"Feldbetten aufstellen": Mikrobiologe wagt düstere Omikron-Prognose

Wien - In vielen Ländern herrscht mitten in der Corona-Pandemie wegen der Omikron-Variante weiter große Sorge. Ulrich Elling, ein österreichischer Molekularbiologe, kritisiert die Maßnahmen der Regierung im deutschen Nachbarstaat und wagt eine düstere Prognose für die kommende Infektions-Welle.

Kann die Omikron-Variante noch rechtzeitig aufgehalten werden? Geht es nach Molekularbiologe Ulrich Elling, dann nur durch die richtigen Maßnahmen im Eiltempo.
Kann die Omikron-Variante noch rechtzeitig aufgehalten werden? Geht es nach Molekularbiologe Ulrich Elling, dann nur durch die richtigen Maßnahmen im Eiltempo.  © Ingrid Kornberger/APA/dpa

"Bei der Dynamik, die Omikron entfaltet, müssen wir mehr denn je bremsen, bevor es zu spät ist", mahnte der Wissenschaftler im Gespräch mit Kurier.at an.

Elling befürchtet, dass sich die Omikron-Variante zum landesweiten Schulstart am 10. Januar 2022 wie ein infektiöses Lauffeuer in der Bevölkerung verbreiten wird.

"Wenn sich die Kinder in der Schule treffen, zündet Omikron durch", mutmaßt der Molekularbiologe und fordert eine Strategie, um den Worst Case einzudämmen.

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Er rechnet damit, dass die 50.000er Marke bei den Ansteckungen geknackt werden könnte, sollten die Maßnahmen nur halbherzig sein.

"Wenn wir Omikron durchlaufen lassen, weil wir die Schnauze von der Pandemie voll haben, dann nehmen wir auf die Schwachen keine Rücksicht mehr", findet der Mikrobiologe klare Worte. Die österreichische Krisen-Kommission bezeichnet er abschätzig als "Hinterzimmer-Debattierklub".

Führt Vielzahl von Infektionen durch Omikron zu Immunität der Bevölkerung?

Sollte die Omikron-Variante kaum eingeschränkt werden und ungehindert wüten können, rechnet Elling damit, dass Feldbetten aufgestellt werden müssten, um parallel alle Kranken versorgen zu können. Auch der österreichische Epidemologe Gerald Gartlehner glaubt, dass Omikron das Gesundheitssystem in Österreich noch stärker als jetzt schon belasten könne. Gartlehner meint gegenüber DiePresse allerdings auch, dass die Bevölkerung viel schneller immun sein könne, falls sich durch Omikron das Gros infiziere.

Dies könne dazu führen, dass die geplante Impfpflicht überdacht werden müsse, schätzte der Experte im Interview ein.

Titelfoto: Ingrid Kornberger/APA/dpa

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