Delta breitet sich weiter aus: Gefährdet diese Corona-Variante unseren Sommerurlaub?

Deutschland - Impfungen, Hitze und Herdenimmunität sollten der Corona-Pandemie eigentlich ein Ende bereiten. Doch nun sorgt die hochansteckende Delta-Variante des Virus dafür, dass "ein Sommer, wie er früher einmal war", erneut in weite Ferne rückt. Urlaub und Reisen sind wieder in Gefahr - ganz ohne Einschränkungen geht's jedenfalls nicht.

Auf Urlaub in London sollte man diesen Sommer wohl eher verzichten, denn die Delta-Variante greift in Großbritannien weiter um sich.
Auf Urlaub in London sollte man diesen Sommer wohl eher verzichten, denn die Delta-Variante greift in Großbritannien weiter um sich.  © Montage: imago images/Louis Christian, imago images/Design Pics

Die Bundesärztekammer rät inzwischen sogar wieder von Reisen in Urlaubsgebiete ab, in denen die zunächst in Indien nachgewiesene Variante grassiert.

"Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden", sagte Präsident Klaus Reinhardt (61) der Funke Mediengruppe.

Er räumte ein, dass für viele Menschen der Urlaub nach den Belastungen der vergangenen Monate wichtig für das seelische Gleichgewicht sei.

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"Notwendig ist aber die Einhaltung der Hygieneregeln auch im Urlaubsort." Auch Intensivmediziner Uwe Janssens (60) mahnte wegen der Virus-Variante zur Vorsicht: Man müsse sich im Sommerurlaub weiter "an die AHA + L-Regeln halten", sagte er dem Nachrichtensender n-tv.

14 Länder sind Virus-Variantengebiete

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt (61, l.), und RKI-Chef Lothar Wieler (60) raten wegen der gefährlichen Delta-Variante weiter zur Vorsicht.
Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt (61, l.), und RKI-Chef Lothar Wieler (60) raten wegen der gefährlichen Delta-Variante weiter zur Vorsicht.  © Montage: dpa/Wolfgang Kumm, dpa/Carsten Koall

Das Robert-Koch-Institut weist derzeit 14 Länder als Virus-Variantengebiete aus, darunter auch beliebte Urlaubsziele wie Großbritannien, Brasilien und Südafrika. Daneben gibt es auch weitere Regionen, in denen die Delta-Variante Probleme bereitet, zum Beispiel Lissabon oder Moskau.

Wegen der gefährlicheren Varianten spricht der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler (60), mittlerweile von einem Ziel von über 80 Prozent Geimpften und Genesenen (Stand Dienstag sind es in Deutschland rund 32 Prozent), um weitgehend auf Corona-Maßnahmen verzichten zu können.

Carsten Watzl (50), Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, geht davon aus, dass es keine Herdenimmunität geben wird, "solange es für Kinder unter 12 Jahren keinen zugelassenen Impfstoff und für alle unter 18 Jahren keine allgemeine Impf-Empfehlung gibt".

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Auch wenn es also mit den Impf-Fortschritten Licht am Ende des Tunnels gibt - bis Corona für die Urlaubsplanung keine Rolle mehr spielt, wird noch viel Zeit vergehen.

Titelfoto: Montage: imago images/Louis Christian, imago images/Design Pics

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