Deutschland setzt Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich aus

Deutschland - Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aus.

Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aus.
Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aus.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Vorausgegangen waren Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Präparat, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mit.

Es handele sich um einen vorsorglichen Schritt, dem eine entsprechende Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorangegangen sei, sagte ein Sprecher.

"Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa, hält das PEI weitere Untersuchungen für notwendig", so der Sprecher.

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Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken.

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) wollte sich noch am Nachmittag äußern.

Weitere Länder setzten Astrazeneca-Impfungen aus

Eine Ärztin präpariert eine Spritze mit dem Impfstoff AstraZeneca. Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf eine aktuelle Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts.
Eine Ärztin präpariert eine Spritze mit dem Impfstoff AstraZeneca. Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf eine aktuelle Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts.  © Ronny Hartmann/dpa

Zuvor hatten auch die Niederlande Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca für zwei Wochen ausgesetzt (TAG24 berichtete).

Dies geschehe auf der Grundlage "neuer Informationen", hatte Gesundheitsminister Hugo de Jonge (43) am späten Sonntagabend mitgeteilt.

Zuletzt hatte die irische Impfkommission sich für einen vorübergehenden Stopp der Impfungen mit dem Präparat ausgesprochen, das der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat.

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Die EMA erklärte allerdings, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe. Der Nutzen der Verabreichung des Astrazeneca-Mittels sei größer als die Risiken.

Großbritannien hält weiter am Astrazeneca-Impfstoff fest

Auch Großbritannien nutzt den Astrazeneca-Impfstoff weiter.

"Wir prüfen die Berichte genau, aber angesichts der großen Anzahl verabreichter Dosen und der Häufigkeit, mit der Blutgerinnsel auf natürliche Weise auftreten können, deuten die verfügbaren Beweise nicht darauf hin, dass der Impfstoff die Ursache ist", sagte Phil Bryan von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) einer Mitteilung zufolge.

Astrazeneca weist Sorgen über die Sicherheit seines Impfstoffes zurück

Astrazeneca hatte nach einer Analyse von Impfdaten erneut Sorgen über die Sicherheit seines Corona-Impfstoffes zurückgewiesen.

Eine sorgfältige Analyse der Sicherheitsdaten von mehr als 17 Millionen Geimpften in der EU und Großbritannien habe keine Belege für ein höheres Risiko für Lungenembolien, tiefen Venenthrombosen und Thrombozytopenie geliefert, wie der Konzern am Sonntag in London mitteilte.

Damit bezieht sich das Unternehmen nun auf noch mehr Datensätze.

Am Freitag hatte Astrazeneca sich bereits ebenso geäußert und dabei auf 10 Millionen Datensätze verwiesen.

Titelfoto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

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