Epidemiologe gibt düstere Vorhersage ab: Corona-Lage wird sich weiter zuspitzen

Rostock – Die Corona-Lage wird sich nach Einschätzung des Rostocker Epidemiologen Emil Reisinger (63) in den kommenden Wochen noch weiter zuspitzen.

Epidemiologe Emil Reisinger (63) hat eine düstere Vorahnung.
Epidemiologe Emil Reisinger (63) hat eine düstere Vorahnung.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Dies hänge mit der um sich greifenden Corona-Variante Omikron und den anstehenden Weihnachtsfeiertagen zusammen, sagte Reisinger am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Untersuchungen in der Uniklinik ging er davon aus, dass sich alleine im Raum Rostock aktuell 20 bis 25 Menschen mit dieser Variante angesteckt haben.

In der vergangenen Woche seien an der Universitätsmedizin Rostock 5000 Proben aus dem Raum Rostock untersucht worden, davon seien 720 coronapositiv gewesen.

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Von diesen positiven Proben wiederum seien 120 auf Omikron getestet worden, mit dem Ergebnis, dass in fünf Fällen diese Variante nachgewiesen wurde.

Omikron werde immer häufiger diagnostiziert, "mit stark steigender Tendenz", sagte er mit Blick auf die Entwicklung in anderen europäischen Ländern.

Epidemiologe Emil Reisinger sagt voraus: Lage in Kliniken wird sich verschärfen

Auch die vermehrten Kontakte über die Weihnachtsfeiertage und am Jahresende würden zu einem neuerlichen Schub führen. "Die Leute wollen ihre Verwandten besuchen."

Reisinger forderte die Menschen auf, ihre Kontakte deutlich zu verringern. "Wenn ich keine Kontakte habe, kann ich mich nicht infizieren."

Angesichts der 100-prozentigen Auslastung der Intensivbetten sei eine Verschärfung der Lage in den Kliniken zu erwarten.

Vier Wochen nach einer Infektion würde ein Teil der Betroffenen in die Krankenhäuser und die Intensivstationen kommen. Dann seien aber viele der Patienten, die heute behandelt werden, immer noch in den Kliniken.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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