Krösche kontert Leonhardt: Fußball-Lockdown "nicht der richtige Ansatz"

Frankfurt am Main/Aue - Der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt hält überhaupt nichts von der Forderung des Zweitligisten Erzgebirge Aue nach einer freiwilligen Unterbrechung des Spielbetriebs wegen der neuerlichen Corona-Auflagen bei der Auslastung in Stadien.

Helge Leonhardt (63), Präsident des FC Erzgebirge Aue, forderte einen selbst verhängten Lockdown für alle Klubs der 1. und 2. Bundesliga.
Helge Leonhardt (63), Präsident des FC Erzgebirge Aue, forderte einen selbst verhängten Lockdown für alle Klubs der 1. und 2. Bundesliga.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Das halte ich nicht für den richtigen Ansatz", sagte Markus Krösche (41) dem "Kicker" (Donnerstag). "Wir alle sind Wirtschaftsunternehmen, die laufende Kosten haben und Gehälter bezahlen müssen.

Deshalb müssen wir unseren Betrieb aufrechterhalten. Wenn wir den Spielbetrieb einstellen, fehlt uns ein beträchtlicher Teil unserer wirtschaftlichen Grundlage", sagte Krösche.

Schon die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte die Forderung von Aue-Präsident Helge Leonhardt (63) zurückgewiesen. Die DFL verwies in einer Stellungnahme am Mittwoch auf die "abgestimmte Linie aller 36 Clubs", in der Corona-Pandemie immer auf Basis der staatlichen Vorgaben zu agieren.

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"Ein selbst verhängter, flächendeckender Lockdown im Sinne einer Saison-Unterbrechung ist daher kein Thema." Aue-Präsident Leonhardt hatte einen Fußball-Lockdown angesichts der steigenden Inzidenzwerte bis Ende Dezember gefordert.

"Die nächsten vier Wochen werden extrem schwierig für unser Land und stellen uns vor eine Zerreißprobe. Dort wird kluges und geordnetes Handeln gefragt sein, ohne chaotische Aktionen", sagte der 63-Jährige der "Bild" (Mittwoch).

Auch Deutsche Fußball Liga widerspricht den Forderungen von Aue-Präsident Helge Leonhardt

Eintracht Frankfurts neuer Sportvorstand Markus Krösche (41) hält von Leonhardts Vorschlag nur wenig.
Eintracht Frankfurts neuer Sportvorstand Markus Krösche (41) hält von Leonhardts Vorschlag nur wenig.  © DPA/Arne Dedert

So lag die Inzidenz im Erzgebirgskreis am Dienstag bei 1346,4. Leonhardt riet deshalb, Sorgfalt vor Gier walten zu lassen.

"Wir müssen einfach den Schutz der Menschen in den Vordergrund stellen, Vorbilder sein", hatte der Unternehmer am Dienstagabend im Gespräch mit "Sport im Osten" gesagt, "diesen Appell sende ich auch an die DFL, egal, ob er dort gehört wird oder nicht."

Angesichts der steigenden Corona-Infektionsfälle in den Mannschaften sieht Leonhardt eine Wettbewerbsverzerrung, da Spieler für die Partien ausfallen. Zudem wird in den Bundesländern die Zulassung von Zuschauern unterschiedlich gehandhabt. In Sachsen werden in den höchsten drei Ligen keine Besucher mehr zugelassen.

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"Es kann nicht das Ziel sein, die erste Saisonhälfte um jeden Preis bis Weihnachten durchzupeitschen", sagte Leonhardt.

Titelfoto: Montage: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa, DPA/Arne Dedert

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