Delta-Variante schon im Juli vorherrschend? Immunologe schlägt Alarm!

Von Stefan Heinemeyer

Berlin - Der Immunologe Carsten Watzl rechnet damit, dass die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus noch im Juli die vorherrschende Mutante in Deutschland sein wird.

Experten empfehlen weiterhin die Impfung als wirksamste Maßnahme gegen das Coronavirus.
Experten empfehlen weiterhin die Impfung als wirksamste Maßnahme gegen das Coronavirus.  © Sven Hoppe/dpa

Aktuell dürften 30 Prozent der Neuinfektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen sein, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie am Montag im ZDF-Morgenmagazin.

Im Juli dürfte seiner Ansicht nach die 50-Prozent-Marke überschritten werden. Das Gute sei, dass sich dies auf sehr niedrigem Niveau abspiele.

Watzl riet aktuell nicht dazu, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfungen zu verkürzen. Derzeit gebe es noch nicht genügend Impfstoff. Er plädierte dafür, die empfohlenen Abstände beizubehalten und möglichst viele Erstimpfungen zu verabreichen.

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Wenn das derzeitige Tempo der Impfkampagne beibehalten werde, dürften im September auch sämtliche Zweitimpfungen verabreicht worden sein. Wenn mehr Impfstoff geliefert werde, gehe das auch schneller.

Der Immunologe geht davon aus, dass bei Älteren ab September besonders in Pflegeheimen Auffrischungsimpfungen anstehen. Viele Ältere seien sehr früh geimpft worden, auch wirke bei ihnen der Impfstoff nicht ganz so gut wie bei Jüngeren.

Die Delta-Mutation gilt als die derzeit potenziell gefährlichste Corona-Variante für den menschlichen Organismus.
Die Delta-Mutation gilt als die derzeit potenziell gefährlichste Corona-Variante für den menschlichen Organismus.  © Sebastien Decoret, Kateryna Kon/123RF

Auch Kinder sind von der Delta-Variante betroffen

Mit der Delta-Variante würden sich aber auch Kinder infizieren, wenn auch mit einem geringeren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Es werde im Herbst in Schulen und Betreuungseinrichtungen zu Ausbrüche kommen, erwartet Watzl. Dagegen komme man mit Impfungen oder Frischluftkonzepten an.

"Überlegen sie es sich, ob sie ihre Kinder nicht doch impfen lassen wollen", riet der Immunologe den Eltern.

Titelfoto: Sebastien Decoret, Kateryna Kon/123RF

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