Fastenmonat Ramadan beginnt diese Woche: Vieles ist anders durch Corona

Erfurt - Der Fastenmonat Ramadan ist eine wichtige Zeit für Muslime und eigentlich auch viel durch Gemeinschaft geprägt. Wie sonst üblich gemeinsam zu beten und das Fasten zu brechen, ist dieses Jahr aber kaum möglich.

Mustafa Akkaya, Religionsbeauftragter der Gemeinde in Wuppertal steht bei Sonnenuntergang auf dem Minarett der Ditib Zentralmoschee.
Mustafa Akkaya, Religionsbeauftragter der Gemeinde in Wuppertal steht bei Sonnenuntergang auf dem Minarett der Ditib Zentralmoschee.  © Bernd Thissen/dpa

Muslime in Deutschland müssen Ramadan in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Krise ohne große Feiern zum Fastenbrechen begehen. 

Das ist aber zumindest nach Darstellung des Vorsitzenden des Islamischen Kulturvereins Jena kein großes Drama. 

"Wir fasten ja trotzdem wie immer und das Fasten ist das Wichtige zu Ramadan", sagte Housam Zakkour der Deutschen Presse-Agentur. 

Das Fastenbrechen sei dagegen freiwillig. Auch Abendgebete zu Ramadan ließen sich zuhause durchführen.

"Viele können in den Familien wie sonst auch zusammen das Fasten brechen", sagte Zakkour. 

Dass der Verein nun größere gemeinsame Feiern nicht anbieten könne, treffe in erster Linie Alleinstehende, Studierende etwa. "Besonders einschneidend ist, dass das wichtige Freitagsgebet aktuell nicht möglich ist. Aber wir haben das akzeptiert und so ist auch die Situation zu Ramadan nicht schlimmer für uns", so Zakkour. 

Etwa 70 Gläubige kommen seinen Angaben nach in der Regel zu den Freitagsgebeten in die Räume des Vereins zum gemeinsamen Beten.

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Gottesdienste in diesem Jahr anders als sonst

Der Fastenmonat Ramadan beginnt wegen der Corona-Pandemie unter schwierigen Umständen und großen Einschränkungen.
Der Fastenmonat Ramadan beginnt wegen der Corona-Pandemie unter schwierigen Umständen und großen Einschränkungen.  © Bernd Thissen/dpa

In Thüringen beispielsweise können Gottesdienste jeglicher Art ab Donnerstag wieder stattfinden - allerdings nur unter Einhaltung von Auflagen: So dürfen unter freiem Himmel etwa höchstens 50 Menschen zusammen kommen.

Thüringens Integrationsbeauftragte Mirjam Kruppa betonte, dass für Muslime auch im Ramadan die gleichen Beschränkungen gelten, wie für andere Glaubensgemeinschaften auch.

Es seien sicherlich Einschränkungen, sagte sie gerade auch mit Blick auf das große "Eid al-Fitr"-Fest zum Abschluss des Fastenmonats.

AfD-Partei- und Fraktionschef Björn Höcke warf der Landesregierung vor, die für den 3. Mai angekündigte Corona-Ausnahmeregel für Gottesdienste wegen des Ramadans vorverlegt zu haben.

"Die Moscheen sind geschlossen", sagte auch Schura-Vorstandsmitglied Mehdi Aroui aus Hamburg. 

Der Rat der islamischen Gemeinschaften stehe aber in Kontakt mit der Senatskanzlei und hoffe, dass nach einem Gespräch in Berlin die Moscheen Anfang Mai wieder öffnen dürfen, zumindest unter Auflagen. 

Der wichtige Fastenmonat für Muslime beginnt diese Woche. Berechnungen zum Zeitraum für Ramadan richten sich nach dem Erscheinen der Neumondsichel und können variieren. 

Während Ramadan verzichten Muslime zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang vier Wochen lang etwa auf Essen und Trinken. 

Geht die Sonne unter, wird das Fasten gebrochen - üblicherweise durchaus in einer großen Runde. 

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa ; Bernd Thissen/dpa

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