Dresdner Forscher wollen Ventile für Beatmungsgeräte drucken

Dresden - Auch 3D-Drucker können helfen, Leben zu retten. Der Forschungsverbund "Dresden-concept" bietet jetzt an, Teile für Beatmungsgeräte zu produzieren.

Erste Tests liefen bereits: So sieht ein Atemgeräts-Ventil aus dem 3D-Drucker aus.
Erste Tests liefen bereits: So sieht ein Atemgeräts-Ventil aus dem 3D-Drucker aus.  © Zentrum für Translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung/ Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus

"Die Drucker, die sonst für additive Fertigungsverfahren von Bauteilen für Experimente genutzt werden, befinden sich wegen der Home-Office-Regelungen der Forschungsinstitute im Stand-by und könnten bei der Produktion von für die medizinische Versorgung von Corona-Kranken benötigten Teilen aushelfen", teilt die TU Dresden mit. 

So könnten etwa Ventile für Beatmungsgeräte hergestellt werden. Auch die Produktion von Atemschutzmasken oder Gesichtsschutz aus transparenter Folie sei möglich.

Man warte jetzt auf entsprechende Anfragen. 

Der Verbund besteht aus 32 Partnern aus Wissenschaft und Kultur, darunter Fraunhofer-Institut, Helmholtz-Zentrum und Dresdner Uniklinikum. 

Märchenmann Werker hilft Apotheken und Arztpraxen

Firmenchef Thomas Werker (42) zeigt einen fertigen Schutzaufsteller, der vor Tröpfchenübertragung schützen soll.
Firmenchef Thomas Werker (42) zeigt einen fertigen Schutzaufsteller, der vor Tröpfchenübertragung schützen soll.  © Norbert Neumann

Aus seiner Werkstatt stammen die beliebten Märchenfiguren, die alljährlich auf dem Striezelmarkt aufgestellt werden. 

Doch jetzt produziert Thomas Werker (42) in seiner Dresdner Firma Werker Werbung (10 Mitarbeiter) ganz praktische Dinge: Schutz-Scheiben für Arztpraxen, Apotheken, Service-Schalter.

"Es sind flexible Lösungen aus Acrylglas mit und ohne Durchreiche, die die Tröpfchenübertragung verhindern sollen", so Werker. 

"Ich will an der Notlage nichts verdienen, nur kostendeckend arbeiten." Deshalb kosten die Schutzaufsteller zwischen 90 und 170 Euro.

30 Stück hat er schon ausgeliefert. "Ich kann mich vor Anträgen nicht retten. Das Problem ist die Materialbeschaffung." 

Werker schneidet die Acrylplatten individuell per Laser zu und verklebt sie passgenau. "Ich liefere binnen 24 Stunden."

Statt Bettwäsche wird Mundschutz produziert

Im Großschönauer Textilbetrieb Damino werden seit drei Wochen waschbare Atemschutzmasken hergestellt. Eigentlich wird in der Firma von Dirk Ladenberger (l.) Bett- und Tischwäsche genäht. 
Im Großschönauer Textilbetrieb Damino werden seit drei Wochen waschbare Atemschutzmasken hergestellt. Eigentlich wird in der Firma von Dirk Ladenberger (l.) Bett- und Tischwäsche genäht.  © xcitepress

Das Textil-Unternehmen "Damino" (140 Mitarbeiter) in Großschönau (bei Zittau) ist für seine Bett- und Tischwäsche aus feinstem Damast bekannt. 

Doch nun sollen die Stoffe, die auf den über hundert Webmaschinen entstehen, Leben retten. 

Das Werk hat seine Produktion auf Atemschutzmasken aus Baumwolle umgestellt. 

"Seit drei Wochen nähen unsere Näherinnen mehrfach verwendbare Schutzmasken", sagt Geschäftsführer Dirk Ladenberger. Tagesproduktion: 5 000 bis 10. 000 Stück. 

Wegen der enormen Nachfrage soll die Produktion in Großschönau als auch am tschechischen Standort ausgebaut werden. 

Die Masken-Produktion kann den Umsatzeinbruch im Stammgeschäft nicht abfedern - alle Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. 

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Titelfoto: Zentrum für Translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung/ Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus

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