Was für eine Freude: Friseure, Barbiere und Fußpfleger haben wieder auf!

Dresden - Friseure, Barbiere und auch Fußpfleger dürfen seit Montag wieder Kunden bedienen. Die Freude ist groß, wenn auch nicht ungetrübt, nach elf Wochen Corona-Zwangspause endlich wieder arbeiten zu dürfen. Diese drei Dienstleister stehen stellvertretend für eine Branche, die ohne körpernahen Kontakt nicht arbeiten kann.

Friseur Holger Knievel (55) kann in seinem Salon wieder Kunden verschönern.
Friseur Holger Knievel (55) kann in seinem Salon wieder Kunden verschönern.  © Holm Helis

Seit 25 Jahren gehört der Salon von Figaro Holger Knievel (55) auf der Helgolandstraße zu den besten Adressen der Stadt.

"Ich bin froh, dass ich den Salon wieder öffnen darf", sagt Knievel.

Nicht nur Umsatzeinbußen haben die vergangenen Monate geprägt. "Von meinen ursprünglich neun Mitarbeitern hat einer gekündigt, und einer ist erkrankt."

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Sechs von einst 14 Salonplätzen mussten wegen der strengen Hygieneauflagen weichen.

"Um so viele Kunden wie möglich zu frisieren, haben wir deshalb die Öffnungszeiten auf 7 bis 22 Uhr ausgeweitet. Trotzdem sind wir in den nächsten drei Wochen komplett ausgebucht. Es hat sogar Beschimpfungen von verständnislosen Kunden gehagelt, die nicht sofort einen Termin bekommen konnten", sagt Knievel kopfschüttelnd.

Ein Luftfiltersystem gehört zum Hygienekonzept des Salons.
Ein Luftfiltersystem gehört zum Hygienekonzept des Salons.  © Holm Helis

Um keinen Arbeitsplatz einzubüßen verzichtet der Salon "Barbier Beirut" auf einen Warteraum

Ähnlich ausgebucht ist auch Barbier Adam Hassan (32). Erst vor zwei Jahren hatte er seinen Salon "Barbier Beirut" in der Neustädter Louisenstraße eröffnet.

"Damit wir keinen Arbeitsplatz einbüßen, haben wir keinen Warteraum mehr. Die Kunden werden von uns auf dem Fußweg abgeholt. So konnten wir die Stühle im Salon verteilen und Abstand halten", erklärt Jaqueline Hassan (33).

Das Ehepaar ist froh, dass ihm die Herren - mit und ohne Bart - treu geblieben sind. "Und keiner unserer sechs Mitarbeiter musste entlassen werden."

Im Studio "Jugendstil" liegen Thermometer für ängstliche Kunden bereit

Im Studio "Jugendstil" darf Mitarbeiterin Claudia wieder kosmetische Fußpflege anbieten.
Im Studio "Jugendstil" darf Mitarbeiterin Claudia wieder kosmetische Fußpflege anbieten.  © Holm Helis

"Der Anfang ist gemacht", freut sich auch Kosmetikerin Manuela Pommerening (43).

In ihrem Studio "Jugendstil" in der Tiergartenstraße darf sie wieder Fußpflege-Service anbieten - auch wenn das nicht einmal 30 Prozent ihres eigentlichen Angebots ausmacht.

"Mein Mann hat sich in der Zwangspause zum Tester qualifiziert. So können wir unsere wöchentlichen Coronatests selbst durchführen. Für ganz ängstliche Kunden halte ich ein Thermometer zum Temperatur-Messen bereit."

Manuela Pommerening blickt zuversichtlich in die Zukunft, sucht ab Mai sogar eine dritte Kosmetikerin.

Titelfoto: Holm Helis

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