Kein Alkohol, kein Umzug! Erster Verein sagt Düsseldorfer Karneval ab

Düsseldorf – Die Düsseldorfer Karnevalisten wollen auch in der Corona-Krise mit dem Hoppeditz-Erwachen in die Karnevalssession starten – allerdings alkoholfrei und ohne Umzug am 11. November. 

Wegen der Corona-Pandemie wird heftig über ein mögliches Aussetzen der Karnevalsfestivitäten diskutiert. Düsseldorf plant einen Karnevalsauftakt ohne Alkohol und Umzug.
Wegen der Corona-Pandemie wird heftig über ein mögliches Aussetzen der Karnevalsfestivitäten diskutiert. Düsseldorf plant einen Karnevalsauftakt ohne Alkohol und Umzug.  © Fabian Strauch/dpa

Das stellte das Comitee Düsseldorfer Carneval e.V. am Mittwochabend nach einer Vorstandssitzung klar.

Das Hoppeditz-Erwachen auf dem Rathausplatz markiere seit fast 150 Jahren in Düsseldorf den Beginn der fünften Jahreszeit.

"An dieser Tradition werden wir auch in Zeiten der Corona-Krise festhalten", sagte der Präsident des Vereins Michael Laumen.

Die Veranstaltung werde aber komplett ohne Alkoholausschank stattfinden. Die Kürung des Prinzenpaars hingegen werde vom November auf den Januar verschoben.

Kritik übten die Narren an der Landesregierung: Es brauche klare Vorgaben für die Durchführung der geplanten Veranstaltungen, insbesondere für den Rosenmontagszug.

"Meinungsäußerungen einzelner Politiker zum Thema Karneval helfen uns nicht weiter", sagte Präsident Laumen.

Zahlreiche Politiker, darunter Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, aber auch der Vize-Ministerpräsident von NRW, Joachim Stamp, hatten sich für eine Absage des Karnevals ausgesprochen.

Auch die Kölner Karnevalisten planen angesichts der Corona-Auflagen für Großveranstaltungen einen alternativen Start in die Session mit deutlich weniger Besuchern.

Update, 18 Uhr: Erster Verein sagt Session-Teilnahme ab

Die Karnevalsgesellschaft (KG) Regenbogen teilte am Donnerstag mit, dass eine "reibungslose und für alle Beteiligten zufriedenstellende und ohne gesundheitliche Risiken verbundene Session" nicht durchzuführen sei.

Der Verein wolle sich daher von allen Veranstaltungen und Auftritten zurückziehen und auch nicht an einem möglichen Rosenmontagszug 2021 teilnehmen, hieß es. 

"Bis sich Normalität wieder einstellt, müssen wir uns alle weiterhin in Geduld üben. Wir hoffen das Beste und sind uns sicher, dass wir diese Zeit gemeinsam überstehen werden und bald wieder ausgiebig, unbeschwert und ohne gesundheitliches Risiko Karneval feiern", verkündete der Verein.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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