehr Tote gab es in Europa in Großbritannien (44.600) und Italien (mindestens 37.000).

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl wütet die Pandemie in Belgien und Tschechien besonders heftig. 

Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz geht über die Prager Karlsbrücke. In Tschechien gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen sind angehalten, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben. Restaurants müssen geschlossen bleiben.
Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz geht über die Prager Karlsbrücke. In Tschechien gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen sind angehalten, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben. Restaurants müssen geschlossen bleiben.  © Vít Šimánek/CTK/dpa

Update, 24. Oktober, 19.38 Uhr: USA: Mehr als 80.000 Infizierte an einem Tag

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen weltweit steigt und steigt. Täglich werden weitere Negativrekorde gemeldet. In den USA erhöhte sich die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages erstmals seit Beginn der Pandemie auf mehr als 80.000. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) verzeichnete dort am Freitag (Ortszeit) 83.757 neue Fälle, rund 12.000 mehr als Freitag.

In den USA mit ihren insgesamt rund 330 Millionen Einwohnern wurden nach JHU-Angaben seit Beginn der Pandemie knapp 8,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 224.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Wenig besser ist die Lage in Indien (7,8 Millionen Infizierte/rund 118.000 Tote) und Brasilien (5,3 Millionen Infizierte, mehr als 156.000 Tote).

Update, 24. Oktober, 18.59 Uhr: Algeriens Präsident wegen Corona-Verdacht freiwillig in Quarantäne

Wegen des Verdachts auf Corona-Infektionen bei mehreren seiner Berater hat sich Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune freiwillig in Quarantäne begeben. Auf Empfehlung seiner ärztlichen Berater werde er sich ab Samstag fünf Tage lang isolieren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf das Präsidialamt. 

Er sei "gesund und wohlauf" und werde seine Arbeit aus der Quarantäne heraus fortsetzen, schrieb der 74 Jahre alte Tebboune bei Twitter. In Algerien wurden bisher mehr als 55.000 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

Tebboune war im Dezember 2019 zum Staatsoberhaupt des flächenmäßig größten afrikanischen Landes gewählt worden. Er ist Nachfolger von Langzeitpräsident Abdelaziz Bouteflika, der nach 20 Jahren im Amt auf Druck der Armee hin und nach anhaltenden Massenprotesten im Land zurückgetreten war.

Update, 24. Oktober, 18.25 Uhr: Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko mit Coronavirus infiziert

In der Ukraine hat sich Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko vor seiner möglichen Wiederwahl als Bürgermeister in der Hauptstadt Kiew mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte der 49-Jährige am Samstagabend in mehreren sozialen Netzwerken mit. "Freunde! Das Coronavirus hat im unpassendsten Moment zugeschlagen", meinte er mit Blick auf den Wahlsonntag. 

Er habe zwar versucht, sich zu schützen, aber die Arbeit als Bürgermeister in Pandemie-Zeiten bedeute auch ein ständiges Risiko. Er sei regelmäßig getestet worden und werde nun aus der Selbstisolation weiter arbeiten, teilte Klitschko mit. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Der ehemalige Boxer und Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko (49), hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.
Der ehemalige Boxer und Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko (49), hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.  © Serg Glovny/ZUMA Wire/dpa

Update, 24. Oktober, 17.36 Uhr: Österreich verschärft Maskenpflicht und beschränkt Kontakte

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionen gelten in Österreich ab diesem Sonntag verschärfte Schutzmaßnahmen: In Innenräumen dürfen sich zu Tanz- oder Yogakursen oder privaten Geburtstagsfeiern nur noch sechs Personen treffen, draußen zwölf. Das gilt auch für Amateur-Chöre und Musikkapellen. Auf der Straße muss wieder ein Meter Abstand gehalten werden, außer zu Mitgliedern des eigenen Haushalts. In Restaurants dürfen nur noch sechs statt zehn Erwachsene an einem Tisch sitzen.

Die Maskenpflicht wird im öffentlichen Raum ausgeweitet, etwa an Bahnhöfen, Haltestellen und in Einkaufspassagen. Unter anderem müssen Opern- oder Theaterbesucherinnen und -besucher während der ganzen Vorstellung eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Masken sind auch bei Besuchen in Altenheimen nun Pflicht, ebenso auf Märkten drinnen und draußen. Großveranstaltungen dürfen nur noch mit 1000 statt 1500 Teilnehmern drinnen und mit 1500 statt bislang 3000 draußen stattfinden.

Wie schon bislang muss der Mund-Nasen-Schutz weiter auch in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden, darunter in Seilbahnen, Reisebussen und Ausflugsschiffen.

Update, 24. Oktober, 17.18 Uhr: Tausende demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen in London

In London haben erneut Tausende gegen die Corona-Maßnahmen der britischen Regierung demonstriert. Vom Hyde Park aus marschierten die Teilnehmenden am Samstag mit Bannern und Plakaten durch das Zentrum der britischen Hauptstadt und forderten ein Ende der Corona-Beschränkungen. 

Der "Guardian" und die britische Nachrichtenagentur PA berichteten von "Tausenden Teilnehmern", die Polizei machte keine Angaben zu den Zahlen. Die Protestierenden sprachen sich gegen die Maskenpflicht aus und kritisierten die geltenden Maßnahmen als Tyrannei oder Überwachung. Manche stellten auch die Pandemie an sich infrage. Aufgerufen hatte unter anderem die Organisation Save our Rights UK.

Demonstranten protestieren auf dem Trafalgar Square in London gegen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Zahl der Corona-Fälle in Großbritannien steigt weiter an.
Demonstranten protestieren auf dem Trafalgar Square in London gegen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Zahl der Corona-Fälle in Großbritannien steigt weiter an.  © Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Update, 24. Oktober, 17.11 Uhr: Ronaldo weiter in Corona-Quarantäne - Einsatz gegen Barça fraglich

Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo muss nach seinem positiven Corona-Test weiter in Quarantäne bleiben und verpasst damit auch die kommende Serie-A-Partie seines Clubs Juventus Turin. 

"Bis Freitag gab es keine Neuigkeiten zu Cristiano. Wir warten auf das Ergebnis des Tests", sagte Juve-Trainer Andrea Pirlo am Samstag vor der Partie gegen Hellas Verona am Sonntag. Ronaldos Einsatz in der Königsklasse im Spitzenspiel gegen den FC Barcelona mit Lionel Messi am kommenden Mittwoch gilt daher als fraglich. Für einen Einsatz in der Serie A müsste der Portugiese 48 Stunden vor der Partie einen negativen Corona-Test vorlegen. 

Cristiano Ronaldo (35) muss nach seinem positiven Corona-Test weiter in Quarantäne bleiben und verpasst damit auch die kommende Serie-A-Partie seines Clubs Juventus Turin.
Cristiano Ronaldo (35) muss nach seinem positiven Corona-Test weiter in Quarantäne bleiben und verpasst damit auch die kommende Serie-A-Partie seines Clubs Juventus Turin.  © Marco Alpozzi/Lapresse via ZUMA Press/dpa

Update, 24. Oktober, 17.09 Uhr: 23 Menschen in Flüchtlingsunterkunft mit Corona infiziert

In einer Flüchtlingsunterkunft in Trier ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Nach Angaben der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Rheinland-Pfalz waren am Samstag 23 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert. 

Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, habe die Stadt Trier gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Trier-Saarburg eine Quarantäne für die gesamte Einrichtung angeordnet. Der ADD zufolge leben aktuell 387 Frauen und Männer in der Unterkunft. Die Ursache des Ausbruchs sei auf die allgemein stark steigenden Infektionszahlen zurückzuführen, hieß es in einer Mitteilung. Den bisher positiv getesteten Menschen gehe es derzeit den Umständen entsprechend gut.

Update, 24. Oktober, 16.54 Uhr: Hunderte Polizisten in Berlin im Corona-Einsatz

 Mit Hunderten Einsatzkräften hat die Berliner Polizei am Wochenende kontrolliert, ob sich die Menschen an die Corona-Regeln halten. Rund 1000 Polizisten sollten im Laufe des Tages im Einsatz sein, die Hälfte von der Bundespolizei. "Wir sind bis in die Nacht hinein unterwegs", sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Auch für den Sonntag waren Kontrollen geplant.

Die Berliner Landesregierung hatte die Vorgaben verschärft. Seit dem Wochenende muss zum Beispiel auf Wochenmärkten und auf zehn Einkaufsstraßen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Zudem gelten noch strengere Obergrenzen für private Zusammenkünfte.

Der Großteil der Menschen habe sich in den Hotspots an die Maskenpflicht gehalten. Bei etwa zehn bis 20 Prozent sei das anders gewesen. Die Menschen würden mündlich verwarnt - "und in der Regel folgen die Leute dann schon". Ähnliches beobachtet ein Sprecher der Bundespolizei: "Nur in ganz wenigen Fällen mussten bisher Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden."

Update, 24. Oktober, 16.33 Uhr: Österreich meldet wieder Tagesrekord bei Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen hat in Österreich kurz vor der Einführung strikterer Maßnahmen erneut einen Rekordwert erreicht. 3614 Fälle wurden am Samstag innerhalb von 24 Stunden gemeldet, nach 2571 am Tag davor, wie das Innen- und das Gesundheitsministerium mitteilten. Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg auf 172,1 pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit bei 68,4.

Besonders betroffen sind die an Deutschland grenzenden österreichischen Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Ab Sonntag wird unter anderem die Höchstzahl der erlaubten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei privaten Anlässen drinnen auf sechs, draußen auf zwölf beschränkt. Die Maskenpflicht im öffentlichen Raum wird ausgeweitet. Bei Großveranstaltungen dürfen dann drinnen nur noch 1000, draußen 1500 Menschen zusammenkommen.

Update, 24. Oktober, 16.28 Uhr: Papst Franziskus hält ohne Maske Audienz mit Spaniens Regierungschef

Papst Franziskus hat ohne Gesichtsmaske Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zu einer Audienz empfangen. Auf einem Foto, das der spanische Regierungschef nach dem Treffen am Samstag veröffentlichte, trugen weder Sánchez noch seine Frau oder der Papst Masken als Schutz vor dem Coronavirus. 

Auch auf einem Video, das der Vatikan später veröffentlichte, sprach der 83-jährige Franziskus ohne Mund-Nasen-Bedeckung vor dem mit Abstand zu ihm sitzenden Publikum.

Die Gewohnheit des Papstes, trotz der auch in Italien wieder steigenden Corona-Infektionszahlen keine Maske zu tragen, verwundert Beobachter. Dabei hat sich auch das Coronavirus im Vatikan selbst ausgebreitet. So sind mehrere Mitglieder der Schweizer Garde infiziert.

Sánchez und seine Ehefrau trugen bei ihrer Ankunft im Vatikan Masken, aber nicht mehr, als sie den Komplex verließen. 

Update, 24. Oktober, 16.07 Uhr: Neuer Corona-Höchstwert in Belgien: 15.400 Infektionen an einem Tag

Belgien meldet mit 15.432 Corona-Infektionen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert. Die Zahl sei für vorigen Dienstag (20. Oktober) registriert worden, meldete die Nachrichtenagentur Belga am Samstag unter Berufung auf das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano. Der vorherige Tages-Höchstwert lag bei 12.969 (18. Oktober).

Die Regionalregierung der Hauptstadt Brüssel verschärfte wegen der stark steigenden Zahlen nochmals die Regeln. So gilt unter anderem ab Montag in Brüssel überall Maskenpflicht, die nächtliche Ausgangssperre beginnt bereits um 22 Uhr statt um Mitternacht, wie Ministerpräsident Rudi Vervoort mitteilte. Schwimmbäder, Sportclubs und Fitnessstudios müssen schließen, ebenso Theater, Kinos und Museen. Heimarbeit ist Pflicht, soweit dies möglich ist. Und: Kinder dürfen an Halloween nicht von Tür zu Tür ziehen.

Update, 24. Oktober, 16 Uhr: Erneut Rekordwerte bei Corona-Neuinfektionen in Litauen und Lettland

In den beiden Baltenstaaten Litauen und Lettland haben die Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge Rekordwerte erreicht. In Litauen wurden am Samstag 474 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, in Lettland waren es 259 - so viele neue Fälle wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. In den beiden EU-Ländern lagen die bisherigen Höchstwerte nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Vilnius und Riga zuvor bei 442 und 250.

Die beiden Baltenstaaten im Nordosten Europas standen bislang in der Coronakrise durchaus gut da. Die Infektionszahlen waren anfangs im internationalen Vergleich eher gering. Zuletzt haben sie aber teils deutlich zugenommen. Die Regierungen in Vilnius und Riga haben darauf mit neuen Corona-Schutzmaßnahmen reagiert.

Update, 24. Oktober, 15.58 Uhr: Polens Präsident Duda positiv auf Coronavirus getestet

Der polnische Präsident Andrzej Duda ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Präsidentensprecher Blazej Spychalski am Samstagmorgen auf Twitter mit. Der 48 Jahr alte Präsident fühle sich gut, betonte Spychalski. "Wir sind in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsdienst", schrieb der Sprecher weiter.

Duda hatte am Montag persönlich an einem Online-Gipfeltreffen der Drei-Meeres-Initiative in Tallinn teilgenommen. Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid, Gastgeberin des Treffens, schrieb auf Twitter, sie sei am Freitagabend nach ihrer Rückkehr von einem zwischenzeitlichen Paris-Besuch negativ auf das Virus getestet worden.

ARCHIV - 31.08.2020, Polen, Danzig: Andrzej Duda, Präsident von Polen, während des 40. Jahrestages der August-Abkommen. Duda ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Präsidentensprecher Spychalski am 24.10.2020 auf Twitter mit.
ARCHIV - 31.08.2020, Polen, Danzig: Andrzej Duda, Präsident von Polen, während des 40. Jahrestages der August-Abkommen. Duda ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Präsidentensprecher Spychalski am 24.10.2020 auf Twitter mit.  © Mateusz Slodkowski/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Update, 24. Oktober, 15.55 Uhr: Festnahmen bei Protesten gegen Corona-Ausgangssperre in Neapel

In der süditalienischen Metropole Neapel haben in der Nacht zum Samstag Hunderte Menschen gegen eine Ausgangssperre und einen geplanten Lockdown für die Region Kampanien in der Corona-Pandemie protestiert. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, wie eine Sprecherin der Polizei am Samstag sagte. 

Zwei Demonstranten seien festgenommen und des Widerstandes gegen ihre Festnahme angeklagt worden. Zwei Polizisten wurden ihren Angaben zufolge leicht verletzt.

Hunderte Demonstranten waren unter anderem vor den Sitz der Regionalregierung gezogen, warfen dort Feuerwerkskörper, zündeten Rauchbomben und steckten Müllcontainer in Brand, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei setzte demnach unter anderem Tränengas gegen die Protestierenden ein.

Update, 24. Oktober, 15.50 Uhr: Topfdeckel und Klatschen gegen die Stille: Union-Fans nicht leise

Trotz des Verbots von Fangesängen und Sprechchören ist es beim Heimspiel des 1. FC Union Berlin gegen den SC Freiburg in der Fußball-Bundesliga keineswegs still geblieben. 

Die 4500 zugelassenen Zuschauer machten sich im Stadion An der Alten Försterei am Samstag nicht nur mit lautstarkem Klatschen bemerkbar, sondern wurden auch kreativ. Die Fans brachten unter anderem Rasseln, Tröten, Trommeln und sogar Topfdeckel mit, um das eigene Team anzufeuern.

"Lasst die Masken auf, haltet die Abstände. Klatscht euch die Hände wund. Die Jungs brauchen eure Unterstützung", sagte Stadionsprecher Christian Arbeit in Richtung der zu etwa 20 Prozent gefüllten Tribünen. Nur in Berlin und Wolfsburg waren am Samstag in den Stadien der Bundesliga trotz Corona-Krise mehr als 1000 Besucher zugelassen.

Die Leinwand im Stadion An der Alten Försterei in Berlin zeigt den Schriftzug: Und niemals vergessen! Haltet 1,5m Abstand ein! Tragt einen Mund-Nasen-Schutz! Fan-Gesänge / Sprechchöre sind zu unterlassen!
Die Leinwand im Stadion An der Alten Försterei in Berlin zeigt den Schriftzug: Und niemals vergessen! Haltet 1,5m Abstand ein! Tragt einen Mund-Nasen-Schutz! Fan-Gesänge / Sprechchöre sind zu unterlassen!  © Andreas Gora/dpa

Update, 24. Oktober, 14.47 Uhr: Linke schließt Absage ihres Parteitages nicht aus

Die Linke schließt eine Absage ihres Parteitages nächste Woche in Erfurt nicht mehr aus. Angesicht des sehr dynamischen Infektionsgeschehens sei derzeit nicht abzusehen, ob das Treffen stattfinden könne, teilte Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler am Samstag nach Beratungen des Parteivorstands mit. Man beobachte täglich das Infektionsgeschehen und berate in enger Abstimmung mit den lokalen Behörden.

Der Parteivorstand soll nun am Dienstag erneut beraten und eine endgültige Entscheidung treffen. Momentan ist den Angaben zufolge noch geplant, dass der ursprünglich von Freitag bis Sonntag geplante Parteitag verkürzt wird. Er soll demnach am Freitagnachmittag beginnen und am späten Abend enden.

Update, 24. Oktober, 13.24 Uhr: Keine Postkarten, kein Wasserkocher: Kritik an Maßnahmen in Wales

Mit einem Verkaufsverbot für etliche Waren in Supermärkten hat die Regierung in Wales massive Kritik hervorgerufen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich in einer Ära leben würde, in der Gänge im Supermarkt abgesperrt sind, weil man keinen Haartrockner, keine Babykleidung oder Kinderspielzeug kaufen darf, obwohl der Laden geöffnet ist", sagte der walisische Abgeordnete Andrew Davies am Samstag dem Sender Sky News.

Als Teil eines temporären Lockdowns dürfen Supermärkte nur noch "essenzielle Waren" verkaufen - selbst Geräte wie Wasserkocher oder Textilien wie Kissen und Bettlaken, aber auch Postkarten oder Geschirr sind in den Supermärkten mit Plastikfolien oder anderen Barrieren abgesperrt. Das stößt bei vielen Kunden auf Unverständnis. "Ich glaube es nicht. Wieso ist eine Mikrowelle nicht essenziell, wenn sie bei jemandem kaputt geht? Oder ein Wasserkocher?", schrieb eine Twitter-Nutzerin. Etliche ähnliche Beiträge kursierten in den sozialen Medien.

Update, 24. Oktober, 13.22 Uhr: 400 Künstler fordern bei Demo mehr Corona-Hilfen

Mehrere hundert Künstler haben wegen coronabedingter Existenzangst bei einer Kundgebung in München mehr Hilfen von der Politik verlangt. Unter dem Motto "Aufstehen für die Kultur" machten sie am Samstag ihrer Not bei der Demonstration auf dem Königsplatz im Herzen des Münchner Kunstareals Luft, dem Museumsviertel der Landeshauptstadt. Die Polizei zählte gut 400 Teilnehmer. Ähnliche Kundgebungen waren in Hamburg und Berlin geplant.

Unterstützt wurde die Münchner Demonstration unter anderem vom früheren Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) und dem früheren bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP).

Update, 24. Oktober, 13.19 Uhr: Drei Corona-Fälle bei Zweitligist Würzburger Kickers

Wegen positiver Corona-Tests muss Fußball-Zweitligist Würzburger Kickers im Spiel am Samstag beim Hamburger SV auf seinen Profi Douglas sowie die Co-Trainer Kurtulus Öztürk und Philipp Eckart verzichten. Das teilte der Club kurz vor dem Anpfiff der Partie in Hamburg mit. Alle drei zeigten keine Symptome und seien noch in der Nacht umgehend isoliert worden, hieß es weiter. Der Club wurde um 1 Uhr morgens über die Ergebnisse informiert.

Daraufhin seien am Vormittag Schnelltests bei Mannschaft, Trainerteam und Betreuerstab durchgeführt worden. Diese seien ebenso wie die turnusmäßigen Tests negativ ausgefallen. Auch die Ergebnisse der Schnelltests von Douglas sowie der beiden Co-Trainer seien negativ. Das Ergebnis von Profi Leroy Kwadwo lag noch nicht vor, er kam daher nicht in der Startformation zum Einsatz. Sein Laborergebnis sei negativ, erklärten die Kickers.

Update, 24. Oktober, 12.57 Uhr: Istanbuls Bürgermeister Imamoglu mit Coronavirus infiziert

Der Bürgermeister der türkischen Millionenmetropole Istanbul, Ekrem Imamoglu, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Politiker der wichtigsten türkischen Oppositionspartei CHP sagte am Samstag in einem auf Twitter geposteten Video, er befinde sich jedoch im Krankenhaus auf dem Weg der Besserung. 

Er sei häufig auf das Coronavirus getestet worden. Am Freitagabend sei er mit hohem Fieber ins Krankenhaus gegangen. "Jetzt geht es mir eigentlich gut. Mein Fieber ist nicht schlimm (...) So Gott will, werde ich wieder gesund werden", sagte der seit Mitte 2019 amtierende Bürgermeister.

Update, 24. Oktober, 12.45 Uhr: Spanien vor Rückkehr zum Alarmzustand

In Spanien zeichnet sich angesichts rasant steigender Corona-Zahlen eine Rückkehr zum Alarmzustand wie während der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr ab. Damit solle den Regionalregierungen eine gerichtsfeste rechtliche Basis für einschneidende Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gegeben werden, berichteten die Zeitungen El País und La Vanguardia am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte seine Landsleute am Vortag auf "sehr harte Monate" eingestimmt und zu mehr Disziplin bei der Eindämmung des Virus aufgerufen. Nur so könne ein drastischer Lockdown wie im Frühjahr noch vermieden werden.

Bereits 8 der 17 autonomen Regionen des Landes, die in etwa deutschen Bundesländern entsprechen, sowie Melilla, eine der beiden nordafrikanischen Exklaven Spaniens, hätten die Zentralregierung um die Ausrufung des Alarmzustands ersucht, berichteten die Zeitungen weiter. Die Regionen wollen vor allem Rechtssicherheit bei der Anordnung nächtlicher Ausgangssperren und anderer Eingriffe in persönliche Freiheitsrechte, um einen Lockdown wie im Frühjahr mit drastischen Ausgangbeschränkungen rund um die Uhr noch zu vermeiden.

Update, 24. Oktober, 12.32 Uhr: Erstmals über 15.000 Corona-Neuinfektionen in Tschechien

Tschechien hat zum ersten Mal die Grenze von mehr als 15.000 bestätigten Corona-Neuinfektionen pro Tag überschritten. Am Samstag meldeten die Gesundheitsbehörden in Prag mit 15.252 neuen Fällen binnen 24 Stunden den bisherigen Rekord-Zuwachs. Die Gesamtzahl der Infektionen seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr kletterte auf mehr als 238.000, wie Daten des Gesundheitsministeriums belegten. Insgesamt 1971 Infizierte sind in dem 10,7 Millionen Einwohner zählenden Nachbarland Deutschlands bereits gestorben.

Tschechien kämpft in Relation zur Einwohnerzahl mit der stärksten Zunahme an Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union. Deshalb gelten seit eineinhalb Wochen weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Tschechien binnen 14 Tagen am Samstag bei 1210,8 - und damit deutlich höher als in allen anderen EU-Ländern.

Eine Krankenschwester entnimmt eine Probe an der Probenahmestelle im Karviná-Krankenhaus, wo mit den Corona-Tests der Bevölkerung begonnen wurde.
Eine Krankenschwester entnimmt eine Probe an der Probenahmestelle im Karviná-Krankenhaus, wo mit den Corona-Tests der Bevölkerung begonnen wurde.  © Vladimír Pryèek/CTK/dpa

Update, 24. Oktober, 12 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Scholz: Corona wird Thema der Bundestagswahl sein

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen werden nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz auch die beherrschende Frage der Bundestagswahl im kommenden Jahr sein. "Wie geht es weiter nach Corona?", sagte der designierte Kanzlerkandidat der SPD am Samstag bei einem Landesparteitag der niedersächsischen Sozialdemokraten in Hannover. Die SPD werde sich dafür einsetzen, dass der Sozialstaat erhalten bleibt. Dank dem Sozialstaat sei Deutschland besser durch die Pandemie gekommen als andere Länder. Zugleich solle die starke Wirtschaft erhalten werden.

Der niedersächsische SPD-Vorsitzende und Ministerpräsident Stephan Weil sagte, die Erfahrungen mit Scholz als Arbeits- und Finanzminister zeigten: "Olaf Scholz hat das Zeug zum Bundeskanzler." Erstmals fand der Parteitag rein als Videokonferenz statt. In Hannover waren nur Präsidium, Redner und Techniker anwesend.

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, hält eine Rede auf dem Online-Landesparteitag der SPD Niedersachsen.
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, hält eine Rede auf dem Online-Landesparteitag der SPD Niedersachsen.  © Moritz Frankenberg/dpa

Update, 24. Oktober, 11.57 Uhr: Ausgangsbeschränkungen und Corona-Massentests in der Slowakei

In der Slowakei sind am Samstag landesweite Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten. Bis einschließlich 1. November dürfen die Bürger ihre Wohnungen nur für den Weg zur Arbeit sowie für Lebensmittelkäufe oder andere dringende Besorgungen verlassen. In vier besonders stark von Neuinfektionen betroffenen ländlichen Bezirken an der polnischen Grenze gelten noch strengere Bestimmungen. Dort dürfen Personen, die keinen negativen Corona-Test vorweisen können, außer ins Testlabor fast nirgendwohin gehen - auch nicht zur Arbeit.

In diesen Bezirken begann schon am Freitag unter der Regie des Verteidigungsministeriums die erste regional begrenzte Phase einer geplanten Massentestung fast der gesamten Bevölkerung. An den beiden darauffolgenden Wochenenden sollen dann im ganzen Land alle über zehn Jahre alten Bewohner auf das Coronavirus getestet werden.

Die Gesundheitsbehörden meldeten indes erneut einen Höchststand an Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 2890 Fälle hinzu, womit die Gesamtzahl der Infektionen in der 5,4 Millionen Einwohner zählenden Slowakei seit Ausbruch der Pandemie auf 40 801 stieg. Die Zahl der coronabedingten Toten stieg um 25 auf 159, wobei die Slowakei nur Verstorbene zählt, bei denen eine andere Todesursache ausgeschlossen wurde. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in der Slowakei binnen 14 Tagen am Samstag bei 385,3 - der EU-Spitzenwert dazu lag im Nachbarland Tschechien bei 1210,8.

Update, 24. Oktober, 11.40 Uhr: Tschechien bekommt 150 Beatmungsgeräte von EU-Partnern

Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Tschechien bekommt Beatmungsgeräte aus einer gemeinsamen Reserve der Europäischen Union sowie aus den Niederlanden und Österreich. Damit werde einer Bitte Prags um 150 Geräte entsprochen, teilte EU-Krisenkommissar Janez Lenarcic am Samstag mit.

Die EU hatte nach dem Ausbruch der Pandemie gemeinsame Bestände an Schutzkleidung und medizinischem Gerät aufgebaut, die von Brüssel finanziert und in Deutschland und fünf anderen Ländern dezentral gelagert werden. Aus dieser Reserve kommen nach Angaben der Kommission 30 Beatmungsgeräte für Tschechien. Allein die Niederlande wollen 105 weitere an den EU-Partner liefern, Österreich stellt 15 bereit. Kommissionschefin Ursula von der Leyen dankte beiden Ländern am Samstag. "Wir halten zusammen", schrieb sie auf Twitter.

Tschechien hat gemessen an seiner Einwohnerzahl die höchsten Corona-Infektionszahlen in der EU.

Markus Söder (l, CSU), bayerischer Ministerpräsident, unterhält sich bei einem Besuch im Klinikum Nürnberg Süd vor der Intensivüberwachungspflege mit Ärzten, in einem Raum in dem Beatmungsgeräte (im Vordergrund) zum Einsatz bereit stehen.
Markus Söder (l, CSU), bayerischer Ministerpräsident, unterhält sich bei einem Besuch im Klinikum Nürnberg Süd vor der Intensivüberwachungspflege mit Ärzten, in einem Raum in dem Beatmungsgeräte (im Vordergrund) zum Einsatz bereit stehen.  © Daniel Karmann/dpa

Update, 24. Oktober, 11.39 Uhr: Staatssekretär Jäger mit Coronavirus infiziert - Treffen mit Spahn

Der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Martin Jäger, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Jäger hatte sich am Montagmittag mit dem inzwischen ebenfalls mit dem Virus infizierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) getroffen. Ein Sprecher Spahns sagte dazu am Samstag: "Ob und wie die jeweiligen Infektionen mit dem Treffen zusammenhängen, ist unklar."

Der Sprecher erklärte weiter: "Nachdem am Mittwoch alle Kontaktpersonen des Ministers informiert worden waren, hatte sich Staatssekretär Jäger direkt testen lassen und in die häusliche Quarantäne begeben." Bei Spahn hätten sich nach wie vor ausschließlich Erkältungssymptome entwickelt.

Update, 24. Oktober, 11.30 Uhr: USA: Gut 80 000 Infizierte an einem Tag

In den USA mit ihren insgesamt rund 330 Millionen Einwohnern wurden nach JHU-Angaben seit Beginn der Pandemie knapp 8,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. 

Etwa 224.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. 

Update, 24. Oktober, 11.25 Uhr: Snowboard-Weltmeisterin Jörg infiziert - DSV-Team in Quarantäne

Nach einer Corona-Infektion bei Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg hat sich das deutsche Race-Weltcupteam in eine freiwillige Quarantäne begeben. Das teilte Snowboard Germany am Samstag mit. Die Infektion bei der 32-Jährigen aus Sonthofen sei bei wöchentlichen Routinetests bemerkt worden. 

Die gesamte Lehrgangsgruppe habe sich daraufhin noch einmal auf das Virus testen lassen, hieß es weiter. "Selina geht es den Umständen entsprechend gut. Bisher zeigen keine weiteren Teammitglieder Symptome", sagte Sportdirektor Andreas Scheid in der Mitteilung. Alle hätten schnell und verantwortlich reagiert.

Update, 24. Oktober, 10.55 Uhr: Merkel: Gebot der Stunde heißt Kontakte reduzieren

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor dem Hintergrund deutlich steigender Corona-Infektionszahlen erneut an die Bürger appelliert, durch weniger Kontakte bei der Eindämmung der Pandemie mitzuhelfen.

"Wir sind nicht machtlos gegen das Virus, unser Verhalten entscheidet, wie stark und wie schnell es sich ausbreitet. Und das Gebot der Stunde heißt für uns alle: Kontakte reduzieren. Viel weniger Menschen treffen", sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Videopodcast.

Update, 24. Oktober, 10.21 Uhr: Region Hannover überschreitet Corona-Grenzwert

Die Region Hannover in Niedersachsen hat bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen wichtigen Grenzwert überschritten. Für Samstag meldete das Landesgesundheitsamt in Hannover 52,7 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Für die 1,15 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner der Region treten damit weitere Einschränkungen in Kraft.

Das Land Niedersachsen insgesamt lag am Samstag (Stand 9.00 Uhr) rechnerisch knapp unter der 50er-Inzidenz. Der Wert wurde mit 49,6 angegeben. Entscheidend für die Corona-Auflagen ist allerdings nicht die Lage im Land, sondern in den einzelnen Landkreisen oder kreisfreien Städten. Am Samstag lagen 14 der 45 Kreise und kreisfreien Städte über dem als kritisch erachteten Inzidenzwert von 50. Am stärksten betroffen war die Stadt Delmenhorst mit 241,1 Fällen, gerechnet auf 100.000 Einwohner in einer Woche.

Update, 24. Oktober, 10 Uhr: Musiker Samu Haber hat Corona

Der 44-jährige Sänger schreibt in einem aktuellen Posting auf seinem Instagram-Kanal, dass er für einen Auftritt in einer finnischen TV-Sendung vorsichtshalber einen Corona-Test durchführen musste - und zu seiner großen Überraschung sei das Ergebnis eben jenes Tests positiv ausgefallen. Mehr Infos findet Ihr >> hier +++

Samu Haber (44) muss sich nun in die Selbst-Isolation begeben. Zum Glück leidet er trotz seiner Corona-Infektion an keinerlei Symptomen.
Samu Haber (44) muss sich nun in die Selbst-Isolation begeben. Zum Glück leidet er trotz seiner Corona-Infektion an keinerlei Symptomen.  © instagram.com/hapahaber

Update, 24. Oktober, 9.58 Uhr: Testspiel abgesagt: Zwei Corona-Fälle bei Niners Chemnitz

Zwei Teammitglieder von Basketball-Bundesligist Niners Chemnitz sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die gesamte Mannschaft habe sich mit sofortiger Wirkung in häusliche Quarantäne begeben, teilte der Verein mit. Das für den diesen Samstag geplante Testspiel gegen die Hamburg Towers musste abgesagt werden.

"Eine der beiden Personen zeigt aktuell leichte Symptome, die zweite ist bislang symptomfrei. Neben diesen müssen sich nun auch die anderen Spieler, Trainer und engen Betreuer in Quarantäne begeben, um mögliche Infektionsketten schnell zu unterbrechen", heißt es in der Mitteilung.

Update, 24. Oktober, 9 Uhr: Polens Präsident Duda positiv auf Coronavirus getestet

Der polnische Präsident Andrzej Duda ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Präsidentensprecher Blazej Spychalski am Samstagmorgen auf Twitter mit. Der 48 Jahr alte Präsident fühle sich gut, betonte Spychalski. "Wir sind in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsdienst", schrieb der Sprecher weiter.

Polen hatte am Freitag mit 13.600 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen neuen Höchststand gemeldet. Von Samstag an sollen neue Verschärfungen der Maßnahmen die Verbreitung des Virus eindämmen.

Update, 24. Oktober, 5.45 Uhr: Ausfallfonds für TV-Produktionen "möglichst zeitnah" geplant

Mit einem Fonds wollen Bundesländer der TV-Branche bei coronabedingten Drehausfällen finanziell helfen. Eine Sprecherin der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen teilte als federführendes Land auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: "Es ist beabsichtigt, möglichst zeitnah einen Ausfallfonds aufzusetzen, an dem sich eine Reihe von Ländern mit substanziellen Beiträgen beteiligen, aber auch die Sender im Schadensfall einen relevanten Beitrag leisten, um die vielfältige TV-Produktionslandschaft auch in Pandemiezeiten zu sichern."

Einen solchen Ausfallfonds hatte die Fernseh- und Produktionsbranche schon länger gefordert. Es geht darum, bei Drehabbrüchen Kosten aufzufangen. Seit Ausbruch der Pandemie hatte es zahlreiche Drehstopps gegeben, manche Projekte wurden verschoben. Im Sommer lief die Produktion wieder nach und nach an.

Update, 24. Oktober, 5.30 Uhr: Sozialverband: Ältere Menschen in Corona-Krise vor Isolation schützen

Der Sozialverband VdK hat dazu aufgerufen, in der Corona-Krise ältere Menschen vor Einsamkeit und Isolation zu schützen. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist ein Punkt, der mir im Moment in den Debatten deutlich zu kurz kommt." Das Problem der Einsamkeit dürfe nicht unterschätzt werden.

"In den Pflegeeinrichtungen und Altenhilfeeinrichtungen gibt es immer noch zu wenig gute Konzepte, wie wir Begegnungen organisieren können - physisch mit Abstand oder digital", sagte Bentele. "Wir haben immer noch viele Einrichtungen, in denen der Telefonanschluss im Zimmer oder das WLAN nicht selbstverständlich sind, damit ältere Menschen mit ihren Angehörigen in Kontakt treten können oder mit Freunden."

Bentele sagte weiter: "Wir sind verantwortlich dafür, ältere Menschen nicht alleine zu lassen, dass sie sich auch draußen treffen können mit Abstand, dass sie ihre Kinder oder Enkel sehen können und dass ihnen die Gesellschaft hilft. Gesellschaftliche Solidarität und Zusammenhalten sind im Moment das Allerwichtigste. Die Bekämpfung des Virus ist eine Aufgabe, die uns als Gesellschaft fordert."

Update, 24. Oktober, 5.27 Uhr: 14.714 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen 14.714 neue Corona-Infektionen gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland. Da es allerdings am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen gekommen war, könnten in der jüngsten Zahl der Neuinfektionen entsprechende Nachmeldungen enthalten sein. Auch am Samstagmorgen gab es zeitweise Unstimmigkeiten bei den angegebenen Zahlen.

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung überschritt am Samstag die Marke von 10.000.

Durch einen Ausfall eines Webservers waren am Donnerstagnachmittag laut RKI Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI knapp drei Stunden lang gestört gewesen. Anschließend habe der Server aber wieder funktioniert. Die fehlenden Daten sollten am Freitag automatisch im Laufe des Tages übermittelt worden sein und somit in der Publikation vom Samstagmorgen erscheinen. Die Größe der Datenlücke war zunächst nicht bekannt. Betroffen von der Panne waren zum Beispiel Corona-Hotspots in Nordrhein-Westfalen. Zudem sind die jetzigen Werte nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac eine blaue Flüssigkeit.
Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac eine blaue Flüssigkeit.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 24. Oktober, 5.15 Uhr: Weihnachtsbäume könnten wegen Corona in diesem Jahr teurer werden

Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr wahrscheinlich teurer. Grund sind nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger höhere Kosten wegen der Coronavirus-Pandemie. Für die beliebten Nordmanntannen dürften bei bester Qualität zwischen 20 und 27 Euro fällig werden, sagte Geschäftsführer Martin Rometsch der Deutschen Presse-Agentur. Im vergangenen Jahr hatte die Preisspanne 18 bis 23 Euro betragen. Die Händler müssten Hygienekonzepte erstellen, mehr Platz vorhalten und möglicherweise mehr Personal einsetzen.

In großen Städten seien die Preise in der Regel höher als auf dem Land. Für Blautannen rechnet Rometsch mit 12 bis 16 Euro und für Fichten mit 9 und 12 Euro je Meter. Der Marktanteil der Nordmanntanne, die wegen ihrer weichen und festsitzenden Nadeln bevorzugt wird, beträgt 75 bis 80 Prozent. Genug Angebot sei vorhanden. "Wir haben gute Qualitäten", sagte Rometsch.

Update, 24. Oktober, 4.05 Uhr: Proteste gegen Corona-Ausgangssperre in Neapel

In der süditalienischen Metropole Neapel haben in der Nacht zum Samstag Hunderte Menschen gegen eine Ausgangssperre und einen geplanten Lockdown für die Region Kampanien in der Corona-Pandemie protestiert. Die Demonstranten skandierten Slogans und zogen unter anderem vor den Sitz der Regionalregierung. Sie warfen Feuerwerkskörper und zündeten Rauchbomben, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei setzte demnach unter anderem Tränengas gegen die Protestierenden ein.

Zuvor hatte Regionalpräsident Vincenzo De Luca als Reaktion auf schnell steigende Corona-Infektionszahlen Pläne für einen Lockdown angekündigt. In Kampanien waren am Freitag 2280 Neuansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden, wie De Luca live bei Facebook mitteilte. Am Donnerstag waren es noch 1541 gewesen. Bereits seit Freitag gilt eine Ausgangssperre von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr.

Update, 24. Oktober, 4.04 Uhr: Scholz sieht Deutschland finanziell gerüstet für zweite Corona-Welle

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hält Deutschland weiter für finanziell gut gerüstet im Kampf gegen die ökonomischen Folgen der Corona-Krise. "Die Corona-Pandemie ist längst noch nicht besiegt, und wie erwartet verzeichnen wir jetzt im Herbst deutlich steigende Infektionszahlen", sagte der SPD-Politiker der Augsburger Allgemeinen (Samstag). "Die Lage ist ernst, und wir nehmen sie ernst."

Bislang sei das Land recht gut durch die Krise gekommen - "auch weil wir uns frühzeitig und entschlossen gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise gestemmt haben". Auch mit Blick auf die kommenden Wochen betonte der Vizekanzler, "finanziell sind wir gut gerüstet, unsere Finanzkraft ist weiterhin sehr groß".

Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler und Bundesminister der Finanzen, gibt eine Pressekonferenz.
Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler und Bundesminister der Finanzen, gibt eine Pressekonferenz.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 24. Oktober, 4 Uhr: Laut Söder kein Grund zur Kursänderung in der Corona-Politik

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder(CSU) will trotz zunehmender Kritik an seiner Corona-Politik an seinem Kurs festhalten. "Ich habe keinen Grund, meinen Kurs zu ändern", sagte Söder der Augsburger Allgemeinen (Samstag). "Wir haben mit allen grundsätzlichen Einschätzungen Recht behalten", betonte er.

Der CSU-Chef wies insbesondere den Vorwurf zurück, er höre nicht auf andere. "Ich habe kein Problem damit, gute Ideen anderer aufzugreifen und dies auch zu sagen", sagte Söder der Zeitung. Dass die Corona-Debatte hitziger geworden ist, bringe ihn nicht aus der Ruhe: "Es ist sicher anstrengend. Aber ich habe große Geduld. Ich schlafe gut und esse anständig. Und ich treibe Sport, wann immer ich Zeit dafür finde."

Update, 24. Oktober, 3.30 Uhr: Neue Maßnahmen im Kampf gegen Coronavirus in Frankreich

In Frankreich gelten im Kampf gegen das Coronavirus neue Maßnahmen. Ab Samstag betrifft dort die nächtliche Ausgangssperre rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes, also rund 46 Millionen Menschen. Die Ausgangssperre gilt in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien.

Neu ist die Ausgangssperre zum Beispiel im Département Bas-Rhin mit der Elsass-Metropole Straßburg und auf Korsika. Außerdem ist fast die gesamte Mittelmeerküste betroffen. Im Großraum Paris und acht weiteren Metropolen ist die Ausgangssperre bereits seit einer Woche in Kraft. Ohne triftigen Grund dürfen sich Menschen in den betroffenen Gebieten zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens nicht auf der Straße aufhalten.

Update, 24. Oktober, 2.48 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in päpstlicher Schweizergarde steigt auf 13

Im Vatikan sind zwei weitere Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit stieg die Zahl der nachweislich infizierten Gardisten auf 13, wie die Schweizergarde am Freitag mitteilte. Es gebe bisher keine schweren Krankheitsverläufe, nur einige der Gardisten zeigten Symptome wie Fieber, Husten, Gelenkschmerzen und einen Verlust des Geruchssinns, hieß es weiter. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz.

Ein größerer Corona-Ausbruch unter den Gardisten könnte daher auch für den Papst gefährlich werden, der mit seinen 83 Jahren zur Risikogruppe gehört. Dem Argentinier war im Alter von 21 Jahren wegen einer schweren Pneumonie ein Teil der rechten Lunge entfernt worden. Er gilt aber für sein Alter als relativ gesund.

Update, 23. Oktober, 23.11 Uhr: AstraZeneca setzt Corona-Impfstoff-Studie wieder fort

Nach einer fast siebenwöchigen Unterbrechung setzt der Pharmakonzern AstraZeneca seine klinischen Studien für einen mit der Universität Oxford entwickelten Corona-Impfstoff auch in den USA wieder fort. Die zuständige US-Behörde, die Arzneimittelbehörde FDA, hätte der Wiederaufnahme der Studie zugestimmt, teilte das britisch-schwedische Unternehmen am Freitag mit. 

In den vergangenen Wochen war die klinische Prüfung auch in anderen Ländern, darunter Japan und Großbritannien, wieder aufgenommen worden. Die sei eine "tolle Nachricht", damit die Arbeit an dem Impfstoff weitergehen könne, "um uns zu helfen, diese schreckliche Pandemie zu besiegen", erklärte der Vorstandsvorsitzende Pascal Soriot.

Das Firmenlogo des Pharmakonzerns AstraZeneca über dem Eingang des Unternehmens.
Das Firmenlogo des Pharmakonzerns AstraZeneca über dem Eingang des Unternehmens.  © Alastair Grant/AP/dpa

Update, 23. Oktober, 22.47 Uhr: Mehrere Corona-Infektionen bei slowakischen Parlamentariern

Mehrere Abgeordnete des slowakischen Parlaments haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Parlamentspräsident Boris Kollar brach am Freitag eine laufende Sitzung ab und organisierte Corona-Schnelltests für alle anwesenden Abgeordneten. Wie der TV-Nachrichtensender TA3 am Freitagabend berichtete, fielen einige der Schnelltests positiv aus. Zuvor hatte der Chef der rechtsextremen Volkspartei Unsere Slowakei LSNS, Marian Kotleba, seinen positiven Befund öffentlich gemacht.

Zu der für Dienstag festgelegten Fortführung der Parlamentssitzung würden nun nur Abgeordnete zugelassen, die einen negativen Test vorweisen könnten, erklärte Parlamentspräsident Kollar.

Update, 23. Oktober, 22.19 Uhr: Biden verspricht Wählern kostenlose Corona-Impfung

Eine Impfung gegen das Coronavirus soll nach Willen des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden für alle Menschen in den USA kostenlos sein. 

Auch für Bürger ohne Krankenversicherung müsse die Regierung eine kostenfreie Schutzimpfung garantieren, sagte Biden am Freitag in Wilmington im Bundesstaat Delaware. In den USA sind Millionen Menschen aus Kostengründen nicht krankenversichert. Experten hoffen, dass es im kommenden Jahr einen allgemein verfügbaren Impfstoff geben wird.

Der Demokrat Biden erneuerte seine Kritik am Krisenmanagement von Präsident Donald Trump. "Er hat Amerika aufgegeben", sagte der 77-Jährige. Der Republikaner habe immer noch keinen schlüssigen Plan, die Pandemie einzudämmen. "Er will nur, dass wir angesichts der schrecklichen Todeszahlen und dem Schmerz für so viele Amerikaner abstumpfen und resignieren", sagte Biden. Er tritt bei der Wahl am 3. November gegen Trump an.

Biden stellte am Freitag erneut seinen Plan vor, um die Pandemie einzudämmen. Unter anderem will Biden im Fall eines Wahlsiegs die Kapazität für Corona-Tests massiv ausbauen, sich im ganzen Land für das verpflichtende Tragen von Masken einsetzen und die heimische Produktion von Schutzkleidung deutlich ausbauen.

Insgesamt gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, seit Beginn der Pandemie rund 8,4 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen. Gut 223.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Die Zahl der Neuinfektionen steigt auch in den USA seit Tagen wieder an. 

Am Donnerstag allein waren der Universität Johns Hopkins zufolge knapp 72.000 positive Tests gemeldet worden.

Joe Biden, der demokratische Präsidentschaftskandidat und ehemalige Vizepräsident, spricht im Queen-Theater über die Coronavirus-Pandemie.
Joe Biden, der demokratische Präsidentschaftskandidat und ehemalige Vizepräsident, spricht im Queen-Theater über die Coronavirus-Pandemie.  © Andrew Harnik/AP/dpa

Update, 23. Oktober, 22.11 Uhr: Mehr als 1500 Bundespolizisten in Corona-Quarantäne

Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen an die Mitarbeiter seiner Behörde appelliert, sich im privaten Bereich besser vor Ansteckung zu schützen. 

In einer Videobotschaft an die Polizeibeamten sagte er am Freitag, aktuell seien 136 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. 1574 Bundespolizisten befinden sich nach seinen Worten derzeit vorsorglich in Quarantäne.

"Wenn wir ausfallen, geht das Licht aus", mahnte Romann. Deshalb hätten alle Mitarbeiter der Bundespolizei die Pflicht, sich gesund zu erhalten, "das gilt auch im privaten Bereich". Dort seien die Risiken höher als im Dienst. "Vermeidet Infektion, auch wegen möglicher Langzeitfolgen", appellierte er an die Beamten. Zum Schluss gab er ihnen noch einen scherzhaften Rat mit: "Essen Sie jeden Tag drei Knoblauchzehen, das hilft zwar nicht unmittelbar gegen das Virus, sorgt aber dafür, dass Euch niemand zu nahe kommt."

An diesem Wochenende hilft die Bundespolizei mit 500 Einsatzkräften in Berlin mit bei der Durchsetzung der Corona-Regeln.

Update, 23. Oktober, 22 Uhr: Lettland verschärft Corona-Regeln

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verschärft Lettland die Einschränkungen für die Bevölkerung. 

Die Regierung in Riga setzte am Freitag die erlaubte Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen auf 10 Personen in Räumen und 100 Personen im Freien herab. Die neue Beschränkung gilt ab Samstag. Ab Montag dürfen sich bei öffentlichen und wirtschaftlichen Veranstaltungen in Räumen nicht mehr als 300 Menschen zusammenfinden. Die neuen Regeln sind zunächst bis zum 15. November befristet.

Darüber hinaus beschloss die Regierung, dass die Maskenpflicht an öffentlichen Orten ausgeweitet wird. So müssen in dem baltischen EU-Land künftig auch bei Veranstaltungen mit festen und personalisierten Sitzplätzen Mund und Nase bedeckt werden. Dafür galt bislang eine Ausnahme. Auch wurde die zeitliche Befristung der Maskenpflicht bis 6. November aufgehoben - sie gilt nun unbegrenzt.

Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 4208 bestätigte Corona-Infektionen und 49 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Dabei hatten die täglichen Infektionszahlen zuletzt deutlich zugenommen und mit 250 neu registrierten Fällen binnen 24 Stunden am Freitag einen Rekordwert erreicht.

Nach Angaben der EU-Behörde ECDC lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen in Lettland zuletzt bei 82,7 - und damit unter dem entsprechenden deutschen Wert von 106,8.

Krisjanis Karins, Ministerpräsident von Lettland, gestikuliert bei einer virtuellen Pressekonferenz, die hier von der lettischen Staatskanzlei über Facebook übertragen wird.
Krisjanis Karins, Ministerpräsident von Lettland, gestikuliert bei einer virtuellen Pressekonferenz, die hier von der lettischen Staatskanzlei über Facebook übertragen wird.  © Alexander Welscher/dpa

Update, 23. Oktober, 21.35 Uhr: Seit Pandemiebeginn: Mehr als eine Million Corona-Fälle in Frankreich

In Frankreich sind seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie offiziellen Angaben zufolge mehr als eine Million Infektionen registriert worden. 

Bis Freitagabend gebe es insgesamt 1,04 Millionen bestätigte Fälle, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Für die Zahl der neu registrierten Fälle innerhalb von 24 Stunden wurde mit 42.032 ein Rekord vermeldet. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Ab Samstag wird dort im Kampf gegen das Coronavirus die nächtliche Ausgangssperre ausgeweitet und betrifft dann rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes. Sie gilt dann in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien.

Seit vergangenem Wochenende gilt in Frankreich erneut der Gesundheitsnotstand, mit dem die Regierung weitgehende Beschränkungen per Dekret durchsetzen kann. Bisher starben mehr als 34.500 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus.

Update, 23. Oktober, 21.25 Uhr: Verwirrung beim 1. FC Heidenheim: Nun alle Corona-Tests negativ

Die Verwirrung um die Corona-Tests beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim hat die nächste Stufe erreicht. Nachdem fünf Personen des FCH zunächst positiv getestet worden waren, sind ihre Ergebnisse nach einem erneuten Test negativ, wie der Club am Freitagabend mitteilte. 

Ein am Vortag von einem anderen Labor durchgeführter Test hatte dieselben Personen noch als positiv ausgewiesen, "was nach aktueller Faktenlage auf falsche Labor-Testergebnisse schließen lässt", schrieb der Verein.

Auch der bereits am Mittwoch "leicht positiv" getestete FCH-Profi Maximilian Thiel ist nun wie alle Mannschaftskollegen sowie das komplette Trainer- und Funktionsteam negativ getestet worden. Ob das Heimspiel der Heidenheimer am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Osnabrück stattfinden kann, ist noch offen. Der FCH steht diesbezüglich mit den lokalen Behörden in Kontakt.

Am Samstagvormittag wird die Mannschaft erneut vom Klinikum Heidenheim getestet. "Im Anschluss soll die Mannschaft dann den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen können, um das Heimspiel gegen den VfL Osnabrück am Sonntag wie geplant zu absolvieren", heißt es in der Mitteilung weiter.

Auf der Eckfahne ist das Vereinslogo des 1. FC Heidenheim zu sehen.
Auf der Eckfahne ist das Vereinslogo des 1. FC Heidenheim zu sehen.  © Tom Weller/dpa

Update, 23. Oktober, 20.30 Uhr: Dänemark verschärft Corona-Regeln - Kein Alkoholverkauf nach 22 Uhr

Die dänische Regierung hat am Freitag weitere Maßnahmen angekündigt, die den Anstieg der Corona-Neuinfektionen bremsen sollen. 

Von Montag an dürfen sich nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln. Zuvor lag die Grenze bei 50. Außerdem dürfen Kioske und Supermärkte nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. "Corona ist nicht überstanden, im Gegenteil, es ist zurück mit voller Kraft", sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitagabend bei einer Pressekonferenz. Sie forderte die Dänen auf, ihre persönlichen Kontakte auf zehn Menschen zu beschränken.

Für den Zeitraum vom 29. Oktober bis zum 2. Januar 2021 wird außerdem die Mundschutzpflicht ausgeweitet. Sie gilt dann nicht nur für öffentliche Verkehrsmittel, sondern für alle Räume, die öffentlich zugänglich sind. Das betrifft konkret auch Supermärkte, Bibliotheken und Take-Away-Restaurants.

Am Freitag hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Dänemark mit 859 einen Rekordwert erreicht. 125 Menschen wurden im Krankenhaus behandelt. 697 waren bis Freitag an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. "Wenn sich das Virus zu schnell verbreitet, riskieren wir, die Kontrolle zu verlieren", sagte Frederiksen. 

Deshalb seien die neuen Restriktionen notwendig. In Dänemark leben rund 5,8 Millionen Menschen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf einem ähnlichen Niveau wie jene in Deutschland.

In der Nacht zu Samstag treten außerdem neue Beschränkungen bei der Einreise nach Dänemark in Kraft. Wer aus Deutschland einreist, muss fortan einen triftigen Grund nachweisen. Das kann ein Verwandtenbesuch, die Arbeit und das Studium sein. Die Bewohner Schleswig-Holsteins können weiter nach Dänemark reisen. 

Frederiksen kündigte an, dass bis zum Ende des Jahres an der Grenze verschärft kontrolliert werde.

Update, 23. Oktober, 19.27 Uhr: Weniger Besucher auf dem Eiffelturm wegen Corona-Krise

Der Eiffelturm bekommt wegen der Corona-Krise viel weniger Besuch als gewöhnlich. Seit Schulanfang im September gebe es nur etwa 10 bis 20 Prozent des üblichen Besucheraufkommens, sagte der Präsident der Betreibergesellschaft Sete, Jean-François Martins, am Freitag im Radiosender RTL. Der Vorteil für die Besucher, die derzeit von allem aus Frankreich kommen: Sie müssen laut Martins nicht warten.

Der über 130 Jahre alte Turm unweit der Seine wird normalerweise von bis zu sieben Millionen Menschen im Jahr besucht. Nach einer mehr als dreimonatigen coronabedingten Zwangspause hatte das 324 Meter hohe Pariser Wahrzeichen Ende Juni seine Pforten wieder geöffnet.

Der Tourismus in der französischen Hauptstadt mit weiteren Attraktionen wie dem Louvre-Museum oder dem malerischen Montmartreviertel leidet wegen der Beschränkungen in der Covid-19-Pandemie erheblich.

Die "dame de fer" (Dame aus Eisen), wie das Monument in Frankreich auch liebevoll genannt wird, wurde für die Pariser Weltausstellung gebaut und 1889 fertiggestellt. Bei einem Besuch müssen Gesundheitsvorschriften eingehalten werden.

Die französische Trikolore weht vor dem Eifelturm im Wind.
Die französische Trikolore weht vor dem Eifelturm im Wind.  © picture alliance / Kay Nietfeld/dpa

Update, 23. Oktober, 18.44 Uhr: WHO-Chef zur Corona-Lage: Zu viele Länder auf gefährlichem Pfad

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die von rasant steigenden Corona-Infektionen betroffenen Länder zum Handeln aufgerufen. 

"Zu viele Länder sind auf einem gefährlichen Pfad", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. "Wir sind an einem kritischen Punkt, vor allem in der nördlichen Hemisphäre. Die nächsten Monaten werden sehr schwierig." Er beschwor Regierungen, sofort neue Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Todesfälle zu verhindern und die Gesundheitsdienste vor dem Kollaps zu bewahren.

Wenn Regierungen die Kontaktverfolgung rigoros durchführten und Infizierte isolierten sowie deren Kontakte in Quarantäne schickten, könnten Ausgehverbote noch vermieden werden. Länder müssten es den Menschen allerdings auch einfach machen, Quarantäneauflagen einzuhalten. Unterstützung sei für Einzelne und Familien nötig.

An die Länder, in denen die Zahlen an Neuinfektionen, Krankenhauseinweisungen und die Belegung der Intensivstationen stark steigen, appellierte Tedros, die bisherigen Maßnahmen so schnell wie möglich anzupassen. "Solche Anpassungen durchzusetzen, wenn sie nötig sind, ist ein Zeichen von Führungsstärke", sagte er.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), spricht während einer Pressekonferenz.
Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), spricht während einer Pressekonferenz.  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Update, 23. Oktober, 17.42 Uhr: Experten warnen Schweiz und EU vor zu laschen Corona-Maßnahmen

Wegen rasant steigenden Corona-Infektionszahlen schrillen in der Schweiz die Alarmglocken. 

"Die heute geltenden Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus", warnte der Leiter der wissenschaftlichen Task Force des Bundes, Martin Ackermann, am Freitag in Bern. "Wir müssen jetzt handeln. Wenn wir heute Maßnahmen treffen, wirken sie in zwei Wochen. Die Kapazität der Intensivbetten ist aber in zwei bis drei Wochen erreicht." Jede Woche verdoppelten sich die Krankenhauseinweisungen und die Todesfälle.

Auch die europäischen Regierungschefs reagierten zu langsam, warnte der italienische Regierungsberater Walter Ricciardi. "Sie zögern, sie haben Angst davor, der Wirtschaft zu schaden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Aber sie verstehen nicht, dass sie dadurch einen doppelten Schaden verursachen." Indem die Regierungen Beschränkungen des öffentlichen Lebens aufschöben, seien sie später dazu gezwungen, über einen totalen Shutdown zu entscheiden, sagte der ehemalige Vorsitzende des Nationalen Gesundheitsinstituts in Italien.

Bundeskanzlerin Merkel habe im Gegensatz zu anderen Politikern die Ratschläge von Wissenschaftlern befolgt. Doch auch in Deutschland werde die Situation sich verschlechtern, "wenn nicht entschlossen gehandelt wird", so Ricciardi.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit meldete am Freitag den Rekordwert von 6592 gemeldeten Neuansteckungen. Gemessen an der Bevölkerung sind die Zahlen fünf mal so hoch wie in Deutschland. Am Dienstag waren es noch gut 3000 Fälle gewesen. In der Schweiz sind die Kantone für neue Maßnahmen zuständig. 

Mehrere haben bereits die seit 1. Oktober möglichen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen wieder verboten und andere Einschränkungen erlassen. Im Kanton Wallis müssen Gaststätten um 22 Uhr schließen. Italien verzeichnete am Freitag binnen 24 Stunden mehr als 19.000 Neuinfektionen - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Update, 23. Oktober, 17.20 Uhr: Oberverwaltungsgericht kippt Beherbergungsverbot im Norden

Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. 

Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung am Freitag als rechtswidrig ein. Es erklärte die Regelung in einem Eilverfahren für außer Vollzug gesetzt, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist.

Update, 23. Oktober, 17 Uhr: French-Open-Sieger Mies/Krawietz: Quarantäne über Weihnachten

Die zweimaligen French-Open-Doppelsieger Andreas Mies und Kevin Krawietz würden eine zweiwöchige Quarantäne für die Teilnahme an den Australian Open in Kauf nehmen. 

"Wenn das der einzige Weg ist, dort zu spielen, müssen wir das so machen", sagte der 30 Jahre alte Kölner Tennisprofi Mies der "Bild"-Zeitung (Freitag). "Es soll ja in einem Ressort sein, so dass man auch trainieren kann. Ich glaube nicht, dass wir da 14 Tage nur im Zimmer sitzen."

Die Australian Open sind vom 18. bis 31. Januar 2021 geplant. Nach derzeitigem Stand müssten die Spielerinnen und Spieler nach ihrer Einreise für zwei Wochen in Quarantäne. "Wir würden den ATP-Cup und Adelaide vorher spielen", sagte der 28-jährige Coburger Krawietz über die Vorbereitungspläne: "Das heißt, wir sind Weihnachten nicht zu Hause, sondern in Australien in Quarantäne. Wir können auch Begleitpersonen mitnehmen neben Trainer und Physio. Das geht dann schon mal." 

Zu Beginn diesen Jahres hatten die Australian Open als einziges der vier Grand-Slam-Turniere noch wie geplant stattgefunden.

Krawietz und Mies hatten vor zwei Wochen ihren French-Open-Titel aus dem Vorjahr wiederholt. In dieser Woche treten die beiden beim ATP-Turnier in Köln an und stehen dort im Halbfinale.

Kevin Krawietz (l) und Andreas Mies aus Deutschland klatschen sich in einem Turnier 2019 ab.
Kevin Krawietz (l) und Andreas Mies aus Deutschland klatschen sich in einem Turnier 2019 ab.  © Jean-Francois Badias/AP/dpa

Update, 23. Oktober, 16.40 Uhr: Corona-Ausbruch in Ulmer Schlachthof

In einem Schlachthof in Ulm haben sich 39 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. 

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Schweine hängen nach der Tötung an einem Laufband im Zerlegebereich eines Schlachthofes.
Schweine hängen nach der Tötung an einem Laufband im Zerlegebereich eines Schlachthofes.  © Ingo Wagner/dpa

Update, 23. Oktober, 16.35 Uhr: Beliebte öffentliche Plätze in Rom wegen Corona zeitweise gesperrt

Beliebte öffentliche Plätze in Rom sollen wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in Italien zeitweise gesperrt werden. Das Verbot gelte freitags und samstags ab 21 Uhr bis Mitternacht, teilte die Stadt am Freitag mit. 

Betroffene Plätze seien der Campo de' Fiori sowie die Piazza Trilussa, die Piazza Madonna de' Monti und die Via del Pigneto. Diese Orte sind in den Abendstunden beliebte Treffpunkte für viele junge Menschen. Die neue Maßnahme sollen verhindern, dass sie sich in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen große Gruppen treffen. Die umliegenden Restaurants, Bars und Wohnungen bleiben jedoch weiterhin zugänglich.

Italien will mit regionalen Maßnahmen und nicht mit einem landesweiten Shutdown auf die aktuelle Krise reagieren. Das Land verzeichnete am Donnerstag binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Update, 23. Oktober, 16.27 Uhr: Nach Zweifel an Alltagsmasken: Ärztepräsident Reinhardt rudert zurück

Zwei Tage, nachdem er den Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Pandemie in Zweifel gezogen hat, ist der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zurückgerudert. 

"Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes", teilte er am Freitag mit. Seine Aussagen hätten zu erheblichen Irritationen geführt, die er sehr bedaure.

Reinhardt hatte in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" vom Mittwochabend gesagt, er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, "weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind. Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken". Das widerrief er am Freitag: "Die Studien weisen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch
Alltagsmasken reduziert wird", sagte er laut Mitteilung.

Reinhardt war für seine Aussagen von der Ärztegewerkschaft Marburger Bund krisitiert worden. Die Vorsitzende Susanne Johna hatte gesagt: "Diese persönliche Auffassung des Bundesärztekammer-Präsidenten steht im Widerspruch zur aktuellen Studienlage und ist geeignet, das seit Monaten wirksame und evidenzgestützte Konzept zur Minimierung von Infektionen zu diskreditieren."

In einer gemeinsamen Mitteilung betonten Reinhardt und zahlreiche Vertreter von Medizinerverbänden - darunter Johna vom Marburger Bund - am Freitag, dass die Evidenz für einen Nutzen spreche. "Trotz aller noch bestehender Unsicherheit resultiert aus den Daten aus Sicht der Unterzeichner die klare Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes", heißt es in der Mitteilung.

Update, 23. Oktober, 16.19 Uhr: EU will bis zu 22 Millionen Antigen-Schnelltests finanzieren

Im Kampf gegen das Coronavirus stellt die EU-Kommission 100 Millionen Euro für Antigen-Schnelltests bereit. "Mit diesem Geld können wir jetzt zwischen 15 und 22 Millionen Schnelltests für die Europäische Union kaufen", sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in einer Videobotschaft auf Twitter. Damit soll der unmittelbare Bedarf gedeckt werden.

"Um die Ansteckungen zu verlangsamen, müssen wir testen, so viel wie irgend möglich", sagte von der Leyen. Antigen-Schnelltests seien unter anderem wichtig, um unter besseren Bedingungen zu reisen, sagte die CDU-Politikerin. So könnten Menschen sich etwa am Flughafen testen lassen, bevor sie ins Flugzeug steigen.

Bei Antigen-Tests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt. Die Methode gilt zwar als weniger zuverlässig als viele der bislang üblichen PCR-Tests auf Viren-Erbgut, dafür aber oft als schneller und günstiger. Die Auswertung dauert nur wenige Minuten.

Blick auf einen Corona-Schnelltest in einer Teststation des Gesundheitsamts.
Blick auf einen Corona-Schnelltest in einer Teststation des Gesundheitsamts.  © Vincent Jannink/ANP/dpa

Update, 23. Oktober, 16.15 Uhr: Außer U21: DFB sagt alle Länderspiele für Nachwuchsteams ab

Der Deutsche Fußball-Bund hat wegen der Corona-Pandemie nahezu alle Nachwuchs-Länderspiele bis zum Jahresende abgesagt. 

Dies teilte der DFB am Freitag nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main mit. Ausgenommen sei die U21-Nationalmannschaft von Trainer Stefan Kuntz, die noch in der EM-Qualifikation spielt. Damit reagierte der Verband auf die steigenden Infektionszahlen in ganz Europa und hohe Inzidenzwerte in den Trainings- und Spielorten.

"Wir haben diese Entscheidung aus Verantwortung gegenüber unseren jungen, teils noch schulpflichtigen Spielerinnen und Spielern, den Trainerinnen und Trainern sowie den Betreuerinnen und Betreuern getroffen", erklärte Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften. 

Auch wenn das Hygienekonzept bisher hervorragend gegriffen habe, so sei es zunehmend schwieriger, einen geregelten Lehrgangsbetrieb aufrechtzuerhalten.

Update, 23. Oktober, 16.07 Uhr: Österreich meldet dritten Corona-Tagesrekord in Folge

Österreich hat den dritten Tag in Folge einen Rekord an Corona-Neuinfektionen registriert. Am Freitag meldeten Innen- und Gesundheitsministerium 2571 neue Fälle binnen 24 Stunden. 

Bereits am Donnerstag und am Mittwoch waren jeweils Höchststände seit Beginn der Pandemie erreicht worden. Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg auf 154,4 pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit im bundesweiten Durchschnitt 60,3.

Besonders betroffen sind die Bundesländer Salzburg (238,5), Tirol (215,4) und Vorarlberg (206,7) sowie Wien (189,8). Auch das mit den österreichweit wenigsten Fällen von der deutschen Reisewarnung ausgenommene Bundesland Kärnten zählte am Freitag 69,1 Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Österreich gelten nun laut der Gesundheitsbehörde Ages rund 26.000 Menschen als aktiv erkrankt. 1058 Covid-19-Patienten wurden am Freitag im Krankenhaus behandelt, 158 von ihnen intensivmedizinisch.

Covid-19 Schnelltests am Flughafen Wien in Schwechat.
Covid-19 Schnelltests am Flughafen Wien in Schwechat.  © Helmut Fohringer/APA/dpa

Update, 23. Oktober, 16 Uhr: Schottland führt fünf Corona-Warnstufen ein

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat ein neues Warnstufensystem vorgestellt, mit dem sie die rapide Ausbreitung des Coronavirus in Schottland eindämmen will. 

Anders als in England soll es in dem Landesteil fünf statt drei Warnstufen geben - von weitgehender Normalität wie im Sommer (Stufe 0) bis zu einem lockdown-ähnlichen Zustand (Stufe 4), bei dem Pubs, Restaurants und auch einige Geschäfte geschlossen werden sollen. Schulen sollen jedoch möglichst auch in der höchsten Warnstufe geöffnet bleiben. 

"Die Stufen 2 und 3 sind für Zeiten wie jetzt, wenn die Infektionszahlen steigen", sagte Sturgeon am Freitag in Edinburgh. In diesen Stufen sind Treffen zwischen Haushalten stark eingeschränkt und große Teile der Gastronomie müssen schließen.

Das neue System soll ab dem 2. November in Kraft treten - es schließt sich an eine mehrwöchige Phase an, in der in einigen stark besiedelten Regionen, dem sogenannten Central Belt, bereits Pubs und Restaurants schließen mussten. Erste Effekte der Maßnahmen seien erkennbar, sagte Sturgeon. Zwar sei die Zahl der Neuinfektionen noch immer hoch, aber die Rate verlangsame sich etwas. 

In den vergangenen Tagen zählte Schottland mit seinen knapp 5,5 Millionen Einwohnern jeweils deutlich mehr als 1000 Neuinfektionen pro Tag.

Eine Frau geht auf der Cockburn Street am Bistro "Scran" vorbei, auf dessen Fensterscheiben "Open For Takeaway" (Für Essen zum Mitnehmen geöffnet) und der Hashtag "Apparently Not a Cafe" (Anscheinend kein Café) steht.
Eine Frau geht auf der Cockburn Street am Bistro "Scran" vorbei, auf dessen Fensterscheiben "Open For Takeaway" (Für Essen zum Mitnehmen geöffnet) und der Hashtag "Apparently Not a Cafe" (Anscheinend kein Café) steht.  © Jane Barlow/PA Wire/Dpa

Update, 23. Update, 15.38 Uhr: Nur noch zehn Menschen dürfen sich in Hamburg privat treffen

Wegen der deutlich gestiegenen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus hat der Hamburger Senat weitere Kontaktbeschränkungen beschlossen. 

Nur noch zehn Personen aus zwei Hausständen sollen sich zu privaten Feiern oder Zusammenkünften zu Hause oder im öffentlichen Raum treffen dürfen. Das werde ab Montag gelten, kündigte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag an. Die Begrenzung auf zwei Hausstände gelte nicht für familiäre Beziehungen jeder Art, also auch nicht für Patchwork-Familien.

Erst am Freitag vergangener Woche hatte der Senat eine Verschärfung verkündet. Demnach konnten bislang in Hamburg maximal 25 Personen im öffentlichen und 15 im privaten Raum zusammen feiern. Dabei spielte es keine Rolle, aus wie vielen Haushalten sie stammten.

Der Sieben-Tage-Wert je 100.000 Einwohner liegt nach Angaben der Hamburger Gesundheitsbehörde seit Montag über 50. Am Freitag kletterte dieser Wert durch einen sprunghaften Anstieg um 360 neue Fälle auf 75,1. Auch nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt Hamburg jetzt über der Warnstufe von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. 

Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln in den Regionen greifen müssen, in denen der Wert über 50 liegt.

Peter Tschentscher (SPD) setzt sich im Rathaus während einer Pressekonferenz seine Maske (Mund-Nasen-Bedeckung) auf.
Peter Tschentscher (SPD) setzt sich im Rathaus während einer Pressekonferenz seine Maske (Mund-Nasen-Bedeckung) auf.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Update, 23. Oktober, 15.34 Uhr: Technische Panne am RKI - Infektionszahlen unvollständig übermittelt

Wegen einer technischen Störung am Robert Koch-Institut ist es am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Corona-Infektionszahlen aus den Bundesländern gekommen. 

Durch einen Ausfall eines Webservers beim RKI am Donnerstagnachmittag seien knapp drei Stunden bis 17.30 Uhr Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI gestört gewesen, teilte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Freitag mit und bestätigte Medienberichte über eine technische Panne beim RKI.

Anschließend habe der Server aber wieder funktioniert und es sei auch noch sehr viel übermittelt worden. "Es kann aber sein, wenn ein Gesundheitsamt es nicht nach 17.30 Uhr noch mal versucht hat, dass diese Daten dann heute fehlen", teilte die Sprecherin weiter mit. Die fehlenden Daten würden am Freitag automatisch im Laufe des Tages mit übermittelt und erschienen dann morgen in der Publikation. 

"Wie groß die Datenlücke ist, kann sich erst dann zeigen", ergänzte Glasmacher.

In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen am Donnerstag offenbar deutlich höher als vom RKI gemeldet. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums gingen am Freitag bei elf Kreisen und kreisfreien Städten in NRW null Neuinfektionen in die RKI-Statistik ein. Betroffen waren auch Großstädte und Corona-Hotspots wie Dortmund, Duisburg und Wuppertal. 

Die Zahlen könnten erst am Samstag in die Statistik einfließen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Update, 23. Oktober, 14.53 Uhr: Madrid ordnet nach Ende der Absperrung "nächtliche Schließung" an

Im spanischen Corona-Hotspot Madrid gilt ab Samstag nach dem Ende der zweiwöchigen Absperrung der Hauptstadt eine "nächtliche Schließung" zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens. 

Demnach sind in diesen Nachtstunden öffentliche Zusammenkünfte und private Treffen mit nicht zum Haushalt gehörenden Menschen verboten, wie die Regionalregierung am Freitag ankündigte. Die weitgehende Absperrung der Stadt und umliegender Kommunen hatte die Zentralregierung gegen den Willen der Regionalregierung durchgesetzt. 

Die Stadt will nun wieder zu den früheren Maßnahmen zurückkehren und nur einzelne Stadtgebiete mit besonders hohen Infektionszahlen weitgehend absperren. Die Corona-Zahlen hatten sich in den vergangenen Tagen etwas gebessert.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez bereitete seine Landsleute unterdessen auf "sehr harte Monate" vor und rief zu mehr Disziplin bei der Eindämmung des Virus auf, um einen neuen Lockdown wie im Frühjahr zu verhindern. "Die Lage ist sehr ernst. Wir müssen unsere Bewegungsfreiheit und die sozialen Kontakte einschränken. Es gibt keine andere Lösung", sagte er im Fernsehen. 

Spanien wurde schon von der ersten Corona-Welle im Frühjahr besonders hart getroffen und auch die zweite Welle setzte früher ein und verläuft heftiger als in vielen anderen Ländern. Mit mehr als einer Million Infizierten weist das Land die höchste Zahl aller Länder Westeuropas auf. Einziger Lichtblick sind die Kanaren. Die spanische Inselgruppe wurde wegen sinkender Infektionszahlen wieder von der Risikoliste gestrichen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt landesweit bei 186. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit 60,3. Unterdessen wurden immer mehr Gemeinden, Städte und ganze Regionen mehr oder weniger abgeschottet. 

Gesundheitsminister Salvador Illa betonte, eine landesweite nächtliche Ausgangssperre wäre nach der Ausrufung eines Alarm-Zustands durch das Parlament möglich. Dagegen sträuben sich jedoch Madrid, Katalonien und das Baskenland.

Während der Ehrung der Bevölkerung von Madrid in ihrem Kampf gegen die Corona-Pandemie wird die Nationalflagge gehisst.
Während der Ehrung der Bevölkerung von Madrid in ihrem Kampf gegen die Corona-Pandemie wird die Nationalflagge gehisst.  © Eduardo Parra/Europa Press/dpa

Update, 23. Oktober, 14.30 Uhr: Angriff auf Tramfahrer nach Hinweis auf Maskenpflicht

Nach einem Hinweis auf die Maskenpflicht ist ein Tramfahrer in Halle in Sachsen-Anhalt von einem Fahrgast angegriffen und verletzt worden. 

Es handle sich um eine "überhaupt nicht nachvollziehbare und gemeine Tat", sagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Freitag. 

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei attackierte der Fahrgast kurz nach Mitternacht an einer Haltestelle den Tramfahrer. Das Opfer musste laut Wiegand ärztlich versorgt werden. Dem Angriff ging ein Hinweis des Tramfahrers zur Maskenpflicht in der Straßenbahn voraus, so Wiegand. Gegen den Angreifer sei eine Anzeige erstattet worden. 

Es handle sich um den ersten bekannten Angriff dieser Art in der Stadt, sagte Wiegand.

Eine Frau sitzt mit einer Maske in einer Tram.
Eine Frau sitzt mit einer Maske in einer Tram.  © Oliver Berg/dpa

Update, 23. Oktober, 14.23 Uhr: Altmaier: In Corona-Krise Grenzschließungen in der EU vermeiden

In der EU sollten nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Grenzschließungen in der Corona-Krise vermieden werden. Das machte Altmaier am Freitag in Berlin nach einer Videokonferenz der für Wettbewerbsfähigkeit zuständigen EU-Minister deutlich. 

Der für Binnenmarktfragen zuständige EU-Kommissar Thierry Breton sagte, die Grenzen sollten auf keinen Fall wieder geschlossen werden. Der Binnenmarkt dürfe nicht auseinanderreißen.

Update, 23. Oktober, 14.13 Uhr: Curevac-Chef rechnet weiterhin 2021 mit Impfstoff

Der Vorstandsvorsitzende des Tübinger Biopharmaunternehmens Curevac, Franz-Werner Haas, rechnet nicht damit, dass der Impfstoff seiner Firma gegen das Coronavirus noch dieses Jahr auf dem Markt kommt. "Glaube ich nicht", sagte er am Freitag in Stuttgart. 

Vielleicht gehe es schneller, aber er wolle da keine Versprechungen machen. "Das wäre einfach unlauter". Haas rechnet weiterhin mit dem ersten Halbjahr 2021. Das hänge unter anderem von der Rekrutierung der 30.000 Probanden für die nächste klinische Studie ab. 

Es brauche eine weltweit breite Immunisierung - er sei zuversichtlich, dass Curevac einen Platz finden werde, auch wenn der Impfstoff aus Tübingen mit ein paar Monaten Versatz komme, sagte Haas mit Blick auf Mitbewerber. Es gehe erstmal darum, den Wettlauf mit der Zeit zu gewinnen, um einen Impfstoff zu haben.

Haas bescheinigte dem Curevac-Impfstoff nach bisherigen Tests eine gute Verträglichkeit. Das Unternehmen Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen.

Update, 23. Oktober, 14.10 Uhr: Zahl der Corona-Patienten in Intensivstationen steigt

In Deutschland werden mehr und mehr Corona-Patienten in Intensivstationen in Krankenhäusern behandelt. Nach Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) vom Freitag werden derzeit 1121 Patienten mit Covid-19 intensivmedizinisch behandelt. Vor einer Woche waren es noch 690, vor zwei Wochen 510 und vor einem Monat 293 gewesen. 478 Corona-Patienten werden derzeit beatmet.

Demnach sind aktuell 21.736 Intensivbetten belegt. 7784 sind frei. Das sind 873 freie Betten weniger als noch vor einer Woche. Darüber hinaus steht eine "Notfallreserve" von 12.717 Intensivbetten bereit, die innerhalb von sieben Tagen verfügbar wären.

Update, 23. Oktober, 14 Uhr: Slowakei beginnt Corona-Massentest fast der gesamten Bevölkerung

In der Slowakei hat am Freitag die erste Phase einer geplanten Corona-Testung an fast der gesamten Bevölkerung begonnen. Bis Sonntag sollen unter der Regie des Verteidigungsministeriums alle über zehn Jahre alten Bewohner von vier besonders stark von der Pandemie betroffenen Bezirken an der polnischen Grenze einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Zusätzlich gelten schon ab kommendem Samstag im ganzen Land strenge Ausgangsbeschränkungen.

Wie der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic zuvor erklärt hatte, ist die Teilnahme an den Tests freiwillig. Wer aber in den Tagen nach der Testaktion keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, muss in eine zehntägige Zwangsquarantäne. Dies hatte auch Staatspräsidentin Zuzana Caputova kritisiert: "Wenn man Sanktionen androht, lässt sich nicht von Freiwilligkeit sprechen", erklärte sie vor Journalisten.

Die Regierung will an den beiden nachfolgenden Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag auch den Rest des Landes durchtesten. Die Armee setzt dafür rund 8000 Soldaten ein, doch zeichnet sich ein Mangel an medizinisch geschultem Personal ab. Gesundheitsminister Marek Krajci rief deshalb auch Medizinstudenten auf, sich als Freiwillige zu beteiligen.

Menschen warten darauf im Dorf Raslavice im Bezirk Bardejov auf den Coronavirus getestet zu werden.
Menschen warten darauf im Dorf Raslavice im Bezirk Bardejov auf den Coronavirus getestet zu werden.  © Milan Kapusta/TASR/dpa

Update, 23. Oktober, 13.52 Uhr: Berlin steuert im Kampf gegen Coronavirus um

Angesichts der Vielzahl von Corona-Erkrankten in Berlin setzen die Behörden bei deren Isolation und der Nachverfolgung ihrer Kontakte auf eine neue Strategie. Aufgrund der pandemischen Lage sei es den Gesundheitsämtern nicht mehr möglich, jeden einzelnen Fall mit viel Aufwand und sehr zügig zu bearbeiten, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Freitag.

Menschen mit positivem Testergebnis sind in Berlin deshalb nun aufgerufen, sich auch ohne Kontakt zum Gesundheitsamt so schnell wie möglich in häusliche Isolation zu begeben. Zudem sollen sie Kontaktpersonen rasch über die Infektion informieren, damit diese sich in Quarantäne begeben können.

Update, 23. Oktober, 13.50 Uhr: Litauen und Lettland mit Höchstständen bei Corona-Neuinfektionen

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Litauen und Lettland haben Rekordwerte erreicht. In beiden baltischen EU-Staaten wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Vilnius und Riga am Freitag so viele neue Fälle verzeichnet wie noch nie seit Beginn der Pandemie. In Litauen wurden demnach 442 positive Tests innerhalb von 24 Stunden registriert, in Lettland waren es 250. Die bisherigen Höchstwerte lagen bei 424 und 188.

Die beiden Baltenstaaten im Nordosten Europas standen anfangs in der Coronakrise durchaus gut da. Im internationalen Vergleich waren die Infektionszahlen eher gering. In den vergangenen Wochen haben sie aber teils deutlich zugenommen - es wurde aber auch mehr getestet. Angesichts der steigenden Zahlen haben die Regierungen in Riga und Vilnius zuletzt neue Corona-Schutzmaßnahmen verhängt.

Update, 23. Oktober, 13.40 Uhr: Österreichische Post verkauft Corona-Briefmarke - aus Klopapier

Toilettenpapier könnte neben Hamsterkäufern nun auch Briefmarkensammler verstärkt interessieren: Die Österreichische Post bringt eine Corona-Sonderbriefmarke aus dreilagigem Klopapier raus. 

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Update, 23. Oktober, 13.39 Uhr: Anti-Lockdown-Protest in Melbourne - Zusammenstöße mit der Polizei

Bei einem Protest gegen die strengen Corona-Einschränkungen in der australischen Metropole Melbourne ist es am Freitag zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, zudem wurden 16 Menschen festgenommen, wie der Sender ABC berichtete. An der Kundgebung nahmen Schätzungen zufolge mehrere Hundert Menschen teil, von denen viele keine Masken trugen. Die Demonstranten forderten die Wiederherstellung ihrer Freiheiten und ein Ende des strengen Lockdowns, auf manchen Plakaten war aber auch zu lesen "Covid-19 ist ein Betrug".

Der Lockdown in der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria gilt als einer der härtesten der Welt. Die zweite Corona-Welle war dort Ende Juni ausgebrochen. Anfang Juli waren neue Maßnahmen ausgerufen worden, seither liegt das Leben für die fünf Millionen Einwohner weitgehend still.

Protestierende rangeln mit der Polizei während eines Anti-Lockdown-Protests in Melbourne.
Protestierende rangeln mit der Polizei während eines Anti-Lockdown-Protests in Melbourne.  © James Ross/AAP/dpa

Update, 23. Oktober, 13.35 Uhr: Belgien: Fußballspiele wegen hoher Coronazahlen wieder ohne Publikum

Wegen einer steigenden Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus gilt in der belgischen Fußball-Liga seit Freitag wieder ein einmonatiges Stadionverbot für Fans. Bis zum 19. November finden alle professionellen Sportwettbewerbe ohne Publikum statt, teilte die belgische Regierung am Freitag mit. Zudem mussten mehrere Erstliga-Partien wegen zahlreicher positiv getesteter Spieler verschoben werden.

Dies betrifft zunächst die Samstagspartien Eupen gegen Mechelen und Brügge gegen Mouscron sowie die Begegnung Charleroi gegen Waasland-Beveren am Sonntagabend. Bei Mouscron seien inzwischen zwölf Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte der Club Belga zufolge schon am Donnerstag mit. Beim FC Mechelen sind inzwischen zehn Personen positiv. Waasland-Beveren erklärte am Donnerstag, dass ein weiterer Spieler positiv getestet wurde, womit die Gesamtzahl der Fälle im Club auf 17 stieg. Alle drei Vereine beantragten nach Bekanntwerden der Neuinfektionen Spielverschiebungen bei der Liga.

Update, 23. Oktober, 13.28 Uhr: Saarbrückens Fußballprofi Zellner positiv auf Coronavirus getestet

Auch Drittliga-Tabellenführer 1. FC Saarbrücken hat einen Corona-Fall in seinen Reihen. Vor dem Spiel am Sonntag (13.00 Uhr) gegen den SC Verl ist nach Clubangaben vom Freitag der 29 Jahre alte Abwehrspieler Steven Zellner positiv getestet worden. 

Die Austragung der Partie sei bisher nicht gefährdet. "Die Mannschaft wird heute und morgen noch einmal getestet", hieß es. Zellner hatte beim 2:1-Sieg des Aufsteigers unter der Woche beim TSV 1860 München bereits wegen einer Erkältung gefehlt, wie es zunächst hieß.

Update, 23. Oktober, 13.27 Uhr: Wirtshaus lockt Gäste mit Freibier zu korrekten Kontaktangaben

Eine Brauerei im baden-württembergischen Ehingen ist erfinderisch geworden, damit Gäste in der Corona-Pandemie im Wirtshaus korrekte Kontaktdaten hinterlassen. Statt Kontaktlisten erhalten die Gäste im Gasthaus der Brauerei Postkarten, auf denen sie ihre Daten eintragen sollen. Was die Postkarte ebenso enthält: Einen Gutschein für ein Freibier. "Wir wollten dem Gast die Scheu nehmen, uns seine persönlichen Daten zu geben, indem wir ihm mit der Versendung der Postkarte seine Daten zurückgeben", teilte Franz Weisser von der Brauerei mit.

Die Idee dazu sei auch aus der Not geboren, da die Brauerei nach dem Lockdown große Sorge gehabt habe, ob die Wirtschaft wieder in Gang komme. Von den Gästen werde die Aktion gut angenommen: "Nach dem Staunen sorgt es für ein Lächeln und sogar Heiterkeit", teilte Weisser mit.

Update, 23. Oktober, 13.25 Uhr: EU-Gesundheitsagentur hält Corona-Situation für bedrohlich

Die EU-Gesundheitsagentur ECDC sieht die derzeitige Corona-Situation als eine große Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht hieß es, in den europäischen Ländern hätten die Covid-19-Infektionen in den letzten Wochen erheblich zugenommen. Der Anstieg der gemeldeten Fälle sei nicht mehr nur auf vermehrte Tests zurückzuführen.

"Was wir jetzt sehen, ist eindeutig eine zweite Infektionswelle und wir erwarten, dass es noch schlimmer wird", sagte Agoritsa Baka, Expertin für Krisenvorsorge bei der ECDC, am Freitag dem Schwedischen Radio.

Update, 23. Oktober, 13.08 Uhr: Bundespolizei-Einsatz in Berlin zielt auch auf Partyszene

Die vom Berliner Senat angeforderten Einsatzkräfte der Bundespolizei werden sich an diesem Wochenende auch um illegale Parties und feucht-fröhliche Gruppen vor Kiosken (in Berlin Späti genant) kümmern. "Die verstärkten Kontrollen werden am kommenden Wochenende Tag und Nacht bis in den Montagmorgen hinein stattfinden", sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Wer also beim Einkaufsbummel oder im Berliner Nachtleben die Regeln missachtet, muss damit rechnen, von der Polizei angesprochen zu werden."

Die Polizei werde über die teilweise neuen Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zusätzlich informieren. Je nach Schwere der Verstöße drohten auch Straf- oder Bußgeldverfahren. Die konkrete Einsatzplanung liege bei der Berliner Polizei, betonte der Sprecher. Täglich sollen jeweils 1000 Einsatzkräfte unterwegs sein: 500 Beamte der Berliner Polizei und ebensoviele Bundespolizisten.

Update, 23. Oktober, 13.05 Uhr: Bayerns Verfassungsrichter bestätigen Corona-Regel zur Datenerfassung

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat die coronabedingte Pflicht zur Erfassung von Kontaktdaten etwa in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen bestätigt. Das höchste bayerische Gericht lehnte es in einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung ab, die entsprechenden Vorschriften in der bayerischen Verordnung per einstweiliger Anordnung außer Vollzug zu setzen.

Es lägen keine Gründe vor, die einen solchen Schritt rechtfertigen würden, teilte das Gericht mit. Es sei nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung beim Erlass der Verordnung bundesrechtlich eröffnete Spielräume überschritten haben könnte. Und es sei auch nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung die Pflicht zur strengen Prüfung der Verhältnismäßigkeit des Eingriffs in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt haben könnte.

Update, 23. Oktober, 12.45 Uhr: Polen schließt alle Restaurants

Polen schließt von Samstag an alle Restaurants und verbietet Versammlungen mit mehr als fünf Personen. Das Land müsse die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Freitag zur Begründung. Derweil meldeten die Behörden 13.632 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden - die höchste Zahl an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Gezählt wurden 153 neue Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der Pandemie liegt nun bei 4172.

Die Schließung der Gastronomie gilt für zunächst zwei Wochen, kann aber verlängert werden. Zudem wurden weitere drastische Maßnahmen beschlossen: Für alle Schüler ab der 4. Klasse, für die das nicht ohnehin schon galt, wird Distanzunterricht per Computer eingeführt. Begleitend dazu dürfen Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren das Haus oder die Wohnung tagsüber zwischen 8.00 und 16.00 Uhr nur noch in Begleitung eines Erwachsenen verlassen.

Eine Kundin nimmt Essen aus einem Restaurant entgegen, welches seinen Gastbetrieb vorübergehend aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt hat.
Eine Kundin nimmt Essen aus einem Restaurant entgegen, welches seinen Gastbetrieb vorübergehend aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt hat.  © Kateøina Šulová/CTK/dpa

Update, 23. Oktober, 12.36 Uhr: Philippinen sagen für 2021 riesige religiöse Prozession ab

Die Philippinen haben wegen der Corona-Pandemie für kommendes Jahr eine der größten religiösen Prozessionen der Welt abgesagt. Traditionell ziehen beim "Fest des Schwarzen Nazareners" Millionen Katholiken barfuß durch die Hauptstadt Manila und drücken ihre Verehrung für die gleichnamige schwarze Christusfigur aus. Diese wird alljährlich am 9. Januar durch die Straßen getragen.

"Die Protokolle der öffentlichen Gesundheit müssen Vorrang vor religiösen Traditionen haben", sagte der Bürgermeister von Manila, Francisco Domagoso, am Freitag. Die Gefahr einer massenhaften Übertragung des Virus sei einfach zu groß. "Es ist nicht schlimm, wenn wir mal ein oder zwei Jahre keine Prozession haben."

Update, 23. Oktober, 12.35 Uhr: Fünf positive Corona-Fälle beim 1. FC Heidenheim

Fünf Personen des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Club am Freitag mit, ohne die Namen der Betroffenen zu nennen. Die Mannschaft sowie das Trainer- und Funktionsteam hätten sich jeweils nach Hause begeben. 

Zunächst sei Maximilian Thiel am Mittwoch positiv getestet worden. Daraufhin sei am Donnerstag eine weitere Testreihe durchgeführt worden, bei der Thiel negativ getestet wurde, aber fünf andere positive Ergebnisse auftraten, sagte ein Sprecher.

Update, 23. Oktober, 12.13 Uhr: Regeländerung in Corona-Krise: Kein Absteiger aus der DEL

Aufgrund der Coronavirus-Krise wird es wie erwartet in der Saison 2020/21 keinen Absteiger aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) geben. Der Meister der 2. Liga kann aber aufsteigen. Darauf haben sich die DEL und die DEL2 geeinigt, ohne dass bereits ein Starttermin für die Spielzeit in der höchsten deutschen Eishockey-Liga feststeht

Diese Änderung sei aufgrund der "Unwägbarkeiten und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten" getroffen worden, teilten die Ligen am Freitag mit.

Update, 23. Oktober, 11.58 Uhr: Tschechiens Gesundheitsminister muss nach Corona-Fehlverhalten gehen

Tschechien verliert auf einem Höhepunkt der Corona-Krise seinen Gesundheitsminister. Regierungschef Andrej Babis sagte am Freitag, er habe den 56 Jahre alten Roman Prymula gebeten, seinen Rücktritt einzureichen. Tue er das nicht, werde er entlassen. Das Fehlverhalten des Ministers sei "unentschuldbar".

Dem Gesundheitsminister wird vorgeworfen, seine eigenen drastischen Corona-Vorschriften verletzt zu haben. Die Zeitung Blesk fotografierte den Politiker und Epidemiologen, wie er abends ein Luxusrestaurant verlässt und dabei keine Maske trägt. Dabei sind seit anderthalb Wochen alle Restaurants geschlossen.

Prymula hatte sich mit dem Fraktionsvorsitzenden der populistischen Regierungspartei ANO, Jaroslav Faltynek, getroffen. Dieser erklärte, man habe "Dinge bei einem Kaffee besprochen". Babis forderte den 58-Jährigen zum Rücktritt als Parteivize auf. Sowohl die Opposition als auch der sozialdemokratische Koalitionspartner CSSD hatten wegen der Affäre personelle Konsequenzen gefordert.

Andrej Babis, Ministerpräsident von Tschechien, spricht auf einer Pressekonferenz, nach außerordentlichen Regierungsgespräche über weitere Corona-Maßnahmen.
Andrej Babis, Ministerpräsident von Tschechien, spricht auf einer Pressekonferenz, nach außerordentlichen Regierungsgespräche über weitere Corona-Maßnahmen.  © Vít Šimánek/CTK/dpa

Update, 23. Oktober, 11.57 Uhr: Belgien führt weitere Corona-Einschränkungen ein

Angesichts dramatisch steigender Corona-Fallzahlen zieht Belgien die Zügel weiter an und führt weitere Einschränkungen ein. So müssen nach einem Beschluss der Regierung vom Freitag alle Freizeitparks zunächst für die kommenden vier Wochen schließen. An kulturellen, religiösen oder anderen Veranstaltungen im Inneren dürfen maximal 40 Personen teilnehmen, solange die Corona-Regeln eingehalten werden. Ist ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern garantiert, dürfen es bis zu 200 Personen sein, die jedoch eine Maske tragen müssen.

An Universitäten dürfen die Räume maximal zu 20 Prozent ausgelastet werden; auch hier gilt eine Maskenpflicht. Im ersten Studienjahr gelten Ausnahmen. Bei Sportveranstaltungen sind Zuschauer wieder verboten. Wenn möglich, sollen die Menschen weiter von zu Hause aus arbeiten.

Update, 23. Oktober, 11.51 Uhr: Gericht weist Eilantrag gegen Maskenpflicht im Unterricht ab

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) hat einen Eilantrag gegen die Maskenpflicht im Unterricht abgelehnt. Zwei Schüler aus dem Landkreis Ravensburg wollten das Verbot kippen. Aus ihrer Sicht ist es unklar, ob es an Schulen ein hohes Infektionsrisiko gibt. Zudem sei nicht nachgewiesen, dass ein einfacher Mund-Nasen-Schutz die Ausbreitung des Coronavirus wirksam bekämpfe.

Die Richter sahen das anders: Die Maskenpflicht sei ein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Pandemie. Es sei nicht zu beanstanden, diese Maskenpflicht an Schulen landesweit zu verhängen. Auch wenn im Landkreis Ravensburg derzeit weniger Menschen als im Landesdurchschnitt infiziert sind: Dies könne sich jederzeit schnell ändern. Landkreisgrenzen würden von Schülern und Lehrern "in vielen Fällen täglich überschritten", teilte der VGH in Mannheim am Freitag mit. 

Update, 23. Oktober, 11.40 Uhr: Corona-Hilfen für Frankreichs Kinos und Theater

Frankreich kommt den von den neuen Corona-Maßnahmen besonders hart betroffenen Kulturbereichen mit 115 Millionen Euro zu Hilfe. 85 Millionen sollen an die darstellenden Künste gehen, darunter Theater, Oper und Tanz, und 30 Millionen Euro an die Kinobranche. Die in mehreren Städten und Regionen geltende nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr habe schwerwiegende Folgen für die Aufrechterhaltung dieser Aktivitäten, sagte Kulturministerin Roselyne Bachelot.

Man hoffe, die Programme der Schauspielhäuser damit zu retten und die Schließung von Kinosälen zu verhindern, erklärte die Politikerin nach der Ankündigung des französischen Premierministers Jean Castex am Donnerstagabend, die nächtliche Ausgangssperre auf 38 neue Departements auszuweiten.

Wegen der nächtlichen Ausgangssperre können viele Veranstaltungen nicht mehr stattfinden. Laut Bachelot machen die Kinovorstellungen um 20 Uhr und um 22 Uhr die Hälfte des Umsatzes der Kinos aus.

Update, 23. Oktober, 11.37 Uhr: Corona-Impfungen voraussichtlich Anfang 2021

Das Bundesgesundheitsministerium bleibt bei seiner Einschätzung, dass erste Corona-Impfungen voraussichtlich in den ersten Monaten des nächsten Jahres möglich werden. Man gehe weiterhin davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag auf Anfrage. Der Spiegel zitiert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in seiner neuen Ausgabe mit den Worten, es könne Januar sein, vielleicht auch Februar oder März – oder sogar noch später.

Bild hatte zuvor unter Berufung auf Teilnehmer einer Videoschaltkonferenz der Gesundheitsminister der Länder mit Spahn Anfang der Woche berichtet, dass Impfungen schon früher möglich sein könnten. Spahn habe dort erklärt, die Firma Biontech (Mainz) stehe dicht vor der Zulassung eines Impfstoffs. Auf Nachfragen, wann er mit ersten Impfungen rechne, habe Spahn gesagt, "Das könnte noch vor Ende des Jahres passieren."

Ein Mann hält im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen eine Spritze in der Hand, mit der einer jungen Frau, die erste Probandin, ein möglicher Wirkstoff gegen das Coronavirus gespritzt wurde.
Ein Mann hält im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen eine Spritze in der Hand, mit der einer jungen Frau, die erste Probandin, ein möglicher Wirkstoff gegen das Coronavirus gespritzt wurde.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 23. Oktober, 11 Uhr: Testpflicht in Bayern für ausländische Pendler in Kraft

Die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten und die schärferen Regeln für extreme Corona-Hotspots im Freistaat und sind in Kraft. Am späten Donnerstagabend veröffentlichte Bayerns Gesundheitsministerium die entsprechend ergänzte Corona-Verordnung - die neuen Auflagen gelten damit seit Freitag.

Für Grenzpendler aus ausländischen Corona-Risikogebieten gilt demnach seit Freitag: Wer "regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreist, um sich dort aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen, zu Ausbildungszwecken oder zum Schul- oder Hochschulbesuch aufzuhalten", muss den Behörden vor Ort nun unaufgefordert binnen sieben Tagen und anschließend regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen. Die Maßnahme wird voraussichtlich vor allem Berufspendler aus Österreich und Tschechien treffen.

Update, 23. Oktober, 10.42 Uhr: Berliner Verwaltungsgericht entscheidet erneut gegen Sperrstunde

Das Verwaltungsgericht Berlin hat die Sperrstunde für weitere Berliner Gastwirte praktisch aufgehoben. Wie schon vor einer Woche gab das Gericht nun erneut mehreren Eilanträgen gegen die vom Senat zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beschlossene Regelung statt. 

Das teilte ein Gerichtssprecher am Freitag mit. Nach den elf Gastronomen aus der Vorwoche können nun rund zwei Dutzend weitere Wirte ihre Betriebe auch in der Nacht wieder öffnen. Für alle anderen gilt die Sperrstunde von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr zunächst weiter. Erwartet wird aber eine Grundsatzentscheidung des Oberverwaltungsgerichtes.

Update, 23. Oktober, 10.27 Uhr: Flughäfen fordern schnelle Corona-Hilfen

Die Flughäfen in Deutschland haben ihre Forderung nach staatlichen Corona-Hilfen erneuert. Im Vorfeld des Luftverkehrsgipfels am 6. November im Bundesverkehrsministerium betonte der Verband ADV am Freitag die volkswirtschaftliche Bedeutung der Flughäfen. Die Bruttowertschöpfung betrage pro Jahr rund 27 Milliarden Euro. Die Infrastruktur-Einrichtungen seien unverzichtbarer Wachstumsgeber sowie Garant für gleichwertige Lebensverhältnisse in den Regionen, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel in Berlin.

Anders als die Airlines haben die meist im öffentlichen Besitz befindlichen Flughafenbetreiber bislang kaum direkte Corona-Beihilfen erhalten. Im September hat bereits der Flughafen Paderborn-Lippstadt Insolvenz angemeldet. Viele Beschäftigte sind wegen des stark reduzierten Flugbetriebs in Kurzarbeit. Jeder vierte der rund 180.000 Arbeitsplätze ist laut Verband direkt gefährdet.

Eine Frau mit Mundschutz geht am Flughafen zu einem Check In-Schalter.
Eine Frau mit Mundschutz geht am Flughafen zu einem Check In-Schalter.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 23. Oktober, 10.16 Uhr: Erste Patienten aus Niederlanden nach Deutschland geflogen

Zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie werden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Ein Hubschrauber transportierte am Freitagmorgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten am Freitag in Rotterdam mit. Ein zweiter Flug ebenfalls von Almere nach Münster sollte folgen.

Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. Zuletzt waren am Donnerstag fast 9300 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Update, 23. Oktober, 10.09 Uhr: Finanzielle Einbrüche bei UEFA - Clubs bekommen weniger Geld

Die anhaltende Corona-Pandemie hat bei der Europäischen Fußball-Union UEFA zu finanziellen Einbrüchen geführt, die nun auch die Clubs zu spüren bekommen. Nach einem Bericht der Bild (Freitag) sollen wegen ausbleibender Zahlungen von TV-Partnern wie China und Katar 470 Millionen der geplanten 2,55 Milliarden Euro fehlen, die eigentlich an die Vereine ausgeschüttet werden sollten. 

Das habe die UEFA bei einer Sitzung der European Club Association, der Interessensvertretung der Vereine, mitgeteilt. Allein die deutschen Teilnehmer an der Champions League und Europa League der vergangenen Saison sollen mehr als zehn Millionen Euro verlieren.

Update, 23. Oktober, 9.47 Uhr: Tschechiens Gesundheitsminister soll Corona-Regeln gebrochen haben

Der tschechische Gesundheitsminister Roman Prymula ist am Freitag massiv unter Druck geraten, weil er sich nicht an seine eigenen strengen Corona-Vorschriften gehalten haben soll. Die Zeitung Blesk fotografierte den Politiker, wie er in Prag am Donnerstagabend kurz vor Mitternacht ein Luxusrestaurant verlässt und dabei keine Maske trägt. Demnach habe sich der 56-Jährige dort mit dem Fraktionsvorsitzenden der populistischen Regierungspartei ANO, Jaroslav Faltynek, getroffen. Letzterer räumte das Fehlverhalten ein und bat im Parlament um Entschuldigung. Man habe in dem Restaurant "Dinge bei einem Kaffee besprochen".

In Tschechien gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen sind angehalten, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben. Restaurants müssen geschlossen bleiben. Sie dürfen Essen zum Mitnehmen an einem Fenster verkaufen, aber nur bis 22.00 Uhr.

Update, 23. Oktober, 9.45 Uhr: VfB-Sportdirektor Mislintat: 30 Millionen Euro Verlust durch Corona

Sportdirektor Sven Mislintat vom VfB Stuttgart rechnet durch die aktuelle Corona-Krise mit großen Verlusten für den Fußball-Bundesligisten. "Wir werden über alle Budgettöpfe hinweg bis zu 30 Millionen Euro verlieren im Vergleich zur Pre-Corona-Zeit", sagte der 47-Jährige im Interview von Spox und Goal (Freitag). "Das muss erst einmal kompensiert werden."

Allzu große Ziele will Mislintat mit dem Aufsteiger daher vorerst nicht ausrufen. Zunächst gehe es darum, die Klasse zu halten "mit der Prämisse, dass wir in der Corona-Krise wirtschaftlich gesund bleiben", sagte er. "Wir leben in Zeiten, in denen es plötzlich vorstellbar erscheint, dass es nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche Absteiger aus der Bundesliga geben könnte."

Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat vor dem Spiel.
Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat vor dem Spiel.  © Marijan Murat/dpa

Update, 23. Oktober, 9.39 Uhr: Maskenpflicht im Stadion: 1. FC Magdeburg darf 7500 Tickets verkaufen

Die Drittliga-Partie des 1. FC Magdeburg gegen den SV Wehen Wiesbaden am Samstag (14.00 Uhr/MagentaSport) kann wie geplant vor bis zu 7500 Zuschauern über die Bühne gehen. Das bestätigte der Club am Freitag auf Anfrage. 

Allerdings gilt nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Magdeburg ab sofort eine durchgängige Maskenpflicht in der MDCC-Arena für alle Stadionbesucher. Der am Donnerstag zunächst ausgesetzte Kartenvorverkauf wurde am Freitagvormittag wieder aufgenommen.

Update, 23. Oktober, 9.36 Uhr: Unesco sorgt sich um Bildung in der Corona-Krise

In der Corona-Krise sorgt sich die UN-Kulturorganisation Unesco um die Ausgaben für Bildung. In nationalen Krisenplänen für einen Wirtschaftsaufschwung seien im Durchschnitt weniger als ein Prozent für Bildung und Ausbildung reserviert, teilte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay in der Nacht zum Freitag nach einem Treffen zur Bildungspolitik mit. 

Die Zusammenkunft per Videokonferenz, an der auch Staats- und Regierungschefs teilnahmen, war von der Unesco und den Regierungen Ghanas, Norwegens und Großbritanniens einberufen worden.

Update, 23. Oktober, 9.35 Uhr: Haftstrafe für Luka Jovic wegen Corona-Verstoßes in Serbien gefordert

Real Madrids Stürmer Luka Jovic droht in seiner Heimat Serbien wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen Corona-Regeln eine Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft habe Anklage gegen den früheren Bundesliga-Profi erhoben und sechs Monate Gefängnis gefordert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tanjug am Donnerstagabend. Nach serbischem Recht muss das Gericht nun über die Annahme der Anklage gegen den 22-jährigen Fußballer entscheiden.

Der ehemalige Stürmer von Eintracht Frankfurt war im März nach der coronabedingten Unterbrechung des Spielbetriebs in Spanien nach Serbien geflogen, wo er sich für zwei Wochen in eine häusliche Quarantäne begeben sollte. Medienberichten zufolge soll der Nationalspieler aber in der Hauptstadt Belgrad feiern gegangen sein. Jovic hatte hingegen von einem Gang zur Apotheke gesprochen.

Update, 23. Oktober, 9.15 Uhr: Ab Samstag landesweit Maskenpflicht in Griechenland

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat die griechische Regierung die Maßnahmen verschärft: Von Samstagmorgen an gilt landesweit Maskenpflicht, wie Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Donnerstagabend mitteilte. Außerdem wird für Gegenden mit hohen Infektionszahlen wie etwa die Region Attika mitsamt der Hauptstadt Athen ein nächtlicher Lockdown gelten. Davon ausgenommen sind Menschen, die nachts arbeiten.

"Wir erwarten, dass die kommenden Monate schwierig werden", warnte Mitsotakis in einer Fernsehansprache. Mit den Maßnahmen wolle man einen vollständigen Lockdown vermeiden.

Update, 23. Oktober, 9.05 Uhr: Corona-Zahlen in Israel sinken nach ersten Lockerungen weiter

Knapp eine Woche nach den ersten Lockerungen des zweiten Corona-Lockdowns in Israel sinken die Infektionszahlen weiter. Am Freitag teilte das israelische Gesundheitsministerium mit, am Vortag seien 895 neue Fälle verzeichnet worden. Am 30. September waren es noch mehr als 9000 gewesen. 

Die Zahl der Schwerkranken sank auf 570. Der Anteil der positiven Tests war mit 2,8 Prozent deutlich geringer als vor und während des Lockdowns. Im September war er noch etwa fünfmal so hoch gewesen.

Katholische Nonnen gehen mit Mund-Nasen-Schutz über einen Platz in der Altstadt von Jerusalem.
Katholische Nonnen gehen mit Mund-Nasen-Schutz über einen Platz in der Altstadt von Jerusalem.  © Maya Alleruzzo/AP/dpa

Update, 23. Oktober, 9.02 Uhr: ABB von Pandemie gebremst - Tempo des Abschwungs nimmt aber ab

Beim Schweizer Industriekonzern ABB hat im dritten Quartal die Corona-Pandemie Spuren hinterlassen. Der Umsatz ging um 4 Prozent auf 6,6 Milliarden US-Dollar (5,58 Mrd Euro) zurück. Rechnet man die Konsolidierungs- und die Währungseffekte heraus, ergab sich aus eigener Kraft ebenfalls ein Minus von 4 Prozent, wie ABB am Freitag mitteilte. 

Das Tempo des Abschwungs hat sich damit allerdings verlangsamt, denn im zweiten Quartal hatte auf vergleichbarer Basis ein Umsatzminus von 10 Prozent in den Büchern gestanden.

Update, 23. Oktober, 8.56 Uhr: USA: Forscher melden mehr als 70.000 Corona-Infektionen an einem Tag

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) erstmals seit Ende Juli wieder auf mehr als 70.000 binnen eines Tages geklettert. Rund 71.700 Menschen wurden demnach am Donnerstag mit positivem Test auf das Virus gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt wieder auf rund 60.000 pro Tag gestiegen.

Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 8,4 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 223.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Update, 23. Oktober, 8.54 Uhr: Slowenien verschärft Corona-Lockdown - Geschäfte und Hotels schließen

Wegen rasch steigender Corona-Zahlen weitet das EU-Land Slowenien seine Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie aus. Ab diesen Samstag schließen die meisten Geschäfte sowie die Hotels, Kindergärten, Studentenheime, Friseurläden und Schönheitssalons. Das gab Ministerpräsident Janez Jana am Donnerstagabend bekannt.

Restaurants dürfen dann bei sich keine Gäste mehr bedienen, lediglich Auslieferung und Abholung von Speisen sind gestattet. Nicht von der Schließung betroffen sind Lebensmittelläden, Tierfutterhandlungen und Baumärkte. Die neuen Maßnahmen gelten vorerst für eine Woche.

Update, 23. Oktober, 8.37 Uhr: Corona-Ausbruch auf Truppenübungsplatz: Belgische Soldaten infiziert

Auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen haben sich 68 belgische Soldaten mit dem Coronavirus infiziert. Zusätzlich hätten sich weitere Soldaten vorsichtshalber in Isolation begeben müssen, teilte das Landeskommando Niedersachsen der Bundeswehr am Freitag mit. Mit dem Kommandeur der belgischen Brigade sei vereinbart worden, dass positiv getestete Soldaten unverzüglich nach Belgien zurückkehren müssen. Dies sei umgehend umgesetzt worden. Die Infizierten gehören den Angaben zufolge einer belgischen Brigade mit rund 1065 Soldaten an, die seit Anfang vergangener Woche zum Schießtraining in Bergen seien.

Der belgische Kommandeur habe ausdrücklich um Entschuldigung für die Vorkommnisse gebeten, teilte das Landeskommando mit. Übungstruppen würden nochmals auf die Einhaltung der geltenden Vorschriften hingewiesen. Dies gelte auch für ein Schießtraining des niederländischen Heeres mit etwa 1500 Soldaten im November.

Update, 23. Oktober, 7.53 Uhr: Bundeswehr derzeit mit knapp 2000 Soldaten im Corona-Einsatz

Die Bundeswehr ist derzeit mit knapp 2000 Angehörigen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Einsatz. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Rheinischen Post (Freitag). Sie gehören zum Einsatzkontingent "Hilfeleistung gegen Corona", das über insgesamt 15.000 Soldaten verfügt. 

Allein in Gesundheitsämtern aller Bundesländer helfen derzeit 1561 Soldaten bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, bei der Entnahme von Abstrichen oder an Teststationen. Zudem leisten Soldatinnen und Soldaten Unterstützung bei Testungen von Reiserückkehrern sowie mit mobilen Covid-19-Teststationen. Insgesamt liegen derzeit 1141 Unterstützungsanfragen vor. Es sei "mit weiteren Bewilligungen und somit aufwachsender Unterstützung durch die Bundeswehr zu rechnen", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Ein Soldat der Bundeswehr hilft im Gesundheitsamt Hamburg-Eimsbüttel bei der Kontaktaufnahme zu Kontaktpersonen von gemeldeten Infizierten.
Ein Soldat der Bundeswehr hilft im Gesundheitsamt Hamburg-Eimsbüttel bei der Kontaktaufnahme zu Kontaktpersonen von gemeldeten Infizierten.  © Markus Scholz/dpa

Update, 23. Oktober, 7.33 Uhr: Darts-Star Glen Durrant muss nach positivem Corona-Test pausieren

Premier-League-Sieger Glen Durrant muss auf der Darts-Tour eine Pause einlegen, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Dies teilte der Weltverband PDC vor den Start der International Darts Open in Riesa an diesem Freitag mit.

 Durrant werde sich nun in Isolation begeben, hieß es von der PDC. Wie lange der 49-Jährige ausfällt und ob er auch die EM in der kommenden Woche in Oberhausen verpasst, war zunächst offen. An diesem Wochenende auf die Tour zurückkehren dürfen die beiden Engländer Adrian Lewis und Stephen Bunting, die Anfang Oktober positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Update, 23. Oktober, 5.17 Uhr: 11.242 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen 11.242 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl ist vergleichbar mit dem Rekordwert von 11.287 Fällen vom Vortag und liegt deutlich über den 7334 gemeldeten Neuinfektionen vom Freitag vergangener Woche.

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Lothar Wieler, Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), kommt mit Mund-Nasenschutz zu einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland.
Lothar Wieler, Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), kommt mit Mund-Nasenschutz zu einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland.  © Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Update, 23. Oktober, 5 Uhr: Wales reagiert auf besorgniserregende Corona-Zahlen

Wales setzt drastische Schritte, um die massiv steigenden Corona-Zahlen nach unten zu drücken. In dem britischen Landesteil gilt ab Freitagabend ein strikter temporärer Lockdown bis zum 9. November. Auch in Österreich waren für Freitag verschärfte Maßnahmen angekündigt - im letzten Moment wurden sie jedoch auf Sonntag verschoben.

In Wales müssen weiterführende Schulen den Unterricht in der Zeit des Lockdowns nach den Herbstferien online durchführen, Grundschulen bleiben jedoch geöffnet. Bars und Restaurants müssen schließen, außerdem sind Treffen zwischen verschiedenen Haushalten verboten. Die Menschen sind angehalten, soweit wie möglich zuhause zu bleiben und wenn möglich dort zu arbeiten. Die Maßnahmen seien nötig, um Leben zu retten und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu bewahren, hieß es von der Regierung. In den vergangenen Tagen zählte der britische Landesteil jeweils rund 950 neue Corona-Infektionen. Wales hat gut drei Millionen Einwohner.

Die Regierung in Wien konnte ihren Zeitplan für strengere Regeln derweil nicht einhalten. Erst am Donnerstagabend veröffentlichte sie eine entsprechende Verordnung, nach der eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Zusammenkünften in Gebäuden und von zwölf Menschen im Freien erst am Sonntag in Kraft tritt. Die Regierung hatte zu Beginn der Woche noch angekündigt, dass die Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen ab Freitag gelten wird.

Update, 23. Oktober, 4.30 Uhr: Patientenschützer: Einheitliche Corona-Regeln für Heime überfällig

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat einheitliche Corona-Regeln des Bundesgesundheitsministeriums für Pflegeheime als überfällig kritisiert. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Lage der 900.000 Pflegebedürftigen in den Heimen ist bedrückend. Sie sind die verletzlichste Gruppe in der Corona-Krise. Gleichzeitig sind sie aber auch die leiseste. (...) Und weil das so ist, müssen die Pflegebedürftigen schon seit über einem halben Jahr darauf warten, dass endlich Leitlinien entwickelt werden, die sie schützen und die Isolation verhindern."

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hatte in der Neuen Osnabrücker Zeitung angekündigt: "In wenigen Wochen, deutlich vor Weihnachten, werden wir - unterstützt von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Robert Koch-Institut - eine Handreichung vorlegen, um dem Flickenteppich mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu geben."

Der ARD hatte Westerfellhaus zudem gesagt: "Da sollen die Schnelltests auch mit eingebunden werden." Grund für seine Initiative ist die Angst Hunderttausender Pflegebedürftiger vor neuen Besuchsverboten in Heimen. "Diese Isolation, wie wir sie im Frühjahr hatten, darf es nicht noch einmal geben. (...) Das wäre fürchterlich, auch für ihre Angehörigen", sagte er.

Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl.
Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl.  © Tom Weller/dpa

Update, 23. Oktober, 1.13 Uhr: New Yorker Westminster-Hundeshow muss umziehen

Die seit fast 150 Jahren jährlich in New York veranstaltete Westminster-Hundeshow muss aufgrund der Coronavirus-Pandemie im kommenden Jahr umziehen. Um die Gesundheit und Sicherheit der Teilnehmer sicherzustellen, werde die 145. Auflage der Show 2021 im Sommer und größtenteils unter freiem Himmel auf einem Anwesen nördlich der Metropole New York stattfinden, teilten die Betreiber mit.

Normalerweise findet die renommierte Veranstaltung, die als älteste Hundeshow der Welt gilt, stets zu Beginn des Jahres im New Yorker Madison Square Garden statt. Jedes Jahr treten dabei Tausende Rassehunde gegeneinander an. Der Siegerhund der "Best in Show"-Kategorie wird in den USA regelmäßig zum Star.

Update, 23. Oktober, 1 Uhr: Industriepräsident für besonnene Herbststrategie gegen Corona

Industriepräsident Dieter Kempf hat die Bundesregierung im Kampf gegen das Coronavirus dazu aufgerufen, "eine besonnene Herbststrategie mit einem klugen Mix aus passgenauen Maßnahmen von Bund und Ländern" vorzulegen. Priorität müsse dabei die lokale Verantwortung für die Eindämmungsmaßnahmen haben, sagte Kempf der Funke-Mediengruppe. 

"Oberstes Ziel für die Bundesregierung und die Länderchefs muss bleiben, Lockdowns zu verhindern, selbst wenn sie zeitlich befristet stattfinden sollten." Das Wirtschaftsleben ein zweites Mal herunterzufahren, "wäre existenzgefährdend für zahlreiche Unternehmen in Deutschland", machte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) deutlich.

Update, 23. Oktober, 0.33 Uhr: Montgomery: Bei 20.000 Infektionen am Tag droht zweiter Lockdown

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, erwartet für den Fall eines weiteren Anstiegs der Corona-Zahlen eine kritische Schwelle bei 20.000 Neuinfektionen pro Tag. "Bei 20 000 Neuinfektionen am Tag gerät die Lage außer Kontrolle", sagte Montgomery der Rheinischen Post (Freitag). "Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Dann droht uns ein zweiter Lockdown, weil sich das Virus anders nicht mehr bremsen lässt."

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages war zuletzt erneut stark gestiegen und überschritt erstmals den Wert von 10.000 Fällen. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden.

Montgomery begrüßte die verhängten Einschränkungen im besonders betroffenen Landkreis Berchtesgadener Land, wo seit Dienstag strikte Ausgangsbeschränkungen gelten. "Bei lokalen Ausbrüchen müssen wir konsequent reagieren", sagte der frühere Präsident der Bundesärztekammer. "Darum ist es genau richtig, dass der Landkreis Berchtesgaden einen lokalen Lockdown verhängt hat. So sollten bundesweit alle Orte mit solchen Inzidenzwerten reagieren."

Update, 22. Oktober, 23.53 Uhr: Ärzte-Verband: Haben die Kontrolle nicht verloren

Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, sieht derzeit keinen Kontrollverlust der Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie. "Ich glaube nicht, dass wir an dem Punkt sind, dass wir die Kontrolle verloren haben", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes am Donnerstagabend in den ARD-Tagesthemen. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen gebe es sicherlich eine Problematik, "dass wir nicht mehr hinterherkommen mit der Personalsituation", sagte Teichert. "Aber es ist noch nicht so, dass wir die Situation nicht mehr unter Kontrolle haben."

Auf die Frage, ob man sich bei der Kontaktnachverfolgung von der Verfolgung jedes einzelnen Falls verabschieden sollte, um lieber lokalen Häufungen nachzugehen und so die großen Infektionsketten zu brechen, sagte Teichert: "Tatsächlich wäre es gut, wenn man auf die Cluster vorwiegend gucken würde. Das würde aber bedeuten, dass man insgesamt einen Strategiewechsel in der Gesellschaft bräuchte." Das müsse man sich gut überlegen, und das müssten alle mittragen. Denn das bedeute im Endeffekt, dass man sich in Quarantäne begeben müsse, bloß weil man bei einem Cluster dabei war. Wenn man dies wolle, müssten dafür auch die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, so Teichert. "Ich glaube, dass das insgesamt schwierig wird."

Update, 22. Oktober, 23.36 Uhr: US-Arzneimittelbehörde lässt Remdesivir gegen Covid-19 zu

Die US-Arzneimittelbehörde hat das Medikament Remdesivir zur Behandlung von Covid-19-Erkankungen zugelassen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichtem Mitteilung hervor. Bislang hatte das Mittel des US-Herstellers Gilead Sciences dort eine Notfallzulassung. In Europa erhielt das Mittel im Juli als erstes Medikament eine Zulassung unter Auflagen zur spezifischen Behandlung von bestimmten Covid-19-Patienten.

Den Angaben der US-Arzneimittelbehörde FDA zufolge kann Remdesivir die Dauer der durch die Infektion mit dem Coronavirus hervorgerufenen Erkrankung verkürzen. Dies sei hinreichend nachgewiesen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte vergangene Woche allerdings mitgeteilt, dass mehrere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente wenig oder keinen Nutzen gezeigt hätten. Darunter war auch Remdesivir. Die Daten der von der WHO koordinierten Solidaritätsstudie waren allerdings noch in keinem begutachteten Fachjournal erschienen und von Wissenschaftlern geprüft worden.

Eine Ampulle mit dem Medikament Remdesivir liegt während einer Pressekonferenz am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) auf einer Hand.
Eine Ampulle mit dem Medikament Remdesivir liegt während einer Pressekonferenz am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) auf einer Hand.  © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Update, 22. Oktober, 22.59 Uhr: Neuer Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in Italien

Italien hat binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten am Donnerstag 16.079 neue Corona-Fälle. Einen Tag zuvor waren es knapp 15.200 gewesen, auch das war ein Rekordwert. Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich mehr als 465.700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Donnerstag um 136 auf 36.968. Italien hat rund 60 Millionen Einwohner.

Besonders schwer getroffen ist wie schon bei der ersten Welle der Pandemie die norditalienische Lombardei mit Mailand als Hauptstadt. 4125 der neuen Fälle wurden dort verzeichnet.

Update, 22. Oktober, 22.25 Uhr: Neue Corona-Regeln in Österreich erst ab Sonntag

Die neuen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus treten in Österreich überraschenderweise erst am Sonntag in Kraft. 

Wie das österreichische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte, dürfen sich ab dann drinnen nur noch sechs Personen zu privaten Veranstaltungen wie Tanz- und Yogakursen oder zu Geburtstagsfeiern treffen. 

Für Feiern in der eigenen Wohnung gilt der dringende Appell, sich ebenfalls an diese Regel zu halten. Im Freien liegt die Obergrenze bei zwölf Menschen. Die Regierung hatte ursprünglich angekündigt, dass die strengeren Maßnahmen schon ab Freitag gelten werden.

Wien: Ein Mitarbeiter bereitet Speichelproben für die Analyse im Rahmen des Testverfahrens "LAMP" vor, einem neu entwickelten Corona-Testverfahren der Wiener Forschungsinstitute und der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES).
Wien: Ein Mitarbeiter bereitet Speichelproben für die Analyse im Rahmen des Testverfahrens "LAMP" vor, einem neu entwickelten Corona-Testverfahren der Wiener Forschungsinstitute und der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES).  © Georg Hochmuth/APA/dpa

Für Bewohner in Seniorenheimen gilt künftig eine Maskenpflicht in den allgemein zugänglichen Bereichen, gleiches gilt für Fußgänger-Passagen. Hobby-Chöre und Kapellen dürfen auf Amateurniveau in Räumen nur maximal zu sechst zusammenkommen.

Das österreichische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 2435 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden - ein Rekordwert für die Alpenrepublik mit ihren rund neun Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie.

Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg österreichweit auf 134,5 pro 100.000 Einwohner. Deutschland hatte am Donnerstag seine Reisewarnung auf fast ganz Österreich ausgeweitet.

Update, 22. Oktober, 22.20 Uhr: Merz will Wahlparteitag für CDU-Vorsitz trotz Corona unbedingt stattfinden lassen

Ex-Unionsfraktionschef und Bewerber um den CDU-Bundesvorsitz, Friedrich Merz (64), will den wegen der Corona-Krise auf der Kippe stehenden Wahlparteitag auf jeden Fall stattfinden lassen. 

"Wir müssen ihn stattfinden lassen, trotz Corona - und wir sollten auch nicht zulassen, dass da der Vergleich gemacht wird zwischen Volksfest, Oktoberfest und Fußballspiel", sagte Merz am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung der CDU Hamburg zum Thema "Arbeitsplätze, Klimaschutz, Europa - worauf es jetzt ankommt!". 

Parteien hätten einen Verfassungsauftrag und seien Teil einer demokratischen Ordnung. "Und Parteitage, Wahlen in politischen Parteien sind Voraussetzung dafür, dass unsere Demokratie funktioniert."

Am Montag werde die CDU-Spitze endgültig entscheiden, wie der Parteitag stattfinden könne. "Wir werden wahrscheinlich nochmal einen abgespeckteren Parteitag machen. Er ist ja ohnehin schon auf einen Tag reduziert", sagte Merz. Möglicherweise werde es dezentrale, in jedem Fall aber coronagerechte Lösungen geben. 

Friedrich Merz (64) überstand bereits selbst eine Corona-Infektion.
Friedrich Merz (64) überstand bereits selbst eine Corona-Infektion.  © Axel Heimken/dpa

"Dann wird er in einer anderen Form stattfinden als wir ihn bisher geplant haben." Merz gilt neben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59) und dem Außenpolitiker Norbert Röttgen (55) als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von der bisherigen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (58).

Ursprünglich wollte die Bundes-CDU schon im Frühjahr einen neuen Vorsitzenden wählen, musste aber schon diesen Parteitag wegen Corona verschieben. Nun steht aus demselben Grund auch der für den 4. Dezember in Stuttgart auf der Kippe.

Die Menschen im Land würden kaum verstehen, dass sich 1001 Delegierte versammelten, während wegen Corona die Beschränkungen für die Bürger verstärkt würden, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in der Parteiführung.

Dies gelte selbst dann, wenn die Hygienevorschriften mit dem vom Adenauerhaus ausgearbeiteten Schutz- und Warnsystem eingehalten werden könnten.

Update, 22. Oktober, 22.02 Uhr: Mehr als 41.000 Corona-Neuinfektionen an nur einem Tag in Frankreich

Frankreich hat mit 41.622 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen negativen Spitzenwert erreicht. 

Das seien rund 15.000 mehr als am Vortag, teilten die Behörden am Donnerstagabend mit. Insgesamt stieg die Zahl der Neuinfektionen auf 999.000.

Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Premierminister Jean Castex hatte angekündigt, dass die bereits in Paris und anderen Metropolen geltende nächtliche Ausgangssperre auf rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes ausgedehnt wird.

Die Ausgangssperre gelte vom Samstag an dann in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien. Nach Angaben der Regierung haben sich in den vergangenen sieben Tagen 251 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. 

Es starben bisher mehr als 34.000 Menschen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) muss mit immer schlimmeren Fallzahlen kämpfen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) muss mit immer schlimmeren Fallzahlen kämpfen.  © Abdulmonam Eassa/POOL AFP/AP/dpa

Update, 22. Oktober, 21.50 Uhr: Slowakei beschließt Ausgangsbeschränkungen und Teil-Lockdown

In der Slowakei gelten im Kampf gegen das Coronavirus von Samstag bis inklusive 1. November wieder strenge Ausgangsbeschränkungen. 

Das gab die Regierung am Donnerstagabend nach einer mehr als elfstündigen Sitzung des nationalen Corona-Krisenstabs bekannt. Im ganzen Land dürfen die Menschen mehr als eine Woche lang die eigene Wohnung nur für dringende Zwecke verlassen. 

Dazu gehören der Weg zur Arbeit, zu einem Corona-Test und zur Deckung von Grundbedürfnissen, aber auch für kleine Spaziergänge in der Natur.

Wie Wirtschaftsminister Richard Sulik erklärte, werden die Geschäfte nicht vom Staat geschlossen. Wegen der Ausgangsbeschränkungen werden aber die meisten keine Kunden haben - abgesehen etwa von Lebensmittelläden, Apotheken und Tankstellen. 

Die Schulen werden im ganzen Land ab Montag für einen Monat nur für die ersten vier Schulstufen offenstehen. Die älteren Schüler müssen auf Online-Unterricht umsteigen.

Igor Matovic (47), Ministerpräsident der Slowakei, führt sein Land in den nächsten Lockdown.
Igor Matovic (47), Ministerpräsident der Slowakei, führt sein Land in den nächsten Lockdown.  © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

In vier besonders stark betroffenen Bezirken an der polnischen Grenze gelten noch strengere Bestimmungen. Dort dürfen Personen, die keinen negativen Corona-Test vorweisen können, fast nur noch ins Testlabor gehen, auch der Weg zur Arbeit ist untersagt.

In diesen Bezirken soll schon ab Freitag die erste regional begrenzte Phase einer geplanten Massentestung fast der gesamten Bevölkerung beginnen. An den beiden darauffolgenden Wochenenden sollen dann im ganzen Land alle über zehn Jahre alten Menschen getestet werden.

Bis Freitag bestätigten die slowakischen Gesundheitsbehörden 35.330 Fälle für das 5,4 Millionen Einwohner zählende Land. Die Gesamtzahl der coronabedingten Toten liegt mit 115 niedriger als in den meisten anderen EU-Ländern, allerdings zählt die Slowakei nur Verstorbene, bei denen eine andere Todesursache ausgeschlossen wurde.

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Slowakei binnen 14 Tagen bei 347,0 - der EU-Spitzenwert dazu lag im Nachbarland Tschechien bei 1066,3.

Update, 22. Oktober, 21.11 Uhr: Söder sieht Deutschland bei Corona vor Weichenstellung

Nach dem Rekordwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) zu Vorsicht und Disziplin gemahnt. 

"Ich glaube, das wird jetzt eine spannende Zeit für uns alle werden. Es wird schon eine wichtige Weichenstellung sein", sagte der CSU-Chef am Donnerstag in der Sendung ZDF spezial. 

"Es muss uns gelingen, diese Welle zu brechen. (...) Und wenn wir jetzt ein bisschen mehr tun, dann werden wir hinterher weniger Folgen haben."

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland hatte zuvor erstmals den Wert von 10.000 überschritten. 

Söder kommentierte: "Es ist genau das eingetreten, wie schon vor Wochen prognostiziert, dass mit Leichtsinn und mit mangelnder Vorsicht leider eine entsprechend höhere Zahl an Infektionen stehen kann." Darum müssten die jetzt eingeleiteten Maßnahmen überall konsequent umgesetzt werden.

Söder forderte, es brauche jetzt auch Geduld - "die gleiche Mentalität, die wir im Frühjahr hatten: das Mitmachen, Vorsicht, Disziplin und Rücksichtnahme". 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).  © Peter Kneffel/dpa

"Wir haben einmal schon einer solchen Welle sehr erfolgreich getrotzt." Mit Geduld und Rücksichtnahme sei es durchaus machbar, die Situation zu meistern "und dass wir eben kein Schließen von Grenzen haben, kein Schließen von Schulen und Kitas haben". "Aber es hängt sehr viel von jedem Einzelnen ab."

Angesprochen auf Kritik an seinem Vorstoß, für Bayern eine neue "dunkelrote" Warnstufe für Regionen mit sehr hohen Corona-Zahlen einzuführen, kritisierte Söder: "Wir haben zu viele, die im Moment nur sagen, was sie nicht möchten, und zu wenige, die mithelfen, etwas zu erreichen."

Das sei leider seit Wochen das Problem. "Wir reden uns das Problem klein oder schön, jeder hat irgendeine Ausrede, findet irgendein Schlupfloch, jeder findet für sich eine Möglichkeit zu sagen: Mich betrifft's doch nicht. Anstatt dass wir jetzt alle mal gemeinsam an einem Strang ziehen."

Update, 22. Oktober, 20.27 Uhr: Infektionsrekord in Portugal - Regierung verhängt regionalen Lockdown

In Portugal hat es erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie mehr als 3000 Neuinfektion gegeben. 

Binnen 24 Stunden seien 3270 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Lissabon mit. Damit wurde der bisherige, am vorigen Freitag registrierte Höchstwert (2608) gleich um 662 Fälle übertroffen.

Für die drei am schlimmsten betroffenen Bezirke Felgueiras, Lousada und Paços de Ferreira im Norden des Landes beschloss die Regierung für zunächst eine Woche einschneidende Maßnahmen. 

Die rund 150.000 betroffenen Menschen dürfen ab Mitternacht (1.00 MESZ am Freitag) das Haus nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. In diesen Bezirken, die unweit der Metropole Porto liegen, müssen zudem alle Läden bereits um 22 Uhr schließen.

Immer mehr Corona-Tests fallen auch in Portugal positiv aus.
Immer mehr Corona-Tests fallen auch in Portugal positiv aus.  © Georg Hochmuth/APA/dpa

Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident António Costa beschloss außerdem, dass alle gut 10,3 Millionen Bürger Portugals zwischen dem 30. Oktober und dem 3. November den eigenen Wohnbezirk nicht verlassen dürfen.

Damit wolle man zu Allerheiligen und Allerseelen den für gewöhnlich sehr lebhaften Reiseverkehr eindämmen, hieß es. Am 2. November werde es einen offiziellen Tag der Trauer in Gedenken an die Opfer von Covid-19 geben.

In dem lange Zeit vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommenen Land wurden bereits fast 110.000 Infektionen verzeichnet. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 starben, kletterte am Donnerstag um 16 auf 2245. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich in Portugal binnen 14 Tagen 243,4 je 100.000 Einwohner mit dem Virus an.

In einigen europäischen Ländern liegt dieser Wert derweil deutlich höher - allen voran die Tschechische Republik, die auf 1066,3 kommt. In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 98,7.

Update, 22. Oktober, 20.15 Uhr: SPD in Rheinland-Pfalz verschiebt wegen Corona Landesparteitag

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen verschiebt die rheinland-pfälzische SPD ihren ursprünglich für den 31. Oktober geplanten ordentlichen Landesparteitag aufs nächste Jahr. 

"Gerne hätten wir unseren Landesparteitag wie geplant Ende Oktober in Mainz abgehalten", teilte SPD-Generalsekretär Daniel Stich nach dem Beschluss des Landesvorstands am Donnerstagabend mit. 

Doch mit Blick auf die aktuelle Pandemieentwicklung und die Einstufung der Landeshauptstadt als Risikogebiet sei es nicht möglich, den Parteitag mit Vorstandswahlen wie geplant abzuhalten. 

Der Nachholtermin soll voraussichtlich im Frühjahr sein.

SPD-Generalsekretär Daniel Stich (Archivbild).
SPD-Generalsekretär Daniel Stich (Archivbild).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 22. Oktober, 20.12 Uhr: Österreich stellt Corona-Ampel für 21 weitere Bezirke auf Rot

Österreich stellt seine Corona-Ampel für zahlreiche Bezirke und Regionen angesichts der sich ausweitenden Corona-Pandemie auf Rot. 

Betroffen sind unter anderem bei Touristen beliebte Gegenden wie Zell am See oder St. Johann im Pongau, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Donnerstag berichtete. 

Im Bundesland Tirol wurde auch der Bezirk Landeck rot eingestuft - in diesem Bezirk liegt der Wintersportort Ischgl, der im März zu einem Corona-Hotspot wurde. Bisher stand die österreichische Corona-Ampel in vier Bezirken auf Rot, darunter Hallein in Salzburg und die Stadt Innsbruck.

Die Corona-Ampel ist in Österreich seit Anfang September in Betrieb. Mit ihrer Hilfe wird die Infektionslage jede Woche neu bewertet und auf einer Karte farblich dargestellt - in der Regel für jeden Bezirk, entsprechend etwa den deutschen Landkreisen, sowie für das Bundesland Wien. 

Die Farben reichen von Grün (Risiko: niedrig) über Gelb (mittel) und Orange (hoch) bis Rot (sehr hoch). Kriterien sind Fallzahlen der vergangenen sieben Tage, Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen, Auslastung der Krankenhausbetten und Gesamtzahl an Tests. 

Außerdem wird berücksichtigt, ob eine Region viele Touristen oder Pendler hat.

Ein Spender mit Desinfektionsflüssigkeit und ein Hinweisschild zur Maskenpflicht sind im Kassenbereich einer Seilbahn angebracht. Die Zahl der Corona-Fälle in Österreich steigt weiter an.
Ein Spender mit Desinfektionsflüssigkeit und ein Hinweisschild zur Maskenpflicht sind im Kassenbereich einer Seilbahn angebracht. Die Zahl der Corona-Fälle in Österreich steigt weiter an.  © Barbara Gindl/APA/dpa

Update, 22. Oktober, 20.08 Uhr: Klagen gegen "Lockdown" im Berchtesgadener Land

Gastronomen und andere Betroffene gehen gerichtlich gegen die strengen Corona-Maßnahmen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land vor. Beim Verwaltungsgericht München gingen mehrere Klagen und Eilanträge ein.

Unter anderen wendet sich ein Gastronom im Eilverfahren gegen die Schließung seines Betriebes, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstagabend sagte. 

Ein weiterer Gastronomiebetrieb will erreichen, dass er entgegen der Allgemeinverfügung des Landratsamtes auch nach 20.00 Uhr Speisen zum Abholen oder zur Lieferung anbieten kann. In einem Eilverfahren will eine Schülerin aus Berchtesgaden erreichen, dass sie ihr Gymnasium in Traunstein besuchen kann.

Wegen der sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen mussten Hoteliers und Ferienwohnungsvermieter am Dienstag ihre Gäste mit Ausnahme von Geschäftsreisenden nach Hause schicken. Die Gastronomie bleibt geschlossen. 

Das Landratsamt hatte eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist im Landkreis vorerst bis zum 2. November nur noch mit triftigem Grund erlaubt.

Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown".
Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown".  © Lino Mirgeler/dpa

Update, 22. Oktober, 20.04 Uhr: Neueste Forschungen: So stecken wir uns wirklich mit dem Coronavirus an

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) steckt sich ein Großteil der Menschen in Deutschland im privaten Umfeld mit dem Coronavirus an. 

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RKI-Präsident Lothar Wieler (59).
RKI-Präsident Lothar Wieler (59).  © Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Update, 22. Oktober, 19.06 Uhr: VfL Osnabrück nach Quarantäne wieder im Training

Mit Spaß und Elan hat der VfL Osnabrück am Donnerstag das Mannschaftstraining nach einer zweiwöchigen Quarantäne von 18 Fußballprofis wieder aufgenommen. 

"Es war eine große Freude heute, dass alle sich wieder sehen konnten und Fußballspielen durften", sagte Trainer Marco Grote am Donnerstag und Sportdirektor Benjamin Schmedes bestätigte: "Es war eine sehr gelöste Stimmung." Nach einer kurzen Vorbereitung treten die Niedersachsen am Sonntag um 13:30 Uhr beim 1. FC Heidenheim an.

Zwei Spieler des Zweitligisten waren Anfang Oktober positiv auf das Coronavirus getestet worden. Etwa zwei Drittel des Kaders mussten daraufhin in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. 

"Wir sind sehr, sehr froh, dass die Zeit hinter uns liegt", sagte Schmedes. Das Heimspiel gegen Darmstadt 98 wurde vom vergangenen Sonntag auf den kommenden Mittwoch verschoben.

VfL Osnabrücks Trainer Marco Grote (48).
VfL Osnabrücks Trainer Marco Grote (48).  © Axel Heimken/dpa

Update, 22. Oktober, 18.28 Uhr: EU weitet Corona-Einreisebeschränkungen auf Kanada und Tunesien aus

Die EU-Staaten weiten die in der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen wieder auf Kanada, Georgien und Tunesien aus. 

Für die drei Länder soll keine Ausnahme mehr der zu Beginn der Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen gelten, wie der Rat der EU-Staaten am Donnerstag mitteilte. Singapur hingegen wurde zur Liste der Länder hinzugefügt, aus denen nicht zwingend notwendige Reisen in die EU wieder möglich sind.

Somit dürfen künftig nur noch Menschen aus acht Ländern normal in die EU einreisen: Australien, Japan, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea, Thailand und Uruguay. 

Es sind die ersten Änderungen der Liste seit rund zweieinhalb Monaten.

Titelfoto: Álex Zea/Europa Press/dpa

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