Experte und RKI warnen vor FFP2-Maskenpflicht: "Haufenweise Risiken"

München - Ab Montag gibt es in Bayern eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im Einzelhandel und dem Nahverkehr - andere Bundesländer könnten dem Beispiel von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) folgen. Virologe und DGHM-Mitglied Andreas Podbielski kritisiert die neue Maßnahme scharf. Und auch das RKI rät von der Nutzung für Privatpersonen ab.

Markus Söders Vorpreschen bei der FFP2-Maskenpflicht bringt ihm mächtig Kritik ein.
Markus Söders Vorpreschen bei der FFP2-Maskenpflicht bringt ihm mächtig Kritik ein.  © Matthias Balk/dpa

"Das hört sich für mich nach Aktionismus an", sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene der Uni Rostock der Münchner Abendzeitung.

FFP2-Masken gehören aus seiner Sicht nur in die medizinischen Berufe.

Diese Masken seien belastend und brächten "haufenweise Risiken" mit sich. Nicht umsonst sei im Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben, nach zweistündigem Tragen eine Pause einzulegen.

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Ab Montag (18. Januar) ist im Freistaat in Bussen, Bahnen und Geschäften das Tragen der partikelfiltrierenden Gesichtsmasken Pflicht.

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hatte sich bereits zurückhaltend zum Gebrauch der Spezialmasken durch Privatpersonen geäußert und sogar auf mögliche Gesundheitsschäden hingewiesen.

Die Bundesbehörde erklärt auf einer Informationsseite im Internet, dass Laien bei der Nutzung von FFP2-Masken auch nicht unbedingt einen besseren Eigenschutz hätten als bei den üblichen Alltagsmasken.

RKI warnt vor möglichen Gesundheitsschäden wegen FFP2-Masken

"Beim Einsatz bei Personen mit z. B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen", schreibt das RKI. Die Gesundheitsbehörde verweist außerdem auf eine Nutzungsempfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, wonach FFP2- und FFP3-Masken zur privaten Nutzung generell "nicht empfohlen" würden.

Eine RKI-Sprecherin wollte es nicht kommentieren, ob die Ausführungen als Warnung vor den in Bayern beschlossenen Maßnahmen zu verstehen seien. Vom bayerischen Gesundheitsministerium in München war am Donnerstag keine Stellungnahme zu erhalten, ein Sprecher kündigte eine Erklärung für Freitag an.

Die "Abendzeitung" wurde nach eigenen Angaben vom RKI an den Rostocker Experten Podbielski verwiesen.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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