Diskriminierung wegen fehlendem Verständnis: Nicht alle Menschen können Schutzmaske tragen

Mannheim - Die Beratungsstellen gegen Diskriminierung im Südwesten rufen zu mehr Verständnis für Menschen auf, die aus medizinischen oder sonstigen zwingenden Gründen keine Corona-Schutzmaske tragen können.

Die hörbehinderte Stefanie Schmidt trägt eine Warn-Weste mit der Aufschrift "taub" sowie "Bitte Blickkontakt". Im Vordergrund steht ihr Freund Pascal Kleimeyer. Mund-Nasen-Masken machen ihr aktuell das Lippenlesen unmöglich.
Die hörbehinderte Stefanie Schmidt trägt eine Warn-Weste mit der Aufschrift "taub" sowie "Bitte Blickkontakt". Im Vordergrund steht ihr Freund Pascal Kleimeyer. Mund-Nasen-Masken machen ihr aktuell das Lippenlesen unmöglich.  © Friso Gentsch/dpa

In vielen Geschäften, Arztpraxen oder im Nahverkehr werde ihnen derzeit trotz ärztlicher Attests der Zutritt verweigert, kritisierte der Verbund am Freitag in Mannheim. 

Die Betroffenen würden von Mitarbeitern oder Kunden beleidigt und bloßgestellt, obwohl die Corona-Verordnung des Landes Ausnahmefälle vorsehe.

So sind etwa Asthmakranke, Behinderte und Begleitpersonen von Gehörlosen, die auf das Lippenlesen angewiesen sind, von der Maskenpflicht befreit. 

Diese Menschen müssten ungehindert am öffentlichen Leben teilhaben können, verlangen die Beratungsstellen. 

Laden- und Lokalinhaber, Ärzte, Busfahrer und alle am öffentlichen Leben Beteiligte müssten Mitarbeiter und Kunden über die Ausnahmeregelungen informieren und auf Aushängen klarstellen, welche Gruppen von der Maskenpflicht entbunden sind.

Anfang Mai wurde beispielsweise der Fall von Kristina E. aus Dresden bekannt, die bei einem Einkauf im Baumarkt so schwer gedemütigt wurde wie noch nie, da ihre schwerbehinderte Tochter Bettina keinen Mundschutz tragen kann (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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