Epidemiologe über Impfungen bei Kindern: Wichtig, um Schulschließungen zu verhindern

Schwerin - Nach Einschätzung des Rostocker Epidemiologen Emil Reisinger (63) werden die anstehenden Corona-Impfungen von Kindern einen Beitrag gegen die Schließung von Schulen leisten.

Emil Reisinger (63) befürwortet die Impfung von Kindern. (Archivbild)
Emil Reisinger (63) befürwortet die Impfung von Kindern. (Archivbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Er schätze diesen Effekt durch die Impfung von Fünf- bis Elfjährigen größer ein als die Abschwächung des Pandemiegeschehens, sagte Reisinger der Deutschen Presse-Agentur. Aber auch die Pandemie werde man etwas bremsen, da es auch in dieser Altersgruppe hohe Inzidenzen gebe.

Zunächst erwartet Reisinger vor allem Impfungen bei Kindern mit Grunderkrankungen. Damit gehe es erst einmal um den individuellen Schutz dieser Kinder, "weil wir wissen, dass Kinder mit chronischen Erkrankungen ja doch ein höheres Risiko haben, infiziert zu werden und dann auch krank zu werden". Er könne sich vorstellen, dass sich deren Eltern freuen. "Denn die sind ja besorgt um ihre Kinder."

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte in der vergangenen Woche nach längerer Prüfung eine Empfehlung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren mit Vorerkrankungen ausgesprochen.

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Doch auch andere Kinder können aus Sicht der Experten auf Wunsch der Eltern und nach Beratung geimpft werden. Der Impfstoff ist laut Reisinger niedriger dosiert als Impfstoff für höhere Altersgruppen.

Corona-Impfung für Kinder: So ist die Lage in Mecklenburg-Vorpommern

Etwa 80.000 Kinder können in Mecklenburg-Vorpommern gegen Corona geimpft werden. (Symbolbild)
Etwa 80.000 Kinder können in Mecklenburg-Vorpommern gegen Corona geimpft werden. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

In Mecklenburg-Vorpommern soll Mitte dieser Woche mit entsprechenden Schutzimpfungen begonnen werden. Das hatte die Schweriner Gesundheitsministerin Stefanie Drese (45, SPD) angekündigt. Zunächst sollen im Land demnach rund 45.000 Dosen des Kinder-Impfstoffs zur Verfügung stehen.

Die Zahl der Kinder der betroffenen Altersgruppe in Mecklenburg-Vorpommern gab Drese mit etwa 80.000 an. Die Impfungen würden mit zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen erfolgen. Anfang kommenden Jahres sei eine erneute Bestellung möglich.

Im Nordosten sollen die unter Zwölfjährigen vorrangig bei den Kinderärzten geimpft werden.

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Auch Reisinger, der Vize-Vorstandschef der Unimedizin Rostock ist, kündigte an, man werde diese Woche mit den Impfungen starten.

Titelfoto: Montage: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa, Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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