Epidemiologe hält Kontaktbeschränkung über Ostern für zu kurz

Halle (Saale) - Epidemiologe Rafael Mikolajczyk vom Uniklinikum Halle (Saale) hält die beschlossenen Kontaktbeschränkungen über Ostern für unzureichend.

Der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk glaubt nicht, dass die Kontaktbeschränkungen an Ostern eine Wirkung auf das Infektionsgeschehen haben werden. (Archivbild)
Der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk glaubt nicht, dass die Kontaktbeschränkungen an Ostern eine Wirkung auf das Infektionsgeschehen haben werden. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

"Fünf Tage sind zu kurz, um Infektionsgeschehen nachhaltig zu beeinflussen", erklärte er am Dienstag. Aber wenn an den Tagen zum Beispiel ein Drittel der sonst stattfindenden Infektionen vermieden werde, habe das zumindest kurzfristig eine Wirkung, sagte er.

Bund und Länder hatten sich in der Nacht darauf geeinigt, dass von Gründonnerstag bis Ostermontag das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden soll, um die dritte Welle der Corona-Pandemie zu brechen.

"Ich finde es wichtig, dass die Einsicht sich durchgesetzt hat, dass die Pandemie weiterhin eine hohe Gefahr bedeutet - und auch trotz angelaufener Impfung eine Überlastung des Gesundheitswesens kurzfristig passieren kann", erklärte Mikolajczyk.

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"Man muss zugleich sagen, dass die Kontrollmaßnahmen vor März nicht ausreichend waren, um die Verbreitung der britischen Virusvariante einzudämmen."

Verschärfte Maßnahmen dürften nun nicht zu lange verzögert werden, sonst müssten die Einschränkungen zwingend verlängert werden.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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