Corona-App: Darum dämpft der oberste Datenschützer die Erwartungen

Karlsruhe - Der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Stefan Brink hält die Erwartungen an die geplante Corona-Warn-App für übertrieben.

Der Datenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Stefan Brink.
Der Datenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Stefan Brink.  © Sebastian Gollnow/dpa

"Da werden zu große Hoffnungen gehegt", sagte er den "Badischen Neuesten Nachrichten" (Freitag).

Und weiter: "Gerade in der Risikogruppe haben nur die Hälfte oder ein Drittel der Menschen ein Smartphone. Erfolgreiche Apps von Google oder Facebook erreichen bei uns einen Marktanteil von 20 Prozent. Für die Corona-App wären 10 Prozent daher schon ein Erfolg." 

Brink befürchtet, dass die Regierung bei einem Misserfolg "zu Zwangsmaßnahmen umschwenkt".

Eine solche App für das Handy soll in Deutschland und vielen anderen Ländern zum Einsatz kommen. In Deutschland soll die Teilnahme freiwillig sein. 

Die App soll erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Die Nutzer können gewarnt werden, wenn sich später herausstellt, dass in ihrer Umgebung eine infizierte Person war. Die Nutzer könnten dann in Quarantäne gehen.

Experten nehmen an, dass etwa 60 Prozent der Bevölkerung die App auf ihrem Handy nutzen müssen, damit der Schutz vor Infektionen funktioniert.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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