Fast jeder zweite Bewohner in Rastatter Pflegeheim infiziert, neun Corona-Tote

Rastatt - Fast die Hälfte der Bewohner in einem Rastatter Pflegeheim hat sich inzwischen mit dem Coronavirus angesteckt.

Die Impfquote der Einrichtung liege über dem Bundesdurchschnitt. Die Toten seien noch nicht geboostert gewesen. (Symbolbild)
Die Impfquote der Einrichtung liege über dem Bundesdurchschnitt. Die Toten seien noch nicht geboostert gewesen. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa

Neun Menschen seien an oder im Zusammenhang damit gestorben, sagte ein Sprecher des Landratsamts am Montag. Von 41 infizierten Bewohnern seien 6 im Krankenhaus. Hinzu kämen fünf infizierte Mitarbeiter.

"Ob das schon die Spitze des Infektionsgeschehens ist, können wir noch nicht abschätzen", sagte er. Derzeit lebten 88 Menschen in dem Heim.

Vier von fünf Wohnbereichen seien von Corona-Infektionen betroffen. Die Toten seien nicht geboostert gewesen, sagte der Sprecher. Weitere Angaben zum Impfstatus machte er nicht.

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Eine Sprecherin des Heimträgers, der Kursana-Gruppe, hatte vergangene Woche erklärt, die Impfquote in der Einrichtung liege über dem Bundesdurchschnitt. Fast die Hälfte der Bewohner hätten bereits eine Auffrischungsimpfung (Booster).

Dennoch gebe es immer noch Bewohner, die sich nicht impfen lassen wollten oder bei denen medizinische Gründe dagegensprächen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte die intransparente Datenlage. Auch auf Zahlen von Behörden zum Beispiel über Geimpfte und Geboosterte sei kein Verlass, sagte Vorstand Eugen Brysch. "Im Jahr 2022 arbeiten wir immer noch auf einer so unklaren Datengrundlage wie 2021 und 2020."

Problematisch sei das vor allem, weil auch die Politik auf einer solchen Basis Entscheidungen treffe.

Aktualisiert, 3. Januar, 14.16 Uhr

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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