Coronavirus-Folgen: DSC muss Verträge mit King und Rolfzen auflösen

Dresden - Der Saisonabbruch noch vor dem letzten regulären Bundesliga-Spieltag war am Donnerstagabend ein echter Schock für die DSC Volleyball Damen

Brie King (links) und Kadie Rolfzen baten den Verein darum, nach Hause reisen zu dürfen. 
Brie King (links) und Kadie Rolfzen baten den Verein darum, nach Hause reisen zu dürfen.  © Lutz Hentschel

Nun hat das vorzeitige Aus in Folge der Coronavirus-Pandemie erste Konsequenzen. Die Verträge mit der US-amerikanischen Außenangreiferin Kadie Rolfzen (25) und der kanadischen Zuspielerin Brie King (22) wurden mit sofortiger Wirkung aufgelöst. 

Beide werden noch am Freitag die Heimreise antreten. Die Spielerinnen hatten zuvor den Verein darum gebeten, in ihre Heimatländer reisen zu können, so lange die Möglichkeit dazu noch besteht. 

"Da die Gesundheit und der Schutz aller Spielerinnen an erster Stelle stehen, sah sich der Verein nach intensiven Gesprächen schließlich zu einer alternativlosen Entscheidung gezwungen", so der Klub in einer Mitteilung am Freitagmittag. 

"Keiner wünscht sich ein solches Saisonende und ich stehe immer noch ein wenig unter Schock, dass nun alles so schnell vorbei ist. Ich werde die Stadt, mein Team, die Mitarbeiter des DSC und die Fans sehr vermissen. Für den DSC zu spielen war eine Ehre, von der ich mir gewünscht hätte, dass sie noch länger andauert", erklärte Zuspielerin Brie King. 

Ob die beiden Spielerinnen für die kommende Saison zurückkehren, wird man sehen müssen. 

Wirtschaftlicher Schaden für DSC Volleyball Damen muss irgendwie eingedämmt werden

Vorstandsboss Jörg Dittrich (links) und Trainer Alexander Waibl bejubelten vor wenigen Wochen den Pokalsieg. Nun müssen beide mit dem schnellen Saisonaus leben. 
Vorstandsboss Jörg Dittrich (links) und Trainer Alexander Waibl bejubelten vor wenigen Wochen den Pokalsieg. Nun müssen beide mit dem schnellen Saisonaus leben.  © Lutz Hentschel

"Danke an Dresden, die Fans, die Mitarbeiter und mein Team, dass ihr alle dieses Jahr so unglaublich für mich gemacht habt. Den Pokal zu gewinnen, war einer der schönsten Momente meines Lebens. Leider liegen die aktuellen Umstände außerhalb unserer Kontrolle. Es ist nicht leicht, einzusehen, dass die Saison nun vorbei ist, auch wenn es das Beste ist, sofort in die USA zurückzureisen", sagt eine enttäuschte Kadie Rolfzen. 

Beide hatten entscheidenden Anteil am Gewinn des deutschen Pokals in Mannheim. Durch den Sieg hat der DSC auch als bisher einzige Mannschaft durch den unerwarteten Saisonabbruch einen Startplatz im CEV-Cup für die kommende Saison sicher. 

Welche Regelung für die "Endtabelle" der Bundesliga und damit die Vergabe der europäischen Startplätze die die nächste Saison getroffen wird, hat die Volleyball Bundesliga noch nicht bekanntgegeben. 

Der Verlust der beiden Spielerinnen könnte sich auch noch negativ auswirken, sollte der DSC weiter im europäischen Challenge Cup spielen. Theoretisch hätte am kommenden Mittwoch (18. März) das Hinspiel bei Thy Istanbul angestanden, eine Woche später das Rückspiel in Dresden. Der türkische Verein hatte bereits um Verlegung gebeten, bis jetzt steht eine Entscheidung des europäischen Volleyball-Verbandes (CEV) aus. 

Nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ist es eine prekäre Situation für den Verein. "Wir arbeiten mit aller Kraft, die Auswirkungen zu begrenzen. Fakt ist, dass dies eine einmalige und außergewöhnliche Situation ist. Wir werden dies nur in der Gemeinschaft bestehen können. Jeder wird helfen müssen, damit es nach dieser Krise weitergehen kann. Fans, Sponsoren, Ehrenamt, Hauptamt, Spielerinnen, Trainer aber auch die Entscheider aus Kommune, Land und Bund sind zum Schulterschluss aufgerufen", so Vorstandschef Jörg Dittrich. 

Sicher ist für ihn nur, dass es für den Verein eine große Herausforderung sein wird, die finanziellen Einbußen zu kompensieren: "Mit den gewöhnlichen Werkzeugen wird der finanzielle Verlust für die Volleyball Damen nicht zu stemmen sein. Jede finanzielle Hilfe ist willkommen. Zunächst gilt es natürlich zu schauen, wie groß der Schaden tatsächlich ist."

Am Donnerstag hatten bereits einige Fans angekündigt, ihr Geld für das bereits erworbene Ticket für das eigentlich letzte Hautprunden-Spiel am Samstag gegen Wiesbaden nicht zurückhaben zu wollen und ihren Verein so zu unterstützen. 

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CEV setzt Europapokal bis 3. April aus

Der europäische Volleyball-Verband hat beschlossen, den Europapokal bis zum 3. April auszusetzen. Das betrifft die Champions League, den CEV-Cup und den Challenge Cup. Davon betroffen sind also der Schweriner SC (CEV) und der DSC (Challenge). Danach soll entschieden werden, wie und wann es weiter geht. 

Für die Vereine ist dies natürlich eine Riesen-Herausforderung, da manche Spielerinnen aus dem Ausland nicht länger bleiben wollen. 

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