Corona-"Hotspot" Esslingen: Jetzt kommt die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit!

Esslingen - Im Kampf gegen die stark steigende Zahl von Corona-Infektionen gilt künftig im Kreis Esslingen eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen.

Esslingens Landrat Heinz Eininger am Donnerstag während der Pressekonferenz.
Esslingens Landrat Heinz Eininger am Donnerstag während der Pressekonferenz.  © Sebastian Gollnow/dpa

Schutzbedeckungen seien überall dort vorgeschrieben, wo Menschen keinen ausreichenden Abstand halten könnten, sagte Landrat Heinz Eininger am Donnerstag. Dazu gehörten Fußgängerzonen und Wochenmärkte.

Eininger appellierte zudem an alle Veranstalter, Termine zu überdenken und beim geringsten Zweifel abzusagen. "Es gilt: Nicht alles, was man tun darf, muss auch getan werden." 

Außerdem würden wie erwartet von Freitag an die Auflagen für Teilnehmerzahlen bei privaten Feiern weiter verschärft, kündigte der Landrat an.

Der Kreis hatte am Vortag als erste Region im Land die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Er gilt nun offiziell als einer von aktuell rund zehn innerdeutschen "Hotspots".

Ein Corona-Infektionsherd im Kreis Esslingen ist ein Frachtzentrum der DHL in der Gemeinde Köngen. Dort arbeiteten Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften in der Nähe wohnten.

Insgesamt seien mindestens 26 Schulen, fünf Kindertagesstätten und neun Flüchtlingsheime von Ausbrüchen im Landkreis betroffen. Pflegeheime seien nicht betroffen.

Update, 15.06 Uhr: Mehr Tests und mehr schwere Corona-Verläufe im Kreis Esslingen

Der Kreis Esslingen will angesichts der steigenden Infektionszahlen mehr Menschen auf Corona testen. Man habe die Testkapazitäten bereits deutlich aufgebaut, sagte Christian Baron aus dem Landratsamt. 

Im bestehende Abstrichzentrum in Nürtingen ließen sich wieder mehr Menschen testen. Dort könne man pro Tag 600 Tests durchführen, sagte Baron. Mit einem zweiten Abstrich-Zentrum, das nun auf der Messe wieder eröffnet werden soll, könne man täglich mehr als 1000 Menschen testen. Im Kreis leben 530.000 Einwohner.

Landrat Heinz Eininger berichtete, dass wieder mehr Menschen mit schwerem Krankheitsverlauf stationär in Kliniken aufgenommen werden müssten. So befänden sich etwa in Kirchheim unter Teck drei Patienten auf der Isolationsstation. In Nürtingen seien fünf Patienten isoliert - zwei davon auf der Intensivstation. Sie müssten beatmet werden.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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