Dieburger Skatepark aus Protest von Splitt befreit, aber der Stadt damit einen Gefallen getan

Dieburg - Nachdem die Stadt Dieburg einen Skatepark mit Rollsplitt unbenutzbar gemacht hatte, haben jetzt Unbekannte das Gelände vom Rollsplitt befreit.

Der Skatepark in Dieburg wurde von Unbekannten wider vom Rollsplit befreit.
Der Skatepark in Dieburg wurde von Unbekannten wider vom Rollsplit befreit.  © dpa/Keutz TV-News/Alexander Keutz

Die Stadt hatte die Sportanlage wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen zugeschüttet und damit bundesweite Reaktionen ausgelöst.

Der Stadt kommt die Aktion nicht ungelegen, wie Bürgermeister Frank Haus (46, parteilos) am Freitag der dpa sagte: Wegen sinkender Inzidenzen im Kreis Darmstadt-Dieburg muss die Kommune den Platz ohnehin wieder freigeben.

"Der Aufwand der Reinigung hat sich nun deutlich verringert", sagte Haus. "Die Kehrmaschine beseitigt verbliebene Reste, um eine gefahrlose Benutzung der Anlage sicher zu stellen." Man werde aber weiter die Einhaltung der Corona-Kontaktbeschränkungen kontrollieren.

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Die Kehraktion sei zwar nicht angemeldet gewesen, sagte Haus, die Stadt sei aber "aufgrund der deutlich gesunkenen Inzidenz und der damit einhergehenden Lockerungen ab dem kommenden Sonntag" bewusst nicht eingeschritten.

Man habe die Aktion lediglich von der Polizei "begleiten" lassen. Eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs werde nicht gestellt.

Stadt weiß nicht, wer für Reinigung verantwortlich war

Laut Bürgermeister solle es sich überwiegend um Personen gehandelt haben, die nicht aus Dieburg stammen. Das decke sich mit den Beschwerden in sozialen Medien und E-Mails, die nach dem Zuschütten des Parks die Stadt erreicht hatten: Sie waren laut Haus "beinahe ausschließlich anonym und aus dem gesamten Bundesgebiet".

Wie die Polizei mitteilte, verlief die Aktion störungsfrei. Auf wen der Aufruf ursprünglich zurückgehe, sei unbekannt.

Zwar habe es Hinweise auf Querdenker gegeben, "aber wir würden die Aktion in keinerlei Zusammenhang mit dieser Gruppe stellen" sagte eine Polizeisprecherin der dpa. "Den Menschen ging es darum, den Platz wieder freizuräumen."

Titelfoto: dpa/Keutz TV-News/Alexander Keutz

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