"Du wirst sterben": Kinder von Impfgegnern mobben kleines Mädchen nach Corona-Piks

Kanton Thurgau - So viel Gehässigkeit wegen eines kleinen Piks!

Sind gegen das Coronavirus geimpfte Kinder die neuen Opfer der Impfgegner?
Sind gegen das Coronavirus geimpfte Kinder die neuen Opfer der Impfgegner?  © 123rf.com/spukkato

In der Schweiz ist das Vakzin von BioNTech/Pfizer seit Dezember vergangenen Jahres auch für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen. Das Angebot einer Impfung zum Schutz vor dem Coronavirus wird bereits von vielen Eltern angenommen.

Für Impfskeptiker wurden damit allerdings offenbar auch Kinder zu Opfern ihrer Theorien über Covid-19 und ihrer Weltanschauung im Allgemeinen.

Auf besonders abscheuliche Weise erlebte das ein kleines Mädchen (7) aus dem Kanton Thurgau im Nordosten des Landes.

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Wie das Schweizer Nachrichtenportal Nau berichtet, führte der Hass der Impfgegner zu Mobbing gegen das Kind. Der Vater der Siebenjährigen erzählte, dass seine Tochter nach der Impfung von den Kindern der Impfgegner gemobbt und ausgeschlossen wurde.

"Sie darf nicht mehr mit ihrer besten Freundin spielen", sagte ihr Vater. Der Grund: Die Eltern der Spielkameradin hätten Angst vorm sogenannten "Impfstoff-Shedding".

Die Theorie der Impfgegner: Geimpfte können das Spike-Protein des Coronavirus' auf Ungeimpfte übertragen. Zum Beispiel durch Hautkontakt, beim Husten oder Atmen. Und das mache dann angeblich die Ungeimpften krank. Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist diese Behauptung falsch!

Siebenjährige reagiert cool

In der Schweiz - und auch in Deutschland - haben Ende vergangenen Jahres die U12-Impfungen angefangen.
In der Schweiz - und auch in Deutschland - haben Ende vergangenen Jahres die U12-Impfungen angefangen.  © Robert Michael/dpa

Der Vater wunderte sich, dass die Tochter der Nachbarn sonntags nicht mehr zu ihnen kam. Bis er schließlich nachfragte, ob irgendetwas vorgefallen sei. Als Antwort erhielt er, dass es wegen der Impfung sei. "Mein Nachbar ist leider vollkommen in diese Verschwörungstheorien abgeglitten", sagte er. Da ahnte er noch nicht, was am nächsten Tag passieren würde...

Auf dem Schulweg wurde seine Tochter von mehreren Kindern von Impfgegnern belästigt und eingeschüchtert. "Sie sagten zu ihr: 'Du bist geimpft, du wirst sterben'", sagte der Mann weiter.

Doch seine Kleine sei ein taffes Mädchen und antwortete: "Nein, ich bin jetzt geschützt." Die Eltern hätten ihr erklärt, was nach einer Corona-Impfung im Körper passiert und sie mitentscheiden lassen, ob sie geimpft wird.

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Die Corona-Impfung war inzwischen auch Thema in der Schule und wurde ausführlich besprochen. Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler seien danach deutlich positiver ausgefallen.

Aber: Der Fall der Siebenjährigen scheint kein Einzelfall zu sein. Andere Eltern berichteten, sie wollen lieber nicht erwähnen, wenn sie und ihr Nachwuchs geimpft sind.

Titelfoto: 123rf.com/spukkato

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