Es geht um Existenzen: Familienfirmen wollen Jobs in der Coronavirus-Krise schützen

München - Es geht um sehr viele Existenzen von Menschen! Die große Mehrheit der größeren Familienfirmen in Deutschland will nach einer neuen Umfrage in der Coronavirus-Krise möglichst keine Arbeitsplätze abbauen.

Große Familienunternehmen wie etwa Hornbach stehen im Fokus. Ein Mitarbeiter läuft durch einen Baumarkt im Freistaat Bayern. Die Mehrheit der Firmen will nach einer neuen Umfrage möglichst keine Arbeitsplätze abbauen.
Große Familienunternehmen wie etwa Hornbach stehen im Fokus. Ein Mitarbeiter läuft durch einen Baumarkt im Freistaat Bayern. Die Mehrheit der Firmen will nach einer neuen Umfrage möglichst keine Arbeitsplätze abbauen.  © Sven Hoppe/dpa

Und 40 Prozent der Unternehmer wollen krisenbedingte Verluste oder Geldmangel im Betrieb mit ihrem Privatvermögen auffangen, wie die am Montag veröffentlichte Befragung von 136 größeren Familienfirmen durch die Universität Duisburg-Essen ergab. Auftraggeber war die Stiftung Familienunternehmen in München.

Dabei geht es teils um die Sicherstellung der Liquidität, teils um die Erhöhung des Eigenkapitals, aber auch um die Aufstockung des Kurzarbeitergelds für die Mitarbeiter.

Die Corona-Befragung war Teil einer größer angelegten Untersuchung zum sozialen und gesellschaftlichen Engagement von Familienunternehmen.

Abgesehen von der Umfrage analysierten die Mitarbeiter des Lehrstuhls für interne Revision auch die öffentlich zugänglichen Dokumente der 500 größten deutschen Familienbetriebe, von denen entsprechend knapp zwei Drittel jährliche Umsätze von mehr als 50 Millionen Euro erzielen.

Demnach geben gut 80 Prozent der Familienunternehmen Geld für gute Zwecke aus, mehrheitlich in der eigenen Heimatregion. "Ein Großteil ihres Engagements kommt vor Ort an, bei Vereinen, sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie im Umweltschutz", sagte Stefan Heidbreder, der Geschäftsführer der Stiftung. Abgesehen davon betreiben knapp 60 Prozent der untersuchten Unternehmen auch innerbetriebliche Fürsorge, etwa in Form von Notfallfonds für Mitarbeiter.

Fast die Hälfte (48 Prozent) der 500 größten Familienunternehmen betreibt demnach eigene Stiftungen, die meist gemeinnützigen Zwecken dienen. Diese Stiftungen kümmern sich mehrheitlich um Bildung und Forschung (61,8 Prozent) sowie soziale Zwecke (45 Prozent), wobei viele Stiftungen in mehr als einem Bereich tätig sind.

Beweggründe für gesellschaftliches Engagement

Die Beweggründe für gesellschaftliches Engagement sind demnach nicht nur selbstlos: "Neben altruistischen Gedanken spielt auch das Eigeninteresse an motivierten und dem Unternehmen verbundenen Mitarbeitern eine Rolle", schreiben Professor Marc Eulerich und seine Mitarbeiter. "Das Eigeninteresse schmälert aber nicht das Engagement."

Die Definition des Familienunternehmens war in der Untersuchung weit gefasst. Eulerich und seine Mitarbeiter zählten dazu Firmen, in denen ein Privatunternehmer wesentlichen Einfluss ausübt. Dazu zählen auch Aktiengesellschaften, an denen ein Privatunternehmer ein Viertel oder mehr der Anteile hält.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0