Erste Corona-Intensivpatienten müssen aus Thüringen verlegt werden

Erfurt - Die Verlegung der ersten Corona-Intensivpatienten aus Thüringen nach Norddeutschland könnte bereits am heutigen Donnerstag starten.

In Thüringen kommen die Kliniken an ihre Grenzen. Die Folge: Corona-Intensivpatienten müssen in andere Bundesländer verlegt werden.
In Thüringen kommen die Kliniken an ihre Grenzen. Die Folge: Corona-Intensivpatienten müssen in andere Bundesländer verlegt werden.  © Matthias Balk/dpa

Insgesamt zehn Patienten aus dem Freistaat seien derzeit dafür vorgesehen, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums von Sachsen-Anhalt, an das die Koordinierung des Kleeblattes Ost angedockt ist, am Mittwochabend mit.

Der konkrete Zeitpunkt werde aktuell geplant und koordiniert. "Gegebenenfalls startet die Verlegung am Donnerstag", heißt es. Es wären die ersten bundesweiten Verlegungen in der vierten Corona-Welle.

Die Kranken würden in das Kleeblatt Nord verlegt, voraussichtlich nach Niedersachsen, sagte die Sprecherin weiter. Einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zufolge will das Klinikum Siloah in Hannover drei Patienten aufnehmen.

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Das Kleeblatt-System wurde vor dem Hintergrund der ersten Corona-Welle 2020 eingeführt. Die Idee: Um Überforderungen bei einzelnen Krankenhäusern zu vermeiden, sollen innerhalb eines Kleeblatts, dem meist noch Nachbarbundesländer angehören, unkompliziert Patienten-Verlegungen möglich sein.

Ist das nicht mehr möglich, sollen bundesweite Verlegungen möglich sein. Niedersachsen bildet gemeinsam mit Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern das Kleeblatt Nord. Eine Sprecherin des Thüringer Gesundheitsministeriums hatte am Nachmittag noch Schleswig-Holstein als Zielort genannt.

Mehrere Bundesländer im Kleeblatt-System organisiert

Bei den zehn angemeldeten Kranken gehe es ausschließlich um Covid-Fälle, erklärte die Sprecherin aus Sachsen-Anhalt weiter. Auch Sachsen habe perspektivisch bereits einen Verlegungsbedarf von rund zwei Dutzend Patientinnen und Patienten angemeldet.

Sachsen-Anhalt hingegen werde noch keine Patienten überregional verlegen, könne derzeit aber auch niemanden von außerhalb aufnehmen. Auch aus Bayern könnten in den nächsten Tagen rund 50 Kranke verlegt werden.

Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin sind im Kleeblatt Ost organisiert. Gemeinsam mit Bayern, das das Kleeblatt Süd bildet, aktivierten sie am Dienstag das Kleeblatt-System. Damit werden bundesweite Patientenverlegungen möglich.

Bund, Länder und Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) koordinieren dann, welches Bundesland noch Kapazitäten hat, in welches Krankenhaus die Patienten bestenfalls sollen und welche Transportmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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