Coronavirus: Stürzen Unternehmen im Herbst und Winter in die Krise?

Mainz - Der Arbeitsplatz muss nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Unternehmerpräsidenten Johannes Heger (56) in der Corona-Pandemie ein geschützter Bereich sein.

Johannes Heger (56) ist seit wenigen Wochen der neue Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU).
Johannes Heger (56) ist seit wenigen Wochen der neue Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU).  © LVU/DPA

Die Beschäftigten sollten dort keinem besonderen Risiko ausgesetzt sein, sagte der Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) der Deutschen Presse-Agentur. Überlegungen, dass infizierte Beschäftigte ohne Covid-Symptome zur Arbeit kommen sollen, halte er nicht für sinnvoll.

Der 56-Jährige, der vor wenigen Wochen das oberste Amt in dem Verband antrat, fordert von der Politik für Unternehmen die Möglichkeit, ihre Reaktion an die jeweilige Pandemie-Situation anpassen zu können.

Dabei werde es im Einzelfall beispielsweise darum gehen, ob im Freien oder Innenbereich gearbeitet wird, wie viele Mitarbeiter ein Unternehmen hat und ob Abstände eingehalten werden können.

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"Wer Symptome hat und krank ist, sollte auf keinen Fall an den Arbeitsplatz kommen", sagte Heger. In den vergangenen Jahren habe man immer wieder erlebt, dass Beschäftigte das Gefühl hatten, sich trotz Krankheit irgendwie zur Arbeit schleppen zu müssen.

Und viele hätten das auch getan. "Ich denke, dass wir hier durch Corona einen Bewusstseinswandel erlebt haben: Wer Symptome hat und krank ist, bleibt zu Hause, kuriert sich aus und kommt dann wieder." Bei der Frage nach Infizierten ohne Krankheitssymptome hänge das von der jeweiligen Situation und dem Arbeitsumfeld ab.

Die rheinland-pfälzischen Unternehmen hoffen laut Heger, dass es im bevorstehenden Herbst und Winter nicht wieder zur Schließung von Kindertagesstätten, Schulen und Pflegeheimen kommt.

Unternehmen hoffen auf Ausbleiben von Schulschließungen und Lockdowns im Herbst und Winter

"Das bringt viele Arbeitnehmer derart in Bedrängnis, dass sie ihr Leben kaum noch organisieren und damit auch nicht zu den üblichen Zeiten an ihren Arbeitsplatz kommen können." Schließungen seien aus Sicht der Wirtschaft unbedingt zu vermeiden. Voraussetzung dafür sei natürlich, dass sich die Pandemielage, wie sie sich derzeit darstelle, nicht dramatisch zuspitze.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) und Bundesjustizminister Marco Buschmann (45, FDP) hatten kürzlich einen Gesetzentwurf vorgelegt, demzufolge die Länder von Oktober an Masken in öffentlich zugänglichen Innenräumen wieder verpflichtend machen können.

Schulschließungen und Lockdowns sind nicht vorgesehen - beschlossen ist das allerdings noch nicht.

Titelfoto: LVU/DPA

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