Emotionaler Brief: Pirnas Gastronomen und Händler haben ein wichtiges Anliegen

Pirna - Wegen Anti-Corona-Demos sorgt Pirna derzeit für bundesweite Schlagzeilen. Über 70 Gastronomen und Einzelhändler haben jetzt die Schnauze voll.

Eine Kellnerin mit Mundschutz bewirtet die Gäste vor der Gaststätte Ratsherrenstuben in Pirna.
Eine Kellnerin mit Mundschutz bewirtet die Gäste vor der Gaststätte Ratsherrenstuben in Pirna.  © Daniel Förster

In einem Brief an jene "Corona-Spaziergänger" fordern sie diese eindringlich auf, sich "zum Wohle unserer Stadt" von den Gewaltbereiten zu distanzieren. Zuletzt wurden dort Polizisten von Hooligans angegriffen (Tag24 berichtete).

Diesen gehe es mitnichten um das Ausüben ihrer demokratischen Rechte. Stattdessen bedrohten und beschimpften sie Polizisten. Dies alles schade der gerade erst wiedereröffneten Gastronomie massiv.

"Und diese gewaltbereite Gruppe wird jeden Tag größer." Wer fühle sich da noch wohl und wolle sich vor allem an Demo-Tagen noch in die Kneipe setzen, so Marcus Galle (35) , Wirt vom "Canaletto".

Daher habe er die Initiative ergriffen, andere Wirte, Händler und Unternehmer angesprochen: "Über 70 stehen hinter dem Aufruf." Auch der Oberbürgermeister.

"Wir brauchen und wollen die Touristen - nicht nur aus anderen Bundesländern, sondern beispielsweise auch die Tagesausflügler aus Dresden, Meißen und anderen nahen Regionen, die gern und ohne Angst auch an einem Mittwoch oder Sonntag nach Pirna kommen."

Innenminister Roland Wöller verurteilt Angriff auf Polizisten in Pirna

Gastwirt Marcus Galle (35), Inhaber des Café Canaletto in Pirna.
Gastwirt Marcus Galle (35), Inhaber des Café Canaletto in Pirna.  © Daniel Förster
Ein Kellner mit Mundschutz bewirtet die Gäste vor dem italienischen Restaurant La Dolce Vita.
Ein Kellner mit Mundschutz bewirtet die Gäste vor dem italienischen Restaurant La Dolce Vita.  © Daniel Förster
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Der offene Brief der Gastronomen, Händler und Unternehmer aus Pirna.
Der offene Brief der Gastronomen, Händler und Unternehmer aus Pirna.  © Offener Brief Pirna

Die jüngsten Ereignisse schadeten massiv dem Image der Stadt und dem Tourismus - "und sie schaden uns als Unternehmer noch mehr als das Virus selbst", heißt es im Brief. 

Darin die Bitte an die "Spaziergänger": "Gehen Sie lieber in die zahlreichen Geschäfte und in die vielfältige Gastronomie, welche Pirna zu bieten hat. Damit helfen Sie jedem von uns so viel mehr. Machen Sie dies nicht kaputt, in dem Sie gemeinsam mit Gewaltbereiten durch unserer Gassen ziehen."

Auch Innenminister Roland Wöller (49, CDU) hatte den Angriff auf Polizisten in Pirna am Rande einer Kundgebung gegen Corona-Auflagen verurteilt. Dort würden Verfassungsfeinde, Rechtsextreme und Hooligans gezielt aggressiv Stimmung gegen die Polizei machen, so Wöller.

Als Beamte vergangenen Mittwoch versuchten, den Aufzug zu stoppen, wurden sie laut Polizei sie "von einer größeren, geschlossenen Gruppe von 30 gewaltbereiten Hooligans" angegriffen. Ein Beamter war dabei leicht verletzt worden.​

Titelfoto: Daniel Förster

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