Das neue Plasma-Programm hilft Corona-Erkrankten

Dresden - Ein neues Plasma-Spende-Programm macht Hoffnung. Auskurierte Covid-19-Patienten können mit ihrem Blut der Forschung und anderen Krankheitsfällen helfen.

Prof. Torsten Tonn vor dem DRK-Blutspendedienst-Gebäude.
Prof. Torsten Tonn vor dem DRK-Blutspendedienst-Gebäude.  © DMP/Petra Hornig

Kai Mizera ließ sich am Mittwoch am Institut für Transfusionsmedizin in Dresden-Blasewitz Blutplasma anzapfen. 

"Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost konnte mit ihm den ersten Spender im Rahmen einer neuen bundesweiten klinischen Studie zur Behandlung von Covid-19-Patienten mit sogenanntem Rekonvaleszentenplasma gewinnen - also Blutplasma von Infizierten, die wieder gesund sind", sagt Geschäftsführer Prof. Dr. Torsten Tonn (56). 

"Herr Mizera kam als Spender infrage, weil er Symptome der Krankheit aufzeigte. Bei solchen Gesundeten ist die Konzentration von Antikörpern im Blut besonders hoch."

Bis eine Impfung zur Verfügung steht, setzen Wissenschaftler große Hoffnungen auf die Antikörper-Therapie. Dabei erhalten schwer erkrankte Covid-19-Patienten eine Transfusion von Blutplasma von Geheilten, in dem die Antikörper zirkulieren.

 "Die vom Paul-Ehrlich-Institut am Mittwoch genehmigte Studie soll untersuchen, ob die Antikörper eine Infektion lindern und intensivmedizinische Behandlungsmethoden unterstützen können."

Dresdner Uniklinik erhält Sonderregelung

Kai Mizera spendet nach überstandener Corona-Erkrankung Blut.
Kai Mizera spendet nach überstandener Corona-Erkrankung Blut.  © DMP/Petra Hornig

In 15 deutschen Kliniken werden für die Studie insgesamt 60 Patienten und eine ebenso große Kontrollgruppe behandelt. Das im Rahmen der Studie gewonnene Plasma darf als noch nicht zugelassenes Arzneimittel aufgrund einer behördlichen Sonderverordnung Covid-19-Patienten der Dresdner Uniklinik - eine der 15 Kliniken - zur Verfügung gestellt werden.

Die Menge der Plasma-Spende eines Gesundeten wird dabei gedrittelt und kann genau einem Patienten helfen. Prof. Tonn: "Es sind drei Infusionen im Abstand von je zwei Tagen vorgesehen."

Was den Transfusionsmedizinern in die Karten spielt: "Derzeit gibt es zum Glück noch mehr potenzielle Spender als schwerkranke Patienten", sagt Prof. Tonn. Die Spender sind zudem fix wieder fit.

Wer auch eine Covid-19-Erkrankung auskuriert hat, kann sich als Spender melden. Voraussetzungen und Anmeldung unter:

www.blutspende-nordost.de/rkp

"Man kann bis zu 60 Mal im Jahr Blutplasma spenden, weil durch ausreichendes Trinken die Flüssigkeit schnell ersetzt wird und sich entnommene Gerinnungsstoffe und Eiweiße schnell nachbilden", erklärt Prof. Tonn.

Zum Vergleich: Bei Vollblutspenden können sich Männer nur bis zu sechs, Frauen bis zu viermal im Jahr Blut abzapfen lassen.

Im vergangenen Jahr führte der DRK rund drei Millionen Blutspenden durch.

Titelfoto: DMP/Petra Hornig

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