Faktencheck: Die Impfung schützt - Inzidenz bei Ungeimpften fast fünfmal so hoch!

Erfurt - In den sozialen Netzwerken kursieren immer wieder verschiedene Theorien und Gerüchte über das Coronavirus und die Impfung. Impfskeptiker und Corona-Leugner sind der Meinung, die Impfung schütze nicht. Was ist dran an diesem Gerücht? TAG24 hat den Faktencheck gemacht.

Bei den Geimpften sind die Inzidenzen deutlich niedriger als bei Ungeimpften. (Symbolfoto)
Bei den Geimpften sind die Inzidenzen deutlich niedriger als bei Ungeimpften. (Symbolfoto)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Für die Analyse wurden die offiziellen Statistiken des Thüringer Gesundheitsministeriums genommen. Aus den Daten lassen sich deutliche Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften ableiten.

Im Zeitraum vom 11. bis 17. Oktober lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei Ungeimpften bei 156,2. Im gleichen Zeitraum infizierten sich 411 Geimpfte, was einer Inzidenz von 33,3 entspricht. Der Wert an Neuinfektionen bei Ungeimpften war also fast fünfmal so hoch wie bei Geimpften.

Im gleichen Zeitraum mussten insgesamt 36 Ungeimpfte in Thüringen wegen ihrer Corona-Erkrankung im Krankenhaus versorgt werden. Dies entspricht einer Hospitalisierungsinzidenz von 4,3. Bei den Personen mit Corona-Impfung waren es 17 - Inzidenz von 1,4.

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Auf Intensivstation liegend wurden in dieser Zeit sechs Ungeimpfte gemeldet. Bei den Geimpften waren es insgesamt drei Personen. Laut einer Sprecherin des Gesundheitsministeriums gegenüber TAG24 betrug das Alter der Patienten mit einem Impfdurchbruch 33, 69 und 84 Jahre.

Zwei Personen wiesen Vorerkrankungen als Risikofaktoren für einen schweren Verlauf auf, erklärte die Sprecherin. Aus den Datensätzen lässt sich ableiten, dass die Impfung schützt und das Risiko minimiert, im Krankenhaus zu landen.

Inzidenzen können zu hoch bzw. zu niedrig zu sein

Zur besseren Einordnung der Zahlen muss gesagt werden, dass positive Corona-Fälle - deren Impfstatus nicht bekannt - zu den Ungeimpften gezählt werden, was eine mögliche Überschätzung der Inzidenz von Ungeimpften und eine mögliche Unterschätzung der Inzidenz von Geimpften zur Folge haben kann.

Darüber hinaus muss der Vollständigkeit auch erwähnt werden, dass geimpfte Personen vermutlich seltener getestet werden als ungeimpfte Personen, was zu einer weiteren Unterschätzung der Fallzahl bei den geimpften Personen führen kann.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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