Coronavirus: Inzwischen 129 Infizierte in NRW

Köln/Düsseldorf/Heinsberg/NRW - Nordrhein-Westfalen will mit einer Großbestellung dafür sorgen, dass es Ärzten und Pflegern bei der Behandlung möglicher Coronavirus-Infizierter nicht an Schutzbekleidung fehlt.

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen erklärte am Mittwoch das weitere Vorgehen.
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen erklärte am Mittwoch das weitere Vorgehen.

"Wir werden heute die Kaufverträge unterschreiben, dass das Land Nordrhein-Westfalen eine Million Masken kauft", kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf an. 

Es habe ihn "sehr geärgert", dass sich das medizinische Personal Sorgen wegen fehlender Schutzausrüstung gemacht habe. Diese Sorge sei mit der Großbestellung vom Tisch.

In der Zwischenzeit werde das Land dem besonders betroffenen Kreis Heinsberg mit Material helfen. 

"Wir haben über 7000 Atemschutzmasken, knapp 3000 Schutzanzüge, 2000 Testsets organisiert und in den Kreis Heinsberg geschickt", sagte Laumann.

Ärzte aus dem Kreis Heinsberg hatten in einem schriftlichen Hilferuf am Dienstag kritisiert, die Versorgung der niedergelassenen Ärzte mit Schutzmasken sei katastrophal.

Update, 15.38 Uhr: Infizierte in Heinsberg

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen, gibt nach den ersten Coronavirus-Fällen ein Pressestatement ab.
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen, gibt nach den ersten Coronavirus-Fällen ein Pressestatement ab.  © Fabian Strauch/dpa

Im besonders vom neuartigen Coronavius betroffenen Kreis Heinsberg sind inzwischen 104 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Sieben Patienten würden stationär im Krankenhaus behandelt, sagte Landrat Stephan Pusch am Mittwoch. 

In zwei Fällen sprächen die Ärzte von einem ernsten Verlauf - darunter ist der Fall des 47-Jährigen, der als Erstinfizierter aus NRW gilt. 

Die meisten der 104 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten seien allerdings schon längst wieder symptomfrei und gelten als geheilt, sagte Pusch.

Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch rechnet mit einer deutlichen Entspannung der Gesundheitsversorgung in den nächsten Tagen. 

Der vom Coronavirus besondes betroffene Kreis habe jetzt eine mobile Notarztpraxis und ein zweites Untersuchungszentrum. 

Das werde die Lage in den nächsten Tagen entspannen, sagte er am Mittwoch. Die Lage sei nicht mehr so bedrohlich wie noch vor knapp zwei Tagen. 

Da hatten die Ärzte in einem schriftlichen Hilferuf eine dramatische Situation in der ärztlichen Versorgung beschrieben und vor einer Eskalation der Lage gewarnt.

Bundesliga: Gladbach-Spiel gegen Dortmund soll stattfinden

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen, gibt nach den ersten Coronavirus-Fällen ein Pressestatement ab.
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen, gibt nach den ersten Coronavirus-Fällen ein Pressestatement ab.  © Fabian Strauch/dpa

Das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund am Samstag soll nicht abgesagt werden. 

Das Gesundheitsamt der Stadt Mönchengladbach sehe keinen Grund für eine solche Entscheidung, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Mittwoch in Düsseldorf. 

Alle Fußballfans, die im vom Coronavirus besonders betroffenen Kreis Heinsberg wohnen, sollen vom Verein aber das Angebot erhalten, ihre bereits gekaufte Karte für das Spiel zurückzugeben und stattdessen kostenlos ein anderes Spiel der Borussia zu besuchen.

Wichtige News zum Corona-Virus findest Du hier. Auch das Bundesgesundheitsministerium informiert Bürger über das Virus.

Coronavirus in NRW: Die Lage am Mittwoch

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Nordrhein-Westfalen ist nach Laumanns Angaben inzwischen deutlich gestiegen, nämlich von 101 am Vortag auf 129 Fälle am Mittwoch. Davon seien 87 Infektionen im Kreis Heinsberg festgestellt worden. Bei insgesamt vier Patienten gebe es schwere Krankheitsverläufe.

Unterdessen nahm in Düsseldorf ein Diagnostikzentrum unter der Regie niedergelassener Ärzte seine Arbeit auf. Termine für einen Coronatest werden nach Angaben der Stadt Düsseldorf ausschließlich über ein Infotelefon vergeben.

Nach einem Coronavirus-Nachweis an einem Kölner Gymnasium fiel vorerst nur am Mittwoch der Unterricht aus. Ob der Unterricht am Donnerstagmorgen wieder läuft, sollte noch im Laufe des Tages geklärt werden, wie die Stadt Köln mitteilte. Zunächst sollten die Kontaktpersonen des Infizierten ermittelt und möglicherweise weitere Maßnahmen eingeleitet werden.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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