Epidemiologe: Corona-Verordnung ließ Fallzahlen in Sachsen schneller sinken

Leipzig/Dresden - Die stark gesunkene Corona-Inzidenz in Sachsen ist nach Einschätzung eines Epidemiologen auch auf die strengen Corona-Regeln zurückzuführen.

Laut Markus Scholz, Epidemiologe von der Universität Leipzig, ließ die Corona-Verordnung die Fallzahlen in Sachsen schneller sinken.
Laut Markus Scholz, Epidemiologe von der Universität Leipzig, ließ die Corona-Verordnung die Fallzahlen in Sachsen schneller sinken.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir haben durch die Maßnahmen eine Kontaktreduzierung von 50 Prozent erreicht", sagte Markus Scholz von der Universität Leipzig am Mittwoch. Bei Kindern und Jugendlichen seien die Kontakte nicht gesunken, was auf die geöffneten Schulen und Kitas zurückzuführen sei.

Die Maßnahmen hätten bewirkt, dass die Welle an Infektionen mit der Delta-Variante früher abgeflacht sei.

"Wir hatten auch unabhängig von den Maßnahmen erwartet, dass die Welle abknickt, weil es schon eine gewisse Durchseuchung mit Delta in der Bevölkerung gibt."

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Auffällig sei, dass sich Leipzig von der Kommune mit den geringsten Fallzahlen im Freistaat zum Spitzenplatz entwickelt habe. "Hier ist Omikron möglicherweise schon stärker verbreitet, als das in den anderen Regionen der Fall ist", sagte Scholz.

Für ganz Sachsen erwarte er bald eine Trendwende und erneut steigende Fallzahlen, weil sich Omikron ausbreite. "Es wird wieder Rekordzahlen geben", sagte Scholz.

Sorge mache ihm, dass Sachsen wie auch die anderen östlichen Bundesländer schlecht vorbereitet sei, weil hier die Impfquote unter Kindern und Jugendlichen im bundesweiten Vergleich besonders niedrig sei.

Petra Köpping: "Ich glaube, dass es die Ruhe vor dem Sturm ist"

Auch Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) führte die gesunkenen Fallzahlen in einer Kabinettspressekonferenz am Mittwoch auf die Corona-Regeln zurück.

"Es waren harte Maßnahmen, das waren harte Einschnitte." Sachsen habe bundesweit die höchste Inzidenz gehabt und inzwischen den niedrigsten Wert. "Trotzdem glaube ich, dass es die Ruhe vor dem Sturm ist", sagte Köpping mit Blick auf die Omikron-Welle.

Die Modellierung lasse erkennen, das spätestens Ende übernächster Woche mit einem Anstieg zu rechnen sei. Ob der so hoch wie in anderen Bundesländern werde, könne aber keiner vorhersagen. Deshalb gelte es weiter, Vorsicht walten zu lassen.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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