Livestream und Belieferung! Sächsische Cocktailbar kämpft ums Überleben

Delitzsch - Die Coronakrise bringt viele gebeutelte Selbstständige auf erfinderische Einfälle. Obwohl zum Beispiel Sachsen ihnen ab Montag eine Finanzhilfe gewähren will, versuchen viele, irgendwie Umsätze trotz ausbleibender Kundschaft zu generieren. Wie ein Barkeeper aus Nordsachsen

Per Livestream können die Besteller beim Mixen zusehen. 
Per Livestream können die Besteller beim Mixen zusehen.   © Tobias Junghannß

Jens Müller (41) steht hinter dem Tresen in seinem Delitzscher Lokal "URLAUB - meehr Bar", das er seit zwölf Jahren betreibt. Er füllt Zutaten in einen Shaker, rührt, schüttelt, gießt das Getränk ins Glas. Doch Gäste gibt es in seiner Bar nicht. Wegen der Auflagen musste sie für Besucherverkehr gesperrt werden.

Das hielt dem Inhaber aber nicht davon ab, sein Geschäft weiterzuführen und sich und die 15 Angestellten über Wasser zu halten - nur etwas anders als sonst. 

"Wir sind dazu gezwungen, haben nicht viele Reserven", macht Jens Müller den Ernst der Lage deutlich und freut sich gleichzeitig: "Wir hatten das online beworben und schon nach 20 Minuten gute Resonanz und einige Bestellungen."

Er wünscht sich, dass er die Cocktails auch weiterhin so ausliefern kann und darf. "Ich werde mit einigen Tausend Minus rausgehen und müsste mir Geld leihen, wenn es nicht mehr geht." 

Die Kunden feiern die Idee. "Ich will das unterstützen, habe deshalb bestellt", sagt Martin Kleinstäuber. "Wir werden uns jetzt auf die Couch setzen, TV schauen und die Cocktails genießen - und hoffen, dass das Baby durchschläft…" 

Und auch das Ehepaar Gudrun und Hubertus Zühlke freut sich auf einen erfrischenden Mai Tai at home. "Wir finden die Idee toll, gerade unter den jetzigen Bedingungen. Sonst haben die Geschäfte ja keine Umsätze, das ist sehr schwierig für sie." 

Sind die Cocktails fertig gemixt, werden sie in Tüten verpackt und zum Kunden ausgeliefert. 
Sind die Cocktails fertig gemixt, werden sie in Tüten verpackt und zum Kunden ausgeliefert.   © Tobias Junghannß
Inhaber Jens Müller (41) versucht, sich, seine Angestellten und das Lokal über Wasser zu halten. 
Inhaber Jens Müller (41) versucht, sich, seine Angestellten und das Lokal über Wasser zu halten.   © Tobias Junghannß

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Titelfoto: Tobias Junghannß

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