Virologe Drosten macht Vorschlag, wie Schulöffnung gelingt

Deutschland - Am Mittwoch wird über die Verlängerung des Lockdowns in Deutschland entschieden. Bei den Beratungen wird auch die Öffnung der Schulen und Kitas eine wichtige Rolle spielen. Virologe Christian Drosten (48) warnt generell vor zu frühen Lockerungen.

Virologe Christian Drosten (48, rechts) ist skeptisch, ob eine vorzeitige Öffnung von Schulen nicht das Infektionsgeschehen befeuert.
Virologe Christian Drosten (48, rechts) ist skeptisch, ob eine vorzeitige Öffnung von Schulen nicht das Infektionsgeschehen befeuert.  © Montage: Arne Dedert/dpa / Michael Kappeler/dpa

Zwar gingen die Infektionszahlen zurück, doch nur "quälend langsam", schätzte der Charité-Experte laut Rheinischer Post im Rahmen einer Vorlesung das Pandemie-Geschehen ein.

Bis Juni seien immer noch nicht genug Menschen in Deutschland geimpft, schätzt Drosten ein, weshalb es bis in die Sommermonate immer wieder neue Abwägungen und politische Spitzentreffen geben müsse.

Eine frühzeitige Öffnung von Schulen könnte das Infektionsgeschehen beschleunigen, meint Drosten. Dies sei aus den Zahlen rund um den Jahreswechsel ersichtlich.

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Allerdings macht der 48-Jährige auch einen Vorschlag, wie eine Schulöffnung funktionieren könnte.

Sei ein Schüler infiziert, müsse die gesamte Klasse in eine fünftägige Quarantäne geschickt werden. Danach dürfen nur Schüler zurückkehren, die einen negativen Corona-Test vorweisen. Kinder mit positivem Ergebnis würden weiter daheim bleiben müssen.

Am Dienstag war das Bundesland Sachsen vorgeprescht und hatte verkündet, Grundschulen und Kitas ab 15. Februar wieder öffnen zu wollen.

Drosten schätzte außerdem ein, dass nach Ostern, wenn die über 80-Jährigen geimpft seien, der gesellschaftliche Druck in Sachen Öffnungen zunehme. Doch dies sei gefährlich, weil eine drohende Infektionswelle bei circa 10 Prozent der 40- bis 60-Jährigen schwere Verläufe verursachen könnte und zahlreiche Todesfälle, falls die Impfungen nicht rasch voranschreiten.

Titelfoto: Montage: Arne Dedert/dpa / Michael Kappeler/dpa

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