Diese Corona-Regeln gelten ab Montag in Schleswig-Holstein

Kiel - Schleswig-Holstein verschärft die Corona-Regeln. Im Überblick erfahrt Ihr, was ab Montag, 11. Januar 2021, gilt.

Die Abgeordneten des Landtags in Kiel debattieren über die neuen Corona-Regeln.
Die Abgeordneten des Landtags in Kiel debattieren über die neuen Corona-Regeln.  © Axel Heimken/dpa

Die Landesregierung beschloss am Freitag in Kiel eine Neufassung der Landesverordnung zur Corona-Bekämpfung. Das teilte Gesundheitsminister Heiner Garg (54, FDP) mit. Die neue Landesverordnung bedeutet eine Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse vom Dienstag.

Zusammenkünfte zu privaten Zwecken sind ab Montag nur noch mit Personen eines gemeinsamen Haushalts sowie einer weiteren Person zulässig - unabhängig vom Ort des Treffens. Ausnahmen sind möglich zur Sicherstellung der Betreuung von Kindern unter 14 Jahren oder von pflegebedürftigen Personen.

So können beispielsweise zwei Haushalte die Betreuung der jeweiligen Kinder gemeinsam sicherstellen, wie Garg erläuterte. "Wir wissen, wie schwer diese Zeit für Familien mit Kindern ist." Der Minister bat darum, dass möglichst nur stets die zwei selben Familien auf ihre Kinder aufpassen, sofern dies notwendig sei.

Kontaktbeschränkungen seien eines der schärfsten Schwerter im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, betonte Garg. Er appellierte eindringlich an die Schleswig-Holsteiner, in den drei nächsten Wochen möglichst auf jeden Kontakt zu verzichten, der nicht unbedingt notwendig ist.

Denn eine präzise Einschätzung der Entwicklung des Infektionsgeschehens sei derzeit außerordentlich schwierig.

Keine landesweiten Ausgangssperren geplant

Heiner Garg (54, FDP), Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein, erklärt die neuen Maßnahmen.
Heiner Garg (54, FDP), Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein, erklärt die neuen Maßnahmen.  © Christian Charisius/dpa

"Weiterhin registrieren wir auch in Schleswig-Holstein eine hohe Zahl an Infektionen." Mitte nächster Woche werde man erst einschätzen können, wie sich über Weihnachten und Neujahr das Infektionsgeschehen tatsächlich entwickelt habe.

Ausgangssperren wie in anderen Bundesländern sind als mögliche Maßnahmen bei hohen Infektionszahlen in Schleswig-Holstein "ausdrücklich nicht vorgesehen", sagte Garg. Dies wäre ein großer Eingriff in die Freiheitsrechte jedes Einzelnen.

Allerdings können Kreise und Kommunen gemäß eines modifizierten Erlasses die Bewegungsfreiheit auf 15 Kilometer um den Wohnort einschränken - falls es in einer Region mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gibt.

"Es gibt für diese Maßnahme aber keinen Automatismus", betonte Garg. Man werde im Einzelfall schauen, ob es ein isoliertes Ausbruchsgeschehen gibt oder das Virus breit in der Bevölkerung zirkuliert.

Bisher habe es in Schleswig-Holstein nur ein einziges Mal in Lübeck eine Inzidenz über 200 gegeben - und es sei gelungen, sie schnell zu reduzieren.

Das gilt in Pflegeheimen und für Reiserückkehrer

Für Besuche in Pflegeeinrichtungen gibt es eine Verschärfung: Weiterhin können zwei Besucher einen Heimbewohner besuchen, es müssen aber stets dieselben Personen sein und sie müssen registriert sein. Es kommt neu hinzu, dass Besucher einen maximal 24 Stunden alten negativen Corona-(Schnell-)Test vorlegen müssen. Testungen sollen auch in den Heimen angeboten werden.

Für Einreisende aus ausländischen Risikogebieten wurde die Quarantäneverordnung verschärft. So wurde wieder eine Testpflicht bei der Einreise eingeführt. Reiserückkehrer können sich - kostenpflichtig - an den bestehenden Teststationen der Kassenärztlichen Vereinigung im Land testen lassen. Der Test darf höchstens 48 Stunden vor der Einreise erfolgt sein. Sofern kein Test vor der Einreise vorgenommen wurde, ist es auch möglich, sich bei der Einreise testen zu lassen.

Weitere Regelungen: Betriebskantinen dürfen nur dann geöffnet bleiben, wenn dies für die Aufrechterhaltung der betrieblichen Abläufe erforderlich ist, beispielsweise in Kliniken. Und Bibliotheken können unter bestimmten Bedingungen bestellte Medien ausgeben beziehungsweise ausgeliehene zurücknehmen (Click und Collect).

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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