Kretschmann: "Spekulationen um Lockerung der Corona-Beschränkungen verbieten sich!"

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne) hat auf einer Regierungspressekonferenz Spekulationen um eine mögliche Lockerung der Corona-Beschränkungen jeglichen Wind aus den Segeln genommen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

"Spekulationen um eine Lockerung der Regeln zur Kontaktvermeidung verbieten sich meiner Ansicht nach zum gegenwärtigen Zeitpunkt", machte Kretschmann klar. "Im Gegenteil: Es ist jetzt ganz entscheidend, dass sich alle auch an diese Regeln halten."

Innenminister Thomas Strobl (60, CDU) gab bekannt, dass in der Zeit zwischen Freitag und Sonntag 3000 Anzeigen gegen Bürgerinnen und Bürger erstattet wurden, die gegen die Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes verstoßen haben.

Die Lage sei unverändert ernst, und es fehle aktuell die Faktengrundlage, um über einen Ausstiegspunkt zu debattieren.

Denn inzwischen gibt es in Baden-Württemberg 12.881 Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, wie Gesundheitsminister Manne Lucha (58, Grüne) bekannt gab. 

Das seien 721 mehr als zum Vortag - die meisten der Infizierten kämen aus den Landkreisen Esslingen, Stuttgart und Ludwigsburg. Außerdem stieg die Zahl der am Coronavirus verstorbenen Menschen in Baden-Württemberg auf 182 an.

Kretschmann zur Besorgung von Schutzmaterial: "Nach diesen Instrumenten sucht die ganze Welt"

Die Pressekonferenz der Landesregierung wird per Livestream übertragen.
Die Pressekonferenz der Landesregierung wird per Livestream übertragen.  © Marijan Murat/dpa

Ministerpräsident Kretschmann teilte außerdem mit, dass Expertenmeinungen zufolge in dieser Woche eine Welle an neuen Erkrankungen in den Krankenhäusern erwartet werde - dies seien immer noch diejenigen, die sich vor der Verschärfung der Maßnahmen infiziert hätten. 

Derzeit reicht die Kapazität in den Krankenhäusern in Baden-Württemberg aus, um alle Menschen entsprechend zu versorgen. Kretschmann bekräftigte aber, dass man weiterhin nach Kräften Beatmungsgeräte und die notwendige Schutzausrüstung besorge.

"Das ist ein richtig harter Job, denn nach diesen Instrumenten sucht gerade die ganze Welt. Wir stehen unter einer brutalen Konkurrenz auf dem Weltmarkt, die durchaus nicht immer fair verläuft. Das muss man leider auch feststellen", so das Resümee des 71-Jährigen.

Seiner Ansicht nach werde jedoch auf absehbare Zeit in Baden-Württemberg keine Verordnung erlassen, wonach das Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit Pflicht sei. 

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Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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