Feiern trotz Corona: Saftiges Bußgeld für Familie, unbelehrbare Jugendliche

München - Saftige Bußgelder und Anzeigen: Die Polizei hat am Wochenende mehrere private Feiern aufgelöst.

Polizisten kontrollieren in der Innenstadt die Einhaltung der Maskenpflicht bei einer Radfahrerin. (Symbolbild)
Polizisten kontrollieren in der Innenstadt die Einhaltung der Maskenpflicht bei einer Radfahrerin. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

Die Feier eines runden Geburtstages kostet eine Familie im Landkreis Kronach satte 4000 Euro Bußgeld. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, hatten sich dazu zehn Erwachsene in Tschirn versammelt.

"Alle Anwesenden gehörten zur Familie, waren aber aus fünf Haushalten", sagte ein Polizeisprecher. Weil private Feiern nur mit höchstens zehn Personen aus höchstens zwei Haushalten erlaubt sind, lösten die Beamten die Feier am Freitagabend auf.

Jeden Beteiligten erwarte nun ein Bußgeld von 400 Euro.

Auch in anderen Orten in Bayern wurden private Feiern von der Polizei beendet und mindestens 32 Menschen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Bei einer privaten Party mit elf Personen in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) flüchteten zwei 20-Jährige über den Balkon, als die Polizei anrückte. Dabei sei ein Balkondach kaputt gegangen.

Kurze Zeit später hätten vier Beteiligte aus verschiedenen Hausständen weitergefeiert - auch das sei beendet worden, sagte ein Polizeisprecher. In der Nähe stießen die Beamten auf fünf Menschen, die bei der Party zuvor bereits dabei waren. Wegen des wiederholten Treffens kam es laut einem Sprecher zu weiteren Anzeigen.

Jugendliche wegen Corona-Partys angezeigt

Die Polizei löste am Wochenende mehrere Feiern auf. (Symbolbild)
Die Polizei löste am Wochenende mehrere Feiern auf. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In einer Unterführung in Burghausen (Landkreis Altötting) trafen sich den Angaben zufolge 16 Jugendliche, die sich nicht an die Abstandsregeln hielten. In Bad Reichenhall kamen sechs Jugendliche in einem Park zusammen - auch sie wurden angezeigt.

In Kempten protestierten am Samstag rund 1200 Menschen auf einer genehmigten "Querdenken"-Demonstration im Illerstadion gegen die Corona-Politik. Eine Gegendemonstration mit 200 Teilnehmern fand im nördlichen Bereich des Illerstadions statt.

Die Versammlungen verliefen laut Polizei ohne größere Sicherheitsstörungen; Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten seien nur in wenigen Ausnahmefällen erfolgt.

Eine für die Münchner Theresienwiese angemeldete Großkundgebung ohne Hygienekonzept wurde dagegen von der Stadt und dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof verboten. Einzelnen Personen, die dennoch kamen, wurden laut Polizei Platzverweise erteilt.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete am Sonntag (8 Uhr) 3459 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag bei 174,66. Am höchsten war diese Zahl in der Stadt Passau (323,85), in der Stadt Kaufbeuren (310,82) sowie im Landkreis Freyung-Grafenau (302,44).

Die meisten Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern verzeichneten Werte im dreistelligen Bereich. Der einzige Landkreis in Bayern mit weniger als 50 Corona-Neuinfektionen in sieben Tagen auf 100.000 Einwohner war am Sonntag Kulmbach mit einem Wert von 48,91.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0